Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie gefällt euch "Der alte Mann und der Tod" ?

1/5 schlecht
32
52%
2/5 passabel / "na ja"
11
18%
3/5 gut
8
13%
4/5 sehr gut
5
8%
5/5 überragend
5
8%
 
Abstimmungen insgesamt : 61

Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon Tiktaalik » Fr, 31.08.2012 17:08


Nachdem ich mir diese Folge angesehen habe, stellt sich mir die Frage nach der Definition von Columbo. Was macht einen Columbo aus bzw. wann ist ein Columbo ein Columbo?

Der wichtigste Punkt, über den ich Columbo definiere ist der, dass der Zuschauer den Mörder von Anfang an kennt. Der zweite essentielle Bestandteil dieser Serie ist das frühe Zusammentreffen der beiden Hauptpersonen (Columbo und Mörder), aus denen sich viele witzige und doppeldeutige Dialoge ergeben (Columbo-Mörder-Spiel). In dieser Serie spielt der Mörder also die zweitwichtigste Rolle. Auch das unterscheidet Columbo von "normalen" Krimis. Dazu ist der Charakterzug vom Inspektor ein wenig trottelig, was zu einigen lustigen Szenen führt. Wiederkehrende Elemente wie das Nachfragen, Mrs. Columbo oder der Hund namens Hund gibt es ebenfalls. All diese Elemente sind in jeder Episode mehr oder weniger vorhanden.

In der Episode "Der alte Mann und der Tod" sind die beiden wichtigsten Elemente nicht gegeben. Die Macher haben diese Veränderung sicher nicht zufällig ausprobiert, gefallen hat sie mir aber überhaupt nicht.

Aber auch ansonsten bietet diese Episode reichlich gravierende Schwächen: Die Mordgeschichte ist völlig konstruiert, die Episode läuft in einem wahnsinnig langsamen Tempo ab und viele Dialoge verlaufen im Sand. Dazu gibt es viele Szenen, die zwar lustig sein sollen, es aber nicht sind, z. B. die Szene im Auto oder die endlos lange Szene mit der Meditierenden. Eine weitere große Schwäche dieser Folge sind die viel zu vielen Darsteller. Columbo zeichnet sich normalerweise dadurch aus, dass es außer Columbo, dem Mörder und dem Opfer nur wenige Personen gibt. In dieser Folge gibt es aber haufenweise Personen. Den negativen Höhepunkt bildet die ständig betrunkene Joanna Clay. Sie ist später nicht mehr auszuhalten. Von den Darstellern gefällt mir nur Robert Vaughn.

Indizien gibt es ein paar, am besten gefielen mir die Buchstaben, die in Wirklichkeit "Lisa S." bedeuteten. Die Auflösung gehört zu den schwächsten der Serie. Abgesehen davon wird sie noch mehr in die Länge gezogen als der Rest der Episode. Sie dauert nämlich ganze 20 (!) Minuten. Schlüssig ist sie aber durchaus, da der Mörder hier Täterwissen preisgibt. Vor Gericht hält sie selbstverständlich nicht stand, aber das ist bei Columbo ja öfter so.

Ich bin in meinen Bewertungen ziemlich kritisch, erst dreimal vergab ich 5 Punkte. Dennoch ist "Der alte Mann und der Tod" die erste Folge, die von mir nur einen Punkt erhält.
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon MrGrady » Mi, 19.12.2012 21:59


Ein kleiner Tipp für alle, die es noch nicht bemerkt haben: Der Mann mit dem zerknitterten Trenchcoat ist gar nicht Columbo. Es ist 00 Schneider - der Kommissar, der alles gut macht. Den Mordfall mit dem alten Mann hat er dank seiner Finesse natürlich durchschaut und den Mörder mit einer tickenden Uhr zu einem verräterischen Kommentar verleitetetet! Nach der souveränen Überführung konnte der Kommissar endlich wieder seinen eigentlichen Aufgaben nachgehen: Ruderboote fahren, auf Sofas mit Männern kuscheln und Katzenklos säubern :such:

Entschuldigt meinen kleinen Ausflug in die Welt der absurden Krimikomödie, aber bei "Der alte Mann und der Tod" fühlte ich mich stellenweise wirklich mehr an Helge Schneider erinnert als an Columbo. Nur ganz nebenbei bemerkt: Auch Kommissar 00 Schneider fährt eine alte Schrottkarre, trägt einen zerknitterten Mantel und führt absurde Dialoge - ein Schelm, wer Böses dabei denkt... :wink:

Die Folge fing für meinen Geschmack noch ganz gut an. Mordmotiv und vermeintlicher Täter wurden schön herausgearbeitet. Bis zur Hälfte hatte die Episode zwar ein paar Längen, wäre bei mir aber immer noch locker mit 3 Punkten eingelaufen. Nach dem Tod von Charles Clay habe ich mich allerdings zu fragen begonnen, was uns das Ganze am Ende eigentlich sagen soll. Selbst Fans, welche die meiner Meinung nach lächerliche Überführung ganz gut finden, müssten mir mal erklären, warum ein Unbeteiligter eine Leiche entsorgt, sich auf höchst komplizierte Weise ein Alibi beschafft und das Ganze zuvor offenbar noch nicht einmal mit seiner vermeintlichen Komplizin bespricht. Alles in allem finde ich das weltfremd und langweilig. Und da es sich laut Booklet nicht um eine absurde Krimikomödie handelte, kann ich leider nur einen Punkt vergeben.
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon Oceanic » Sa, 29.12.2012 11:42


Ich schreibe wie immer bevor ich die anderen Kommentare lese.

Schlimmste von den Folgen die nicht außer der Reihe sind also wie. Bluthochzeit, Mord und Brüdern und Co.


Was ist das? Super Anstrengend zu schauen erst mal diese ständig betrunken Tochter! (was soll das warum haben so viele Frauen bei Columbo Alkohol Probleme)
Die nervt und man kann es sich kaum ansehen.
Dann diese konfuse Zusammentreffen am Schluss wo geklärt wird wer der Mörder ist?
Oh Mann!! Kaum zu glauben! Sagt der Mörder AHHHH Toller Beweis.. dem konnte ich nicht so ganz folgen und den anderen hat er auch umgebracht oder wie??
Und Bitte wer war der Mörder ? Ich sah ihn mal am Anfang ne Minute?! Hat der auch den wir erst für den Mörder hielten getötet??Wieso weshlab warum??!
Wie bei einem Agatha C Film nur auf Schrott Modus.
Auch Columbo spielt nicht so gut wie sonst…die ganze Zeit so seltsam ??! Was soll das der immer mit dem Verdächtigen kuschelt das ist echt nervig)
Die ganze Story nervt und mich interessiert auch die ganze Zeit die Auflösung gar nicht…
Und was soll dieser “Mac“??!

Gähhhn

1 Punkt
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon Mr. Brimmer » Sa, 29.12.2012 14:18


Das hast du recht nett zusammengefasst. :)
Spaß macht mir die Folge immer nocht nicht, obwohl ich ihr ab und
an nochmal ne Chance gebe...Bisher kann ich mich dafür nicht begeistern.
Wobei mich nach wie vor die dämliche Auflösung am Ende mit der Uhr
am meisten aufregt...Obwohl einige Columbo-Schlußbeweise kaum haltbar
sind oder zumindest fragwürdig ist das hier finde ich ne Unverschämtheit
und total bekloppt.
Die betrunkene Joanna und Columbos Gekuschel haben mich wiederum gut
unterhalten. Die Couch und Autoszene sind dann aber auch das Highlight
der Folge.
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon zimtspinne » Sa, 29.12.2012 15:22


hm, bin ich der einzige, der Columbos Gekuschel peinlich findet? Daneben ist Columbo ja oft, neben den allgemeinen Benimm-Regeln, aber peinlich find ich das sonst selten.
Mag daran liegen, dass ich finde, er verletzt ganz arg eine Grenze - die körperliche Unversehrtheit :wink:

Vielleicht hatten einige der Drehbuchautoren ja zu Hause auch eine sufffreudige Frau, dass das so oft Thema ist... oder es macht sich einfach gut. Süffige Männer sind/waren ja in dieser Zeit nix besonderes.... besoffene Frauen in der Öffentlichkeit schon. Vor allem natürlich, wenn sie der höheren Gesellschaft angehören. Und bei Columbo gibts nur Offen-Trinkerinnen, keine Heimlichkeiten. Wenn schon, denn schon! :P
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon Oceanic » Sa, 29.12.2012 17:57


ja ich würde echt nie im Leben auf die Idee kommen eine Frau zu schlagen.


