Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

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2
4%
2/5 passabel / "na ja"
4
7%
3/5 gut
4
7%
4/5 sehr gut
21
38%
5/5 überragend
24
44%
 
Abstimmungen insgesamt : 55

Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon andy_vip » Mo, 11.01.2010 22:59


Absolute Traumfolge!!!

Eine Schande, dass es 18 Jahre(!!!) dauerte bis diese tolle Folge ins Deutsche übersetzt wurde - das ist wirklich ne Schande!!!!.... - einzigster positiver Nebeneffekt: Columbo wird mit Biedersteadt "echter" und lockerer überstetzt, als es in den 70´ern Schwarzi gemacht hätte.....

Ich bin der Meinung, für diese Folge sollte die 6-Punkte-Marke eingeführt werden - denn wenn man diese Folge gesehen hat ist es unmöglich vielen anderen Folgen (z.b. letzte party) 5 Punkte zu geben - da sind welten dazwischen und würde man der Letzten Party (als Beispiel) 5 Punkte geben, würde man "meine tote deine tote" mit 5 Punkten automatisch unterbewerten - auch der dicke Wein kommt an dieses "Meiserwerk" nicht ran. Genial :neig: :neig: :neig: :neig: :neig: :neig: :neig: :neig: - danke an die Macher !!!

p.s.: ARD schämt euch dieses Meiserwerk unseren deutschsprachigen Vorfahren (alle die vor 92 gestorben sind) vorenthalten zu haben.... - ihr habt ihnen 90 tolle Filmminuten willkürlich nicht gegönnt!!!!
Habe den allerersten Beitrag in diesem Jahrzehnt hier im Forum verfasst und bin richtig stolz drauf :-) !
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon martha » Mo, 11.01.2010 23:33


Ja, ich kann mich da dem andy nur anschließen.

Das ist wirklich 'ne kriminalistische Glanzleistung, und an dem verblüffenden Finale mit dem verdutzten Commissioner in Columbos Wohnung kann ich mich auch beim wiederholten Angucken gar nicht satt sehen.
Das ist über die gesamte Distanz von 90 Minuten mit so einer Leichtigkeit inszeniert, dass ich immer wieder davor sitze. Auch die humoristischen Einlagen rund um Columbos Pannenauto sind perfekt integriert.
Das ist echt 'ne durch die Bank runde Sache.
Tadellos!
Columbo pur!
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon sagittarius » Mo, 07.06.2010 12:25


Dieser Columbo lebt wie kaum ein anderer von der Spannung. Der erste Mord dient als Aufhänger für den zweiten. Halperin nutzt die Lage seines Freundes skrupellos für sich aus.
Da bloße Geldgier für einen Polizeichef etwas simpel ist, kommt noch das unangenehme Gefühl der finanziellen Abhängigkeit von seiner Frau dazu, die ihm regelmäßig "Schecks ausstellt". Mit dem Vermögen seiner Frau kann sich Halperin endlich einen angemessenen Lebensstil leisten. Dabei hätte ich vermutet, dass ein Commissioner mehr verdient als ein Inspektor. :)
Das Mörder-Duo Halperin – Caldwell (= starker Mann – schwacher Mann) ergänzt sich gut.

Zwar hat Halperin im Hause Caldwell einiges arrangiert, um den Totschlag wie einen Einbruch aussehen zu lassen, aber er konnte nicht wissen, dass eine emsige Putzfrau auch noch Telefone und Griffe an Schränken gereinigt hat.
Am Telefon der Caldwells findet die Polizei keine Fingerabdrücke. Wie kann Mrs. Caldwell dann um 22:30 Uhr mit ihrem Mann telefoniert haben? Es war ja Halperin, aber er trug Handschuhe.
Mrs. Caldwell hatte die Angewohnheit, ihr Nachthemd unter das Kopfkissen zu legen. Dort findet Columbo auch eines in Rosa. Aber die Verstorbene trug ein blaues Nachthemd. Dieses musste aus dem Schrank geholt worden sein. Aber dort sind keine Fingerabdrücke. Also hat ein Unbekannter mit Handschuhen das blaue Nachthemd aus dem Schrank geholt und es ihr angezogen. Der Unbekannte war aber nicht ihr Mann, denn er kannte ihre Angewohnheit und hätte das Nachthemd unter dem Kissen hervorgeholt. Columbo zieht den Schluss: Es war Mord an Mrs. Caldwell, und es soll wie ein Einbruch aussehen.

