Bewertet "Schach dem Mörder"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Schach dem Mörder"?

1/5 schlecht
1
2%
2/5 passabel/"na ja"
10
19%
3/5 gut
15
28%
4/5 sehr gut
22
41%
5/5 überragend
6
11%
 
Abstimmungen insgesamt : 54

Re: Bewertet "Schach dem Mörder"

Beitragvon TheArrow1987 » So, 21.06.2015 14:25


Der Russe war sehr freundlich, das fand ich gut an der Folge. Dass hier mal nicht die Russen die bösen waren sondern der Amerikaner Clayton. Nur seltsam der Name "Tomlin Dudek". Dudek ist eher ein polnischer oder auch slowakischer Name. Und Tomlin klingt auch eher seltsam für einen Russen. Nichtsdestotrotz eine solide Folge, die nicht zu meinen Favoriten gehört. Das Ende fand ich gut, wo es beweist, dass Clayton nichts hören konnte.
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Re: Bewertet "Schach dem Mörder"

Beitragvon OpenOcen » Mi, 24.05.2017 14:35


Ich habe hier zwischen 4 und 5 Punkten geschwankt. Am Ende habe ich die Höchstnote vergeben.

Letztlich war die Mordmethode mal was anderes. Die Folge war unterhaltsam. Hätte gerne noch gesehen, wie Columbo sein Schach verbessert. Aber der Mörder hatte ja von Beginn an keine Lust auf Columbo, so dass dieser in der Folge zu mancher List greifen musste, um nah am Mörder zu bleiben.

Genial wie der Mörder den ersten Satz der Begegnung Rückwärts aufsagt. Außerdem genial wie er sich im Restaurant ertappt fühlt und gleich sagt was Sache ist.

Gefallen hat mir auch, dass Columbo ermittelt dass der Mörder schwarz hatte im Lokal und somit die Partie verloren haben müsste.

Gefallen tuen auch die Szenen beim Tierarzt. Besonders auch das Telefonat mit dem Tierarzt, wobei der Mörder denkt es geht um sein Mordopfer, welches sich anfängt zu bewegen.

Diese Folge hat vieles zu bieten! Überführung war meiner Meinung nach auch in Ordnung.
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Re: Bewertet "Schach dem Mörder"

Beitragvon Patrick_B » Sa, 02.02.2019 22:07


Ken Franklin muss sich gefreut haben, falls er im Gefängnis diese Folge von Columbo im TV gesehen hat: endlich wurde er als inkompetentester Mörder abgelöst! Wenn Clayton nicht das Glück mit Löffeln gefressen hätte, hätte man keinen Columbo zur Überführung gebraucht: jeder erfolgreiche Schritt des Plans basiert nur auf Zufall.

Das Zimmermädchen geht gerade in dem Moment ins Zimmer, in dem es Clayton passt. Sie merkt es nicht, als er den Schließmechanismus blockiert - er schaut nichtmal ins Zimmer, ob sie sich umdreht. Sie merkt es nicht, dass die Tür nicht richtig schließt. In dem Riesenhotel läuft zufällig gerade keiner durch den offensichtlich viel von Arbeitern frequentierte Bereich. Dudek schreibt in der Nachricht nichts von Liebe etc., obwohl es sich anbietet. Dudek läuft passenderweise ohne Grund direkt vor den Müllschlucker. Der Besitzer des Restaurants merkt nicht den Ausgang des Spiels, obwohl es an den Reaktionen eindeutig abzulesen war. Und so weiter und so fort.

Der zweite Mordversuch ist auch nicht besser. Wieder wird er nicht beim Blockieren der Türe erwischt, keiner erwischt ihn im Zimmer, glücklicherweise sind die Spritzen bereits weggeschmissen als Columbo das Krankenhaus betritt.

Eigentlich sollte er bei solch einer Glückssträhne niemals erwischt werden können, aber er macht ja noch genug anderer Fehler. Columbo kommt ja gar nicht hinterher, ihm alles aufs Brot zu schmieren. Das Ende ist nicht einmal in der Nähe eines Gotchas, sondern reiht sich - wie Columbo es selbst treffend formuliert - nur in eine lange Reihe Indizien ein.

Die surrealen Regieeinstellungen (Traumsequenz) haben mir auch nicht besonders gefallen, auch wenn sie notwendig waren, das ansonsten wenig nachvollziehbare Motiv deutlich zu machen.

