Bewertet "Stirb für mich"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie gefällt euch "Stirb für mich" ?

1/5 schlecht
1
2%
2/5 passabel
3
7%
3/5 gut
3
7%
4/5 sehr gut
23
55%
5/5 überragend
12
29%
 
Abstimmungen insgesamt : 42

Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon Howie Munson » Mi, 19.07.2006 17:59


Meine Lieblingsfolge fehlt!!! :D

Hier mein Review aus meinem Filmtagebuch :)

Klarer Fall von "Wow"! Hatte den bestimmt erst einmal vor Ewigkeiten gesehen und dann bekomme ich einen der besten (den besten?) Beitrag zur COLUMBO-reihe präsentiert, bei der ALLES stimmt.

Der plot ist klug ausgetüftelt und erlaubt viel Raum für witzige Situationen (Autoinspektion, Rumgewusel am Tatort (HERRLICH!!!), Zahnarztbesuch) und niemals, wirklich niemals, habe ich so viele "falsche Abgänge" vom Lt. erlebt. Der schiere Wahnsinn, wie oft er "one more thing"-mäßig seinen Gegner in einer Szene beinahe in den Wahnsinn treibt.

Dieser spielt seinen Part übrigens ausgezeichnet und erinnerte mich die ganze Zeit an den aktuellen US-Präsidenten. Passte vom äußeren schon mal ganz gut und ansonsten... naja, man denke sich seinen Teil.

Hier wird zudem mit einem Gesetz der Serie gebrochen: so ist Columbo bereits ganz zu Beginn zu sehen!

Bei CANDIATE FOR CRIME kann ich wirklich alles loben: so muss ein perfekter (TV-)Film aussehen! Ganz ganz große Klasse und bei der Wahl zum Favoriten der Serie ganz weit oben dabei!

P. S. Sie IST jetzt ganz oben :)
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Beitragvon Columbo-Freak » Mo, 30.10.2006 15:21


Da ich noch nicht weiß, wie viele Punkte ich vergeben werde und da ich alles in Betracht ziehen will und da das Muster ja gerade eine Renaissance erlebt :wink: , möchte auch ich es wieder mal benutzen.

Also, here we go:

Regie: 2/5 (ziemlich unspektakulär, hätte der Folge spannungstechnisch etwas auf die Sprünge helfen können, tat es aber nicht; mehr dazu weiter unten)
Humor: 2/5 (einige Szenen, die lustig sein wollen, die ich aber nicht als Solche erachte, gerade die Szene beim Zahnarzt, die mehrmaligen Anspielungen des Mörders auf Columbos Garderobe und mit Abstrichen die Szene beim Schneider rechtfertigen noch den Ehrenpunkt)
schauspielerische Leistungen Nebendarsteller: 2/5 (sowohl Ehefrau als auch Geliebte des Mörders überzeugen wenig)
schauspielerische Leistung Peter Falk: 4/5 (verkörpert Columbo wie gewohnt sehr gut, in dieser Episode fehlt aber das gewisse "Überdurchschnittliche")
schauspielerische Leistung Mörder: 5/5 (man nimmt ihm den korrupten, amerikanischen Politiker wirklich sofort ab, hätte nur noch gefehlt, dass er anfängt, Babys zu küssen :wink: )
Columbo-Mörder-Spiel: 3/5 (recht solide, die Grundzüge sind drin, insgesamt ist das Verhältnis doch freundschaftlich, wobei Hayward den Inspektor hinter dem Rücken schon schlecht macht und auch dumm findet)
Spannung: 1/5 (mit der langweiligste Fall der Reihe; ich lass mir ja schon einiges an Leerlauf gefallen, aber hier wurde der Rahmen doch deutlich gesprengt; während bei "Wein ist dicker als Blut" viele lustige Szenen und eine kleine, aber feine B-Story die mageren Indizien aufpeppen, haben wir hier viele wenig lustige Szenen, keinerlei Spielerei mit der Kamera und auch sonst einfach gar nix!)
Mord bzw. Strategie des Mörders: 3/5 (eine neue Variante, ganz nett anzusehen, aber eigentlich nur auf Glück baiserend; was ist, wenn die Polizisten Stone erkennen, dann geht alles schief; was ist, wenn dieser nicht mitspielt)
Indiziensammlung: 5/5 (sehr schöne Indizien, die immer besser werden, am besten hat mir das Indiz mit dem fehlenden Telefon im näheren Umkreis des Tatorts gefallen)
Aufklärung: 1/5 (wieder mal ein Columbo-Trick, aber diesmal einer der schlechteren Sorte; der Druck von Columbo ist gar nicht so groß, dass der Mörder zu seiner Aktion gezwungen wird, das wirkt irgendwie nicht überzeugend; auch die Tatsache, dass der Inspektor einfach nur hineingeht und ein popeliges Einschussloch findet, naja, da gab's schon viel raffiniertere Sachen)

