Bewertet "Stirb für mich"

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23
55%
5/5 überragend
12
29%
 
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon zimtspinne » Mo, 13.07.2009 18:57


ich fand das Ende auch echt blöd. vielleicht, weil ich das Gesamtwerk von Anfang an nicht richtig annehmen konnte... aber ich glaub, es war auch objektiv blöd.

da schießt der Typ schnell mal durchs Fenster, obwohl von dort einfach überhaupt nicht geschossen werden kann (mit Hubschrauber vielleicht? oder Fensterputzmaschine? oder ein Fallschirmspringer?), dann wird mit dem Knalldings ein Knall vorgetäuscht, den man doch als unecht erkennen müsste.... in einer anderen Folge wollte columbo sogar erkennen können, ob es sich um eine Platzpatrone oder scharfe handelt und hat deshalb extra mit einer scharfen Patrone in den Sand geschnossen.
außerdem hätten sie die Waffe im im Tresor bei einer stinknormalen Tatortbsichtigung doch sofort gefunden und identifiziert und festgestellt, dass damit gerade geschossen wurde. der hätte ja seiner Tussi wenigstens auftragen können, die Tasche aus dem Gebäude rauszubringen.
das fand ich alles nicht besonders clever durchdacht.

und wo du das schon erwähnst mit den Hintergründen - ich hab tatsächlich nicht mitbekommen, warum der überhaupt ermordet wurde. jedenfalls nicht so ganz.
ich hätte es vermutlich auch nicht super gefunden, wenn mehr drumherum gestrickt worden wäre, besser wärs aber gewesen.
was ich auch ein wenig plump fand - dass der Politiker immer nur von Verbrechensbekämpfung laberte.... zumindest was ich mitbekam. das war mir alles nicht raffiniert genug.
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon martha » Mo, 13.07.2009 19:54


Mir gefällt die Folge immer besser.
Klar, es gibt Längen, aber sobald Columbo auf Hayward trifft wird 's rasant, kurzweilig und überraschend amüsant.
Die Szene in Haywards Büro ist für mich 'n Musterbeispiel für die perfekte Mischung von kriminalistischer Ermittlung und schnoddriger Gesprächsführung.
Für mich ein absolutes Glanzstück.

Beim Mörder gibt's trotzdem 'n Dilemma.
Einerseits wird dieser gehetzte Politikeralltag von Jackie Cooper blendend dargestellt.
Andererseits wirkt er auf mich eher zu gediegen und wenig abgezockt, als dass ich ihm 'n eiskalten Mord zutrauen würde.
Er hat vom Charakter her sicher die kriminelle Energie für 'ne kleine Steuer-Schummelei, aber Mord...?
Ich find Hayward irgendwie putzig, aber der über Leichen gehende Karrierist schält sich da nicht so recht raus.

Unabhängig davon: Mir hat's insgesamt gestern wieder sehr gut gefallen.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon Jerry » Mo, 13.07.2009 20:00


Finde die Folge ebenfalls sehr gut. Jedoch finde ich die Folge Schreib oder Stirb einfach besser. So, jetzt hol ich mir ne DvD und schaue die Folge Waffen des Bösen . Bin gespannt.
Bis später ...

Schönen Abend noch wünscht euch Jerry
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon Mr. Brimmer » Fr, 17.07.2009 21:13


