Bewertet "Schach dem Mörder"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Schach dem Mörder"?

1/5 schlecht
1
2%
2/5 passabel/"na ja"
10
19%
3/5 gut
15
28%
4/5 sehr gut
22
41%
5/5 überragend
6
11%
 
Abstimmungen insgesamt : 54

Beitragvon Howie Munson » Mi, 19.07.2006 18:09


Im Prinzip ja ne ganz nette Idee, den Lt. mal in der Welt der Schachspieler ermitteln zu lassen, nur ging leider vieles schief und nur weniges gut.

Fangen wir beim positiven an: die Idee mit dem improvosierten Schachspiel in dem Lokal war klasse, genauso wie der erneute Arztbesuch mit "Hund".

Das war's aber leider auch schon, denn ansonsten ging plotmäßig und darstellerisch so einiges in die Hose. Da ist zunächst Laurence Harvey, der einem dermaßen unsympathisch ist, dass man ihn gar nicht früh genug überführt sehen kann. Scheinbar meinten die Macher zudem an dessen denkwürdige Rolle in THE MANCHURIAN CANDIDATE anknüpfen zu müssen, was aber nur lächerlich wirkt (beim opening shot habe ich fast loslachen müssen!).

Dann passten die ganzen Locations nicht: ausladend aussehende Hotelzimmer, gemeinsam mit dem nörgelnden Ungarn herrschte eine ziemlich ungemütliche Atmosphäre und für Humor war leider kaum Platz.

Ein Witz ist die Auflösung des Mords: was Columbo dem Täter da am Ende vor die Füße wirft, das ist nie und nimmer ein Beweis, wird aber als solcher verkauft und er Mörder ergibt sich auch sogleich ganz brav...

Mit Heidi Brühl wirkte hier aber immerhin mal eine Deutsche in einem COLUMBO mit. Soviel noch zur Trivia.
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Beitragvon OnkelDonald » So, 15.04.2007 13:30


martha hat geschrieben:Schade, dass das Forum hier durch "Onkel Donald" und "PaNic" im Moment zum Kaspertheater wird.


Ich hoffe du nimmst mir das nicht mehr übel... :oops:

Dachte ich nehm den Thread hier mal wieder auf, habe gestern nämlich eine "Columbo-Night" gemacht (3 Folgen am Stück :lol: !)

Schach dem Mörder ist eine nicht gelungene Episode-
-das Hörgerät verwirrt, z.B. beim Telefonieren hält er es immer anders
-Dudeks Sturz ist sehr unglaubwürdig- Claytons stößt ihn doch lediglich durch die Klapptüre!
- die Traumszenen nerven
-das Ende ist zwar ganz gut durchdacht, aber schlecht dargestellt (Clayton ist plötzlich fast ein Psychopath)...
Wenigstens etwas Humor ist vorhanden, aber auch nicht sehr viel.

2/5
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Aufklärung überzeugt nicht

Beitragvon Klaus » Sa, 28.04.2007 09:53


Howie Munson hat geschrieben:Im Prinzip ja ne ganz nette Idee, den Lt. mal in der Welt der Schachspieler ermitteln zu lassen, nur ging leider vieles schief und nur weniges gut.

Ein Witz ist die Auflösung des Mords: was Columbo dem Täter da am Ende vor die Füße wirft, das ist nie und nimmer ein Beweis, wird aber als solcher verkauft und er Mörder ergibt sich auch sogleich ganz brav...


Auch wenn diese Folge erst morgen abend auf S-RTL läuft, möchte ich, inspiriert durch meine beiden Vorredner, selbige schon mal bewerten:

Bei der dt. Erstausstrahlung im Januar 1976 war ich als regelrecht "Schachbesessener" bereits seit einigen Jahren Mitglied im Schachverein Gummersbach und demzufolge derart gespannt auf diese Episode, dass ich den Ton damals mittels Cassettenrecorder aufgenommen und mir in den folgenden Jahren so oft angehört hatte, dass ich heute noch längere Passagen mühelos daherbeten kann sprich, ich habe diese Folge früher geliebt wie keine andere. :D :D :D

Nachdem ich den 90er Jahren die ungekürzte RTL-Fassung mehrfach gesehen hatte und natürlich auch einige Jährchen älter (und hoffentlich reifer) geworden war, lies die frühere Begeisterung für diese Folge deutlich nach, weil mir

1. die neue Synchronfassung (speziell die neuen Stimmen für Clayton und Dudek) überhaupt nicht gefällt und

2. die "Überführung" des Mörders für mich mittlerweile zu den am wenigsten überzeugenden Aufklärungen der gesamten Serie zählt.

