Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Interessiert ihr euch auch noch für andere TV-Krimi-Serien? Hier könnt ihr darüber diskutieren.

Moderator: Stefanie.Columbo

Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon Ducky » Mo, 01.12.2014 16:40


Ich habe gerade Longmire für mich entdeckt. Eigentlich mehr ein Neo-Western, aber da es durchaus auch um Kriminalfälle geht ... Bin ja nicht so der Krimifan, aber die Charaktere, allen voran Walt Longmire, hatten es mir schnell angetan.
Hier mal ein Promo trailer zur ersten Staffel
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon zimtspinne » Mo, 01.12.2014 17:12


Es laufen auch ab und an deutsche Krimis im TV unter keiner speziellen Rubrik, es sind einfach nur Eintagsfliegen.
zB "Die Tote in der Mauer", "Der Tote im Moor"

Die sind meist sehr gut und auf Krimi beschränkt. Der ganze Hokuspokus, der so beim Tatort veranstaltet wird, fällt weg. Die Tatorte stehen ja auch enorm unter Druck und unter Beobachtung, da muss unbededingt was tolles und einmaliges bei rauskommen.... das merkt man dann auch.

Kann ich nur empfehlen, in die ganz normalen Krimis mal reinzuschauen, die laufen aber oft erst später nachts oder eben auf neo.
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon Devlin » Mo, 01.12.2014 18:57


zimtspinne hat geschrieben:Ich hab da aber mal ne Ausnahme. "Durchgeknallt"

"Girl Interrupted"- Durchgeknallt" finde ich auch einen sehr guten Film.
Gerade auch wegen der starken schauspielerischen Leistung der jungen Angelina Jolie.
Sie steht sonst bei mir als Schauspielerin nicht besonders hoch im Kurs. Aber in dieser Rolle finde ich sie absolut überzeugend.

Auch Winona Ryder vermag zu überzeugen. Neben sehr guten schauspielerischen Darstellungen finde ich auch das Thema und die Zeit in der es spielt interessant.
Sehe ich mir immer wieder gerne an.
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon zimtspinne » Mo, 01.12.2014 20:21


Ich hab den Film erst ganz kürzlich zum ersten Mal gesehen! Manches geht doch lange Zeit an mir vorüber... ^^

Angelina Jolie hat sich echt zu ihrem Nachteil entwickelt. Habe seit letzten Jahr etwa drei Filme (neuere) mit ihr gesehen und habe einerseits festgestellt, dass sie ein feines Händchen für interessante Rollen hat (in zweien spielte sie eine Mörderin, in einem sogar eine historische Giftmörderin - solche Rollen finde ich toll!), aber was sie so draus macht.... klar, das vamphafte hat sie drauf und sie ist ja auch ne faszinierende, schöne Frau (fast nicht von dieser Welt), aber wo bleibt die Natürlichkeit?

Bei dieser family würd ich gerne mal hinter die "Kulissen" schauen... das kommt bei mir ja selten vor, interessiert mich normal nicht, deren Privatleben.

Ich gucke jetzt Rosa Roth, finde ich als Krimi auch nicht schlecht. Auf jeden Fall besser als die Tatortkommissarinnen Lürsen und die Supermuttifraualles (da komm ich grad wieder nicht auf den Namen).
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon Trenchcoat » Di, 02.12.2014 07:33


Doc Brown hat geschrieben:Achso: Wie war denn "The Pledge"?

Mir ist mal wieder der Klassiker passiert, während der letzten Werbepause bin ich auf dem Sofa eingenickt. So habe ich mir das Ende am darauffolgenden Tag angesehen. Für ein Urteil möchte ich mir den Film aber nochmals ansehen.

Jedenfalls ist die Geschichte sehr "dicht" erzählt. Als Kenner des Filmes mit Rühmann habe ich natürlich ständig Vergleiche gezogen. Ich kann nicht anders.


zimtspinne hat geschrieben:ob der zweite Psychothriller was für uns ist, weiß ich nicht.

Ich hatte in der Wikipedia entdeckt, dass der Film (oder einer der Schauspieler) für die "Goldene Himbeere" nominiert war. Deshalb habe ich ihn nicht aufgenommen.
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon zimtspinne » Fr, 05.12.2014 17:59


Ich bin leider mit dem Versprechen-Film noch nicht weitergekommen.

