Filme, die man gesehen haben muss....

Könnt ihr euch für die Welt des Films genauso begeistern, wie für Columbo? Wenn ja seit ihr hier genau richtig.

Moderator: Stefanie.Columbo

Re: Filme, die man gesehen haben muss....

Beitragvon zimtspinne » Fr, 28.08.2015 10:30


Habt ihr übrigens mal in die Fortsetzungen von Psycho reingeschnuppert?
Ich habe die alle gesehen (glaub ich) und weiß nicht so recht, wie groß meine Begeisterung ist. Kann mich auch schon nicht mehr 100%ig an den ganzen Inhalt erinnern, was kein so gutes Zeichen ist.

Bei dem einen, dem neuesten? gings ja darum, dass der Psycho wieder draußen ist und gleich hart auf eine Bewährngsprobe gestellt wird. Dabei war auch eine Verwandte von ihm involviert und der Hauptspannungspunkt war, ob der Typ sich nun wieder in alten Mustern verfängt oder brav bleibt.

Hitchcocks Stärke sind in manchen Filme seine Frauenfiguren. Schade, dass außgerechnet Grace Kelly so blass blieb mit ihrer Figur.
Am besten gefällt mir da die eine Dame, die so langsam in den Wahnsinn getrieben wird und sich selbst in den Wahnsinn treibt mit ihren Doppelidentität oder Doppelgängerin. Auf einem Turm wird das dann aufgeklärt.
Ich weiß nicht, ob zu dieser Zeit schon dieses Phönomen multiple Persönlichkeit bekannt war, aber mit dieser Richtung hatte ich auch nicht gerechnet, ich wollte nur endlich die Auflösung für die Qualen der Lady sehen! :such:

ach so Klaus, hast du mal "American Psycho" gesehen?

Das ist ja ein klein wenig Anspielung auf Psycho und dabei auch wieder ganz anders. Ich muss mir diesen Film unbedingt mal wieder anschauen. Gehört zu meinen all time favs weil er was besonderes hat, wie ich finde.
Der Schauspieler ist auch toll, der Patrick Bateman verkörpert.

Also gleich mal hier rein in die Aufzählung:

American Psycho


https://www.youtube.com/watch?v=v2FIrwpM-8k

und

American Beauty

(kein trailer weil er nichts vom Film rüberbringt)

Beide Filmen sind keine Blockbuster oder typischen Hollywoodschinken, sie haben richtig was auf der hohen Kante und spielen mit den Gefühlen der Zuschauer. Sind auch sehr gesellschaftskritisch ohne erhobenen Zeigefinger. Oder man kann schon eher sagen: menschenkritisch.
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Re: Filme, die man gesehen haben muss....

Beitragvon Klaus » Sa, 29.08.2015 07:49


Hi zimtspinne,

ich kenne natürlich auch die Fortsetzungen Psycho II bis IV, die ich zusammen mit "Psycho" auf einer DVD besitze. Teil 2 gefällt mir davon eindeutig am besten, wenn Norman Bates nach 22 Jahren in der Klapsmühle wieder nach Hause kommt und das Morden von "Mutter" erneut beginnt. Teil 3 halte ich für etwas schwächer, obwohl Perkins hier selber Regie geführt und dabei ziemlich viel Blut verspritzt hatte. Mit Teil 4 kann ich persönlich am wenigsten anfangen und habe mir diesen daher auch nur einmal angesehen. Leider ist Hitchcocks Meisterwerk weltweit auf allen DVDs um einige Szenen gekürzt, ich habe aber glücklicherweise eine TV-Aufnahme der ungekürzten Fassung.

zimtspinne hat geschrieben:Am besten gefällt mir da die eine Dame, die so langsam in den Wahnsinn getrieben wird und sich selbst in den Wahnsinn treibt mit ihren Doppelidentität oder Doppelgängerin. Auf einem Turm wird das dann aufgeklärt.

ach so Klaus, hast du mal "American Psycho" gesehen?


