Bewertet: "Mord im Bistro"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Mord im Bistro" ?

1/5 schlecht
3
7%
2/5 passabel / "na ja"
17
37%
3/5 gut
12
26%
4/5 sehr gut
9
20%
5/5 überragend
5
11%
 
Abstimmungen insgesamt : 46

Bewertet: "Mord im Bistro"

Beitragvon Martin. » Mi, 09.11.2005 18:17


Wie gefällt euch diese Episode?

Stimmt ab und schreibt bitte auch noch eine Begründung hinzu.

Gruss Martin
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Beitragvon DrömmarnasStig » So, 22.01.2006 20:33


Punkte: 3/5
Mord: sehr gut
Auflösung: gut
Kojotenfaktor: 5/10

William Shatner (post-Enterprise) leidet einfach unter seiner unsympathischen Ausstrahlung und seinen offenkundigen schauspielerischen Defiziten.

Nichts destotrotz eine formidable Folge.
Der Mord intelligent, die Aufklärung im Grunde ebenso, deutete sich leider schon frühzeitig an (die fünf Minuten-Uhr).

Was den Columbo gut macht ist die Chemie zwischen Columbo und dem Mörder. Von Anfang bis Ende ist das Verhältnis stimmig und kontinuierlich.
Am Ende kann sogar Shatner noch überzeugen.

Alles in allem, eine Folge, die nicht weh tut, aber auch nicht in Erinnerung bleibt.
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Beitragvon Martin. » Mo, 23.01.2006 20:27


Du verwechselst da was. Du meinst eigentlich "Schüsse auf dem Anrufbeantworter" aber gemeint ist eine der letzten Folgen der ersten Staffel.
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Beitragvon DrömmarnasStig » Di, 24.01.2006 18:46


Martin. hat geschrieben:Du verwechselst da was. Du meinst eigentlich "Schüsse auf dem Anrufbeantworter" aber gemeint ist eine der letzten Folgen der ersten Staffel.


Interessante Schlußfolgerung, Wilson! ;)

Ich meine die Folge, in der Captain Kirk den Detektiv Lucerne mimt und seine Produzentin in einem Bistro erschießt.
Ich kann mich sogar sehr genau daran erinnern, da ich sie am Abend des 21. Jänners gegen 23:00 in Anwesenheit meiner Frau verfolgte.
Ihre Uhr geht zwar manchmal 5 Minuten vor, was aber eher am billigen Fabrikat liegt.
Ich verfüge also über ein lupenreines Alibi und einen Videorekorder besitze ich ebensowenig wie Theaterschminke.

Selbst ein Columbo könnte mich nun also nicht des Irrtums überführen.

________________

PS: Shatner spielte in zwei Folgen den Mörder.
Die 5-Minuten Uhr, die ich in dem Beitrag, auf den du dich bezogst, erwähnte, kommt nur in der Bistro-Folge vor.
Ätsch!
Kojotenfaktor: Bezieht sich auf "Roadrunner"-cartoons, in denen der Bösewicht Kojote sympathischer war als der Held. Ein hoher Kojotenfaktor bei Columbo steht für einen sympathischen Mörder (Motiv + Darstellung)
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Beitragvon Hollister » Do, 26.01.2006 01:28


3 Punkte.

Als ich soeben die neuen Beiträge durchgestöbert habe, ist mir aufgefallen, dass ich bei dieser Folge noch gar nicht meinen Senf dazugegeben habe.

Auch für mich überzeugt William Shatner als Mörder nicht. Noch extremer als in "Todesschüsse auf dem Anrufbeantworter" kann man ihn als Mörder überhaupt nicht ernst nehmen. Zudem wirken gewisse Szenen auch schauspielerisch nicht sonderlich stilsicher. Die Folge an sich weist eigentlich keinen Makel aus und wartet mit mit einem stichhaltigen, wenn auch nicht unbedingt originellen Schluss auf. Eine typische Mittelfeld-Folge also.
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2P.

Beitragvon Yves » Mo, 12.06.2006 22:09


Na da haben wir ja mal ne ganz schwer zu bewertende Folge...