Das einzige, was diese Folge vor einer vernichtenden Wertung rettet, sind das sympathische Mordopfer, die gelungenen Gespräche zwischen Clayton und Columbo sowie einige amüsante Szenen mit und ohne Hund. Trotzdem kann ich mich nicht zu drei Punkten durchringen und gebe zwei.
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Re: Bewertet "Schach dem Mörder"

Beitragvon smeagol » Di, 23.04.2019 17:09


Ein Duell der Schachgiganten steht kurz vor der Tür.. und endet schlussendlich tödlich. Als erstes darf ich hier sagen, dass mir das Setting der Geschichte ausgesprochen gut gefällt. Schon ganz am Anfang kriegen wir die Wahnvorstellungen von Clayton mit. Offenbar hat er durchaus psychische Probleme, wahrscheinlich eine Psychose, die sich da mit dem Druck des Kampfes auftut. Es ist ja (aus meiner Sicht) nun nicht so, dass Clayton den Dudek von Anfang an aus der Welt schaffen möchte. Viel mehr spitzt sich das so zu. Clayton folgt Dudek in ein Restaurant, wo sie beginnen, Schach zu spielen. Weiter spielen sie im Hotel. Clayton merkt, dass Dudek kaum zu besiegen ist. Wieder folgen die Wahnvorstellungen und Clayton begeht danach seine Tat. Diese ist entsprechend weder geplant noch vorbereitet, und doch nicht aus dem Affekt. Clayton nutzt die Möglichkeiten, die er hat, ohne dass dies auf eine vollendete Tat hinauslaufen kann. Vieles ist da auch einfach aus der Situation heraus.
überrascht ist er (und der Zuschauer) als herauskommt, dass Dudek überlebt habe und noch im Koma sei. Auch dieses Setting gefällt mir ungemein gut. Jetzt muss nämlich Clayton dringend eingreifen. Geschickt kann er sich im Umfeld einbringen und kurz einen Blick auf den Medikamentenzettel werfen. Er braucht sich da nicht alles zu merken, sondern bloss eines der Medikamente, um dieses zu manipulieren.
Columbo findet wieder sehr gute Hinweise. Etwa das Briefpapier oder die identische Tinte. Oder, dass die beiden in einem Restaurant waren. Hier bringt Columbo einer der besten Schlussfolgerungen: Der Wirt erzählt, wer die Schachpartie begonnen habe, wer zuerst gezogen habe und in Dudeks Spielebuch ist die Partie vollständig hinterlegt, mit dem Gewinner Weiss. Columbo kann mit diesen Angaben die Aussage Claytons widerlegen, er habe gewonnen. Clayton widerspricht zwar, aber da kann er niemandem mehr was vormachen..
Columbo setzt Clayton nun mehr und mehr zu. Wieder hat Clayton seine Psyche nicht wirklich unter kontrolle. In einer Simultanschachpartie lässt er sich durch Columbo immer mehr provozieren, begeht in den Spielen plötzlich Fehler. Herrlich hier die Reaktion eines Mitspielers, der ganz ehrfürchtig dem Weltmeister fast schon beichtet, dass er ihn Schachmatt gesetzt habe :wink:
Der aufgebrachte Clayton setzt Columbo dann an, er solle seine Schuld beweisen, worauf beide zum Müllschreder gehen. Clayton zieht ab dem Lärm sein Hörgerät ab und merkt aber nicht, dass Columbo die Maschine stoppen lässt. Columbo sagt dann, dass nur ein tauber Mörder in Frage käme, da die Maschine automatisch stoppe.. Hier finde ich dann auch die Schwäche der Folge. Das beweist nun wirklich nichts. Erstens müsste auch ein tauber Mensch merken, wenn so eine grosse Maschine plötzlich still steht (Vibrationen etc.). Dann wüsste kaum jemand in der Hektik, wie die Maschine wieder einzuschalten ist. Es gibt noch weitere Argumente..
Noch ein paar Anmerkungen:
Mir gefällt, dass der Russe den sympatischen Part bekommen hat.
Die Folge ist in dem Hype entstanden, den Bobby Fischer dazumal ausgelöst haben muss. Auch der war ja ziemlich exzentrisch und dürfte so auch etwas als Vorlage gedient haben.
Sowieso werden Schachspieler gerne als seltsame Kreaturen dargestellt. Und einige haben sich ja auch real tatsächlich so benommen als kämen sie von einer anderen Welt. Schön ist zu sehen, dass wir zur heutigen Zeit menschliche Grossmeister haben. Der junge Magnus Carlsen, momentanter Schachweltmeister, scheint keine Allüren zu haben und ein ganz normales Leben zu führen.
Insgesamt gefällt mir diese Folge sehr gut, sie hat ein schönes Tempo und unterhält gut und es gibt einige Wendungen, die es auch bei wiederholtem Ansehen nicht langweilig werden lassen. Es gibt auch ein paar gute lustige Szenen. Durch den nicht gerade geglückten Schluss gibt das 4 Punkte.
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Re: Bewertet "Schach dem Mörder"

