Bewertet: "Mord nach Takten"

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Wie bewertet ihr "Mord nach Takten"?

1/5 schlecht
5
9%
2/5 passabel / "na ja"
12
21%
3/5 gut
12
21%
4/5 sehr gut
11
20%
5/5 überragend / ausgezeichnet
16
29%
 
Abstimmungen insgesamt : 56

Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon martha » Di, 10.11.2009 01:12


Leo123 hat geschrieben: Columbo hingegen ist etwas kindisch und albern.


Im Grunde sind das die Schlüsselwörter, an denen ich auch irgendwie nicht vorbeikomme.
Ich bin ja jetzt auch nicht so unflexibel, als dass ich nicht auch mal an meinen eigenen Ansprüchen beim Betrachten eines "Columbo" rumschrauben würde.
Andererseits bin ich aber auch nicht gewillt, mich auf eine Folge einzulassen, die mich am Ende dann so gänzlich unbefriedigt zurücklässt.
Gewisse Konstanten müssen einfach gewahrt bleiben:eine für einen Kriminalfall angemessene ernsthafte Grundatmosphäre, recht straffe Erzählweise, interessante Dialoge, gelungene Indizien und eine überraschende Überführung des Täters.
Und da müsste ich schon 'ne extrem aufwendige Suchaktion in die Wege leiten, um diese Punkte im "Mord nach Takten" zu finden.

Streckenweise hat mich die Folge an frühe Kindergeburtstage erinnert: Da wurde auch zunächst kräftig gesungen, danach gab's bei guter Witterung im Garten Sackhüpfen und gegen Abend wurde noch 'ne Runde "Stadt-Land-Fluss" gespielt.
Gut, statt Sackhüpfen gibt es bei diesem Mordfall Autoschleichen, mit dem man in der Kategorie "aufreizende Lahmarschigkeit" wohl sämtliche Preise abgeräumt hätte.
Und "Stadt-Land-Fluss" wird hier ersetzt durch ein minder heiteres Filmtitelraten("Der Fisch...der Fisch...der Film mit dem Fisch!!!")
Warum wurde eigentlich keine Musik zum Film "Ein Käfig voller Narren" gespielt?
Hätte gut zu diesem "Columbo" gepasst.

Der Mörder "Catweazle" Crawford sieht natürlich schon von der Optik so aus, wie man sich einen Künstler vorstellt:lange Mähne, ziemlich zauselig, so als wollte er auch noch den Titel "König der Löwen" für sich beanspruchen.
Alles in allem ist Crawford aber keine große Herausforderung für Columbo.
Viel Zeit, um über den Kriminalfall zu reden, wenden die beiden ja ohnehin nicht auf.
Columbo ergeht sich ausufernd in Belanglosigkeiten. Crawford spielt eifrig mit und albert selbst nach seiner Verhaftung noch weiter.
Der kriminalistische Rahmen ist dann von der Ernsthaftigkeit auch nicht ertragreicher, als wenn "Dick und Doof" Räuber und Gendarm spielen.
Ach ja, und der Sergeant-Darsteller wurde wohl in erster Linie daraufhin gecastet, dass er zu Columbos Zoo-Scherz über die Walrosse passt.

Nee, schade. Die Folge war einfach nichts für mich.
Die überbordende Fröhlichkeit hat mich genervt, das Finale hat mir dann endgültig den Rest gegeben.
Was Columbo da auf dem Dach als Überführung anbietet mag zwar durchweg logisch sein, liefert aber absolut nix, was man nicht schon vorher wusste.
Kein Überraschungs-Kick. Nix. Enttäuschend.
Much Ado About Nothing! :(
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon Leo123 » Di, 10.11.2009 01:39


columbo93 hat geschrieben:


die hinweise waren das geräusch des aufzugs, wodurch crawfors alibi platzte

gabriels tackstock, der in den schacht viel ( beweis, dass der aufzug gabriel vom dach geworfen hat!)

