Bewertet: Mord mit der linken Hand

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Mord mit der linken Hand"

1/5 schlecht
2
4%
2/5 passabel/ "na ja"
1
2%
3/5 gut
7
14%
4/5 sehr gut
27
54%
5/5 überragend
13
26%
 
Abstimmungen insgesamt : 50

Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon gubanov » Mo, 20.04.2009 18:25


black_trenchcoat hat geschrieben:Mir erscheint die Folge zumeist unausgereift, es war ja auch erst die Vierte. Trotzdem steckt das Konzept noch richtig in den Kinderschuhen und so etwas wie Jungfolgenschonung gibt’s bei mir halt nicht und erfährt auch keinerlei Berücksichtigung.

Genaugenommen war es sogar erst die dritte Folge und die erste Serienfolge nach den zwei Pilotfilmen "Mord nach Rezept" und "Lösegeld für einen Toten". "Tödliche Trennung" wurde zwar vor "Mord mit der linken Hand" gesendet, aber eigentlich wurde "MmdlH" schon eher gedreht. Der Grund für das Vertauschen der Folge - hier wirst du bestätigt - dürfte der gewesen sein, dass man "Tödliche Trennung" als Serieneinstieg wesentlich gelungener fand als "Mord mit der linken Hand". Ich persönlich mag beide Folgen sehr, wobei "Tödliche Trennung" sicher die bessere Regie aufweist (Spielberg legt schon gut vor). Über grandiose Mörder verfügen ja beide Episoden.
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon martha » Mo, 20.04.2009 19:15


black_trenchcoat hat geschrieben:Das Ganze wirkt einfach nur simpel, unoriginell und langweilig.


Da ich die Folge recht gut in Erinnerung hab, kann ich die obigen Begriffe irgendwie nicht mit der Folge in Verbindung bringen. ?-/
Kannst du's vielleicht konkreter machen?

Ich bin zwar auch 'n unbedingter Fan von ausgeklügelten Mordplanungen, aber auch 'n Hau-Ruck-Mord muss ja nicht zwangsläufig unoriginell sein.
Der Reiz der Folge liegt ja auch darin, dass Columbo hier mit dem Mörder zusammenarbeiten muss. Wie auch in "Keine Spur ist sicher" führt das doch zu 'ner sehr interessanten Ausgangslage, nämlich dass der Mörder an den Ermittlungen in halbwegs verantwortlicher Position beteiligt ist.
Und für mich als Zuschauer war das doch sehr spannend, wie Columbo quasi den Kriminalen zum Kriminellen macht.
Ich fand das äußerst originell!
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon black_trenchcoat » Mi, 22.04.2009 01:06


Wie du ja schon richtig vermutet hast, bezieht sich unoriginell auf den Hau-den-Lukas-Ruck-Zuck-Mord, in dem Fall eben Hau-die-Leonore. :mrgreen:

Ein ganz wesentlicher Bestandteil jeder guten Columbofolge, so finde ich, ist nun mal ein ausgeklügelter Mord samt Planung bzw. Vorbereitung, dem man als Zuseher gleich zu Beginn beiwohnen darf. Dies trifft hier nicht zu. Ganz recht, das ist ja noch kein Grund gleich Hand an die Euphoriebremse zu legen. Gezogen hab ich sie dann allerdings doch, weil ich finde, Brimmer macht Columbo das Ganze zu leicht. Für einen Mann in seiner Position lässt er sich nach meinem Geschmack zu leicht übertölpeln, etwa punkto Kontaktlinse am Teppich wie es ja auch schon Hoyrica angeführt hat, oder wie es Columbo-Freak mit dem Jobangebot auf den Punkt gebracht hat- zu offensichtlich, zu plump! Brimmer war ja selbst Polizist, ist Chef einer Detektei, der sollte es besser wissen! Mir erscheint sein Verhalten zu sorglos, das passt für mich einfach nicht zu dem cholerischen Perfektionisten den er verkörpert. Genauso, der Einbruch in der Werkstatt.