Mrs. Caldwell starb angeblich zwischen 22:30 Uhr und 23:00 Uhr (Anruf von Caldwell und vermeintliche Flucht des Einbrechers aus Caldwells Haus). Aber Mrs. Caldwell reagierte bereits um 21:30 Uhr nicht auf den Anruf eines Geliebten. Aber wie kann sie dann um 22:30 Uhr ans Telefon gegangen sein, wie Caldwell behauptet, wenn keine Fingerabdrücke auf dem Telefon sind?
Folgerung: Mrs. Caldwell war um 21:30 Uhr bereits tot. Halperin hält das für "völligen Quatsch", aber er müsste Columbos Scharfsinn aus vorangegangenen Fällen doch kennen.

Ist das Verhalten des fiktiven Einbrechers logisch? Er tötet Mrs. Halperin, weil sie eine Zeugin sein soll, dann aber ist Mr. Halperin ja auch in Gefahr. Es ist mutig vom "Einbrecher", sich einfach dem Haus der Halperins zu nähern, wo doch so viele Streifen unterwegs sind. Aber die Kraft des Faktischen ist stärker. Der "Einbrecher" ist nun mal da, Mrs. Halperin ist tot, nicht nur Halperin selbst, auch Polizisten sehen, wie ein Unbekannter die Frau in den Swimmingpool wirft. Wenn man Halperins Behauptung ablehnt, muss man starke Argumente haben, und Columbo beschafft sie.
Eine Frage bleibt ungeklärt: Wie konnte der "Einbrecher" alias Caldwell bei den vielen Polizisten entkommen?

Columbo ersinnt einen tollen Trick: Er schickt einen Erpresser vor, um das Mörder-Duo aufzuscheuchen. Wäre Caldwell unschuldig, könnte er den Erpresser ignorieren oder die Polizei benachrichtigen.
Caldwell ist aber schuldig! Von seiner Warte aus gesehen muss er sich mit Halperin beraten. Columbo sticht ins Wespennest und kann erwarten, dass Caldwell und Halperin reagieren, weil Columbo gegenüber Halperin deutliche Widersprüche zur Einbrechertheorie des Commissioners vorgebracht hat. Halperin braucht einen Einbrecher, dem man die Schuld zweifelsfrei beweisen kann, indem man etwa den gestohlenen Schmuck der Mrs. Caldwell bei ihm findet. Dann wären Columbos Argumente widerlegt.

Genau darauf hat Columbo spekuliert. Der Einbrecher Artie Jessup hätte nie von sich aus Caldwell erpresst. Was hätte er auch vorbringen sollen?

Artie Jessup hat drei Einbrüche durchgeführt, die die Polizei ihm aber nicht beweisen kann. Er muss damit rechnen, dass er für die Morde verantwortlich gemacht oder zumindest verdächtigt wird. Schon der Hehler zu Anfang des Films verdächtigt Jessup des Mordes und weigert sich, die Beute zu nehmen. Daher ergreift Jessup die Flucht nach vorn und spielt Columbos Spiel mit.

Am Schluss wird Columbos Trick noch getoppt: Er mietet eine billige Wohnung, bringt dort einen Teil seines Hausrats hin, damit die Wohnung bewohnt aussieht und trägt die Adresse in Jessups Akte ein. Halperin beißt an und deponiert den geraubten Schmuck in Columbos Wohnung! Damit entlarvt er nicht Jessup, sondern sich selbst. Halperin weiß, dass er verspielt hat, denn Caldwell wird reden.