Mit dieser Dame meinst Du bestimmt Kim Novak aus "Vertigo", die liebe ich in dieser Rolle bis heute, eine Wahnsinnsfrau!!! :D

"American Psycho" wiederum kenne ich leider nicht, habe mir aber den von Dir verlinkten Trailer mal angesehen. Der kommt wie ein Werbespot für Körperpflegemittel rüber und dürfte wohl überwiegend auf Frauen wirken. Ich alter Mann kann jedenfalls mit der knackigen Figur des darin auftretenden Schauspielers nicht mithalten... :wink:

Gruß und schönes Wochenende
Klaus
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Re: Filme, die man gesehen haben muss....

Beitragvon Doc Brown » So, 30.08.2015 14:17


"American Beauty" ist in der Tat ein Film, den man gesehen haben muss. Das wundert mich auch wenig, dass dieser Film dir gefällt, zimti. Schließlich zerreißt der Film genau das, was dir auch zuwider ist. :wink:

Hab den Film auch in meinem DVD-Regal stehen und schaue ihn mir immer wieder gerne an. Ein Kunstwerk mit tollen Figuren, allen voran Kevin Spacey als Lester Burnham, der die Wandlung seiner Figur vom devoten, bedeutungslosen Niemand zum zynischen Egoisten hervorragend spielt.

Da gibt es so viele tolle Szene: Das Abendessen, nachdem er seinen Job verloren hat oder die Szene, als er im Bett onaniert. Natürlich auch die Szene, wo er seine Frau auf dem Sofa verführen will, ihr das Sofa aber viel wichtiger ist, seine Kündigung usw.
Es geht aber nichts über diese Szene. "Ich suche einen Job mit dem geringstmöglichen Maß an Verantwortung." Herrlich. Das ist so ein Filmzitat, das sich bei mir eingebrannt hat. :smoke:
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Re: Filme, die man gesehen haben muss....

Beitragvon MrGrady » Sa, 12.09.2015 00:53


Fünf Filme, die ich mit auf eine einsame Insel nehmen würde:

2001- Space Odyssee
Mulholland Drive
Memento
12 Monkeys
Columbo - Wenn der Schein trügt :-)
Wo Leben herrscht, herrscht Inkonsequenz.
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Re: Filme, die man gesehen haben muss....

Beitragvon zimtspinne » Di, 15.09.2015 15:56


Manchmal überrasche ich mich doch selbst. Nie hätte ich gedacht, dass in dieser Rubrik mal eine Sat 1 Produktion landet....

Ich bin hochangetan vom Film: Die Wanderhure

Zuerst fand ich nur die Aufmachung entzückend. Mittelalterkostüme, und nun weiß ich auch, woher die Vintagemode vieler ihre Ideen hat... ok, das fiel mir neulich schon ein, als ich bei der Suche nach Schmuck auf einer Mittelalterfan-shop-Seite landete... Ich liebe Tuniken, die Kleider dieser Zeit, die Frisuren und auch den Schmuck.
Schon deshalb ist der Film ein Hingucker, da hier alles erstaunlich echt und authentisch wirkt.
Was auch für die sprachlichen Herausforderngen gilt. Man kann zwar in einem modernen Film nicht wie im Mittelalter fabulieren, falls das überhaupt recherchierbar ist.... wie das in dieser Produktion gelöst wurde, hat mich aber überzeugt.

Das zweite Schmankerl ist die bunte Zusammenwürfelung bekannter deutscher Schauspieler. Fast hätte ich bunter Eintopf geschrieben, aber eintöpfisch ist das nun ganz und gar nicht!
Man begegnet ja in deutschen Filmen oft denselben Gesichtern immer wieder, doch normalerweise läuft das gesittet und geordnet ab.
Tatortgesichter bleiben im Tatort und machen höchstens mal Ausflüge in andere Krimis, Mittwochfernsehfilm-Besetzungen sieht man meist auch nur dort und in ähnlichen Formaten, Pilcherschönlinge verlassen ihre Schmonzettenwelt nicht und Serienleute werden von Serie zu Serie recycelt.

