Bewertet: "Todessymphonie"

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Bewertet: "Todessymphonie"

Beitragvon Martin. » Fr, 05.08.2005 13:02


Wie gefällt euch diese Episode?

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Gruss Martin
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Beitragvon Hollister » Sa, 06.08.2005 14:26


4 Punkte.

Ein interessante Ausgangslage mit all den Intellektuellen und ein dazu passender Mord und eine dazupassende Auflösung. Dazu gibt's noch ein paar interessante Rätsel zum Mitraten, also eine rundum gelungene Folge. Nur die Personenzeichnung ist etwas gar oberflächlich geraten, etwas gar naiv, hölzern oder atypisch agieren die Figuren des IQ-Clubs.
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Beitragvon InspectorAndi » Mi, 07.09.2005 16:33


"Früher" gehörte die Episode zu meinen Lieblings-Columbos. Erstens dieser Mord, der scheinbar als "unlösbar" angesehen werden kann, dann das Rätsel, wo der Zuschauer noch mit einbezogen wird und dann noch dieses ganze IQ-Gerede mit den Superhirnen aus dem Club. Aber je öfter man diese Episode sieht, desto langweiliger wird sie, und das ist bei mir längst nicht bei allen Columbos so. Im Gegenteil, es gibt Episoden, die habe ich 10, 15 mal gesehen und jedes mal findet man als Zuschauer etwas neues heraus und interessant. Aber ich muss schon sagen, alleine schon die Aufklärung des Mordes erscheint mir bei Todessynphonie etwas zu unmöglich und herangezogen. Dennoch bekommt die Folge von mir 3 Punkte
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Beitragvon martha » Do, 22.11.2007 02:00


Tja, der gute alte Plattenspieler...
Für 'nen Mord offenbar wesentlich besser geeignet als ein CD-Player. :o
Gut, dass ich mein altes Scheiben-Schätzchen noch nicht auf irgend 'nem Flohmarkt entsorgt habe.
Wer weiß, wozu man es noch mal gebrauchen kann. 8)

Nun ist der Aufwand, den Oliver Brandt betreibt, um sein kleines, dickes Kitzelopfer von seiner Intelligenz zu erlösen, ja immens.
Er braucht 'nen Regenschirm, Knallerbsen, Fäden, 'n dickes Wörterbuch, Schalldämpfer, Plattenspieler...
Klar, der Mord einer Intelligenz-Bestie erfordert natürlich einen besonders komplizierten Tatablauf.
Die Idee, die dahintersteckt, meine ich begriffen zu haben:
Da es Columbo ja bei all seinen Fällen mit recht intelligenten Mördern zu tun hat, die das perfekte Verbrechen begehen wollen, musste man in "Todessymphonie" noch eine Schippe drauflegen, weil der IQ-Wert von Brandt ja im obersten Drehzahlbereich angesiedelt ist.
Das hat mir wieder gut gefallen. :!:
Man passt den Mord den Fähigkeiten des Mörders an.
Das macht wesentlich mehr Sinn, als wenn Oliver Brandt seinen Partner totgekitzelt hätte.
Zudem schlagen die "Macher" damit ja eigentlich auch 2 Fliegen mit einer Klappe.
Denn durch diesen äußerst diffizilen Mord hat man natürlich auch ein extrem ausgedehntes Finale.
Schließlich muss der Tathergang von Columbo noch mal mit allen Feinheiten durchgearbeitet werden.
Soweit alles prächtig!

Doch was bitteschön ist mit dem Mittelteil des Films passiert? 8O :o
Was sollten diese doch recht handlungsirrelevanten Ränkespiele um diese beiden Sekretäre??? :?
Was sollte Columbos Bar-oder Discobesuch, bei dem er gegen einen dieser männlichen Tippsen unmissverständliche Drohungen ausspricht?
Ein unglaublich langer und uninteressanter Umweg, um an das Motiv für den Mord zu kommen: frisierte Kundenkonten.
Eine unspektakuläre Banalität!
Oft ist ja der Weg das Ziel, aber hier hab ich zwischenzeitlich das Ziel vollkommen aus den Augen verloren.
Und das Ziel bei einem "Columbo"-Krimi darf es schon gar nicht sein, Sekundär-Figuren wie die beiden Sekretäre über Gebühr in den Vordergrund zu stellen.