Aber die! Wenn die bei mir wohnen würde und Tag ein Tag aus zu wiederlich rumlullen wollte und so mega unsexy besoffen unter ihren Haaren hervorlugt.. Uaaahhhhhh :maul: :maul: :maul: :maul: :maul:

Echt eine schlimme Folge ne und diese Kuschellei,? Der Inspektor wirkt in dieser Folge schon fast geisteskrank..
Und was soll noch die eine bekiffte? Die der Commodore heiraten wollte.... ich hatte am Ende Angst das sie vom Stuhl fällt.. :motz:
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon Devlin » Sa, 29.12.2012 18:35


...und trotzdem mag ich diese Episode immer noch :D
Die Sache mit den Belegpflöcken ist doch einfach cool..Columbo's Best Investigations 8)
Jedenfalls wird es mir bei diesem Fall nie langweilig, es gibt immer wieder viel zu berichten.
So weit ____ und nicht weiter!
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon Oceanic » Sa, 29.12.2012 18:39


MrGrady hat geschrieben:Ein kleiner Tipp für alle, die es noch nicht bemerkt haben: Der Mann mit dem zerknitterten Trenchcoat ist gar nicht Columbo. Es ist 00 Schneider - der Kommissar, der alles gut macht. Den Mordfall mit dem alten Mann hat er dank seiner Finesse natürlich durchschaut und den Mörder mit einer tickenden Uhr zu einem verräterischen Kommentar verleitetetet! Nach der souveränen Überführung konnte der Kommissar endlich wieder seinen eigentlichen Aufgaben nachgehen: Ruderboote fahren, auf Sofas mit Männern kuscheln und Katzenklos säubern :such:

Entschuldigt meinen kleinen Ausflug in die Welt der absurden Krimikomödie, aber bei "Der alte Mann und der Tod" fühlte ich mich stellenweise wirklich mehr an Helge Schneider erinnert als an Columbo. Nur ganz nebenbei bemerkt: Auch Kommissar 00 Schneider fährt eine alte Schrottkarre, trägt einen zerknitterten Mantel und führt absurde Dialoge - ein Schelm, wer Böses dabei denkt... :wink:

Die Folge fing für meinen Geschmack noch ganz gut an. Mordmotiv und vermeintlicher Täter wurden schön herausgearbeitet. Bis zur Hälfte hatte die Episode zwar ein paar Längen, wäre bei mir aber immer noch locker mit 3 Punkten eingelaufen. Nach dem Tod von Charles Clay habe ich mich allerdings zu fragen begonnen, was uns das Ganze am Ende eigentlich sagen soll. Selbst Fans, welche die meiner Meinung nach lächerliche Überführung ganz gut finden, müssten mir mal erklären, warum ein Unbeteiligter eine Leiche entsorgt, sich auf höchst komplizierte Weise ein Alibi beschafft und das Ganze zuvor offenbar noch nicht einmal mit seiner vermeintlichen Komplizin bespricht. Alles in allem finde ich das weltfremd und langweilig. Und da es sich laut Booklet nicht um eine absurde Krimikomödie handelte, kann ich leider nur einen Punkt vergeben.



Super Post :D
Ja genau?? Was soll das warum beschafft er sich dieses Alibi?? Hä??? Waren die besoffen?
Das fällt mir jetzt erst ein?? Kann es sein das es erst so sein sollte das der Mörder ist ( am Anfang sah ja auch alles so aus wie immer beim CMS dieses Hin und Her mit dem Selbststeuer Fahnen Dings (desen Funktion mir übrigens nichtklar ist es hat doch gar keinen Kontakt zu dem Rest Segel? Wie soll es dieses stuern und selbst wenn es stuert dann doch einfach nur dahin wo hin der Wind das Segel bläst wo ist der Unterschied?) und sich dann die Drehbuchschreiber dachten ach Nöööö??
Warum taucht er weg und so?
Seine Frau wäre doch vermutlich nicht mal im Stande eine Milchtüte zu öffnen so hacke wie die immer war...
Und der Beweis?? Mit der Uhr??ß :-)) :-)) :-)) :-)) :-))
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon MrGrady » So, 30.12.2012 13:30


