Wie oft geht ihr ins Kino?

Könnt ihr euch für die Welt des Films genauso begeistern, wie für Columbo? Wenn ja seit ihr hier genau richtig.

Moderator: Stefanie.Columbo

Wie oft geht ihr ins Kino?

überhaupt nicht
6
27%
recht selten
11
50%
ungefähr einmal im Monat
4
18%
jede Woche
1
5%
 
Abstimmungen insgesamt : 22

Wie oft geht ihr ins Kino?

Beitragvon martha » Do, 04.12.2008 23:53


Mich hätte mal interessiert, wie oft ihr euch so in Lichtspielhäusern rumtummelt?

Ich war im ersten Halbjahr sehr oft im Kino, hab mir u.a. "John Rambo", "Krieg des Charlie Wilson", "Indy", "Die Welle" und "No Country for old Men" angesehen.
In der zweiten Jahreshälfte bin ich dann aber leider nicht mehr häufig zu Kinogängen gekommen, was sich jetzt in den Wintermonaten sicher wieder ändern wird. Hoffe ich.

Wie sieht das bei euch aus, und welche Streifen habt ihr euch in diesem Kinojahr so angeschaut?
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
Benutzeravatar
martha
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 16259
Registriert: Mi, 08.03.2006 00:59
Wohnort: Bochum

Re: Wie oft geht ihr ins Kino?

Beitragvon Venus » Fr, 05.12.2008 12:14


martha hat geschrieben:Mich hätte mal interessiert, wie oft ihr euch so in Lichtspielhäusern rumtummelt?

Ich war im ersten Halbjahr sehr oft im Kino, hab mir u.a. "John Rambo", "Krieg des Charlie Wilson", "Indy", "Die Welle" und "No Country for old Men" angesehen.
In der zweiten Jahreshälfte bin ich dann aber leider nicht mehr häufig zu Kinogängen gekommen, was sich jetzt in den Wintermonaten sicher wieder ändern wird. Hoffe ich.

Wie sieht das bei euch aus, und welche Streifen habt ihr euch in diesem Kinojahr so angeschaut?


@Martha: Ich war dieses Jahr noch kein einziges Mal im Kino, weil es zeitlich nicht ging und nichts lief, was mich grösser interessiert hätte. Bei mir ist das immer recht unterschiedlich, manchmal gehe ich total oft, dann wieder weniger. Den letzten Film, den ich im Kino sah, war der Gute Hirte, das war letztes Jahr und die Queen mit Helen Mirren. Ich hoffe, ich habe nächstes und übernächstes Jahr wieder mehr Zeit, um mir den einen oder anderen Film anzusehen.
Venus
 

Nie

Beitragvon WalterJörgLangbein » Fr, 05.12.2008 12:31


Rückblick: Ich bin früher sehr viel ins Kino gegangen, besonders während meines Studiums. Ein Kumpel von mir war Filmvorführer im Kino. Sein Chef gab ihm jedes Jahr einige wenige Dauerfreikarten, über die er frei verfügen konnte. So konnte ich einige Zeit beliebig oft kostenlos ins Kino gehen. Am Anfang habe ich keinen Film ausgelassen.

Heute sieht das ganz anders aus. Ich gehe so gut wie nicht mehr ins Kino. Die Kinos sind weit weg, da ziehe ich es vor, mir zuhause DVDs anzuschauen. Sicher, mit einem Besuch im Kino kann man da nicht vergleichen. Wenn ich an Filme wie "Easy Rider" oder "Spiel mir das Lied vom Tod" denke... dann kommen diese Filme wirlich nur im Kino auf der großen Leinwand voll zur Geltung. Das trifft natürlich auf viele, sehr viele andere Filme zu... 2001 zum Beispiel kommt mir in den Sinn.

Trotzdem.... Ich war seit Jahren nicht mehr im Kino. Zuletzt im Kino gesehen: "Da Vinci Code" nach Dan Brown. Seither war ich nicht mehr im Kino.