Ohne Scherz bin ich diese Woche mehrmals nach dem nach Hause kommen (so gegen 18-19 Uhr vom Fitness) duschen, essen machen, mit essen ins Bett und dann.... eingepennt über einer luftigen Serie.
Mehr ist mir grad zu anstrengend. Ich brauch ganz dringend eine Auszeit vom Alltag.

Habe um die 200 aufgenommenen Filme, für die ich einfach keine Zeit finde. Von Büchern reden wir erst gar nicht.

Tatorte hänge ich auch hinterher.

vielleicht sollte ich das positiv als zwangsweisen TV-Entzug sehen? :wink:
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon zimtspinne » Sa, 06.12.2014 13:00


Doc Brown hat geschrieben:Achso: Wie war denn "The Pledge"?


Zuerst das positive: Es gab herrliche Landschaftsaufnahmen, fast zum Neidischwerden. Dort würde ich gerne mal für ein Weilchen leben.
Der frisch pensionierte Cop wird vom Schauspieler überzeugend rübergebracht.

Das wars leider auch schon an positiven Eindrücken.

Statt die marode Ehe des Mörders zu thematisieren, wird hier der Fokus mehr auf den Pensionskoller des Ex-Cops und den gewalttätigen Ex der Mutter des (Lockvogel)mädchens gerichtet. Naja.

Schon der Titel gefiel mir nicht (böse Vorahnung). So störte mich das religiöse Geschwätz quer durch den Film ziemlich. Der Titel bezog sich auf ein Versprechen, das die Mutter des ersten getöteten Opfers dem Cop abrang, während sie mit einem Holzkruzifix vor seiner Nase rumfuchtelte.

Es gab auch kurz mal einen verdächtigen Pfarrer, aber da sind die Amis erwartungsgemäß feige... der war natürlich kein Täter, jedenfalls kein sexueller.
Das religiöse Gewaber ging mir wie gesagt auf die Nerven, selbst das kleine Mächen sang allein für sich Lieder über Jesus und die Bibel.
Das Thema wurde auch oft mit in die Handlung eingeflochten. Nervig halt und typisch amerikanisch. Wobei viele Filme von drübern ja ohne den Quark daher kommen, wahrscheinlich, weil sie eh fürs internationale Kino produziert werden, und da hält man sich aus geschäftlichen Gründen damit zurück.

Es gab aber noch mehr Negatives für meinen Geschmack.
Ich fand die Geschichte viel zu oberflächlich erzählt. Warum die Mutter gleich mal schnell eine Affäre mit dem alternden Expolizisten anfängt, bleibt ihr Geheimnis.
Auch die Nebenfiguren zeigen keine Tiefe.
Und ganz schlimm: Der Mörder bleibt komplett konturlos und farblos; man sieht ihn überhaupt nur in einigen kurzen Momenten, und dann nur ausschnittseise (im Profil, in der Schneeräumkluft etc).
Er hatte aber auch gar nichts von einer bösen Aura. Ganz normaler Typ, ganz anderer Typ als die Mädchenmörder der deutschen Versionen (sowohl Fröbe als auch Milberg).

Natürlich vergleicht man das Werk auch automatisch. Aber selbst wenn es die deutschen Varianten nicht gäbe, wäre ich von diesem Film enttäuscht gewesen.

Das Ende war ebenfalls eine einzige umfassende Enttäuschtung für mich.
habe gerade versucht, es wohlwollend halt als tragisches, offenes Ende zu sehen... ist aber auch dafür nicht gut geraten, finde ich ich.
Da sind einfach zu viele lose Enden. Es ist ja noch nicht mal geklärt, ob der Igelmann, den der Cop im Visier hatte, überhaupt der Täter war.
Wie er samt Auto in Flammen aufging, bleibt ebenso offen wie die Frage, weshalb der Sheriff plötzlich verrückt wird und im Suff Stimmen hört.

Der Sheriff wirkte auch viel manipulativer und fanatischer als seine deutschen Kollegen. Was aber auch an der Stimme gelegen haben könnte. Dafür die Hannibal-Lecter-"Stimme" zu wählen, war vielleicht nicht die beste Idee. Fiel mir allerdings auch erst auf, als der Cop anfing, so krass manipulativ zu agieren.

Der durchdrehende Ex-Bulle, seine Kollegen, die Mutter, das Mädchen, der Mörder - alle bleiben zum Schluss komplett in der Luft hängen. Auch keine Andeutung oder irgend ein Abschlusssymbol. Total blöd, sowas.