Fazit: Insgesamt recht magerer Columbo, dessen einzige Highlights einzelne Indizien und der Mörder darstellen. Ansonsten liegt das meiste weit unter dem Durchschnitt und deswegen reicht es auch nur für 2 Punkte!

Bin nun schon auf eure Bewertungen gespannt!

Grüße
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Beitragvon martha » Di, 31.10.2006 00:40


Ich werd' wohl erst Mittwoch dazu kommen, mir die Folge anzuschauen und dann meine Bewertung abzugeben, da ich den Film gestern nicht gesehen hab(aber ich hab' ja Gott sei Dank jetzt die 3. Staffel :wink: )

Ich will aber zumindest schon mal 'ne Prognose abgeben, da ich natürlich jede Folge irgendwie in Erinnerung habe: Es werden wohl mehr als 2 Punkte werden, aber auch weniger als 5.

Vor allem erinnere ich mich bei der Folge an viele ausschweifende Szenen, die mit dem eigentlichen Fall recht wenig zu tun haben(vor allem eine sehr ausgedehnte Szene mit der Verkehrspolizei).

Ich hatte immer das Gefühl, dass gerade dieser Folge eine Straffung ausserordentlich gut getan hätte.

Die Geschichte selbst hat mir aber sehr gut gefallen, vor allem weil hier mal gezeigt wird, zu welchen aussergewöhnlichen Mitteln Politiker greifen würden, um ihre Popularität zu steigern.
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Beitragvon Hatto » Di, 31.10.2006 10:01


ich finde auch, dass die story ab und zu mal durchhänger hat, die einfach zur streckung dienen.
bei den indizien hält sich die genialität auch in grenzen und die szene mit dem böller und der loch in der wand ist m.M.n. etwas dünn...
interessant find ich aber die story an sich. ein politiker, der sich die bekämpfung der kriminalität auf seine fahnen schreibt, wird selbst zum mörder...
auch columbo spielt, wie man es sich von ihm erwartet.
mir kommt auch vor, dass bei der kameraführung etwas anders ist - zB. bei der verkehrskontrolle...
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Beitragvon Al » Mi, 01.11.2006 17:28


Also ich fand diesen Columbo ganz passabel. Allerdings gefällt mir die Aufklärung nicht ganz so toll. Für mich basiert diese zu sehr auf den Zufall. (Columbo bekommt mit, dass der Mörder niemanden anruft, obwohl er dies vorgegeben hat)...

Genial fand ich allerdings die Verkehrskontrolle :D

Für mich dadurch 2 Punkte auf der Richterskala :wink:
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Beitragvon martha » Mi, 01.11.2006 18:59


Auf niegel-nagel-neuer DVD hab' ich mir gerade "Stirb für mich" angeguckt.(die fehlenden Werbeunterbrechungen nerven echt ungemein :wink: :wink: )

Bevor ich's vergess' muss ich gleich mal 'ne Sache aus meinem vorherigen Post korrigieren. :oops:
Die Szene mit der Verkehrspolizei ist ja doch handlungsrelevant, da Columbo aufgrund der Mängelliste just in jener Werkstatt sein Auto reparieren lässt, die zur Tatzeit bereits geschlossen hatte.

