Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Alter schützt vor Torheit nicht"?

1/5 "schlecht"
8
17%
2/5 "passabel"/"na ja"
6
13%
3/5 "gut"
10
21%
4/5 "sehr gut"
12
25%
5/5 "überragend"
12
25%
 
Abstimmungen insgesamt : 48

Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon Yves » Mi, 15.03.2006 17:03


Mich würde interessieren, wie ihr "Alter schützt vor Torheit nicht" bewerten würdet. Ich werde mir die Folge nochmal ansehen und dann auch meine Meinung dazu schreiben.
Ich denke aber, dass es die beste Folge von denen ist, in welchen Columbo nicht in L.A. ermittelt (auch wenn ich die anderen auch sehr gerne sehe)!

Mfg
Yves
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Beitragvon martha » Mi, 15.03.2006 23:48


Gute Idee sich diese Folge noch mal anzuschauen, weil ich glaube, daß das die Folge mit der größten Ironie ist, auch wenn man noch mehr hätte draus machen können. Aber trotzdem: Kaum ist die erste Szene vorbei, fängt es an zu regnen ( herrlich: man weiß sofort, daß man in London ist ). Genial auch, daß es bei dem Fall dann hauptsächlich um Schirme geht. Auch die Darsteller spielen so britisch, wie es im Buche steht: steif und korrekt. ( Superintendant Durk stolziert ja so steif daher, als hätte er selber einen Regenschim verschluckt ) Und dann ist da natürlich noch die gelungene Anlehnung an das Theaterstück " Macbeth ", wo ja auch ein Ehepaar seine Hände mit Blut befleckt. Ich glaube der Fall selber und die Aufklärung sind weniger aufregend aber wir sind ja auch in London, wo alles etwas beschaulicher zugeht . Allemal 4 Punkte.
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Beitragvon Yves » Sa, 08.04.2006 16:37


So, hab die Folge nochmal gesehen...
und sie bekommt die Höchstnote von mir.
Ist meiner Meinung nach die beste Folge außerhalb von L.A.! Ich denke hier stimmt fast alles. Außerdem wird man gleich von Anfang an gefesselt. Auch das Flair ist geil, besonders die Szene ziemlich am Ende wo dieser Engländer auf der Parkbank (is doch´n Park oder?) sitzt und Columbo DIE Idee zur Überführung der beiden hat.
Einfach klasse. Auch die Szene draußen im Regen, wie sich Columbo mit dem Hausmeister des Theaters unterhält - dessen Schirm soeben gestohlen worden - ist es wert extra erwähnt zu werden.
Die Auflösung passt voll ins Columbomuster. Schade, dass RTL die Folge nicht gezeigt hat. Ist ja ein 90-Minüter.
Die Mörder sind auch super. Kommen richtig arrogant und selbstsicher rüber, was auch an der Tatsache das die beiden in der so einer geschwollenen "MacBeth-Sprache" sprechen und Zitate verwenden.
Auch die witzigen Szenen sind nicht billig, sondern echt gut: "... ich hoffe es ist überhaupt´n Film drin in der Kamera..."! Richtig gut.
Auch der Butler passt gut rein.
Das alles kann bei mir nur zu 5P. führen. Die Folge ist nie langweilig, obwohl sie 90 Min. dauert!
Klasse! Allein diese Folge war es wert die Season2 zu kaufen!

YvEs
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Beitragvon martha » Sa, 08.04.2006 22:59


Kurze Info zu dem angesprochenen Park:

Columbo sitzt mit diesem Opa in einer kleinen Grünanlage am Wellington-Platz. Im Hintergrund sieht man nämlich den Wellington Arch und das Wellington-Museum. Das liegt so zwischen Hyde Park und Buckingham-Palast.
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Beitragvon Howie Munson » Mi, 19.07.2006 18:14


Das erste mal (und nicht das letzte mal), dass Lt. Columbo die vertraute Heimat verlässt und im Ausland ermittelt. Das gibt natürlich einiges her: so führt sich der Lt. zunächst einmal als eifrig knipsender Tourist auf, wird zu Beginn am Flughafen für einen Dieb gehalten, erscheint bei einer Trauerfeier in völlig unpassend seinem Regenmantel und hat Schwierigkeiten, das britische Englisch zu verstehen.

So ergeben sich also zahlreiche witzige Situationen, die auch bitter nötig sind, da das Geschehen ansonsten nicht besonders unterhaltsam ist. Da werden die Ermittler von Scotland Yard als Deppen dargestellt, die von Columbo gezeigt bekommen, wo der Hammer hängt. Beim Überführungsbeweis wird geschummelt: nicht zum ersten mal hilft der Lt. hier etwas nach, um ein Geständnis zu bekommen.

