Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Bewertet: "Mord in der Botschaft"

1/5 schlecht
5
10%
2/5 passabel / "naja"
7
13%
3/5 gut
16
31%
4/5 sehr gut
14
27%
5/5 überragend
10
19%
 
Abstimmungen insgesamt : 52

Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon Kolumbus » Mo, 26.10.2015 09:41


VolkeR. hat geschrieben:Seit ganz langer Zeit habe ich heute mal wieder diese Folge sehen dürfen!

Ich vergebe 5 Punkte!

Columbo gelangte hier erstmalig und meines Wissens einmalig mit einer Erpressung zu einem Geständnis des Täters!
Die Angst von Hassan Salah, in einem arabischen Gefängnis auf den sicheren Tod zu warten, war der Auslöser für dieses schnelle Geständnis! Dann doch lieber in einem amerikanischen Gefängnis darauf zu hoffen, der Todesstrafe zu entgehen! :smoke:

Ganz toll von dem damals noch recht jungen Hector Elizondo gespielt, der 15 Jahre später in "Pretty Woman" in der Rolle des Hotelmanagers "Bernard Thompson" zu Weltruhm gelangte und die ihm außerdem noch eine Nominierung für den "Golden Globe" bescherte!


Wobei das ja moralisch gesehen nicht so ganz astrein war - irgendwie hat Columbo den Mann erpresst.
Klar, der ist ein Mörder und bekommt nun seine gerechte Strafe...aber bei mir bleibt da ein komischer Nachgeschmack...
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon martha » Mo, 26.10.2015 19:09


Einmalige Erpressung würde ich nicht sagen.
In den "seltsamen Bettgenossen" war es ja ähnlich.
Da war Mafiaboss Fortelli die graue Eminenz im Hintergrund, die dem Mörder den Arsch auf Grundeis gehen ließ.
Diese Drucksituation für den Mörder ist 'ne interessante Alternative zu den indizienorientierten
Überführungen...gerechtfertigterweise aber doch äußerst sparsam über die 69 Folgen verteilt.
Denn das ist letztlich nicht die liebgewonnene Columbo-Taktik, wenn er auf die Mithilfe anderer dubioser Gestalten angewiesen ist.
Dieser Kindkönig scheint ja bei aller dezenten Lieblichkeit auch kein Kind von Traurigkeit zu sein.
Auch ein Zwerg kann giftig sein.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon Kolumbus » Mo, 26.10.2015 23:14


martha hat geschrieben:Einmalige Erpressung würde ich nicht sagen.
In den "seltsamen Bettgenossen" war es ja ähnlich.
Da war Mafiaboss Fortelli die graue Eminenz im Hintergrund, die dem Mörder den Arsch auf Grundeis gehen ließ.
Diese Drucksituation für den Mörder ist 'ne interessante Alternative zu den indizienorientierten
Überführungen...gerechtfertigterweise aber doch äußerst sparsam über die 69 Folgen verteilt.
Denn das ist letztlich nicht die liebgewonnene Columbo-Taktik, wenn er auf die Mithilfe anderer dubioser Gestalten angewiesen ist.
Dieser Kindkönig scheint ja bei aller dezenten Lieblichkeit auch kein Kind von Traurigkeit zu sein.
Auch ein Zwerg kann giftig sein.


Ich auch nicht...Columbo greift gerne mal zu rabiaten Mitteln, wenn er weiß, wer der Mörder ist.
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon zimtspinne » Di, 27.10.2015 16:51


Nana, um der Wahrheit die Ehre zu geben, jongliert Columbo doch oft mit Erpressung, emotionaler und existenzbedrohender.

Bei Cahill macht er das genauso wie bei Frau Staton und ihrer Tochter. Da wird gnadenlos die Blutsfleischkarte gezogen, um sie auf Kurs zu bekommen.
Dummerweise läuft das nur bei ganz wenigen Mördern, da der Rest, der seine eigene Verwandtschaft oder Geliebten umbrachte, auf diese Bindungen k*ckt.

