Bewertet "Etüde in schwarz"

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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon dille » Di, 11.08.2009 16:00


Stephan1810 hat geschrieben:Ich bin mir nicht zu 100% sicher, denke aber, dass Columbo von einer Vergiftung durch das ausströmende Gas im Herd ausgegangen ist.


So muss das sein. Das Gas wird in vergleichsweise geringerer Konzentration im Wohnraum vorhanden gewesen sein, gerade ausreichend für eine tödliche Dosis für einen Kakadu. Dann hätte Columbo dies aber ruhig noch mit sagen können, als er dieses Argument anführte, für Zuschauer wie mich, die in Chemie 'n bisschen länger brauchen. ;-)
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Stephan1810 » Di, 11.08.2009 17:10


Wundert mich ehrlich gesagt auch, dass nicht wenigstens einer, der den Raum betreten hat, gesagt hat: "Hier riecht es nach Gas". Das wäre doch die erste Reaktion, zumal auch die Gefahr bestehen könnte, dass noch irgendwo Gas ausströmt oder unser lieber Inspector mit seiner Zigarre in die Luft fliegt. 8O
Hehe, an der Stelle hätte man dann auch einen kleinen Witz einbauen können: "Columbo, kommen Sie sofort zur Wohnung von Jenifer Welles. Wir haben eine Leiche gefunden. Und lassen Sie dieses Mal ihre Zigarre aus...dies könnte sonst ihr Einsatz gewesen sein." Columbo sagt: "Mh...ja...ich verstehe." und raucht weiter. Erst kurz vor der Tür schlägt er sich an die Stirn und drückt dann die Zigarre aus oder alternativ: er gibt die glühende Zigarre einem draußen stehenden Polizisten und fragt: "Würden Sie bitte kurz für mich darauf aufpassen?" :wink:

Und, wie du auch angemerkt hast, hätte man eventuell auch darauf hinweisen können, dass der Kakadu wohl dadurch zugrunde gegangen ist. Aber meiner Meinung nach hätte Jessica, selbst wenn sie sich wirklich umbringen wollte, vielleicht auch gedacht, dass es ausreicht, die Tür zu schließen und den Kakadu so zu schützen. Ist eben kein eindeutiger Hinweis, aber dennoch ein interessanter Ansatzpunkt.
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon dille » Di, 11.08.2009 20:07


Wäre in der Tat humorvoller als die völlig deplatzierte Einlage in Benedict's Haus, die einzig und allein darauf hinaus lief zu demonstrieren, dass man als Polizist zu wenig verdient.

Was mir im Zusammenhang mit der Garagensache noch einfällt: Könnte es nicht sein, dass Benedict den Wagen nicht wieder IN die Garage gefahren hat, sondern VOR die Garage gestellt hat und dann nachher gesagt hätte, dass ein Monteur den Wagen bereits nach draußen gestellt hätte? Er hat Columbo ja auch weismachen wollen, dass ein Mechaniker den Wagen vielleicht Probe gefahren haben könnte und so die 12 km mehr auf dem Tacho zustande kamen.
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Stephan1810 » Di, 11.08.2009 20:23


dille hat geschrieben:Was mir im Zusammenhang mit der Garagensache noch einfällt: Könnte es nicht sein, dass Benedict den Wagen nicht wieder IN die Garage gefahren hat, sondern VOR die Garage gestellt hat und dann nachher gesagt hätte, dass ein Monteur den Wagen bereits nach draußen gestellt hätte? Er hat Columbo ja auch weismachen wollen, dass ein Mechaniker den Wagen vielleicht Probe gefahren haben könnte und so die 12 km mehr auf dem Tacho zustande kamen.