Das ist eine meiner Lieblingsepisoden. 5 Punkte. Alles
stimmt. Es mag die ein oder andere Ungereimtheit geben,
aber das gibt es in der einen oder anderen Form in jedem
Columbo. Jackie Cooper ist als Abgeordneter absolut klasse
und glaubwürdig. Finde er strahlt viel Charisma aus, was ihn
sehr glaubwürdig macht in der Rolle. Seine Gespräche mit
dem Inspektor sind auf höchstem Niveau und Columbo ist
hier überhaupt sehr konzentriert und präsent , und zwar
die ganze Zeit über. Herrlich wie er Hayward nach Erklärungen
suchen lässt um ihm dann sofort kontra zu geben, weil es
" so nicht gewesen sein kann ". Ob es sich lohnt wegen dieser
grauen Maus von Sekretärin seinen fähigen Manager umzubringen
sei mal so dahingestellt. Die Dialoge zwischen Hayward und Columbo
machen die Folge so gut. Columbo nervt ihn wirklich arg. Besonders
typisch sind Columbos Auftritte im Büro Haywards und da wo gerade
ein Kamerateam da ist um ein Spot mit dem Kandidaten zu drehen und
Columbo da rumsteht und seine Frau befragt....und am Tatort wo er
überall rumrennt und immer wieder vom Vorgesetzten gerufen wird.
Das alles ist Columbo at his best.
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon martha » Fr, 17.07.2009 21:40


Mr. Brimmer hat geschrieben: Seine Gespräche mit
dem Inspektor sind auf höchstem Niveau und Columbo ist
hier überhaupt sehr konzentriert und präsent , und zwar
die ganze Zeit über.


Da kann ich mich absolut anschließen.
Der Mörder wirkt bisweilen zwar recht schroff und ungehobelt, aber die "Columbo-Mörder"-Spiele gehören für mich zum besten, was die Serie hergegeben hat.
Die Szene in Haywards Büro ist atemberaubend intelligent in Szene gesetzt worden.
Der Kontrast zwischen Haywards Hektik und Columbos Phlegma wird hier grandios ausgespielt.
Das ist wirklich 'n Highlight.
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon ahoy y » Mo, 07.09.2009 01:23


eine rundum gelungen episode
vor allem der schlusssatz von columbo ist einfach genial:"Sie sind verhaftet."
wie er das sagt (claus biederstaedt) und die körperhaltung ist genial
"We don't drink and drive, we smoke and fly, haaa haaa haaa."
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon andy_vip » Mo, 25.01.2010 01:56


martha hat geschrieben:Mir gefällt die Folge immer besser.
....

sobald Columbo auf Hayward trifft wird 's rasant, kurzweilig und überraschend amüsant

Dem kann ich mich nur anschließen - die Folge gefällt mir auch immer besser. Columbo absolut gut drauf. Ich hatte eben einen tollen Fernsehabend mit ner Folge, die ich eigentlich schon kannte, aber sehr positiv überrascht war:

das Gewusel am Tatort :"Ach,Hayward wars garnicht..." wird da über den ganzen Tatort gebrüllt und alle wissen es schon oder der Leichenwagen wird nochmal gestoppt- herrlich!!!!! :neig:
Oder die tollen Dialog zwischen Hayward und Columbo - herrlich.
Die Dialoge zwischen dem Kfz-Typ und Columbo genauso toll.

4 Punkte (SEHR GUT) - ganz ganz tolle Folge (und trotzdem gibts immernoch weitaus bessere - es lebe Columbo!)
Habe den allerersten Beitrag in diesem Jahrzehnt hier im Forum verfasst und bin richtig stolz drauf :-) !
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon columbo93 » Mo, 25.01.2010 16:25