Mir gefallen übrigens auch zufällig beide Überführungen nicht besonders gut. Weiß nicht genau, ob aus diesen oder anderen Gründen, hab ich noch nicht drüber nachgedacht.
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon Klaus » Mi, 28.10.2015 20:54


Obwohl die Handlung größtenteils in der Botschaft eines mutmaßlich heißen Landes spielt, bin ich mit dieser Folge bis heute nicht richtig warm geworden. :?

Der doch ziemlich unspektakuläre Mord zu Beginn ließ mich nichts Gutes für den weiteren Verlauf dieser Episode erahnen. Glücklicherweise entwickelte sie sich dann doch besser als erwartet, allen voran Hector Elizondo mit seinem stahlblauen Blick und einer wirklich überzeugenden Vorstellung als eiskalter Mörder, der seinem unglücklichen Komplizen quasi als letztem Willen auch noch die für das Führen eines Kfz vorgeschriebene Brille aufsetzte... 8)

Columbo ermittelt präzise und innerhalb der Botschaft "unauffällig" wie immer und benimmt sich gegenüber Hassan Salah derart unterwürfig, dass man fast schon von einem devoten Verhältnis sprechen könnte. Allerdings sind mir seine in dieser Folge besonders ausgeprägten Elefant-im-Porzellanladen-Nummern mächtig auf den Zeiger gegangen!

Die übrigen Darsteller wirken aus meiner Sicht eher blass und unscheinbar, besonders den Teenie-König könnte man eher für einen Zeremonienmeister im ersten Lehrjahr als für den ersten Mann im Staate halten.

Ansonsten haben meine geschätzten Vorredner bereits alles Wesentliche zu dieser Folge ausgeführt. Da mir auch die Überführung des Mörders sowie dessen fast schon flehentliches "Bitte Bitte, lieber Inspektor Columbo, verhaften Sie mich doch endlich" richtig gut gefallen haben, gebe ich dieser Episode drei lauwarme Punkte.

Gruß
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon Magnum86 » So, 11.12.2016 15:26


Wegen der Atmosphäre und Location gebe ich dieser Folge 4 Punkte. Hector Elziondo leistet hier eine tolle Arbeit. Seine Darstellung gefällt mir sehr gut.
Eine Folge die ich mir immer wieder mal ansehen kann.
Gibt ja auch wieder einige komische Columbo Momente :D
Ich fand nicht das Columbo hier zu tollpatschig dargestellt wurde. Columbo ist Columbo und er benimmt sich auch so :D
Die Locations fand ich stimmig und passend für eine Botschaft. Schöne Garten und Parkanlage. Hat mir gefallen.
Auch die Musik mit dem passenen orientalischen Touch hat ihren Teil zum gelingen dieser Folge beigetragen.
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(Elwood Blues)
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon smeagol » Mo, 11.06.2018 11:03


Hier haben wir es mit einer speziellen Folge zu tun. Die Umgebung einer Botschaft bringt klare Unterschiede zu einem normalen Fall und genau deshalb hat man wohl auch dieses Setting gewählt (und sich damit auch auf die eine oder andere Ungereimtheit eingelassen). Etwa dass Columbo hier überhaupt ermittelt, da dies sicher nicht in dessen Zuständigkeit fallen würde. Da schaue ich aber gerne etwas drüber weg.

Zum Fall. Ein gut geplanter Mord, welcher konsequent durchgeführt wird. Columbo stösst natürlich trotzdem auf die einte oder andere Unstimmigkeit (Kaffeetasse, Kalkstaub etc) und vorallem setzt er die verschiedenen Indizien geschickt zusammen, so dass nach und nach ein Bild entsteht, das man als Zuschauer interessanterweise am Angang selbst noch nicht hatte. Dies ist für mich hier wohl eine der besten Umsetzunge über alle Folgen. Columbo kommt so dem Täter immer näher, der ihn aber eher wie ein lästiges Untier ansieht. Schliesslich geniesst er seine Immunität, die ihn fast unverwundbar macht sowie genügend Einfluss und Werkzeuge, um sich Columbo vom Leib zu halten.

