Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

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Wie gefällt euch "Momentaufnahme für die Ewigkeit? "

1/5 schlecht
1
1%
2/5 passabel
3
4%
3/5 gut
6
8%
4/5 sehr gut
30
41%
5/5 überragend
34
46%
 
Abstimmungen insgesamt : 74

Beitragvon Martin. » Do, 05.06.2008 18:53


jhecht hat geschrieben:Ich habe die Folge gestern zum ersten Mal gesehen, und kann die überwiegend positiven Urteile leider nicht teilen. So wie Galesko seinen Mord plant und ausführt, wird es praktisch für jeden offensichtlich, dass hier etwas nicht stimmt, dass die gesamte Konstruktion etwas "faul" riecht. Insbesondere, wie Galesko beim fingierten "Erpresseranruf" die "Lösegeldsumme" mit dem Vermerk "in kleinen Scheinen" auf einen Notizzettel schreibt (damit es die Haushälterin sieht...) und das unachtsam weggeworfene erste Foto ist an Dilettantismus nicht mehr zu überbieten.
Auch die "Auflösung" ist sehr schwach, wie kann ein Täter nur so dumm sein, sich so leicht hinters Licht führen zu lassen...
Der gesamte Mord samt Planung, Durchführung und Auflösung ist für mich eine der schwächsten Darstellungen überhaupt.
Alleine ausgezeichnet sind die vielen kleinen Szenen, die Columbo-typisch bis ins letzte Detail, bis zur letzten Nebenrolle meisterhaft inseniert sind .
Trotzdem, mich hat diese Folge nicht überzeugt...


Hab den Beitrag erst jetzt gesehen, und da ich so leicht beeinflussbar bin ( :wink: ) habe ich nun irgendwie auch Probleme mit der Aufklärung:

(Spoiler) Ist es nicht einfach unglaublich dumm und billig wenn der Mörder zur Kamera läuft um seine Unschuld zu beweisen? Das hätte er doch merken müssen?

Hoffentlich bringt jetzt jemand ein überzeugendes Argument, wäre schade um die ansonsten so tolle Folge. :cry:
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Beitragvon Hollister » Do, 05.06.2008 20:28


[quote="Martin."][quote="jhecht"]Ich habe die Folge gestern zum ersten Mal gesehen, und kann die überwiegend positiven Urteile leider nicht teilen. So wie Galesko seinen Mord plant und ausführt, wird es praktisch für jeden offensichtlich, dass hier etwas nicht stimmt, dass die gesamte Konstruktion etwas "faul" riecht. Insbesondere, wie Galesko beim fingierten "Erpresseranruf" die "Lösegeldsumme" mit dem Vermerk "in kleinen Scheinen" auf einen Notizzettel schreibt (damit es die Haushälterin sieht...) und das unachtsam weggeworfene erste Foto ist an Dilettantismus nicht mehr zu überbieten.
Auch die "Auflösung" ist sehr schwach, wie kann ein Täter nur so dumm sein, sich so leicht hinters Licht führen zu lassen...
Der gesamte Mord samt Planung, Durchführung und Auflösung ist für mich eine der schwächsten Darstellungen überhaupt.
Alleine ausgezeichnet sind die vielen kleinen Szenen, die Columbo-typisch bis ins letzte Detail, bis zur letzten Nebenrolle meisterhaft inseniert sind .
Trotzdem, mich hat diese Folge nicht überzeugt...[/quote]

Hab den Beitrag erst jetzt gesehen, und da ich so leicht beeinflussbar bin ( :wink: ) habe ich nun irgendwie auch Probleme mit der Aufklärung:

(Spoiler) Ist es nicht einfach unglaublich dumm und billig wenn der Mörder zur Kamera läuft um seine Unschuld zu beweisen? Das hätte er doch merken müssen?

Hoffentlich bringt jetzt jemand ein überzeugendes Argument, wäre schade um die ansonsten so tolle Folge. :cry:[/quote]



Ich finde die Überführung genial, eine typischere Columbo-Überführung gibt es selten.

