Bewertet: "Playback"

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Bewertet: "Playback"

Beitragvon Howie Munson » Mi, 19.07.2006 17:33


Hier meine Meinung zur Episode:

Tolle Episode, die mit Oskar Werner mal wieder etwas ganz großes zu bieten hat und den ich gleich mal in einem Atemzug mit einem anderen meiner Lieblingsbösewichte der Serie, nämlich Roddy McDowall nennen möchte: seine süffisante, nervöse, aber stets höfliche Art gefiel mir gut und sein Zusammenspiel mit Peter Falk klappt ganz hervorragend.

Diesmal erscheint Columbo mit einer heftigen Erkältung am Tatort und wird dorthin später auch noch seinen Hund mitbringen. Den komischen Höhepunkt markiert aber der Aufenthalt des Lt. in einer Kunstgallerie... hier fühlte ich mit ihm, denn mit abstrakter Kunst kann ich ebenso wenig anfangen wie er und als Columbo den Lüftungsschacht dann auch für ein Kunstwerk hielt, da habe ich trotz des Erahnens seiner Äußerung herzlich lachen müssen. :lol:

Die Geschichte ist ganz nett ausgetüftelt und läuft durch die kürzere Laufzeit ziemlich schnurstraks vorwärts. Bis auf den besagten Ausflug des Lt. in die Welt der Kunst wird der plot stets voran getrieben und große Logiklöcher habe ich nicht ausmachen können.

Erwähnenswert noch Gena Rowland, die in einer Nebenrolle mitwirkt und wie Oskar Werner eine ganz hervorragende Leistung abliefert.
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Beitragvon Abel » Sa, 22.07.2006 14:52


Ich gebe dieser Folge 4 Punkte! In Ergänzung zu dem was HM bereits geschrieben hat, möchte ich noch hervorheben, dass am Ende eine glasklare Täterüberführung zu Buche steht, etwas was ich bei einigen anderen Columbo-Folgen schmerzhaft vermisst habe.

Etwas scheint mir allerdings unplausibel zu sein: Durch die Fehler des Täters und dessen auffälliges Verhalten am Abend des Mordes, kommt Columbo ihm sehr bald auf die Schliche. Und als er ihm schließlich sein Sandkastenexperiment vorführt, glaubt er ja, ihn bereits damit überführen zu können. Wenn er ihn also für den Mörder hält, muss er zwingend auch bereits zu der Schlussfolgerung gelangt sein, dass der Pförtner am Monitor in seinem Häuschen nur eine Aufzeichnung des Mordes gesehen haben konnte. Trotzdem wird es so dargestellt, als ob bei Columbo erst viel später der Groschen fällt, nämlich dann, als im Fernsehen eine Szene aus einem Footballspiel in der Wiederholung gezeigt wird, woraufhin er dann promt die Bandaufzeichnungen noch einmal ganz genau prüft und den entscheidenden Unterschied entdeckt.

Gruß
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Beitragvon Pat » Sa, 21.10.2006 21:44


In dieser Folge schießt Columbo doch in einen sandkasten, oder täusche ich mich????
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Zufall oder Absicht

Beitragvon Klaus » Sa, 20.01.2007 22:13


PLAYBACK gehört zusammen mit WENN DER SCHEIN TRÜGT zu meinen absoluten Lieblingsfolgen, auch wenn mir der folgende Punkt bis heute nicht so richtig klar geworden ist:

Am Anfang der Folge fingiert Harold van Wyck einen Einbruch, wodurch man nach dem Mord zwingend zu dem Schluss kommen muss, dass er selbigen bereits geplant hatte. Zu diesem Zeitpunkt weiß er aber noch nicht, dass seine Schwiegermutter ihn von jetzt auf gleich aus der Firma schmeissen will. Ich hatte bisher immer den Eindruck, dass das Motiv für den Mord genau damit zusammenhängt. Bestimmt hat er auch schon vorher seine Schwiegermutter genauso gehasst wie sie ihn, aber sowas kommt in unzähligen Familien vor, ohne dass der eine den anderen gleich um die Ecke bringt.