Nelson Hayward kandidiert für den Posten eines US-Senators und bekommt offiziell Morddrohungen. Dieses scheint ihn jedoch gegenüber der Presse nicht weiter zu stören, hat er doch auch weiterhin die Absicht, das organisierte Verbrechen zu bekämpfen. Tatsächlich sind die Drohungen jedoch nur eine Erfindung, um Haywards Popularität zu steigern. Privat hat Hayward eine Affäre mit der Sekretärin seiner Frau, Linda Johnson. Das gefällt Harry Stone, Haywards Wahlmanager und heimlicher Strippenzieher, gar nicht, da er schlechte Publicity befürchtet. Daher verbietet dieser Linda, sich weiter mit Nelson zu treffen. Mit Nelson gerät Harry jedoch über das geplante Ende der Beziehung in Streit, aber Nelson gibt nach, da Harry droht, ansonsten dunkle Punkte aus Nelsons Vergangenheit an die Öffentlichkeit zu bringen. Nelson will sich mit Linda treffen, um mit ihr Schluss zu machen. Um der Polizeieskorte, die zu seinem Schutz das Hotel überwacht, zu entkommen, tauschen Nelson und Harry die Jacketts und Wagen. Der Plan funktioniert: Die Polizisten versuchen Harry zu folgen, Nelson kann unbemerkt entkommen. Jedoch fährt Hayward nicht zu Linda, sondern folgt Harry zu seinem Strandhaus, wo er ihn in der Garage erschießt. Anschließend stellt er Harrys Uhr vor, bringt sie zum stehen und fährt zu seiner Frau, der er eine Geburtstags-Überraschungsparty organisiert hat. Den Gästen erzählt er von den vertauschen Jacketts. Dann ruft er anonym die Polizei an und berichtet, dass die Leiche von Nelson in dessen Garage beim Strandhaus liegt. Schnell findet die Polizei heraus, dass der Tote in Wirklichkeit Stone ist und glaubt nun, dass die beiden miteinander verwechselt wurden. Columbo sucht Hayward auf, um ihm von dem Mord zu berichten. Hayward zeigt sich sehr betroffen, da Stone ein enger Freund war. Zunächst einmal fährt er mit seiner Frau für ein paar Tage auf verschiedene Wahlveranstaltungen. Als er zurück kehrt, berichtet Columbo von seinen ersten Theorien zum Mord. So findet es der Inspektor zum Beispiel merkwürdig, wie der Mörder sein Opfer trotz der Dunkelheit erschießen konnte und der Motor des Wagens schon nach so kurzer Zeit wieder kalt war. Auch Hayward hat dafür keine Erklärung. Columbo verhört Linda Johnson, von der er wissen will, wer die Überraschungsparty für Mrs. Hayward organisiert hat, da Harry davon offenbar nichts wusste. Der Inspektor prüft die Richtigkeit der Uhrzeit des Mordes, indem er den Weg vom Tatort zum nächsten Telefon abfährt. Als Columbo Hayward wieder aufsucht, konfrontiert er ihn mit neuen Kleinigkeiten, die ihn noch stören. Unter anderem wundert sich Columbo darüber, von wo der Mörder angerufen haben soll, da in der Nähe des Tatortes kein Telefon zu finden war. Auch kann das Telefongespräch nicht von Strandhaus aus geführt worden sein, da das Gespräch bei der Polizei als Stadtgespräch registriert wurde, von Strandhaus aus als Auswärtsgespräch aufgenommen hätte werden müssen. Außerdem wundert sich der Inspektor über die leicht zu beschädigende Uhr, war doch Stones übrige Kleidung als sehr wiederstandsfähig zu bezeichnen. Da auch Hayward keine Erklärungen für Columbos hartnäckige Fragen findet, schreibt er einen neuen Drohbrief. Am Wahltag präsentiert Nelson diesen Linda und überredet die Unwissende, den Brief der Polizei zu zeigen. Als sich Hayward für kurze Zeit aus der ständigen Polizeiüberwachung entziehen kann, indem er vorgibt, einige Telefonate zu führen, schießt er vom Balkon aus mit einer Pistole mit Schalldämpfer in das leere Zimmer. Anschließend verdeckt er die Einschusslöcher in Fenster und Wand und geht mit seiner Frau wählen. Auf der abendlichen Wahlparty dann zieht sich Hayward wieder in das Zimmer zurück und simuliert mit einem Knallkörper einen Schuss. Die Gäste gehen davon aus, dass auf Hayward geschossen wurde und Nelson knapp verfehlt wurde. Columbo taucht auf und erklärt, dass er die Kugel bereits vor Stunden aus der Wand geholt und den Ballistikern vorgelegt hat, die bestätigten, dass die Kugel aus der Tatwaffe stammt. Hayward wird verhaftet. Insgesamt ein sehr kurzweiliger Fall, nicht zuletzt, weil er mit vielen kleinen Anekdoten aufgefüllt wurden, die Peter Falk mal wieder großartig meisterte.