Zuerst ist mir der gut geplant und auch gut durchgeführte Mord positiv aufgefallen. Der Trick mit der Uhr ist schon genial.
Allerdings wird die Folge im Folgenden über weite Strecken schon recht langweilig, da das Geschehen nur von den Dialogen zwischen Mörder und Columbo lebt. Das Columbo zusammen mit Inspector Lucerne ermittelt ist dabei noch der einzige positive Teil.
Auch wenn einige sehr lustige Stellen enthalten sind (Columbo der durch die Dekoration läuft, Columbo an der Tür von Fowler oder Columbo, der Uhrenexperte:) ist die Auflösung eher schwach (einfach zu bekannt der Beweis mit der Patronenhülse [um mal nix zu verraten]) und William Shattner kann mich gar nicht überzeugen.
Besonders negativ sind mir noch zwei abrupte Szenenwechsel aufgefallen, die den Eindruck machen, als sei die Folge gekürzt worden. Mehr dazu hier: http://forum.icolumbo.de/viewtopic.php?p=14097#14097

Insgesamt geb ich nur 2P. (na ja, das geht schon besser...)

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Beitragvon Howie Munson » So, 03.12.2006 00:04


Endlich ist die neue DVD-Box eingetroffen, so dass es weiter gehen kann!:)

Hier mein Review:


Eigentlich war nach Staffel 5 ja Schluss, doch mit reichlich Kohle konnte Falk zum Weitermachen bewegt werden. Leider konnte kein besonders guter Start ins fünfte Jahr hingelegt werden. Zwar kam es nicht so schlimm, wie im letzten COLUMBO, doch wurde neben einer eher bescheidenen Geschichte mit wenigen Höhepunkten (bis auf Columbos Auftritt in den Filmkulissen gabs wenig Amüsantes) ein schier katastrofaler Fehler begangen: William Shatner! Himmel, war der schlecht... da schien auch Falk ständig eher peinlich berührt, wenn er sich mit ihm auseinanderzusetzen hatte und leider nehmen diese Auseinandersetzungen fast die komplette Episode ein.

So gesehen also sehr dürftig das Ganze, an dem auch die Freude über das Wiedersehen mit dem Lt. nicht mehr großartig rütteln konnte.
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Beitragvon martha » Do, 08.11.2007 01:50


Es gibt da ja so eine bestimmte Spezies von kriminalistischen Schnüfflern, die mich bereits beim ersten Auftritt zum Zappen zwingen würden.
Und gäbe es ein "Inspector-Lucerne-Forum" würde man mich dort sicher vergeblich in der Mitgliederliste suchen.
Nee, ich glaube wirklich nicht, dass ich Fan von einem Ermittler wäre, der mit Schlapphut, Spazierstock, weißem Anzug und Blume am Revers auf Mörderjagd ginge und in dieser parfümierten Atmosphäre dann ganz lässig zwischen zwei Spazierschritten einen Fall löst.
Das ist 'n Outfit für 'nen Heiratsschwindler-Schwank, aber für 'nen Krimi ist mir das dann doch zu glattgebügelt und perfekt, irgendwie makellos...wie ein Koch, der in der Küche keinerlei Fettspritzer hinterlässt.

Von der Idee her ist es aber dann doch trotzdem recht reizvoll, einen derartigen "Saubermann" gemeinsam mit dem schlampigen Columbo ermitteln zu lassen, frei nach dem Motto:
Gestärkter Hemdkragen meets Schlabbermantel!
An sich ein recht brauchbares Duo, doch dummerweise scheint ja hier noch laufend jemand zu rufen:"Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte!"
Na klar, in der Person Lucerne versteckt sich gleichzeitig auch auch noch der Mörder Ward Fowler.
Und sowas artet dann meist in Schizophrenie aus: 8O
Fowler hält sich für Lucerne und spricht von sich auffallend gerne in der 3. Person:
"Es könnte doch Ward Fowler der Mann sein, den wir suchen", sagt Fowler alias Lucerne.
Oh je, das erinnerte mich doch vom Prinzip her stark an alte Tarzan-Filme.
Natürlich fehlte dem Dschungel-Mann mit Sätzen wie "Tarzan nix böse" noch der rhetorische Feinschliff, aber auch er war ja von Haus aus kein begnadeter "Ich"-Erzähler.