die gestohlenen akten, der schlüßel :arrow: motiv

da er vorher betäubt worden ist ( augenzeugen paar, wunde am arm) und so den aufzug nicht hören konnte, d.h crawford musste gar nicht persönlich anwesend sein um gabriel zu ermorden, hat ihn betäubt, aufzug losgeschickt.

und die liebesnoten , als beispiel, dass crawford eine liebe zerstört hat und der taktstock ein wichtiger beweis, sowi die rekonstruirte mordnacht, die schuhe und so weiter war :D



und zudem betaübungsmittel und dem nachweis; columbo kam erst gegen ende der folge ( filmisch ca, 3 wochen) auf die idee der betäubung des opfers, vielleicht war außer der rarmwunde, wo etwas war, gar nichts mehr nachzuweisen, dennoch muss man in einer folge alles so nehmen, wie es ist

ich fand die auflösung zum beispiel gelungen


Das habe ich schon verstanden! An Theorien und Hinweisen mangelt es fürwahr nicht. Das Problem ist nur, daß man es unumstößlich gerade dem Täter beweisen muß. Allein Motiv und Möglichkeit, die Tat zu begehen, reichen vor Gericht nicht.
Wenn eben das Betäubungsmittel nicht mehr nachzuweisen war, tja, dann ist das Glück für den Täter, führt aber nach rechtsstaatlichen Grundsätzen zum Freispruch. Klar muss man in der Folge alles so nehmen wie es ist, aber wir sind ja hier im Bewertungsthread. Und im Unterschied zur Realität kann man im Film ja alles gestalten, daß was Vernünftiges dabei rauskommt. Und genau das ist mE. in dieser Episode zu kurz gekommen!
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon Leo123 » Di, 10.11.2009 01:45


martha hat geschrieben:
Im Grunde sind das die Schlüsselwörter, an denen ich auch irgendwie nicht vorbeikomme.
Ich bin ja jetzt auch nicht so unflexibel, als dass ich nicht auch mal an meinen eigenen Ansprüchen beim Betrachten eines "Columbo" rumschrauben würde.
Andererseits bin ich aber auch nicht gewillt, mich auf eine Folge einzulassen, die mich am Ende dann so gänzlich unbefriedigt zurücklässt.
Gewisse Konstanten müssen einfach gewahrt bleiben:eine für einen Kriminalfall angemessene ernsthafte Grundatmosphäre, recht straffe Erzählweise, interessante Dialoge, gelungene Indizien und eine überraschende Überführung des Täters.
Und da müsste ich schon 'ne extrem aufwendige Suchaktion in die Wege leiten, um diese Punkte im "Mord nach Takten" zu finden.

Streckenweise hat mich die Folge an frühe Kindergeburtstage erinnert: Da wurde auch zunächst kräftig gesungen, danach gab's bei guter Witterung im Garten Sackhüpfen und gegen Abend wurde noch 'ne Runde "Stadt-Land-Fluss" gespielt.
Gut, statt Sackhüpfen gibt es bei diesem Mordfall Autoschleichen, mit dem man in der Kategorie "aufreizende Lahmarschigkeit" wohl sämtliche Preise abgeräumt hätte.
Und "Stadt-Land-Fluss" wird hier ersetzt durch ein minder heiteres Filmtitelraten("Der Fisch...der Fisch...der Film mit dem Fisch!!!")
Warum wurde eigentlich keine Musik zum Film "Ein Käfig voller Narren" gespielt?
Hätte gut zu diesem "Columbo" gepasst.

Der Mörder "Catweazle" Crawford sieht natürlich schon von der Optik so aus, wie man sich einen Künstler vorstellt:lange Mähne, ziemlich zauselig, so als wollte er auch noch den Titel "König der Löwen" für sich beanspruchen.
Alles in allem ist Crawford aber keine große Herausforderung für Columbo.
Viel Zeit, um über den Kriminalfall zu reden, wenden die beiden ja ohnehin nicht auf.
Columbo ergeht sich ausufernd in Belanglosigkeiten. Crawford spielt eifrig mit und albert selbst nach seiner Verhaftung noch weiter.
Der kriminalistische Rahmen ist dann von der Ernsthaftigkeit auch nicht ertragreicher, als wenn "Dick und Doof" Räuber und Gendarm spielen.
Ach ja, und der Sergeant-Darsteller wurde wohl in erster Linie daraufhin gecastet, dass er zu Columbos Zoo-Scherz über die Walrosse passt.