Oder hatte er den Mord ohnehin genau für diesen Abend geplant, um den Besuch in der Kunstausstellung als Alibi zu nutzen? Aber konnte er auch davon ausgehen, dass seine Schwiegermama ausgerechnet an diesem Abend zu Besuch kommen würde??? Fragen über Fragen...

Falls diese Frage schon mal im Forum diskutiert wurde, SORRY, aber ich bin ja noch neu hier... :mrgreen:

Gruß
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Beitragvon martha » Mi, 21.02.2007 20:58


Wie bereits angedroht, will ich mich heute zur Folge "Playback" äussern, die nach meinen Berechnungen seit 1996 nicht mehr im frei empfangbaren Fernsehprogramm lief.
Durch die neue Staffel-Box fand ich aber jetzt endlich wieder Zutritt in das Haus des Überwachungs-Fanatikers van Wyck.
Ich muss zugeben, dass ich nicht gerade neidisch bin auf diese "Big-Brother-Herberge" für Neureiche.

Die Vorstellung, dass man in seiner eigenen Wohnung ständig unter Beobachtung steht, bedeutet wohl das Ende jeglicher Privat-Sphäre.
Aber van Wyck ist ein Tüftler: Eine einfache Alarmanlage, wie wir sie etwa in der Folge "Schritte aus dem Schatten" kennengelernt haben, empfände er sicher als plump und altertümlich, vielleicht sogar als Majestätsbeleidigung für die Kreativität des technischen Fortschritts.
Zu diesem Fortschritt gehört auch, dass sich die Türen durch Händeklatschen öffnen lassen: Ein Alptraum für die Türklinken-Industrie. :wink:
Es können ja auch nicht immer alle auf ihre Kosten kommen.

Columbo begegnet diesem Modernisierungswahn gewohnt lässig.
Er bringt Sachen mit, die sich technisch nicht modernisieren lassen:
zunächst schleppt er eine Erkältung mit in's Haus, später noch seinen Hund und 'ne Kiste Sand.
Hier treffen wirklich zwei Welten aufeinander.

Nur schade, dass man aus diesem reizvollen Zusammentreffen nicht mehr gemacht hat:
Oskar Werner ist zweifellos ein großartiger Schauspieler. Ich kenne ihn vor allem aus dem Truffaut-Klassiker "Fahrenheit 451".
Bei "Playback" habe ich aber das Gefühl, dass er sich in der Rolle des Mörders nicht sehr wohl fühlt, als wenn das unter seinem Niveau läge.
Es wird weder sichtbar, dass er sich von Columbo genervt fühlt, noch, dass er ihn mag. Werner bleibt seltsam gleichgültig.
Er gibt in seiner Rolle auch fast nichts von sich preis.
Das "Columbo-Mörder-Spiel" bleibt äusserst entspannt, konfliktfrei, fast gleichförmig.
Ich hab' die Reibungspunkte vermisst.
Werner liefert fast "Dienst nach Vorschrift", wenn er Erklärungen für Columbo's Indizien finden soll: der Mörder hat sich wohl die Schuhe ausgezogen, und die geöffnete Tür zum Zimmer seiner Gattin führt er auf die "Tücken der Technik" zurück.
Er sagt das alles ohne grosse Emotionen, er wirkt fast unbeteiligt, so dass es mir am Ende schwerfällt zu beurteilen, ob mir der Mörder sympathisch oder unsympathisch ist.
Auch die Dialoge zwischen Columbo und van Wyck sind auffallend nichtssagend.
Da wär aufgrund der großartigen Ausstrahlungskraft von Oskar Werner viel mehr rauszuholen gewesen. :!:

Kriminalistisch ist das nämlich eine der besten Folgen überhaupt, die Aufklärung vielleicht sogar mit die beste.
Der von mir so geliebte "Aha-Effekt" bei der entscheidenden Überführung des Täters kommt hier voll zum Tragen.
Besonders auffallend ist der überaus gelungene Spannungsaufbau, eingeleitet durch Columbo's mehrmaliges Fragen:"Fällt Ihnen bei den beiden Videobildern kein Unterschied auf?" Dann die Vergrößerung und das Sichtbarwerden der Einladungskarte. Sehr stark. :!:
Eine ähnlich gelungene Szene gab es auch schon vorher, als Columbo im Zimmer von van Wyck's Ehefrau abklärt, ob die Tür wohl aufstand oder nicht. Columbo klatscht in die Hände, die Tür geht auf, und der Clown wird sichtbar. Auch das nenn ich einen hervorragenden Aufbau von Spannung. Großartig. :!:

Dagegen trifft der Humoranteil der Folge weniger meinen Geschmack.
Die Szene in der Gallerie ist im Verhältnis zur recht dünnen Pointe zu lang geraten.
Im Grunde hätte es genügt, wenn Columbo einen kurzen Blick auf die modernen Kunstwerke geworfen und dann gesagt hätte:"Oh, in unserem Viertel wurde der Sperrmüll schon letzte Woche abgeholt."

Unfreiwillig komisch fand ich dagegen van Wyck's extravagante Digital-Uhr.
Heutzutage findet man eine solche Uhr wohl schon in jedem "Ein-Euro-Shop". Bei "Playback" wird dieser Zeitmesser jedoch fast wie das achte Weltwunder bestaunt.
Da sieht man mal, wie sich die Zeiten ändern. :wink:

Noch eine Sache:
Klaus hatte im vorherigen Post ja gefragt, warum van Wyck schon vor der Konfrontation mit der Schwiegermutter Mordvorbereitungen trifft.
Ich denke mal, dass das in einigen Columbo-Folgen so ist(spontan fällt mir etwa "Des Teufels Corporal" ein), dass der Mord schon angeleiert wird, bevor das entscheidende Motiv in's Spiel kommt.
Ich halte das durchaus für legitim, weil ja klar wird, dass das Zerwürfnis zwischen Täter und Opfer schon seit längerer Zeit nicht mehr zu reparieren ist.
Von daher war es für van Wyck sicher nicht überraschend, dass seine Schwiegermutter ihn vom Vorstandsposten entbindet.
Vielleicht hatte er es ja auch schon durch Indiskretionen in der Firma oder durch seinen Schwager im Vorfeld erfahren.


Fazit:
An sich wäre "Playback" eine glasklare "5-Punkte-Folge", aber da ich mit dem "Columbo-Mörder-Spiel" wirklich nicht sehr einverstanden bin, halte ich 4 Punkte für eine angemessene Bewertung.
Ein wirklich sehr guter Fall. :D
:) :) :) :)
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Beitragvon Klaus » Sa, 24.02.2007 11:17


martha hat geschrieben:Nur schade, dass man aus diesem reizvollen Zusammentreffen nicht mehr gemacht hat:
Oskar Werner ist zweifellos ein großartiger Schauspieler. Ich kenne ihn vor allem aus dem Truffaut-Klassiker "Fahrenheit 451".
Bei "Playback" habe ich aber das Gefühl, dass er sich in der Rolle des Mörders nicht sehr wohl fühlt, als wenn das unter seinem Niveau läge.
Es wird weder sichtbar, dass er sich von Columbo genervt fühlt, noch, dass er ihn mag. Werner bleibt seltsam gleichgültig.
Er gibt in seiner Rolle auch fast nichts von sich preis.
Das "Columbo-Mörder-Spiel" bleibt äusserst entspannt, konfliktfrei, fast gleichförmig.
Ich hab' die Reibungspunkte vermisst.
Werner liefert fast "Dienst nach Vorschrift", wenn er Erklärungen für Columbo's Indizien finden soll: der Mörder hat sich wohl die Schuhe ausgezogen, und die geöffnete Tür zum Zimmer seiner Gattin führt er auf die "Tücken der Technik" zurück.
Er sagt das alles ohne grosse Emotionen, er wirkt fast unbeteiligt, so dass es mir am Ende schwerfällt zu beurteilen, ob mir der Mörder sympathisch oder unsympathisch ist.