Mit langweilig meine ich, alles wirkt irgendwie ein wenig durchschaubar, muss natürlich zugeben, hätte ich die bisher gesehenen Episoden in chronologischer Reihenfolge gesehen, wäre mein Urteil gewiss ein wenig positiver ausgefallen. Die Folge ist unumstritten ein wichtiger Grundstein für die weitere Entwicklung der Serie, sozusagen ein Archetyp als Vorlage für Späteres. Jedoch wurde ich das Gefühl nie los, all diese darin enthaltenen Elemente, wie beispielsweise der Trick mit der Linse, schon mal ausgefuchster präsentiert bekommen zu haben, obwohl mir jetzt auch nicht wirklich ein Beispiel einfallen will.

Die schauspielerische Leistung inkl. Besetzung ist indiskutabel hervorragend, allerdings kann ich mich mit der Drehbuchvorlage, aufgrund der oben angeführten Gründe nicht so recht anfreunden. Jedenfalls interessant, dass „Mord mit der linken Hand“ nach „Tödliche Trennung“ ausgestrahlt wurde, die Entscheidung kann ich gut nachempfinden, für mich ist jene, gemeinsam mit „Mord nach Rezept“, ein absolutes Highlight frühgeschichtlicher Columbohistorie!

Puh, ich hoff die Kurve hab ich nochmal gekriegt :mrgreen:
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon martha » Do, 23.04.2009 01:09


black_trenchcoat hat geschrieben: oder wie es Columbo-Freak mit dem Jobangebot auf den Punkt gebracht hat- zu offensichtlich, zu plump! Brimmer war ja selbst Polizist, ist Chef einer Detektei, der sollte es besser wissen! Mir erscheint sein Verhalten zu sorglos, das passt für mich einfach nicht zu dem cholerischen Perfektionisten den er verkörpert.


Stimmt natürlich, allerdings wohnt in Brimmer ja nicht nur die Perfektionisten-Seele, sondern auch die des Manipulators.
Brimmer wird ja schon gleich zu Beginn als jemand dargestellt, der Erpressung für 'ne Tugend hält. So 'ne kleine, harmlose Mauschelei mit der Frau seines Auftraggebers...sollte doch eigentlich kein Problem sein.
Brimmers Pech ist aber, dass er in dieser Story immer auf Leute trifft, die über 'nen willensstarken Charakter verfügen:erst Mrs.Kennicut und später dann Columbo.
Wir als Zuschauer wissen natürlich, dass für Columbo der schnöde Mammon nicht auf der Hitliste seiner Haupt-Interessen steht.
Aber Brimmer?
Aus seiner Sicht ist doch sicher jeder Mensch käuflich, erst recht 'n unterbezahlter Cop.
Ich wage mal die Vermutung, dass Brimmer nach seiner Verurteilung auch im Knast versucht hat, die Wärter zu bestechen.
Klar, man kann das sicher plump nennen, für mich ist das aber doch vielmehr 'ne nachvollziehbare und konsequente Charaktergestaltung eines Schurken, der immer ungeniert für seinen eigenen Vorteil kämpft.
Da fand ich eher Dr.Flemmings Versuche, durch seine Beziehungen den Inspector vom "Mord nach Rezept"-Fall abzuziehen, weniger überzeugend.
Denn gerade als Psychiater hätte Flemming doch wissen müssen, dass Verdrängung auch fehlschlagen kann. :)
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon black_trenchcoat » Do, 23.04.2009 16:33


Ich bastel gern... :mrgreen:

martha hat geschrieben:Stimmt natürlich, allerdings wohnt in Brimmer ja nicht nur die Perfektionisten-Seele, sondern auch die des Manipulators.
Brimmer wird ja schon gleich zu Beginn als jemand dargestellt, der Erpressung für 'ne Tugend hält. So 'ne kleine, harmlose Mauschelei mit der Frau seines Auftraggebers...sollte doch eigentlich kein Problem sein.


