Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

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2/5 passabel / "na ja"
0
Keine Stimmen
3/5 gut
8
13%
4/5 sehr gut
21
34%
5/5 überragend
33
53%
 
Abstimmungen insgesamt : 62

Beitragvon Venus » Fr, 13.06.2008 17:57


Ich verleihe Leonard Nimoy neben Louis Jordan ( Paul Gerard in "Mord a la Carte" ) den Titel des arrogantesten und selbstsichersten Mörder der gesamten Serie!

<<Da kann ich nur zustimmen, es war der arroganteste und selbstsicherste Mörder der gesamten Serie!
Venus
 

Beitragvon FlyingPelican » Mi, 03.09.2008 14:20


Ich finde die Episode auch ziemlich gut. Der Mörder hat die Sache eingentlich einigermaßen geschickt geplant, und nur weil die Schwester den Faden findet, nimmt das ganze seinen Lauf. Allerdings finde ich den Plan selbst ohne diesen Zwischenfall weit von einem perfekten Mord entfernt. Denn bei einer Autopsie hätte man das falsche Nahtmaterial ja sowieso gefunden oder besser gesagt das richtige vermisst. Und selbst wenn Columbo dann bloß zu seinen "Routineuntersuchungen" gekommen wäre und festgestellt hätte, dass die Schwester vor der Operation als einwandfrei erfühltes Material hingelegt hat und Mayfield die ganze Forschungsarbeit erbt, wäre es ja vielleicht zu einer solchen Autopsie gekommen. Naja, aber klar, bei einem perfekten Mord könnte selbst Columbo nichts machen. :)
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Beitragvon Gordo » Mi, 03.09.2008 15:16


4 punkte
eine wirklich geniale folge
mit einem sehr sehr gutem mörder
"Wissen Sie, in gewisser Weise haben wir ähnliche Berufe. Ich trage eine Uniform, Sie tragen eine... spezielle Uniform, möchte ich's mal nennen."

"Colonel Lyle C. Rumford" zu "Inspektor Columbo"
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon Philipp025 » Mo, 16.02.2009 01:16


Ich kann mich euch allen nur anschließen. :D Die Folge ist echt super. Sie hält fast jedes Genre, jede Art von Film parat, sei es
Spannung (Wird Mayfield den Chefartzt doch noch umbringen?),
Humor (wo Columbo beinah gegen die Tür läuft),
Ironie (Columbo erwähnt im Fahrstuhl das geplante Opfer Mayfields als Beispiel),
Tragik (die Krankenschwester Mrs. Martin war ein guter Mensch, sie hat ihren Beruf sehr geliebt, es ging ihr wirklich um die Menschen!)
und "Gesundheitliches" (Herzklappen, Schnupfen), nenne ich das mal. Die Folge erinnert wirklich an eine Schwarzwaldklinik-Folge für Hartgesottene oder an eine Hardcore-Emergency-Room-Folge (da hätte allerdings wohl dann George Clooney die Hauptrolle gespielt :wink: )

Was auch an der Folge besonders war: Die beiden Opfer waren keine Reichen, Promis oder Adlige!
Der Mörder war dermaßen unsympathisch, er hat Columbo wirklich gezeigt, dass er den Inspektor nicht leiden kann. Dass Columbo sich kurz aufregte, hatte mich auch erstaunt, aber das ist nur menschlich, dass man sich mal nicht beherrschen kann.
Was an der Folge fehlte: Das Verhältnis zwischen der karriesüchtigen Freundin der Krankenschwester und Mayfield konnte noch ausgebaut werden. Ich hatte so das Gefühl, dass sie wusste, dass Mayfield es faustdick hinter den Ohren hat.

