Bewertet: "Schleichendes Gift"

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15
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon columbo93 » Mi, 28.04.2010 18:52


Topi hat geschrieben:
zimtspinne hat geschrieben:flirten tu ich doch gar nicht :oops:


Schade!

Grüße
Topi


:-)) :wink:
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon martha » Mi, 28.04.2010 20:32


Lydia ist doch die typische "nicht ermordete Mörder-Gattin", die wir ja aus vielen Folgen kennen: leicht naiv, devot und ohne Charisma.
So einen Typus haben wir doch auch in "Playback", "Etude in Schwarz" oder "Todessymphonie".
Recht selbstbewusste Schurken-Gattinnen wie Mrs.Danzinger auf dem "Traumschiff" erleben wir ja selten.
Ist für mich aber auch nicht weiter relevant, da mich in erster Linie das "Columbo-Mörder"-Spiel interessiert, und das ist bei "Schleichendes Gift" nicht überragend, aber doch ordentlich.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon Topi » Mi, 28.04.2010 21:04


martha hat geschrieben:Lydia ist doch die typische "nicht ermordete Mörder-Gattin", die wir ja aus vielen Folgen kennen: leicht naiv, devot und ohne Charisma.
So einen Typus haben wir doch auch in "Playback", "Etude in Schwarz" oder "Todessymphonie".
Recht selbstbewusste Schurken-Gattinnen wie Mrs.Danzinger auf dem "Traumschiff" erleben wir ja selten.
Ist für mich aber auch nicht weiter relevant, da mich in erster Linie das "Columbo-Mörder"-Spiel interessiert, und das ist bei "Schleichendes Gift" nicht überragend, aber doch ordentlich.


Ja, nein, nicht ganz.

die blonde Gattin in "Etude in schwarz" läuft rum, bewundert, liebt, spielt Tennis. Eine hübsche Nebenfigur. (Der charismatische Drachen wird erwürgt.)
In "Schleichendes Gift" gerät die Nebenfigur aber in den Mittelpunkt des Geschehens, weil ihr der Mord angehängt werden soll.
Man kann nicht an ihr vorbeigucken.
ich wäre ja schon zufrieden, wenn sie als Häuflein Elend beginnen und dann, im Laufe der Handlung, emanzipatorische Tendenzen zeigen würde: "Nein Papi. Ich bin nicht müde..."

Die Lady in Playback tat das: Ich werde die Geschäftsführung übernehmen....

Grüße
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon martha » Mi, 28.04.2010 22:19


Topi hat geschrieben:Die Lady in Playback tat das: Ich werde die Geschäftsführung übernehmen....


Na ja, aber van Wyck sagt nur knapp "Keine weitere Diskussion", und damit ist dann auch der kurze Aufstand der holden Weiblichkeit erfolgreich niedergeschmettert.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon zimtspinne » Mi, 28.04.2010 22:46


Von Rebellion war da nicht wirklich was zu merken, sie klopfte zaghaft an, wurde schroff abgewiesen und das war es dann.

Die Todessymphonie-Ehefrau war wieder ein anderer Typ, nicht unterwürfig, ihr war einfach alles egal.

Ich versteh aber, was Topi meinte... man wartete und wartete, dass sie mal aus ihrer Lethargie aufwacht, meinetwegen auch losheult, hauptsache, irgendwas. Selbst zum Schluss machte sie nicht viel anderes als vor sich hin zu schauen.

Kein Wunder, dass ich die resolute Schönheitsfarmerin mag, die bringt wenigstens Schwung in die Bude :wink:
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon Topi » Do, 29.04.2010 00:25


martha hat geschrieben:
Topi hat geschrieben:Die Lady in Playback tat das: Ich werde die Geschäftsführung übernehmen....


Na ja, aber van Wyck sagt nur knapp "Keine weitere Diskussion", und damit ist dann auch der kurze Aufstand der holden Weiblichkeit erfolgreich niedergeschmettert.


Ich sprach ja auch von einer "Tendenz" zur Emanzipation....

...und der Typ war doch ein psycho....

nicht zu vergessen , das Ende.
Er fleht sie um ein falsches Alibi an und sie sagt eiskalt...!""Nein!""