Ja, aber das Eine schließt das Andere nicht gleich aus, auch in der Manipulation kann Perfektion stecken. Thihi- Mauschelei, das hab ich ja noch nie gehört, wirklich allerliebst das Wort, klingt so niedlich und doch steht’s für etwas Negatives, wie Scharmützel, nur halt mit anderer Bedeutung. Jaja Brimmer - keine Frage- der würde vermutlich seine Großmutter verscherbeln, wenn er davon Nutzen ziehen könnte. Sein Unvermögen sich in andere Leute hinein zu versetzen bzw. diese einschätzen zu können, erinnert mich stark an Leslie Williams aus „Lösegeld für einen Toten“! Dieser Meinungsaustausch bringt mich auf eine Idee- gibt's eigentlich schon einen Thread um den fiesesten Mörder zu ermitteln?

martha hat geschrieben:Brimmers Pech ist aber, dass er in dieser Story immer auf Leute trifft, die über 'nen willensstarken Charakter verfügen:erst Mrs.Kennicut und später dann Columbo.
Wir als Zuschauer wissen natürlich, dass für Columbo der schnöde Mammon nicht auf der Hitliste seiner Haupt-Interessen steht.
Aber Brimmer?´


Tja Columbo, der ist halt wie ein Bluthund, wittert die Fährte und folgt ihr, trotz seines gutmütigen Wesens mit gnadenloser Inbrunst. Halt wie die Pest am Hals, der Kerl!

martha hat geschrieben:Klar, man kann das sicher plump nennen, für mich ist das aber doch vielmehr 'ne nachvollziehbare und konsequente Charaktergestaltung eines Schurken, der immer ungeniert für seinen eigenen Vorteil kämpft.


Dem kann ich nicht widersprechen- gute Argumentation!


martha hat geschrieben:Da fand ich eher Dr.Flemmings Versuche, durch seine Beziehungen den Inspector vom "Mord nach Rezept"-Fall abzuziehen, weniger überzeugend.


„Mord nach Rezept“, lang ist’s her- leider, blieb mir allerdings wesentlicher actionreicher in Erinnerung als jetzt beispielsweise „MmdlH“. Außerdem wollte sich Flemming Columbo nicht unmittelbar vom Hals schaffen, sondern auf indirektem Wege über Beziehungen, oder geh ich da fehl in der Annahme? Jedenfalls erscheint mir derart die Erfolgsaussicht größer und wahrscheinlicher als bei Brimmers Vorgehensweise.
Nach dem ich mich jetzt noch mal intensiver mit „MmdlH“ auseinander gesetzt habe, revidiere ich hiermit meine Beurteilung von 1 auf 2! Schließlich habe ich „Mord im Bistro“ auch 2 Punkte zukommen lassen, und schlechter als die ist „MmdlH“ ja keinesfalls!
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon martha » Fr, 24.04.2009 00:10


black_trenchcoat hat geschrieben: Dieser Meinungsaustausch bringt mich auf eine Idee- gibt's eigentlich schon einen Thread um den fiesesten Mörder zu ermitteln?


Geht statt fies auch unsympathisch?
Dann kannst du diesen Thread ja mal wieder ausgraben:
viewtopic.php?f=5&t=748
Was ich hier allerdings vermisse ist 'n Thread über das fieseste Opfer.
Würde mich auch mal interessieren, was es da so für Meinungen gibt.


Nach dem ich mich jetzt noch mal intensiver mit „MmdlH“ auseinander gesetzt habe, revidiere ich hiermit meine Beurteilung von 1 auf 2!