Nee, schade. Die Folge war einfach nichts für mich.
Die überbordende Fröhlichkeit hat mich genervt, das Finale hat mir dann endgültig den Rest gegeben.
Was Columbo da auf dem Dach als Überführung anbietet mag zwar durchweg logisch sein, liefert aber absolut nix, was man nicht schon vorher wusste.
Kein Überraschungs-Kick. Nix. Enttäuschend.
Much Ado About Nothing! :(

Treffende Analyse! Und amüsant beschrieben! Köstlich! Totally agree with that! Wenngleich Crawford für meinen Geschmack doch recht authentisch rüberkam Leo :klatsch: :klatsch:
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon columbo93 » Di, 10.11.2009 15:16


Leo123 hat geschrieben:
columbo93 hat geschrieben:


die hinweise waren das geräusch des aufzugs, wodurch crawfors alibi platzte

gabriels tackstock, der in den schacht viel ( beweis, dass der aufzug gabriel vom dach geworfen hat!)

die gestohlenen akten, der schlüßel :arrow: motiv

da er vorher betäubt worden ist ( augenzeugen paar, wunde am arm) und so den aufzug nicht hören konnte, d.h crawford musste gar nicht persönlich anwesend sein um gabriel zu ermorden, hat ihn betäubt, aufzug losgeschickt.

und die liebesnoten , als beispiel, dass crawford eine liebe zerstört hat und der taktstock ein wichtiger beweis, sowi die rekonstruirte mordnacht, die schuhe und so weiter war :D



und zudem betaübungsmittel und dem nachweis; columbo kam erst gegen ende der folge ( filmisch ca, 3 wochen) auf die idee der betäubung des opfers, vielleicht war außer der rarmwunde, wo etwas war, gar nichts mehr nachzuweisen, dennoch muss man in einer folge alles so nehmen, wie es ist

ich fand die auflösung zum beispiel gelungen


Das habe ich schon verstanden! An Theorien und Hinweisen mangelt es fürwahr nicht. Das Problem ist nur, daß man es unumstößlich gerade dem Täter beweisen muß. Allein Motiv und Möglichkeit, die Tat zu begehen, reichen vor Gericht nicht.
Wenn eben das Betäubungsmittel nicht mehr nachzuweisen war, tja, dann ist das Glück für den Täter, führt aber nach rechtsstaatlichen Grundsätzen zum Freispruch. Klar muss man in der Folge alles so nehmen wie es ist, aber wir sind ja hier im Bewertungsthread. Und im Unterschied zur Realität kann man im Film ja alles gestalten, daß was Vernünftiges dabei rauskommt. Und genau das ist mE. in dieser Episode zu kurz gekommen!

jeder betrachtet die episode halt anders, zudem vieles in columbo-folgen nicht bestand hat, leider.

denn meisten lässt columbo nur das alibi platzen oder bei der erste und der letzte mord; wird nur bewiesen dass anders gelogen hat und schonmal in bud clarks haus war!

bei schleichendes gift, mord mit der linken hand wird mit tricks gearbeitet, keine beweise, jeder richter würd darüber lachen !

columbo ist halt columbo, auf columbo muss man sich einlassen, auch wenns teilw. schwer fällt, glaub ich, oder?
"Meine Frau hat einmal 80 Dollar für eine Fußbank geboten, der auf Kaffeedosen stand. Können Sie sich das vorstellen?"
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon andy_vip » Sa, 14.11.2009 03:42


Also zunächst mal folgendes: Geile Folge - großes Kino - tolles Spiel mit der Hintergrundmusik!

Rafiniertes Alibi, viele Indizien und das was an Spannung fehlt wird durch klasse Humor wieder weg gemacht (das einzigste was ein bisschen langatmig war, war das ausgegangene Benzin bei der Heimfahrt - wo war da eigentlich der Sinn?)