Hier aber spielen Tatörtler neben Vorabendserienstars (ok ehemaligen), dazwischen Schauspieler, die in Märchen mal Könige spielten, ein Herzkino-Gesicht und bei einigen anderen weiß ich gar nicht, woher ich die überhaupt kenne. Ach so, jemand von der RTL-Serie "Die Camper" ist glaub ich auch noch anwesend :wink:

Ein riesiges Kompliment an Alexandra Neldel in der Hauptrolle. Bisher war ich kein großer Fan von ihr, bis auf ihre gzsz-Zeit, wo ich sie süß und talentiert fand.
Was nachher kam, interessierte mich kaum und überzeugte mich auch nicht so recht. Hab aber kaum was gesehen, da sie eher in Filmenarten mitwirkte, die ich meide.

Aber hier - toll toll! Wie sie mit dem Kopf, den Augen, dem Körper knickst - ich wusste gar nicht, dass es so viele Arten von Knicksen gibt - ihre Ausgelassenheit, ihre Ernsthaftigkeit und ihr "Einsatz" in der Einkerkerungs- und Vergewaltigungsszene.... also ich bin echt begeistert und das bin ich nicht so oft bei deutschen Schauspielerinnen.
Die Rolle steht ihr auch gut zu Gesicht. Mädchenhaft wirkt sie und völlig eingebunden in ihre Zeit.

tja, die story kann man wahrscheinlich vergessen. Dachte ich. Egal, es lohnt dennoch aus o.g. Gründen. Dachte ich.

Muss ich korrigieren, die storyline entwickelt sich prächtig und fesselt mich tatsächlich. Es ist nicht nur eine sinnfreie Liebesschmonzette mit ein paar säbelrasselnden Spezialeffekten.

Die Brutalität ist bei Minute 26 so bei mir angekommen, dass sich mir fast ein Tränchen aus dem Auge schmuggelte. Wobei, bin eher entsetzt als gefühlsduselig gepackt.
Deshalb auch ein Hoch auf die Kameraführung und die Beleuchtung.

Ich schreib ja völlig gaga Kritiken oft mitten im Text... nicht am Ende, wie es sich geziemt. Diesmal brauch ich aber wirklich eine Pause und geh erstmal eine Runde kochen, bevor es dann weitergeht.

Film kann ich so und so schon mal keck empfehlen!

.. ich neige fast dazu, anzunehmen, der Film basiert auf überlieferten echten Begebenheiten, bin da aber nicht sicher. Ich hab oft ein Gefühl für sowas. Naja, oder wundere mich eher, wie gut gelungen ein Film doch ist, bis ich lese, er beruht auf Tatsachen oder ist autobiographisch. Mal sehen. Find ich sicher noch raus.
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Re: Filme, die man gesehen haben muss....

Beitragvon Klaus » Fr, 05.02.2016 19:48


Ich weiß nicht, ob man den nachstehenden Psychothriller gesehen haben muss, jedenfalls möchte ich selbigen nicht mehr missen! :D

Dressed to Kill (USA 1980)

Ich persönlich halte diesen Spielfilm für Brian De Palmas beste Arbeit überhaupt, der deutliche Parallelen zu "Psycho" aufweist, zumal De Palma hiermit seinem Vorbild Alfred Hitchcock eine Art Hommage erweisen wollte. Aber während Hitchs Meisterwerk am Anfang lediglich eine spärlich bekleidete Janet Leigh weit weg von einer Dusche zeigt, geht es bei De Palma gleich zu Beginn unter der Dusche zwischen einer verführerischen Angie Dickinson als Kate Miller im Evaskostüm und einem Fantasielover heftig zur Sache. Diese Einstiegsszene ließ bestimmt schon viele Männerherzen höherschlagen, aber ihren eigenen Gatten offensichtlich kalt, der sich dabei seelenruhig weiterrasiert und dabei eher gelangweilt aussieht. :?