Hier haben wir es zudem nicht mit einem ausgetüftelt geplanten Mord zu tun und die beiden Täter (diesmal also zwei) stellen sich wenig geschickt an, was es dem Lt. auch nicht ganz so schwer macht.

Gespielt werden die Mörder von Richard Baseheart und dem Bondgirl Honor Blackman, die beide eine miserable Vorstellung abliefern, was umso ironischer ist, bedenkt man, dass es sich in der Episode um zwei Theaterikonen handeln soll.

Schön aber, John Williams kurz wiederzusehen, den ich ja erst kürzlich in DIAL M FOR MURDER erlebt hatte und der hier eine wesentlich bessere Figur macht; und der - wiederum ironischer weise - in dem Hitchcock bereits einiges von dem vorweg nahm, was die Figur Columbo später ausmachte.

Insgesamt ist DAGGER OF THE MIND zu lang geraten und ich sehe den Lt. doch lieber in L. A. ermitteln, da mir da ganze 70er-Feeling dort auch immer wieder sehr gefällt. Nicht so schlecht wie THE GREENHOUSE JUNGLE, aber von der nächsten Episode erwarte ich mir dann wieder etwas mehr.
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Beitragvon martha » Mi, 19.07.2006 23:08


Howie Munson hat geschrieben:
Schön aber, John Williams kurz wiederzusehen, den ich ja erst kürzlich in DIAL M FOR MURDER erlebt hatte und der hier eine wesentlich bessere Figur macht; und der - wiederum ironischer weise - in dem Hitchcock bereits einiges von dem vorweg nahm, was die Figur Columbo später ausmachte.



Die Passage hab ich leider von vorne bis hinten nicht begriffen.
Wo machte John Williams eine besseren Eindruck: In "Bei Anruf Mord" oder bei Columbo?
Den Rest des Satzes versteh ich gar nicht, bin aber sehr neugierig, was du meinst, da ich ein großer Hitchcock-Fan bin. :?:
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Beitragvon Howie Munson » Do, 20.07.2006 00:57


Oh, sorry... hätte statt "in dem Hitchcock" besser "in dem Hitchcockfilm" schreiben sollen ;)

Also, der John Williams hatte in DIAL M FOR MURDER einen Auftritt als Inspektor und einige Manirismen erinnerten sehr an die Figur Columbo; deshalb mein Querverweis. Allerdings gefiel mir Williams in der COLUMBO-Folge besser als in Hitchs Film.

btw: bin auch großer Hitchcock-Fan!!! :)
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Beitragvon Höllenheizer » Mo, 06.11.2006 20:44


Eigentlich nur eine nicht enden wollende Abfolge von Klischees. Schlechter geht es nicht mehr. Das könnte der schlechteste Columbo sein, den ich je gesehen habe.
Interessant auch die wenigen Wertungen. Vermutlich hat es kaum einer bis zum Ende geschafft.


:D (für den Regenschirm :wink: )
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Beitragvon martha » Di, 07.11.2006 01:25


Oh Gott, war's wirklich so schlimm? :o :wink:

Ich hab' den Film naturgemäß bis zum Ende geguckt und fühlte mich wieder mal sehr gut unterhalten. :D

Ist halt nicht nur 'n Ausflug nach London, sondern auch mal mehr in's Komödiantische.
Atmosphärisch bekommt man teilweise sogar 'n leichtes "Miss Marple"-und "Frenzy"-Feeling.

Kriminalistisch reisst mich der Fall ja auch nicht gerade vom Sitz, und die schauspielerische Leistung des Macbeth-Darstellers hat sicher die gleiche Qualität, als wenn Dieter Bohlen den "Faust" spielen würde.

Aber ich ordne auch das alles mal in die Rubrik "gewollte Ironie" ein.

In England regnet's, in England gibt's fettigen Fisch, in England ist man "very british".