Es gibt ja mehrere Episoden, wo die angebliche Überführung des Mörders nicht überzeugend ist und Columbos Beweisführung von einem cleveren Anwalt vor jedem Gericht der Welt in der Luft zerrissen würde. *lol*

Ich behaupte mal, jeder Mörder (so auch Clayton) befindet sich im Augenblick der Tat in einem psychischen Ausnahmezustand und so wie der Mordanschlag abgelaufen ist, hätte bestimmt auch ein Nichttauber Mörder schnell das Weite gesucht, nachdem er Dudek durch die Tür gestoßen hat und sich nicht noch genüßlich vor die Müllpresse gestellt, um sich Dudeks "Zerquetschung" live und in Farbe anzutun. Das sich der angebliche Beweis allein auf das Stoppen der Müllpresse bezieht und demzufolge der Mörder zwingend hätte taub sein müssen, ist wirklich ein schlechter Witz!!! :?

Deshalb hier nur 3/5 Punkten, vor 30 Jahren hätte ich wahrscheinlich sogar 10 Punkte vergeben... :wink:

Gruß
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Re: Aufklärung überzeugt nicht

Beitragvon Steven Bochko » So, 29.04.2007 16:59


Klaus hat geschrieben:1. die neue Synchronfassung (speziell die neuen Stimmen für Clayton und Dudek) überhaupt nicht gefällt


Mir aus der Seele gesprochen! Joachim "Gandalf" Höppner auf Clayton war echt nicht das wahre. Hätte auch gerne Christian Rode gehört. Hartmut Neugebauer statt Hans Hessling fand ich allerdings nicht schlecht. Vielleicht erwischt superRTL ja ein altes Sendemaster mit der ARD-Synchro, wäre schön!
Zuletzt geändert von Steven Bochko am Mo, 30.04.2007 09:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon martha » Mo, 30.04.2007 01:02


Nur noch 'ne kurze Anmerkung zur umstrittenen Aufklärung des Falls, die in den letzten Bewertungen ja hier als "Witz" bezeichnet wird.

Ich kann mich dieser Meinung überhaupt nicht anschliessen. :!:
Das Pikante an der Sache ist doch, dass Columbo hier beweisen muss, dass hier ein geplanter Mord unwissentlich nicht erfolgreich zu Ende geführt wurde.
Eine ungemein kreative Variante der Columbo'schen Ermittlungsarbeit.
Durch die Indizien, die bereits im Vorfeld gesammelt wurden, muss ja unweigerlich von Mord ausgegangen werden(falsche Zahnbürste, die beweist, dass die Tasche nicht vom Opfer selbst gepackt wurde; Kugelschreiber von Clayton, mit dem das Opfer den Zettel beschrieben hat).
Wenn man also von der logischen Annahme ausgeht, dass der Täter absolut kein Interesse daran haben konnte, dass das Opfer überlebt(weil es sonst nämlich bestimmt den Namen des Schurken ausgequatscht hätte :wink: ), kann der Mörder ja nur jemand sein, dem die Auswirkungen seines Handelns gar nicht bewusst waren, der also seine Sinne nicht beisammen hatte. In diesem Fall musste der Täter taub sein, weil er die Müllpresse ansonsten wirklich wieder angestellt hätte, um das Opfer auch tatsächlich zu zerquetschen.
Die Summe aus Indizien, gepaart mit den Mechanismen des Mordwerkzeugs(Müllpresse) und der Behinderung des Hauptverdächtigen(Taubheit) führen zu einer mehr als gelungenen Überführung des Mörders.
Mir hat das sehr gefallen. :)
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Beitragvon Steven Bochko » Mo, 30.04.2007 09:29


Clayton kann ja noch so taub sein, aber die Vibrationen der Presse (bzw deren Fehlen) hätte er eigentlich wahrnehmen müssen.
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Kein schlüssiger Beweis

Beitragvon Klaus » Mi, 02.05.2007 21:18


martha hat geschrieben:In diesem Fall musste der Täter taub sein, weil er die Müllpresse ansonsten wirklich wieder angestellt hätte, um das Opfer auch tatsächlich zu zerquetschen.