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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon sagittarius » Do, 29.04.2010 13:10


Da hat ein Mann eine Geliebte, deren Ehemann ist Zahnarzt, zu diesem Zahnarzt geht der Mann, und der Zahnarzt weiß über das Verhältnis bescheid. Das muss doch böse enden!

Für den Prominentenzahnarzt Wesley Corman ist die Lage ernst: Seine Frau will sich scheiden lassen, sein Schwiegervater hält nichts von ihm und verlangt obendrein eine große Menge Geld zurück. Er tötet den Nebenbuhler und stellt den Mord so dar, dass seine Frau in Verdacht geraten muss. Scheinbar selbstlos hilft er ihr, nachdem sie in Bedrängnis gerät. Der neuerliche Dank des Schwiegervaters ist ihm gewiss.

Aber menschliches Handeln ist fehlerbehaftet. Er schüttet in ein Glas viel zu große Mengen eines Herzmittels, welches seine Frau benötigt. Da der Tote erwiesenermaßen zwei Gläser getrunken hat, die Menge aber ausreicht, um nach einem Glas zu sterben, hätte er das zweite Glas nicht mehr trinken können. Folgerung: Im Glas war kein Herzmittel, es wurde später, als das Opfer schon tot war, hinein getan.
Die Streichholzschachtel mit dem Namen Corman soll zu ihn und seiner Frau führen. Das tut sie auch, aber dummerweise besitzt Mr. Evans ein Feuerzeug.

Manchmal ist fehlerhaftes Handeln unvermeidbar. Das Auto, welches den Hang runterstürzte, befindet sich im Leerlauf. Corman legt so eine Spur zu sich selbst. Columbo kommt ins Grübeln: Warum stellt Corman den Gang auf Leerlauf, wenn er seine Frau doch nur schützen will? Hätte Corman einen Gang eingelegt, hätte die Polizei einen normalen Unfall angenommen. Cormans 2. Teil seines Plans, seine Frau zu belasten, wäre dann nicht aufgegangen.

Warum hat Weslay Corman überhaupt Probleme? Als Prominentenzahnarzt hat er doch einen tollen Job.
Was hätte Corman getan, wäre Adam Evans nicht sein Patient gewesen?

Bei diesem im Jahr 1990 gedrehten Film sagt Columbo, er sei 22 Jahre im Dienst. Das passt gut zum Jahr 1968.
Columbo ist sehr rücksichtsvoll: Er flüstert in der Praxis von Dr. Corman, um die anwesenden Patienten nicht damit zu erschrecken, dass er Polizist ist. Sie leiden ja ohnehin schon genug.
Ein schöner Anblick: Columbo beim Zahnarzt.

Negative Punkte: Wesley Corman hat wenig Profil. Die Auflösung ist schwach. Er hätte noch warten können, anstatt zu früh zu gestehen. Aber verloren hat Corman ja ohnehin schon, da sein Schwiegervater ihn durchschaut hat, sein Plan ist längst gescheitert.
Ich gebe dem Columbo 4 Punkte.
"So was wie den perfekten Mord gibt es nicht. Das ist nur eine Illusion."
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RE: RE:

Beitragvon columbo93 » Do, 29.04.2010 16:56


Stimmt, die Ehefrau in "Todessymphonie" , der war echt alles egal... :twisted:
eine kaufsüchtige !
und als ihr mann , um den ganzen schrott zu bezahlen geld veruntreut , kommt ihm einer auf die schliche, der dann von ihm getötet wird,
und so kann dank der kaufsucht der ehefrau auch am ende der mann nicht "ins bett" kommen...

sowieso tat mir oliver brandt leid, da seine frau echt gar nix ! kapiert hat,
sie wirkte teils ja geistig zurückgeblieben, als ob sie in einer anderen welt leben würde..
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon Doc Brown » Do, 28.07.2011 18:15


Ich gebe 5 Punkte – weil in dieser Folge bis 5 Minuten vor Schluss wirklich ALLES richtig gemacht wird.