Ich fand auch, wie bei "Schreib oder stirb", dass die Folge so plötzlich endete! Oder hat SuperRTL einfach nur den Abspann weggebrochen? :(

Auf alle Fälle eine spannende Folge, in der wohl jeder dachte: "Wann schnappt sich Columbo diesen Typen?" und "Wird er den Chefartzt nochumbringen?" Ich hatte auch gestaunt, dass Mayfield Henry umbrachte, damit hatte ich nicht gerechnet, den in meiner TV-Zeitschrift steht, dass Mayfield seinen Chef umbringt. Sehr niedlich war auch der Affe, aber der tat mir leid, so in einem kleinen Käfig eingesperrt zu sein!
Die Überführung durch Columbo war auch klasse, ich frage mich eben, ob es mal einige Mörder gab, die wirklich vorhatten zu fliehen, hmm bei "Schritte aus dem Schatten" wollte die Mörderin es wagen, aber vorher wollte sie ja noch den Inspektor umbringen. Gab es mal eine richtigen Fluchversuch, ohne Columbo zu töten?

"Zwei Leben an einem Faden" bekommt von mir 5 Punkte.
Columbo: "Ich glaube an den lieben Gott und der war's bestimmt nicht!"

Jean-Jacques Rousseau: "Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten, an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen."
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon Venus » Mo, 16.02.2009 11:48


Philipp025 hat geschrieben:Die Überführung durch Columbo war auch klasse


@Philipp: Es war wohl die "kurz vor knappste" aller Folgen!
Venus
 

Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon martha » Mo, 16.02.2009 18:27


Philipp025 hat geschrieben: Ich hatte auch gestaunt, dass Mayfield Henry umbrachte, damit hatte ich nicht gerechnet, den in meiner TV-Zeitschrift steht, dass Mayfield seinen Chef umbringt.


Ja, diese lieblos hingeschmierte Inhaltsangabe findet sich auch auf der DVD-Box.
Diese Kurzbeschreibungen taugen oft inner Wurzel nix.
Bei "Klatsch kann tödlich sein" wird sofort verraten, dass Nora Chandler damals ihren Mann umgebracht hat, und bei "Schreib oder stirb" liest man, dass Greenleaf einen Mann engagiert, der Mallory "in die Luft jagen" soll. Dabei wird der Autor doch wohl lediglich mit 'nem einfachen Pistolenschuss niedergestreckt.
Bei einigen dieser Kurztexte kann man echt nur die Anweisung geben: Ab in's Klo und kräftig abspülen!!!

Die Überführung durch Columbo war auch klasse, ich frage mich eben, ob es mal einige Mörder gab, die wirklich vorhatten zu fliehen, hmm bei "Schritte aus dem Schatten" wollte die Mörderin es wagen, aber vorher wollte sie ja noch den Inspektor umbringen. Gab es mal eine richtigen Fluchversuch, ohne Columbo zu töten?


Wieder mal 'ne interessante Frage, Philipp.
Ich muss echt überlegen und behaupte mal ganz kess, dass es nur einen Mörder gibt, der 'nen Fluchtversuch unternimmt: Magier Santini!
Als er kurz vor Schluss durch die geschlossene Tür mitbekommt, dass Columbo nun das Motiv gefunden hat, um ihn endgültig festzunageln, versucht Santini doch forschen Schrittes das Cabaret zu verlassen. Columbo muss sogar noch rufen:"Es hat keinen Sinn wegzulaufen!"
Bin mir natürlich momentan nicht ganz sicher, ob es noch 'nen Mörder gibt, der sich aus dem Staub machen wollte.
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon Jerry » Mo, 06.07.2009 08:52


Was kann man dazu sagen ... Eine der besten Folgen überhaupt.
Ein super Fall, ein super Columbo, der dem Dr. Mayfield auf die Schliche kommt.
Die Aufklärung ist genial ;) Die Folge einfach einer der besten der 2. Staffel.
Hab mir die Folge schon X mal angesehen, langweilig mir mir nei der Folge - wie auch bei anderen Folgen nie.

