Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

1/5 schlecht
5
11%
2/5 passabel/"naja"
7
16%
3/5 gut
17
38%
4/5 sehr gut
12
27%
5/5 überragend
4
9%
 
Abstimmungen insgesamt : 45

Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon Topi » Fr, 12.03.2010 17:53


sagittarius hat geschrieben: Um die Zukunft des Lytton-Museums muss es schlecht bestellt sein, wenn die Nichte nicht in der Lage ist, einen Wertgegenstand aus dem Museum zu erkennen.


so verschieden sind die Ansichten....ich hab mich gestern fast weggeschmissen, vor Lachen.
Endlich hat mir jemand gezeigt, wie man sich richtig verhält, wenn man einer Lady auf die Schleppe tritt und das halbe Kleid abreißt.
Man tätschelt nicht rum, wie Louis des Funès. Man zieht sich diskret zurück!

Ich hätte fast 5 Punkte vergeben, aber da gab es dann doch zu viele Ungereimtheiten.

Dein Satz oben ist übrigens bemerkenswert. Ja, die Nichte hätte das Schmuckstück erkennen sollen - aber sie ging wohl eigene Wege und hatte für den ollen Plunder nicht viel übrig.

Ich möchte nicht, dass nun jeder Columbo so ist wie dieser. Aber ein paar Folgen dieser Art, in denen die Comic im Vordergrund steht --- herzlich gerne.

Wenn ich mit allen 69 Folgen durch bin, mach mal eine Bestenliste. Ich denke diese kommt in die engere Wahl.

Grüße
Topi
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Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon Topi » Fr, 12.03.2010 19:13


Ich weiß, ich müste den letzten Beitrag editieren..

Ich möchte aber noch etwas herausheben.

Hier wurde mehrfach moniert, dass die Möderin wohl so doof nicbt sein könne, das Licht auszuschalten, nach dem sie die 2 Männer umgelegt hat.

Ich fand die Szene einfach zum niederknien.

Sie schießt , tut dann dies und das, bleibt dann in der Tür stehen..

Ich konnte ihre Gedanken hören: Herd, Gas....alles ausgeschaltet? Ah, fast das Licht vergessen!

Das gab der Figur einen hausbackenen Touch, der ja sehr gut zur Rolle passte

Grüße
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Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon martha » Fr, 12.03.2010 20:08


Für mich auch eine durch die Bank überzeugende Folge, sowohl in emotionaler als auch in kriminalistischer Hinsicht.

Und was selten ist: Mein Verständnis von Humor wurde für mich hier vollauf befriedigt!
Selbst wenn man es Klamauk nennt, lass ich mich dann doch gerne in diese Niederungen des inszenierten Komödiantentums hinab und hab meinen Spaß dabei.

Wo bitteschön soll man bei "Columbo" denn sonst lachen, wenn nicht hier? :?
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon zimtspinne » Sa, 13.03.2010 16:38


Ich kann mit der Folge nicht viel anfangen. Fängt schon mit der Mordvertuschung an - erschließt sich mir überhaupt nicht, weshalb die Museumstante ihre Nichte ins Gefängnis reitet.
Das hätte man anders gestalten können, es hätte ersichtlich werden sollen, dass die Jungfer ihr die Zuneigung nur vorgaukelt. Solche Unnachvollziehbarkeiten stören mich gewaltig, ich kann mich dann mit dem ganzen Film nicht richtig anfreunden.
Was in diesem Fall schade ist, da gerade in dieser Folge das Umfeld, die familiären Verstrickungen und das Motiv ausführlich beleuchtet wurden. Nutzt mir aber alles nichts, wenn bei mir nicht glaubhaft ankommt, weshalb Tantchen ihrer Nichte, die sie angeblich über alles liebt (und das auch so rüberkommt) völlig skrupellos ein Verbrechen unterschiebt.
Oder habe ich einfach nicht richtig aufgepasst?? ?-/

Ich sah die Folge vor einigen Monaten und kann mich nicht mal mehr ansatzweise an die Mörderin erinnern. Sie muss so ziemlich das farbloseste an Mörder sein, das Columbo je hatte.
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Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon columbo93 » Sa, 13.03.2010 16:54


zimtspinne hat geschrieben:erschließt sich mir überhaupt nicht, weshalb die Museumstante ihre Nichte ins Gefängnis reitet.
.