Also mir hat gerade die scheinbare Coolness, die Oskar Werner als van Wyck zunächst an den Tag legt und für mich perfekt zelebriert, an der Folge besonders gut gefallen. Obwohl er es zu überspielen versucht, wird er mit jedem Columbo-"Besuch" immer nervöser und rastet schon vor seiner Überführung an der Stelle "Wie kann meine Frau behaupten, dass es ein Schuss war?" zum ersten Mal richtig aus. Und bei seiner eindeutigen Entlarvung als Mörder, die für mich zu den besten der gesamten Columbo-Serie gehört, verliert er dann vollends die Fassung und versucht seine Frau sogar noch zu einer Falschaussage zu bewegen...

Für mich einfach nur brilliant gespielt, denn die meisten Mörder reagieren nach ihrer Überführung durch Columbo eher gefasst und ergeben sich mehr oder weniger emotionslos in ihr Schicksal, nicht so aber van Wyck. Und das macht für mich eben auch den Reiz dieser Episode aus: am Anfang ist er die Coolness in Person, am Ende aber nur noch ein Nervenbündel... :lol: :lol: :lol:

Und noch etwas, das diese Folge in der deutschen Fassung besonders geprägt hat: dass sich Oskar Werner in der gekürzten ARD-Fassung mit seiner einzigartigen und unnachahmlichen Stimme selbst gesprochen hat. Die RTL-Fassung ist dafür zwar ungekürzt, aber Werners neuer Sprecher kann ihn noch nicht mal ansatzweise ersetzen (wie auch???). Da ich die neue Staffel-Box noch nicht habe vermute ich mal, dass darauf die ungekürzte Fassung vorhanden ist, aber wenigstens kann man da ja auch Werners eigene Stimme im Originalton hören.

Gruß
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Beitragvon martha » Sa, 24.02.2007 13:43


Ich hatte natürlich auch gehofft, dass man in der synchronisierten Fassung die Originalstimme von Oskar Werner zu hören bekommt.
Leider bin ich da enttäuscht worden. :cry:

Oskar Werner wird vom österreichischen Schauspieler Ernst Stankovski gesprochen, wobei man zugeben muss, dass sich Stankovski alle Mühe der Welt gibt, um Werner's Originalstimme möglichst nahe zu kommen.
Allerdings wirkt seine Stimme etwas brüchiger und doch habe ich den Eindruck, dass Stankowski einen Versuch unternimmt, Werner's Stimme quasi zu imitieren. Dabei ist vor allem das "rollende R" sehr auffallend und einprägsam.

Im Übrigen hast du natürlich recht, wenn du die Überführungsszene mitsamt der Reaktion von Oskar Werner als besonders gelungen beschreibst.
Dass da kein Missverständnis aufkommt:
Ich seh' diesen Schauspieler auch wahnsinnig gerne, seine Stimme ist wahrlich eine Offenbarung.
Ich bleibe aber bei meinem Eindruck, dass die Rolle des Mörders und das Zusammenspiel mit Columbo nicht gänzlich ausgereizt wurde.
Oskar Werner stand bei den Dreharbeiten von "Playback" ja praktisch schon am Ende seiner Karriere. Es ist seine vorletzte Rolle, und seine Alkoholkrankheit hatte da schon seine künstlerischen Aktivitäten stark eingeschränkt.
Im Vergleich zu früheren Rollen, etwa "Jules und Jim" oder "Fahrenheit 451" wirkt er doch ein wenig lethargisch.
Man kann es natürlich auch so sehen, dass er hier einen zutiefst unglücklichen Mann spielt, aber andererseits werden von seiner Schwiegermutter dann einige Affären mit Frauen genannt, so dass van Wyck ja offenbar doch noch an den "wohligen Genüssen" des Lebens teilnahm.