Die Summe aus Indizien, gepaart mit den Mechanismen des Mordwerkzeugs(Müllpresse) und der Behinderung des Hauptverdächtigen(Taubheit) führen zu einer mehr als gelungenen Überführung des Mörders.
Mir hat das sehr gefallen. :)


Genau das ist es, die Summe der Indizien. Es gibt keinen schlüssigen Beweis, der Clayton als Mörder definitiv überführen könnte. :!:

Ich habe mir die Szene mit dem Mordversuch nochmals angeschaut und kann natürlich nur von dem ausgehen, was ich gesehen bzw. gehört habe. Man sieht kurz Claytons Stoß und danach nur noch die Klapptüre. Im Hintergrund hört man das Geräusch der Müllpresse noch ca. 4 bis 5 Sekunden lang, was auch nachvollziehbar ist, denn hinter der Klapptüre befindet sich ein längerer Gang und dann musste Dudek ja auch noch durch die Röhre in die Müllpresse fallen. Und in dieser Zeitspanne hätte sich auch ein Nichttauber Mörder soweit von der Müllpresse entfernen können, dass er das Abschalten selbiger akustisch nicht mehr wahrgenommen hätte. Clayton muss übrigens über gewaltige Kräfte verfügen (die man ihm nun wirklich nicht ansieht), dass er den erheblich schwergewichtigeren Dudek mit einem Stoß

1. durch die Klapptüre, die ja auch einen gewissen kräftemäßigen Widerstand leistet,

2. über den einige Meter langen Gang bis in die Müllpresse stoßen konnte. ?-/

Die filmische Umsetzung dieser Szene lies wirklich sehr zu wünschen übrig... :?

Ich glaube allerdings auch, dass Clayton in einem reinen Indizienprozess durchaus als Mörder hätte verurteilt werden können, insbesondere scheint mir die Sache mit der identischen Tinte, mit der Dudek "seinen" Abschiedsbrief geschrieben und Clayton die Medikamentenliste kopiert hat, als Indiz wesentlich überzeugender zu sein als das Abschalten der Müllpresse. :idea1:

Gruß
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Re: Kein schlüssiger Beweis

Beitragvon martha » Mi, 02.05.2007 23:54


Klaus hat geschrieben: denn hinter der Klapptüre befindet sich ein längerer Gang und dann musste Dudek ja auch noch durch die Röhre in die Müllpresse fallen. Und in dieser Zeitspanne hätte sich auch ein Nichttauber Mörder soweit von der Müllpresse entfernen können, dass er das Abschalten selbiger akustisch nicht mehr wahrgenommen hätte.


Aber diese Zeitspanne ist doch unglaublich gering, Klaus.
Wenn Clayton sein Opfer Dudek in die Müllpresse wirft, schaltet sich die Anlage durch das Sicherheitssystem doch unmittelbar danach aus. Hier geht's doch um Bruchteile von Sekunden.
Das ist von der zeitlichen Abmessung doch in etwa so, als wenn man jemanden vom 3-Meter-Brett stößt, und die Zeit abwarten muss, bis der Körper ins Wasser platscht.
Ich denke auf jeden Fall, dass der Mörder maximal 2 Schritte auf dem Weg zur Sicherheitstür gewesen wäre, als sich die Maschine abgeschaltet hat. Also hätte das ein "Hörender" allemal mitbekommen.
Ich kann da nach wie vor nichts Unschlüssiges entdecken.