5 Punkte
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon COLUMBO DER GROßE » Sa, 01.08.2009 15:11


SALVETE!!!(SEID GEGRÜßT!!!)Ich beginne mit Zitaten des sehr ausführlichen und
qualitativ hochwertigen Beitrags von der Inspetorin Martha:
martha hat geschrieben:Ansonsten ist "Zwei Leben an einem Faden" wirklich ein gutes Beispiel dafür, wieviel Aufwand ein Mörder bisweilen betreiben muss, um am Ende letztlich doch zu scheitern.
Dr. Mayfield ist sicher von allen Columbo-Schurken derjenige, der am meisten Arbeit investieren muss, um seinen Mordplan realisieren zu können:
Er operiert, mordet, vertuscht, verdächtigt, pumpt einen Unschuldigen mit Morphium voll, operiert erneut, und will das belastende Beweismaterial letztlich noch in Columbo's Kitteltaschen entsorgen.
Der Mann kommt in den 70 Minuten Spielzeit einfach nicht zur Ruhe, und ich als Zuschauer kam dann auch nicht annähernd in Gefahr, mich auch nur eine Sekunde zu langweilen.

Somit ist auch das Erfolgsgeheimnis dieser Folge schnell enttarnt:
Durch stetige Aktionen des Mörders entsteht eine Dynamik, die man für Columbo-Verhältnisse fast schon atemberaubend nennen kann.
Schon in "Mord in Pastell" ist der Mörder ja recht aktiv, aber hier wird das Ganze noch getoppt.
Was bei dieser Episode auch noch besonders auffällt: Der Mörder ist wahrlich ein Mann der schnellen Entschlüsse. Kaum hat sich Columbo aus seinem Dunstkreis entfernt, schlüpft Dr. Mayfield in den Aktions-Anzug:
- Columbo fragt, ob Mayfield einen Drogensüchtigen kennt sofort trifft sich der Kardiologe mit Sharon's Freundin, um ihr den Ex-Junkie Harry Alexander in Erinnerung zu bringen
- Columbo erzählt Mayfield, dass Harry clean ist sofort stattet er diesem mit einem Köfferchen voll Morphium einen Besuch ab
- Columbo droht mit einer Autopsie von Dr Hidemann sofort manipuliert Mayfield dessen Medikamente

Nun Ihre These, Martha, dass der Mörder hier durch seine Mühe zum Detail den gesamten
Film authentisch macht und der am meisten zu tüfftelnde Täter der 2. Ära Columbo ist,
halte ich duch ihre vielen Anregungen klar bewiesen. Doch ich hätte da noch eine Frage...
Erlahmt nicht irgendwann dieser ganze Film durch die Untriebigkeit dieses Mannes?
Wird die eigentliche Spannung nicht zu einem Karren im Dreck, wenn man davon zu viel
in die Soße gibt? Bitte beantworten Sie diese Fragen- das wäre sehr hilfreich für mich!

Ein weiteres Zitat:
martha hat geschrieben:Dadurch hat auch Columbo diesmal eine eher ungewohnte Rolle:
Er ist weniger Indiziensammler, sondern vielmehr ein Jäger, der Köder auslegt. Und Mayfield beisst prompt immer an

Ist das wirklich eine ungewohnte Rolle? Denn: Indzien brauch COLUMBO auch hier- um
nämlich den Mörder zu schnappen! Und listige Köder auszuwerfen ist für COLUMBO in
fast jeder Folge ein muss!

Das letzte Zitat:
martha hat geschrieben:""Zwei Leben an einem Faden" könnte man auch getrost als exzellenten "Reiz-Reaktions-Krimi" bezeichnen."

Dies halte ich für eher skurill- ich sehe diesen Krimi eher als Typus "Vertuschungs-und
Jagdkrimi" an, aber man darf ja verschiedene Ansichten haben...