Columbo verhält sich manchmal etwas gar talpig, das müsste eigenlich nicht sein. Auch nicht sein müsste der kindliche König. Warum hat man da nicht wenigstens einen jungen Erwachsenen genommen, der dann auch etwas bestimmter auftritt? Sowie die fast schon kumpelhafte Beziehung des Königs zu Columbo.

Damit haben sich die negativen Punkte für mich etwas erschöpft. Genial ist dann die Lösung. Columbo merkt, dass er einerseits wegen der Immunität, andererseits dem Einfluss des Täters diesen so nicht wird schnappen können, selbst wenn er Beweise hätte. Was er aber sehr wohl erkennt, ist dessen Schwachpunkt, nämlich seine Überheblichkeit, selbstgefälligkeit aber auch ein spezielles Wertesystem. Columbol gratuliert ihm also zu seinem "Sieg" und gibt sich geschlagen. Der Täter wird darauf, durch diese Ehrerbittung, joyal und lässt Columbo auf seine Höhe kommen, was nichts anderes bedeutet, als dass er auch Columbo zu seiner Arbeit gratuliert, die halt einfach diesmal nicht zum Ziel geführt habe. Der mithörende König sorgt dann für die Konsequenz.

Dieser geniale Schluss sowie das tolle Indizien sammeln und kombinieren geben für mich den Ausschlag, dieser Folge die vollen 5 Punkte zu geben, auch wenn ein paar kleine negative Punkte mit drin sind.
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon Patrick_B » Fr, 22.03.2019 21:57


Das war schon immer eine meiner Lieblingsfolgen. Ich liebe den Dreh mit der diplomatischen Immunität und den diplomatischen Interessen der amerikanischen Regierung. Das zeigt so schön Columbos Charakter: wie ein Bluthund bleibt er auf der Fährte, selbst wenn er berechtigte Sorgen um seinen Job haben muss. Sogar noch mehr als in A Friend in Deed, dort hatte er den Mörder ja quasi schon im Sack als er seinen Chef beschuldigt.

Die ganze Sache mit dem König ist natürlich hochgradig unglaubwürdig - schon die Frage, wie Columbo ohne das Wissen des ersten Sekretärs an den König rankommt, um mit ihm den Überführungsplan auszuhecken steht unbeantwortet im Raum - aber das stört mich ehrlich gesagt wenig. Für diesen Moment, wie der Täter über seine eigene unbegrenzte Arroganz stolpert, würde ich ich fast alles akzeptieren.

Die Beziehung zwischen Columbo und Salah ist meiner Meinung nach super umgesetzt. Erst beschäftigt sich Columbo mit dem gewünschten Narrativ des Täters, nur um sich mehr und mehr an ihn ranzumachen. Und als es eskaliert, nutzt Columbo geschickt Salahs größte Schwäche aus. Der Mord an sich ist gut, was mir besonders gefallen hat, ist wie Salah auch hier über seine eigene angebliche geistige Überlegenheit stolpert - er setzt Habib die Brille auf, obwohl dieser Kontaktlinsen trägt. Columbos Polizeiarbeit und die Indizien fand ich auch gut.

