Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Alter schützt vor Torheit nicht"?

1/5 "schlecht"
8
17%
2/5 "passabel"/"na ja"
6
13%
3/5 "gut"
10
21%
4/5 "sehr gut"
12
25%
5/5 "überragend"
12
25%
 
Abstimmungen insgesamt : 48

Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon martha » So, 29.07.2012 14:31


Ich finde die Rolle des Butlers eigentlich recht interessant.
Das ist ja ein Mann, der wohl zum dienen geboren ist.
Ich schätze auch, dass er keine großartigen moralischen Ansprüche hat.
Sein Motto lautet: Der König ist tot. Es lebe der König!
Er kann es sich aber nicht verkneifen, jetzt auch mal eine dominante Position einzunehmen, weil er sich seinen neuen Dienstherren,die er mit seinem Wissen in der Hand hat, als Butler aufdrängt.
Er will aber keinen Batzen Geld, sondern weiter in dienender Funktion tätig sein.
Das ist für einen Erpresser eine doch recht bescheidene Forderung.
Allerdings offenbart er natürlich auch die Naivität aller Erpresser, die meinen, dass der Erpresste nicht auch noch einen zweiten Mord begehen könnte.
Er leidet also auch unter einer sehr optimistischen Sicht der Dinge.
Tut mir leid für ihn.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon MrGrady » Sa, 08.12.2012 18:20


Wenn ich richtig informiert bin, ist dies die einzige Folge der zweiten Staffel, die von der ARD nicht ausgestrahlt wurde. Ich muss gestehen: Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Die Mängel wurden in diesem Thread ja bereits ausführlich behandelt. In meinen Augen ist das eher eine schlechte Komödie als ein ernsthafter Krimi. Ein Punkt.
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Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon martha » Sa, 08.12.2012 19:00


MrGrady hat geschrieben: Die Mängel wurden in diesem Thread ja bereits ausführlich behandelt.


Na ja, das ist aber 'ne recht einseitige und oberflächliche Zusammenfassung dieses Threads.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
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Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon MrGrady » Sa, 08.12.2012 19:59


Sorry, aber ich hatte nicht den Anspruch, den Thread zusammenzufassen, sondern wollte lediglich die bekannten Kritikpunkte nicht wiederholen. Die positiven Statements zur Folge sind mir freilich nicht entgangen :wink:
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Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon Tiktaalik » So, 09.12.2012 00:14


martha hat geschrieben:Na ja, das ist aber 'ne recht einseitige und oberflächliche Zusammenfassung dieses Threads.

Richtig, und wenn du so weiter machst, bist du der User, der mit Abstand am schnellsten alle 69 Episoden bewertet hat.
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Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon MrGrady » So, 09.12.2012 13:15


Immerhin etwas :wink: Naja, Spaß beiseite... Meine Beurteilung war schon oberflächlich, das gebe ich zu. Die Folge konnte mich leider von Anfang an nicht fesseln. Die Szenen mit Columbo als Tourist waren mir zu albern. Den Mord (der eigentlich ein Totschlag) war, fand ich schon in der Ausführung unglaubwürdig. Spätestens als Columbo als Gast die Ermittlungen für Scotland Yard übernahm, war ich nicht mehr mit Begeisterung dabei. Auf dem Traumschiff (kein anderer Polizist an Bord) leuchtet mir das ja noch irgendwie ein, in London finde ich es hingegen zweifelhaft, dass sich die Behörden vor Ort so das Zepter aus der Hand nehmen lassen und dann sogar die Überführung mit einem fingierten Beweis akzeptieren. Alles in allem bin ich so zu meiner Beurteilung gekommen.
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Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon zimtspinne » So, 09.12.2012 13:43


du hast mit deiner kurzen Bewertung auch was ausgedrückt: nämlich, dass diese Folge genau so eine Flapsbewertung verdient. So kann man das auch sehen. Für Zeugs, das einem gar nicht gefällt, muss man sich ja nicht immer so arg ins Zeug legen.

Ich hab die Folge gestern extra geguckt, weil ihr die hochgeholt hab, mal sehen, wie lang meine Bewertung wird.
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Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon zimtspinne » Sa, 22.12.2012 12:29


Diese Folge ist vor allem eins: Laut.
Gleich anfangs wird gebrüllt, geflucht, getobt, gepoltert und so geht es dann auch weiter. Columbo kommt mit Getöse in einem lauten und hektischen London an, sogar Scotland Yard wirkt aufgescheucht bei seiner Ankunft.
Ruhe gibts dann endlich bei dem familiären Todesfall auf dem angestaubten Herrensitz. Die währt aber auch nur so lange, bis die Bediensteten erscheinen und ihrer Freude über das "Abkratzen des Alten" freien Lauf lassen.
Es folgen das ausufernde Geheule und Gejaule Madame Stanhopes und ihren Lärmhöhepunkt erlebt die Folge am Ende der Theateraufführung. Minutenlang laute Menschenmenge - puh, da wird es nichts mit der gemütlichen Entspannung vor dem Fernseher.

Ich nutze ja Columbo oft zum Runterkommen an hektischen Tag oder auch schon mal als Einschlafhilfe.... unglücklicherweise griff ich mal zu dieser Folge, bei der mein player zu allem Übel auch noch hakte und in einer Endlosschleife weiterlief. Normalerweise schaltet er sich am Ende eines Filmes ab und der Computer geht in den Ruhezustand.
Ich schreckte immer wieder bei lauten Szenen hoch, bis ich dann irgendwann wach genug war, um den Deckel runterzuklappen. :wink:

Ich glaubte anfangs, das Theaterumfeld ist einfach nicht meins, aber es gab schon genug Krimis mit so einem plot, die ich gut fand.
Hier störten mich wirklich der dauernde Lärm und die Unruhe. Die columbotypische Gediegenheit und Entspannung kamen einfach nicht zum Vorschein bzw konnten sich nie gegen das Gepoltere durchsetzen.