Da haben mich die Mitglieder dieses "Sigma"-Clubs schon wesentlich mehr interessiert.
Natürlich sind die Charaktere ziemlich überzeichnet.
Andererseits frage ich mich aber, ob diese Leute überhaupt noch "normal" denken können, wenn sie regelmäßig unter ihresgleichen sind, und sich permanent an leblosen Denkspielchen ergötzen.
Da treff ich mich doch lieber einmal die Woche zum Kegeln, als mir clubintern über irgendwelche Sprach-und Zahlenrätsel den Kopf zu zerbrechen.
Sehr gut fand ich deshalb die Szene kurz vor Schluss, als Oliver Brandt regelrecht der Kragen platzt: Eine verbitterte Bilanz seines bisherigen Lebens...und diese Zusammenkünfte mit Gleichgesinnten kotzen ihn quasi an.
Auf jeden Fall war ich eigentlich überrascht, wie wenig mich diese Überzeichnungen der Figuren diesmal gestört haben.
Die Selbstmord-Theorie des Club-Präsidenten fand ich sogar äußerst amüsant. Man merkt ihm richtig an, dass dieser Mordfall im tristen Club-Alltag eine willkommene Abwechslung ist. Er freut ich über seine Idee ja fast wie ein Kind, dem man im Sandkasten noch ein paar bunte Förmchen dazugegeben hat.

Ansonsten habe ich insbesondere bei dieser Folge den Eindruck, dass die für mich äußerst schwache Synchronisation einen gehörigen Teil dazu beiträgt, dass man mit den Darstellern nicht so recht warm wird. :(
Die Stimmen wirken doch sehr hölzern und überzogen.
Eigentlich schade, weil die Dialoge mit Ausnahme des niveauarmen Mittelteils eigentlich recht brauchbar sind.

Nur der Gattin des Mörders hätten ein paar gescheite Sätze sicherlich gutgetan.
Das ist wie 'ne Schablone vieler Frauengestalten in "Columbo"-Filmen, wo man sich denkt:"Hm, das wär an sich 'n ganz gutes Opfer für die nächste Folge."
Wenig Geist, kostspielig und reichlich nervend: Diese Frau würde aus dem Intelligenz-Club bestimmt 'ne Tupper-Party machen. 8O

Columbo dagegen wirkt auf mich diesmal 'ne Spur zu intelligent: Es wird fast keinerlei Indizienarbeit geleistet :x .
Columbo präsentiert am Ende das Prinzip des Mordplans, ohne dass deutlich wird, wie er eigentlich draufgekommen ist.
Und anschließend löst er noch ganz fix ein (zumindest für mich) schwieriges Sprachrätsel. :o
Der Trick, dem Mörder das letzte Geheimnis dieser komplexen Alibi-Konstruktion zu entlocken, ist natürlich glänzend.
Für mich dann auch die beste Szene des Films. :!:

Trotzdem:
Ein etwas zu perfekter Inspector, der bei einem etwas zu perfekten Mord ermittelt:
Das langt leider nur zu etwas weniger perfekten 3 Punkten.
:) 8) :?

Ach ja, da in dieser Folge ja zwei heikle Rätsel für Unterhaltung sorgen, habe ich auch noch eins.
Wer das spontan lösen kann,sollte keine Probleme haben, im "Mensa"-Club aufgenommen zu werden. :wink:

Rätsel:
Ein Mann hat gerade sein Haus fertig gestrichen und braucht noch etwas.
Im Eisenwarengeschäft zeigt ihm der Verkäufer, was er sucht, und sagt:"Eine kostet einen Euro."
"Gut", sagt der Mann, "ich brauche 600, hier sind drei Euro."
Was hat er gekauft???