Alles in allem fehlt mir etwas in ihrer Bewertung: Sie zeichnen zwar klar und gekonnt die
besonderen, "atemberaubenden" Züge dieses Films, aber übersehen dabei das Grundsätzliche- ich persönlich bin jeder neuen COLUMBOidee offen- doch ich muss auch
sagen, dass vor allen das Gegensätzliche zu einem "AlltagsCOLUMBO" zu stark ausgeprägt ist. Natürlich: Neues muss nicht immer schlecht sein, dass sieht man ja in "Bluthochzeit" oder anderem. Doch diese extrem überspannte Spannungsfobie halte ich für erlahmend und
zum Teil auch langweilig. Der Mord, die Indiziensammlung, der Verlauf der Columbo-
Mörder-Kontakte- alles scheint so perfekt zu sein, aber dies ist es nun einmal nicht!
Denn: 8O Die eigentlich columbotypische Ruhe fehlt hier völlig, sogar in "Bluthochzeit"
bekommt man mehr Ruhe zu spüren. Ich habe absolut nichts gegen Spannung einzuwenden!
Aber wenn man die COLUMBOSeele, die Ruhe, das verstärkte Auftreten COLUMBOS (ER LEBE HOCH!!!)gegen überzogene Spannung austauscht, fehlt etwas: Das Übliche.
Vor allen der Mörder nimmt einen zu großen Stellenwert ein, während COlumbo nur die
zweite Geige spielt. Somit wäre es nach meinem jetzigen Erkenntnissstand nur "passabel",
doch das viele Neue, zum Teil gut mit dem alten verknüpft, und die doch in manch einer
Szene gute Spannung verstärkt das Bild deutlich. Auch die Leistung der Schauspieler, allen
voran Peter Falk, überzeugt. Und auch die Liebe zum Sinn ist perfekt getroffen.
Auch der Humor und die Indiziensammlung kommen nicht zu kurz, werden jedoch von der
, nach meiner Meinung, überzogenen Spannung in den Schatten gestellt.

INSGESAMT: "Gut"
Post scriptum: Marha, nichts gegen sie, ich finde ihre Beurteillung auch zum Teil völlig
richtig, aber das Fazit ist nach meiner Meinung etwas verstimmt. Trotzdem ist diese
Folge gut, ich würde ihr aber von 10 Punkten nur 6,5-7 geben, da mir einfach etwas
fehlt.
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon zimtspinne » So, 02.08.2009 14:26


Diese Folge ist aber nicht mit den üblichen Maßstäben beurteilbar.

Das aufgescheuchte Verhalten Columbos ist nachvollziehbar. Im Gegensatz zu sonst hat er es hier nicht mit einem erfolgreich durchgeführten Mord und einem Mörder zu tun, sondern mit einem Arzt, der Mörder werden will. Sein Opfer schwebt in Lebensgefahr, lebt aber noch. Ist doch klar, dass Columbo da wuschiger ist als bei einem toten Opfer.

Dass er mutmaßliche Mörder immer seelenruhig frei herumlaufen lässt, selbst wenn sie bereits von Indizienketten umschlungen sind, ist wieder eine andere Sache... Columbo hat halt auch was egozentrisches, narzisstisches. Die Fallen, die finale Überführung - da lässt er keinen anderen ran.
Da ihm meist schon früh das Motiv klar wird, geht er davon aus, seine Mörder sind keine Wiederholungstäter.

Wobei mich gewundert hat, dass Columbo -hier- nicht umgehend handelt, sondern auf seine Drohung vertraut.
Mit seinen Indizien sowie den Verdachtsmomenten der Krankenschwester wäre das doch sicher ein Fall von Gefahr in Verzug.
Er könnte den Arzt auf jeden Fall mal in Untersuchungshaft stecken und den Herzpatienten von einem anderen Chirurgen nochmal operieren lassen. Was natürlich auch so eine Sache ist, falls die Fäden doch stimmen... aber immer noch besser als sich drauf zu verlassen, dass der Arzt einknickt und genau so handelt, wie Columbo seine Falle anlegt. Er hätte die Zeit auch zur Flucht nutzen können. oder in Panik geraten oder völlig anders handeln.