Solide Maßnahme, aber wär ich Brimmer, hätte ich dir nach 'ner kleinen Mauschelei 8) sogar noch 'nen Punkt mehr abgeluchst. :)
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon black_trenchcoat » Mo, 27.04.2009 22:40


Naja, ich würd schon fies bevorzugen! Würd ich unsympathisch gelten lassen, dann würd ich Rudy Strassa zum Sieger küren. Der hat’s ja nicht mal geschafft, jemanden umzubringen. :wink:
Aber da’s ja ohnehin noch etliche Episoden gibt die ich noch nicht gesehen habe, wart ich lieber noch etwas ab, bevor ich dbzgl. einen Thread eröffne. Ja, das fieseste Opfer ist bestimmt auch ein interessantes Thema.

martha hat geschrieben:Solide Maßnahme, aber wär ich Brimmer, hätte ich dir nach 'ner kleinen Mauschelei 8) sogar noch 'nen Punkt mehr abgeluchst. :)


Ich halt mich da lieber an Columbo und lass mich erst gar nicht auf’s mauscheln ein :P
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon Mr. Brimmer » Do, 21.05.2009 08:06


Volle 5 Punkte.
Die Folge hat zwar einige Schwächen, aber das ist bei allen
Columbo Folgen so, auch bei den absoluten Highlights wie " Wein
ist dicker als Blut " Wie Columbo mit dem Golflehrer umgeht ist typisch
und absolut Columbo in Hochform...Robert Culp ist meiner Meinung nacn
sowieso der beste Schurke, dicht gefolgt von Cassidy. Etwas schade dass
Brimmer gegen Ende etwas schlampig und offensichtlich agiert....aber die
Folge hat alles was einen guten Columbo ausmacht, und hingegen der späteren
Folgen wo Columbo zunehmend zur Charikatur seiner selbst wird ist er
hier noch richtiger Ermittler....Super Fall, super Folge, super Schauspieler
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon columbo93 » Di, 08.09.2009 10:07