Die Lösung des Falles selbst ist allerdings ein wenig unspektakulär, weil keines der Kleinigkeiten, die Columbo am Anfang störten, wirklich zur Klärung des Mordes beitrug, sondern der Täter den entscheidenden Fehler erst kurz vor Schluss beging. Dennoch ist es dem Inspektor gelungen, nicht nur den Mörder, sondern auch den Zuschauer zu überraschen.
die folge fehlt noch in meinem bewertungs-rang:

ich gebe der folge ein klares "sehr gut"

sie ist clever gemacht und mal was anderes hier den mord als verwechslung zu tarnen.
sie ist sehr spannend und der schluß, samt auflösung gehört neben der schlaf, der nie endet wohl zu den besten seiner art !

die kugel, die schon vor ner stunde entfernt worden ist ... und der gesichtsausdruck des mörders .. :D :D :D :D

toll, super eine gute folge


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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon sagittarius » Sa, 19.06.2010 12:09


Nelson Hayward führt eine regelrechte Politikerehe. Die Ehefrau ist Trinkerin, kann aber bei öffentlichen Anlässen sicher auftreten. Eine Geliebte gehört zu seinem Status. Hayward will die Kriminalität bekämpfen und sich dafür einsetzen, dass die Straßen sicherer werden. Genau dafür wird Columbo sorgen.

Dieser Fall weist Ungereimtheiten auf. Wie kommt Hayward vor Stone in die Garage am Strandhaus? Stone war doch zuerst losgefahren, stattdessen wartet Hayward auf Stone.

Was soll Columbos Kritzelei und Demonstration von Pappautos auf der Rückseite des Wahlplakats? Ich weiß nicht, worauf Columbo hinaus will, oder liegt es an einer schlechten Übersetzung? Vermutlich will Columbo sagen: Es brannte Licht in der Garage, das Opfer wurde von vorn erschossen, der Mörder muss erkannt haben, dass es nicht Hayward war. Die Gestalten sind auch zu unterschiedlich. Warum dann der Anruf bei der Polizei, Hayward sei getötet worden, wenn gerade der Mörder es besser wissen müsste? Folgerung: Es war keine Verwechslung, und dann ist der eigentliche Besitzer des Jacketts verdächtig.

Hayward ruft tatsächlich von zu Hause (!) die Polizei an? Kann keine Telefongesellschaft das feststellen?

Es gibt aber auch überzeugende Indizien. Da ist die kalte Motorhaube. Columbo fährt die Strecke ab, und es dauert länger, bis der Motor kalt ist als die Zeit zwischen angeblichem Mord und dem Eintreffen der Polizei. Das Auto stand also deutlich vor 21:20 Uhr dort.
Weiterhin: Der Mord geschah angeblich um 21:20 Uhr, aber von wo rief der Mörder drei Minuten später an? Eine relativ nahe Tankstelle hatte an diesem Abend geschlossen. Folgerung: Die Uhrzeit stimmt nicht. Stone starb vor 21:20 Uhr.
Die Herkunft der Uhr gewinnt an Bedeutung. Sie passt nicht zu Stones anderen rustikalen Sachen. Daraus folgt: Die kaputte Uhr war nicht Stones Uhr. Sie wurde ihm untergeschoben. Hayward brauchte eine Uhr, die man leicht zerdeppern kann.
In diesem Zusammenhang gewinnt auch die Tatsache Bedeutung, dass Stone nichts von der Überraschungsparty wusste. Sie dient Hayward als Alibi.
Aber wieso sucht Columbo am Tatort nach einer Möglichkeit zum Telefonieren, wenn er erfährt, dass der Anruf aus der Stadt kam?