Aber zum eigentlichen Problem von "Mord im Bistro":
"martha" :? findet, dass Columbo in dieser Folge weitestgehend überflüssig ist, weil sich Fowler ja praktisch so sehr in die Rolle von Lucerne reinsteigert, dass man zwischenzeitlich den Eindruck hat, dass er sich selbst als Mörder überführen möchte. Columbo bleibt doch größtenteils der Part des Stichwortgebers.
Er konfrontiert Fowler/Lucerne mit Indizien bzw. Ungereimtheiten und lässt diese dann vom Mörder aufklären.
Konsequent wäre es dann wirklich gewesen, wenn Lucerne am Ende selbst auf die Idee gekommen wäre, die Patronen auf Fingerabdrücke zu überprüfen. Das hätte mir wesentlich besser gefallen:
Ein Mörder steigert sich so in die Figur eines fiktiven Ermittlers rein, dass er gar nicht mehr registriert, dass er sich damit selbst an's Messer liefert. Das hätte was gehabt!!!
So aber wirkt die Aufklärung durch Columbo vollkommen uninspiriert. Fowler ärgert sich danach kurz und will nicht mehr "Sir" genannt werden.
Tja, wie will er denn angesprochen werden??? :?
Ist sein Name jetzt Hase oder hat Fowler vollkommen die Orientierung verloren?
Ich hab's leider nicht verstanden!? :?:
Auch Columbo sagt danach lieber gar nix mehr, weil er den Sinn dieser Bitte wohl selber nicht ganz begriffen hat.
Ich kann mich täuschen, aber ich glaube, das ist sicher mit das schwächste und unattraktivste Columbo-Finale aller Zeiten. :x

Ohnehin hatte Fowler durch den Mord nicht viel gewonnen.
Die Schuldscheine haben sich ja nicht in Luft aufgelöst und werden vom Mann der Ermordeten weiter verwaltet.
Gut, das Opfer wusste, dass Fowler Deserteur im Korea-Krieg war, hat doch aber wohl nicht vorgehabt, dieses Geheimnis auszuplaudern.
Die Notwendigkeit eines Mordes ist zwar im Ansatz nachvollziehbar, aber doch nicht so zwingend wie in anderen Episoden, da es sich hier ja um keine plötzliche, sondern langanhaltende Erpressung handelt.

Noch ein Wort zu William Shatner.
Er kommt ja in den bisherigen Bewertungen nicht allzu gut davon.
Ich seh das weniger dramatisch.
Die Folge leidet für mich am wenigsten unter den darstellerischen Schwächen des Mörders. Ich finde, Shatner spielt das recht ordentlich.
Das Drehbuch schreibt ihm nun mal vor, stets beherrscht und souverän zu wirken.
Man hat ihm halt ein "Spazierstock-Gemüt" verordnet.

Insgesamt ist mir die komplette Geschichte aber zu dialog-und kopflastig:
Fowler schwadroniert ausufernd, und Columbo kommt mir vor wie ein Spielball, der immer wieder perplex auf die geschliffenen Antworten des Mörders reagieren muss.
Das summiert sich für mich zur Ödnis, sorry.
Da fehlen mir diesmal einfach Columbos Überraschungsangriffe, seine eigene Kombinationsgabe, die sich diesmal nur auf die Armhaltung des Opfers während des Schusses beschränkt(die Sache mit dem Loch im Kleid hat mir sehr gut gefallen!!!)

Ansonsten aber hab ich wenig Zugang zu dieser Folge gefunden.
Die Idee des aufklärenden Mörders mag gut sein, aber mich hat das echt nicht gepackt.
Fasziniert aber hat mich zumindest dieser turbo-schnelle Rücklauf von Fowlers Video-Rekorder. Wahnsinn!
Allein deshalb schon sind 3000 Dollar für diesen High-Speed-Koloss wirklich ein Schnäppchenpreis.
Trotzdem:
Es wäre ungerecht gegenüber den anderen Folgen, wenn ich hier mehr als 2 Punkte geben würde.
:? :(
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
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Beitragvon Werderaner » Do, 08.11.2007 13:22


martha hat geschrieben:...
Es wäre ungerecht gegenüber den anderen Folgen, wenn ich hier mehr als 2 Punkte geben würde.
:? :(


Wirklich eine vorzügliche und treffende Kritik!

:)

Ich konnte dieser doch sehr dialoglastigen und nicht sehr geistreichen Episode auch nur 2 Punkte geben!
R.I.P., Peter Falk - du warst bist und bleibst eine grandiose Krimi-Ikone!
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Beitragvon Klaus » Sa, 10.11.2007 09:40


Carstens (Verzeihung: marthas) mal wieder unnachahmliche Bewertung dieser Folge zeigt in eindrucksvoller Art und Weise, wie man aus einem eher mittelprächtigen Kammerspiel glatt noch einen spektakulären "Mord im Bistro" kreieren kann. :wink:

martha hat geschrieben:Nee, ich glaube wirklich nicht, dass ich Fan von einem Ermittler wäre, der mit Schlapphut, Spazierstock, weißem Anzug und Blume am Revers auf Mörderjagd ginge und in dieser parfümierten Atmosphäre dann ganz lässig zwischen zwei Spazierschritten einen Fall löst.