Stimmt.... zuerst belastet sie ihre nichte.

und am ende soll ihre nichte bloß nicht´s darüber erfahren, dass sie den todes-tee gemixt hat ?-/
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Beitragvon Topi » Sa, 13.03.2010 17:49


zimtspinne hat geschrieben:erschließt sich mir überhaupt nicht, weshalb die Museumstante ihre Nichte ins Gefängnis reitet.
Das hätte man anders gestalten können, ...Solche Unnachvollziehbarkeiten stören mich gewaltig, ich kann mich dann mit dem ganzen Film nicht richtig anfreunden.


Ich bin normalerweise richtig sauer, wenn ein Drehbuch nicht stimmt. Die Vorarbeit ist das A und O. Wie kann man überhaupt mit dem Dreh beginnen, wenn es Ungereimheiten gibt?
Und hier wären die doch mit ein paar Handgriffen zu beheben gewesen....

Die Sache mit dem Ascher/Gürtelschnalle ist ja an sich schön und so einen Unschuldsbeweiss hatte man auch noch nicht.
Wenn die Täterin den ihrer Schwester untergeschoben hätte ?- Den Haß hätte man gut verstanden.
Und das Ganze dann noch dichter an "The old maid", (die alte Jungfer) angelehnt.
Hab den Film mit Bette Davis ja schon erwähnt,
Da nimmt die gesellschaftlich gut situierte Schwester das Kind ihrer unverheirateten Schwester an Kindesstatt an. So wird ein Skandal vermieden. Das Mädchen weiß nicht, dass die ältlicheTante im Haushalt ihre Mutter ist.

Auch in Columbo hätte sich die Mörderin nichts mehr wünschen können, als dass ihre Tochter erfährt, wer ihre wirkliche Mutter ist.
Sie hätte Columbo am Ende bitten können, dass er der jungen Frau am Ende nicht sagt, dass ihre Mutter eine Mörderin ist.
Hätte zu diesen altmodischen Leuten gepaßt, finde ich.

Trotz allem. Ich bin dieser Folge verfallen. Hat mir extrem viel Spaß gemacht. Auch die Exzentriker ausserhalb des Museums (Friseur).

Vier volle Punkte, für die gute Unterhaltung.

Frei nach Ernst August (one for the Music and one for the light)
Zwei für den Humor und zwei für die skurilen Leute


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Re: Frei nach Ernst August

Beitragvon zimtspinne » Sa, 13.03.2010 18:32


Mich ärgert das einfach total, wenn solche Kleinigkeiten, die absolut vermeidbar wären, den ganzen Film versauen oder zumindest den Genuss versalzen.

Wäre mal interessant, die Folgen nach Regisseuren zu sortieren. Wer die Drehbücher geschrieben oder verdreht hat, wäre natürlich auch interessant. :such:
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Re: Frei nach Ernst August

Beitragvon Topi » Sa, 13.03.2010 18:59


zimtspinne hat geschrieben:Mich ärgert das einfach total, wenn solche Kleinigkeiten, die absolut vermeidbar wären, den ganzen Film versauen oder zumindest den Genuss versalzen.

Wäre mal interessant, die Folgen nach Regisseuren zu sortieren. Wer die Drehbücher geschrieben oder verdreht hat, wäre natürlich auch interessant. :such:


Vielleicht liegt ja das Hauptproblem ja sogar in dem Filmcharakter der Nichte -
Sie hat ja einen seltsamen Männergeschmack - und will dann unbedingt den mißratenen Bruder ihres Lovers im Museum unterbringen. Der Bruder rechnet ja schon fest mit Problemen. (Was hatte die eigentlich mit diesem Bruder zu schaffen?)

Die Nichte ist als Filmfigur ziemlich undeutlich beschrieben.
Soll sie nun die wilde, ausbrechende, junge Generation darstellen (Dann ginge ihr das Museum am Arsch vorbei. Wofür legt sich dann ihre Tante so ins Zeug?)
Ist sie, was Männer betrifft, einfach nur naiv?
Hat sie keine Menschenkenntnis? Also was ist sie nun? Klug, oder dumm?

Vielleicht hat der Regisseur Zuneigung zwischen Tante und Nichte spielen lassen, wo im Sinne der Drehbuchautoren eher Abneigung/oder Gleichgültigkeit herrschen sollte?
Ich glaube, dass die Drehbücher die Positionen der Figuren oft nicht eindeutig darstellen.
Dann wurde sicher unter Zeitdruck gearbeitet und voilá! Man kann die Geschichte nicht wirklich glauben.