So wird Hayward in die Enge getrieben. Er inszeniert ein Attentat auf sich selbst, und zwar in luftiger Höhe. Da hat der Regisseur wohl nicht aufgepasst: Wie soll in dieser Höhe ein Attentäter auf den Balkon gelangen und wieder verschwinden? Oder soll man Hayward die Schuld geben? Immerhin ist er klug genug, die Waffe in einer Tasche hinauszuschmuggeln, die beim Eingang kontrolliert wurde, aber nicht beim Ausgang. Jedenfalls: Es gibt einen Knall, und in der Wand steckt eine Kugel, besser gesagt: steckte, denn Columbo hat die Kugel schon drei Stunden zuvor herausgeholt. Da die Kugel aus der Waffe stammt, mit der Stone erschossen wurde, ist Hayward überführt.

Das hervorragende Columbo-Mörder-Spiel, besonders in Haywards Büro und das politische Umfeld heben den Film über den Durchschnitt. Aber man hätte mehr aus dem Film machen können. So wird das Motiv nicht aufgearbeitet. Die Geliebte ist wohl eher Anlass. Hayward fühlt sich erpresst. Stone spricht von "Leichen", die er begraben hat, er will "bestimmen", denn er hat "investiert". Sich von so einem Mann zum "Präsidenten" machen zu lassen, ist auch gefährlich.

Es wird nicht deutlich, ob Columbo Hayward bewusst reizt, um ihn zur finalen Aktion zu bringen. Columbo spricht stattdessen mit Geliebter und Ehefrau, die wiederum wenden sich verzweifelt an Hayward.

Witzig fand ich Columbos Besuch beim Zahnarzt. Der weiß genau bescheid: Es war die Mafia.

Dank Columbos Einsatz sind die Straßen ein Stück sicherer geworden. Ich gebe 4 Punkte.
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon columboNo. 2 » Di, 28.12.2010 18:19


Ich habe noch einen guten Eindruck an dieser Folge. Ich glaube, ich werde 5 Punkte vergeben, da ich die Folge schon länger nicht mehr gesehen hab, wart ich erstmal ab.
Viele Grüße, columboNo. 2!
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon dille » Do, 30.12.2010 12:21


sagittarius hat geschrieben:Was soll Columbos Kritzelei und Demonstration von Pappautos auf der Rückseite des Wahlplakats?


Das ist höhere Mathematik. Columbo versucht deutlich zu machen, in welcher Position das Auto gestanden haben muss, damit der Schusswinkel stimmt. Columbo kommt zu dem Schluss, dass das Täterfahrzeug mitten auf der Straße gestanden haben muss, um dem Opfer aufzulauern und es zu erschießen, da in der Einfahrt kein Platz für ein zweites Auto wär' und auch sonst nirgends. Diese Überlegung setzt natürlich voraus, dass der Täter direkt aus dem Auto auf sein Opfer schoss oder nur kurz ausstieg aber neben seinem Fahrzeug blieb. Da gemäß dieser Überlegung der Schusswinkel zwar stimmt, der Täter mit seinem Fahrzeug aber mitten auf der Straße gestanden wäre und damit den Verkehr aufgehalten hätte (Anm.: Wie stark befahren ist denn die Straße nachts...?), setzte Hayward dem entgegen, dass der Täter dem Opfer dann wohl am Haus aufgelauert haben muss und gar nicht mit dem Auto vorgefahren ist, sondern zu Fuß kam. Columbo jedoch fügte dieser Theorie entgegen, dass der Täter gewusst haben muss, dass Hayward in ständiger polizeilicher Begleitung stehen würde und dass zu Fuß viel zu riskant wär'. (Anm.: Dieses Argument halte ich für wenig schlagkräftig, da man zu Fuß flexibler ist, es Nacht war und man zwischen Dünen und Gebüsch schnell mal eben verschwinden kann.) Viel schlagkräftiger und am Ende gewinnbringend für die gesamte Büroszene ist jedoch das Argument, dass der Täter - so er denn zu Fuß gekommen ist - im Schein der Garagenlaterne hätte sehen müssen, dass es sich gar nicht um Hayward handelt, den er da erschießen will. Aber nur so stimmt der Schusswinkel, aus dieser Position muss also geschossen worden sein. Daher kommt als Täter nur Hayward selbst in Frage, denn jeder andere hätte den Irrtum bemerken müssen.
Ist nun nur die Frage, wie man das beweisen könnte...
Insofern ist die Büroszene eine - oft unterschätzte (Anm.: auch lange Zeit von mir) - Schlüsselszene für Columbos Aufklärungsarbeit.
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon Stefanie.Columbo » Do, 04.08.2011 10:25