Von den "lustigen" :wink: Szenen hat mir dann aber doch nur die beim Schneider gefallen, weil ich diesen Vito Scotti immer wieder umwerfend finde. :D

Ansonsten bin ich beim Thema "Humor" mit "Columbo-Freak" mal wieder auf absolut gleicher Wellenlänge.
Vor allem deine Formulierung "Szenen, die lustig sein wollen, erachte ich nicht als solche" trifft für mich voll in's Schwarze.
Zahnärzte, die ihre wehrlosen Opfer ohne Ende zuquatschen, sind ja nun schon in genügend Sketch-Shows "durch den Kakao gezogen" worden.
Überrascht hat es mich dann auch nicht, dass dieser labernde Dentist bei seinem extremen Mitteilungsbedürfnis noch bis abends um 21 Uhr praktizieren muss. :wink:

Hätte man doch auf solche Szenen verzichtet und stattdessen lieber noch mehr in diese herrlichen Dialoge zwischen Columbo und Hayward investiert. :!:
Denn für das "Columbo-Mörder-Spiel", geb' ich ganz klar die volle Punktzahl, "Freak". :wink:
Ich finde dieses Aufeinandertreffen von übertriebener Hektik bei Hayward und zerstreuter Bedächtigkeit bei Columbo umwerfend gut in Szene gesetzt.
Allein das Gespräch im Büro, wo die beiden die verschiedenen Möglichkeiten durchspielen, in welcher Position das Auto des Mörders gestanden haben muss, ist überdurchschnittlich rasant und pointiert.
Für mich war's auch sehr witzig, wenn Hayward das zähflüssige Tempo von Columbo's Gedankenfindung mit folgendem Satz kontert:"Hm, ich möchte nicht auf Sie angewiesen sein, wenn ich's mal eilig hätte."
Oder er fährt Columbo einfach mal locker in den Satz rein:
Columbo:"Mein Problem is', äh...äh..."
Hayward:"Ach, Inspector, ich mix mir mal rasch 'n Drink."

Für mich ist hier die Gegensätzlichkeit der Charaktere mit einfachsten Mitteln wirklich auf den Punkt gebracht, das ergänzt sich prima:
Eins der besten Columbo-Mörder-Spiele überhaupt :!:

Dagegen ist die Figur der Geliebten für mich komplett überflüssig.
Hier geht's um Ränkespiele der Macht, um Mord, nicht um Liebe und Beziehungskram.
Ein absolut verschenkter Charakter. Die Ehefrau des Mörders hätte voll und ganz ausgereicht.

Die Indizien sind, wie "Columbo-Freak" schon erwähnte, wirklich erstklassig.
Die kalte Motorhaube, die nicht zum Opfer passende Armbanduhr, die frühzeitige Anfertigung des Jacketts...
Das ist alles zwingend und verblüffend. :!:

Auch die Auflösung hat mich zwar nicht umgehauen, aber auch nicht enttäuscht.
Vom "Aha-Effekt" hat sie in etwa die Preisklasse wie die Überführung in "Lösegeld für einen Toten".
Allerdings wird der Mörder hier ja nicht in eine inszenierte Falle gelockt, sondern tappt nichtsahnend in seine selbstkonstruierte Falle rein.