Ich hab mich köstlich amüsiert - genial - 4,8 Punkte

Schade, schade, schade das dies nicht die letzte Folge bleiben konnte und noch so ne grottenschlechte "letzte Pary" hintendrangehängt wurde.
(man könnte meinen, dass der Humor, der hier übersprüht als Ausgleich in der letzten Party einfach weggelassen wurde (bzw. auf drei Minuten Tatortbeischtigung beschränkt wurde)) - aber zurück zu dieser Folge:

Zwei Dinge noch, die mir im Forum aufgefallen sind:

1) Crawford holt die Akten bereits am Abend nach dem Mordtag aus der Wohnung und nicht wie hier geschrieben wurde irgendwann viel später.... - erst kurz danach (selbe nacht) erfuhr Columbo, dass es solche Notenakten überhaupt gibt.

2)
Topi hat geschrieben:Was mich an dieser Folge gestern wirklich geärgert hat, war dieser Blödsinn von Filmvertonung.
[...]
Wenn die Kameraleute ihre Arbeit beginnen, haben Sie die Musik bereits im Ohr. Die Bilder werden zur Musik gedreht.
So, wie gestern gezeigt, vertonen Hobbyfilmer ihre Urlaubsfilmchen.
Selbstverständlich werden Horror- Psycho- und Spannungsfilme in der Reihenfolge erstellt wie in dieser Folge gezeigt (vielleicht nicht mit so nem riesen Aufgebot an Orchester). Du verwechselst das wohl mit einer Titelmusik oder Musik aus Tanzfilmen a la Dirty Dancing oder den Opener von Anna und die Liebe.
... aber in spannenden Szenen selbst wie beispielsweise im Film " die Vögel" hat doch keiner die Bilder nach der Musik gefilmt - das wäre ja irrsinn......

Zur Synchronisation: So super genial toll Crawford synchsonisiert wurde, um so schreklicher Columbo - ganz ganz mies, wenn man es mit der hammermäßig-genialen Bierderstaedt-Stimme vergleicht

So -> aufgrundet 5 Punkte - super Folge
Habe den allerersten Beitrag in diesem Jahrzehnt hier im Forum verfasst und bin richtig stolz drauf :-) !
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon zimtspinne » Sa, 14.11.2009 08:51


Das war die vorletzte Folge vor der letzten party?
Na, dann wundert mich die unordentliche Qualität langsam nicht mehr...

Weshalb hat man auf Krampf versucht, aus dem gereiften columbo einen albernen Tropf zu machen? Damit es nach Leben ausschaut?
Das ging für meine Geschmack ziemlich nach hinten los. Columbo schreit irre durch die Gegend, das berührte mich eher peinlich als komisch. Das war einer der ganze wenigen Momente, in denen ich mich fremdschämen musste.

Die Benzinlüge hatte vermutlich keinen anderen Grund, als dass columbo den Angesoffenen besser unter Kontrolle haben wollte und nebenher noch ein wenig davon profitieren könnte beim Ausfragen. Vielleicht wollte er auch mal einen Blick in dessen Auto werfen.

Was mich verwundert - stand der Junge nicht anafangs auf einem Sockel bei seiner Trockenübung? War dieser Sockel gleichzeitig der Aufzugschachtausgang? Das müsste ich mir nochmal anschauen.

Was ich am meisten bemängele, ist das Motiv. Selten gab es ein so dünnes, unsinniges, mit dem der Täter sich selbst sein Grab schaufelte.
Selbst wenn der Modplan aufgegangen wäre... spätestens beim nächsten Auftrag wäre aufgeflogen, dass der Meister es einfach nicht mehr drauf hat. Da hätten ihm seine vorherigen (geklauten) Erfolge auch nichts mehr genützt - er würde in Erinnerung bleiben als der erfolgreiche Dirigent, der plötzlich all sein Können verlor.
Das hätte der selbstgefällige eitle Gockel noch viel schlechter verkraftet, als wenn er den Jungen als seinen Schüler vorgestellt hätte, den er aufgebaut und zu seinem Nachfolger gemacht hat.
Der hätte ihm vermutlich sogar noch den einen und anderen Erfolg überlassen, wenn er ihn nur mal respektiert und ihm auch mal einen Erfolg gegönnt hätte. Aber der Alte musste es ja übertreiben und alles für sich beanspruchen.
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon Mr. Brimmer » Sa, 14.11.2009 13:36