inhalt

Der Verleger Arthur Kennicut lässt seine Frau durch eine Detektei beobachten, da er sehr eifersüchtig ist. Der Leiter der Privatdetektei, Mr. Brimmer berichtet, dass sie kein Verhältnis hat. In Wirklichkeit hat Brimmer jedoch herausgefunden, dass Lenore Kennicut ein Verhältnis hatte und versucht diese nun zu erpressen und so an interne Informationen der Zeitungen von Arthur Kennicut zu kommen. Am Abend sucht Lenoe Mr. Brimmer auf und sagt ihm, dass sie sich von ihm nicht erpressen lässt, ihrem Mann das Verhältnis beichten und diesem von Brimmers Erpressermethoden berichten will. Daraufhin kommt es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung, Brimmer schlägt Mrs. Kennicut, es bleibt eine Verletzung von seinem Ring an ihrer Wange zurück, diese schlägt unglücklich mit dem Kopf an eine Tischkante und ist augenblicklich tot. Brimmer transportiert sie aus seiner Wohnung im Kofferraum in eine abgelegene Gegend, wo er einen Raubmord vortäuscht. Arthur Kennicut drängt Columbo, den Mörder möglichst schnell zu finden. Als es Kennicut bereits am nächsten Tag zu lange dauert, bis es Fortschritte gibt, schaltet er Mr. Brimmer ein, der den Inspektor unterstützen soll. Bei seinen Ermittlungen findet Columbo heraus, dass Mrs. Kennicut ein Verhältnis mit ihrem Golflehrer hatte. Während Columbo nicht an einen Raubmord glaubt, versucht Brimmer, sein Team genau darauf hinarbeiten zu lassen. Columbo vermutet, dass der Mörder sein Opfer im Affekt mit der linken Hand, an der er einen Ring trägt, erschlagen hat, was den Schnitt in der Wange erklärt. Bei dieser Gelegenheit stellt er fest, dass Brimmer Linkshänder ist und an der linken Hand auch einen Ring trägt. Dieser erklärt jedoch, beidhändig zu sein. Als Columbo Brimmer seine (richtige) Theorie über das Mordmotiv erklärt, versucht Brimmer, Columbo als Mitarbeiter für seine Detektei zu gewinnen und bietet dem Inspektor das dreifache Gehalt an, er könnte jedoch den Fall Kennicut nicht behalten. Weiter mit dem Fall beschäftigt, stellt Columbo fest, dass Mrs. Kennicut Kontaktlinsen trug, Columbo vermutet nun, dass eine der Kontaktlinsen am Tatort beim Transport der Leiche zum Fundort verlorengegangen sein könnte. Tatsächlich fehlt der Toten eine Kontaktlinse, Brimmer sucht nun am Tatort verzweifelt nach der Kontaktlinse. Als er sie dort nicht findet, bricht er in die Werkstatt ein, in der sein Wagen zur Reparatur steht, da dieser tagsüber nicht angesprungen ist. Als er dort seinen Kofferraum durchsucht und die Kontaktlinse findet, überrascht ihn Columbo mit Mr. Kennicut und kann ihn verhaften.
bewertung
Zu meiner großen Freude gab es am Ende wieder einen Columbo-Trick, und zwar einen so schönen, dass er im folgenden hier gemäß der Synchronisation wortgetreu wiedergegeben ist. Nachdem Brimmer verhaftet wurde, stellt Kennicut beim Betrachten der Kontaktlinse fest: "Wenn meine Frau das nicht verloren hätte...", worauf er von Columbo unterbrochen wird: "Hat sie ja gar nicht." – "Was?" fragt Kennicut daraufhin erstaunt und der Inspektor erklärt: "Mr. Kennicut, auf dem Friedhof hat der Gerichtsmediziner festgestellt, dass beide Kontaktlinsen genau da saßen, wo sie hingehören." – "Das ist unmöglich. Wenn die nicht von meiner Frau ist, von wem dann?" – "Keine Ahnung! Im Grunde ist das ganz unwichtig. Ob das 'ne echte oder 'ne falsche Kontaktlinse ist, wen interessiert's? Wichtig für uns war allein sein Verhalten. Mitten in der Nacht ist er hier, das Ding will er aus der Welt schaffen, und all das vor uns als Zeugen." Als Kennicut erwidert: "Und ohne diese Panne an seinem Wagen hätten Sie die Falle nicht bauen können", erzählt ihm Columbo: "Jaja, dann hätten wir es auf eine andere Art versucht. Wissen Sie, woran mich das hier erinnert? An was ich denken muss, wenn ich all die Wagen hier sehe? Als ich noch ein kleiner Junge war, da hatten wir allerhand Typen in der Nachbarschaft, wir waren schon 'ne ganz fröhliche Bande. Und da hatten wir eine ganz perfekte Methode, einen Wagen trocken zu stellen. Ne frische Kartoffel. Die brauchen sie nur in den Auspuff zu stopfen. Das macht dem Wagen nichts aus, er geht nicht kaputt, er springt nur nicht an. Ich war der Fachmann dafür in unserer Bande. Ach ja, Mr. Kennicut, in dem Alter haben wir Dinge gedreht, die könnten Sie sich nicht mehr erlauben, genauso wenig wie ich." Kennicut dreht sich daraufhin noch einmal um, wohl um nach dem Wagen zu sehen, schüttelt jedoch nur den Kopf und verlässt mit Columbo die Werkstatt... Einfach köstlich, dieser Dialog, da hier wirklich Inspektor Columbo so dargestellt wird, wie er ist: Äußerlich tut er so, als könnte er kein Wässerchen trüben, plant aber seine Überführung bis ins letzte Detail.

fazit
sehr gut, wegen der auflösung
aber irgendwie ist der mörder nicht clever, als er die leiche ablegt, hinterlässt er eindeutig reifenspuren
Zuletzt geändert von columbo93 am Mo, 26.04.2010 17:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon sagittarius » Sa, 13.02.2010 11:55


Ich gebe 4 Punkte. Dieser Columbo hat einen ungewöhnlichen Plot: Der Mörder als Inhaber einer Detektei ermittelt mit Columbo.

