Bewertet "Etüde in schwarz"

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Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Howie Munson » Mi, 19.07.2006 18:20


Hier meine Eindrücke aus meinem FTB :)

Zweite Runde! Nachdem mich im April mit Veröffentlichung der 1. Staffel das COLUMBO-Fieber gepackt hatte, kann ich die Sichtungen nun endlich fortführen, wenn auch leider vorerst nur wieder acht Folgen lang.

Da sich diese wie ich schon sagte aber auf hohem Niveau (fernab des TV-Niveaus) bewegen und auch gerne mal mit Meisterthrillern konkurrieren können, ist es etwas unangebracht hier von Folgen zu sprechen. Mit Laufzeiten von 70 bis 90 Minuten sind es keine gängigen Episoden einer Serie, sondern Beiträge zu einer TV-Filmreihe, die den wohl populärsten Cop der Fernseh/Filmgeschichte zu bieten hat.

Aber genug damit. Los geht's mit der ersten Episode (jetzt nenn ich's ja doch so) der zweiten Staffel, die gleich mal auf Spielfilmlänge ausgedehnt wurde - sehr zum Missfallen der Darsteller und Schreiber, die den Ursprungsplot prompt ungewollt in die Länge ziehen mussten, so dass einige Szenen in ETUDE IN BLACK augenscheinlich deplatziert wirken.

Plot:

Ein Stardirigent (John Cassavetes) wird von einer Liebhaberin erpresst und muss sich derer entledigen, damit das Frauchen daheim nix mitbekommt und zur Mutter rennt, die den Maestro aus dem Orchester werfen könnte. Ein Blümchen wird dem Mörder dabei zum Verhängnis...


Ok, die Geschichte ist teilweise extrem unglaubwürdig und das Überführungsdetail zeugt nicht wirklich von hoher Kreativität seitens der Autoren und so sind es andere Dinge, die ETUDE IN BLACK zu einem der herausragendsten Beiträge der COLUMBO-Reihe gemacht haben.

Ganz vorne steht John Cassavetes, der eine darstellerische Klasse einbringt, die die Reihe vorher und auch nachher nicht mehr erlebt hat. Es ist eine wahre Freude ihm dabei zuzuschauen, wie er sich voller Diabolik und Arroganz am Ende doch dem "kleinen Mann" geschlagen geben muss und sich dennoch einen denkwürdigen Abgang beschert.

Man merkt zudem, dass die Chemie zwischen dem Mörder und dem Ermittler gestimmt hat (ganz anders sah das z. B. in der nachfolgenden Episode aus); später saß Cassavetes dann für eine Folge auf dem Regiestuhl, als Darsteller wurde er leider nicht mehr eingesetzt.

Ganz groß also die Duelle zwischen Falk und Cassavetes, aber auch in den Nebenrollen sind bekannte Gesichter zu sehen, die nicht weniger überzeugen: Blythe Danner (erst kürzlich in MEET THE FOCKERS gesehen) und Myrna Loy (bekannt aus den THIN MAN-Filmen) fügen der Folge weiteren Glanz zu.

Und dann wird endlich "Hund" eingeführt: in einer grandiosen Szene sehen wir Columbo, wie er beim Arzt sitzt und mit seiner typischen Angst-Miene (er kann gar nicht hinsehen) vor einer Spritze auszuweichen scheint. Ein plötzlicher Anruf scheint den Lieutenant vor der Qual zu retten. Erst später merken wir, dass die Injektion gar nicht für ihn bestimmt war: ein träger dackelartiger Hund mit unglaublich gelangweiltem Gesicht ist in Erscheinung getreten und wir erfahren, dass Columbo sich einen Hund zugelegt hat.

Im weiteren Verlauf der Folge werden immer wieder Namen für den Köter vorgeschlagen, doch keiner will zu dem Viech passen, so dass dieses für den Rest der Serie einfach "Hund" gerufen wird. Es gibt im Verlauf der COLUMBO-Reihe einige köstliche Szenen zwischem dem Lt. und seinem Köter, so dass wir hier eine denkwürdige Einführung eines Charakter miterlebt haben (eine weitaus weniger denkwürdige würde dann in GREENHOUSE JUNGLE folgen).