Grüße!
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
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Beitragvon wolle » Do, 22.11.2007 10:43


Mal ein Versuch zum Rätsel.


Er kaufte die Zahlen für seine Hausnummer 600.
Eine Zahl kostet einen Euro, und drei Zahlen eben drei Euro.

Nebenbei bemerkt ist bei dieser Folge für mich das Münzenrätsel nicht nachvollziehbar. Columbo fragt ja noch mal nach, 'ich tue eine Münze auf die Waage, und sie druckt eine Karte aus'. Die Auflösung ist dann aber komplett anders. Sie ist natürlich nachvollziehbar, hat aber letzendlich nichts mit der Aufgabenstellung zu tun.
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Beitragvon Klaus » Sa, 24.11.2007 00:50


martha hat geschrieben:Ach ja, da in dieser Folge ja zwei heikle Rätsel für Unterhaltung sorgen, habe ich auch noch eins.
Wer das spontan lösen kann,sollte keine Probleme haben, im "Mensa"-Club aufgenommen zu werden. :wink:


Also für deine (mal wieder) absolut brilliante Analyse dieser Episode müsstest DU eigentlich in den Mensa-Club aufgenommen werden... :wink: Da traut man sich ja fast schon nicht mehr, noch irgendwas zu ergänzen, ohne dabei :oops: zu werden. Ich wage es trotzdem mal...

Oliver Brandt hat diesen Mord aus meiner Sicht derart perfekt geplant, dass ihm dabei trotz oder gerade wegen seines nahezu überirdischen IQs einige Fehlerchen unterlaufen sind:

Ohne das Geräusch des fallenden Wörterbuches nach Zündung der ersten Knallerbse wäre Columbo bestimmt nicht über die verschiedenen Einschusswinkel gestolpert. Der Sinn dieser Aktion war für mich ohnehin nicht nachvollziehbar, da sein Alibi auch ohne dieses Geräusch scheinbar perfekt gewesen wäre. Hier ist Brandt wohl eher über seine eigene Schlauheit gestolpert. :noidea:

Genauso verhält sich die Sache mit der zugeschlagenen Hintertür, die auf den ersten Blick geradezu genial erscheint, um den vielen Augenzeugen einen gerade über die Hintertreppe flüchtenden Mörder zu suggerieren. Tatsächlich hätte Brandt sich auch diese Aktion besser verkniffen, denn so fragte sich Columbo natürlich zu recht, weshalb sich der Mörder noch glatte 40 Sekunden nach dem Mord am Tatort aufgehalten hat. Auch hier war er letztendlich scheinbar schlauer, als es die Polizei erlaubt... :smoke:

Dass er hinterher seinen verräterischen Regenschirm nicht genauso versteckt hat wie seine Mini-Kabeltrommel sowie die Mordwaffe mit Columbo im Rücken auch noch in einem öffentlichen Mülleimer entsorgt (hierbei hatte er aber so richtig Schwein gehabt), macht die ganze Sache auch nicht besser... :?

martha hat geschrieben:Doch was bitteschön ist mit dem Mittelteil des Films passiert? 8O :o
Was sollten diese doch recht handlungsirrelevanten Ränkespiele um diese beiden Sekretäre??? :?
Was sollte Columbos Bar-oder Discobesuch, bei dem er gegen einen dieser männlichen Tippsen unmissverständliche Drohungen ausspricht?


In der Tat, das habe ich mich auch gefragt und da ich keine zufriedenstellende Antwort darauf gefunden habe, allein dafür einen vollen Punkt abgezogen. :!:

Mit der Synchronisation war ich soweit einverstanden, zumal man für den Mörder Oliver Brandt einen erheblich passenderen Sprecher ausgesucht hatte, als noch in der Folge "Mord im Bistro" für William Shatner.

Mehr noch als die Brandtsche Gattin hat mich jedoch die vollkommen überflüssige kleine Intelligenzbestie namens Caroline genervt, der Columbo aus Gründen, die er wahrscheinlich selber nicht kennt, auch noch unverhohlene Komplimente über ihr Aussehen macht... :?