Spielt Jack Cassidy den arrogant-sympathischen Typ, so tritt Robert Culp arrogant-autoritär auf, was ein guter Kontrast ist. Später kommt noch Patrick McGoohan als arrogant-intellektueller Typ hinzu.

Neben Robert Culp gefällt mir Ray Milland als ungeduldiger Pressezar.

Hier liegt kein Mord vor, sondern Totschlag. Es macht den Reiz der Columbo-Serie aus, dass die Episoden nicht nach dem gleichen Schema ablaufen. Brimmer beseitigt die Spuren nach dem unvorhersehbaren Zwischenfall so gut wie möglich. Hätte er sich ruhig verhalten, wäre er nicht überführt worden.

Wikinger81 hat geschrieben: Wieso sucht er nach der Kontaktlinse? Es gab doch überhaupt keine direkte Verbindung zwischen ihm und dem Opfer?

Brimmer hat Mrs. Kennicut beschattet und Mr. Kennicut einen falschen Bericht vorgelegt. Columbo kennt den Geliebten von Mrs. Kennicut und wohl auch die anderen Zusammenhänge. Nun erfährt Brimmer von Columbo, dass dem Opfer eine Kontaktlinse fehlt. Das ist doch Grund genug, in seiner Wohnung und seinem Auto danach zu suchen. Ich hätte an seiner Stelle keine Ruhe. Brimmer weiß ja nicht, dass Columbo eine Falle gestellt hat.

Hatto hat geschrieben:Denn sollte die Kontaktlinse wirklich verloren gegangen sein, ist es fraglich, ob der Inspektor Brimmer's Haus und Wagen durchsuchen hätte lassen - er hatte ja keinerlei Beweise dafür

Wäre die Kontaktlinse wirklich verloren gegangen, wäre Columbo doch dumm, wenn er Brimmers Haus und Auto nicht durchsuchen lässt, da er ihn doch verdächtigt. Aber in diesem Fall hätte Columbo wohl besser geschwiegen. Man muss ja nicht schlafende Hunde wecken...
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon Topi » Fr, 26.03.2010 01:52


Für mich eine Folge mit original-echtem Columbofeeling.
Das haben nict alle Folgen, obwohl Columbo ja immer dabei ist.

Die Szene mit den Brillengläsern ist dummer Schnickschnack.

Wie so oft kann ich nicht verstehen, warum das Opfer die Konfrontation mit dem Mörder sucht.
Warum geht sie nicht direkt zu ihrem Gatten? Sie steht gesellschaftlich über ihm und, wie sie ihm klar macht auch moralisch. Warum soll sie sich mit diesem Schmutzfink denn treffen?

Aber na ja-so ist das. Muss man mit leben.

4 Punkte für eine wirklich schöne Folge. Ich mag sehr, wie Columbo hier ermittelt.

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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon columbo93 » Fr, 26.03.2010 13:18


Topi hat geschrieben:

Aber na ja-so ist das. Muss man mit leben.

4 Punkte für eine wirklich schöne Folge. Ich mag sehr, wie Columbo hier ermittelt.

Topi


ja, columbo ermittelt hier vorbildlich und die auflösung gehört zu den besten seiner art- man hält die luft an, wenn culp die zigarrettenpackung wegwirft und sein arm festgehalten wird, columbo stopp ruft und er die linse daraus holt :)

Wie so oft kann ich nicht verstehen, warum das Opfer die Konfrontation mit dem Mörder sucht.
Warum geht sie nicht direkt zu ihrem Gatten? Sie steht gesellschaftlich über ihm und, wie sie ihm klar macht auch moralisch. Warum soll sie sich mit diesem Schmutzfink denn treffen?


Aber sonst hätten wir keine tötung und columbo wäre hier überflüssig :-))
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon Topi » Fr, 26.03.2010 16:25


columbo93 hat geschrieben:

Wie so oft kann ich nicht verstehen, warum das Opfer die Konfrontation mit dem Mörder sucht.
Warum geht sie nicht direkt zu ihrem Gatten? Sie steht gesellschaftlich über ihm und, wie sie ihm klar macht auch moralisch. Warum soll sie sich mit diesem Schmutzfink denn treffen?