Während es anschließend in Kate Millers Gespräch mit ihrem Psychiater Dr. Robert Elliott (Michael Caine in Höchstform!) sowie einem nahezu endlosen Museumsbesuch, bei dem sie einen ihr unbekannten Mann trifft, noch vergleichsweise ruhig zugeht, nimmt der Film mit einer Taxifahrt, die auf dem Rücksitz an wilden Aktionen zwischen den beiden ihresgleichen sucht, buchstäblich voll Fahrt auf. Und als Kates offensichtlich sexuell geschlauchter Lover im Schlaf neue Energien auflädt, verlässt sie das Hotelzimmer nach einer Hiobsbotschaft panikartig und wird anschließend im Fahrstuhl von einer unbekannten Blondine mit einem Rasiermesser brutal niedergemetzelt, wobei die Prostituierte Liz Blake zufällig Zeugin des Mordes wird. Diese Szene war in früheren TV-Ausstrahlungen und auf Video noch ungekürzt zu sehen, wurde dann aber für die DVD-Veröffentlichung im wahrsten Sinne geschnitten und ist seitdem auch im deutschen Fernsehen nur noch gekürzt zu sehen.

Der Film gleicht danach einer wilden Achterbahnfahrt, es geht rauf und runter, in dem sich wilde Verfolgungsjagden auf den Straßen sowie in der U-Bahn New Yorks mit Szenen in ruhigeren Gewässern abwechseln, wobei De Palma das Publikum mittels eines TV-Berichts über Transsexuelle, den sich Dr. Elliott äußerst interessiert ansieht, erstmals an der richtigen Fährte schnuppern lässt. :twisted:

Nachdem Liz mit dem Sohn der Ermordeten die blonde Mörderin auf einem Foto identifiziert hat, als diese Dr. Elliotts Praxis verlässt, holt sie sich bei ihm unter einem Vorwand einen Termin und versucht Elliott mit einem wahren Dauerfeuer an weiblichen Waffen zu verführen, um auf diese Weise an den Namen und die Adresse dieser Blondine zu kommen. Als der wahre Mörder dann auch Liz ermorden will, wird er von einer Polizistin angeschossen und landet schließlich in einer Nervenheilanstalt. Kurz darauf entkommt er jedoch aus der Anstalt und greift Liz, die vorher ebenfalls unter der (Psycho!)Dusche stand, im Badezimmer erneut mit einem Rasiermesser an und schneidet ihr die Kehle durch, was ebenfalls auf DVD gekürzt wurde. Liz wacht schreiend auf – der Angriff war nur ein Albtraum, was man durchaus als krönenden Abschluss dieses meisterlichen Psychothrillers bezeichnen kann.

Hervorzuheben wären noch die brillante Filmmusik von Pino Donaggio sowie die hervorragende Synchro, natürlich mit Jürgen Thormann für "seinen" Michael Caine! :klatsch:

Gruß
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Re: Filme, die man gesehen haben muss....

Beitragvon Ken Franklin » Mi, 08.03.2017 03:48


Netter Thread! :smoke:

Viele der genannten Filme würde ich unterstreichen und gebe mal

Die zwölf Geschworenen

hinzu. Für jeden Soziologen bzw. Psychologen und derer, die es gerne wären, ein must seen movie. 12 unterschiedliche Charaktere, jeder mit seinen eigenen Schwächen behaftet, versuchen einen einstimmigen Konsens zu finden.

Hercule Poirot - Tod auf dem Nil und Das Böse unter der Sonne

Sir Peter Ustinov als belgischer Meisterdetektiv - brilliant! Beide Filme sind für mich auf einer Stufe und sollten m. E. hintereinander angeschaut werden. Ustinov´s dritter Poirot, Rendezvous mit einer Leiche, ist dann hingegen schon deutlich schwächer!
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