Da mein Urlaub noch nicht zu Ende ist, hab ich mir gestern Abend bzw. Nacht gleich wieder eine Folge zu gemüte geführt.

Stirb für mich fande ich recht unterhaltsam. Auch hier hat mir die politisch angehauchte Geschichte gut gefallen. Nelson Hayward fande ich ebenfalls recht sympathisch, den Poltiker habe ich ihn voll und ganz abgekauft. Das schleimige Grinsen für die Kameras hat diese Meinung verstärkt.

Haywards Ehefrau fande ich nur etwas anstrengend. Sie war sehr sprunghaft in ihrer Art. In einigen Szenen hat sie ihr Misstrauen gegenüber ihren Mann deutlich zur Sprache gebracht und in der nächsten Szene umarmt sie ihn und ist wieder voller Liebe zu ihm. Aber das mag wohl einfach an der politischen Überzeugungskunst von Nelson Hayward gelegen haben. Herr Hayward konnte seine Frau schon gut "einlullen".

Die Geliebte fande ich fast zu nett um wahr zu sein. Sie passte aber perfekt in in dieses politische Geschehen und hat unfreiwillig Herr Hayward bei diesem Mordspiel mitgeholfen.

Den Mord selber fande ich relativ geschickt eingefädelt, aber natürlich nicht geschickt genug für Columbo! Das Motiv ist eher "so lala". Ich würde meinen, so einen Politiker ist die Karriere wichtiger als eine Geliebte. Warum er sich dadurch "erpressen" lies? Aber das soll jetzt ausnahmweise nicht weiter ins Gewicht gefallen. Denn ansonsten fande ich die Folge sehr gut.

Eine Ungereimtheit gibt es allerdings für mich in dieser Folge. Warum konnte die Polizei nicht genau lokalisieren, von wo der Anruf kam? In den Folgen zuvor war dies doch auch möglich. Aber hier konnte nicht genau bestimmt werden, dass der Anruf an die Polizei aus Haywards eigenen Haus kam, wo für ihn extra eine "Alibi-Party" stattfand? Hier besteht für mich noch Aufklärungsbedarf, aber vielleicht war ich auch nicht aufmerksam genug.

Columbo ist in dieser Episode dagegen wirklich sehr aufmerksam, auf was er hier alles geachtet hat. Sei es die nicht ganz so robuste Uhr des Opfers, der Anzug, die Sache mit dem Anruf und die Entfernung zur Tankstelle, die Entfernung zum Opfer und das kaputte Licht. Hab ich etwas vergessen?

Aber natürlich, die Kleinigkeit mit dem Telefon. Ich habe mich schon gefragt, warum Columbo es sich zum Schluss so auf dem Sofa bequem gemacht hat. Die Aufklärung war sicher nicht sehr spektakulär, aber sehr raffiniert von Columbo gedacht. Aus dem nicht aufleuchten des Telefons zu schließen, dass Hayward etwas verdächtiges in diesem Zimmer treibt - gar nicht mal so übel Herr Inspektor.