Aber sonst hätten wir keine tötung und columbo wäre hier überflüssig :-))[/quote]

Nein, das glaube ich eben nicht. Ein Betrüger/Erpresser usw. kann auch ein bisschen trickreicher, oder zufälliger erfahren, dass er in Gefahr ist aufzufliegen.

Da geht die Frau zu diesem Mann (der sich schon als kriminell geoutet hat) und sagt ihm, was sie zu tun gedenkt. Warum?
Das habe ich in anderen Columbofilmen auch schon gesehen. Davor in Todessymphonie (Symphonie des Todes?)
Der Kleine, körperlich Unterlegene sagt dem Großen, dass er die Unterschlagung bemerkt hat.

Der spätere Mörder könnte mitbekommen, dass sein Opfer telefonieren und petzen will.
Der betrogene Gatte könnte dem Detektiv arglos anvertrauen, dass seine Gattin ihn um ein Gespräch bittet .... (Was will sie mir sagen? Es muss was Wichtiges sein...)

USW.

Grüße
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon columbo93 » Fr, 26.03.2010 18:27


Topi hat geschrieben:Nein, das glaube ich eben nicht. Ein Betrüger/Erpresser usw. kann auch ein bisschen trickreicher, oder zufälliger erfahren, dass er in Gefahr ist aufzufliegen.

Da geht die Frau zu diesem Mann (der sich schon als kriminell geoutet hat) und sagt ihm, was sie zu tun gedenkt. Warum?
Das habe ich in anderen Columbofilmen auch schon gesehen. Davor in Todessymphonie (Symphonie des Todes?)
Der Kleine, körperlich Unterlegene sagt dem Großen, dass er die Unterschlagung bemerkt hat.

Der spätere Mörder könnte mitbekommen, dass sein Opfer telefonieren und petzen will.
Der betrogene Gatte könnte dem Detektiv arglos anvertrauen, dass seine Gattin ihn um ein Gespräch bittet .... (Was will sie mir sagen? Es muss was Wichtiges sein...)

USW.

Grüße
Topi


stimmt :D
Aber es ist nun mal so gekommen, also was solls ? :D
aber natürlich hast du recht, master :neig:

genauso bekloppt ist doch dann charles clay im alten mann und tod-folge gewesen, er lädt den mörder (!!!) des commodore zu sich nach hause ein und erzählt dem killer, wie er den mord gemacht hat mit der drohung zur poliztei zu gehen !

doooooooooooooofheit, was :-))
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Re: Bewertet: Mord mit der linken Hand

Beitragvon Topi » Fr, 26.03.2010 21:05


columbo93 hat geschrieben:genauso bekloppt ist doch dann charles clay im alten mann und tod-folge gewesen, er lädt den mörder (!!!) des commodore zu sich nach hause ein und erzählt dem killer, wie er den mord gemacht hat mit der drohung zur poliztei zu gehen !

doooooooooooooofheit, was :-))



Ich sag mal kurz, warum ich so darauf rumreite.
Hier im Forum werden oft die Enden der einzelnen Folgen diskutiert.
"Reicht es zu Verhaftung?" Warum macht der Mörder zum Schluß diesen Fehler?
Warum hat er die Tat zugegeben? Columbo hatte doch nichts in der Hand?
Warum hat die Täterin das Licht ausgeschaltet? War doch dumm...usw.

Für mich hat ein Film ein Anfang und ein Ende.
So logisch, wie ich das Ende gerne hätte, möchte ich auch den Anfang sehen.

Natürlich kann sich mal ein Opfer überschätzen/einfach dumm verhalten.
Ich finde aber leider, dass sich das in den Columbofolgen ziemlich häuft.

Guck´s natürlich trotzdem gerne...

Grüße
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