Während der ganzen Folge demonstiert Columbo seinem Gegenspieler (Galesko) sein fotografisches Unwissen, schön häppchenweise und trotzdem mit der nötigen Penetranz. Als er Galesko dann zur potentiellen Überführung einlädt und einen Beweis präsentiert, den aus seinem potentiellen fotografischen Dilettantismus entstanden ist, ist bei Galesko natürlich der Gipfel der Provokation erreicht. Und auch hier insistiert Columbo wieder. Er behauptet erneut das Originalfoto sei nicht mehr vorhanden. Galesko sieht seine Felle davonschwimmen, da die Polizei ihn mit einem fingierten Beweis verhaften kann. Dass es da zu einer solchen Kurzschlussreaktion mit dem Griff zum Negativ kommt, ist für mich mehr als verständlich und basiert zum grössten Teil auf Columbos spezielle Art, Leute dezent zu provozieren und deren Reaktion auszuloten und abzuschätzen.
Ausserdem ist allein schon die Idee mit der verkehrten Fotoentwicklung und der darauf vorhandenen Uhr absolut grandios und nicht vorhersehbar.

Wenn man will und eine Folge aus dem negativen Blickpunkt betrachtet, lässt sich beim Mörder immer eine gewisse "Dummheit" feststellen. Schliesslich löst ja Columbo die Fälle meistens durch die Fehler der Mörder oder um mal ganz abgedroschen zu werden: "Auch Mörder sind nur Menschen."
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Beitragvon martha » Do, 05.06.2008 21:31


Hollister hat geschrieben:
Wenn man will und eine Folge aus dem negativen Blickpunkt betrachtet, lässt sich beim Mörder immer eine gewisse "Dummheit" feststellen. Schliesslich löst ja Columbo die Fälle meistens durch die Fehler der Mörder oder um mal ganz abgedroschen zu werden: "Auch Mörder sind nur Menschen."


Genau. Es gibt doch definitiv keinen Mörder, der ohne Fehler eine Folge übersteht. Das ist doch auch gar nicht im Sinne des Erfinders.
Die Anzahl der Fehler darf natürlich nicht so ausarten wie etwa bei "Teuflische Intelligenz", wo man dem Mörder dann wirklich Dummheit bzw. aufreizende Schlampigkeit unterstellen muss.
Bei Galesko seh ich aber überhaupt keine Anzeichen von Dummheit.
Er geht zwar in die Falle, aber die beste Falle taugt doch nix, wenn keiner reintappt. Columbo nutzt 'ne gewisse Stress-Situation des Mördes schamlos aus. Galesko fühlt sich bedrängt, in die Enge getrieben, und da setzt halt mal kurzzeitig der logische Verstand aus.
Man hat doch als Zuschauer dann auch 'ne gewisse Schadenfreude, wenn man sieht, dass nur 'ne kleine Unvorsichtigkeit des Mörders ausgereicht hat, um ihn zu überführen.
In anderen Folgen ist es das abgebissene Stück Käse am Tatort, die liegengelassene Eintrittskarte oder die Medaille mit "affigen" Fingerabdrücken.
Auch diesen Mördern, die solche Spuren hinterlassen, unterstell ich garantiert keine Dummheit.
Denn ein Indiz bzw. Fehler des Mörders muss ja schließlich die Entscheidung bringen.
Wie soll 'ne Folge denn sonst enden? :?
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
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Beitragvon Hatto » Do, 24.07.2008 15:03


Gestern hab ich mir diese Episode wieder einmal nach längerer Zeit angesehen und sie ist für mich eine der Top-Episoden. Vor allem gibt es darin soviel Humor (Schrottplatz, in der Mission, Columbos-Fotografien,Fahrschullehrer, ...) und auch die köstliche 'Dummstellung' des Inspektors am Schluss mit dem Negativ fand ich köstlich.
Peter Falk spielt in dieser Serie, wie ich finde, unglaublich authentisch und toll!!
Auch die 'Puzzleteile' find ich klasse... Schnipsel, verbrannte Hose, Zeitabstand während der Schüsse, Taxi & Mietauto...

Also TOP-Punkteanzahl dafür!
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Beitragvon Venus » Fr, 25.07.2008 11:15


Diese Folge habe ich auch noch nie gesehen und ich freue mich darauf, wenn sie mal läuft.
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Beitragvon Venus » Fr, 19.09.2008 18:28


Martin. hat geschrieben:Gestern geguckt, und ja, ich bin baff...