Ich hab' zweimal in England Urlaub gemacht. So ist es da halt.
Man kann natürlich sagen, das sind Klischees.
Ich nenn' das trefflich beschriebene Länderkunde.
I was very amused. :wink:
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Beitragvon Columbo-Freak » Di, 07.11.2006 20:00


martha hat geschrieben:Oh Gott, war's wirklich so schlimm? :o :wink:


Ne, noch schlimmer!! :( :!:

Das ist wohl bisher die schlechteste Columbofolge, die ich bis jetzt gesehen habe. Und das mit Abstand...
Ist das Slapstickcomedy oder doch ein Krimi, gar ein Columbo? Naja, man weiß es nicht. Es soll wohl einer sein.
Fangen wir mal mit dem Mord an: Der ist, wie Howie schon erwähnte, nicht besonders einfallsreich. Wie auch, wenn er im Affekt ausgeführt wird? Das gefällt mir zwar nie so gut, aber das hat die Folge noch nicht ruiniert. Aber das Ausmaß an Schlampigkeit war dann wohl doch etwas zuviel. Und diese Sache mit dem Regenschirm: das witzigste an der Folge, wenn auch nicht gewollt! Wie die beiden Mörder das die ganze Zeit ausbügeln wollen, ist einfach nur lachhaft. Dass sie dann noch bei Madame Tussaud's einbrechen, was übrigens völlig unrealistisch ist, ist dann der Gipfel der Lächerlichkeit und gehört einfach nicht in einen Columbo. In der Folge gibt es dann auch kaum Indizien und die wenigen waren nicht der Knaller. In Erinnerung ist mir nur noch die Sache, dass ein Kenner das Buch nicht so hingelegt hätte. Die Aufklärung dreht sich dann auch um den Regenschirm - so billig war sie noch nie bei Columbo. Ein Columbo-Trick ist ja schön und gut, wenn er raffiniert ist. Aber einfach die Perle da reinzuschmeißen :roll: , plump und dumm. Denn ein halbwegs schlauer Mörder hätte nicht verrückt gespielt, Verse aufgesagt und gestanden, sondern hätte so argumentiert: "Columbo, sie haben die Perle da reingeschmissen. Denn der Schirm wurde seit besagter Nacht so viel durch die Gegend getragen, da wäre die Perle schon längst rausgefallen! Durk, nehmen sie Fingerabdrücke von der Perle, da sind 100%ig die von Columbo drauf!" Der Mörder hätte Recht behalten und Columbo hätte mächtig Ärger bekommen wegen Fälschung von Beweismitteln.
Die Mörder sind schauspielerisch einfach schlecht, die Charaktere unglaubwürdig. Lustige Szenen, naja, man hat es ja darauf angelegt und das ist wohl noch das beste an der Folge, aber auch nicht wirklich gut. Die Szene am Flughafen ist ganz lustig, mehr fällt mir jetzt nicht ein.
Was ich noch fast vergessen hätte, ist der schmierige Butler, dessen Ermordung wird am Schluss gar nicht mehr erwähnt :arrow: weiterer Minuspunkt!
Wenn ich jetzt noch etwas Positives über die Folge schreiben will, dann kann ich sagen, dass man etwas von London sieht und dass ein Ehepaar, das gemeinsam mordet, mal was Anderes ist. Mehr aber auch nicht!

----> 1 Punkt

Tut mir Leid Yves, aber jetzt bin ich schon auf deine Verteidigungsschrift gespannt.

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Beitragvon Höllenheizer » Mi, 08.11.2006 15:25


Columbo-Freak hat geschrieben:Was ich noch fast vergessen hätte, ist der schmierige Butler, dessen Ermordung wird am Schluss gar nicht mehr erwähnt
Eines von vielen Klischees. Der Zeuge, der den Täter erpresst, wird umgebracht. Mörder haben logischerweise nichts zu verlieren, daher sollte man ihnen gegenüber vorsichtig sein.

Mit der Beweisfälschung bei der Perle triffst du den Nagel auf den Kopf. Die Täter wussten, wo der Schirm schon überall war, und hätten auf Sieg gespielt.
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Beitragvon xxxl-Columbo-Fan » Mi, 08.11.2006 17:16


Ac Gott, diese Folge. Ich habe sie lange nicht gesehen, kann aber trotzdem sagen: Ich verachte diese Folge. Sie ist einfach grottenschlecht und klischeehaft. Das im Londoner Wachsmuseum ein Fenster offen steht, ist schon sehr unglaubwürdig.

Punkte vergebe ich erst nach erneutem Anschauen.
Zuletzt geändert von xxxl-Columbo-Fan am Mo, 01.01.2007 16:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Columbo-Freak » Do, 09.11.2006 20:34


Keine Bewertungen von euch, martha, Yves?