Die für mich beste Szene des Films war dagegen Columbos Aussage wie aus heiterem Himmel "Ich weiß genau, wie Sie es gemacht haben", wo jeder erstmalige Betrachter sofort an den Mord denkt (auch ich) und in der man hinter Brandts Reaktion glatt einen kurzzeitígen Herzstillstand vermuten könnte. Und dabei meinte Columbo doch nur die Auflösung des Münzenrätsels, welche auch aus meiner Sicht mit der ursprünglichen Aufgabenstellung nichts gemeinsam hatte.

Insgesamt kann ich mit meinen für diese Folge vergebenen drei Punkten gut leben, auch wenn ich mit einem solchen IQ wohl nie in den Mensa-Club aufgenommen würde... :wink:

Gruß
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Beitragvon martha » So, 25.11.2007 01:21


Klaus hat geschrieben:
Mit der Synchronisation war ich soweit einverstanden, zumal man für den Mörder Oliver Brandt einen erheblich passenderen Sprecher ausgesucht hatte, als noch in der Folge "Mord im Bistro" für William Shatner.



Wobei ich auch in "Todessymphonie" Shatners Synchronstimme aus "Mord im Bistro" wiedererkannt habe.
Scheint wohl ein beliebter Sprecher zu sein.
Auf jeden Fall leiht er diesmal dem Clubmitglied Mike, der gleich am Anfang über sein Schicksal als intelligenter Schweißer referiert, seine Stimme.

@wolle:
Ja, Hausnummer 600 ist richtig!!!
War immerhin 'ne Frage aus 'nem "Mensa"-Test, aber sicher nicht gerade die schwierigste. :wink:
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Beitragvon Klaus » So, 25.11.2007 18:06


martha hat geschrieben:Wobei ich auch in "Todessymphonie" Shatners Synchronstimme aus "Mord im Bistro" wiedererkannt habe.
Scheint wohl ein beliebter Sprecher zu sein.
Auf jeden Fall leiht er diesmal dem Clubmitglied Mike, der gleich am Anfang über sein Schicksal als intelligenter Schweißer referiert, seine Stimme.


Ja, diese Stimme gehört dem Hamburger Synchronsprecher Peter Kirchberger, der auch schon Mitte der 70er Jahre einige Synchronrollen in Columbo-Folgen hatte (u. a. George Hamilton in "Der Schlaf, der nie endet").

Gruß
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Beitragvon Red Shadow » Sa, 01.12.2007 01:48


martha hat geschrieben:Tja, der gute alte Plattenspieler...
Für 'nen Mord offenbar wesentlich besser geeignet als ein CD-Player. :o
Gut, dass ich mein altes Scheiben-Schätzchen noch nicht auf irgend 'nem Flohmarkt entsorgt habe.
Wer weiß, wozu man es noch mal gebrauchen kann. 8)

Nun ist der Aufwand, den Oliver Brandt betreibt, um sein kleines, dickes Kitzelopfer von seiner Intelligenz zu erlösen, ja immens.
Er braucht 'nen Regenschirm, Knallerbsen, Fäden, 'n dickes Wörterbuch, Schalldämpfer, Plattenspieler...
Klar, der Mord einer Intelligenz-Bestie erfordert natürlich einen besonders komplizierten Tatablauf.
Die Idee, die dahintersteckt, meine ich begriffen zu haben:
Da es Columbo ja bei all seinen Fällen mit recht intelligenten Mördern zu tun hat, die das perfekte Verbrechen begehen wollen, musste man in "Todessymphonie" noch eine Schippe drauflegen, weil der IQ-Wert von Brandt ja im obersten Drehzahlbereich angesiedelt ist.
Das hat mir wieder gut gefallen. :!:
Man passt den Mord den Fähigkeiten des Mörders an.
Das macht wesentlich mehr Sinn, als wenn Oliver Brandt seinen Partner totgekitzelt hätte.
Zudem schlagen die "Macher" damit ja eigentlich auch 2 Fliegen mit einer Klappe.
Denn durch diesen äußerst diffizilen Mord hat man natürlich auch ein extrem ausgedehntes Finale.
Schließlich muss der Tathergang von Columbo noch mal mit allen Feinheiten durchgearbeitet werden.
Soweit alles prächtig!