Schade, dass die Amis wohl nie unseren alten Film "Es geschah am hellichten Tag" zu sehen bekommen... der ist um Welten besser, in jeder Hinsicht...
bis auf die herrliche Weite der Landschaft, andererseits waren die düster wirkenden Schlundwälder wahrscheinlich auch genau so gewollt und eben kein freundlich glitzernder See mit flotten Booten und einem zauberhaften Regenbogen drüber :oops:
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon Devlin » Sa, 06.12.2014 15:33


Ich finde gerade die losen Enden und speziell die Gesichtslosigkeit des Mörders interessant an dem Film. Man kann anhand der Indizien davon ausgehen das es der Mörder ist, doch man weiss es eben auch nicht genau. Da er dann schicksalshaft ums Leben kommt bleibt die Frage ungeklärt.
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon zimtspinne » Sa, 06.12.2014 18:24


Also damit gebe ich mich nicht zufrieden.
Die losen Enden waren ja nur ein Punkt auf meiner Negativliste.
Schönreden kann ich da nix, der Film hat mich einfach nicht erreicht. Es plätscherte ziemlich oberflächlich dahin, die Figuren (bis auf den Ermittler) hatten keine Tiefe und kein richtiges Profil.

Wenn ein dem Zuschauer bekannter Täter profillos bleibt und nicht mal richtig gezeigt wird, ist das einfach frustrierend.
Stell dir mal einen Columbomörder so vor. Undenkbar. Das ist einfach Murks, wie man es auch dreht und wendet.

Der religiöse Krams war viel zu aufdringlich, auch wenn das natürlich Geschmackssache ist. Für mich als Deutsche ist es aber unvorstellbar, dass selbst eine religiöse Familie die Polizei so penetrant mit einem Kruzifix bedrängt und dabei zu einem Versprechen nötigt.

Du erinnerst dich ja, wie tief mich die deutsche Version bereits als Kind bewegte und sich in mein Gedächtnis einbrannte.
Das hätte dieser Film niemals auch nur ansatzweise geschafft....

Schade eigentlich um die Zeit, hätte ich mir besser einen guten Film angschaut.
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon Doc Brown » Mo, 08.12.2014 11:07


Ich sehe das wie Devlin.

Die Landschaftsaufnahmen und die hervorragende schauspielerische Leistung von Jack Nicholson sind mir auch noch positiv im Gedächtnis hängengeblieben. Das Religiöse störte mich nicht.

Gerade dieses düstere Ende finde ich sehr mutig. Verstehe nicht, wie man den ganzen Film als feige abtun kann, wo doch gerade düstere Enden eher kein kommerzieller Erfolg werden. Ich finde es viel kitschiger und feiger, wenn am Ende alles gut ausgeht und sich alle lieb haben. Dieses traurige, offene Ende passt viel besser zu diesem Plot. Mutig und konsequent die Handlung zu Ende gesponnen. Keine urplötzliche, kitschige Wendung zum Guten.

Dass wir hier den Mörder nicht kennenlernen finde ich gut gelöst. Man muss dem Zuschauer ja auch nicht immer alles vorkauen. Wer dieser Mann war, bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen.
Der Vergleich zu Columbo hinkt meiner Meinung nach gewaltig. Da vergleicht man Äpfel mit Birnen. Columbo basiert ja ausschließlich auf dem Zusammenspiel zwischen dem Polizisten und dem Mörder. "The Pledge" hat eine komplett andere Herangehensweise, das kann man nicht vergleichen.

Dass der Mann im verunglückten Auto der Mörder war, habe ich nie wirklich angezweifelt. Das war für mich aufgrund der Indizien immer nahezu sicher. Warum das Auto letztendlich in Flammen aufging, hinterfrage ich nicht. Unfall, heftiger Aufprall, Bewusstlosigkeit, Benzin tritt aus, Feuer, Ende. Damit habe ich kein Problem. Genauso wie der Wahnsinn des Polizisten nie ein Problem war. Nach dem missglückten Einsatz war das für mich die konsequente und logische Folge.