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Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon sagittarius » So, 14.03.2010 10:45


Die Belastung der Nichte durch Ruth Lytton ist zwar emotional unverständlich, rational aber nachvollziehbar. Da erwiesen ist, dass die zwei Männer sich nicht gegenseitig getötet haben können, sucht die Polizei einen Doppelmörder. Der sollte in Museumskreisen zu suchen sein, da der Tod des Wächters auf einen Auftraggeber schließen lässt. Dafür kommt neben Miss Lytton auch Janie als Verdächtige in Betracht, da der Bruder des Wächters ihr Freund ist und sie den Wächter eingestellt hat. Miss Lyttons Vorgehensweise ist also (vermutlich) aus der Not heraus geboren, da ihr ursprünglicher Plan gescheitert ist.

Nur werden diese Umstände dem Publikum gar nicht klar, weil Janie ihre Rolle so schwach spielt. Eigentlich müsste sie am Schluss ihre Tante fragen: "Warum hast du das getan?"
Aber die Nichte ist wohl geistig behindert und begreift nicht, worum es geht. Und dann ist Miss Lyttons Vorgehensweise so plump, dass es schon eine Beleidigung für den Zuschauer ist.

Ein guter Regisseur und ein besseres Drehbuch hätten mehr aus dem Film machen können. Auch das "old fashioned" im Filmtitel, also das Altmodische (auch in Bezug auf Sexualität) wird nur gestreift. Es muss für Miss Lytton, die ihren Verlobten an ihre Schwester verlor und danach nie mehr mit einem Mann zusammen war, eine schmerzliche Lebenserfahrung gewesen sein.
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Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon sagittarius » So, 14.03.2010 10:57


Topi hat geschrieben:Auch in Columbo hätte sich die Mörderin nichts mehr wünschen können, als dass ihre Tochter erfährt, wer ihre wirkliche Mutter ist.
Sie hätte Columbo am Ende bitten können, dass er der jungen Frau am Ende nicht sagt, dass ihre Mutter eine Mörderin ist.

Habe ich was falsch verstanden? Die Mörderin, also Miss Lytton ist doch wohl wirklich die Tante von Janie und nicht etwa die Mutter?

Und sie bittet am Schluss Columbo darum zu leugnen, dass sie die Mörderin von Janies Vater ist? Dafür gesteht sie den Doppelmord, also auch den Mord an ihrem Bruder, denn darum ging es ihr ja eigentlich.
Zuletzt geändert von sagittarius am Mo, 22.03.2010 19:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon Topi » So, 14.03.2010 12:48


sagittarius hat geschrieben:
Topi hat geschrieben:Auch in Columbo hätte sich die Mörderin nichts mehr wünschen können, als dass ihre Tochter erfährt, wer ihre wirkliche Mutter ist.
Sie hätte Columbo am Ende bitten können, dass er der jungen Frau am Ende nicht sagt, dass ihre Mutter eine Mörderin ist.

Habe ich was falsch verstanden? Die Mörderin, also Miss Lytton ist doch wohl wirklich die Tante von Janie und nicht etwa die Mutter?

Und sie bittet am Schluss Columbo darum zu leugnen, dass sie die Mörderin von Janies Vater ist? Dafür gesteht sie den Doppelmord, also auch Mord an ihrem Bruder, denn darum ging es ihr ja eigentlich.



Du hast die Folge richtig verstanden. Ich habe, unbeabsichtigt, für Verwirrung gesorgt.
Wollte nur eine Idee einbringen.
Denn leider sind die Handlungen der Mörder-Tante nicht nachvollziehbar.

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Re: Frei nach Ernst August

Beitragvon zimtspinne » So, 14.03.2010 15:31


Drehbücher als Arbeitsgrundlage für einen Film haben immer eine bestimmte vorgegebene Struktur... habe mich mal vor einiger Zeit in einem anderen Zusammenhang damit beschäftigt und damals auch in eins hineingeschaut.

Drehbücher arbeiten eher stichpunktartig, nicht mit ausschweifigen Erklärungen, damit sichergestellt wird, dasss das Drehbuch auch von allen Stationen, die es durchläuft verstanden wird und nicht jeder etwas anderes hineininterpretiert.

Gedanken, Empfindungen und Absichten der Figuren haben in einem Drehbuch nichts zu suchen. Es ist Sache der Darsteller, den Figuren Leben einzuhauchen.