Doch was bitteschön ist mit dem Mittelteil des Films passiert? 8O :o
Was sollten diese doch recht handlungsirrelevanten Ränkespiele um diese beiden Sekretäre??? :?
Was sollte Columbos Bar-oder Discobesuch, bei dem er gegen einen dieser männlichen Tippsen unmissverständliche Drohungen ausspricht?
Ein unglaublich langer und uninteressanter Umweg, um an das Motiv für den Mord zu kommen: frisierte Kundenkonten.
Eine unspektakuläre Banalität!
Oft ist ja der Weg das Ziel, aber hier hab ich zwischenzeitlich das Ziel vollkommen aus den Augen verloren.
Und das Ziel bei einem "Columbo"-Krimi darf es schon gar nicht sein, Sekundär-Figuren wie die beiden Sekretäre über Gebühr in den Vordergrund zu stellen.

Da haben mich die Mitglieder dieses "Sigma"-Clubs schon wesentlich mehr interessiert.
Natürlich sind die Charaktere ziemlich überzeichnet.
Andererseits frage ich mich aber, ob diese Leute überhaupt noch "normal" denken können, wenn sie regelmäßig unter ihresgleichen sind, und sich permanent an leblosen Denkspielchen ergötzen.
Da treff ich mich doch lieber einmal die Woche zum Kegeln, als mir clubintern über irgendwelche Sprach-und Zahlenrätsel den Kopf zu zerbrechen.
Sehr gut fand ich deshalb die Szene kurz vor Schluss, als Oliver Brandt regelrecht der Kragen platzt: Eine verbitterte Bilanz seines bisherigen Lebens...und diese Zusammenkünfte mit Gleichgesinnten kotzen ihn quasi an.
Auf jeden Fall war ich eigentlich überrascht, wie wenig mich diese Überzeichnungen der Figuren diesmal gestört haben.
Die Selbstmord-Theorie des Club-Präsidenten fand ich sogar äußerst amüsant. Man merkt ihm richtig an, dass dieser Mordfall im tristen Club-Alltag eine willkommene Abwechslung ist. Er freut ich über seine Idee ja fast wie ein Kind, dem man im Sandkasten noch ein paar bunte Förmchen dazugegeben hat.

Ansonsten habe ich insbesondere bei dieser Folge den Eindruck, dass die für mich äußerst schwache Synchronisation einen gehörigen Teil dazu beiträgt, dass man mit den Darstellern nicht so recht warm wird. :(
Die Stimmen wirken doch sehr hölzern und überzogen.
Eigentlich schade, weil die Dialoge mit Ausnahme des niveauarmen Mittelteils eigentlich recht brauchbar sind.

Nur der Gattin des Mörders hätten ein paar gescheite Sätze sicherlich gutgetan.
Das ist wie 'ne Schablone vieler Frauengestalten in "Columbo"-Filmen, wo man sich denkt:"Hm, das wär an sich 'n ganz gutes Opfer für die nächste Folge."
Wenig Geist, kostspielig und reichlich nervend: Diese Frau würde aus dem Intelligenz-Club bestimmt 'ne Tupper-Party machen. 8O

Columbo dagegen wirkt auf mich diesmal 'ne Spur zu intelligent: Es wird fast keinerlei Indizienarbeit geleistet :x .
Columbo präsentiert am Ende das Prinzip des Mordplans, ohne dass deutlich wird, wie er eigentlich draufgekommen ist.
Und anschließend löst er noch ganz fix ein (zumindest für mich) schwieriges Sprachrätsel. :o
Der Trick, dem Mörder das letzte Geheimnis dieser komplexen Alibi-Konstruktion zu entlocken, ist natürlich glänzend.
Für mich dann auch die beste Szene des Films. :!:

Trotzdem:
Ein etwas zu perfekter Inspector, der bei einem etwas zu perfekten Mord ermittelt:
Das langt leider nur zu etwas weniger perfekten 3 Punkten.
:) 8) :?