Ich gebe zu, ich war wieder sofort drin in dieser Folge. Sie macht mir schlicht und ergreifend so viel Spaß, dass ich gar keine Zeit habe, über etwaige Schwächen nachzudenken. Der Humor wurde dezent, aber wirkungsvoll eingesetzt; der Film hat absolut keine Längen. Wahrscheinlich wären drei oder vier Punkte angebrachter, aber hier gewinnt mein Herz gegen den Kopf: fünf Punkte.
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon ChryZ » Mi, 03.04.2019 11:05


Gestern habe ich mir nach langer Zeit mal wieder eine Columbo-Folge gegönnt und war überrascht, dass ich diese noch gar nicht kannte. ?-/ Dementsprechend folgt heute die Bewertung. :such:

Als positiv empfand ich das unverbrauchte Setting in der Botschaft. Durch die Personen aus einem arabischen Land und dem Diplomatieparkett entfaltet die Folge ein ganz eigenes Flair. Zudem ahnt man schon zu Beginn die aufkommenden Zuständigkeitsprobleme, auf die der Inspektor später ja auch trifft. Auch die schauspielerische Leistung sticht in dieser Folge positiv hervor. Beide Morde wirken im ersten Moment kaum beweisbar, am Ende muss er den Mörder aber dann doch wieder aus der Reserve locken. Das Ende ist auch einmalig, solche „Deals“ sind eben im zwischenstaatlichen Bereich möglich. Auf jeden Fall stark, dass Salah am Ende quasi um seine Verhaftung durch den Inspektor bettelt! :D

Leider gibt es aber auch einige negative Punkte: Wie schon von einigen Usern angesprochen, hat die Folge eine (zu) hohe Taktung. Das wirkt sich insbesondere dadurch negativ aus, da man zu Beginn kaum etwas über das Motiv erfährt und sofort in die Handlung geworfen wird. Per se nicht unbedingt schlecht, leider werden später keine weiteren Details genannt wodurch das Motiv dünn bleibt. Auch die ursprüngliche Intention, es den Protestlern in die Schuhe zu schieben, verläuft sich schnell im Sande. Hier hat man leider ein wenig Potenzial verschenkt. Die Aufklärung folgt nach klassischem Muster, mit vermeidbaren (nicht gezogene Waffe) bis zu weniger vermeidbaren (Brille) Fehlern. Allerdings hat Salah zweimal schon ziemlich Pech, einmal wegen der Kontaktlinsen (eine Woche vorher darauf umgestiegen) und dann bei der Banderole (einen Tag vorher hat der Mitarbeiter in der Bank gewechselt).

Daher vergebe ich 3 Punkte :) :) :) , die Folge ist definitiv „gut“ aber nicht „sehr gut“.
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon Columbologe » Mi, 03.04.2019 13:35


@ChryZ Das Motiv wird unmittelbar nach dem Mord vom Täter in Worte gefasst: Mister Alafa war ein Spion, der für die Revolutionäre gearbeitet hat und den Sturz des suarischen Königs geplant hat. Als seiner Regierung verbundener Traditionalist wollte Salah es dazu nicht kommen lassen, und das gestohlene Geld aus dem Safe obendrein ist als Motiv auch nicht von Pappe.
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon Patrick_B » Sa, 06.04.2019 12:14


Also ich verstehe die Geschichte ganz anders: Die Story mit der angeblichen Spionagetätigkeit des Opfers war nur ein Vorwand, um Habib zur Mittäterschaft zu überreden. Salah ist selbst Mitglied der Traditionalisten-Verschwörung, die den progressiven König stürzen wollen und plant, das gestohlene Geld genau diesem Zwecke zuzuführen. Deshalb hat er am Ende auch so große Angst, in seinem eigenen Land vor Gericht gestellt zu werden.

Der Mord diente nur der Ablenkung von sich selbst.
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Re: Bewertet: "Mord in der Botschaft"

Beitragvon Columbologe » Sa, 06.04.2019 15:58


Ich muss sagen, diese neue Sichtweise mit dem gelogenen Mordmotiv gefällt mir noch besser und würde Salah zu einem noch größeren Schurken machen. Es ist schade, dass Columbo am Ende den Geständigen nicht fragt "Wozu haben Sie es eigentlich getan?"
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