Walter
Benutzeravatar
WalterJörgLangbein
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 1978
Registriert: Fr, 26.12.2003 18:38
Wohnort: Lügde (NRW)

Beitragvon poirot » Sa, 06.12.2008 15:36


In meiner Jugend war ich häufig im Kino, in den letzen Jahren sehr wenig, im Schnitt so drei bis viermal pro Jahr. Dieses Jahr habe ich nur "No Country for Old Men" im Kino gesehen.

Die aktuellen Filme gefallen mir häufig nicht so gut, ich sehe gern die Meisterwerke von Leone und Kubrick, das sind regelrechte Filmmalereien die auf einer Kinoleinwand grandios wirken, ich möchte da noch "The Good ,the Bad and the Ugly" oder Kubricks "Barry Lyndon" neben den von Walter genannten Filmen hervorheben.
poirot
Polizeikommissar
Polizeikommissar
 
Beiträge: 50
Registriert: Mo, 07.01.2008 21:04
Wohnort: Bad Harzburg

Sergio Leone

Beitragvon WalterJörgLangbein » Sa, 06.12.2008 17:28


poirot, ganz genau!

Sergio Leone hat ja in jeder Hinsicht epische Filme gemacht. Er war so mutig, Filme breit anzulegen, was leider dazu geführ hat, daß sie aus welchen Gründen auch immer (Rücksicht auf den Publikumsgeschmack?) geschnitten worden sind... verstümmelt worden sind.

Die große Filme von Sergio Leone - wie The Good, the bad and the ugly - kommen nur dann wirklich voll zur Geltng, wenn man sie ungekürzt auf der großen Kinoleinwand sieht, und wenn dabei die Bilder einen förmlich hineinreißen ins Geschehen und die Musik einen fesselt.

Auf dem PC die DVDs anzuschauen, so wie ich es trotzdem gern tue, das wird den Meisterwerken wahrlich nicht gerecht!

Walter
Benutzeravatar
WalterJörgLangbein
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 1978
Registriert: Fr, 26.12.2003 18:38
Wohnort: Lügde (NRW)

Beitragvon martha » Sa, 06.12.2008 19:17


Ich hab zwar in diesem Kinojahr auch einiges Durchschnittliche gesehen, wie etwa "Beowulf" oder "Get smart", dafür aber auch einen doch recht gelungenen "Rambo" und natürlich das Oscar-prämierte Werk "No Country for old Men".
Von Anfang an hatte ich immer im Hinterkopf, dass das der beste Film sein soll, und am Ende hatte ich den Eindruck, dass das wohl tatsächlich der beste Film des Jahres ist.
Vor allem atmosphärisch ist dieser Streifen nur schwer zu toppen.
An sich wird ja 'ne Geschichte erzählt, wo ich normalerweise sagen würde: Nicht schon wieder. Lasst mich damit in Ruhe.
Ein Mann findet zufällig 'nen Koffer mit 'ner Menge Geld und wird anschließend gejagt.
Das hat man ja alles irgendwie schon mal gesehen.
Fragt sich nur, ob man sowas schon mal mit einer derartigen Intensität gesehen hat-ohne nervenzerfetzende Musikuntermalung, ohne hektische Betriebsamkeit, sondern mit fast schon lethargischem Tempo und eindringlichen Bildern.
Mich hat das durchgehend gefesselt, weil das Geschehen so unglaublich pur rüberkam.
Beispielhaft etwa die Szene im Hotel, wo der Gejagte auf den kaltblütigen Killer Chigurh wartet.
Das ist vom Spannungsaufbau wirklich erstklassig in Szene gesetzt.
Javier Bardem spielte diesen Massenmörder, der allein schon wegen seiner Frisur gegen den moralischen Anstand verstößt, wirklich perfekt.
Kaum taucht er auf, befürchtet man das Schlimmste.
Allein der Dialog mit dem Tankwart war das Eintrittsgeld wert.
Hab es selten erlebt, wie man mit einer derart harmlosen Plauderei so viel Nervenkitzel erzielt.
Denn für Chigurh sind die Menschen Spielbälle: ein Münzwurf entscheidet darüber, ob sie gekillt werden oder nicht.
Und dadurch hatte man als Zuschauer in vielen Szenen 'ne fifty-fifty-Situation: Kopf oder Zahl.
Optimaler kann man Spannung eigentlich nicht entfalten.
Dagegen wirkte der eigentliche Held des Films recht provinziell.
Josh Brolin war als Koffer-Flüchtling der Mann, mit dem man mitfieberte.
Ich hatte gehofft, dass ihm Chigurh nicht so schnell auf die Pelle rückt.
Aber hier konnte man wirklich eindrucksvoll miterleben, wie ein perfektes Katz-und-Maus-Spiel funktioniert:
Wenn schon der Jäger über die Maßen durchgeknallt ist, reicht für den Gejagten ein durchschnittliches Format vollkommen aus.
Dritter im Bunde dann noch der alternde Sheriff, der offenbar mehr an Lebensweisheiten als an zupackenden Aktivitäten interessiert schien.
Sätze wie "Die Verbrecher heutzutage kann man nur schwer fassen" verdeutlichten, dass er wohl sehr desillusioniert ist.
Deshalb wirkte er auch recht träge, fast ein wenig lustlos, in das Geschehen einzugreifen.
Wirklich alles andere als ein übereifriger Gesetzeshüter.
Sowas hab ich selten gesehen.