Schön auch, dass Columbos Auto mal wieder kurz in den Mittelpunkt des Geschehens rückt: als der Lt. während seiner Ermittlungen bei einem Mechaniker aufkreuzt und ihn bittet, mal kurz unter die Haube zu schauen, sagt dieser ihm offen: get rid of it.

Formal sind zudem einige Leckerbissen vorhanden, etwa wenn - wie schon in DEATH LENDS A HAND - mit Reflektionen auf Sonnenbrillgläsern gespielt wird. Ansonsten wissen einige geschickte Kameraeinstellung zu Beginn der Folge zu gefallen. Insgesamt bewegt sich die Inszenierung leicht über dem üblichen TV-Niveau.

Fazit: ein gelungener Auftakt, der sehr viel Lust auf mehr gemacht hat und wo es mal am Plot krankt, bügeln die Darsteller alles locker wieder aus.
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Beitragvon xxxl-Columbo-Fan » So, 12.11.2006 18:27


Wer schaut/hat geschaut heute/am 12.11 Columbo ann???

Ich heute mal nicht, denn ich habe die Folge ohne Werbung auf DVD. Stattdessen werde ich mir Passwort: Swordfish anschauen, ein klasse Film.
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Beitragvon martha » Mi, 15.11.2006 01:58


Ich kann mich noch erinnern, als ich die Folge zum ersten Mal gesehen hab. Bis dahin hatte ich schon einige "Columbos" hinter mir und war bis dahin immer von den Auflösungen begeistert, weil das immer das "i-Tüpfelchen" auf jede Folge war.

Bei "Etude in Schwarz" wurde ich zum ersten Mal enttäuscht, weil ich dachte, das mit der fehlenden Blume im Knopfloch wär nur ein weiteres Indiz, das Alex Benedict in keinster Weise endgültig überführen könnte.
Aber dann fällt ihm seine Frau einfach in den Rücken und der Fall ist geklärt. :(
Ich war doch ziemlich ernüchtert. :!:

Das Problem bei der Folge ist sicherlich der Spannungsbogen.
Der Beginn ist furios: Die Sekunden unmittelbar vor dem Mord aus der Sicht des Kakadus zu zeigen, der durch seine Aufgeregtheit im Käfig den Mord noch an Dramatik steigern lässt, hat mich richtig gefesselt.
Ebenso die parallel laufenden Bilder vom Konzert und dem Auffinden der Leiche durch die Polizei. Das ist eine fantastische Idee, die einen mitreisst.

Der Rest der Folge schleppt sich dann aber doch eher dahin wie ein Trauermarsch(um mal in der Musiksprache zu bleiben).
John Cassevetes hat daran sicher keinen geringen Anteil.
Fast permanent lächelnd, weder arrogant noch diabolisch, ein Künstler ohne irgendwelche Macken, sprachlich nur mit ein paar Anekdoten über Komponisten glänzend, seine monotonen Armbewegungen beim Dirigieren wirken eher wie eine Krankengymnastik für Rheumatiker...
Für mich einer der wenigen farblosen und durchschnittlichen Mörder(neben Robert Vaughn) :(
Ich kann mich der Meinung von "Howie" hier überhaupt nicht anschliessen.