Ein Autohändler spricht es aus: Columbos Auto hat einen Wert von 80 Dollar. Luzifers Schüler werden einst behaupten, dass es viel mehr wert sei. :)

Dieser Columbo ist eine herausragende und kriminalistisch geniale Episode. Fünf Punkte sind Pflicht!
"So was wie den perfekten Mord gibt es nicht. Das ist nur eine Illusion."
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon Doc Brown » Di, 30.08.2011 18:14


So, so. Columbo hat sich beim Inspector-Dinner betrunken. Da hat er die goldene Regel, sich nur privat und nicht dienstlich zu betrinken, einfach missachtet. :wink:

Ich gebe dieser Episode 4 Punkte – eine gute, gelungene Folge, aber kein absolutes Highlight.

Der Plot ist sehr kreativ und eine gelungene Abwechslung. Halperin nutzt den Totschlag seines Nachbarn gnadenlos aus und bietet seine Hilfe an. Er will nämlich seine Frau ebenfalls los werden und kann dazu einen Komplizen gut gebrauchen. :smoke:

Genau an dieser Stelle gibt es dann einen dicken Minuspunkt für die Folge. Mir wird absolut nicht klar, warum Halperin seine Frau los werden will. Sein Motiv ist dünner als dünn. ?-/

Er pflegt ganz offensichtlich einen Lebensstil, den er mit seinem Verdienst als Commissioner nicht finanzieren kann. Er ist finanziell abhängig von seiner Frau. Es gibt aber keinerlei Anzeichen dafür, dass sie ihn in Zukunft nicht weiter finanziell unterstützen will. Ich konnte auch keine Anzeichen erkennen, dass in der Ehe etwas nicht stimmt oder dass die Ehefrau besonders nervig ist.Was einige hier für eine gelungene, überraschende Wendung halten, ist für mich einfach nur Murks. Dieser Mord kommt grundlos aus heiterem Himmel. :?

Insgesamt sind mir die beiden Charaktere Halperin und Caldwell etwas zu dünn gezeichnet. Man erfährt relativ wenig über die Beiden. Das ist nicht wirklich dramatisch, aber in Verbindung mit dem dünnen Motiv findet es hier halt Erwähnung.

Ganz hervorragend ist natürlich die Indizienkette: Angefangen beim Nachthemd über die fehlenden Fingerabdrücke, dem sitzen gelassenen Liebhaber, dem falschen Schmuck und dem direkten Anruf bei der Mordkommission arbeitet Columbo hier wirklich hervorragend.
Letztendlich bringt die Nachfrage bei Caldwell zum Nachthemd seiner Frau Columbo dann endgültig auf die richtige Spur. Caldwell hätte diesen Fehler nicht begangen, er wusste vom Nachthemd unter dem Kopfkissen.

Die Überführung ist dann auch gelungen. Da hat Columbo seinen Chef mit Hilfe des Einbrechers klassisch ausgetrickst. :D Sprachlos geht der Halperin am Ende dann von dannen.

Fazit: Der tolle Plot und die hervorragende Indizienkette hätten für 5 Punkte gereicht. Aber vor allem das schwache Motiv und die etwas zu kühlen Mördercharaktere ziehen die Folge auf 4 Punkte herunter.
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon zimtspinne » So, 09.10.2011 23:47


Ich hab diese Folge erst relativ spät gesehen und seitdem liegt sie mir etwas unverdaut im Magen.

Dank Doc Brown kann ich jetzt besser benennen, was mich stört. Das dünne Motiv, das echt aus heiterem Himmel über Halperin zu kommen scheint.
Es gibt keinen Ehestreit, keine Geliebte, der Mann scheint seine Frau einfach aus Langeweile umbringen zu wollen.
Das störte mich schon beim ersten Eindruck. Ein Mord ist ja nichts alltägliches, was man mal so nebenbei erledigt. Selbst für einen kaltblütigen Mörder nicht, der ist sich der Risiken bewusst. Und als Polizeichef weiß er, dass es den perfekten Mord nicht gibt und alle Mörder Fehler machen :wink:

Außerdem ist es nicht sehr schlau, die Kuh zu schlachten, die man so schön melken kann. (der Satz "... Scheck ausstellen.." deutet ja darauf hin).
Aber gut, er wurde vielleicht kurz gehalten und war scharf auf das Vermögen. Allerdings wird die wohltätige Dame wohl kaum ihm alles vermacht haben, wenn sie schon zu Lebzeiten lieber die Schmarotzer unterstützte. Alles ein bisschen unglaubwürdig zusammengeschustert.