Der zeitversetzte Mord ist von Corman sehr clever ausgetüftelt und zwar so gut, dass er fast sowohl den Liebhaber seiner Frau umbringt als auch seine Noch-Ehefrau hinter Gitter bringt. Außerdem hat Corman mehrere Optionen: Ermittelt die Polizei schlampig und stempelt den Tod von Adam Evans als Unfall ab, dann ist er zumindest den Liebhaber los und hat wieder den Zuspruch des Schwiegervaters und der Ehefrau. Kommt die Polizei dahinter, dass es kein Unfall war, kann er alles seiner Frau anhängen. Nicht schön, aber sehr clever und kreativ von Corman.

Neben den für Corman unschädlichen Fehlern wie der falschen Gangstellung des Wagens und den ungenutzten Streichhölzern in der Hemdtasche von Evans macht Corman aber noch weitere Fehler, die Columbo schließlich auf die richtige Spur führen.
Evans hat einen Parkschein bei sich, der Columbo vermuten lässt, dass Evans an seinem Todestag doch bei Corman in der Praxis war. Außerdem ist die Dosis des Giftes zu hoch. Evans hätte unmöglich zwei Gläser trinken können, es muss also jemand das Gift nachträglich in den Mixer gekippt haben. Die Ermittlungsarbeit von Columbo ist toll anzusehen. :such:

Der Mörder Wes Corman passt für mich in der Rolle des schmierigen, arroganten Zahnarztes, der mehr Schein als Sein darstellt. Klar gibt es charismatischere oder eloquentere Mörder oder Mörder mit besserer, tieferer Charakterzeichnung. Aber die Figur Corman geht für mich in Ordnung. Ich denke, Corman hat einfach nicht viel mehr zu bieten.

Richtig witzig ist die Episode auch noch. Alleine schon der erste Auftritt Columbos ist herrlich. Er gerät in einen Stau und versucht verzweifelt sein Blaulicht anzuschließen: Hektische Suche nach dem Blaulicht, fragender Blick auf das Blaulicht, erneutes Kramen und dann der ungläubige Blick auf die Bedienungsanleitung und das verzweifelte Kratzen am Kopf. Herrlich. Dazu noch die Kommentare des Fahrers hinter Columbo („Ja, ja sie sind Polizist und ich bin Arnold Schwarzenegger“; Columbo: „Angenehm!“). :lol:
Oder auch als Columbo Corman erzählt, dass ein Cousin seiner Frau sich immer gesund ernährt hat, weder geraucht noch getrunken hat und obendrein regelmäßig Sport getrieben hat: „Doch plötzlich auf der Straße, zack, da war es dann aus mit ihm.“ „Ein Herzschlag?“ „Nein, er wurde von einem Bäckerwagen überfahren!“. :D

Wie oben schon erwähnt, habe ich an den ersten 85 Minuten nichts zu kritisieren. Ich finde noch nicht mal ein Haar in der Suppe. Leider ist aber die Überführung dann doch etwas schwach. Auch wenn Corman in Chemie schlecht war, ist es schon äußert fraglich, warum er sich von Columbo so überfahren lässt. Noch eine Szene vorher war er so herrlich arrogant, weil Columbo ihn als Täter vermutet, aber keinen Beweis hat. Kurze Zeit später knickt er dann wie ein kleines Kind ruck zuck ein und gibt alles zu, noch bevor der Zahn gezogen wird. Das ist sehr ärgerlich. :? Mit einer besseren Überführung wäre dies die perfekte Episode geworden.

Fazit: Trotz der schwachen Überführung gibt es von mir 5 Punkte, weil alles andere überragend ist. Da sehe ich mal großzügig über diese dilettantische Überführung hinweg.
Döp döp döp de de döp döp döp
(H.P. Baxxter)
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon JustOneThing » Do, 24.11.2011 22:48


Also auf so eine Idee muss man erstmal kommen!
Das Gift unter einer Zahnbrücke oder einer Zahnfüllung zu "deponieren", damit es im richtigen Zeitpunkt, also dann wenn der Täter ein perfektes Alibi hat, zur Wirkung kommt.
Und dann noch das Herzmittel der Geliebten des Opfers als "Gift" zu nehmen, die dadurch gleich noch günstigerweise zur Hauptverdächtigen wird.
Allein diese geniale Idee, die Planung und Ausführung des Mordes wäre schon einen kleinen Oscar wert!
Die Episode "Schleichendes Gift" gehört deshalb für mich zu einer der Folgen mit dem am originellsten ausgeklügelten Mordplan.