Das wäre zwar eine mögliche Erklärung, ich kann mir das von der Logik her aber nicht wirklich vorstellen. Benedict hätte in dem Fall schon den Werkstattleiter schmieren müssen, da der Inspector diesen fragt, ob die Wagen über nacht immer draußen stehen. Seine Antwort ist sinngemäß, dass die Autos der Kunden immer in der Werkstatt eingeschlossen werden. Sonst hätte er sicher gesagt, dass das Auto von Benedict komischerweise am Morgen draußen stand und damit das ohnehin schlechte Alibi von Benedict (wer weiß schon nicht, dass der Kilometerstand bei einem Werkstattbesuch notiert wird) wäre hinfällig. Außerdem meine ich mich zu erinnern, dass Columbo bei der Überführung auch sagt, Benedict hätte nach dem Mord das Auto zurück in die Garage gebracht. Bin aber nicht ganz sicher. Naja, wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben :noidea:

Eine Möglichkeit, die ich noch sehen würde: Er klemmt (bevor er das Tor zufallen lässt) einen Gegenstand dazwischen und diese Szene wird (warum auch immer) nicht gezeigt. Aber selbst dann würde ich das Tor vorsichtig schließen, bevor der Gegenstand in die Halle fliegt und da auf einmal auf dem Boden rumliegt :?
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon zimtspinne » Di, 11.08.2009 21:09


und was ist mit dem Gelände der Werkstatt?
Ist das einfach so von außen begehbar? Zumal der Inhaber seine (teuren) Wagen nachts draußen herumstehen lässt. Das ist ja keine normale Autowerkstatt, sondern eine für gehobenere Kreise.
Dass da einer so leicht an sein in einer Garage abgestelltes Auto gelangt, mal eben das Badfenster offenstehen lassen, kommt mir komisch vor. Was ist mit Alarmanlagen? Überwachungskameras?
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon columbo93 » Mo, 07.09.2009 18:29