Ich habe mir die Badewannenszene nochmal angesehen. Sie sprechen beide ganz klar in der Vergangenheit von den vier Millionen, die die Frau geerbt hatte. ("es war mein Erbe", "das du an Schmarotzer verteilt hast")

Er bringt sie also nicht um, um endlich an das Geld zu kommen, sondern aus Frust darüber, dass sie es für sinnlose Zwecke ausgegeben hat.
Es geht nicht darum, an das Erbe zu gelangen sondern sich dafür zu rächen, dass es weg ist.

Das ist der kaltschnäuzigste und schrägmotivigste Mord der gesamten Columboreihe. Keine Rache für Betrug, schlechte Behandlung oder um aus der Abhängigkeit zu kommen, sondern rückwirkend wegen eines Erbe, das längst ausgegeben ist.
Die Kaltschnäuzigkeit soll sicher ein Kontrast zum Image des Commissioners darstellen, aber für mich war das ein paar Nummern zu dick aufgetragen.

Die Dialoge zwischen Mörder und Ehegattin fand ich auch merkwürdig (aber das waren sie bei der Momentaufnahme auch, dort kommt aber der "Leidensdruck" besser rüber).
Ich kann mich mit diesem Motiv nicht anfreunden, für einen Columbo ist es einfach zu schwach. Da sollten Emotionen knallen und aufgestaute Gefühle losbrechen.
Einfach mal nebenbei die Frau umbringen, weil sich die Gelegenheit bietet und man wegen des ungeteilten Erbes noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen hat, das ist nix. Dafür riskiert man nicht den Verlust seines Status und Lebensstils.

Für diese Rolle keinen Vorgesetzten zu wählen, wäre besser und vor allem glaubwürdiger gewesen. Ich musste mir in Erinnerung rufen, dass das der Vorgesetzte ist, weil es einfach nicht gut rüberkam.

Die fingerabdruckfreien Telefonhörer als Indizien gefallen mir gut, das Nachthemd weniger.
Das Ding kann aus dem Wäschekorb oder einem Klamottenberg in der Ecke stammen oder außen am Schrank gehangen haben.
Bei solchen Sachen wird immer von total perfektionstischen Mördern (und Ehegattinnen oder umgekehrt) ausgegangen, die sich stets gleich und berechenbar verhalten. Und sehr zwanghaft und unflexibel strukturiert sind.
Eine Frau, die mal eine halbe Stunde nicht ans Telefon geht, ist nun wirklich nichts ungewöhnliches. Vielleicht war sie im Bad sich die Haare an den Beinen entfernen oder hat sich die Nägel lackiert.

In einer Folge, die sich so zäh zieht, stört mich sowas dann schon mal :wink:

Es hätte was tolles aus dem Verhältnis Columbo/Chef gemacht werden können, wie beim Spurensicherungskollegen in Keine Spur ist sicher... das wurde hier leider total vergeigt.

Ein Polizeichef kann gar nicht so wenig verdienen, dass er sich seiner Ehefrau so unterordnen muss, und so tollpatschig wie er sich in seinem job verhält, sollte er es auf diesen Posten gar nicht geschafft haben.
Er hat so gar kein Einfühlungsvermögen in andere Personen und besonders Feinde - da frag ich mich, wie er es durch die Polizeischule zum gehobenen Dienst geschafft hat.
Selten hat ein Mörder so schlechte Ausreden und Begründungen auf Lager wie dieser Commissioner.
Hach, wie schön anzuschauen sind dagegen Brimmer und der Spurensucher, die die Schwachpunkte ihrer Gegner angehen, wenn auch nicht immer mit Erfolg.