In dem anderen Punkt muss ich dir natürlich recht geben.
Wenn ein "Dünner" 'nen "Dicken" ermorden will, sollte er sich 'ne Mordmethode auswählen, die mit möglichst wenig Kraftaufwand verbunden ist, oder ihn zumindest so ausser Gefecht setzen, dass er den Dicken rollen kann. :wink:
Andererseits ist es natürlich sehr geschickt, dass dem Zuschauer die Tat selber nicht gezeigt werden darf, weil sonst der Clou der Auflösung zunichte gemacht würde.
Ich geb' zu, dass ich diesen Kampf zwischen Clayton und Dudek gerne gesehen hätte. Wahrscheinlich wär's dann aber 'ne 90-Minuten-Folge geworden. :wink:
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Re: Kein schlüssiger Beweis

Beitragvon Klaus » Fr, 04.05.2007 13:35


martha hat geschrieben:
Klaus hat geschrieben: denn hinter der Klapptüre befindet sich ein längerer Gang und dann musste Dudek ja auch noch durch die Röhre in die Müllpresse fallen. Und in dieser Zeitspanne hätte sich auch ein Nichttauber Mörder soweit von der Müllpresse entfernen können, dass er das Abschalten selbiger akustisch nicht mehr wahrgenommen hätte.


Aber diese Zeitspanne ist doch unglaublich gering, Klaus.
Wenn Clayton sein Opfer Dudek in die Müllpresse wirft, schaltet sich die Anlage durch das Sicherheitssystem doch unmittelbar danach aus. Hier geht's doch um Bruchteile von Sekunden.
Ich denke auf jeden Fall, dass der Mörder maximal 2 Schritte auf dem Weg zur Sicherheitstür gewesen wäre, als sich die Maschine abgeschaltet hat. Also hätte das ein "Hörender" allemal mitbekommen.
Ich kann da nach wie vor nichts Unschlüssiges entdecken.


Naja, ich bin aufgrund der filmischen Umsetzung des Mordversuchs davon ausgegangen, dass Clayton den auf seinen Angriff völlig unvorbereiteten Dudek mit einem kräftigen Stoß über den Gang bis in die Müllpresse befördert (ohne selber die Klapptüre zu passieren) und unmittelbar darauf panikartig das Weite gesucht hat (z. B. über den Aufzug). Kann man aber auch anzweifeln, wenn man die unterschiedlichen Gewichtsklassen der beiden Schachkämpfer hier zugrunde legt... :wink:

Natürlich kann Clayton ihn in seinem Zustand der Raserei auch über den Gang bis zur Müllpresse "geschoben" haben, um danach wieder zurück durch die Klapptüre bzw. über die Leiter zu verschwinden. Ein nichttauber Mörder hätte das unmittelbare Abschalten der Maschine zwar gehört, aber ob er daraufhin seine Flucht abgebrochen und stattdessen erstmal die Schalttafel in aller Ruhe studiert hätte, kann kein Mensch (und somit auch keine Jury) definitiv beurteilen (Dudek hätte aus der Sicht des Mörders ja auch schon allein durch den Sturz in die Müllpresse getötet werden können).

Deshalb ist Columbos Überführung von Clayton als Mörder für mich nach wie vor kein eindeutiger Beweis aber, wie bereits ausgeführt, für eine Verurteilung wegen Mordes in einem Indizienprozess hätte es wahrscheinlich trotzdem gereicht.

Gruß
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Beitragvon CapsFoxx » Fr, 18.01.2008 21:46


Hallo zusammen...

Ich habe mir die Folge gestern Abend nach langer Zeit auch wieder mal angeschauen, weil mir sie aufgrund der Atmosphäre eigentlich bisher nicht so gefallen hatte.
Ich war aber gestern bezüglich der Mordauflösung wirklich überrascht, weil ich sie ehrlich gesagt, und hier stimme ich martha völlig zu, für wirklich überzeugend halte. Ich wusste zwar im ersten Moment auch nicht so recht, was daran der Beweis sein sollte, aber nach ein paar Sekunden machte es bei mir "Klick" und dachte mir: Natürlich, der Mörder muss taub gewesen sein. Ich kann da die anderen Meinungen nicht richtig nachvollziehen. Ich meine, wer stößt schon jemand absichtlich in eine Müllpresse, und daran gibt es ja wohl keinen Zweifel, und geht dann unverichteter Dinge raus, obwohl sich die Presse überhaupt nicht eingeschaltet hat. Ich vermute nämlich mal, dass die Presse auch nicht ununterbrochen läuft, sondern nur dann anspringt wenn man auch etwas hineinwirft. Aber selbst wenn sie noch lief, jeder Hörende würde doch sofort stutzig werden, wenn sie kurz nach dem Sturz auf einmal ausgehen würde und würde diese sofort wieder anstellen um seine Tat zu vollenden. Tatsache ist doch, dass er einfach rausgegangen ist, obwohl die Presse aufhörte zu laufen. Wer macht das schon, wenn er jemanden umbringen will?