Alexander Benedict ist ein berühmter und engagierter Dirigent. Obwohl er verheiratet ist, hat er ein Verhältnis mit der Pianistin Jenifer Welles. Diese will aber nicht weiter nur seine heimliche Geliebte sein, sondern möchte, dass sich Alex zu ihr bekennt und sich von seiner Frau scheiden lässt. Ansonsten droht sie ihm, das Verhältnis in der Öffentlichkeit preiszugeben. Da jedoch Alex Schwiegermutter sein Leben finanziert, beschließt er, Jenifer umzubringen. Hierzu verschafft er sich ein gutes Alibi. Am Morgen eines großen Konzertes bringt er seinen Wagen in die Werkstatt. Dann begibt er sich zum Konzerthaus und gibt vor, sich einige Zeit hinzulegen. Heimlich schleicht er jedoch aus dem Haus, klaut seinen Wagen aus der Werkstatt und fährt zu Jenifer, um sie in ihrer Wohnung umzubringen: Er schlägt sie bewusstlos, dreht den Gashahn auf und spannt in die Schreibmaschine einen bereits vorher geschriebenen Abschiedsbrief ein. Dann bringt er den Wagen zurück in die Werkstatt und begibt sich wieder ins Konzerthaus. Am Abend des Konzertes erscheint Jenifer natürlich nicht, Alex regt sich darüber auf und beschließt, das Konzert ohne Jenifer stattfinden zu lassen, während sein Assistent die Polizei anruft, um nach Jenifer zu sehen. Nach dem Konzert erhält Alex die Nachricht vom Tode Jenifers. Obwohl alle Anzeichen auf Selbstmord hindeuten, glaubt Columbo an einen Mord. Am Tatort treffen sich schließlich Benedict und Columbo, wo Alex seine Nelke, die er während der Tat dort verloren und beim Konzert vermisst hatte, sich wieder unbemerkt ins Knopfloch seines Fracks steckt. Als Benedict nach Hause kommt, empfängt ihn seine Frau Janice, die den Verdacht hegt, dass Alex ein Verhältnis mit Jenifer hatte, doch er kann sie vom Gegenteil überzeugen. Am nächsten Tag sucht der Inspektor Alex auf, da er noch eine Frage hat. Dabei macht er sich Gedanken über die finanziellen Verhältnisse des Dirigenten, der für sein Haus schon ein beachtliches Vermögen aufwenden musste. Als Benedict sich später seinen Wagen aus der Werkstatt abholen will, trifft er erneut Columbo, der sich fragt, warum sich Jenifer Welles umgebracht hat, da es für ihn keine plausible Erklärung gibt. Columbo erklärt, dass er vermutet, dass es ein Mord gewesen sein könnte. Es gibt auch einige Dinge, die darauf hindeuten. Doch Alex hat scheinbar für alles eine Erklärung. Schließlich bringt Columbo die Schreibmaschine von Jenifer mit, anhand derer er erklärt, dass das Blatt mit dem Abschiedsbrief erst beschrieben, dann herausgenommen und wieder eingespannt wurde. Columbo vermutet, dass es sich um einen Mord handle und er Alex für den Mörder hält. Er erzählt von seiner Theorie, die genau den Tathergang beschreibt. Anhand des Kilometerstandes des Wagens erklärt Columbo, dass Alex seinen Wagen aus der Werkstatt gestohlen hat. Auch wenn das noch kein endgültiger Beweis ist, hat Columbo seine Vorgesetzten davon überzeugt, dass es sich um einen Mord handelt und er diesen Fall bearbeitet. Der Inspektor trifft sich mit Paul, einem früheren Freund von Jenifer. Von diesem erfährt er, dass sich Jenifer Welles von ihm wegen "eines anderen, bedeutenden Mannes" getrennt hat. Columbo sucht wieder Benedict auf und berichtet dessen Frau von der Beziehung Jenifers zu einem Unbekannten. Von einem Nachbarskind, Audrey, erfährt Columbo, dass dieser neue Freund von Jenifer auch am Tag des Mordes bei ihr war. Doch das Mädchen identifiziert Paul als diesen Mann. Der erklärt jedoch, dass ihm niemand geöffnet hat, als er am Mordabend dort war. Als Columbo durch Zufall erfährt, dass es eine Videoaufzeichnung des Konzerts gibt, fällt ihm auf, dass Alex dort keine Nelke in seinem Knopfloch trägt, dieser am Abend des Mordes diese sich aber in Jenifers Wohnung wieder angesteckt hat. Dies beweist auch ein Video von einem Fernsehsender, der vor dem Haus von Miss Welles ein Interview mit Benedict geführt hatte. Zwar erklärt Alex, dass er sich die Blume unmittelbar nach dem Konzert angesteckt hätte, doch seine Frau bestätigt diese Aussage nicht. Benedict lässt sich verhaften. Erstmals seit dem Pilotfilm wieder ein 90-Minuten-Columbo-Fall.

Sehr schöne Szenen: Während das Konzert läuft, findet die Polizei die tote Jenifer Welles. Man sieht beide Schauplätze und hört die ganze Zeit über die Musik des Konzertes. Leider wird am Ende dieser Szenenfolge ein Standbild des Dirigenten gezeigt, als er ahnt, welches Indiz ihn am Tatort entlarven könnte. Das soll wohl besonders effektvoll sein, wirkt aber eher deplaziert.

Im Gegensatz zu einigen vorhergehenden Fällen, wo Columbo so getan hat, als ob ihm der Fall abgenommen wurde, verhält es sich hier bei dieser Episode. Als der Inspektor Alex von seiner Mordtheorie erzählt und dieser sich nicht davon beeindrucken lässt, verhält sich der Inspektor sehr souverän und ernst und berichtet, dass ihm der Fall offiziell übertragen wurde. Es klappen also wirklich beide Varianten.