Gegenüber einigen anderen Columbo-Mördern ist Oskar Werner natürlich trotz allem ein absolutes Highlight der Serie.
Im Vergleich zu Ruth Gordon oder Donald Pleasance spielt er seine Möglichkeiten aber nicht voll aus.
Wie gesagt: Ist nur mein persönlicher Eindruck. :!:
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Sprecher für Oskar Werner

Beitragvon Klaus » Sa, 24.02.2007 17:18


martha hat geschrieben:Oskar Werner wird vom österreichischen Schauspieler Ernst Stankovski gesprochen, wobei man zugeben muss, dass sich Stankovski alle Mühe der Welt gibt, um Werner's Originalstimme möglichst nahe zu kommen.


Hi martha,

das ist ein durch das Columbo-Fanbuch verbreiteter Irrtum, Oskar Werner wurde in der ungekürzten Fassung von dem (ebenfalls) österreichischen Schauspieler Miguel Herz-Kestranek synchronisiert und zwar mit einem "flauen Gefühl in der Magengegend", wie dieser damals in einem Interview geäußert hatte. Kann ich irgendwie gut nachvollziehen... :?

Hier übrigens noch ein interessanter Link zum obigen Thema:

http://www.tvforen.de/phorum/read.php?f ... 96&t=62963

Ansonsten sind wir uns bei der Bewertung dieser Folge doch weitgehend einig, ich wundere mich nur, dass zu "Playback" bisher so wenig Beiträge vorliegen.

Ganz klar 5/5 Punkten!!!

Gruß
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Zuletzt geändert von Klaus am Fr, 21.09.2007 11:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon martha » So, 25.02.2007 11:50


Oh, ich hab' die Info über Werner's Synchronsprecher tatsächlich aus dem (sch)lauen Columbo-Buch.
Zudem hatte ich mich bisher auch immer auf folgende Synchronsprecherliste verlassen:
http://www.peewee.de/Trek/Columbo.html

Ich hab' Stankovski schon mal in 'nem Fernsehfilm gesehen.
Ich hätte schwören können, es wär seine Stimme.
Vielleicht hat Stankovski ja auch mal in weinseligem Zustand damit geprahlt, Werner synchronisiert zu haben. Wer weiss...

Sei's drum. An der Originalstimme von Oskar Werner in der amerikanischen Fassung gibt es hoffentlich keine Zweifel, oder?! :wink:
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Beitragvon Klaus » Mo, 26.02.2007 15:01


Leider ist die verlinkte Sprecherliste von PeeWee sehr unvollständig und an einigen Stellen auch fehlerhaft. Ich habe Anfang Februar zwar damit begonnen, ausführlichere Sprecherlisten zu basteln, wenn ich aber in meinem bisherigen "Tempo" weitermache, bin ich wahrscheinlich Urgroßvater, bis ich die letzte Columbo-Folge synchrontechnisch abgefrühstückt habe... :oops: :oops: :oops:

Stankovski und Herz-Kestranek hören sich tatsächlich fast wie eineiige Zwillinge an, aber vielleicht waren beide ja auch in der Endausscheidung, als es damals um den Sprecher von Oskar Werner ging und Stankovski hatte dabei halt den kürzeren gezogen... :wink:

Gruß
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Beitragvon wolle » Di, 27.02.2007 10:31


martha hat geschrieben:Ich hatte natürlich auch gehofft, dass man in der synchronisierten Fassung die Originalstimme von Oskar Werner zu hören bekommt.
Leider bin ich da enttäuscht worden. :cry:

Oskar Werner wird vom österreichischen Schauspieler Ernst Stankovski gesprochen, wobei man zugeben muss, dass sich Stankovski alle Mühe der Welt gibt, um Werner's Originalstimme möglichst nahe zu kommen.
Allerdings wirkt seine Stimme etwas brüchiger und doch habe ich den Eindruck, dass Stankowski einen Versuch unternimmt, Werner's Stimme quasi zu imitieren. Dabei ist vor allem das "rollende R" sehr auffallend und einprägsam.