Allerdings stimme ich der Tatsache zu, dass die Frage, wie der Mörder den viel schwereren Dudek den ganzen Weg von der Tür bis zur Müllpresse befördert hat, nicht zufriedenstellend beantwortet wird. Zu den Vibrationen kann ich nur sagen, wir hatten auf meiner alten Arbeitsstelle auch eine sehr große Presse für Papier und Pappen usw. und da muss ich sagen, wenn man davor stand, hatte man keinerlei Vibrationen der Presse gespürt. Man hat sie aber lautstark gehört, auch das Geräusch wenn die Presse abrupt stoppte (z.B. durch drücken des Notstops) war laut und unüberhörbar.

Alles in allem finde ich die Episode von der Story und der Auflösung her eigentlich doch ganz gelungen. Irre komisch sind natürlich die Szenen von Columbo beim Tierarzt... "Was ist das für ein Geräsch...?" "Das nennt man schnarchen!" echt super...
Weniger gut gefällt mir die Szene in der der Mörder am Ende die Simultan Schach Partie spielt und Columbo ihn vor allen Leuten im Prinzip eines Mordes beschuldigt aber keiner der Beteiligten darauf reagiert. Keine Entsetzen oder Fragen... einfach nichts...
Auch finde ich die Darstellung des "Irren" Mörders inkl. der Traumszene vom Anfang irgendwie unpassend.
Zusammenfassend eine solide Columbo Folge 3/5 Punkten

Viele Grüße
CapsFoxx
Zuletzt geändert von CapsFoxx am Sa, 19.01.2008 16:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon martha » Fr, 18.01.2008 23:16


CapsFoxx hat geschrieben:Auch die finde ich die Darstellung des "Irren" Mörders inkl. der Traumszene vom Anfang irgendwie unpassend.


Ja, ich hab mich zudem gefragt, ob diese Traumsequenz zu Beginn überhaupt logisch ist. :?:
Schließlich wird hier doch gezeigt, was Clayton gerade träumt.
Und man beachte: Der Mann ist taub. :!:
Trotzdem hört man in dem Traum eines Tauben laute Schritte und einen derben Krach, als die Spielfigur auf dem Schachbrett umfällt. :o
Wirklich etwas dicke aufgetragen!
Da hat wohl der Mut für 'ne stumme Szene gefehlt.
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Beitragvon Klaus » Sa, 19.01.2008 18:30


martha hat geschrieben:
CapsFoxx hat geschrieben:Auch die finde ich die Darstellung des "Irren" Mörders inkl. der Traumszene vom Anfang irgendwie unpassend.


Ja, ich hab mich zudem gefragt, ob diese Traumsequenz zu Beginn überhaupt logisch ist. :?:
Schließlich wird hier doch gezeigt, was Clayton gerade träumt.
Und man beachte: Der Mann ist taub. :!:
Trotzdem hört man in dem Traum eines Tauben laute Schritte und einen derben Krach, als die Spielfigur auf dem Schachbrett umfällt. :o
Wirklich etwas dicke aufgetragen!
Da hat wohl der Mut für 'ne stumme Szene gefehlt.