Und was ist mit Columbo los?
Hat ihn der "Sozialneid" gepackt. :?:
Er befragt den Mörder mehr als ausführlich nach seinem Jahresverdienst und den Steuern für das Haus.
Gehört das mit zur Taktik? Aber zu welchem Zweck? Ich hab's auf jeden Fall nicht ganz begriffen, da es doch eigentlich Columbo's Taktik ist, aus der Defensive heraus zu operieren und den Gegner nicht verbal anzugreifen. Das hatte mit vorgetäuschter Höflichkeit nun wirklich nichts mehr zu tun.
Und warum fragt er die Frau des Mörders bei einer Konzertprobe, was "Quasi una fantasia" heisst, obwohl doch bekanntlich italienisches Blut in seinen Adern fliesst.
Mir scheint, dass das Drehbuch für diese Folge in nicht ganz nüchternem Zustand geschrieben wurde. :(

Als Drehbuchautor würde ich auch mal dafür sorgen, dass endlich mal ein Kind(hier das Mädchen) seinem Alter entsprechende Sätze formuliert.
Gibt es in den USA denn wirklich nur neunmalkluge und eingebildete Blagen :?: :o
Bitte, bitte: Ich möchte endlich mal ein halbwegs normales Kind in einem Columbo-Film sehen. :!: :twisted:

Die Indizien sind auch recht dünn gesät(Blatt in der Schreibmaschine, Kilometerstand des Autos) :arrow: unterer Durchschnitt. Zudem werden die wenigen Indizien auch irgendwie nur so beiläufig abgehandelt.(Der vorgetäuschte Sturz des Opfers vom Stuhl vor dem Gasherd wird überhaupt nicht überprüft. Gerade das hätte sicher zu schönen Überlegungen von Columbo führen können.)

Und warum soll der Ex-Geliebte des Opfers, mit dem sie ja offenbar seit längerer Zeit nichts mehr zu tun hatte, unmittelbar vor dem Konzert noch mal zu ihr fahr'n, um mit ihr zu sprechen :?:
Das ist doch alles irgendwie nicht überzeugend und zwingend. Das dient doch nur dazu, einen weiteren Verdächtigen aufzutischen. Dieser Effekt verpufft natürlich bei "Columbo", weil der Mörder ja bekannt ist.

Na ja, nach den vielen wunderbaren Folgen der letzten Wochen sah' ich diesmal betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen. :wink:

2 Punkte für die Musik und den Kakadu(beste darstellerische Leistung :wink: )
:? :?
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Beitragvon Höllenheizer » Do, 16.11.2006 16:46


martha hat geschrieben:Und was ist mit Columbo los?
Hat ihn der "Sozialneid" gepackt. :?:
Er befragt den Mörder mehr als ausführlich nach seinem Jahresverdienst und den Steuern für das Haus. Gehört das mit zur Taktik? Aber zu welchem Zweck?

So kritisch habe ich dich hier noch nicht erlebt 8O . Columbos Neid ist auffällig. Mir hat die Folge eigentlich ganz gut gefallen, weil der Mord clever ausgedacht war. Auch gefielen mir die guten Darsteller.
Das mit der Blume habe ich nicht verstanden. Warum hatte er sie sich angesteckt und warum war das ein absoluter Beweis? Manchmal tut man Dinge aus einer Laune heraus.

Trotzdem: :) :) :) :)
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Beitragvon Columbo-Freak » Do, 16.11.2006 20:44


Mal wieder bin ich absolut einer Meinung mit dir, martha! Kam ja jetzt schon länger nicht mehr vor, aber was du geschrieben hast, kann ich eigentlich nur dick unterstreichen :wink: ! Auch von mir gibt's für diese Folge nur 2 Punkte.
Nochmal in Kurzform meine Eindrücke:

+ schön für Klassikliebhaber
+ tolle Regie (Spielereien am Anfang des Films)
+ Columbo-Trick: Die Frau des Mörders scheinbar beiläufig darauf hinzuweisen, dass ihr Mann sie wahrscheinlich mit dem Opfer betrogen hat (Szene am Tennisplatz) ---> Hilfe für Überführung am Schluss!

- Alles andere! :wink:
- etwas genauer: die Indizien (zu wenige!), die Aufklärung (viel zu billig, kann sich der Zuschauer schon am Anfang denken!), der Mörder und das Columbo-Mörder-Spiel (zu farblos, einfach nur heruntergespielt, kein Pfiff in den Dialogen)
- Gab es eigentlich lustige Szenen in der Folge? Ach ja, die mit dem Mechaniker! Nur eine, und selbst die nur Durchschnitt!