Wenn dieser Jessup ein aktuell verdächtiger Serieneinbrecher aus der Gegend ist, sollte der Vorgesetzte dessen Adresse schon mal in den Akten gesehen haben. Zumindest konnte Columbo sich nicht so sicher sein, dass er sie nicht schon gesehen hatte.
Wenn ein Einbrecher bereits in Häuser in der eigenen Nachbarschaft eingestiegen ist, mehrmals in den letzten zwei Wochen, kenn ich als Polizeichef die Akten der in Frage kommenden Täter in und auswendig! ?-/

Das war in anderen Folgen wirklich glaubhafter und besser umgesetzt (Luzifers Schüler und Ruhe sanft).

Noch eine unglaubwürdige Schlamperei: "Der Bericht des Pathologen gibt als Todeszeitpunkt 19.30 Uhr an". "Ja, Sir, aber das ist nur aufgrund Ihrer Aussage zustande gekommen".
Ein Rechtsmediziner würde niemals irgendwelche Aussagen Dritter in seinen Bericht schreiben sondern den aus der Autopsie herausgeleiteten Todeszeitpunkt. Das ist seine Aufgabe und nicht die Vermutungen von Zeugen zu protokollieren.

Ich werd mit der Folge einfach nicht richtig warm, obwohl ich es mehrmals mit ihr versucht habe. :?
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon Doc Brown » Mo, 10.10.2011 12:02


zimtspinne hat geschrieben:Wenn dieser Jessup ein aktuell verdächtiger Serieneinbrecher aus der Gegend ist, sollte der Vorgesetzte dessen Adresse schon mal in den Akten gesehen haben. Zumindest konnte Columbo sich nicht so sicher sein, dass er sie nicht schon gesehen hatte.
Wenn ein Einbrecher bereits in Häuser in der eigenen Nachbarschaft eingestiegen ist, mehrmals in den letzten zwei Wochen, kenn ich als Polizeichef die Akten der in Frage kommenden Täter in und auswendig! ?-/


Zwei Punkte dazu:
1. Es geht ja darum, dass Columbo die eigentliche Adresse von Jessup gegen seine eigene ausgetauscht hat. Die Akte mit der ausgetauschten Adresse hatte neben Columbo nur der Polizeichef in der Hand, also konnte auch nur er den Schmuck in der Wohnung deponieren.

2. Ich kann mir auch vorstellen, dass der Polizeichef die Akten der verdächtigen Einbrecher in und auswendig kennt. Als Polizeichef bestehen seine Aufgaben eher in Öffentlichkeitsarbeit, Vertretung der Polizei nach außen hin, Personalplanung, Erstellen von Arbeitsanweisungen u.ä.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er täglich Akten wälzt. Das machen eher die Sachbearbeiter (Sergeant) oder die Abteilungsleiter (Inspector). :wink:
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon zimtspinne » Mo, 10.10.2011 14:24


Ich weiß jetzt nicht genau, ob es nur der direkte Vorgesetzte Columbos war oder ein ganz übergeordneter Chef...

im Fall dieser Akten hätte sich der Chef schon aus Eigeninteresse mal damit beschäftigt, weil um seinen Block herum in den letzten zwei Wochen mehrfach eingebrochen wurde. Und Jessup eben ganz oben auf der Liste stand, man konnte ihm nur nichts nachweisen.

Da würde es mich schon sehr wundern, wenn der Polizeichef mit seiner großen Villa nicht mal die Nase in die Akte gesteckt hätte. Es wäre ja auch für ihn ein besonderer Erfolg, wenn der Einbrecher in seiner Gegend geschnappt worden wäre. Aber das ist jetzt nur Spekulation.
Übrigens sagte Cheffe zu Columbo doch etwas wie "ich schau selbst nochmal rein"
Also ein Hinweis, dass der die Akten schon mal in der Hand hatte.
Naja, von einem Polizeichef erwarte ich ein gutes Namens- und Adressengedächtnis und dass er ein bisschen schlauer als andere ist. :wink:

In den Tatorten haben die Akten immer alle in den Händen... die Staatsanwälte, die Chefs der Kommissare und sogar die Pathologen :wink:

Bei der Folge schwappt die Stimmung nicht rüber, dann achte ich auf solche Kleinigkeiten.
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon crocodile » Mi, 12.10.2011 22:45


Sehr viel Stoff der hier geboten wird. Ein hohes Tier der Polizei nutzt den versehentlichen Mord eines Freund/Nachbarn aus um seine eigene Gattin ins Jenseits zu befördern. Gleichzeitig treibt ein Dieb in dieser Wohngegend sein Unwesen und scheint damit in die Verdächtigenrolle zu passen. Ein sehr komplizierter Fall für unseren Inspektor.