Ach ja, da in dieser Folge ja zwei heikle Rätsel für Unterhaltung sorgen, habe ich auch noch eins.
Wer das spontan lösen kann,sollte keine Probleme haben, im "Mensa"-Club aufgenommen zu werden. :wink:

Rätsel:
Ein Mann hat gerade sein Haus fertig gestrichen und braucht noch etwas.
Im Eisenwarengeschäft zeigt ihm der Verkäufer, was er sucht, und sagt:"Eine kostet einen Euro."
"Gut", sagt der Mann, "ich brauche 600, hier sind drei Euro."
Was hat er gekauft???

Grüße!


Deine Besprechung ist wieder einmal des Rätsels Lösung :wink: - die bzw. auch meine Kritikpunkte sind fein säuberlich herausgearbeitet, was soll man da noch hinzufügen :)!? Die Note ist auch in Ordnung, ich würde eventuell noch einen ganzen oder halben Punkt runtergehen, aber das ist dann eher Feintuning :wink:. Ich fühlte mich jedenfalls auch nicht so ganz wohl im Sigma-Club :?. Vielleicht liegt das aber auch an dem Namen, seitdem ich mir Hardcore-VWL eintrichtern muss, verspüre ich immer einen leichten Brechreiz, wenn griechische Buchstaben jeder Art auftauchen :? :lol:.
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Beitragvon Tobi-Wan_Kenobi » So, 16.12.2007 23:48


Ich fand den Mord an sich genial. Ich glaube nicht, dass es besser gewesen wäre, wenn der Mörder diese Details nicht eingebaut hätte. Dann hätte Columbo nämlich gefragt, warum niemand den Mops fallen hörte. Wäre merkwürdig gewesen, wenn er schon auf dem Boden gelegen hätte.
Schade, dass die Folge zwischendrin einige Längen und extrem nervige Charaktere hatte. Dafür gehört die Stelle, in der Columbo sagt: "Ich weiß genau, was Sie getan haben und wie Sie es getan haben" und Brandts anschließender Gesichtsausdruck zu den besten der ganzen Serie.

Wieso verstehen eigentlich alle das Münzrätsel nicht? Das hat doch mit der Aufgabenstellung sehr viel zu tun. Man hätte natürlich die Umschreibung mit der Münzwaage und der einen Münze weglassen und schlicht und einfach sagen können, dass man nur einen Messversuch hat. Aber so ist es komplizierter und realitätsbezogener.

Was mich stört ist das zweite Rätsel, weil die Lösung unlogisch ist. Eigentlich müsste Abschied das gesuchte Wort sein, weil es ein Abstraktum ist. Die Sache mit den Nationalitäten finde ich sehr konstruiert und sehr weit hergeholt. Ich frage mich, woher der Drehbuchautor das Rätsel hatte.
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Beitragvon ChryZ » Mo, 05.05.2008 22:51


So, wieder mal eine Bewertung von mir. Ich vergebe unspektakuläre 3 Punkte.

Obwohl die Bewertung durchschnittlich ist, bleibt die Folge leider nicht auf einem konstant durchschnittlichen Niveau. Wie meine Vorredner bzw. -schreiber, insbesondere martha, schon richtig erläutert haben, ist der Mittelteil zu schwach. Die Mordmethode ist in der Tat außergewöhnlich und passt zu der Klientel des Clubs. Auch die Auflösung ist Columbo-typisch gut über die Bühne gegangen, doch in der Mitte hakt es leider gewaltig. Ich habe ja kein Problem damit, wenn es nicht dauernd "straightforward" in den Ermittlungen geht, aber hier wurde es doch zu langatmig auf der Suche nach dem Motiv. Dafür wurde zu wenig Zeit auf die Aufdeckung der Mordmethode verwendet, schade.