Wesley Corman, der Zahnarzt mit Spielsucht und einem Hang zum Lebemann kommt als Columbo´s Gegenpart recht gut an. Es gibt ganz sicher interessantere oder erinnerungswürdige Charaktere mit denen der Inspektor im Laufe seiner Dienstzeit zu tun hatte, aber das Gesamtbild passt und die enorme Überheblichkeit des Mörders lässt einen im Verlaufe des Films immer mehr wünschen, dass er von Columbo endlich die Rote Karte gezeigt bekommen würde.

Ich habe diese Folge mit anständigen vier Punkten bewertet, weil die Überführung am Ende doch etwas dürftig ausfällt. Dem Unterhaltungswert des Films an sich tut das aber keinen Abbruch.
Ich sehe diese Folge immer mal wieder gern, ganz besonders, bevor ich mal wieder einen Termin habe...
...beim Zahnarzt! :-))
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon ChryZ » Mi, 28.12.2011 16:19


Nachdem das Christkind die neunte Staffel gebracht hat, habe ich mir nun diese Folge zu Gemüte geführt. :D

Von mir gibt es 4 Punkte. Die Mordmethode gehört zu einer der besten, die ich in einem Columbo gesehen habe. Die doppelte Absicherung des Mörders ist nahezu genial, auch wenn er natürlich kleinere Fehler macht (sonst gibt es ja auch keine Auflösung :wink: ). Schön ist zudem, dass die Folge keine Längen hat. Abzüge gibt es allerdings für den Mörder, der mir nicht wirklich zusagt. Da gab es bei Columbo schon bedeutend bessere!
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon crocodile » Sa, 17.03.2012 11:44


Columbo wie ein kleines häufchen Elend auf dem Zahnarzstuhl, da muss ich immer sofort an mich denken, bin da genauso zimperlich. :)

Die Episode steht natürlich ganz im Zeichen der raffinierten Mordmethode. Alles clever geplant vom Promi-Zahnarzt Corman, der den Liebhaber der Frau ausschalten und die Noch-Ehegattin hinter Gittern bzw. in eine psychiatrische Klinik bringen lassen will, um seine eigene Position nicht zu verlieren. Diese Nuß zu knacken stellt sich für unseren Inspektor als ziemlich schwer heraus.

Ein großer Pluspunkt ist der fortlaufende Unterhaltungswert dieser Episode. Über die volle Spielzeit kommen keine Längen auf, es bleibt bis zum Finale äußerst spannend. Columbo's Indiziensuche ist ebenfalls sehr gut und nachvollziehbar, zum Beispiel das der Mörder das Gift nachträglich ins Glas getan haben muss, oder das die Zündhölzer im Hemd des Opfers keinen Sinn ergeben. Den Mord selbst kann Columbo zwar theoretisch herleiten, aber im Endeffekt nicht beweisen und muss zu einem Trick greifen.

Über das Finale kann man sicherlich streiten. Corman lässt sich von Columbo recht simpel überrumpeln. Aber in Anwesenheit von Schwiegervaters Horace, der den Inspektor unterstützend unter die Arme greift, kann ich schon irgendwo nachvollziehen das Corman die Nerven verliert. Ich sehe die Überführung nicht als großen Schwachpunkt.

Corman ist skrupellos und ein Spieler, der Schulden anhäuft, aber auch selbst hintergangen wird. James Read füllt diesen Charakter recht überzeugend aus, ich denke die Besetzung ist keinen Kritikpunkt wert. Natürlich ist das Columbo-Mörder Spiel nicht so ausgeprägt wie in anderen Episoden.

Ein paar schöne Lacher mit dem Inspektor gibt es natürlich auch. Wie er zum Beispiel vom defekten Kaffeeautomat "flüchtet" gefällt mir immer besonders gut. Das Gesicht dazu ist einfach herrlich.