Falls der Drehbuchautor bei der Figur von Inspector Lucerne an eine Art Mischung aus Sherlock Holmes und Philip Marlowe gedacht hat, ist das dabei herausgekommene Plagiat ganz in weiß aber so richtig in die Hose gegangen... :noidea: Ein als TV-Detektiv getarnter Mörder, der sich vom ersten Zusammentreffen mit Columbo an durch seine neunmalklugen Bemerkungen derart verdächtig macht und dadurch am Ende quasi selbst überführt, hat eindeutig seinen Beruf verfehlt. :?

"Captain Kirk" alias William Shatner konnte aus dieser ihm nicht gerade auf den Leib geschneiderten Rolle wahrscheinlich nicht viel mehr herausholen als das Gezeigte. Ich glaube zudem, dass er in der deutschen Fassung auch deshalb nicht besonders gut rüberkommt, weil man ihm mit Peter Kirchberger eine völlig unpassende Synchronstimme verpasst hat, der noch auf George Hamilton in "Der Schlaf, der nie endet" hervorragend gepasst hatte, auf Shatner dagegen ziemlich deplatziert wirkt. Aber hierfür extra seinen langjährigen Standardsprecher G. G. Hoffmann nach Hamburg einfliegen zu lassen, wäre dem Auftraggeber RTL wahrscheinlich zu teuer gewesen, zumal Claus Biederstaedt als Columbo-Sprecher auch nicht gerade mit Erbsen bezahlt wurde...

Die Ausführung des Mordes sowie die ziemlich unspektakuläre Überführung haben mich auch nicht gerade vom Hocker gehauen, einzig die Sache mit der um fünf Minuten zu weit zurückgestellten Tausend-Dollar-Uhr hat mir gut gefallen und mich als erdrückendes Indiz auch überzeugt. Da man diese Folge aber durch das zusätzliche Auftauchen von "Pavel Chekov" Walter Koenig in einer Mini-Rolle als Columbos Assistent am Tatort auch als eine Art "Star Trek Mini-Treffen der Generationen" ansehen kann, vergebe ich als großer Enterprise-Fan hier gerade noch zwei mickrige Pünktchen. :? :?

Gruß
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Beitragvon Klaus » Sa, 10.11.2007 14:40


Klaus hat geschrieben:einzig die Sache mit der um fünf Minuten zu weit zurückgestellten Tausend-Dollar-Uhr hat mir gut gefallen und mich als erdrückendes Indiz auch überzeugt.


Ich meinte hier natürlich die um fünf Minuten zu kurz vorgestellte Tausend-Dollar-Uhr. Kein Wunder, dass sowas einen Pünktlichkeitsfanatiker wie mich zunächst etwas verwirrt hat... :roll:

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Zeitspanne nach dem Mord

Beitragvon Klaus » Sa, 10.11.2007 22:55


Die Sache mit den verstellten Uhrzeiten lässt mich einfach noch nicht los und beim Betrachten der betreffenden Szenen ist mir folgendes aufgefallen:

Ward Fowler stellte seinen Videorecorder lt. roter Digitaluhr über seinem Fernseher (soweit ich es erkennen konnte) um 8.33 auf Aufnahme. Da er nach seiner Rückkehr diese sowie Mark Davis' Uhr auf 8.50 zurückgestellt hatte, unterstelle ich einfach mal, dass dies die ungefähre Zeit des Mordes gewesen sein muss, da ihm dieses fingierte Alibi bei einem wesentlich späteren Zeitpunkt des Überfalls nichts gebracht hätte.

Nach Rückkehr in seine Villa zeigt die rote Digitaluhr vor dem Zurückstellen 10.25 an, d. h. Fowler hätte nach dem Mord für das Entsorgen der Skifahrersachen samt Verstecken der Mordwaffe glatte eineinhalb Stunden benötigt!!! Das scheint mir eine viel zu lange Zeitspanne zu sein, denn es musste doch in seinem eigenen Interesse liegen, für mögliche Eventualitäten wie beispielsweise ein später Telefonanruf, ein unangemeldeter Besuch oder sogar ein frühzeitiges Aufwachen von Mark Davis trotz eines Schlafmittels in seinem Drink, so schnell wie möglich wieder zu Hause zu sein. Zwar kein direkter Filmfehler, aber zumindest für mich nur sehr schwer zu schlucken... :drink:

Übrigens hätte es im nachhinein genügt, wenn Fowler nur seine Digitaluhr zurückgestellt hätte, da Davis nach seinem kurzen Erwachen augenscheinlich nicht einmal auf seine Uhr geschaut hat. Dann hätte er später auch nicht feststellen können, dass seine Uhr entgegen seiner Gewohnheit die genaue Uhrzeit angezeigt hat und dies gegenüber Columbo natürlich auch nicht erwähnen können. Der hätte Ward Fowler zwar früher oder später wohl trotzdem als Mörder überführen können, aber die Pointe mit der hin- und hergestellten Tausend-Dollar-Uhr hätte dann in dieser von Highlights ohnehin nicht gerade strotzenden Episode auch noch gefehlt... :?

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Beitragvon martha » So, 11.11.2007 13:14


Klaus hat geschrieben:Übrigens hätte es im nachhinein genügt, wenn Fowler nur seine Digitaluhr zurückgestellt hätte, da Davis nach seinem kurzen Erwachen augenscheinlich nicht einmal auf seine Uhr geschaut hat.

Jau, das ist mir auch aufgefallen. :o
Die Szene hatte ich mir extra noch mal angeschaut, um zu gucken, ob Fowlers Dreh-Aktion überhaupt 'ne Relevanz hat.
Versteh ich auch nicht, warum Davis keinen Blick auf seine Uhr wirft.
Zumindest meine erste Reaktion nach dem Aufwachen ist immer nach der Uhr zu sehen. Ich glaube, dass ist doch ein natürlicher Reflex, den offenbar auch Fowler einkalkuliert hatte.

Die 90-minütige Abstinenz des Mörders scheint mir auch zu üppig.
Dein Adlerauge hat aber mal wieder zugeschlagen, Klaus!!!
Da hab ich nicht drauf geachtet.
Wobei man natürlich nicht weiß, in welcher Entfernung das Bistro von Fowlers Wohnung liegt. Oder gibt es darüber 'ne Info?
Ich hab ja im Bistro verzweifelt nach 'ner Wanduhr gesucht, um die Tatzeit vielleicht einordnen zu können, aber mir ist leider nur aufgefallen, dass der Bistro-Besitzer auch auf den beiden Fotos im Hintergrund das gleiche Hemd trägt wie am Tag des Überfalls.
Ach ja, und seine Schürze hätte dringend mal wieder 'ne Wäsche nötig. Da sind so fiese Fettflecken drauf. :P
Sorry, aber mehr haben meine Recherchen nicht erbracht. :(

Klaus hat geschrieben:Falls der Drehbuchautor bei der Figur von Inspector Lucerne an eine Art Mischung aus Sherlock Holmes und Philip Marlowe gedacht hat, ist das dabei herausgekommene Plagiat ganz in weiß aber so richtig in die Hose gegangen...


Ich musste auch ein wenig an Hercule Poirot denken.
Zumindest dieser weiße Anzug erinnerte mich doch stark an Peter Ustinov, wie er auf dem Schiff in "Tod auf dem Nil" den Fall klärt.
Poirot legte ja auch viel Wert auf sein äußeres Erscheinungsbild, aber diese doch äußerst langwierige Ermittlungsarbeit dieses belgischen Detektivs war nie so nach meinem Geschmack.
Mein Favorit sind da eindeutig die alten Miss Marple-Filme mit Margaret Rutherford.

Klaus hat geschrieben:Ich glaube zudem, dass er in der deutschen Fassung auch deshalb nicht besonders gut rüberkommt, weil man ihm mit Peter Kirchberger eine völlig unpassende Synchronstimme verpasst hat, der noch auf George Hamilton in "Der Schlaf, der nie endet" hervorragend gepasst hatte, auf Shatner dagegen ziemlich deplatziert wirkt. Aber hierfür extra seinen langjährigen Standardsprecher G. G. Hoffmann nach Hamburg einfliegen zu lassen, wäre dem Auftraggeber RTL wahrscheinlich zu teuer gewesen, zumal Claus Biederstaedt als Columbo-Sprecher auch nicht gerade mit Erbsen bezahlt wurde...