Alles in allem ist das ein Verhältnis Negativ:Positiv von etwa 80:20, da vor allem die (aus meiner Sicht) wichtigen Dinge verbockt wurden. Insofern sind die 2 Punkte sogar noch geschmeichelt.

Grüße
Columbo-Freak

EDIT: Um unseren Freund Yves mache ich mir allmählich richtige Sorgen! Hoffentlich kommt sein Computer bald wieder in Ordnung!
"Und wenn sie noch bis Weihnachten an dieser verfaulten Zigarre lutschen und saugen, sie werden nie das Gegenteil beweisen!" - Janus zu Columbo in Folge 26 "Geld, Macht und Muskeln"
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Beitragvon martha » Fr, 17.11.2006 01:23


Höllenheizer hat geschrieben:So kritisch habe ich dich hier noch nicht erlebt 8O .


Oh, ich glaube da kennst du meine Bewertungen der Folgen "Niemand stirbt zweimal", "Tödliches Comeback", "Geld, Macht und Muskeln" oder "Mord nach Takten" noch nicht.
Da war ich auch schon ganz schön fies. :wink:

Aber du hast natürlich recht, dass die überschwänglichen Bewertungen bei mir eindeutig in der Überzahl sind.
Es gibt aber tatsächlich Folgen, die ich halt nicht so mag, wobei "Etude in Schwarz" dann sicher noch zehnmal besser ist als sämtliche "Derrick"-Spätfolgen.
Doch für die Maßstäbe, die ich an einen "Columbo"-Krimi anlege, erfüllt diese Episode meine Erwartungen einfach nicht.

@"Columbo-Freak"

Tach, "Freak"!
Ich hab' an dich noch 'ne Frage, die mich brennend interessiert. :!:
Nachdem bis auf "Mord nach Rezept" ja jetzt alle alten 90-"Minüter" auf SuperRTL durch sind, wüsste ich gerne mal, wie dein Fazit ausfällt.

Bist du insgesamt zufrieden oder doch eher 'n bisschen enttäuscht, weil dir ja doch einige Folgen weniger oder gar nicht gefallen haben, vor allem die letzten 3 ("Stirb für mich", "Alter schützt vor Torheit nicht" und "Etude in Schwarz", aber auch "Des Teufels Corporal" oder "Mord in eigener Regie"). :?:

Yves wird sicher schon wieder auftauchen. Hoffentlich.
Ich denk da ganz positiv.
Bei "Wer zuletzt lacht" war die Vermisste ja auch auf einmal wieder da. :wink:
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Beitragvon Hollister » Fr, 17.11.2006 16:02


2 Punkte.

Schliesse mich dem allgemeinen Tenor an. Den Mord fand ich überhaupt nicht clever ausgedacht, sondern geradezu schlampig. Warum zieht Benedict den Smoking vor dem Mord an? Zudem hat er kein wirkliches Alibi und für die Deponie des Autos gibt's wahrscheinlich keinen dümmeren Ort als die Werkstatt. Ausserdem dürfte man von einem grossen Schauspieler wie Cassavettes verlangen, dass er sich im Vorfeld ein bisschen in die Materie einarbeitet und dann nicht versucht, uns hilflose Armbewegungen als Dirigieren zu verkaufen. Ein weiteres Ärgernis, ist die im Nachhinein gedrehte Szene, in Benedict's Haus, um die Folge auf 90 Minuten zu strecken. Dass dabei die Haarlänge nicht stimmt, mag man noch verzeihen, aber Columbo's dämliche Fragerei ist geradezu peinlich und überhaupt nicht lustig.
Positiv ist hingegen die Einführung von Hund und das Resume, dass die Folge im Gesamten betrachtet, sich halt doch noch wohltuend von restlichen Krimiserien abhebt. Aber eben für einen Columbo gibt's da nur Note 2.
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Beitragvon Columbo-Freak » Fr, 17.11.2006 21:28


martha hat geschrieben:
@"Columbo-Freak"

Tach, "Freak"!
Ich hab' an dich noch 'ne Frage, die mich brennend interessiert. :!:
Nachdem bis auf "Mord nach Rezept" ja jetzt alle alten 90-"Minüter" auf SuperRTL durch sind, wüsste ich gerne mal, wie dein Fazit ausfällt.