Für mich ein Film mit ziemlich großem Nachwirkeffekt!
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
Benutzeravatar
martha
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 16259
Registriert: Mi, 08.03.2006 00:59
Wohnort: Bochum

Beitragvon Invincible1958 » So, 07.12.2008 14:13


martha hat geschrieben:... und natürlich das Oscar-prämierte Werk "No Country for old Men".
Von Anfang an hatte ich immer im Hinterkopf, dass das der beste Film sein soll, und am Ende hatte ich den Eindruck, dass das wohl tatsächlich der beste Film des Jahres ist.


Aber natürlich der beste Film des Jahres 2007.
Ist bei uns erst 2008 ins Kino gekommen. Aber bei den Oscars werden ja die Filme des Vorjahres ausgezeichnet.

Ich gehe ziemlich häufig ins Kino, und habe auch ein Händchen dafür, die Filme zu finden, die mich interessieren. Schließlich kommen jedes Jahr in Deutschland ca. 600 neue Filme in die Kinos. Da ist für jeden was dabei.

Wenn man allerdings auf dem Land lebt, und nicht die große Kino- und Programmauswahl hat, ist es natürlich schwierig, gute Filme zu entdecken.

Jemand, der mich eigentlich nie enttäuscht, ist Clint Eastwood. Im Januar startet seine Regie-Arbeit "Changeling", und im Februar folgt bereits "Gran Torino", in dem er auch selbst mal wieder vor die Kamera tritt.
Meiner Meinung nach schwebt Eastwood seit "Mystic River" (2003) mit seinen Werken eine Ebene über dem Rest der Filmemacher. Besser geht's in diesem Jahrzehnt nicht.

Momentan kann ich den aktuellen Woody Allen-Film empfehlen: "Vicky Cristina Barcelona".
Invincible1958
Ltd. Polizeidirektor
Ltd. Polizeidirektor
 
Beiträge: 353
Registriert: Fr, 03.02.2006 15:29

Beitragvon poirot » So, 07.12.2008 22:37


martha hat geschrieben:Kaum taucht er auf, befürchtet man das Schlimmste.
Allein der Dialog mit dem Tankwart war das Eintrittsgeld wert.
Hab es selten erlebt, wie man mit einer derart harmlosen Plauderei so viel Nervenkitzel erzielt.
Denn für Chigurh sind die Menschen Spielbälle: ein Münzwurf entscheidet darüber, ob sie gekillt werden oder nicht.
Und dadurch hatte man als Zuschauer in vielen Szenen 'ne fifty-fifty-Situation: Kopf oder Zahl.