Damit ist das flair schon mal durchgefallen. Ein Columbo, bei dem ich nicht entspannen und dösen kann - nönö.

Wenn man das Gesamtwerk als Komödie sieht, mag es gehen. So recht gelingt mir das nicht, weil oft nicht klar genug wird, dass es tatsächlich eine Komödie sein soll.

Mr Frame betreut die Affäre seiner Frau mit ihrem Brötchengeber... naja, mit viel Phantasie könnte man sowas Schräges noch durchgehen lassen. Auch wenn die beiden dabei nicht besonders glaubwürdig und authentisch wirken, sondern eher so, als sei das ihre private Theateraufführung.

Die Jagd nach dem Regenschirm fand ich dann wirklich einfach nur noch doof. Das Pärchen verhielt sich dabei so auffällig, dass sie jedem auffallen mussten. Das passt zwar zum Theaterumfeld, war mir aber einfach eine Spur zu überzogen und gekünstelt.

Die Tischszene mit dem Pathologen war ja ganz amüsant, bis er seine Körperflüssigkeitsfläschchen herauszog. Also bitte. Columbofilme nehmen es zwar nie so genau mit der korrekten oder überhaupt angemessenen Darstellung von Spurensicherung und co., aber das war einfach auch wieder zu sehr drüber. Grotesk, dass ein Pathologe seine Fläschchen am warmen Körper trägt und daraus nette Spezialkulturen werden lässt.

Genauso übertrieben und unglaubwürdig war der Einbruch im Wachsfigurenkabinett, dort herumgeistern und zum Schluss Columbos Auftritt mit Regenschirm und Perle.
Wenn ich etwas schon beim ersten Anschauen total unnachvollziehbar finde, ist das meist kein gutes Zeichen. Der Regenschirm, der eine Odyssee hinter sich hat, soll nun ausgerechnet eine runde, glatte, kleine Perle beherbergen? Gehts noch blöder?

Ich bin eh kein Freund von komplett gefälschten Beweisen, mir sind gut gestellte Fallen lieber, aber wenns dann noch so unausgegoren und lachhaft ist, verleidet mir die ganze Folge. Wobei es bei dieser ohnehin nicht mehr viel zu verleiden gab.

Schade, das hätte als Auslandseinsatz eine gute Folge werden können. Auch ohne Hund und Mrs. Columbo.

An den Dingen, die andere bemängelten, hab ich allerdings gar nichts zu mäkeln. Regen, typische Londonsachen, das fand ich weder übertrieben noch klischeehaft.

Das Mörderpärchen war kein Mörderpärchen, wie ich sie mag. Die hatten einfach nur einen an der Waffel und das leider -für mich- nicht auf unterhaltsame Weise.

Positiv nahm ich den Butler wahr, der spielte seine Rolle gut und überzeugend. Seine Erpressernummer hätte nicht sein müssen, als jahrelanger Butler bei einer altehrwürdigen Familie sollte er schnell was neues finden. Zumal ich mir nicht vorstellen mag, dass der gute Mann freiwillig zu diesem verdrehten Nervpaar möchte, die eh bald keine Anstellungen und damit auch kein Geld mehr haben werden.
Dass er nach seiner Ermordung kaum noch erwähnt wurde, ist für die Zweitmorde bei Columbo zwar nicht ungewöhnlich, so unbehandelt ging es aber selten ab.

Ebenfalls positiv Superintendant Durk, der auch gerne noch etwas ausgefallener hätte sein dürfen.
Beim Hausmeister dagegen störte mich die ausgefallene Stimme, die wars auch, die mich mehrmals aus meinem Schlummer holte.

Die Bewertung fällt schon sehr vernichtend aus, aber ich hab versucht, meine Stimmung dabei zu beschreiben, damit es nachvollziehbarer wird, weshalb ich so schlecht bewerte.

Das ist weder eine gute columbotypische (oder meinetwegen auch gute columbountypische) Folge für mich, noch genieße ich sie als Gernsehfolge. Ich hab sie mir gestern nacht zwecks Auffrischung und Überprüfung meiner Wahrnehmung extra nochmal angesehen, im wachen Zustand, und komm leider auch zu keinem anderen Ergebnis.
Im Gegenteil: je öfter ich sie mir ansehe, umso grotesker wirkt sie.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass ich mich irgndwann noch mit dieser Folge anfreunde. Momentan ist sie allerdings noch auf der Nervliste mit 2 Punkten.
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Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon martha » Sa, 22.12.2012 20:23


Das ist nun wirklich 'ne Bewertung, bei der man physisch echt mitleidet.
Das ist dann mal wirklich gnadenlos gut gelungen.
Also wohl doch eher eine Folge, die sich vornehmlich für Karneval und weniger für Weihnachten eignet.
Ist schon nicht so verkehrt.
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Re: Bewertet "Alter schützt vor Torheit nicht"

Beitragvon OpenOcen » Di, 18.04.2017 15:48


Bei der Folge scheint es große Uneinigkeit zu geben.

Also ich fand sie sehr unterhaltsam und schwanke stark zwischen 4 und 5 Punkten. Am Ende gebe ich hier 5 punkte, weil mir sehr viel gefallen hat und wenig was gestört hätte.

Die Sache wie Columbo diesen Fall überhaupt erst als Mord einstufen kann, wo der Londoner Ermittler längst zum nächsten Termin will. Dann die lustige Ankunft von Columbo am Flughafen. Die Überführung hat mich auch überzeugt, Columbo pockert hoch und gewinnt.
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