Am Ende ist Hayward absolut sprachlos.
Das sollte sich mancher Politiker mal als Vorbild nehmen. :wink:

Äusserst knappe 4 Punkte.
:) :) :cry: :)
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Beitragvon Columbo-Freak » Fr, 03.11.2006 14:19


Da sind wir mal wieder im Prinzip einer Meinung, martha, aber du bewertest eben etwas großzügiger und ich etwas kleinlich. Liegt vielleicht auch an der Region, aus der wir kommen bzw. in der wir leben :wink: . Auch wenn die "lustigen" Szenen minimal handlungsrelevant sind, sind sie deswegen in der Länge/Form noch nicht gerechtfertigt.
Das Columbo-Mörder-Spiel, jaa, da hast du schon Recht, das hat was! Aber es kommt etwas zu kurz in der Folge, rein zeitlich gesehen. Ich meine so spontan, dass die Zeit in dieser Epsiode, die die "Dialoge Mörder-Columbo" in Anspruch nehmen, wesentlich kürzer ist als in anderen Episoden. Müsste man mal vergleichen mit anderen Folgen, wäre auch ein Ansatz für eine neue Statistik :wink: . Kam es euch auch so vor?

@Yves: Diese Woche keine Bewertung von dir? Wäre sehr schade.

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Beitragvon Yves » So, 05.11.2006 18:16


Hi Columbo-Freak,

tut mir sehr Leid, dass ich mich erst jetzt melde. Mein Computer spinnt zur Zeit wieder total. Wollte eigentlich in der Ferienwoche etwas öfter vorbeischauen, aber naja, c´est la vie... Hab diese Bewertung auch schon 2x fertig gehabt, aber mein PC hat sie 2x "verschinden lassen" :evil: ! Das Teil macht mich echt verrückt. Vielleicht schreib ich nächste Woche die Beiträge von der Schule aus :wink: , aber erstmal hoffe ich, dass es jetzt im 3. Versuch hinhaut :D !

Also insgesamt finde ich in der Folge nur sehr wenig, was es zu kritisieren gäbe! Als da wären zum Beispiel die etwas "unlustigen" Szenen an denen Columbo beteiligt ist, u.a. wie er sein Zeugs verschlampert usw.! Da haben es die Drehbuchautoren zum Teil schon etwas zu gut mit uns gemeint.
Was mich etwas verwundert hat, war die Szene nach dem Mord, als Hayward jemanden hinter der Hecke hervorwinkt. Kann mir das mal jemand erklären, oder seh ich schon Gespenster??! Von der Person hört und sieht man nämlich die ganze Folge über gar nix mehr!
Ansonsten erntet die Folge von mir nur noch Lob:
Die Dialoge zwischen Hayward und Columbo sind in dieser Folge einfach genial. Jackie Cooper kommt was das angeht tatsächlich an McGoohan und Cassidy heran. Toll! Ein paar nette Beispiele hat martha ja schon genannt!
Auch die Indiziensuche ist in dieser Folge mustergültig, haben doch die Columbomacher diesmal wirklich alles in Betracht gezogen: Die Kleidung des Opfer (die unpassende Uhr), die Location (das nichtvorhandene Telefon), die Ausführung des Mordes (woher kam das Licht in der Garage)! All diese Indizien gefallen mir sehr gut!
Auch die Auflösung fand ich sehr schön: War zwar mMn keine Falle, sondern eher der Lohn für die aufmersame Bewachung von Hayward. Das hat ihm halt dann den Kopf gekostet. Columbo hat ihn ja auch wirklich zunehmend in die Enge gedrückt, so zu sagen zum Handeln gezwungen! :D

Von mir also 4 Punkte!

So, und jetzt freue ich mich auf "Alter schützt vor Torheit nicht"! Stelle mich mental schonmal auf meine 2. Bewertung für die Folge ein und hoffe, dass es jemanden unter euch gibt, der die Folge auch genauso mag wie ich, denn die Stimmung in der Folge ist toll, das Englische wird perfekt eingebracht, die Mörder sind so richtig gerissen und bieten Colubo parole woraus sich gute Dialoge ergeben...

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Beitragvon martha » So, 05.11.2006 19:12


Yves hat geschrieben:Was mich etwas verwundert hat, war die Szene nach dem Mord, als Hayward jemanden hinter der Hecke hervorwinkt. Kann mir das mal jemand erklären, oder seh ich schon Gespenster??! Von der Person hört und sieht man nämlich die ganze Folge über gar nix mehr!