Aufgrund der Länge der Episode konnten sich die Produzenten endlich mal wieder Zeit für viele Details nehmen, und gerade diese Kleinigkeiten machen ja einen Columbo-Film immer wieder sehenswert! So erfahren wir hier überdurchschnittlich viel über Columbos Privatleben und nicht zuletzt bekommt dieses ja einen entscheidenden Zusatz, seinen Hund.eine kongeniale folge, mit vielen witzigen szenen(hund im auto, beim tierartzt)

toller musik und einer etwas wackligen, aber dennoch recht tollen auflösung
hier läuft columbo zu absoluter hochform auf :neig: :neig: :neig: :neig:

gruss columbo93, ein wirklich tolle folge :neig:
Zuletzt geändert von columbo93 am Mo, 26.04.2010 17:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon sagittarius » So, 07.03.2010 11:59


Alex Benedicts Einfall ist auf den ersten Blick ganz gut: Er übergibt sein Auto einer Werkstatt, wo es über Nacht steht, dringt heimlich ein, stiehlt sein eigenes Auto und fährt damit zum Ort, wo er einen Mord begeht. Sein Auto erfüllt also einen doppelten Zweck: Es ist ein Transportmittel und zugleich ein Alibi, denn angeblich kann er es nicht benutzen.

Hier gibt es aber eine Reihe von Fragen: Kann man wirklich so unbemerkt eindringen? Gibt es Alarm- oder Überwachungsanlagen? Als Betreiber der Werkstatt würde ich mich immer überzeugen, dass alle Türen und Fenster verschlossen sind. Und wie hat Benedict das Auto zurückgebracht? Fenster und Tor wurden doch verschlossen. Wohlweislich wird die Rückkehr nicht gezeigt. Nun gut, Benedict kennt vielleicht die Örtlichkeit, sonst hätte er diese Vorgehensweise nicht gewählt. Es ist keine Empfehlung für eine Werkstatt, wenn so leicht und unbemerkt ein Auto gestohlen und wieder zurückgebracht werden kann.

Mord oder Selbstmord? Columbo tippt auf Mord, u. a. wegen der Schreibmaschine, weil ein Blatt rausgenommen und wieder eingeführt wurde, ohne erneut beschrieben zu werden. Aber ein Selbstmörder befindet sich in einer extremen psychischen Situation und verhält sich nicht normal (siehe Beitrag von zimtspinne). Columbo kann also nicht sicher auf Mord oder Selbstmord schließen. Aber Columbo hat Glück: "Sie haben mir den Fall übertragen. Denn das ist mein Spezialgebiet: Mord!" sagt Columbo zu Benedict.

So nimmt das Verhängnis für Benedict seinen Lauf. Die Hauptrolle in diesem Columbo spielt eine Blume. Sie fällt beim Mord auf den Boden, was zunächst nur der Kameramann bemerkt, Benedict erst während des Konzerts. Er eilt in Jennifer Wells Wohnung und kann die Blume halbwegs unauffällig bergen. Problem gelöst? Denkste! Er steckt sich die Blume an und wird kurz danach von Kameras gefilmt. Das wird sein Untergang. Wo kommt die Blume her? Er kann sie sich ja nach dem Konzert angesteckt haben, aber wenn Mrs. Benedict aussagt, dass ihr Mann beim Verlassen des Konzertsaals keine Blume getragen hat und sie sich da sicher ist, stellt sich die Frage, wo Benedict die Blume herhat, wenn nicht aus der Wohnung der Toten?

Dann sind da noch die 12 gefahrenen Kilometer, während der Wagen in der Werkstatt stand und die genau reichen, um zu Miss Wells Wohnung zu fahren und wieder zurück. Ärgerlich ist aber, dass Columbo sich nicht vergewissert, ob nicht ein Mechaniker eine Testfahrt gemacht hat. Da sollte man doch sicher sein.

Nervend finde ich die Neiddiskussion in Benedicts Haus, was wohl ein verunglückter Gag ist. Auch Columbo am Klavier hätte ich mir erspart. Das kluge Mädchen hat mich amüsiert. Wenn sie sagt: "Ein typisch männliches chauvinistisches Kompliment ... Sie (Miss Welles) hat mir beigebracht, mit Männern umzugehen", dann hat sie von Miss Welles viel gelernt. :)