Die Szene auf der Tankstelle wird in die Filmgeschichte eingehen, da würde ich mit Anton Chigurh drum wetten :wink: .
Ich möchte noch auf eine andere Szene hinweisen um zu zeigen mit welch minimalistischen Mitteln die Coen Brothers Spannung erzeugen können. Chigurh lässt sich im Motel den Zimmerplan zeigen, wobei er den Rezeptionisten, dessen Rückenansicht man sieht, kurz mit den Augen fixiert. In der nächsten Einstellung sieht man Chigurhs Rücken und vom Rezeptionisten nur den rechten Arm und den nervös zuckenden Daumen, Fragen über den Gemütszustand des guten Mannes sind nicht mehr erforderlich . So etwas ist einfach grandioses Kino welches wie Martha es beschreibt , im Kopf nachhallt.

Weil hier soviele Freunde des Films anwesend sind noch eine Frage an die Runde. Hat er oder hat er nicht :wink: ?

Ich meine hat Chigurh Carla Jeane umgebracht oder nicht. Ich habe da eine Vermutung will aber nichts vorwegnehmen.
Was es zu gewinnen gibt? Alles :wink: .
poirot
Polizeikommissar
Polizeikommissar
 
Beiträge: 50
Registriert: Mo, 07.01.2008 21:04
Wohnort: Bad Harzburg

@poirot

Beitragvon WalterJörgLangbein » Mo, 08.12.2008 07:33


poirot, da weist Du auf einen wirklich einzigartigen Film hin. Mit einfachen, schlichten Mitteln wird immer wieder eine beklemmende Atmosphäre aufgebaut... unheimliche Spannung.

Ich habe den Film nur einmal gesehen. Man muss ihn öter anschauen, meine ich. Zu Deiner Frage: Ich glaube, er hat Jene nicht umgebracht.

Ich muss den Film noch mehrfach anschauen, werde sicher noch manches entdecken. Bin mir über den Schluß nicht so recht im klaren. Ich weiß nicht, wie ich das umschreiben soll... Für mich endet der Film.. irgendwie beiläufig. Nachdem er den Betrachter förmlich in sich hineingezogen und großes Interesse an der Geschichte geweckt hat... wird die Story für meinen Geschmack geradezu abrupt abgebrochen.

Und schon ist Schluß aus. Soll so Frustration ausgedrückt wwerden.. über die Sinnlosigkeit menschlichen Tuns? Man wird ins Leben geworfen, der Zufall regiert, lenkt, man kämpft und strampelt... und wird dann doch quasi nebenbei abserviert...

Ich würde sehr gern lesen, was die Filmfreunde hier vom Film allgemein, vom Schluss im besonderen... halten...

Bin sehr gespannt....

Walter
Benutzeravatar
WalterJörgLangbein
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 1978
Registriert: Fr, 26.12.2003 18:38
Wohnort: Lügde (NRW)

Re: @poirot

Beitragvon Invincible1958 » Mo, 08.12.2008 15:47


WalterJörgLangbein hat geschrieben:Ich würde sehr gern lesen, was die Filmfreunde hier vom Film allgemein, vom Schluss im besonderen... halten...


Ich mag "No Country For Old Men", auch den Schluss.

Aber den Oscar als Bester Film hätte meiner Meinung nach "There Will Be Blood" gewinnen müssen.
Invincible1958
Ltd. Polizeidirektor
Ltd. Polizeidirektor
 
Beiträge: 353
Registriert: Fr, 03.02.2006 15:29

Ich mag den Film auch.. auch den Schluss

Beitragvon WalterJörgLangbein » Mo, 08.12.2008 16:36


@Invincible1958,

Ich mag den Film auch. Ich mag auch den Schluss. Ich mag den Film schon - aber nicht nur - deshalb, weil er nicht irgendeine Erfolgsmasche reitet. Sehr häufig kopiert und kopiert ja Hollywood einen erfolgreichen Film, um auf Nummer Sicher gehend Geld zu verdienen.