Bist du insgesamt zufrieden oder doch eher 'n bisschen enttäuscht, weil dir ja doch einige Folgen weniger oder gar nicht gefallen haben, vor allem die letzten 3 ("Stirb für mich", "Alter schützt vor Torheit nicht" und "Etude in Schwarz", aber auch "Des Teufels Corporal" oder "Mord in eigener Regie"). :?:

Yves wird sicher schon wieder auftauchen. Hoffentlich.
Ich denk da ganz positiv.
Bei "Wer zuletzt lacht" war die Vermisste ja auch auf einmal wieder da. :wink:


Hi martha!

Also wenn ich dich jetzt richtig verstehe, möchtest du von mir wissen, ob ich die "alten" oder die "neuen" 90-Minüter mehr mag.
Da sag ich ganz klar: Im Durchschnitt haben mir die neuen besser gefallen. Wie du schon richtig erkannt hast, gibt es aus meiner Sicht bei den "alten" zu viele Ausreißer nach unten. Deine Aufzählung trifft da schon ziemlich mein Empfinden, am wenigsten von denen gefällt mir "Alter schützt vor Torheit nicht" und "Etüde in Schwarz". "Mord in eigener Regie" geht noch so, "Des Teufels Corporal" hat wenigstens McGoohan als Mörder :wink: und ist auch sonst irgendwie speziell, "Strib für mich" finde ich gar nicht mal schlecht, die ist "schwächeres Mittelfeld" :wink:. Bei den alten 90-Minütern gibt es noch einige (1, 2, 24, 25, 26, 29, 32, 45) wo ich sage "OK", auch ein paar sehr starke Folgen sind da ("Momentaufnahme für die Ewigkeit", "Wein ist dicker als Blut", "Tod am Strand" fallen mir da so spontan ein). "Der alte Mann und der Tod" bildet sicherlich den Tiefpunkt der ganzen Reihe, zieht den Schnitt auch ziemlich runter :wink: . Enttäuscht in dem Sinne war ich von den ganzen Folgen allgemein gesehen nur ein kleines bisschen, von "Alter schützt vor Torheit nicht" aber schon, zumal die hier so gelobt wurde.
Solche eklatante Schwächen gibt es bei den neueren Episoden eigentlich nicht. Da sind die meisten Episoden im oberen Mittelfeld, einige herausragend ("Wer zuletzt lacht...", "Schleichendes Gift", "Luzifers Schüler", "Der erste und der letzte Mord" um nur mal ein paar zu nennen)! Sicherlich gibt es auch in der 2.Ära Schwachpunkte, so zum Beispiel die letzte Folge "Die letzte Party". Es sind aber eben nicht so viele wie unter den 90-Minütern der 1.Ära!
Wenn ich das alles jetzt begründen soll, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass ich eher ein Fan von straffer Handlung, einem brillantem kriminalistischem Element bin. Und in dieser Hinsicht lassen sich die Macher und auch Columbo selbst in der ersten Ära öfter mal von Belanglosigkeiten ablenken. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich Columbos Anekdoten über seine Familie oder lustige Szenen schlecht bzw. deplatziert finde. Es ist eher so, dass sie wohl dosiert, an den richtigen Zeitpunkten eingesetzt und auch mit einigem an Raffinesse versehen eingesetzt werden müssen.
Vielleicht spielt es auch eine Rolle, dass ich in den 90ern aufgewachsen bin und nicht in den 70ern! Die von vielen immer so hochgelobte "typische Columbo-Atmosphäre aus den ersten Folgen" kann ich so nicht erkennen. Vielleicht ist es auch noch ein Faktor, dass die ersten Columbos, die ich gesehen habe, ausnahmslos neuere Folgen waren. "Keine Spur ist sicher" war zum Beispiel so eine Episode, die in mir das Feuer zum Brennen gebracht hat :wink: .
Das Geschriebene bezieht sich jetzt aber wirklich nur auf den Vergleich alte 90-Minüter <---> neue 90-Minüter, die alten 70-Minüter sind vollkommen außer Acht gelassen worden, das ist wieder eine andere Baustelle :wink: . Von denen war ich bisher zumeist angetan, ich sage nur "Mord in der Botschaft". Aber da kenne ich noch lange nicht alle, da gibt es den finalen Vergleich erst in einem (oder zwei oder drei :wink: Jahren)!