Das Klassikumfeld gefällt mir, der Mordplan ist riskant und gewagt (wer nicht wagt, der nicht gewinnt). Wegen einiger Längen schwankte ich lange zwischen 3 und 4 Punkten, stimmte dann doch für 4 Punkte. Man hätte einen 70-Minuten-Film daraus machen sollen.
Zuletzt geändert von sagittarius am Fr, 07.05.2010 14:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Topi » Mo, 22.03.2010 11:48


Zunächst mal, ich mag die Folge sehr.
Toll, die Blume in der Sonnenbrille.
Toll die Bernsteinparodie. Leonard Bernstein soll sehr exzentrisch grwesen sein. Ich hab gelesen, dass er oft 2 Sonnenbrillen übereinander trug, weil ihn das Sonnenlicht so nervte.

Sehr schön, die Mamma von Gwyneth Paltrow. Elegant und stilvoll. Ich liebe zudem Cassvates.
Sein Dirigentengefuchtel ging mir zwar auf den Geist - trotzdem, hab ihm gerne zugesehen.
Freute mich auch über Myrna Loys Auftritt (der dünne Mann, Mitternachtsspitzen)

Punkte gibt es drei. Ein gut.
Der Kakaduszene war klasse. Leider hab ich das Opfer nict verstanden. Oft sind die bei Columbo ja auch zu dämlich.
Sie erpresst ihn, weil sie eine offizielle Verbindung will und droht der Gattin alles zu verraten? Sehr komisch.
Ich dachte das Petzen wär die Rache der verschmähten Geliebten?


sagittarius hat geschrieben:Mord oder Selbstmord? Columbo tippt auf Mord. Columbo kann ... nicht sicher auf Mord oder Selbstmord schließen. Aber Columbo hat Glück:


Nenn es Glück. columbo ist ein Terrier mit einer Witterung für Mord. Er ahnt anfangs immer mehr, als dass er weiß.
Und bedenke: Wir sehen ja nur die Fäle, in denen er recht hat, nicht die, in denen er sich geirrt hat. :)
Am Ende sehen wir vielleicht auch nur die, die in denen er den Mörder zu Strecke bringt und nicht die, in denen ihm sein Wild entschlüpft ist... :)


sagittarius hat geschrieben:Dann sind da noch die 12 gefahrenen Kilometer, während der Wagen in der Werkstatt stand und die genau reichen, um zu Miss Wells Wohnung zu fahren und wieder zurück. Ärgerlich ist aber, dass Columbo sich nicht vergewissert, ob nicht ein Mechaniker eine Testfahrt gemacht hat. Da sollte man doch sicher sein.


Macht nicht gerade die vermeintliche Unsicherheit den Mörder unsicher?

Zur Diskussion ums Haus: Dafür ist die Folge hier schon gescholten worden.
Ich fands lustig. Wir erfahren, was der Inspektor verdient.
Ich hab´s auch anders verstanden.
Columbo drückt dem Dirigenten aufs Auge, dass er eine reiche Frau hat - und eine Trennung wohl ein Verlust an Geld bedeutet.
(Natürlich verdient ein Stardirigent üppig, aber die blonde Ehefrau schien ja aus sehr reichem Hause zu stammen.


sagittarius hat geschrieben:Auch Columbo am Klavier hätte ich mir erspart.


Oh ja, ich auch. Das Geklimper war auch viel zu lang. Nach 5 Takten weiß man, welche Melodie gemeint ist.

Witzig, dass der Jazzmusiker dann der ehrlich Liebende, Anständige ist. Der Herr in Frack und Fliege dagegen der Fiesling und das Opfer war ja auch nicht ohne.

Leute hört mehr Freejazz und guckt euch die Independentkunst an, wollte uns John Cassavates wohl sagen!!!

Botschaft angekommen.

