Schach dem Mörder

Allgemeine Fragen zur Serie könnt ihr hier stellen, oder einfach nur plaudern.

Schach dem Mörder

Beitragvon Hans-Peter » Do, 17.01.2008 21:15


Bei sehr vielen Szenen, in denen eine Schachpartie gespielt wird, greift man auf eine echt gespielte Meisterpartie zurück.
Beispiel: Bei James Bond, Der Spion der mich liebte, war es die Partie
Spassky - Bronstein, UDSSR-Meisterschaft 1960, Leningrad.
Liegt der Partie Dudek - Klayton auch so eine zugrunde, wenn "ja", welche? :?:
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Beitragvon Ken Franklin » Do, 17.01.2008 21:30


Ich überlege gerade, wann bei "Der Spion der mich liebte" Schach gespielt wird?! Oder meinst du "Liebesgrüsse aus Moskau"?

Also wenn die Partie Dudek - Clayton eine tatsächliche Meisterpartie ist, dann gehe ich mal davon aus, dass sie von Bobby Fischer stammt. Er war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung "The most dangerous match" der aktuelle Schachweltmeister und löste insbesondere in den USA einen Schachboom aus, was bei Columbo als Aufhänger für eine Folge mit dem Hauptthema Schach genutzt wurde.
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Beitragvon poirot » Fr, 18.01.2008 18:25


Die Folge dürfte ja aus dem Jahr 1972 sein da fand doch der "Kalte Krieg" am Schachbrett zwischen Bobby Fischer und Boris Spassky statt ?
Zumindest waren die beiden damals die besten Spieler der Welt, vielleicht nahm man eine von ihren Partien zum Vorbild. Würde sehr gut zur Folge passen da die zwei ja auch WM Kandidaten und Clayton ähnlich Bobby Fischer ein ,ähm, recht ungewönlicher Typ ist :wink:.
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Beitragvon Hatto » Fr, 18.01.2008 18:34


Bobby Fischer ist übrigens heute in Island gestorben!
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Spassky-Fischer-Partie als Vorlage für "Schach dem Mörder"

Beitragvon Hans-Peter » Fr, 18.01.2008 19:29


Hatto hat geschrieben:Bobby Fischer ist übrigens heute in Island gestorben!


Hi Ken, Poirot, Hatto,
natürlich! Das könnte sehr gut eine Partie zwischen den beiden sein.
Übrigens, Ken, Du hast natürlich recht. Es war im "Liebesgrüße ..."
Es ist tatsächlich so, wie meine Frau (bisher 28 Jahre (und hoffentlich weitere 50) verheiratet, 5 Kinder) immer sagt. Ich bin blöd.
Fischer ist tot. Tatsächlich. Ich habe es gerade in der "Zeitung" gelesen.
War ein super Schachspieler, aber nicht unbedingt, wie soll ich sagen, so sympathisch, wie der Spassky. Der Ansicht bist Du (Poirot) ja auch.
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Re: Schach dem Mörder

Beitragvon Klaus » Sa, 19.01.2008 11:30


Willkommen im Forum, liebe Schach-(und natürlich Columbo)Freunde, ich habe ein Buch über Bobby Fischer mit sämtlichen Partien des WM-Kampfes von 1972 gegen Boris Spassky und zumindest von denen war es keine (die Eröffnung zwischen Dudek und Clayton war ja ein abgelehntes Damengambit).

Es ist schon ein merkwürdiger Zufall, dass Fischer quasi zeitgleich mit Hans-Peters Frage verstorben ist und das auch noch auf Island, wo er den größten seiner vielen Erfolge feiern durfte. Ein extrem polarisierendes Schachgenie, der wie keine andere Schachgröße vor bzw. nach ihm die Schachwelt derart elektrisiert hatte und menschlich ein unausstehlicher Fiesling sein konnte. Trotzdem wird er für die meisten Schachfreunde auf der ganzen Welt mit seinen genialen Partien samt einzigartigen Triumphen unsterblich bleiben. :neig:

Gruß
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Beitragvon Hans-Peter » Sa, 19.01.2008 16:26


Hi Klaus,
ich habe mal in der Schachdatenbank http://www.chessgames.com/index.html nachgeschaut. Bin nicht fündig geworden. Zu der Zeit war Schach wohl in USA nicht populär. Die unsinnigen Zeiten auf den Schachuhren der 1. Partie zeigen das wohl. Und zum Schluss, wieso lässt sich Klayton mit einem absoluten Deppenmatt matt setzen?
Na ja, der Schachboom bewirkte offenbar, dass oft bei den Tätern irgendwie ein Schachspiel zu sehen ist. Ob da wohl eine Assoziation zum Fischer geschaffen werden soll? Superintelligent, unsymphatisch, ...?
Zuletzt geändert von Hans-Peter am Sa, 19.01.2008 18:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Klaus » Sa, 19.01.2008 18:00


Ja, ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Idee zur 1973 produzierten Episode "Schach dem Mörder" der WM-Kampf von 1972 zugrunde liegt. Dudek (Spassky) gegen Clayton (Fischer), kalter Krieg Osten gegen Westen, wobei letzterer so wie Fischer ständig auf dem schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn zu wandeln schien (was allein schon durch seinen Albtraum zu Beginn der Folge und natürlich erst recht durch die beiden teuflischen Mordanschläge nur allzu deutlich wird). Und das alles nur, weil er geradezu panische Angst davor hatte, eine Schachpartie zu verlieren... :?

Hans-Peter hat geschrieben:Und zum Schluss, wieso lässt sich Klayton mit einem absoluten Deppenmatt matt setzen?