Ich fande dies jedenfalls eine wirklich sehr gute Folge und daher gibt 4 Stimmabgaben.... ääääh... ich meine natürlich 4 Punkte von mir!
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon Doc Brown » So, 21.08.2011 14:06


Von mir gibt es 5 Punkte – eine Spitzenfolge! :neig:

Eine insgesamt tolle Episode mit einem wunderbaren Columbo-Mörder-Spiel, einer tollen Indiziensuche und einer witzigen Überführung.

Aber von Anfang an: Harry Stone ist ein richtiger Unsympath. Er ist arrogant und egoistisch, spricht nur im Imperativ mit Nelson Hayward und benutzt ihn für seinen eigenen Vorteil. „Ich lass‘ mir das von dir nicht vermasseln!“ sagt er zu Hayward, als dieser seine Affäre mit Linda Johnson - der Privatsekretärin seiner Ehefrau - nicht aufgeben will.

Hayward räumt ihn also aus zweierlei Gründen aus dem Weg: Einmal aus Liebe zu Linda Johnson, aber auch, weil er Stone wohl sonst nicht mehr als Wegbegleiter los wird. Stone hat für Hayward „Leichen vergraben“ und droht dieses Wissen preiszugeben, sollte Hayward Stone absetzten. Für mich ist das Motiv überzeugend. :smoke:

Der Mord ist dann relativ gut ausgetüftelt. Die folgende Indiziensuche und das Zusammenspiel zwischen Columbo und Hayward sind absolute Spitzenklasse.

Die Indizien sind allesamt tolle a-ha-Effekte, allen voran natürlich das erste Gespräch im Büro von Hayward und die Zeichnung von Columbo. Für mich sind diese Minuten mit die besten aller Columbo-Episoden, weil hier alles enthalten ist, was Columbo ausmacht.

Ein Mörder, der eigentlich keinen Bock und keine Zeit für Columbo hat und ein Columbo, der sich trotzdem ewig Zeit lässt und immer wieder zurückkehrt.

Die tollen Erklärungen von Columbo und die Zeichnung sind wirklich gelungen. :such: Er legt wunderbar überzeugend dar, weshalb der Mörder auf Stone gewartet haben muss. Alle verzweifelten Erklärungsversuche von Hayward kann Columbo mit einer neuen Erklärung kontern. :)

Interessant auch, wie Columbo bemerkt, dass Hayward die Sekretärin in sein Büro bittet, um sich den Terminplan zu kopieren („Linda … äh … Mrs. Johnson kopieren sie sich bitte meinen neuen Terminplan“), die Sekretärin aber ohne Terminplan wieder herausgeht. 8)


Dazu tolle Sprüche von Hayward „Ich möchte nicht auf sie angewiesen sein, wenn ich es mal eilig habe“ oder „Erwägen sie etwa eine Aufwertung ihrer Garderobe? Ihr Mantel wirkt sehr funktionell.“ *lol*

Auch die weiteren Zusammentreffen von Columbo und Hayward sind toll z.B. die Szene als Hayward verzweifelt das fehlende Telefon erklären will. Dazu findet Columbo noch viele weitere handfeste Indizien: die kalte Motorhaube, die zierliche Armbanduhr, der zu früh bestellte neue Anzug.

Die Überführung finde ich dann auch spannend und gelungen, wobei es natürlich für immer das Geheimnis von Hayward bleiben wird, wie er die Herkunft des Schützen in dieser luftigen Höhe erklären will. :?
Es ist aber trotzdem herrlich mit anzusehen, wie Hayward selbst die Schlussfolgerung zieht, dass die Kugel aus der Wand vom Mörder stammen muss und somit quasi selbst die Grundlage seiner Überführung legt, denn Columbo hat die Kugel schon längst entnommen. Folge: Die Kugel muss Hayward wesentlich früher abgefeuert haben und das mit der Mordwaffe, also ist er der Mörder.