Das wurde ja dann in der Spätfolge "Todesschüsse auf dem Anrufbeantworter" besser gelöst, als Shatner von G.G Hoffmann gesprochen wurde(hat zumindest so geklungen :? )
Diese etwas lärmende, burschikose und aufdringliche Sprechweise von Hoffmann hat mir dann auch wesentlich besser gefallen für die Rolle des Zynikers Fielding Chase.
Shatners deutsche Stimme in "Mord im Bistro" ist dagegen doch sehr brav und farblos.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
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Beitragvon Klaus » Di, 13.11.2007 14:35


Vielen Dank für deine interessanten Anmerkungen Carsten, mittlerweile haben wir beide in diese gerade mal "2 Punkte Folge" fast schon mehr Gehirnschmalz investiert als in die vielen deutlich besseren Episoden... :?

martha hat geschrieben:Die 90-minütige Abstinenz des Mörders scheint mir auch zu üppig. Dein Adlerauge hat aber mal wieder zugeschlagen, Klaus!!!
Da hab ich nicht drauf geachtet.
Wobei man natürlich nicht weiß, in welcher Entfernung das Bistro von Fowlers Wohnung liegt. Oder gibt es darüber 'ne Info?


Nee, hab dazu auch nichts gefunden aber halt versucht, ein bisschen zu kombinieren, so wie ich es von unserem Inspektor in vielen Fällen gelernt habe. :wink:

Es hätte Ward Fowler ja nichts genutzt, die Uhren auf 8.50 zurückzustellen, wenn er den Überfall beispielsweise erst um 9.30 begangen hätte. Der Zeitpunkt des Mordes war ja durch den Bistro-Besitzer bekannt und Mark Davis konnte Fowler auch nur für die Zeit um 8.50 ein Alibi geben, so dass ich diese Uhrzeit als Tatzeit unterstellt habe. Da er seine Villa direkt nach dem Aufnahmestart des Videorecorders um 8.33 verlassen haben dürfte, war der Weg zum Bistro also nicht allzu weit. Okay, ich hätte die Überfall-Klamotten auch nicht auf dem direkten Weg zwischen Bistro und meiner Villa im Müllcontainer entsorgt, wäre aber aus den in meinem vorigen Beitrag geschilderten Gründen auch nicht eineinhalb Stunden (!!!) durch die Gegend gefahren. Wie gesagt, kein eindeutiges Nitpicking, aber für mich eben auch nicht nachvollziehbar... ?-/

martha hat geschrieben:Das wurde ja dann in der Spätfolge "Todesschüsse auf dem Anrufbeantworter" besser gelöst, als Shatner von G.G Hoffmann gesprochen wurde(hat zumindest so geklungen :? )
Diese etwas lärmende, burschikose und aufdringliche Sprechweise von Hoffmann hat mir dann auch wesentlich besser gefallen für die Rolle des Zynikers Fielding Chase.
Shatners deutsche Stimme in "Mord im Bistro" ist dagegen doch sehr brav und farblos.


Ja, da war es der einzigartige G. G. Hoffmann, dessen auch schon 10. Todestag übrigens jetzt Mitte November ansteht. Möge er auch weiterhin für immer in Frieden ruhen.

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Beitragvon ChryZ » Di, 25.12.2007 17:30


Nachdem bei mir gestern die 6. und 7. Staffel unterm Baum lag, konnte ich mir die erste Folge natürlich nicht verkneifen ;-)

:( Leider ist sie eine der schwächeren Folgen, auch ich schließe mich der Allgemeinheit an und vergebe magere 2 Punkte. Warum? Vieles ist schon in den anderen Beiträge angeklungen, deswegen möchte ich das nicht nochmal durchkauen. Allerdings will ich noch anmerken, dass die Grundidee (Serienstar steigert sich so sehr in seine Rolle rein, dass er sich selbst überführt) an sich ja eine sehr interessante Idee ist, doch leider ziemlich schlecht umgesetzt wurde. Das hängt auch damit zusammen, dass Columbo in dieser Folge sehr "blass" bleibt und es nur sehr wenige Indizien gibt. Zu allem Überfluss kommt noch dazu, dass die DVD-Version ziemlich "harte" Übergänge hat uns einem deswegen es oft schwer fällt, am Ball zu bleiben.

Noch ein paar Worte zu William Shatner:
Ich war vom seinem Auftritt erst ganz überrascht, da ich zur Zeit sehr gerne Boston Legal sehe, wo er ja bekanntlich auch mitspielt. Grundsätzlich habe ich an seinen schauspielerischen Talenten nichts auszusetzen, er spielt die Rolle prima. Leider passt der Charakter, den er spielt, nicht so ganz Folge, aber das ändert ja schließlich nichts daran, wie er ihn darstellt.
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