Die Szene hat mich auch erst sehr ratlos gemacht, aber ich denke mal, dass war einer von den Geburtstagsgästen, die anschliessend die Frau des Mörders überraschen. Der Mann gibt Hayward wohl ein Zeichen, um ihm zu zeigen, dass alle Gäste bereit sind für die "überfallartige" Geburtstagsüberraschung, die dann im Haus stattfindet. :wink:
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Beitragvon Hollister » Mo, 06.11.2006 14:11


4 Punkte.

Die Folge lebt von den vielen schönen Indizien und einem interessanten Columbo-Mörder-Spiel. Zudem überzeugt Jackie Cooper als karrieregeiler Politiker. Abzüge gibt's wie bereits angesprochen, für die etwas bemüht wirkende Komik. Zudem störe ich mich auch etwas daran, dass die Überführung von Hayward in den letzten 5 Minuten etwas lieblos heruntergespult wird.
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Beitragvon OnkelDonald » So, 10.06.2007 15:53


Für mich ein "sehr gut".
Die Story ist sehr nett und auch überraschend. Zudem spannend gemacht und logisch konstruiert.
Auch die Idee mit den Telefonen hat mir gefallen,

kurz: 4/5!
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon Danny Messer » So, 04.01.2009 04:11


303 | Heute Abend, nachdem ich die Folge nach langer Zeit wieder sah, gefiel sie mir wesentlich besser, was allerdings nicht daran liegt, dass ich nebenbei einen gezwitschert oder die Folge nicht genau verfolgt habe. :wink:

Im Gegenteil - beim genauen Hinsehen gefiel sie mir sogar ziemlich gut! Ohne Columbo-Freaks Muster 1:1 kopieren zu wollen, nehme ich kurz Stellung zu manchen Punkten:

Der Fall an sich, welcher immer noch die Hauptsache ist, war solide, mehr allerdings nicht. Die Sache hätte tatsächlich schnell schiefgehen können. Die Indiziensammlung war hervorragend, so wie Columbos kleinen Ausflug zur Tankstelle, bei dem er erfährt, dass es im Umkreis gar kein Telefon gibt, so möchte ich die Indiziensammlung haben. Die Aufklärung an sich ist zwar beeindruckend und gefällt, aber hier hing wieder viel vom Glück ab. Dafür war das Columbo-Mörder-Spiel umso besser und vor allen Dingen unterhaltender. Bis auf die Zahnarzt-Szene fand ich soweit alle lustigen bzw. von den Machern für lustig gehaltenen Szenen auch wirklich lustig, vor Allem Haywards Anspielungen auf Columbos Garderobe. Die Schauspieler finden bei mir keinen kritischen Ton, ich fand allesamt solide bis überzeugend. Der beste war natürlich Peter Falk. | 8/10 (=> 4/5)
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon dille » Mo, 13.07.2009 14:59