Gäbe sicher schöne Diskussionen! :wink:

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Beitragvon martha » Sa, 11.11.2006 02:04


Nanu, wo ist denn Yves? :o
Die angesprochenen Probleme mit dem Computer scheinen wohl doch größer zu sein als befürchtet.
Auf jeden Fall fang ich langsam an, ihn hier im Forum zu vermissen. :!:

Die Folge "Alter schützt vor Torheit nicht" hab ich ja eigentlich schon zweimal bewertet, aber wenn "Columbo-Freak" mich zu 'nem Nachschlag anstachelt, werd' ich natürlich gerne noch mal mit leichter Munition locker aus der Hüfte schiessen. :wink:

Wie hier sicher schon zu lesen war bekommt die Folge von mir glatte 4 Punkte.
Würde ich die Episode aus rein kriminalistischer Sicht bewerten, bekäme sie sicherlich weniger Punkte, weil bei bloßer Betrachtung des kriminalistischen Handwerks hier zweifelsohne ein ziemlicher Dilettantismus anzutreffen ist.
Bei Folgen wie dieser, die stilistisch dann doch ziemlich von der herkömmlichen Columbo-Machart abweichen, frag ich mich dann natürlich, was sich die Macher dabei wohl gedacht haben.
Bei der Folge "Der alte Mann und der Tod" kann ich diese Frage bis heute nicht annähernd beantworten. Deshalb fällt sie bei mir durch.
Bei "Alter schützt vor Torheit nicht" verhält es sich aber ganz anders, weil hier ein erfolgreicher Versuch gemacht wird, die Inhalte eines Theaterstücks auf eine Krimihandlung zu übertragen.

Ich hatte im LK Englisch vor einigen Jahren das Vergnügen, "Macbeth" im Original zu lesen.(Zumindest glaubte das mein Englischlehrer, aber ich hab mir natürlich sofort die deutsche Übersetzung geholt, weil mir die deutsche Sprache schon seit Kleinkindtagen irgendwie geläufiger war :wink: )
Auf jeden Fall hab ich in der Columbo-Folge etliche Parallelen zum Shakespeare-Stück wiedererkannt, und das hat mir dann wirklich wahnsinnig gut gefallen.
Apropos "wahnsinnig": Diese Schlussszene, wo der männliche Part dieses alternden Theaterpärchens nur noch irgendwelche Verse rezitiert, entspricht ja auch dem Schicksal von Lady Macbeth im Stück, die am Ende nur noch wirres Zeug labert und dem Wahnsinn verfällt. Bei "Alter schützt vor Torheit nicht" wird der Mann wahnsinnig. Genial! Ich musste echt lachen. Im Theaterstück ist auch Lady Macbeth zunächst die treibende Kraft, die ihren Mann zu einem weiteren Mord treibt(bei "Columbo" muss deshalb der Butler dran glauben; deshalb fand ich diesen Mord auch zwingend notwendig, um dem Theaterstück gerecht zu werden)

"Höllenheizer" hat ja geschrieben, dass es ein Klischee wäre, wenn der Zeuge, der den Täter erpresst, umgebracht wird.
Für mich ist das ein absolut gebräuchliches und taugliches Instrument, um einem Krimi eine Spannungsänderung zu verleihen. Wird ja z.B. auch in den Folgen "Tödliche Trennung", "Ein gründlich motivierter Tod" oder "Ein Spatz in der Hand" angewendet.
Ich geb' natürlich zu, dass die Ermordung des Butlers für den Kriminalfall selbst absolut keinen Effekt mehr hat, durch die Anlehnung an das Macbeth-Drama wird dadurch aber der Kreis wirkungsvoll geschlossen.

Mir hat der Film auf jeden Fall sehr gefallen, zu 5 Punkten reicht es dann aber doch nicht, weil ich das Gefühl hatte, dass man noch mehr hätte herausholen können, etwa in Szenen wie der mit dem Pathologen, der während des Essens über die Obduktionsbefunde berichtet. Das hat mich dann doch nur im Ansatz zum Schmunzeln gebracht. Der Umgang mit den herrlichen Klischees wird oftmals doch nur unzureichend umgesetzt.

Noch ein Satz zur umstrittenen Aufklärung:
Ich fand die sehr amüsant und sah überhaupt keinen Grund mich darüber aufzuregen. Fand ich wesentlich besser als die zähe und langwierige Prozedur mit dem "Wäscheblau" in "Schleichendes Gift"(vergleichbar, weil Columbo dort ja auch Beweise fälscht).

Gerade bei der Folge kann ich aber auch absolut verstehen, wenn man sie am liebsten "in die Tonne kloppen" möchte, weil hier gerade Liebhaber von Indizien und straffer Handlung sicherlich enttäuscht werden.