Ich denke nicht, dass es zur Autopsie gekommen wäre, ohne columbos Nachforschungen wäre der Verdacht der Schwester ja nie aufgeflogen, das wäre einfach als natürlicher Herztod durchgegangen.
Sehr wahrscheinlich jedenfalls, wenn man bedenkt, dass es in D schätzungsweise jährlich bis zu 5.000 unnatürliche Todefälle gibt, bei denen nie überhaupt ermittelt wird, weil die Ärzte im Stress nicht genug auf verdächtige Anzeichen achten oder an anderen Stellen geschlampt wird.

von mir bekommt die Folge 5 Punkte
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon martha » Mo, 03.08.2009 17:12


COLUMBO DER GROßE hat geschrieben:Ich beginne mit Zitaten des sehr ausführlichen und
qualitativ hochwertigen Beitrags von der Inspetorin Martha:

Den Satz hättest du aber ruhig fettgedruckt hier reinstreuen können.

Doch ich hätte da noch eine Frage...
Erlahmt nicht irgendwann dieser ganze Film durch die Untriebigkeit dieses Mannes?
Wird die eigentliche Spannung nicht zu einem Karren im Dreck, wenn man davon zu viel
in die Soße gibt? Bitte beantworten Sie diese Fragen- das wäre sehr hilfreich für mich!


Gut, das sind wohl eher rhetorische Fragen.
Wenn ich beide Fragen mit Ja beantworten würde, könnte ich meine Bewertung ja in die Tonne kloppen.
Ich bin zwar der einzige Zwitter hier im Forum, aber als Masochist hab ich mich dann doch noch nicht geoutet. :)
Ich kann auch leider nicht ganz das Sprachbild der zweiten Frage entschlüsseln.
Was für'n Karren im Dreck? ?-/
Darf ich auf 'ne Aufklärung hoffen?

Unabhängig davon kann ich schon mal sagen, dass für mich die Spannung über die kurze Distanz von ca.70 Minuten nicht erlahmen kann.
Hier wird ja nicht willkürlich Spannung aufgebaut, sondern sie resultiert ja aus den dicht am Fall angesiedelten Aktionen von Dr.Mayfield.
Die Sorge des Erlahmens hätte ich eventuell bei 'nem 90-minüter gehabt.
Hier find ich's aber hervorragend proportioniert.
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon COLUMBO DER GROßE » Mo, 03.08.2009 19:09


Liebe Martha,
Ich meine damit, dass man die Spannung nicht überziehen sollte,
denn sonst wird sie zum Leidwesen der gesamten Episode.

Ich gebe dir in deiner Meinung zur Spannung dieses Filmes unrecht,
da, wie gesagt, die gesamte Zeit über nur Dr.Mayfiled, Dr.Mayfield und
Dr.Mayfield zur Sprache kommt/ in den Mittelpunkt tritt.

zimtspinne hat geschrieben:Diese Folge ist aber nicht mit den üblichen Maßstäben beurteilbar

Da hast du nur teilweise Recht, denn im Grundsatz folgt auch diese Folge dem
Columboschema. Außerdem: Bei mir gibt es für alles "Zusatzpunkte", und die habe
ich hier auch schon miteingerechnet.