Sind grade noch so 2 Punkte. Lächerliche Szenen um einen
zur Charikatur seiner selbst gewordenen Columbo. Dem ebenfalls
eher schwachen " Die letzte Party " konnt ich da mehr abgewinnen,
zum Großteil auch, weil dort der Humor nicht so dümmlich mit dem
Holzhammer daherkommt. Versteh das nicht. Das gabs so nie bei
Columbo. Muss nicht heissen, dass man die Erfolgsformel nich mal
etwas abändern kann, aber das passt gar nicht. Columbo als seniler
Dummschwätzer muss ich mir nicht antun. Es gibt sehr wenig nette
Szenen. Alles recht lachhaft.
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon Klaus » Sa, 14.11.2009 22:22


Bei dieser Folge kommt das Beste ausnahmsweise mal nicht zum Schluss, sondern direkt zu Beginn mit einer Szene aus dem neuen Filmfilm von Regisseur Sidney Ritter, die mich glatt an einige Verfolgungsjagden und Mordszenen aus der "Scream"-Trilogie erinnert hat, wobei das weibliche Opfer dem Teeny-Alter schon länger entsprungen sein dürfte und der Killer wohl eher einem Nachkommen des legendären Jack the Ripper entsprechen könnte. Die von Findlay Crawford parallel dirigierte (aber leider nicht komponierte) Filmmusik passte hierzu richtig gut und hat mir durchaus gefallen. Das wars dann aber auch schon mit meinen positiven Eindrücken aus dieser vorletzten Columbo-Episode... :?

Das eigentliche Musikgenie Gabriel McEnery hatte die Nase voll davon, jahrelang nur in der zweiten Reihe bzw. auf dem Dach zu dirigieren und musste seine angedrohte Enthüllung folgerichtig mit dem Leben bezahlen. Crawford bastelt sich auf den ersten Blick ein nahezu perfektes Alibi, wobei er allerdings nicht auf die zwei Nummern zu großen Schuhe geachtet hat und zudem den bewusstlosen Gabriel auf dem Dach besser genau andersrum postiert hätte, damit der Taktstock nicht in den Aufzugsschacht, sondern auf das Studiogelände gefallen wäre. Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstanden habe: wie konnte das Aufzugsgeräusch in der Konzertaufnahme deutlich zu hören sein, während Orchester und Zuhörer im Konzert selber nichts davon hören konnten? ?-/

Wie auch immer, Columbo spult seine Ermittlungen routiniert herunter, ohne groß dabei zu glänzen, er spielt Chauffeur für den leicht alkoholisierten Crawford, platzt wie so oft in eine Studioaufnahme, rät ziemlich erfolglos die Titel zu berühmten (und leicht abgewandelten) echten Filmmusiken und erschrickt Rebecca im Bett ihres Freundes fast zu Tode. Das hat mich alles irgendwie nicht vom Hocker gehauen, aber das bittere Ende kam dann in Form einer Überführung, die diesen Namen eigentlich nicht verdient hat, was ja auch schon von mehreren Forumsmitgliedern zu Recht bemängelt wurde. Columbo hat zwar eine Menge Beweise für einen Mord gesammelt, aber keinen einzigen gegen Crawford als Mörder. Das Motiv wegen der geklauten Beweise (dass McEnery in Wirklichkeit die Filmmusik komponiert hat) ist allenfalls ein belastendes Indiz und würde von einem cleveren Staranwalt, den sich Crawford bestimmt leisten könnte, vor Gericht in der Luft zerrissen. So aber ergibt er sich wie viele seiner Vorgänger brav in sein Schicksal und lässt sich widerstandslos abführen. :traurig:

Fazit: "Mord nach Takten" ist alles andere als ein musikalisches Meisterwerk von "Star-Dirigent" Patrick McGoohan, dafür war in dieser Folge einfach zu wenig Musik im Spiel. Mehr als schlappe zwei Pünktchen sind daher von meiner Seite nicht drin. :( :(

Gruß
Klaus
Zuletzt geändert von Klaus am So, 15.11.2009 20:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon Klaus » So, 15.11.2009 11:28


Trotz fadem Hauptgericht hier noch eine merkwürdige Nachspeise: ist zwar kein direkter Filmfehler, aber ich halte es für fast völlig ausgeschlossen, dass Crawford Gabriels bewusstlosen Körper aus seinem Bungalow über das Studiogelände in den Aufzug von Studio 28 schleppen konnte, ohne dabei von irgendjemandem gesehen worden zu sein (selbst wenn er seinen Wagen dafür benutzt hätte). Oder aber es war gerade Mittagspause und alle anderen Beschäftigten in der Kantine... ?-/

Gruß
Klaus
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon Topi » So, 15.11.2009 16:11


andy_vip hat geschrieben:
2)
Topi hat geschrieben:Was mich an dieser Folge gestern wirklich geärgert hat, war dieser Blödsinn von Filmvertonung.
[...]
Wenn die Kameraleute ihre Arbeit beginnen, haben Sie die Musik bereits im Ohr. Die Bilder werden zur Musik gedreht.
So, wie gestern gezeigt, vertonen Hobbyfilmer ihre Urlaubsfilmchen.


Selbstverständlich werden Horror- Psycho- und Spannungsfilme in der Reihenfolge erstellt wie in dieser Folge gezeigt (vielleicht nicht mit so nem riesen Aufgebot an Orchester). Du verwechselst das wohl mit einer Titelmusik oder Musik aus Tanzfilmen a la Dirty Dancing oder den Opener von Anna und die Liebe.
... aber in spannenden Szenen selbst wie beispielsweise im Film " die Vögel" hat doch keiner die Bilder nach der Musik gefilmt - das wäre ja irrsinn......


Sorry Andy,
Aber ich bin vom Fach. Ich verwechsle gar nichts.
Was du Irrsinn nennst, ist das tägliche Handwerk. (Filmemachen ist schon eine Form von Irrsinn)
So wie du dir das denkst, funktioniert es nicht.
Wenn die Filmmusk erst in der Postproduktion entstehen würde, würden sehr oft die Filmbilder nicht ausreichen. - und was dann? Nochmal nachdrehen?
(Da kann die Produktion schon eher auf die Titelmusik warten)

Denk mal an "Spiel mir das Lied vom Tod". Das ist wohl ein Film, zu dem einem sofort die Musik einfällt. Glaubst du wirklich Morricone hatte mit der Herstellung des Films nichts zu tun? Hat am Ende die Filmrolle bekommen und den Satz dazu: Mach was Schönes?

"Die Vögel" sind ein sehr gutes Beispiel. Eine "Filmmusik" im klassischen Sinne gibt es nicht . - sondern eine synthetische Klangkulisse. Die wurde, selbsterständlich, vor dem Dreh angfertigt.
Wie sonst sollen die Beteiligten vor und hinter der Kamera den Schrecken vor harmlosen Vögeln, Möwen, Sperlingen, Finken usw. glaubhaft darstellen?

ich weiß, das ist für Laien schwer vorstellbar. Du denkst bestimmt, am Film sind die Bilder das Wichtigste - und der Rest (die Msik kommt zum Schluß). Stimmt nicht.
Es gibt gute Fachbücher. Guck mal rein. Spannendes Gebiet.

Wenn du keine Lust auf Bücher hast, achte doch beim nächsten Mal Filmgucken bewußt auf die Musik.

Grüße
Topi
Legen Sie Ihren italienischen Namen ab und beißen Sie erstmal auf nichts Hartes.
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon zimtspinne » So, 15.11.2009 16:57


Ich habe ja von der Thematik auch keine Ahnung.... finds aber interessant.

Topi, mal abgesehen vom Handwerk, wie fandest du die Musikauswahl in diesem columbo und das Zusammenspiel mit dem Film?