Also ich halte Claytons Albtraum für einen durchaus gelungenen (und auch mal etwas anderen als die sonst üblichen) Einstieg in eine Columbo-Folge. Meines Erachtens wird hier für den Zuschauer bereits der Grundstein für das ständige Pendeln zwischen Genie und Wahnsinn bei Clayton gelegt. Ich halte die Traumsequenz auch nicht für unlogisch, denn m. W. können blinde Menschen im Traum auch sehen und weshalb sollte ein tauber Mann im Traum nicht auch hören können, zumal Clayton durch sein Hörgerät die üblichen Umweltgeräusche bekannt waren?!?

Gruß
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Standort des Hotels

Beitragvon Klaus » Sa, 19.01.2008 23:50


Da diese Folge zurzeit im besonderen Fokus des Forums steht (u. a. auch wegen des Todes von Bobby Fischer), habe ich sie gerade nochmal angeschaut. Dabei ist mir zum ersten Mal folgendes aufgefallen:

Als Clayton noch ziemlich am Anfang Dudek vom Hotel zum französischen Restaurant folgt, sieht man deutlich, dass er dabei von links kommt und dann durch eine Gasse mit Stellplätzen rechts auf das Lokal zugeht. Als Columbo ihn einige Zeit später mit dem Wagen vom Krankenhaus mitnimmt, bemerkt Clayton an einer Stelle, dass Columbo gerade am Hotel vorbeigefahren ist. Columbo fährt aber ungerührt einige Blocks geradeaus weiter und kurz darauf sieht man, wie der Wagen von rechts kommend in dieselbe Gasse neben dem Lokal einbiegt, durch die auch Clayton vorher gekommen ist.

Ich frage mich also, wie es sein kann, dass das Hotel zuerst links und später offensichtlich rechts vom französischen Restaurant liegt??? Ein Widerspruch oder hat jemand im Forum eine plausible Erklärung dafür? Ich hoffe natürlich, dass mich jetzt niemand hier bzgl. dieser Frage in die Nähe der Claytonschen Wahnvorstellungen rückt... :?

Gruß
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Beitragvon CapsFoxx » So, 20.01.2008 19:55


Hallo Klaus...

Mach dir deshalb mal keine Sorgen :D
Das ist mir beim letzten Mal, als ich die Folge gesehen habe, auch aufgefallen. Würde sagen, dass du da völlig Recht hast. Ist meiner Meinung so ein typischer Filmfehler, wo mal wieder jemand nicht so richtig aufgepasst hat... :-)

Gruß
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Beitragvon Ken Franklin » Mo, 21.01.2008 11:41


Habe mir auch aus aktuellem Anlass ( Bobby Fischers Tod ) die Folge noch einmal angesehen. Ich bin mir immer sicherer, dass der Plot ( Schach-WM ) eindeutig bewusst nach dem "Match des Jahrhunderts" Spasski gegen Fischer, welches den Höhepunkt des Kalten Krieges darstellte, aufgrund des Hypes um das Schach und Bobby Fischer in den USA gedreht wurde. Leider leigt dort auch der Fehler des Regisseurs bzw. Drehbuchs, weil die Umsetzung und Qualität der Schachspieler war einfach nur lächerlich! Da man aber davon ausgehen musste, dass die breite Masse keine Ahnung von Schach hat, ist die anfängermässige Kommentierung des Weltmeisters und seinem Herausforderer ( als Beispiel wäre dies aktuell Anand gegen Kramnik! ) während der Partien zu verstehen. Für einen guten Vereinsspieler wie mich, tut solch eine Kommentierung natürlich weh!

Auch das sogenannte "Narrenmatt", das schnellstmögliche Matt, welches Schwarz in zwei Zügen schafft ist natürlich der Gipfel in Sachen qualitatives Schach :x Das ein Weltklassespieler wie Clayton da hineinfällt ist faktisch unmöglich :roll: Jeder Vereinsspieler weiß, dass man mit Weiß den g-Bauer niemals zwei Felder vorzieht während der Eröffnung und Clayton stellte den Vizeweltmeister dar!

Dennoch liebe ich diese Folge abgöttisch, da einfach das Genre Schach voll meinen Nerv trifft und ich die Würdigung Fischers nach seinem WM-Sieg durch diese Folge sehr gut finde. Hinzu kommt als besonderer Leckerbissen unsere Heidi, die wirklich bildhübsch war zu dieser Zeit!
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