Ich war nicht enttäuscht.
:D :D :D :D
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Beitragvon Yves » Do, 28.12.2006 20:24


So, dann will ich mal - wenn auch ungewollt spät - meine Bewertung nachreichen:

Wie die meisten wohl mittlerweile wissen, ist das eine Lieblingsfolge von mir. Hab ja auch oben schon eine nicht ganz so ausführliche Bewertung geeschrieben :D !
Fang dann mal bei Adam und Eva an, in diesem Falle wäre das das "Intro" oder besser gesagt das Erste was man sieht, wenn man den Kasten an hat. Diese tollen Bilder von London und die Musik dazu, die ich als überaus trefflich gewählt empfinde!
Die erste Szene mit dem Ehepaar und der Streit auf der Bühne stehen sinnbildlich für deren Charaktereigenschaften. Außerdem wirken die beiden mehr als britisch. Wirklich passend ausgewählt. Sie haben ihre Rolle wirklich super gespielt, sag ich jetzt mal als Amateurschauspieler. Die Idee des zerstrittenen Ehepaares wird jedenfalls unmissverständlich klar für jeden.
Auch insgesamt würde ich die Rollenverteilung als genial werten:
1. Superintendant Durk, der "selber so stolziert, als hätte er einen Regenschirm verschluckt" (vgl. marthas 1. Post)
2. Der Butler, der auch britsch wirkt, trocken und "schmierig" (und das soll er ja auch, stellt sich doch am Ende der Folge, kurz vor dem er umgebracht wird, herraus, dass er selbst kriminell ist)
3. Der Hausmeister im Theater, der die Heizung reparieren will! Auch er mit britschem Aussehen und sehr gut im stummen Spiel

Die Tatsache, dass der Film in England spielt wurde mMn durch die Kombination mit einem engl. Bühnenstück - MacBeth - perfekt ausgenutzt.
Überhaupt ist es doch wirklich keine Aufzählung von Klischees, wenn man Regenschirme zur "Hauptperson" des Filmes macht und noch einen Butler mit einbringt. In London regnet es nun mal oft, dass lässt sich durch das maritime Klima nun mal nicht vermeiden, also ist es fakt und kein Klischee. Und wenn man einen Columbo schon außerhalb von L.A. dreht, finde ich, dass man das auch durchaus zeigen sollte, wie hier geschehen. Ich empfinde die vielen Bilder der Stadt, die gezeigt werden, als Bereicherung der Episode!
Sicher haben es die Macher diesmal gut gemeint mit witzigen Szenen. Allerdings fällt mir gerade keine ein über die ich nicht gelacht hätte.

Die Auflösung ist halt wieder mal ne Columbofalle. Na und? Columbo hat die "Show" am Ende so perfekt vorgetragen, dass selbst die beiden Schauspieler drauf reingefallen sind.
Warum sollte man den Schirm schon mal geöffnet haben? Die Kugel "beweist" ja das Gegenteil und Fingerabdrücke kann man von ner Perle auch keine nehmen, das steht fest, weil die Kugel ja rund und die Fläche für Abdrücke auch viel zu klein ist :wink: !

Bei der Anlehnung an MacBeth hat man wirklich an alles gedacht und ich finde, dass allein das schon die 5 Punkte wert ist! :D Fast zumindest...

Ich kann´s ja verstehen, wenn man die mangelhafte Indiziensuche kritisiert, aber wie ich bei "Wein ist dicker als Blut" schonmal geschrieben habe, ist es das Endprodukt, das zählt und dabei bleibt´s!
Ich würde auch verstehen, wenn deshalb jemand 3 Punkte vergibt, aber 1 Punkt??? Außerdem hast du in deiner Bewertung ja auch schon einige positive Punkte genannt Freak, deshalb solltest du eigentlich wenigstens auf 2P. kommen :wink: !
Ich finde es gibt mehrere schlechte Folgen (bzw. schlechtere Folgen und davon ca. 60 :) und jedesmal, bei jeder Bewertung anzumerken, es handle sich bei der Folge um die schlechteste Folge, finde ich persönlich als übertriebene Reaktion. Man sollte sich da schon mal festlegen können:) Bei mir wär das dann "Der alte Mann und der Tod"! :wink:

MfG
YvEs

P.S. In den meisten Punkten stimme ich mit martha überein.
P.S.2: Das der Post an einigen Stellen komisch klingt, kommt davon, dass ich hier erst wieder "warmlaufen" muss :wink: !
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