Auf mich wirkte es disharmonisch insgesamt.
Die Lautstärke erschlug mich manchmal fast (vielleicht wars ja zum Wecken gedacht und auf der "Werbefrequenz" angelegt).

Es gibt Folgen mit einer unaufdringlich umspielenden Klangkulisse... und ausgerechnet in dieser, wo es um nichts anderes ging, ging das so daneben. :?
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon martha » So, 15.11.2009 19:22


Topi hat geschrieben:"Die Vögel" sind ein sehr gutes Beispiel. Eine "Filmmusik" im klassischen Sinne gibt es nicht . - sondern eine synthetische Klangkulisse. Die wurde, selbsterständlich, vor dem Dreh angfertigt.
Wie sonst sollen die Beteiligten vor und hinter der Kamera den Schrecken vor harmlosen Vögeln, Möwen, Sperlingen, Finken usw. glaubhaft darstellen?


Dazu kann man mal den Meister selbst zu Wort kommen lassen :) :

Als ich diese Szene, den Angriff von draußen mit den verängstigten Menschen im Haus, gedreht habe, bestand die Schwierigkeit darin, dass die Schauspieler reagieren mussten auf nichts. Das Geräusch von Flügelschlagen und Möwengekreisch hatten wir noch nicht.
Ich hatte einen Trommler ins Atelier kommen lassen und Mikrophon und Lautsprecher aufgestellt, und jedesmal wenn die Schauspieler Schrecken spielen mussten, half ihnen der Trommellärm zu reagieren.
Dann habe ich Bernard Herrmann gebeten, den Ton des ganzen Films zu überwachen.
Wenn man Musikern zuhört, wenn sie komponieren oder ein Arrangement machen oder wenn das Orchester die Instrumente stimmt, dann machen sie oft keine Musik sondern Geräusche.
Die haben wir den ganzen Film hindurch benutzt.
Musik gab es nicht.
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon columbo93 » So, 15.11.2009 21:42


Klaus hat geschrieben:Trotz fadem Hauptgericht hier noch eine merkwürdige Nachspeise: ist zwar kein direkter Filmfehler, aber ich halte es für fast völlig ausgeschlossen, dass Crawford Gabriels bewusstlosen Körper aus seinem Bungalow über das Studiogelände in den Aufzug von Studio 28 schleppen konnte, ohne dabei von irgendjemandem gesehen worden zu sein (selbst wenn er seinen Wagen dafür benutzt hätte). Oder aber es war gerade Mittagspause und alle anderen Beschäftigten in der Kantine... ?-/

Gruß
Klaus



als mcenery vor der betäubung aufs gelände fährt, sagt doch der förtner, dass sie ganz für sich sind und kein mensch da ist :smoke:
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon Klaus » Di, 24.11.2009 18:16


columbo93 hat geschrieben:als mcenery vor der betäubung aufs gelände fährt, sagt doch der förtner, dass sie ganz für sich sind und kein mensch da ist :smoke:


Ja das stimmt, ich hab auch nochmal in die Folge reingeschaut und in der Szene danach festgestellt, dass Crawfords Bungalow quasi um die Ecke von Studio 28 liegt. Da hätte für den Transport von Gabriel sogar eine Schubkarre gereicht... :wink:

Gruß
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Re: Bewertet: "Mord nach Takten"

Beitragvon columbo93 » Di, 24.11.2009 21:25


Klaus hat geschrieben:Ja das stimmt, ich hab auch nochmal in die Folge reingeschaut und in der Szene danach festgestellt, dass Crawfords Bungalow quasi um die Ecke von Studio 28 liegt. Da hätte für den Transport von Gabriel sogar eine Schubkarre gereicht... :wink:

Gruß
Klaus



ja :mrgreen: :mrgreen:
und das bedeutet, dass crawford von niemandem gesehen werden konnte. da kein anderer auf dem gelände war und sein appartment um die ecke lag, konnte er "mal eben" den bewusstlosen/betäubten mcenery übers gelände von 50 metern tragen :mrgreen: , und auf den aufzug legen :mrgreen:
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