Der Film ist insgesamt äußerst spannend, seine Atmosphäre ist packend, man kann sich dem Film eigentlich kaum entziehen, wenn man sich einmal auf ihn eingelassen hat.

Zu meiner Frage.. Wie versteht Ihr den Schluss? Ist er pessimistisch im Sinne von "niemand entgeht seinem Schicksal?"

Euere Meinung zum Film, speziell zum Schluss, interessiert mich sehr.

Walter
Benutzeravatar
WalterJörgLangbein
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 1978
Registriert: Fr, 26.12.2003 18:38
Wohnort: Lügde (NRW)

Beitragvon martha » Mo, 08.12.2008 18:09


poirot hat geschrieben:
Ich meine hat Chigurh Carla Jeane umgebracht oder nicht. Ich habe da eine Vermutung will aber nichts vorwegnehmen.
Was es zu gewinnen gibt? Alles :wink: .


Ich war in der dummen(oder aber vorteilhaften) Situation, dass ich schon im Vorfeld irgendwo gelesen hatte, dass in der literarischen Vorlage Carla Jean von Chigurh umgenietet wird.
Und solche Infos beeinflussen meine Wahrnehmung doch ungemein, auch wenn's im Film dann offen bleibt.
Mir ist die Szene nicht mehr so ganz präsent(hab den Film irgendwann im März gesehen), aber wenn ich mich recht erinnere, hat sich Carla Jean ja nicht auf dieses Münzwurfspielchen von Chigurh eingelassen, und die Ansage über "Kopf oder Zahl" verweigert.
Ich weiß nicht, wie ein Psychopath in einer derartigen Situation reagiert hätte, wenn sich jemand quasi nicht an die Spielregeln hält.

Sehr gute Erinnerungen hab ich aber doch noch an das unspektakuläre Ende des Films.
Die Verwunderung im Kinosaal artikulierte sich vor allem im Wörtchen "Häää????"
Ich hatte an dieser Stelle natürlich auch nicht den Schluss erwartet, sonst hätte ich bestimmt auch intensiver drauf geachtet, was die letzten Worte von Sheriff Bell gewesen sind.
Natürlich wär's auch passabel gewesen, wenn der Film nach dem Auto-Unfall von Chigurh geendet hätte.
Er verlässt den Unfallort, geht die Straße runter, und man wird mit der bangen Gewissheit entlassen: Das Böse lebt weiter. Schaurig.
Allerdings macht es meiner Meinung nach auch Sinn, den Film mit Sheriff Bell abzuschließen, weil er ja auch schon die einleitenden Worte zu diesem Streifen spricht, und sich somit der Kreis gewissermaßen wieder schließt.

Werd mir aber wohl beizeiten die DVD besorgen, um mir noch mal einiges in Erinnerung zu bringen.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
Benutzeravatar
martha
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 16259
Registriert: Mi, 08.03.2006 00:59
Wohnort: Bochum

Re: Ich mag den Film auch.. auch den Schluss

Beitragvon Invincible1958 » Mo, 08.12.2008 20:47


WalterJörgLangbein hat geschrieben:Zu meiner Frage.. Wie versteht Ihr den Schluss? Ist er pessimistisch im Sinne von "niemand entgeht seinem Schicksal?"


Yep. In etwa so würde ich es auch interpretieren.
Chigurgh ist sozusagen "der Tod". Mann kann ihn aber hinauszögern, indem man ihn "nicht sieht" bzw. "nicht gesehen hat".
Er fragt ja immer: "Hast du mich gesehen?" Und wer mit ja antwortet, wird umgebracht, wer mit nein antwortet (wie die beiden Jungen am Ende nach dem Verkehrsunfall) bleibt am Leben.
Der Tod selber ist aber nicht zu fassen.
Invincible1958
Ltd. Polizeidirektor
Ltd. Polizeidirektor
 
Beiträge: 353
Registriert: Fr, 03.02.2006 15:29

Danke für die Bestätigung!