Letztendlich war der Film vielleicht um 15 Minuten zu lang. Stimmt schon, im Mittelteil war es streckenweise etwas zäh. Das wäre aber auch mein einziger Kritikpunkt. Ansonsten ist das für mich ein überzeugender Film.
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon zimtspinne » Mo, 08.12.2014 19:01


oh Doc, du bist doch sonst gar nicht so empfindlich, wenn jemand eine mal völlig konträre Meinung vertritt? Geht ja diesmal nicht mal um Lebenseinstellungen oder so, sondern nur um die persönliche Wahrnehmung eines Filmes ?-/

Du hast auch grad richtig doll verallgemeinert (was sonst auch gar nicht deine Art ist) - ich sagte nirgends, der ganze Film sei feige.... das bezog sich auf die Möglichkeit, mal einen Priester den Mörder sein zu lassen, und noch dazu in solch heikler Angelegenheit. Schätze mal, amerikanische Pfaffen haben da nicht weniger Dreck am Stecken als deutsche. Dort ist das aber kein Thema, weil die Gesamtbevölkerung im Gegensatz zu den Deutschen noch tief religiös ist.

Du weißt auch, dass ich gar kein Freund von Heidiweidifriedefreudeeierkuchen bin und dass ich gerne Filme mit offenen, düsteren, zwielichtigen oder sonstwie unheilen Enden sehe.

Es muss aber ins Gesamtkonzept passen. Bei diesem Film passte es für mich nicht. Das war einen Zacken zuviel offenes Ende und mir fehlte auch die Nachvollziehbarkeit für verschiedene Entwicklungen. Es wirkte abgehackt, unrund. So kann ich es am besten beschreiben.

naja, der ganze Film war einfach sehr amerikanisiert worden und das tat diesem Film nicht gut, meiner Ansicht nach.

Ich wusste übrigens nicht, dass der Hauptchara von Nicholson gespielt wurde. Kenne den auch nur dem Namen nach, wobei mir der Darsteller locker bekannt vorkam.
Deshalb fand ich seine Leistung auch nicht gleich vor lauter Erfurcht vor dem Star super, sondern weil er wirklich gut spielte und ein kantiger unkonventioneller Typ war. Das schrieb ich ja auch zweimal, dass er die einzige Figur mit Tiefe war. Überhaupt war das eher ein Film um sein Schicksal und nicht das der Opferfamilie. Ist ja ok, leider vergleich ich es halt mit dem deutschen Original und das gefiel mir besser.
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon Doc Brown » Mo, 08.12.2014 20:26


Empfindlich? Nee, ich wollte eigentlich nur meine Meinung kundtun. Falls es bei dir so ankam, dann war es eine Sender-Empfänger-Störung.

Jetzt habe ich deine Meinung denke ich auch etwas besser verstanden, wobei ich immer noch anderer Meinung bin und den Film nach wie vor für gut halte. Etwas zu lang und stellenweise sicherlich zäh aber immer noch gut. Für mich passte das Gesamtkonzept. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich "The Pledge" vor dem Rühmann-Film sah und daher nie einen Vergleich zog und keine Erwartungen in irgendeine Richtung hatte, sondern den Film einfach auf mich zukommen ließ. Störte mich daher nicht, dass der Fokus auf dem Schicksal des Polizisten lag.
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon zimtspinne » Sa, 03.01.2015 18:22


Trenchy,
hast du "Das Versprechen" inzwischen gesehen?
Bin neugierig, wie du das fandest.

Ich habe inzwischen meine Sammlung erweitert oder besser bin gerade dabei. Wie immer, bewerte ich mittendrin... wer sich wundert, tagsüber gucke ich Filme gestückelt, besonders wenn ich sowas langweiliges wie Hausarbeit mache.

"Tod im kalten Morgenlicht" lief mir zufällig über den Weg und ist ne weitere Version von "Es geschah...".
Was ich auch nur durch unsere Diskussion hier wusste. Wofür das doch manchmal gut ist :D

Der Ablauf ist ja schon bekannt, nun geht es um die Interpretation und Präsentation und um die Überzeugungskraft der Darsteller.

Kurz und gut: alles perfekt bis jetzt.

Zuerst dachte ich an eine Schweizer Version, den Namen nach scheint es aber was osteuropäisches (slawisch?) zu sein. Hab ich noch nicht nachgeschaut, lass ich mal auf mich wirken.

Nach der amerikanisierten Variante bin ich froh, wieder beim Ursprung zu sein. Konzentration auf den Kern und das ist bei diesem Film nun mal die Konstellation Mädchenmörder-Inspektor-Mutter und Lockvogel. Plus der Anfangsverdächtige, der Dorftäter.