Das Drehbuch gibt nur die Bilder, den Ton, die Hintergrundgeräusche, drinnen oder draußen, hell oder dunkel usw. vor. Aufgabe des Regisseurs ist es dann, durch Dialoge und Handlungen die Absichten der Figuren erkennen zu lassen. Dabei haben die Schauspieler mehr oder weniger große Spielräume für Improvisation und künstlerische Umsetzung ihrer Figur.

Hier wurde meiner Ansicht nach das Ziel des Drehbuchs verfehlt - den Zuschauer mitzureißen durch eine in sich stimmige story.
Stößt einem etwas unglaubwürdig auf, hat das seine Berechtigung.... der Zuschauer ist nicht einfach ein Laie, der keine Ahnung hat oder den tieferen Sinn verfehlt.
Geschichten-Erzählen ist eine uralte Tradition und mensch hat ein feines Gespür dafür, wann etwas glaubwürdig rüberkommt und mitreißt, und wann er sich einfach nur schlecht unterhalten fühlt, weil nichts richtig passt.

Ob ein Film fesselt oder kalt lässt, ist natürlich auch Geschmackssache.
Hier geht es ja aber nicht um irgend einen Film, den man mag oder ablehnt aus persönlichen Vorlieben oder Abneigungen.
Hier gehts um eine Columbofolge, die einfach nicht richtig überzeugen kann. Ob der Regisseur das Drehbuch fahrig umgesetzt hat oder ob einfach die falschen Darsteller ausgewählt wurden, die den Figuren keine rechte Überzeugungskraft verleihen konnten... ich weiß es nicht.

Ich kann der storyline nicht folgen, mir kommt einiges sehr schwammig und schwurbelig vor, nicht richtig ausgearbeitet, nicht verständlich... oberflächlich, ohne Liebe zum Detail wird es einem hingeworfen wie einem Hund ein ungenießbarer Knochen.

Man kann ja über die Motive und Eigenarten der Figuren philosophieren... hier macht aber auch das keinen Sinn, weil man einfach viel zu wenig input bekommt. Keine Vielschichtigkeit, über die man schön rätseln kann, sondern einfach nur Unstimmigkeiten, die keinen Sinn ergeben, egal wie man sie dreht und faltet.
Ich habe keinen Schimmer, was mit der Nichte los sein soll, am ehesten könnte man sie noch als ziemlich einfältig und leicht zurückgeblieben wahrnehmen. Möglich, dass die Figur gar keinen tieferen Sinn hat, sondern einfach nur schlampig umgesetzt wurde.

Ich verstehe allerdings nicht, wie einem bei einem solchen Filmformat solche Schlampereien unterlaufen können. Schlampige Arbeit nenne ich das, Zeitdruck hin oder her. Ich hab auch oft Zeitdruck und kann mir dennoch keine solche Schlampigkeit leisten, da gäbs Konsequenzen.
einfach schade, wie viele Folgen nur in der zweiten oder dritten Reihe gelandet sind, weil nicht richtig (zusammen)gearbeitet wurde.
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Re: Frei nach Ernst August

Beitragvon Topi » So, 14.03.2010 16:13


zimtspinne hat geschrieben:Drehbücher als Arbeitsgrundlage für einen Film haben immer eine bestimmte vorgegebene Struktur... habe mich mal vor einiger Zeit in einem anderen Zusammenhang damit beschäftigt und damals auch in eins hineingeschaut.

Drehbücher arbeiten eher stichpunktartig, nicht mit ausschweifigen Erklärungen, damit sichergestellt wird, dasss das Drehbuch auch von allen Stationen, die es durchläuft verstanden wird und nicht jeder etwas anderes hineininterpretiert.
Gedanken, Empfindungen und Absichten der Figuren haben in einem Drehbuch nichts zu suchen. Es ist Sache der Darsteller, den Figuren Leben einzuhauchen.

Das Drehbuch gibt nur die Bilder, den Ton, die Hintergrundgeräusche, drinnen oder draußen, hell oder dunkel usw. vor. Aufgabe des Regisseurs ist es dann, durch Dialoge und Handlungen die Absichten der Figuren erkennen zu lassen. Dabei haben die Schauspieler mehr oder weniger große Spielräume für Improvisation und künstlerische Umsetzung ihrer Figur.
.