Grüße
topi
Legen Sie Ihren italienischen Namen ab und beißen Sie erstmal auf nichts Hartes.
Topi
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Mr. Brimmer » Mi, 19.05.2010 19:54


Finde dass Cassavetes seine Rolle ganz tapfer spielt.
Er hat eine gewisse Ausstrahlung und mal abgesehen
von ihm in " Aktion " nehm ich ihm den Künstler von
seinem Spiel und seiner Person her auch ab. Das Spiel
zwischen ihm und Columbo kommt aber nicht richtig in
Gang. Absolut überflüssig und störend ist die nachgedrehte
Szene wo der Inspektor Benedict in seinem Haus besucht
und umständlich auf dessen Einkünfte und Bezüge zu sprechen
kommt. Seine Frau weis einerseits dass er seine Affären hat,
( " erzähl mir nichts Alex, ich kenn dich zu gut. ") spricht ihn
aber doch anscheinend öfter drauf an worauf er natürlich
dann verneint. Was soll das ?
Wenns ihr egal ist was soll die Fragerei ? Andererseits müsste
sie Konsequenzen ziehen, was sie wohl auch nicht will. Umso
überraschender dass sie am Ende nicht bereit ist für ihn zu lügen.
Das er extra sein Auto aus der Werkstatt entwendet um den Mord
zu begehen ist sehr ungeschickt. Mal abgesehen vom Kilometerstand
hätte ihn auch sonst jemand erwischen oder sehen können. Viel
zu gefährlich. Das hätte er auch besser lösen können. Die Idee mit
der Blume ist nett, aber wohl kaum ein richtiger Beweis seiner Schuld.
Durchschnittlicher Fall. 3 Punkte
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Doc Brown » Fr, 17.06.2011 19:28


Ich gebe 3 Punkte.

sagittarius hat geschrieben: Man hätte einen 70-Minuten-Film daraus machen sollen.

Damit ist schon fast alles gesagt. Der Mittelteil zieht sich doch ziemlich... :?

Benedict würde ich eher im hinteren Drittel meiner persönlichen Columbo-Mörder-Skala ansiedeln. Er spielt den Komponisten zwar glaubhaft, aber dennoch ohne die letzte Überzeugung. Es fehlt der gewisse Verve. Das wirkt sich dann auch negativ auf das Zusammenspiel zwischen ihm und Columbo aus, denn das will auch nicht so richtig in Gang kommen. Benedict glänzt weder durch Eloquenz noch durch überdurchschnittliche Intelligenz. Ich finde einfach keine Eigenschaft an ihm, die ich hervorheben könnte. ?-/

Vielleicht liegt mein eher unterkühlter Eindruck von dieser Episode auch daran, dass ich mit Klassik nicht viel anfangen kann. Es gibt schlimmere Musik, aber ich habe mir noch nie bewusst klassische Musik angehört.

Was nervt sind zum einen das neunmalkluge Mädchen (welche zehnjährige kenn schon den Begriff Chauvinismus?) und Columbos Gejammer über sein Gehalt und sein latenter Neid auf Benedicts Haus. Die Szene hätte man sich wirklich sparen können.

Die Indiziensuche ist vorhanden (Kilometerstand, Schreibmaschine,…), aber der große a-ha-Effekt bleibt aus. Die Überführung bleibt überraschungsfrei.

Letztendlich also 3 Punkte und damit immer noch ein leicht überdurchschnittlicher Film. An Columbo Maßstäben gemessen ist diese Episode aber eher eine Enttäuschung. :(
Döp döp döp de de döp döp döp
(H.P. Baxxter)
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Devlin » Mo, 25.06.2012 15:09


Etüde in Schwarz zählt nicht zu meinen absoluten Lieblingsfolgen aber ich finde die Episode trotzdem sehr gut.
Das Motiv ist klar und eindeutig, der Mord ist gelungen durchgeführt als getarnter Suizid.

Die Szene mit der Blume in der Sonnenbrille als Benedict den Tatort aufsucht fand ich immer sehr gut.

Benedict will/kann sich eine Scheidung nicht leisten, Mrs. Benedict merkt das ihr Gatte in fremden Gewässern fischt, kann aber nicht mit ihm brechen weil sie ihn liebt. Dies ist auch in der realen Welt oft so.