Das Drehbuch ist in der Tat wirklich hervorragend, der Mord intelligent und die Auflösung genial, der Mörder ansprechend gespielt und der Humor konnte vollends überzeugen.

volle 5 Punkte :)


Ich habe 4 Punkte gegeben, die Folge hat mir gut gefallen, auch die Auflösung fand ich genial.
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Re: Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

Beitragvon Mr. Brimmer » Fr, 05.06.2009 14:07


Bekommt 4 Punkte. Eine gute, clevere Story. Meiner Meinung
nach eine der ausgeklügelsten, besten Storys aller Folgen.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz. ( so abgewrackt und übermüdet
wie in der Mission sah man Columbo sonst nie ) Er nervt diesmal sehr
penetrant mit seiner Fragerei und dauernden Anwesenheit.
Sehr schön. So liebt man den Inspektor. Allein Dick van Dyke als Mörder
ist etwas blass und meiner Ansicht nach der unsympatischste Mörder von
allen.
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Re: Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

Beitragvon Venus » Fr, 05.06.2009 14:12


Mr. Brimmer hat geschrieben:Bekommt 4 Punkte. Eine gute, clevere Story. Meiner Meinung
nach eine der ausgeklügelsten, besten Storys aller Folgen.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz. ( so abgewrackt und übermüdet
wie in der Mission sah man Columbo sonst nie ) Er nervt diesmal sehr
penetrant mit seiner Fragerei und dauernden Anwesenheit.
Sehr schön. So liebt man den Inspektor. Allein Dick van Dyke als Mörder
ist etwas blass und meiner Ansicht nach der unsympatischste Mörder von
allen.


@Mr. Brimmer: Im Moment würde ich gerne ein paar Einzelheiten dazu schreiben, aber diese Folge habe ich mir letztes Jahr angesehen, ohne mir Notizen zu machen. Auf jeden Fall hat sie mir gefallen. Leider habe ich sie bisher nur ein einziges Mal gesehen, deshalb muss ich auf eine erneute Ausstrahlung warten, um noch mehr sagen zu können.
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Re: Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

Beitragvon martha » Fr, 05.06.2009 16:52


Mr. Brimmer hat geschrieben: Allein Dick van Dyke als Mörder ist etwas blass


Ja, das fand ich auch immer recht schade, dass diese äußerst intelligente Story nicht mit darstellerischen Höchstleistungen gewürzt wurde.
Dick van Dyke ist sicher kein Überflieger der Schauspielkunst, und auch die Darstellung des weiblichen Mordopfers ist für meinen Geschmack viel zu übertrieben.
Die Antipathie, die ich gegenüber der Ermordeten entwickle, sollte eigentlich nicht so weit gehen, dass ich als Zuschauer sage: Nun bring die Alte doch endlich zum Schweigen!
Da fehlt für mich einfach die gelungene Dosierung.
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Re: Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

Beitragvon Philipp025 » Di, 30.06.2009 20:07


Endlich lief am Sonntag mal wieder eine Columbo-Folge, die ich bis dato nicht kannte, nämlich besagte Folge "Momentaufnahme für die Ewigkeit". Und heute kommt "Tödliches Comeback", auf diese Episode warte ich auch schon lange. :D

"Momentaufnahme für die Ewigkeit" ist eine wirklich spannende Folge mit einem einfachen Motiv, das jeder versteht, also vom Verständis her, meine ich (es gibt ja Columbo-Folgen, wo man sich nicht ganz sicher ist, wieso der Mörder das Opfer umgebracht hat) und einem ausgeklügelten Plan. Wobei ich hier sagen muss, dass ich den Mörder anders erwartet habe. Ich fand ihn total enttäuschend. Ich dachte, der ist freundlicher und nicht so leicht reizbar.
Auf alle Fälle muss diese Ehefrau ihm viel Böses gesagt und angetan haben, dass er es nicht bei einer Scheidung beliessen konnte. Mir lief ein Schaudern über den Rücken, als der Mörder aufeinmal seine Ehefrau packte, ich meine, von einem Menschen, mit dem man jeden Tag zusamemn war, umgebracht zu werden, ist kein schöner Gedanke.

Columbo war in dieser Folge einfach perfekt, sympahtisch und mit Einsatz dabei. :smoke:

Von mir gibt es 4 Punkte, weil ich mir die Rolle des Mörders nicht gefallen hat.
Columbo: "Ich glaube an den lieben Gott und der war's bestimmt nicht!"