Hallo Zimtspinne,

das stimmt so absolut nicht.
Es ist alles möglich. Andreas Drehsen reicht bei der Filmförerung gerne ein loses DIN A4 Blatt ein. Kann er sich auch erlauben, da er Erfolg garantiert.
Zu einem soliden Drehbuch gehören absolut exakte Angaben.
Die Schauspieler bekommen nicht nur ein Drehbuch, sondern auch ein Textbuch. Sie bekommen einen richtigen Lebenslauf der Figur, die sie darstellen sollen, in die Hand gedrückt. Gedanken und Empfindungen gehören dazu!
Auch wenn die Figur keinen Namen hat und und die Handlung innerhalb einer Woche stattfindet, erfährt der Schauspieler aus dem Lebenslauf, wann sein Filmcharakter geboren wurde, wie er in der Schule war, was er gerne ißt, welche sexuellen Vorlieben er hat, usw.
Möglichst genau, damit er die Figur glaubhaft darstellen kann.
Es gibt natürlich immer Produktionen , die anders laufen: Im Autorenkino, sind ja Regisseur und Drehbuchautor eine Person. Dort arbeitet man famliär. Da wird man direkt kommunizieren.
Allerdings hat der Produzent viel mitzureden. Und wenn der sagt, wir machen das so (die Hauptdarstellerin soll große Brüste haben), damit die Leute ins Kino gehen, wird alles umgeworfen.
Das zum Spielfilm. Ist nicht vollständig.

Columbo ist eine Serie. Hier gelten andere Regeln.
Columbo als Figur ist hervoragend ausgedacht.
(Ich bin mir sicher, dass Peter Falk Columbus Vornamen kannte)

Die eine oder andere Schlampigkeit hat man sich da leider geleistet.
ch habe auch gelesen, dass sich die Autoren irgendwann von der Serie zurückgezogen haben. In den ersten Folgen haben sie noch das Controlling gemacht,
Es gibt immer die Stoffentwickler und die Autoren der Folgen. Verschiedene Jobs.
Und es gibt Autoren, die nur für die Dialoge zuständig sind.

Ich habe das Fach im Nebenfach studiert und arbeite auf dem Gebiet.
Mein Hauptstudium war Kunst. Mich haben Drehbücher aber immer schon wahnsinnig interessiert.
Ich kriege fast eine Krise, wenn ich mir überlege, wie toll Columbo hätte sein können, wenn man da mehr Zeit zum Feilen gehabt hätte.

Grüße
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Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon Doc Brown » Mi, 20.07.2011 22:54


Ich gebe 3 Punkte. Eine Episode mit Potenzial, die aber leider viel davon verschenkt.

Ruth Lytton ist schon eine interessante Persönlichkeit. Sie betreibt das Museum offensichtlich ausschließlich aus Idealismus und nicht, um damit das vorhandene Vermögen noch weiter zu vermehren. Eine interessante Lebenseinstellung, gerade wenn man in der heutigen Zeit sieht, dass Unternehmen Mitarbeiter entlassen und Einmalzahlungen streichen, nur um den Gewinn noch weiter zu maximieren. Das macht sie auf der einen Seite sympathisch.
Auf der anderen Seite ist sie eine eiskalte 3-fach-Mörderin und versucht dann noch ihrer Nichte die Schuld für zwei Morde in die Schuhe zu schieben. Nichtsdestotrotz hat mich ihre Figur überzeugt. Ruth Lytton ist sicherlich eine der interessanteren Mörderinnen.

Irgendwie passen die Figuren in dieser Episode aber absolut nicht zusammen ?-/ : Da ist auf der eine Seite die toll gezeichnete Figur von Ruth Lytton, die auch toll gespielt wird. Ein sehr vierschichtiger und hintergründiger Charakter. :)
Auf der anderen Seite sind da die oberflächlichen und überzeichneten Nebenfiguren. Die hysterische und ständig in Ohnmacht fallende Schwester nervt und wirkt unglaubwürdig. Die Hausangestellte ist übertrieben schreckhaft und verängstigt. Der Friseur ist eigentlich schon eine Frechheit, weil er so übertrieben stereotypisch schwul agiert. Man könnte fast meinen, hier waren unterschiedliche Autoren am Werk und am Ende wurden einfach alle Figuren in einen Topf geworfen, weil ein großer Qualitätsunterschied bei den Figuren herrscht.


Der Mord ist interessant, die anschließende Indiziensuche von Columbo ist auch ganz ok, wenn auch nicht gerade üppig (Licht, Uhr, Tonband). Das Zusammenspiel von Columbo und Lytton ist zwar interessant, weil mir Ruth Lytton als Person gefällt, aber irgendwie ist das Ganze unter dem Strich doch ein bisschen langatmig geworden.