John Cassavetes als Benedict finde ich gut, den Dirigenten hätte er wohl besser spielen können, aber sein Ausdruck und seine Sprüche sind toll. Das Zusammenspiel mit Columbo ist stabiler Durchschnitt. Die Szene im Haus des Dirigenten, in der Columbo so unverschähmt über dessen Einkommen nachfragt bräuchte es nicht wirklich, fand aber die Szene immer recht amüsant.

Das Finale find ich nicht so schlecht. Eher etwas lang, aber das mit der fehlenden Blume beim Konzert war mir beim ersten schauen auch nicht aufgefallen.

Gut gefallen haben mir auch Lizzy Fielding und Paul Rifkin und die Musik im Jazzclub.
Dazu Columbo in der Hollywood Bowl 8)
Ich vergebe 4 Punkte!
So weit ____ und nicht weiter!
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Tiktaalik » Mo, 10.09.2012 18:34


Auffällig ist, dass in den ersten 2,5 Minuten nicht gesprochen wird. Man sieht lediglich Alexander Benedict, der von Musik begleitet wird. Die Idee ist zwar schön, aber die Musik gefällt mir nicht. Außerdem hätte in diese Situation eine langsamere Musik mMn besser gepasst. Die Idee, seinen Wagen in die Werkstatt zu geben und für den Mord dort einzubrechen, ist originell und gefällt mir gut. Irritiert hat mich, dass er beim Mord an Jenifer Welles einen Sturz vom Stuhl ausprobiert. Er tarnt seinen Mord schließlich nicht als Unfall, sondern als Selbstmord. Ebenfalls merkwürdig ist, dass dieser Sturz im weiteren Verlauf keine Rolle spielt. Ebenfalls nicht gefallen hat mir, dass dem Zuschauer gezeigt wird, dass Benedict die Blume am Tatort verloren hat. Dadurch wurde ein sehr schöner Überraschungseffekt verschenkt.

Die Indizien sind gerade so noch Durchschnitt, aber nur, weil mir beide so gut gefallen. Columbo findet heraus, dass der Abschiedsbrief aus der Schreibmaschine entfernt und wieder hineingeschoben wurde. Zudem ist der Kilometerstand von Benedicts Wagen zu hoch. Überhaupt nicht gefällt mir, dass diese beiden einzigen Indizien erst nach knapp 60(!) Minuten erwähnt werden. Direkt danach sagt Columbo zu Benedict, dass er ihn für den Mörder hält. Den Sinn verstehe ich nicht, denn normalerweise sagt er so etwas nur, wenn er den Mörder zu einem Fehler zwingen möchte. Das ist hier nicht der Fall, weil alle
Beweise bereits vorhanden sind. Der Schlussbeweis ist nur gut. Er wäre deutlich besser, wenn der Zuschauer nicht so oft durch die Kamera auf ihn hingewiesen worden wäre.

Das Columbo-Mörder-Spiel erhält nur 2 Punkte von mir. Das liegt zum einen daran, dass es durch die wenigen Indizien eingeschränkt wird und zum anderen an der Leistung von Cassavates, für die ich nur 3 Punkte vergebe. Die anderen Darsteller bleiben leider alle blass.

Leider hat auch diese Folge wieder sehr viele Lückenfüller zu bieten: Columbos Gespräch mit Benedict über seinen Verdienst ist völlig deplatziert. Ich weiß nicht, worauf der Inspektor da hinaus wollte. Sein Verhalten ist unverschämt. Die Nebenstory um Rifkin ist langweilig, da der Täter bekannt ist. Auch die Details zu seiner Vergangenheit wecken bei mir kein Interesse. Negativer Höhepunkt ist das neunmalkluge Mädchen Audrey. Es ist völlig unrealistisch, wie es sich für ihr Alter aufführt. Zudem hat sie für die Aufklärung des Mordes keine Relevanz.

Immerhin bietet die Folge ein wenig Humor: Columbos Unterhaltung mit dem Mechaniker in der Werkstatt sowie die vergebliche Namenssuche für seinen Hund.