Schon der 1. Mord wirft bei Columbo viele Fragen auf. Die Frau hinterlässt keine Fingerabdrücke an Schrank und Telefon. Später stellt sich heraus das ein Geliebter die Frau telefonisch gegen 21:30 nicht erreichen konnte. Warum aber ihr Mann um 22:00? Todeszeitpunkt also ungewiß.

Auch der Mord an der Frau des Comissioners hinterläßt Fragen. Warum will sie mit zerrisenem Oberteil (von Columbo am Vormittag bemerkt) einen Preis entgegen nehmen. Zudem erfährt Columbo das die Frau womöglich im eigenen Badezimmer ertrank, und nicht wie von Halperin vermeintlich beobachtet im Pool.

Bei Comissioner Halperin selbst, blitzt Columbo ständig mit seinen Theorien ab. Er weißt den Inspektor ans Raubdezernat. Dort schnappt die Falle dann zu. Columbo frisiert die Akte eines zwielichtigen Ex-Knackis und gewährt Halperin einblick. Der Commisioner deponiert den eingeheimsten Caldwell-Schmuck in dessen Wohnung. Es ist aber nicht die Wohnung des Ex-Knackis sondern Columbo's eigene. Die frisierte Akte kannten nur Halperin und unser Inspektor Columbo.

Insgesamt eine starke Story mit super Auflösung, die Charaktere wirken hingegen nicht alle rundum überzeugend. Das Tempo der Folge ist hoch, man darf wirklich keine Sekunde abschalten, es passiert einfach wahnsinnig viel.

4 Punkte ist mir diese Episode schon Wert. Sie versprüht vielleicht nicht unbedingt so viel "Columbo-Flair", kann aber mit ihrer Geschichte und der Auflösung überzeugen.
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon OpenOcen » Di, 14.02.2012 19:48


Wieder einmal eine Folge wo mir der Titel nichts sagte, ich sie aber schon lange kenne.

Von mir gibt es 5 Punkte. Es gibt sicher die eine oder andere Kleinigkeit oder auch mehr was nicht perfekt gelungen ist. Dennoch gehört diese Folge in die Top Ten und somit gibt es auch 5 Punkte.

Vieles wurde ja schon angesprochen...

Die lustigste Szene ist für meinen speziellen Humor diese.

Der Chef kommt zu Columbo ins Büro.
"Ach, Sie sind auch da. Ich dachte ich schaue mir noch einmal die Akten an. Vielleicht finde ich so noch einen Hinweis"
Columbo weiß genau was Sache ist und antwortet: "Ja genau, vielleicht fällt ja dabei der Groschen. Das kann gar nicht schaden."
Der Chef findet die gesuchte Adresse ca. eine halbe Minute später.
"Andererseits habe ich die Akten schon ein dutzend mal durchgeblättert."
Und Columbo, der ja nach wie vor weiß was läuft. "Richtig absolute Zeitverschwendung"

Und wenn ich hier lese das der Polizeichef eine Tatverdächtigenanschrift auswendig kennen müsste. Das halte ich für total überzogene Kritik. Ich war selbst mal bei Gericht. Es gibt so viele Akten und die Anschriften ändern sich auch so oft. Angeklagte, Beschuldigte und Zeugen ziehen um etc. Für den Chef sind die wichtigsten Informationen interessant, nicht jedoch die Adresse eines Beschuldigten.

Also die Auflösung fand ich schon sehr überzeugend.