Das ist alles einfach richtig gut umgesetzt mit Rücksicht auf den Zeitgeist.
Die Mutter kommt erstmal struppig daher (als Bürgerkriegsflüchtling, aus Yugo?) emanzipiert jedenfalls und es wird erstmal nix mit braver Haushälterin. Das passt.
Die Kleine ist ebenfalls eine aufgewecktere Version und auch der Anfangsverdacht wurde an die neuere Zeit angepasst... er ist kein umherziehender Scherenschleifer sondern ein kiffender Lebenskünstler, der nicht genau weiß, was er zugedröhnt so alles macht oder nicht. LSD hätte da besser gepasst, zumal Kiffen ja eher eine sedierende Wirkung hat und keine Action und Tötungsaggressionen begünstigt.

Hinzu kommt ein wuscheliger Psychiater (oder sowas), der den Ermittler ein bisschen zur Hand geht, ihn auch in seinem Idyll besucht und einen sehr scharfen Blick auf die strategisch günstig platzierte Schaukel wirft, sich aber Kommentare verkneift.

Der ganze Film steht im Zeichen dieser Tiefe, die oft nicht vieler Worte braucht.
man sieht das Mädchen durch den Wald pirschen, diesmal ist es kein düsterer dumpfbackiger Märchenwald, sondern ein heller, freundlicher Wald mit Lichtungen, auf denen man Pilze findet. Hat mich in meine Kindheit versetzt.
Das passt sehr gut, da der Täter auch nicht mehr der böse schwarze Mann ist, vor dem unsere Urgroßmütter noch warnten, sondern ein ... hier möcht ich nicht zu viel verraten.
Nur soviel: Der Mörder kam für mich als Überraschung. Man merkt, dass neue Erkenntnisse einflossen, find ich persönlich toll, gute Recherche ist mir da was wert (bei solchen Filmen zumindest).

Die Einführung und langsame Sichtbarmachung des Täters gefällt mir fast besser als im alten Film.
Es gibt einfach ein besseres Psychospiel zwischen allen Beteiligten. Glaubwürdiger, authentischer.
So stell ich mir den modernen Kinderfänger vor... naja, der war vermutlich schon immer so, aber früher in der heilen Welt passte eben der schwarze Mann aus dem dunklen Wald besser.

Ein großes Lob an die Darsteller. Besonders gut gelungen der Inspektor (er nennt sich auch so) und der Täter. Bei ihnen reichen Mimik und Gestik, teilweise auch nur die Augen.
Außerdem sind sie unverbrauchte Gesichter. Fast richtig schade, dass es nicht mehr slawische Filme bei uns zu sehen gibt. Ähnlichkeit mit den Skandinaviern.

Die Musikuntermaltung ist unaufdringlich, fast nicht bemerkbar, so soll es sein.

Bin jetzt mal gespannt auf das Ende. Alles offen. Die Sprache ist kantiger, härter und direkter als bei den anderen Versionen, daher kommt alles in Frage beim Ende.

Kann ich sehr empfehlen, diesen Film!

... ich hab doch gerade mal nachgeschaut. Es ist kein osteurop. Werk, sondern britisch/niederländisch/deutsch. Warum die ganzen slawischen Namen, keine Ahnung. niederländisch erklärt jedenfalls den Kiffer :wink:
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon Trenchcoat » So, 04.01.2015 08:24


zimtspinne hat geschrieben:Trenchy,
hast du "Das Versprechen" inzwischen gesehen?
Bin neugierig, wie du das fandest.


Noch immer nicht das zweite Mal. Dafür ist mir was lustiges passiert. Ganz zufällig habe ich den Film auf meinem NAS entdeckt. Er lief mal auf Kinowelt TV. Bei Filmen die mir noch unbekannt sind sehe ich meistens in der Wikipedia nach. Wenn ein Film drin ist gibt es auch meistens Kritiken nach denen ich mich entscheide ob ich aufnehme. Mittlerweile habe ich so viele Aufnahmen auf dem NAS, dass ich den Überblick verloren habe. :)

Na jedenfalls ist der Film komplett ohne Werbeunterbrechungen da. Sobald ich dazu gekommen bin ihn anzusehen werde ich meinen Kommentar abgeben.

Jetzt lauere ich nur noch auf die Version mit Joachim Król.
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Re: Die 20 beliebtesten TV-Krimis

Beitragvon Doc Brown » Di, 27.01.2015 11:49


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