Grüße
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Beitragvon Al » Fr, 17.11.2006 21:48


Für mich gibts für diese Folge auch nur 2 Punkte. Irgendwie wirkte der Mörder etwas lustlos in seinen Aktionen und der Film an sich streckt sich doch arg in die Länge. Columbo zermürbt den Mörder in dieser Folge auch nicht so wie üblich. Schade, das macht doch am meisten Spaß oder ?!? :o
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Beitragvon martha » Sa, 18.11.2006 16:23


@"Columbo-Freak"

Danke für die Antwort, "Freak".
Das war ausführlicher als ich erhofft hatte, aber daran hab' ich mich in den letzten Monaten ja gewöhnt, dass man von dir immer 'ne kenntnisreiche und engagierte Rückmeldung bekommt. :!:

Vor allem, was du über die Dosierung lustiger Szenen schreibst, trifft voll meine Meinung. Ein Negativbeispiel, wo diese Dosierung wirklich voll "aus dem Ruder läuft", ist sicher die Folge "Stirb für mich".

Eine andersgeartete Form, wie man auf gar keinen Fall mit Humor umgehen sollte, fand ich jetzt auch wieder in der Folge "Etude in Schwarz".
Hier wird ein durchaus reizvolles Humorthema angeboten(Columbo trifft auf einen asiatischen Hausdiener), und man wartet gierig auf die Entwicklung eines witzigen Dialogs(bei asiatischen Hausdienern weiß man immer sofort:Hoppla, jetzt wird's spaßig :wink: ).
Doch noch während man denkt, jetzt müsste es langsam aber mal lustig werden, ist die Szene schon wieder vorbei. :o (Der Humor hatte wohl gerade Drehpause :wink: )
Mir ging es dabei so wie 'nem Kleinkind, das 'n Überraschungsei aufmacht, in dem nix zum Spielen drin ist. :cry:

Auch wie man einen vom Ansatz her durchaus interessanten "running-gag" "versemmeln" kann, macht diese Folge deutlich:
Die Suche nach einem gescheiten Namen für "Hund" ist ja vom Prinzip her eine gute Idee. Aber die Namen, die dann von Columbo und dem Tierarzt vorgeschlagen werden("Fido", "Beethoven" oder "Mampfi") haben in etwa den Spaßfaktor Null.
Lustig wär's für mich geworden, wenn man versucht hätte; "Hund" z.B. einen menschlichen Vornamen zu geben("Karl-Heinz", "Detlef" oder "Günter"). Die deutsche Synchronisation kann sich ja wohl auch mal über das amerikanische Original hinwegsetzen. :)
Aufgrund der Trägheit von "Hund" wäre auch "Fußmatte" kein schlechter Name gewesen.