:!:


Egal ob nun Ernst Stankowski oder Miguel Herz-Kestranek, wie Klaus schrieb. Das Buch hat ja auch noch andere Fehler. Jedenfalls erklärt dieser Imitierungsversuch meine Verwechselung im Beitrag zu Staffel 4. Columbo hört sich auch nicht wirklich wie Schwarzkopf an, das habe ich aber auf die Erkältung geschoben, die ja auch eingewoben werden mußte.

Die Folge ist einerseits recht gut gespielt, auf der anderen Seite hat sie aber einige unlogische Stellen. So z. B. die Bildstörungen beim Umschalten von Live auf Video hätten ja dem Wachmann auffallen können, wenn er denn aufmerksam gewesen wäre.
Und dann der eigentliche Mord; was hätte er denn gemacht, wenn die Schwiegermutter etwas in der Art wie "Harold, was machst du mit der Pistole" gerufen hätte? In der Kürze der Zeit hätte er das Band wohl nicht bearbeiten können, falls dies überhaupt möglich war.
Natürlich gibt es in jeder Folge etwas, dass den Täter überführt, hier sind aber schon mal zwei Dinge, die ins Auge hätten gehen können, für den Täter. Und sie wurden nicht mal berücksichtigt.
Insgesamt deshalb nur 3 Punkte
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Beitragvon Just_One_More_Thing » Mo, 06.08.2007 13:49


wolle hat geschrieben:So z. B. die Bildstörungen beim Umschalten von Live auf Video hätten ja dem Wachmann auffallen können, wenn er denn aufmerksam gewesen wäre.

Und dann der eigentliche Mord; was hätte er denn gemacht, wenn die Schwiegermutter etwas in der Art wie "Harold, was machst du mit der Pistole" gerufen hätte? In der Kürze der Zeit hätte er das Band wohl nicht bearbeiten können, falls dies überhaupt möglich war.
Natürlich gibt es in jeder Folge etwas, dass den Täter überführt, hier sind aber schon mal zwei Dinge, die ins Auge hätten gehen können, für den Täter. Und sie wurden nicht mal berücksichtigt.
Insgesamt deshalb nur 3 Punkte

Wenn man dermaßen hohe Maßstäbe anlegt, kommt aber keine einzige Folge über 3 Punkte. Solche Kleinigkeiten findet man immer, in Murder By The Book z.B. wartet Jack Cassidy auch viel zu lange, bevor er Martin Milner wegpustet. Das ist halt "dramatic license", wie die Amerikaner so schön sagen. Für mich sind das Schönheitsfehler, keine Logikfehler, und deshalb nicht so tragisch - er hätte ja auch sofort schießen können, am Plan ändert das nichts. Was ich viel amüsanter finde ist, dass so gut wie alle Columbo-Täter dermaßene Meisterschützen sind, dass der erste Schuss immer gleich sitzt, so dass sie es noch nicht mal nötig haben, sich vom Tod des Opfers zu überzeugen. Die scheinen ausnahmslos dem örtlichen Schützenverein anzugehören. :wink:

Ich gebe jedenfalls 4 Punkte für eine grundsolide Folge mit tollen Schauspielern (Oskar Werner, Gena Rowlands) und einer schönen Auflösung. Werners hammerharter Akzent im Original ist beinahe einen Extrapunkt wert ("Änt Ei aschuah juh Ei hört nassing.") :lol:

Mein Lieblingsspruch stammt jedoch aus der dt. Synchronfassung: "Arthur? Der findet doch nicht mal die Kantine ohne genauen Lageplan." :lol: Oskar Werner gibt mit Sicherheit einen der coolsten Killer der Serie ab. Er war sich bis zum Schluss hundertprozentig sicher, und ohne den Fehler mit der Einladung wäre er nicht zu überführen gewesen.
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Beitragvon martha » Mo, 06.08.2007 20:09


Just_One_More_Thing hat geschrieben: Was ich viel amüsanter finde ist, dass so gut wie alle Columbo-Täter dermaßene Meisterschützen sind, dass der erste Schuss immer gleich sitzt


Echt???

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das die Regel ist.
Es gibt doch viele Mörder, die auf "Nummer sicher" gehen und mehr als einen Schuss abfeuern.
Etwa Oliver Brandt in "Todessymphonie".
Der Tyrann Fielding Chase schießt in "Todesschüsse auf dem Anrufbeantworter" sogar drei mal, ebenso wie die gute Beth Chadwick, die ihren Bruder mit einem "Kugel-Terzett" durchlöchert.
Welche Kugel dann letztlich tödlich war lässt sich im Nachhinein natürlich schlecht feststellen.

Was deine Ausführungen zu Oskar Werner angehen, hast du aber auf alle Fälle in's Schwarze getroffen. :wink:
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Beitragvon xxxl-Columbo-Fan » Di, 07.08.2007 16:30


martha hat geschrieben:
Just_One_More_Thing hat geschrieben: Was ich viel amüsanter finde ist, dass so gut wie alle Columbo-Täter dermaßene Meisterschützen sind, dass der erste Schuss immer gleich sitzt


Echt???

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das die Regel ist.
Es gibt doch viele Mörder, die auf "Nummer sicher" gehen und mehr als einen Schuss abfeuern.
Etwa Oliver Brandt in "Todessymphonie".
Der Tyrann Fielding Chase schießt in "Todesschüsse auf dem Anrufbeantworter" sogar drei mal, ebenso wie die gute Beth Chadwick, die ihren Bruder mit einem "Kugel-Terzett" durchlöchert.
Welche Kugel dann letztlich tödlich war lässt sich im Nachhinein natürlich schlecht feststellen.

Was deine Ausführungen zu Oskar Werner angehen, hast du aber auf alle Fälle in's Schwarze getroffen. :wink:


Und sehr selten sieht man auch nur ein Tröpfchen Blut bei einem Einschuß spritzen, was manchmal doch ein wenig stört... :roll:
"Ich wollte nie heiraten, ich bin verheiratet, ich wollte nie Kinder, ich habe 2 - Wie konnte das passieren?" - Al Bundy
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Beitragvon Just_One_More_Thing » Mo, 20.08.2007 18:31


martha hat geschrieben:
Just_One_More_Thing hat geschrieben: Was ich viel amüsanter finde ist, dass so gut wie alle Columbo-Täter dermaßene Meisterschützen sind, dass der erste Schuss immer gleich sitzt


Echt???

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das die Regel ist.

Ist aber so. Wenn man mal nachzählt, stellt man fest, dass in der überwältigenden Mehrheit der Fälle, in denen eine Schusswaffe benutzt wird, der Täter mit nur einem Schuss tödlich trifft, und zwar praktisch immer per Brustschuss.

Wie von xxxl-Columbo-Fan bemerkt, hat das natürlich auch damit zu tun, dass Columbo eine relativ gewalt- und blutarme Serie ist und auch sein soll. Ab und an ein paar Kopfschüsse zu zeigen, wäre vielleicht realistischer, aber dafür unpassend brutal und blutig. Mir gefällt die "humane" Art der Darstellung der Morde in der Serie so, wie sie ist. Auch wenn das wohl kaum dem Polizei-Alltag entsprechen dürfte.
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