Dass eine Geliebte natürlich nicht in die blütenreine Weste eines Politikers passt, versteht sich von selbst. Von daher ist die Motivation von Wahlkampfmanager Stone auch nur allzu verständlich: Er will, dass Hayward seine Geliebte absägt. Hayward indes möchte auf sein Schnuckelchen natürlich ganz und gar nicht verzichten und erschießt kurzer Hand Stone. So unmittelbar vor der Wahl braucht man auch keinen Manager mehr. Die ganze Angelegenheit wird dann noch als Verwechslungsspiel konzipiert - und fertig ist der Mord mitsamt fingiertem Motiv. Davon lässt Columbo sich natürlich nicht täuschen und kommt irgendwie auf Haywards Spur. Dieses 'Irgendwie' muss man dann leider auch wörtlich nehmen. Es gibt zwar eine Reihe von Indizien, doch führen sie weder direkt zu Hayward geschweige denn lassen sie eine Überführung Haywards als Täter zu.
1. Indiz: Die zerbrochene Straßenlaternenkuppel. Columbo führt auf, dass es an dem Mordabend zu wenig Licht gab. Doch zu wenig Licht - wofür? Für die Durchführung eines Mordes ja wohl kaum, schließlich waren die Wagenscheinwerfer an. Für die Identifizierung des Opfers als Hayward? Auch wohl kaum, denn der Mord sollte ja aussehen wie eine Verwechslung, von daher ist fehlendes Licht der ganzen Sache doch eigentlich sehr zuträglich.
2. Indiz: Der Schusswinkel. Columbo demonstriert ja ziemlich eindrucksvoll mit Pappautos, was sich in der Mordnacht zugetragen haben könnte. Dabei arrangiert er die Autos so, damit sie mit dem Schusswinkel übereinstimmen. Doch dann werden Bedenken geäußert, der Täterwagen stünde ja mitten auf der Straße und würde den Verkehr aufhalten, weshalb Spürnase Hayward sogleich angibt, der Mörder hätte ja am Haus auf sein Opfer warten können, dann bräuchte es auch kein Täterfahrzeug mitten auf der Straße. Columbo jedoch hält dies für unwahrscheinlich, weil der Täter ja davon ausgehen musste, dass Hayward unter Polizeischutz steht. So weit, so gut - doch welche Schlussfolgerung liefern nun diese Erkenntnisse?
3. Indiz: Das neue Sacko. Dieses Indiz geht übrigens einher mit einem 15-minütigem Special über die Konsistenz von Kamelhaar samt Exkurs beim Schneider - führt aber am Ende wieder zu nichts, weil Columbo auch hier Glück hat und an so einen wie Hayward geraten ist, der mal eben so in einem Satz - zwischen Drink mixen und Regisseur, anmerkt, dass er einen neuen Sacko brauchte, weil die Ärmel abgewetzt sind und ein Brandloch haben. Also auch dieses Indiz: Fallengelassen.
4. Indiz: Die zerbrochene Uhr. Wobei dieses Indiz zunächst mit der Beschaffenheit der Uhr zusammenhängt. Würde sich jemand, der auf Robustheit wertlegt, so eine Uhr zulegen? Der Uhrmacher sagt: Nein, und kommt Columbo sogleich mit einer Waldarbeiter-Uhr. Fragwürdig, weil viel zu pauschalisierend
5. Indiz: Die zerbrochene Uhr auf 9:20, der Anruf des Mörders um 9:23. Von wo aus soll der Anruf getätigt worden sein, fragt sich Columbo zu Recht. In der Pampa gibt's schließlich kein Telefon. Doch auch hier hat er wieder Glück, dass er Hayward zur Seite hat, denn dieser ändert mal eben so in einem Nebensatz die angegebene Mordzeit von 9:20 auf 9:15, um noch 5 Minuten mehr für die Fahrt zur Tankstelle 'rauszuschlagen. Doch die Tankstelle hatte ausgerechnet an dem Tag kein Benzin mehr und musste bereits um 8:00 schließen. Das ist dann auch das erste Indiz, das sich aus dem 'Irgendwie' löst, wenn auch sehr auf Kommissar Zufall ausgelegt.
5 Indizien, das ist wahrlich nicht wenig, davon 4 obsolet. Doch wie gerät Columbo dann auf die Spur von Hayward? Paradoxerweise hängt das direkt mit den fragwürdigen Indizien zusammen. Hayward versucht sie selbst zu entkräften und macht sich dabei natürlich verdächtig. Ja, Haywards Erklärungsversuche erinnern bisweilen an die des General Hollister in "Mord unter 6 Augen", nur sind sie nicht ganz so burlesk. Wenn er nicht eh auf alles das letzte Wort hat, kommt stattdessen ein nachdenkliches "hm, ja, hm, mhmh." In beiden Fällen für jemanden, der nichts mit dem Mord zu tun haben soll, natürlich mehr als merkwürdig. Dass das natürlich nicht reicht, um jemanden als Mörder zu überführen, versteht sich von selbst, doch findet sich hier der einzige Anknüpfungspunkt auf die Spur Haywards.
Den endgültigen Beweis liefert dann allerdings erst die Auflösung, die für mich plausibel ist, aber bei längerem Nachdenken den Hauch einer gewissen Naivität verbereitet: Die Überreste des Knallfrosches wären bei den Untersuchungen des fingierten Mordversuchs natürlich aufgefallen. Dennoch ist die Überführung Haywards als Täter am Ende wasserdicht, basiert aber letzten Endes nur auf einem Indiz und dem Beweis am Ende; etwas wenig für 2 Stunden.
Summa summarum ist dies eine Folge, die aber trotzdem recht kurzweilig ist, weil sie mit Jackie Cooper einen interessanten Gegenspieler hat, doch drei Attribute mit sich bringt, die dem geübten Betrachter missfallen: Gedehnt, konstruiert und in der Mitte nicht der Rede wert.
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon zimtspinne » Mo, 13.07.2009 15:39