Natürlich ist für mich ein optimaler Columbo-Krimi genauso, wie du ihn beschreibst, "Freak":
straff in der Handlung, streng indizienbezogen und überraschend in der Aufklärung :!:

...aber wenn schon Humor angeboten wird, dann sollte er bitteschön seiner Funktion gerecht werden: er sollte lustig sein :!:
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Beitragvon OnkelDonald » Mi, 11.04.2007 11:43


Ich habe gestern die Staffel 2-4 käuflich erworben und natürlich gleich in der richtigen Reihenfolge weitergeschaut.

Etüde in Schwarz fing wirklich sehr gut an, doch die Story zog sich immer und immer hin. Die Beweise sind zwar OK, aber man merkt dem Film an, dass sie von 70 auf 90 Minuten dehnen mussten, z.B. die Szene wo sie über die Gehälter reden ist völlig unnötig (und wurde von der ARD zurecht geschnitten).
Auch, dass Columbo immer dann beim Tierarzt ist, wenn das Konzert läuft (um 21.00 Uhr, da haben normale Tierärzte nur in Notfällen offen...) ist rein zufällig.
Daher gibt es für diese durchschnittliche Episode einfach nur 3 Punkte.

Meiner Mutter viel übrigens auf, dass das Dirigieren gar nicht zur Musik passt...
Das große Buch für Fans schreibt "es sieht eher nach Speerwurf aus"...

Gruß
Johannes
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Beitragvon Wikinger81 » Sa, 08.03.2008 16:02


Also für mich ist das Motiv und die Durchführung ganz gut gelungen, aber das er nur auf Grund einer fehlenden Blume überführt wird, ist doch etwas unwahrscheinlich. Natürlich wenn man den Kilometerstand des Autos dazu nimmt vielleicht etwas einleuchtender. Das sind aber doch keine handfesten Beweise, oder?

Die Musik ist gut, obwohl seine Bewegungen als Dirigent zu übertrieben sind.

Ich kann mich täuschen, aber ist dies nicht die erste Folge wo "Hund" auftaucht?

Ich habe dieser Episode 4 Punkte gegeben, obwohl ich, nachdem ich den Beitrag geschrieben habe, der Meinung bin, dass die Folge nur 3 Punkte verdient hätte.


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Re:

Beitragvon Venus » Fr, 03.07.2009 19:52


OnkelDonald hat geschrieben:Auch, dass Columbo immer dann beim Tierarzt ist, wenn das Konzert läuft (um 21.00 Uhr, da haben normale Tierärzte nur in Notfällen offen...) ist rein zufällig.
Daher gibt es für diese durchschnittliche Episode einfach nur 3 Punkte.


Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist nichts unmöglich, sicher gibt es auch Tierärzte dort, die längere Öffnungzeiten haben, vielleicht hat der Viehdoktor für unseren Inspektor auch eine Ausnahme gemacht. Diese Folge habe ich diese Woche zum ersten Mal gesehen, durchschnittliche drei Punkte sind angebracht, es gibt ja schlechtere Folgen. Auf jeden Fall ist der Kakadu das schönste Tier, das ich je in einer Columbo Folge gesehen habe! :mrgreen: Was mir sehr gut gefallen hat war, dass Columbo einen Selbstmord ausschloss, da er meinte, dass das Opfer sonst den Vogel freigelassen hätte. Darauf wäre ich gar nicht gekommen!
Venus
 

Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon Jerry » Fr, 31.07.2009 18:33


Eine dünne Folge. Um den Mord aufzuklären brauchte Columbo nur ein scharfes Auge, um die Blume zu sehen. Diese Folge hätte man auch nur 20 Minuten machen können, sie wird soo in die länge gezogen. Aber : Die Aufklärung ist trodzdem gut !

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Re: Bewertet "Etüde in schwarz"

Beitragvon infernogott » Mo, 10.08.2009 00:28


Die Auflösung hat mich am meisten an der Folge gestört. Das mit der Blume war dem Zuschauer ja schon direkt am Anfang klar und für mich war das wirklich kein Beweisstück, was einen Mörder überführen soll.
Zuletzt geändert von infernogott am Mo, 10.08.2009 01:50, insgesamt 1-mal geändert.
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