Insgesamt eine wirklich stimmige Episode, die für mich keine großen Schwächen bietet und immer unterhaltsam daher kommt. 5 Punkte!
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon Tiktaalik » Di, 25.09.2012 18:48


Wesley Corman hat zwei Probleme: Sein Schwiegervater droht damit, ihm den Geldhahn zuzudrehen und seine Frau will sich von ihm scheiden lassen. Diese beiden Probleme will er damit lösen, indem er seinen Nebenbuhler umbringt und obendrein seiner Frau die Tat anhängt. Dies macht er nicht "einfach", indem er die Spuren zu seiner Frau legt, sondern er legt sie so, dass seine Frau die Tat mittels eines Unfalls vertuschen wollte. Desweiteren wirft er sich als Ehemann beherzt vor seine Frau, als sie in Mordverdacht gerät, und gewinnt so die Gunst seines Stiefvaters zurück. Das ist wirklich perfide und gibt volle
5 Punkte für die Story.

Indizien gibt es hier, dadurch dass Wesley Corman absichtlich seine Frau belasten will, viele: Das Auto, mit der das Opfer Adam Evans angeblich gefahren ist, stand im Leerlauf. Zudem führen Columbo die Streichholzer schnell zur Familie Corman. Dazu befindet sich das Gift im Mixer und im Glas, mit dem Adam Evans ermordet wurde. Columbo findet heraus, dass das Opfer, nachdem es das Gift zu sich genommen hat, nicht mehr mit dem Auto hätte fahren können. Das bedeutet, dass die Leiche transportiert wurde, was Lydia Corman aber alleine gar nicht geschafft hätte. Nicht fingierte Indizien gibt es relativ wenige. Lydia Corman wählte zwar die Nummer der Polizei, wurde aber trotzdem mit ihrem Mann verbunden, was bedeutet, dass das Telefon manipuliert wurde. Der Trick, mit dem der Mörder überführt wird, gefällt mir sehr gut. Die handelnen Personen (Columbo, Horace Sherwin und Dr. Johnson) spielen diese Situation so glaubwürdig, dass Wesley Corman sich als überführt ansehen konnte und den Mord gesteht.

Das CMS gefällt mir sehr gut. Die Szene in der Bar, wo Columbo sich mit Wesley Cormann und David Sherwin trifft, gefällt mir sehr gut. Er erzählt den beiden, dass sein Cousain spielsüchtig ist und ihn seine Frau verlassen hat. Dass beides auf Wesley Corman zuträfe, wenn Adam Evans nicht ermordet worden wäre, ist sicher kein Zufall. Auch gefällt mir, wie er ihm auf die Nerven geht, v. a. auf der Pferderennbahn. Dazu gibt es viele witzige Dialoge zwischen den beiden. Sehr interessant an diesem CMS ist, dass dieses mal nicht nur der Mörder mit Columbo spielt, sondern lange Zeit auch sein Schwiegervater und
dessen Sohn.

Die Leistungen der Schauspieler sind sehr gut. Sowohl Lydia Corman als auch Dr. Johnson, den Prominenten aus der Pokerrunde und Horace Sherwin gebe ich 4 Punkte. David Sherwin sowie Wesley Corman bewerte ich mit "gut". Besonders schade ist die vergleichsweise schwache Leistung von James Read als Wesley Corman. Zwar spielt er die scheinbare Fürsorge für seine Frau Lydia sehr gut, aber insgesamt fehlt dem Mörder ein wenig das Profil. Bei jemanden mit einem so perfiden und komplexen Mordplan hätte ich mir einen fieseren Schurken vorgestellt.

James Read überzeugt mich in seiner Rolle als Mörder nicht und auch die "echten" Indizien sind wegen der cleveren Mordmethode rar gesät. Dank des starken Drehbuchs und der hohen Spannung schafft es "Schleichendes Gift" dennoch auf 4/5 Punkte.
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon MrGrady » Fr, 04.01.2013 19:54


Mordende Ärzte gehören zu meinen Lieblingsschurken bei Columbo. Ihre Methoden sind derart raffiniert, dass der Inspektor alle Register ziehen muss, um die Tat letztlich nachzuweisen. So ist es auch beim Zahnarzt Dr. Corman, der seinen Nebenbuhler bei einer Behandlung vergiftet und den Tod seiner reichen Frau in die Schuhe schieben will.