Achja Martha...
ich finde deinen Beitrag wirklich qualitativ hochwertig, da du dir viel Mühe gemacht hast
und auch einige gute Argumente eingefügt hast. (Fast alle deine Thesen stützen sich
auf gute Argumente!) Du kannst mir ruhig glauben!
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon columbo93 » Mo, 07.09.2009 18:34


Der allgemein anerkannte und führende Herzspezialist Dr. Hidemann wird mit einer leichten Herzattacke in sein eigenes Krankenhaus eingeliefert. Kurz vor seiner schon lange Zeit hinausgeschobenen Operation spricht er mit seinem Kollegen Dr. Mayfield über die gemeinsamen Versuche für ein neues Arzneimittel für herzkranke Patienten. Während Mayfield glaubt, dass beide schon genug Versuche gemacht haben und die Forschungen nun an die Öffentlichkeit bringen will, damit ihnen niemand zuvor kommt, meint Hidemann, dass noch mehr Versuche nötig sind. Krankenschwester Sharon Martin denkt, dass Mayfield bei weitem nicht so viel zu den Experimenten beigetragen hat wie Hidemann, doch dieser will davon nichts hören; er steht zu seinem Kollegen und will sich auch deshalb von ihm operieren lassen. Doch während der Operation kommen Schwester Sharon Zweifel über die Aufrichtigkeit Mayfields und beobachtet diesen akribisch. Dennoch verläuft die Operation offenbar problemlos. Schwester Sharons Zweifel erhärten sich aber, als sie später im OP Fäden findet, die ihr merkwürdig vorkommen. Damit konfrontiert sie Mayfield am Abend und unterstellt ihm, während der Operation dafür gesorgt zu haben, dass Hidemann erst später stirbt, damit er den Ruhm der Forschungen für sich allein haben kann. Dieser empfiehlt ihr, diesen Verdacht der Polizei zu melden, wenn es ihr wirklich ernst damit wäre. Kurz nach diesem Gespräch führt Sharon ein Telefongespräch. Als sie anschließend auf dem Parkplatz in ihren Wagen steigen will, erwartet sie dort Dr. Mayfield, der sie erschlägt und anschließend ausraubt. Während die Polizei den Tatort durchsucht, reist Mayfield in die Wohnung der Toten und bringt sie so durcheinander, dass alles nach einem Überfall aussieht. Außerdem versteckt er eine Ampulle Morphium in der Wohnung. Zurück im Krankenhaus erfährt er am Telefon vom Tod Sharons und wird während dieses Gespräches von Columbo überrascht. Der Inspektor weiß noch nicht, ob er an einen Raubüberfall glauben soll und möchte deshalb mehr über ihr Privatleben erfahren. Doch auch Sharons Mitbewohnerin Marcia Dalton kann sich kein Motiv für einen Mord vorstellen. Bei einer Hausdurchsuchung wird in der Wohnung das Morphium gefunden. Als am Nachmittag Columbo wieder Mayfield aufsucht, gibt dieser eine aufwendige Party, die er trotz der Umstände nicht mehr absagen konnte. Der Inspektor erzählt Mayfield von dem Fund des Morphiums und dass er den Eindruck hat, dass sie mit Drogen gehandelt hat. Hinzu kommt ein Notizzettel von Sharon, auf dem "MAC" steht. Jedoch ist Columbo überrascht, dass keine Fingerabdrücke gefunden wurden, da ein Rauschgiftsüchtiger wohl kaum Handschuhe anziehen würde, wenn er dringend Drogen benötigt. Nach Columbos Besuch trifft sich Mayfield mit Marcia und beeinflusst sie so geschickt, dass sie sich tatsächlich an den Namen eines möglichen Drogenkonsumenten erinnert. Als Mayfield sie nach Hause gebracht hat, wartet schon Columbo auf