Die Schlussszene finde ich etwas grotesk: Ok, Columbo stellt keine weiteren Ermittlungen bzgl. des ersten Mordes an. Aber ob das Mrs. Lytton wirklich so viel bringt ?:? Schließlich weiß Janie nun, dass ihre Tante eine zweifache Mörderin ist und ihr obendrein die Morde auch noch anhängen wollte. Ob sie wirklich weiterhin an die bedingungslose Liebe ihrer Tante zu ihr glaubt? Früher oder später wird sie dann auch noch auf die Idee kommen, dass ihre Tante ihren Vater umgebracht hat.

Fazit: Eine starke Mörderfigur führen hier zu 3 Punkten. Mit besseren Nebenfiguren, ein wenig mehr Verve und ein paar mehr Indizien wäre hier sicherlich mehr drin gewesen.
Döp döp döp de de döp döp döp
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Re: Bewertet: "Bei Einbruch Mord"

Beitragvon Tiktaalik » Sa, 01.09.2012 19:21


Der Mordplan gefällt mir: Lytton erpresst den Wachmann Schaeffer, von dem sie weiß, dass er das Museum bestohlen hat. Somit "muss" dieser ihr bei einem angeblichen Versicherungsbetrug helfen. Sie lässt den Mord an Schaeffer und ihrem Bruder Edward Lytton so aussehen, dass Schaeffer in das Museum eingebrochen ist, ihr Bruder ihn dabei erwischt hat und sie sich gegenseitig erschossen haben.

Genial finde ich, wie Columbo darauf kommt, dass sich noch eine dritte Person im Raum befunden haben muss "Wer hat das Licht abgeschaltet, nachdem sie (die beiden Opfer) tot waren?". Im Dunkeln hätten sich die beiden wohl kaum erschießen können. Auch die anderen Indizien sind gut: Schaeffer sah so aus, als ob er in den Urlaub fahren wollte (Impfung, Maniküre, neue Kleidung, Haarschnitt, jedoch kein Gepäck, Geld und Pass). Auch, dass er durch die Uhr den Mordzeitpunkt herausfindet, gefällt mir. Der Schlussbeweis ist leider mit der schlechteste der ganzen Serie - nicht, weil er an sich schlecht ist, sondern weil sogar ich als Zuschauer ihn durchschaut habe. Das ist ein sehr schlechtes Zeichen. Das darauf folgende Geständnis ist aber schlüssig, weil Lyttons Nichte so vom dritten Mord nichts erfährt. Die Schlussszene, als Lytton und Columbo Arm in Arm das Haus verlassen, finde ich sehr gelungen. Schwach finde ich aber, dass der Inspektor das Motiv für den Mord nicht herausfindet oder habe ich das übersehen?

Ein ganz dickes Minus sind für mich die Nebendarsteller: Die Schwester, die ständig ihn Ohnmacht fällt, der Friseur, der sich Columbo gegenüber wie ein Verrückter aufführt ("Ich bin überrascht, dass Sie mich nicht bewusstlos schlagen, damit sie mich raustragen können, ohne dass ich Problem mache"), sowie das Dienstmädchen, das die Teller fallen lässt.

Ich kann es gar nicht genau beschreiben, vielleicht hängt es auch an der anderen Synchronstimme von Columbo und mit den unterirdischen Nebendarstellern zusammen, aber mich stört die Atmosphäre dieser Episode.

Die Hauptdarstellerin Joyce van Patten kann mich mit ihrer Art überzeugen und erhält von mir 4 Punkte. Auch die Dialoge zwischen ihr und dem Inspektor sind durchweg gelungen. Das CMS erhält von mir trotzdem nur 3 Punkte, da ich mich zwischendurch fragte, ob Columbo oder Lytton hier ermittelt. Teilweise löst sie den Fall ja von alleine. Sehr gut gefällt mir, dass Columbo sie sehr schnell als Mörderin entlarvt und sie somit zum Handeln bewegt (Stehlen der Gürtelschnalle, die sie bei ihrer Nichte deponiert), wodurch sie am Ende überführt wird.

Der Humor bekommt von mir ebenfalls einen Minuspunkt. Sowohl die Szene im Frisörsalon als auch die ständigen Ohnmachtsanfälle von Lyttons Schwester missfallen mir.

Daher erhält diese Episode 2/5 Punkte.
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