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Re: Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

Beitragvon Martin. » Di, 30.06.2009 22:24


Also sooo schlecht war Dick van Dycke doch auch wieder nicht, ich sehe ihn im guten Mittelfeld. Ist doch schön anzusehen, wie Columbo ihn zur Weissglut treibt. :-))

Ansonsten bleib ich weiterhin meiner Meinung, diese Folge gehört für mich in die Top 3. :)
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Re: Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

Beitragvon Jerry » So, 05.07.2009 09:30


Was soll ich dazu sagen ... Diese Folge ist für mich der reinste Knaller, wenn ich das so ausdrücken darf. Super, spannende Kriminalgeschichte mit einer super Aufklärung.
Ein hervorragender, aufdringlicher Columbo... einfach der Knaller.
Für mich ist das die beste Folge der 4. Staffel, wenn schon nicht eine der besten überhaupt ! Die zweitbeste der 4. Staffel ist Traumschiff des Todes.
MfG Jerry
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Re: Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

Beitragvon H-Scorpio » Mi, 22.07.2009 00:23


Um seine Frau loszuwerden wäre ein Mord für Galesko sicherlich nicht der einzige Ausweg gewesen, aber vielleicht war die Tat für den geknechteten Ehemann vor allem eine gewisse Genugtuung. Hier kann man nicht nur den Wunsch nach Freiheit, sondern auch Rache als Mordmotiv sehen. Dennoch hätte sich Paul Galesko natürlich längst von seiner Frau trennen können.

Auf mich persönlich wirkt der Mörder nicht sympathisch, er ist unhöflich und herablassend und opfert zudem noch einen Unschuldigen. Aber das macht den Fall nicht schlechter. Der Mordplan ist ja in der Tat außergewöhnlich gut, ebenso der Humor in dieser Folge. Auch die Indizien sagen mir sehr zu. Warum erschießt er den Mann, der als einziger weiß, wo seine Frau ist? Warum hat der Obdachlose nur einen Schuss gehört? Warum bewahrt Daschler das ihn belastende Material in seiner Wohnung auf? Warum war Galesko nicht pünktlich am vereinbarten Treffpunkt? Das hat mir bis hierhin alles sehr gut gefallen.

Zwei vermeidbare Fehler begeht Galesko dann ja doch. Er schmeisst das Foto auf den Boden und er identifiziert die Kamera. Wenn man so auf seinen komplexen Mordplan fixiert ist bzw. man unter Mordverdacht steht, können wohl tatsächlich solch leichte Fehler passieren.
Die Auflösung find ich nicht ganz so stark. Die Papierschnipsel hätte Daschler auch selbst wegmachen können. Die Falle zum Schluss find mittelmäßig, zwar viel besser als z.B. in "Schleichendes Gift", aber nicht so gut wie in "Mord in Pastell" oder "Meine Tote - deine Tote".

Alles in allem starke 4 Punkte.
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Re: Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

Beitragvon Jerry » Fr, 31.07.2009 17:58


Gehört für mich von den bisher gesehenen Folgen ( 1 - 42 ) zu den Top 10.
Das Motiv ist glaubenswert, die Vorbereitung einfach genial. Super, wie sich Galesko die Pläne zulegt, schliesslich will er dem ex Knasti den Mord in die Schuhe schieben.
Für mich ist das einer der schwierigsten Fälle für Columbo - wären da nicht die Schmauchspuren an den Hosen die verraten, dass der ex Knasti sie nicht hätte abgeben können. Zum Glück gab es da diesen Strampler, der Columbo bei der Aufklärung auch weiterhelfen konnte. Eine super, sehenswerte Folge !!!
Die Aufklärung ist genial, so wie es auch die Überführung ist !