Kombiniere, kombiniere... Wir kommen der Sache langsam auf die Schliche! Die Drehbuchautoren haben mit der Tochter des Commodore gesoffen und dabei die Orientierung verloren. Am Ende haben sie sich bestimmt ein Alibi für die Zeit verschafft, in der diese grottige Geschichte entstand. :smoke:
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon Oceanic » So, 30.12.2012 17:46


Das klingt plausibel :D
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon Tommy Brown » Mo, 02.09.2013 23:43


2/5 (versehentlich mit 3/5 bewertet, vielleicht könnte das freundlicherweise ein Admin korrigieren?)

Nachdem - für mich - schwachen "Waffen des Bösen", habe ich mir am Sonntag Abend noch "Der alte Mann und der Tod" von SuperRTL aufgezeichnet und soeben geschaut. Eigentlich gucke ich Columbo nicht gerne auf SuperRTL, wegen der massiven Werbeunterbrechnungen dort, aber "Waffen des Bösen" von RTLnitro hatte mich am vergangenen Wochenende nicht wirklich befriedigt, columbo-mäßig. Wirklich gelohnt hat sich das "Fremdgehen" mit Super RTL aber nicht, denn auch "Der alte Mann und der Tod" hat sich leider als eher schwache Episode herausgestellt.

Ich weiß gar nicht, was ich besser beurteilen soll, unter'm Strich ist aber "Waffen des Bösen" wohl noch ein Quentchen besser.

Was mir bei "Der alte Mann und der Tod" nicht gefällt, ist der vermeintliche Mörder Robert Vaughn (der war in "Traumschiff des Todes" besser), allgemein der Plot (langweilig) und was mich auch stört, ist das Team um Columbo herum, weil mir nicht einleuchtet, wozu diese Leute benötigt werden, in dem Fall? Mich haben die eher genervt. Der Beweis ist ein Witz! Keine Spannung, keine Gags und auch Falk wirkt auf mich in dieser Folge wenig motiviert.
LG, Tommy
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon crocodile » Fr, 18.09.2015 09:15


crocodile hat geschrieben:So nun durfte auch ich diese Folge endlich einmal bewundern. Der erste Eindruck ist mies, da sie sich total die Länge zieht und wirklich wenig "Columbo-Feeling" aufkommt. Bleibt man bei all den anderen Episoden gespannt an der Bildröhre kleben, hofft man hier irgendwie auf die Erlösung.

Die Überführung des Täters haut einem überhaupt nicht vom Hocker, der Beweis mit der Uhr ist alles andere als wasserdicht. Wenn es wenigstens noch 2-3 stichhaltige Indizien gegeben hätte...

Nein, das Finish mit den Verdächtigen ist genau wie die gesamte Story nur eines, und zwar verdammt zäh! Dazu Columbo's Kollegen, die reichlich deplaziert wirken und wenig erhellendes beitragen.

Natürlich muss ein Columbo nicht immer von A-Z nach ein und dem selben Muster verlaufen. Ich konnte mich sogar mit "Bluthochzeit" arrangieren. Aber hier bleibt nahezu alles in Ansätzen stecken, auch der Humor. Es gibt ein paar nette Szenen, in des Inspektor's überfüllten Wagen oder bei der meditierenden Lisa, aber die gehören sicherlich auch nicht zu den Glanzpunkten der Columbo-Reihe.

Nun gut, ich möchte diese Episode noch nicht abschließend bewerten. Wahrscheinlich muss man sie mehrmals sehen um ein wirkliches Fazit ziehen zu können. Nach dem ersten Eindruck rangiert "Der alte Mann und der Tod" deutlich auf dem letzten Rang meiner persönlichen Hitliste.


Knapp 4 Jahre später kann ich die Bewertung dann abschließen. Will gar nicht mehr allzu viel hinzufügen. "Der alte Mann und der Tod" ist für mich der schwächste Columbo, eine Aneinanderreihung von langweiligen Szenen, zäh wie Kaugummi. Schade, aber dafür reißen es (fast) alle anderen Episoden wieder raus. :wink:

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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon VolkeR. » Mo, 05.10.2015 21:46


Für mich ist sie auch die schwächste Folge.

Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, hat sich Patrick McGoohan mit dieser Regiearbeit keinen gefallen getan, obwohl ich ihn ansonsten sehr schätze (sowohl als Schauspieler, als auch als Regisseur). Aber dieser nervige Müll ist in meinen Augen einfach unverfilmbar!
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon smeagol » Do, 20.09.2018 15:39


Ja, die Yawl mit dem Besanmast, wo das Klüver dran hängt.. ganz schön tief, das Ding, nicht wahr? Und da kommt dann vorne die Selbststeuerfahne ran. Also, so etwas Seemannsgarn kann man in dieser Folge ja schon auflesen, und das ist doch immerhin schon was, auch wenn man möglicherweise am schluss etwas ratlos zurückbleibt.
Nun, zu der Folge haben wir ja die Elemente: Sinnlose Gesprächsfetzen, und zwar nicht einer, zwei oder ein paar, sondern fast durchgehend. Nach etwa dem sechsten mal langt man sich an den Kopf.. was ist hier nur los? Die Folge ist zweigeteilt. Erst geht Columbo dem vermeintlichen Täter hinterher und ist sich auch recht sicher in seiner Annahme. Nachdem dieser auch getötet wurde, muss aus einer Menge von möglichen Tätern der richtige herausgefunden werden. Es fallen mir insbesondere zwei besondere Sachen auf: Erstens, die Tat wird dieses mal nicht gezeigt, also auch nicht der Täter. Und zweitens, Die Verhaftung wird nicht gezeigt. Das alles ist doch sehr untypisch für eine Columbo Folge.
Ich habe dann gedacht, dass die Produzenten da sicher mal was Anderes versucht haben, vom bekannten Columbo abweichen. Und weiter habe ich gedacht, dass das Experiment ev. schon nicht als geglückt zu sehen ist, aber dass das doch Profis sind, die nicht einfach einen Schwachsinn produzieren. Ich habe mir dann versucht etwas unter dem Ganzen vorzustellen.
Nehmen wir den ersten Teil. die Tat sehen wir nicht und auch nicht den Täter. Nur den Charles Clay sehen wir, wie er den Tatort aufräumt und die Leiche wegschafft. Eine Finte, denn Clay ist eben nicht der Täter. Man hängt nun als Zuschauer selbst eine halbe Ewigkeit an der Idee.. und ärgert sich, weil Columbos Ermittlungen so harzig sind. Und die Dialoge .. nun lassen wir das. Dieser lange erste Teil, der ist ja tatsächlich hinziehend. Ich glaube, man wollte da ein anderes Stilmittel einbringen. Spannung kann ja erzeugt werden, indem ein Handlungsstrang abgespielt wird, mit Wendungen etc. Das ist die meistens verwendete Form und wird auch bei Columbo in allen anderen Folgen verwendet. Spannung kann aber auch eingestellt werden, wenn sich die Stimmung und Handlung über die Zeit entwickelt. Dabei ist dann kein grosser Handlungsstrang mehr erforderlich. Ich könnte mir vorstellen, dass man genau das hier versucht hat. Freilich mit eher nicht so grossem Erfolg, einerseits kann die Geschichte einfach nicht wachsen und was schlimmer ist, das funktioniert natürlich nicht wirklich, wenn man mittendrin plötzlich alles kippt. Von da her ist eigentlich mein Tipp: Anfangsphase anschauen und dann so bis zum zweiten Mord vorgehen, man verpasst kaum was.