Anmerken möchte ich noch die etwas eigenartige Szene des Schirmaustauschs: Columbo kommt im Dauerregen am Haus an und steckt den Regenschirm in den Ständer. Danach lässt er sich die technischen Spielereien des Plattenspielers erklären und nimmt das Glas Wein an. Das trinkt er aber nicht, weil er bemerkt hat, dass es ja schon so spät ist, obwohl er gerade mal ein paar Minuten da ist. Ich hätte diese Reaktion verstanden, wenn er den Schirmaustausch geplant hatte (damit er schnell wieder weg kommt), aber er gibt ja nachher zu, dass der Austausch unabsichtlich passiert ist. Finde ich etwas eigenartig.
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Beitragvon martha » Mo, 12.05.2008 22:36


ChryZ hat geschrieben:
Anmerken möchte ich noch die etwas eigenartige Szene des Schirmaustauschs: Columbo kommt im Dauerregen am Haus an und steckt den Regenschirm in den Ständer. Danach lässt er sich die technischen Spielereien des Plattenspielers erklären und nimmt das Glas Wein an. Das trinkt er aber nicht, weil er bemerkt hat, dass es ja schon so spät ist, obwohl er gerade mal ein paar Minuten da ist. Ich hätte diese Reaktion verstanden, wenn er den Schirmaustausch geplant hatte (damit er schnell wieder weg kommt), aber er gibt ja nachher zu, dass der Austausch unabsichtlich passiert ist. Finde ich etwas eigenartig.


Ja, ich finde auch die Umstände, warum er überhaupt einen Schirm benutzt, ziemlich untypisch für Columbo.
Er hat ja sein Auto weiter weg vom Haus geparkt, weil sein Schlitten so "hässliche Ölflecken" hinterlassen würde.
Ich kann mich nicht erinnern, dass Columbo schon mal so rücksichtsvoll gehandelt hätte. Selbst beim peniblen Fielding Chase in "Todesschüsse auf dem Anrufbeantworter" fährt der Inspector mit seiner Karre frechweg bis vor die Haustür von Fieldings Luxus-Herberge.
Nicht ganz schlüssig. Hier merkt man wirklich zu stark, dass krampfhaft 'ne Szene gebastelt werden musste, in der der Schirmaustausch stattfand.
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Beitragvon Martin. » Mi, 09.07.2008 21:50


martha hat geschrieben:Der Trick, dem Mörder das letzte Geheimnis dieser komplexen Alibi-Konstruktion zu entlocken, ist natürlich glänzend.
Für mich dann auch die beste Szene des Films. :!:


Du meinst, das rote Teil, das durch die Bewegungen des Plattenspielers auf das Buch fällt? Damit komme ich irgendwie nicht wirklich klar. Warum stellt er das Ding denn dahin? Klar, es passiert während einer hitzigen Diskussion mit Columbo, und Brandt wird dadurch recht aufbrausend. Aber ein so intelligenter Mensch kann doch nicht so dumm sein, ganz egal wie die Situation gerade ist und was er mit Columbo beredet, dieses Ding da hinzustellen.

Das erinnert mich ein wenig an die Auflösung von "Momentaufnahme für die Ewigkeit", wo der Mörder zu seinem Pech die Fotokamera an sich nimmt. Doch dort konnte ich das ganze noch irgendwie nachvollziehen, dass dem Mörder da einen solchen Fehler unterlaufen kann.

Aber hier verstehe ich das nicht so ganz - hat da jemand vielleicht eine erhellende Erklärung?

Ansonsten muss ich sagen, dass mir die Folge durchaus gut gefallen hat. Theodore Bickel spielt seinen Part solide, Peter Falk ist wieder einmal sehr gut aufgelegt und der Mord ist wirklich intelligent.
Den Mitteilteil mit den Sekretären fand ich auch etwas unnötig, aber langweilig wird es wenigstens nie!