sie. Diesem erzählt sie sofort von ihrem Verdacht und auch von dem Gespräch mit Dr. Mayfield. Anschließend sucht Columbo Dr. Hidemann auf. Von diesem erfährt er von Sharons Bedenken wegen der Operation. Als Mayfield dazustößt, schmeißt er den Inspektor aber sofort raus, da Hidemann Ruhe braucht. Columbo erzählt Mayfield von seinem Gespräch mit Marcia. Der Inspektor besucht Harry Alexander, den vermeintlichen Drogenkonsumenten, der in einem Zoo arbeitet. Dieser berichtet, dass er nicht mehr drogenabhängig ist und die Beziehung zwischen ihm und Sharon vor einem halben Jahr zu Ende ging. Columbo macht sich wieder auf den Weg ins Krankenhaus und durchsucht Sharons Büro, um herauszufinden, wer "MAC" ist. Als Dr. Mayfield dazustößt, erklärt Columbo, dass er nicht glaubt, dass Drogen überhaupt etwas mit dem Fall zu tun haben und der Mörder das Morphium nur in Sharons Wohnung deponiert hat, um den Verdacht abzulenken. Doch außer Hidemann und Mayfield hat niemand Zugang zu dem Schrank, in dem die Drogen aufbewahrt werden, und Mayfield hat offenbar kein Motiv für den Mord. Columbo erzählt, dass eine Putzfrau berichtet hätte, dass Sharon auch nach der Operation noch beunruhigt war, was Columbo merkwürdig findet. In der Nacht sucht Dr. Mayfield Harry Alexander auf. Er bricht in seine Wohnung ein, betäubt ihn und injiziert ihm eine Dosis Morphium. Im Drogenrausch verlässt Harry die Wohnung und stürzt die Treppe hinunter in den Tod. Doch Columbo ist noch immer davon überzeugt, dass er nicht Sharons Mörder war, hat jedoch immer noch kein Motiv für den weiter verdächtigen Dr. Mayfield. Der Inspektor besucht erneut Hidemann und erzählt ihm davon, dass Sharon auch nach der Operation noch beunruhigt war. Plötzlich erkennt Columbo, dass "MAC" die Abkürzung für eine Firma ist, die medizinische Artikel herstellt. Bei dieser Firma erfährt er, dass Sharon dort einen Termin vereinbart hat, um mit einem Chemiker zu sprechen. Von dieser Firma erhält das Krankenhaus unter anderem Nahtmaterial für Operationen. Columbo erfährt, dass es unterschiedliche Nähte gibt: Permanente und welche, die sich einige Tage nach der Operation auflösen, welche natürlich bei einer Herzklappenoperation nichts zu suchen haben. Columbo berichtet Hidemann von seinem Verdacht, doch dieser hält nach wie vor zu Mayfield. Der Inspektor berichtet auch Mayfield davon, aber dieser behauptet, schon wegen der unterschiedlichen Farben der verschiedenen Nähte hätte ihm kein Fehler unterlaufen können. Doch Columbo meint, man könne den Faden einfärben und sagt Mayfield auf den Kopf zu, dass er ihn für den Mörder von Sharon hält und nach dem Tode von Hidemann eine Autopsie an ihm durchführen lasse, um festzustellen, woran er gestorben ist. Nach diesem Gespräch präpariert Mayfield ein Medikament für Hidemann, dass dieser sich so schlecht fühlt, dass er noch einmal operiert werden muss. Columbo überwacht die Operation und lässt direkt im Anschluss den gesamten OP nach dem alten Nahtmaterial durchsuchen, doch es wird nichts gefunden. Columbo gesteht Mayfield sein Versagen ein, doch kurz danach taucht er wieder auf und berichtet davon, dass ihn Mayfield im OP wütend beiseite gestoßen und ihm dabei den fraglichen Faden zugesteckt hat. Und tatsächlich findet sich dieser in Columbos Mantel.