Fazit: Eine kleine Ungereimtheit bei der Überführung kann diese tolle Episode nicht abwerten, daher gibt es von mir 5 Punkte. :D :D
Döp döp döp de de döp döp döp
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon Devlin » Mo, 29.08.2011 19:13


Ich habe STIRB FÜR MICH gestern auf SRTL zum Teil angeschaut.(Werbung)

Zum Glück gibt es noch RTLC und ORF. Und DVD.

Aber jetzt zur Episode, die ich schon einige Male gesehen habe.

Das Ende ist stark, als Columbo sagt er habe die Kugel schon lange aus der Wand geholt.
Der fingierte Drohbrief wirkt aufgesetzt, die Finte mit dem Schuss durchs Fenster geht ja noch(aber woher soll der Schütze gekommen sein?)
Dann der kleine Böller, der den Schuss vortäuschen soll :motz: hehe
Sprich: die überführung, die Idee, sehr gut. Die Umsetzung wirkt etwas hölzern.

Aber auch wenn es am Ende Schwächen gibt, gehören dieser Episode für mich 5 Punkte!

Jackie Cooper: spielt seine Rolle überzeugend als Politiker, auch wenn man ihm einen Mord nicht zutrauen mag, er spiegelt gut das Bild eines stets seinem Vorteil bedachten Menschen nach. Es wirkt aber leicht überspitzt mit den Drohungen.
Harry Stone wirkt sicher brutaler, Heyward dafür sehr subtiler, aber im Kern genau so brutal und rücksichtslos.

Columbo ist in dieser Episode in Höchstform: wie schon angetönt, entwickelt sich ein sensationelles Zusammenspiel. Beginnend im Strandhaus als Columbo lieber selber auf Spurensuche geht, als einfach neben dem Capitan zu stehen.
Über die Szene in Heyward's Büro, die kaum zu enden schien, mit der originellen Zeichnung, und es könnte sein, es wäre möglich, aber....
Ganz heiss die Aussage von Columbo: ich habe eine Theorie. Aber das ist nun ganz inofiziell :)
Es zieht sich weiter im Atelier des Schneiders(Vito Scotti): Ich brauche es für einen Anlass, der Bowlingverein meiner Frau, für 17.50 pro Nase.
Und die Szene mit dem Dialog mit Heywards Frau während der TV Aufnahme.
Vorallem die Szene in Heywards Büro gehört zum besten.

Die Mordidee ist auch sehr clever und gut umgesetzt.
So weit ____ und nicht weiter!
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon crocodile » Sa, 29.10.2011 20:08


Schade das dieser Episode am Ende bißchen die Luft ausgeht. Ich kann mich mit diesem fingierten Attentat nicht wirklich anfreunden, das ist mir irgendwie zu plump, mit den "Knallfröschen", vor allem aber der Frage wo der vermeintliche Attentäter eigentlich her kam? Außerdem zu offensichtlich, dass Hayward überhaupt nicht telefonierte vorher. Sowas übersieht doch ein Columbo nicht.

Ansonsten ist die Folge schon ziemlich stimmig. Der raffinierte Mordplan, allerlei Indizien, das recht starke Columbo-Mörder-Spiel etc.

Gute Szenen gibts auch reichlich. Ich denke diese wurden hier schon reichlich aufgezählt (Tatortbegehung, an der Tafel im Büro usw). Kann weder über Längen oder Unstimmigkeiten in der Indizienkette klagen. Denke da kommt man einfach auf seine Kosten. Angefangen mit den Lichtverhältnissen am Strandhaus, dem kalten Motor bis hin zum Telefonanruf und der Frage, wie der Mörder überhaupt die Polizei verständigen konnte?

Nun ja, Abzüge gibts für das in meinen Augen nicht ganz so überzeugende Finish. Ansonsten eine durchaus hochwertige Folge mit toller Besetzung und einer formidablen Leistung unseres Inspektors. 4 Punkte!
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