Eine Wertung entfällt vorerst noch - denn ich hoffe mir kann jemand bei meinem Problem weiterhelfen. :wink:
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Beitragvon martha » Mi, 09.07.2008 23:21


Martin. hat geschrieben:Aber ein so intelligenter Mensch kann doch nicht so dumm sein, ganz egal wie die Situation gerade ist und was er mit Columbo beredet, dieses Ding da hinzustellen.


Gibt ja 'n altes deutsches Sprichwort:"Zu schlau ist dumm."

Ist hier vielleicht ganz treffend, denn Oliver Brandt tappt ja ziemlich hilflos in die recht ausgeklügelte Falle, die ihm Columbo gestellt hat.
Brandt wird ja im Grunde seine eigene geistige Eitelkeit zum Verhängnis.
Columbo lobt ganz demonstrativ den Vorsitzenden des Intelligenz-Clubs, indem er sagt, dass dieser praktisch den Fall durch seine Intelligenz gelöst hätte.
Na, das kann der Mörder dann doch wohl nicht auf sich sitzen lassen, und liefert Columbo sofort den letzten Baustein dieser komplizierten Mordkonstruktion.
Ich finde das schlüssig. Columbo spekuliert darauf, dass Brandt niemals gestatten wird, dass irgendein anderes Club-Mitglied schlauer ist als er selbst.
Der Trick des Inspectors hat hervorragend funktioniert.
Und durch das dämliche Lachen von Brandt sieht man auch, dass der Mann offenbar auf dem schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn pendelt.
Doch plötzlich setzt bei ihm wieder der Verstand ein, und er merkt, dass er sich selbst an's Messer geliefert hat. Zu dumm.

Schön. Diese Aufklärung hat mich überzeugt.
Hier wird der Mörder halt mal nicht durch Indizien, sondern wie auch in "Mord nach Rezept", durch das Herauskitzeln einer menschlichen Schwäche überführt.
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Beitragvon Columbo-Freak » Mi, 16.07.2008 21:52


Nach deiner tollen Bewertung martha muss ich wirklich nicht mehr viel hinzufügen. Ich stimme dir eigentlich in allen Punkten zu.

Der Mittelteil ist sehr schwach. Anstatt sich ausführlicher mit Indiziensuche zu beschäftigen, wurde nur Augenmerk auf das - auch nicht sehr einfallsreiche - Mordmotiv gelegt. Columbos Arbeit wird dadurch etwas abgewertet, zumal die entscheidende Idee des Tathergangs auch von Catherine kam. Wäre Columbo da auch selbst draufgekommen? Wahrscheinlich, aber in der Folge wird es nicht deutlich.

Irgendwie wirkt für mich einiges in der Folge gekünstelt. Der ach so intelligente Oliver Brant klügelt einen raffinierten Mordplan aus, stellt sich aber wie ein Fünfjähriger beim Loswerden der Mordwaffe an. Das nehme ich den Machern dieser Folge irgendwie nicht ab.

Beim ersten Rätsel fehlt in der Fragestellung wirklich das entscheidende Detail mit dem einen MessVERSUCH :!: . So gibt es keinen Sinn. Und das zweite Rätsel mit dem holländischen Onkel und dem französischen Abschied habe ich gar nicht verstanden. Türkischer Honig ist mir als einziges noch wenigstens ansatzweise geläufig :wink: .

Auch die Aufklärung finde ich nicht so gelungen. Dass Grant sich selber verrät, kann ich noch akzeptieren, aber mir geht das am Schluss alles zu schnell. Übrigens, eine Frage hätte ich noch: Warum macht Grant bei den Mordvorbereitungen das Fenster so penibel mit einem Buch auf? Welchen Sinn hat diese Aktion?

Naja, insgesamt sind das für mich eher 2 Punkte. Die Folge ist unterer Durchschnitt. Ist irgendwie alles keine harmonische, in sich geschlossene, runde Sache.

Grüße
Columbo-Freak
"Und wenn sie noch bis Weihnachten an dieser verfaulten Zigarre lutschen und saugen, sie werden nie das Gegenteil beweisen!" - Janus zu Columbo in Folge 26 "Geld, Macht und Muskeln"
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