Also ein solcher Patzer würde sicherlich keinem echten Weltmeister passieren (auch nicht in einer Simultanpartie), aber vor einiger Zeit hatte sogar Wladimir Kramnik in einem plötzlichen Anfall von Schachblindheit ein Matt in einem Zug (!!!) gegen sich glatt übersehen... :mauer:

Gruß
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Zuletzt geändert von Klaus am Sa, 19.01.2008 19:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Hans-Peter » Sa, 19.01.2008 18:55


Hi Klaus,
habe mit "pn" versucht, ne Nachricht zu schicken, hat aber wohl nicht hingehaun. Drum muss es so gehen.
ja, am 27.11.06 gegen n Rechner. Dh7# :-O
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Beitragvon Klaus » Sa, 19.01.2008 20:08


Genau dieses Matt meinte ich, danke Hans-Peter. Da konnte Kramnik sogar noch froh sein, einen derart unglaublichen Aussetzer "nur" gegen einen emotionslosen Rechner und nicht etwa gegen einen Menschen gehabt zu haben... :-))

Gruß
Klaus
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Beitragvon poirot » Sa, 19.01.2008 20:38


Mit dem Alter scheint Kramnik den Wodka nicht mehr so gut zu vertragen wie in jungen Jahren :lol: , vor allem war er doch eine ganze Weile krank (Pfeiffersches Drüsenfieber) :?: Inzwischen spielt er ja wieder in gewohnter Stabilität, was ich ihm auch gönne, schon weil er Kasparov vom Himmel auf die Erde geholt hat.
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Beitragvon Ken Franklin » Mo, 21.01.2008 11:58


Bis heute halten sich ja Gerüchte, dass Fischer eine "extrem hohe Prämie" von den USA zusätzlich zum Preisgeld der Fide ( Weltschachbund ) erhielt, weil er den "Feind" Spasski und damit das sowjetische System zerstörte!

Zu Kramnik: Ich finde leider den Bericht nicht mehr, aber Mitte der 90er, als Kramnik in der 1. Bundesliga an Brett 1 für Empor Berlin spielte, hatte er nicht selten Restalkohol von der Nacht davor und musste, wenn es extrem war, von seinen Mitspielern ans Brett geführt werden! :twisted: Dennoch gönnte er seinen Kontrahenten nur selten ein Remis. Im Sinn übersetzt sagte er so etwas wie "wenn ich angetrunken bin, mache ich es für die Zuschauer spannender, im Normalzustand bin ich einfach unterfordert" :lol: :D
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Beitragvon Hans-Peter » Mo, 21.01.2008 18:39


Hi Freunde,
habe auch gehört, dass Fischer nochmal dieselbe Summe wie von der FIDE gekriegt haben soll. Von einem Privatmann, der wollte, dass man den Russen eins überbrät. :wink: Das Preisgeld soll ja nach heutigen Standards nicht übermässig gewesen sein. :?
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Beitragvon Hans-Peter » Fr, 27.06.2008 15:35


Hallo Freunde,

Hexler, das ist ein Schachspieler, also der hat gleich herausgefunden, dass es sich um untenstehendes Spiel handelt. Definitiv. Aber die Eröffnung in dem französischen Restaurant passt nicht dazu. Wahrscheinlich haben die Macher gedacht, das merkt eh keiner.

[Event "Maastricht"]
[Site "Maastricht"]
[Date "1946.??.??"]
[Round "6"]
[White "Wolthuis, Wim"]
[Black "Alexander, Conel Hughes"]
[Result "1-0"]
[ECO "E33"]
[EventDate "1946.??.??"]
[EventType "tourn"]
[EventRounds "9"]
[EventCountry "NED"]

1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. Qc2 Nc6 5. Nf3 d6 6. a3 Bxc3+
7. Qxc3 O-O 8. g3 Ne4 9. Qc2 f5 10. Bg2 Qf6 11. e3 Bd7
12. b4 a5 13. b5 Ne7 14. Bb2 c6 15. a4 Rfc8 16. bxc6 Nxc6
17. O-O Nb4 18. Qb3 d5 19. cxd5 exd5 20. Rfc1 Rxc1+ 21. Rxc1 b5
22. axb5 Bxb5 23. Ne5 Qe6 24. Ra1 Nd2 25. Qxb4 1-0
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Beitragvon FlyingPelican » Fr, 05.09.2008 01:25


[quote="Hans-Peter"]......Aber die Eröffnung in dem französischen Restaurant passt nicht dazu. Wahrscheinlich haben die Macher gedacht, das merkt eh keiner. ...
[/quote]

Auch laut meiner Datenbank stammt die Stellung , die man als erste im Hotelzimmer sieht aus der Partie Wolthuis - Alexander, Maastricht 1946. Dort gab Schwarz nach dem Zug 25. Dxb4 auf, der in unserem Fall den Beginn der Kombination darstellt, die Dudek vorführt. Was das mit der Partie im französischen Restaurant zu tun haben soll, versteh ich allerdings nicht. ????? Sie haben vielleicht in der zweiten Partie sogar eine andere Eröffnung gespielt. Aber die sieht man ja eh nicht. Also da ist wirklich alles bestens.

PS: [quote="Hans-Peter"]... Die unsinnigen Zeiten auf den Schachuhren der 1. Partie zeigen das wohl. Und zum Schluss, wieso lässt sich Klayton mit einem absoluten Deppenmatt matt setzen? ...[/quote]
Wieso unsinnige Zeiten????? Du bist wohl kein Schachspieler. Die Zeiten sind völlig korrekt. Clayton hat noch die volle Zeit, bei Dudek sind gute 20 Minuten abgelaufen. Wieso Clayton sich so mattsetzen läßt, hab ich in der Rubrik "Bewertungen" beschrieben.
Zuletzt geändert von FlyingPelican am Fr, 05.09.2008 03:08, insgesamt 1-mal geändert.
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