5 Punkte
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Re: Bewertet: "Momentaufnahme für die Ewigkeit"

Beitragvon dille » Di, 04.08.2009 13:45


Ehefrauen müssen immer für alles herhalten, sei es als Alkohol- oder eben als Mordopfer. Insofern bietet es sich geradezu an, wenn zu Beginn einer Episode die Fronten eindeutig geklärt werden und das Motiv sofort einleuchtet. Dies bedarf natürlich einer kleinen Charakterstudie 'Szenen einer Ehe', die bei 'Meine Tote - Deine Tote' (kleiner Exkurs zum Vergleich) zumindest beim ersten "versehentlichen" Mord entfällt und beim zweiten keinen nachvollziehbareren Anlass für die Tat ersehen lässt als schlichte Gier. Im Nachhinein betrachtet ein Mordmotiv, dass nach 20 gemeinsamen Ehejahren wenig plausibel scheint, war doch in besagtem Fall die Ehe keineswegs die Hölle, wie durch kurze Sequenzen angedeutet. Vielmehr hat sich auf Seiten des Commissioners ein Hass entwickelt, der als Schritt zur Trennung eigentlich die Scheidung erfordert hätte, wäre da nicht die Gier. Anders hier: Dass Mrs. Galesko 'nörgelt' und keine 'Freude' im Leben von Paul Galesko aufkommen lässt, wird ja eindrucksvoll demonstriert. Dass Paul Galesko darselbst das Mordmotiv verbalisiert, leuchtet dem Zuschauer also ein, hat er doch eine schauspielerische Darbietung desselben soeben miterleben dürfen. Und wenn jemand 15 Jahre drangsaliert und schikaniert wird, brodelt da mit den Jahren was zusammen. Daher ist ein Mord in diesem Fall auch durchaus realistisch, doch würde eben hier auch eine Scheidung greifen, da Geld nicht im Spiel zu sein scheint. Diese kleine Unklarheit bleibt als Vermutstropfen für den Einstieg durchaus bestehen, ansonsten ist die parteiische Ausrichtung der Ehesequenz für die Transparenz des Mordmotivs durchaus relevant. Und dass Paul Galesko den Mord so akribisch geplant hat wie vor ihm kaum ein anderer Mörder, tut hier sein übriges. Der Mord war eigentlich perfekt - lediglich bei der Verdachtslenkung auf Deschler ging Galesko nicht überlegt genug vor. Doch kann man die Tatsache, dass sich die zerschnittene Zeitung im Motelzimmer befand, nicht aber die Papierschnipsel, keineswegs als Indiz für die Schuld Galeskos werten, da jeder andere der Auftraggeber hätte sein können. Der Verdacht auf Galesko kam daher nicht über das Motiv, denn das ist von solch intimer Natur, dass es sich spielend vor der Polizei geheimhalten lässt. Nein, ein Beweis für seine Schuld kam an keiner Stelle auch nur annähernd zustande. Kein Wunder, dass Columbo sich an diesem 'Schurken' die Zähne ausbeißt. Im ürbigen kann einem der Inspektor hier wirklich leidtun: Selten traf man ihn so höflich und unterwürfig an wie hier, und das, wo doch auch für ihn mehr als offensichtlich sein musste, dass er zu keiner Zeit und an keinem Ort für Galesko erwünscht gewesen ist. Eine nachvollziehbare Reaktion Columbos ist da natürlich, dass - übrigens eine der seltenen Szenen - ein Sergeant Galesko zwecks weiterer Befragungen zu Columbo bringen musste. Nach der letzten gemeinsamen und für Columbo sichtlich unschönen Szene war dieser offensichtlich dergestalt eingeschüchtert worden, dass es noch nicht mal mehr zu 'noch mal ner Frage' gereicht hat. Aber wahrscheinlich hatte das letzte Zusammentreffen zwischen Columbo und Galesko auch nur eine solche Tragweite, dass eine Verhaftung absehbar sein musste, auch wenn die Auflösung ein Spiel mit dem Feuer war. Doch den Mörder mit gefälschten Beweisen zu foppen und im Endeffekt zu überführen, ist moralisch gesehen genauso fragwürdig wie die Anwendung von Folter in Entführungsfällen, wenn auch hier geschickt gemacht. Doch gleichzeitig lässt die Überführung den Schluss zu, dass Galesko selbst für seine Belastung sorgte, indem er unwissentlich die Kamera identifizierte. Denn bis zu dem Zeitpunkt, wo Galesko ins Regal griff, war ihm absolut nichts nachzuweisen und innerhalb von wenigen Sekunden verspielte er alles; ein Schock, der auch ihm deutlich anzusehen ist, aber auch gleichzeitig zeigt, dass ihm beinahe der perfekte Mord gelungen war.
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