Beitragvon WalterJörgLangbein » Mo, 08.12.2008 21:26


Invincible1958
Danke für die Bestätigung. Je mehr ich über den Film nachdenke, desto mystisch-mythologischer erscheint er mir. Ich habe ihn zum Glück auf DVD, werde ihn auf alle Fälle noch öfter ansehen. Ich bin davon überzeugt, daß dasein Film ist, den man öfter sehen muss, wenn man ihn verstehen will.. und wenn man auch auf vermeintlich "nebensächliche Kleinigkeiten" achten möchte.

Noch eine allgemeine Anmerkung: Ich freu mich sehr, daß wir hier unter Freunden Columbos über den Inspektor diskutieren können. Ich freue mich aber auch sehr darüber, daß auch noch Raum für Gespräche über andere Filme vorhanden ist, die nichts mit Peter Falk zu tun haben.

Es lohnt sich ja immer, über gute Filme nachzudenken und Meinungen und Beobachtungen auszutauschen.

Man macht sich auf so manches aufmerksam... bei Columbo und auch bei anderen Filmen!

Walter

Leider bin ich im Moment arg im Stress, habe nicht die Ruhe, mir einen Film anzuschauen... In ein paar Wochen hoffe ich aber mir einen Film gönnen zu können.
Benutzeravatar
WalterJörgLangbein
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 1978
Registriert: Fr, 26.12.2003 18:38
Wohnort: Lügde (NRW)

Beitragvon poirot » Di, 09.12.2008 21:39


martha hat geschrieben:
poirot hat geschrieben:
Ich meine hat Chigurh Carla Jeane umgebracht oder nicht. Ich habe da eine Vermutung will aber nichts vorwegnehmen.
Was es zu gewinnen gibt? Alles :wink: .


Ich war in der dummen(oder aber vorteilhaften) Situation, dass ich schon im Vorfeld irgendwo gelesen hatte, dass in der literarischen Vorlage Carla Jean von Chigurh umgenietet wird.



Das habe ich auch vermutet, denn als Chigurh das Haus verlässt blickt er nach unten um seine Schuhe zu überprüfen, warum sollte man das wohl tun bevor man auf die Strasse geht fragt sich der von Columbo geschulte Zuschauer :wink: ? Er hat als Ehrenmann das Josh Brolin gegebene Versprechen also offenbar wahrgemacht.

@invincible: Sehr interessant, Chigurhs Redewendung macht dann Sinn.


Ich sehe in Ihm einen Psychopathen der die Menschen daran erinnern will dass sie ihr Leben nicht in den eigenen Händen haben, es nur sehr begrenzt beeinflussen können und letztlich vom wie Walter schrieb Schicksal abhängen . Man gerät zufällig in eine unvorhergesehene Konstellation und das Leben ändert sich komplett.

Dies wird ja an der zweiten Hauptfigur Josh Brolin verdeutlicht der nach dem Kofferfund zum Getriebenen wird und versucht die gewohnte Kontrolle über sein Leben zu behalten. Er ist ein selbstbewusster Vertreter amerikanischen Pionier und Abenteurertums der glaubt die Lage noch kontrollieren zu können und dann doch für den Zuschauer wie beiläufig ermordet wird.

Sherriff Bell ist der Antiheld des Films. Schon seine amerikanische Orginalstimme im Prolog des Films hört sich müde und deprimiert an, in dieser Weise "jagt" er dann auch nach dem Killer. Er hat die Lektionen die Chigurh meint den Menschen beibringen zu müssen schon gelernt und glaubt nicht mehr durch eigene Kraft das Schicksal zu wenden. In diesem Sinne ist der Schluss des Films für mich absolut stimmig.
poirot
Polizeikommissar
Polizeikommissar
 
Beiträge: 50
Registriert: Mo, 07.01.2008 21:04
Wohnort: Bad Harzburg

Nächste


Zurück zu Die Welt des Films

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

cron