Dennoch reicht es bei "Etüde in schwarz" nur für 2/5 Punkte.
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon MrGrady » Mo, 10.12.2012 22:00


Wieder eine Folge, an der sich die Geister scheiden (scheint bei der zweiten Staffel ja fast die Regel zu sein). "Etüde in Schwarz" ist für mich gewissermaßen der Gegenentwurf zu "Klatsch kann tödlich sein". In der Klatsch-Folge weiß der Zuschauer nichts über das Motiv des Mordes, in der Etüde-Folge wird ihm sogar das entscheidende Indiz frühzeitig auf dem Silbertablett serviert. Beides tut der sonst üblichen Columbo-Spannung nicht besonders gut, finde ich. Bei "Etüde in Schwarz" leidet vor allem das Ende darunter, die Folge plätschert schon nach 80 Minuten nur noch so dahin. Das neunmalkluge Kind und das Sozial-Neid-Gespräch im Haus des Mörders stören überdies die ansonsten gelungene Atmosphäre.

Trotz dieser Kritikpunkte habe ich mich noch zu 3 Punkten durchringen können, weil mir die Inszenierung der Folge einfach gefällt. Die Regie hat sich große Mühe gegeben, die klassische Musik dramaturgisch mitreißend in die Handlung einzubauen. Mehrmals erwähnt wurde bereits das Konzert, das den Fund der Leiche begleitet. Aber auch der Mord zu einem Klavierstück von Chopin (ich glaube, es ist sogar eine Etüde) passt wunderbar zum Spannungsbogen.

Da "Etüde in Schwarz" nur wenige Jahre nach Kubricks 2001 entstanden ist, war es vermutlich gerade sehr hip, klassische Musik als Soundtrack zu verwenden. Ich jedenfalls mag es sehr, wenn Bild, Schnitt und Musik ein derart stimmiges Gesamtkunstwerk bilden. Gerade bei einem Fernsehfilm hätte ich das nicht erwartet.
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon OpenOcen » Fr, 24.02.2017 11:58


Hier sehe ich eine solide Folge, daher 3 von 5.

Das Thema ist nicht so ganz meins. Das mit der Werkstatt als Alibi fand ich an sich gar nicht so übel.

Die erste Folge mit "Hund" und die Wagen von Columbo spielt auch eine Hauptrolle.

Besonders hat mir gefallen, wie Columbo diesen Mörder Stück für Stück erlegt. Zitat: "Ich habe meine Vorgesetzten überzeugt, der Fall ist jetzt offiziell als Mord eingestuft" und sinngemäß "Oh ich sprach gerade mit ihrer Frau das die Ermordete ein Verhältnis hatte. Ich glaube da bin ich zu weit gegangen. Entschuldigen Sie mich bitte nochmal bei ihr."

Ich mag besonders immer den Satz am Schluss "das ist das letzte Mal, dass ich sie belästige". Aber die Überführung war leider nicht ganz so stark. Sonst wäre ich auf 4 gegangen.
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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Andreas » Do, 06.04.2017 15:40


"Etüde in Schwarz" ist eine Folge, die ich früher wenig mochte, inzwischen aber doch mehr.

Mir sind auch keine Fehler oder Ungereimtheiten in der Handlung aufgefallen. Die Sache mit dem Auto in der Werkstatt fand ich plausibel. Sicher, er hätte auch ein Taxi nehmen können, wie hier im Thread angemerkt wurde; aber auch wenn die Taxifahrer keine Namen aufschreiben, so wäre er doch wohl ziemlich blöd gewesen, wenn er wirklich ein Taxi genommen hätte. Schließlich tritt er noch am Abend desselben Tages im Fernsehen auf und wird dann - voraussichtlich - noch von Presseleuten belagert, wie auch dann geschehen. Da setzt man sich nicht als angehender Mörder kurz zuvor noch in ein Taxi; es soll ja auch unter Taxifahrern Klassikfans geben oder zumindest welche, die täglich Nachrichtensendungen sehen.
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