Der ausgeklügelte Mordplan und die Suche des Inspektors nach den Indizien der zunächst falschen Fährte, haben mich über 90 Minuten gefesselt. Da fühlte ich mich vor allem in puncto Ernsthaftigkeit an die besten Episoden der 1. Ära erinnert. Ein Schwachpunkt sind meiner Meinung nach allerdings die Schauspieler, deren Ausstrahlung eher dürftig ist. Selbst der Mörder ist ein Typ zum Vergessen - wegen ihm werde ich die Folge sicher nicht in Erinnerung behalten. Kritisieren könnte man darüber hinaus die Überführung. Beim ersten Ansehen hat sie mich zwar nicht gestört. Im Nachhinein frage ich mich allerdings, warum hier kein echter Nachweis des Gifts in der Krone inszeniert wurde. Das hätte der Auflösung meines Erachtens noch mehr Gewicht verliehen. Die Columbo-Macher haben sich hier allerdings für die eher humorvolle Variante entschieden.

Genial ist dieses Mal auch der englische Titel. Das leicht abgewandelte Shakespeare-Zitat "Uneasy Lies The Crown" spielt sowohl tatsächlich als auch im übertragenen Sinne auf Mordmethode und Motiv an - herrlich! Der deutsche Name "Schleichendes Gift" ist etwas platter, aber zumindest nicht schlecht.

Ergo: 4 Punkte für eine sehr gute Folge.
Wo Leben herrscht, herrscht Inkonsequenz.
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Re: Bewertet: "Schleichendes Gift"

Beitragvon Devlin » Mo, 08.04.2013 15:59


Eine flotte und gut durchdachte Story, die ich mir hier ansehe.
"Schleichendes Gift" ist in einigen Punkten eine Topfolge. Der Aufbau der Story ist gelungen, die Mordmethode schlichweg genial!

Corman steht das Wasser bis zum Hals, so dass er keinen anderen Ausweg weiss, als die Schwäche seiner Ehefrau auszunutzen und ihren Liebhaber mit einer sehr ausgeklügelten Methode zu ermorden. Mit dem Ziel, dass er vorerst auch erreicht, sich wieder unentbehrlich zu machen und seine finanziellen Felle ihm nicht davon schwimmen.
Die Idee und die Umsetzung, wie auch die Vertuschung der wahren Begebenheiten finde ich sehr gut gemacht.
Das CMS besticht durch gute Dialoge, einen überheblichen und sarkastischen Mörder. Auch der Humor ist gut in das CMS eingebaut.
James Read verkörpert Corman ziemlich gut und ist für mich überzeugender und glaubwürdiger als Ian Buchanan in "Wer zuletzt lacht". Also kann ich hier für die Mörderrolle einiges abgewinnen. Die weiteren Rollen sind allerdings eher schwach besetzt.
Ausser vielleicht die, von Cormans Frau Lydia. Sie bringt in manchen Szenen die labile Persönlichkeit ziemlich gut rüber.
Columbo verbraucht viel Zeit um der Fährte die Corman gesetzt hat nachzugehen, obwohl der Zuschauer weiss wie es wirklich ist. Das bringt zwar interessante Ermittlungsdetails aber auch eine gewisse Länge in den Film.
Der psychologische Aspekt ist noch interessant. Da Columbo viel Zeit mit Wesley verbringt erfährt er mehr über sein Innenleben.
Die kleinen Anregungen, wie die Kapseln die sich verzögert auflösen bringen Columbo auf die richtige Spur. Die Indizien gegen Corman sind eher dünn, die Überführung ist an sich nicht wirklich stichhaltig. Ich finde den Trick, den Columbo anwendet aber durchaus gelungen.
Insgesamt eine sehr gute Folge, die mit einem sehr guten Mord und einem gelungenen Humor auftritt. Die Ermittlungen und die Indizien sowie das CMS sind gut.
4 Punkte
So weit ____ und nicht weiter!
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