Beitragvon Columbologe » Mi, 24.04.2019 13:18


@smeagol Das mit den Vibrationen erinnert mich an "Todessymphonie". Da hat Columbo dem Mörder auch einen Unsinn über Vibrationen erzählt und ihn damit richtig in Rage gebracht. Also offensichtlich kann ein tauber Mensch nicht an den Vibrationen einer Maschine erkennen, ob sie läuft oder nicht. Es drehen sich ja auch nur ein paar Räder im Inneren, die durch das Gehäuse am Weiterschwingen gehindert werden dürften. Und einem Superhirn wie Clayton sollte man zutrauen können, dass er den Startknopf schon gefunden hätte, wenn er ihn gesucht hätte.
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Re: Bewertet "Schach dem Mörder"

Beitragvon smeagol » Mi, 24.04.2019 16:52


@Columbologe Ich denke schon, dass ein Müllschreder, der gross und stark genug ist, um einen Menschen zu töten, Vibrationen hat. Weiter haben Menschen mit einer Einschränkung auf einem Sinn mehr Wahrnehmung auf den anderen Sinnen. Und dann hat Clayton ja ein Hörgerät, mit dem er sehr wohl hören kann. Auch kann er normal reden. Das ist an sich nur möglich, wenn er ein kleines Resthörvermögen besitzt. Er müsste also sehr wohl den Unterschied von grossem Lärm zu ausgeschalteter Maschine erkannt haben.
Nichts desto Trotz müssen wir der Geschichte natürlich so glauben wie sie ist. Nur dadurch ist auch logisch, dass Clayton so überrascht ist, dass Dudek nicht durch die Maschine getötet wurde. Gründe können natürlich viele sein, da wir die Tat ja nur sehr Bruchstückhaft mitbekommen.
Ein Schachweltmeister mag ein genialer Stratege sein, der hunderte Eröffnungen und Variationen auswendig kennt und diese nach belieben varieren kann. Das heisst aber längst nicht, dass er auch technisch so genial ist. Zudem wäre mit dem Widereinschalten sofort klar, dass es sich um einen Mord handeln muss (was aber natürlich für Clayton nachwievor besser ist, als wenn Dudek später ausplappert).
Meine Schlussfolgerung: Clayton hat das Ausschalten der Maschine nicht mitbekommen (darum später überrascht) und Columbo beweist das auch im Schlussexperiment (Clayton merkt hier tatsächlich nichts). Stimmt also alles, nur für mich geht diese "Geschichte" halt so nicht auf. Und selbst wenn, wäre Columbos Schlussfolgerung doch sehr vage, dass der Mörder nur eine stumme Person sein kann.
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Re: Bewertet "Schach dem Mörder"

Beitragvon Columbologe » Do, 25.04.2019 10:30


@smeagol So ein durchgeistigtes Wesen wie Emmet Clayton wird sich bei seinen Handlungen primär von seiner Psyche steuern lassen. Er ist aufgrund seiner Leistungen im Schach so überheblich veranlagt, dass er gedacht haben wird "Wenn ich den Dudek in die Maschine schmeiße, muss er darin sterben", und er wird nicht einmal die Möglichkeit in Erwägung gezogen haben, dass sich die Maschine von selber abschaltet. Wie schon Dr. Fleming in "Mord nach Rezept" sagte: "Die Menschen sehen das was sie erwarten, nach dem Prinzip der Assoziation." Auf Clayton umgemünzt hieße das: Er hört, was er erwartet - und er erwartet Dudeks Ableben. Alle Eindrücke (Geräusche, Vibrationen), die etwas Gegenteiliges ankündigen könnten, werden daher ignoriert.

Das Wiedereinschalten wäre kein Problem gewesen. Nachdem die Verletzungen stark genug gewesen wären, hätte Clayton die Maschine ja wieder abschalten können.

Ein guter Schachspieler weiß auch, wann er ein Duell verloren hat. Ich nehme ihm also ab, dass er sich geschlagen gibt, als Columbo ihn geschlagen hat, unabhängig davon, was Geschworene später möglicherweise zu Claytons Gunsten entschieden hätten.
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