Der zweite Teil ist nun anders und wieder atypisch für Columbo. Wir haben nicht mehr einen klaren Täter sondern es geht darum, aus der Sippe den Täter zu finden. Und vor Allem das Ganze zu entwirren. Das macht nun tatsächlich den Eindruck einer Agathe Christie Story. Aber ich gehe noch einen Schritt weiter. Es gibt einen entscheidenden Satz von Anwalt Kittering: "Was sie doch sagen möchten, Columbo, ist, dass hier jeder der Täter ist". Und Columbo: "Ja richtig, das meine ich". Das ist es, es geht nicht nur um eine Christie Geschichte, es geht hier doch explizit um das "Mord im Orientexpress" Motiv. Columbo versammelt die gesamte Sippe wie Poirot alle Verdächtigen im Zug und erläutert ellenlang die verschiedenen Punkte. Und nun wichtig: Dass alle hier Mitverantwortliche sind, das ist Columbos Ermittlung und Schlussfolgerung. Columbo macht dann seine Aufgabe fertig. Die Uhr des Commodore wird geflickt an die Ohren der Personen gehalten und Columbo orakelt dann den Täter an deren Reaktion. Das ist natürlich Mumpitz aus solchen Aussagen so was zu schliessen. Übrigens glaube ich sogar, dass da in der deutschen Fassung ein klarer Fehler drin ist: Wayne sagt meiner Meinung nach deutlich: "So laut?". Erst in der Nachbesprechung sagt er: "ich glaube ich sagte: na und?". Wenn er "So laut?" antwortet, so wäre er doch nach Columbos Auffassung genauso der Täter, da er erstaunt ist, dass die Uhr wieder tickt. Offenbar hatte da selbst die Crew nicht mehr die Übersicht..
Um zu der Orientexpress Thematik zurückzukehren: Für Columbo sind alle, ausser natürlich Lisa, Mittäter. Genauso wie Poirot, hat auch er nebst seiner stimmigen, auch eine zweite Auflösung parat, nämlich mit Swanny. Und genau wie Poirot macht sich auch Columbo nicht die Arbeit, darüber zu entscheiden, was davon nun richtig ist. Das überlässt er nämlich seinem Helfer Mac, der Symbolträchtig mit einem eigenen Columbo-Mantel daher kommt während Columbo im Ruderboot entflieht. Und darum sehen wir hier auch keine Verhaftung.

Ich denke, diese Folge ist nicht nur anders aufgebaut, diese Folge muss man als Zuschauer auch anders betrachten, damit sie Spass machen kann. Meine Beurteilung kommt auch zweigeteilt: Der erste Teil ist für mich ein Experiment, das leider nicht wirklich geglückt ist und würde ich mit knapp zwei Punkten bewerten. Den zweiten Teil finde ich unter diesem Aspekt durchaus interessant. Auch gefallen mir da die Interaktionen und Darstellung der Personen viel besser, was ich mit 4 Punkten bewerten würde. Zusammengefügt gebe ich daher drei Punkte, welche ich durchaus verdient finde.
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Re: Bewertet: "Der alte Mann und der Tod"

Beitragvon Patrick_B » Mi, 17.04.2019 21:18


Hier haben wir wieder einen der besten Columbos. Hier stimmt einfach alles, ein fantastischer Mord, geschliffene Dialogen, tolle schauspielerische Leistungen, mehrdimensionale Charaktere - und alles angereichert mit dem besten Humor, den TV zu bieten hat. Am Ende brilliert Columbo mit einer logischen und spektakulären Auflösung, 6/5 Punkte.

Nein, mal im Ernst, die Prämisse dieses Films ist vielversprechend: er startet wie ein typischer Columbo, aber fährt später mit einem Twist auf: der vermeintliche Täter stirbt selbst und es wird zu einem klassischen whodunnit. Nur leider ist die Umsetzung ein unerträglicher Haufen Kot. Der ersten Teil des Films verbringen wie hauptsächlich damit, dem Idiotentrio beim Herumstümpern zuzuschauen und uns sinnloses Gelaber ohne jede Relevanz mit dem Hauptverdächtigen anzuhören.

Nach dem Tod Clays geht es ganz schnell zu einer zwanzigminütigen Runde, in der sämtliche unglaubwürdigen Abziehbilder - Verzeihung, die erweiterte Familie - sich versammeln und sich die neuesten Erkenntnisse des Idiotentrios anhören. Dann folgt die dumme, unlogische, konstruierte Auflösung und fertig. Ich habe grundsätzlich nichts gegen einen Genrewechsel einzuwenden, aber dann muss das Ergebnis kompetent gemacht sein.

Ich könnte echt noch ins Detail gehen, was an diesem Film nicht funktioniert. Aber ehrlich, ich habe schon genug Zeit mit diesem Müll verschwendet.
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