durch diese Folge hab ich mich von Anfang an (wobei ich den Anfang verpasst hab) gegähnt und gequält.
das war mir alles zu verquirlt, zu viele Menschen, zu laut, zu verschwafelt, zu alles. lag vielleicht auch daran, dass ich das so empfand, weil ich noch etwas verkatert war :roll:, ich mag allerdings auch Tatorte mit Inhalt "Politik" nie sonderlich... auch amerikanische Filme mit Präsidenten oder sonstigem politischen Gedöns mag ich nicht.

die columbos find ich ja gerade kurzweilig, weil es oft um komische/merkwürdige/ungewöhnliche Themen geht, Politik ist mir da zu gewöhnlich und langweilig und banal und trutschig.
oft machen ja gerade die Drumherum-Details den Charme aus und die interessierten mich in der Folge überhaupt nicht.
das waren alles so ausgelutschte Klischees (was ich mitbekam) Politiker mit (übrigens sehr farbloser) Geliebten, heulende und trostsaufende Ehefrau, die auf ihn immer wieder reinfällt, Geliebte ebenfalls, ein paar unterwürfige Dienstboten und Stiefellecker... nee, nicht mein Ding.
was mir da auch fehlt.... ich mag einen columbo, der sich in den Mörder hineindenkt, sein Leben durchleuchtet, sich für dessen Interessen interessiert UND Spaß dabei hat. das ergibt dann immer so schöne Verwicklungen und Verstrickungen.
so ein doofer karrieregeiler Politikheini ist einfach nicht faszinierend :smoke: (außer wenn man seine Geliebte werden will)

aber noch was positives - der Herrenschneidermeister war cool
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Re: Bewertet "Stirb für mich"

Beitragvon dille » Mo, 13.07.2009 18:32


zimtspinne hat geschrieben:die columbos find ich ja gerade kurzweilig, weil es oft um komische/merkwürdige/ungewöhnliche Themen geht, Politik ist mir da zu gewöhnlich und langweilig und banal und trutschig.


Im Grunde genommen soll's in dieser Folge um Politik gehen, die Zwiegespräche rund um die Begleitumstände des Mordes allerdings passen in jedes nur erdenkliche Setting, was ein Riesenmanko ist: Um das Tatmotiv geht's an keiner Stelle mehr, sondern nur noch um schnöde Alltagsangelegenheiten wie Laternenkuppeln, Armbanduhren, maßgeschneiderte Anzüge, betrunkene Ehefrauen; das Set, der Wahlkampf, die eigentlichen Beweggründe für den Mord, das Verhältnis Haywards zu seinem Wahlkampfmanager, all das mutiert so zur Nebensache. Gerade zu Letzterem hätte man viel stricken können, sprach Stone doch selbst von für Hayward beseitigten Leichen im Keller, gab Hayward das Verhältnis zu Stone der Polizei gegenüber als herzlich an, doch in Wahrheit war es wohl seit je her angespannt. Dass darauf nicht Bezug genommen wird, der äußere Rahmen somit beliebig austauschbar wird, halte ich für ein riesengroßes Qualitätsdefizit.
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