Columbo als Lebensretter! Der Inspektor schafft es tatsächlich, einen bereits geplanten Mord zu verhindern. Die eigentliche Tat, die Ermordung von Schwester Sharon, tritt jedoch darüber hinaus in den Hintergrund. Natürlich muss Columbo ein Motiv für den Mord nachweisen, und der liegt natürlich in der Absicht Mayfields, Hidemann zu töten. Dennoch hat es der Inspektor in den vorrangegangenen Episoden zumeist geschafft, ein Indiz der Tat als Beweis für den Mord zu beschaffen. Dass Columbo hier ganz anders vorgeht, ist zwar einerseits sehr merkwürdig, aber zeugt für einen gewissen Abwechslungsreichtum in der Serie. Es wäre ja auch mehr als bedauerlich, wenn alle Fälle nach dem gleichen Strickmuster ablaufen würden.

Insgesamt wieder einmal eine gute Episode, die sich durch eine gute Kompaktheit auszeichnet und ohne wesentliche Widersprüche und Handlungsschwächen auskommt. Auch wenn es vergleichsweise wenige Randgeschichten gibt, die die Folgen ja über die eigentliche Handlung hinaus sehenswert machen, gehört dieser Fall zu den Besseren.

Nur eine Kleinigkeit stört mich, nämlich der vermeintliche Tod von Harry Alexander. Zunächst einmal muss ich vorausschicken, dass mit keinem Wort sein Tod erwähnt wird. Wir sehen ihn erst die Treppe hinunterstürzen und anschließend berichtet Columbo, dass man ihn mit einem Einstich im Arm gefunden hat. Möglicherweise hat er also überlebt und liegt im Krankenhaus. Da er aber im weiteren nicht mehr erwähnt wird, habe ich den Eindruck gewonnen, dass Harry tot ist. Und in dem Fall weiß ich nicht, ob Columbo nicht eine Mitschuld an diesem Tod trägt. Schließlich hat er Mayfield suggeriert, dass Harry kein Motiv für den Mord an Sharon hat, da er keine Drogen mehr nimmt und gleichzeitig sagt er, dass damit Mayfield der einzige Verdächtige sei. Damit musste Mayfield reagieren und um sich selbst unverdächtig zu machen, den Verdacht auf Harry lenken. Bei der bekannten Cleverness des Inspektors hätte er das eigentlich wissen müssen und Harry beispielsweise unter Polizeischutz stellen können. Immerhin treibt er in genügend anderen Fällen den Mörder mit seiner Art so weit, dass sie genau das tun, was Columbo erwartet oder zumindest vermutet. Selbst wenn Harry nicht gestorben ist – Columbo hätte das Attentat Mayfields verhindern können!
eigendlich wollte ich ein überragend geben, da alles insbesondere die auflösung perfekt ist, was mich bei dieser folge aber ganz, aber ganz massiv stört ist dass columbo nur den mordversuch an dem doktor, jedoch nicht den mord an der krankenscchwester nachweisen kann

aber dennoch einer der besten folgen :neig:
Zuletzt geändert von columbo93 am Mo, 26.04.2010 17:41, insgesamt 1-mal geändert.
"Meine Frau hat einmal 80 Dollar für eine Fußbank geboten, der auf Kaffeedosen stand. Können Sie sich das vorstellen?"
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon andy_vip » Mi, 10.02.2010 03:32


Zu dieser Folge kann ich nur eins sagen: Ein Meisterwerk!!!

Die vollen 5 Punkte!!!! (da kann man eine Folge wie das Selbstbildnis eines Mörders erst Recht mit nem guten Gewissen in die Tonne kloppen und am besten für immer löschen)

Das ist nen Krimi deluxe - es wurde ja schon alles gesagt und die Punktevergabe spricht für sich - perfekt :neig:
Habe den allerersten Beitrag in diesem Jahrzehnt hier im Forum verfasst und bin richtig stolz drauf :-) !
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon Krimi » Mi, 10.02.2010 22:58


Ich finde Dr.Mayfield aus
''Zwei Leben an einem Faden''
eine gelungene Folge, aber operieren lassen würde ich mich dann doch eher nicht. :?
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Re: Bewertet: "Zwei Leben an einem Faden"

Beitragvon infernogott » Mi, 24.02.2010 05:39


Sehr gute Folge. Leonard Nimoy überzeugt als Mörder. 5 Punkte!
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