Nebenbei zeigt der Inspector Fotos von seinen Verwandten, z. B. dem Neffen. :)
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon tina_82 » Sa, 28.04.2012 12:04


Die Folge erhält 4 Punkte, wobei ich lange überlegt habe ob ich sie nicht sogar mit 5 Punkten bewerte.
Ich hab sie erst einmal gesehen, bin aber schon restlos begeistert. Die Folge enthält viele Überraschungen und Aha-Effekte für mich.
Zunächst ist der erste Mord bereits am Beginn geschehen, so dass wir mal ausnahmsweise nicht Zeuge dessen werden. Dann das gefährliche und spannende Spiel, dass der Commissioner damit betreibt. Ziemlich clever eingefädelt alles und er erkennt, wie leicht er nun auch seine Frau loswerden kann. Ich glaube, Halperin ist seiner Frau einfach überdrüssig. Daher finde ich sein Motiv gar nicht so dünn, wie manche hier behaupten. Was für eine günstige Gelegenheit, sie loszuwerden denn Caldwell ist ihm schließlich eine Menge schuldig. (Der Arme). Und mit seinem dann doch absichtlichen Versprecher bei der Pressekonferenz - nämlich dass seine Frau den Täter bei Caldwells Haus ebenfalls gesehen hat - liefert er den Polizisten gleich ein Motiv für den Mord. Das einzige das ich bemängeln kann ist, dass er hätte wissen müssen, wie gut Columbo ist. Spannend ist es mitzuerleben, wie der Inspektor die Indizien sammelt (Nachthemd, Fingerabdrücke, Telefonanrufe, Seife in der Lunge der Ertrunkenen, falsche Kleidung..). Wie er immer mehr Widersprüche findet und damit - manchmal auch scheinbar ungläubig - den Commissioner mehr und mehr unter Druck setzt. Toll auch, wie er Artie Jessup mit ins Boot holt und das Finale aufbaut.
Auch da war ich überrascht. Nachdem der Commissioner die angebliche Adresse Jessups in der Akte gesehen hatte, bin ich davon ausgegangen, das Columbo ihn direkt dort überrascht. Statt dessen kann er unbehelligt abhauen und holt dann auch noch zum Gegenschlag aus. Jessup wird festgenommen und der Inspektor steht etwas hilflos daneben, als Halperin auch noch einen Durchsuchungsbefehl für die Wohnung rausholt. Dass Columbo die Wohnung angemietet hat um ihn zu überführen, hätte ich nie gedacht. Super aufgeflogen!
Was mich nur wundert... bei Euren Bewertungen der Lieblingsfolgen landet diese eher weit hinten. Ich glaube, das sähe bei mir gerad anders aus. :wink:
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon Mr. Brimmer » Sa, 28.04.2012 12:18


Ich mag diese Folge eigentlich auch immer mehr.
Mit Halperins Motiv hab ich nie Probleme gehabt. Man sieht ihn
an seinem Spielabend im Club mit anderen Frauen an seiner
Seite rumschäkern, dann ist seine Alte ja auch nicht so der
Bringer, zudem sie ( zwar ihr eigenes ) das Geld wohl raushaut
für " Schmarotzer, die noch nie im Leben gearbeitet haben " :)
Und der Commissioner will halt auch noch was davon.
Die Folge macht echt Spass. Gute Indizien gibts auch.
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon crocodile » Sa, 28.04.2012 13:11


tina_82 hat geschrieben:Was mich nur wundert... bei Euren Bewertungen der Lieblingsfolgen landet diese eher weit hinten. Ich glaube, das sähe bei mir gerad anders aus. :wink:


Liegt vielleicht auch daran, dass die Charaktere bzw. Mörder nicht so überzeugend rüberkommen wie in etlichen anderen Episoden. Ich glaube Halperin bekam bisher keine einzige Stimme bei den Lieblingsmörderfiguren.
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon sagittarius » Sa, 28.04.2012 14:26


Ich zähle "Meine Tote – Deine Tote" auch zu den ganz guten Columbos. Die vielen 5*- und 4*- Bewertungen zeigen, dass der Film auch gut ankommt. Bei der jüngsten Bewertungsstatistik, erstellt von Doc Brown, liegt dieser Columbo auf Platz 19, also im oberen Drittel. Man muss ja auch sagen: Die Konkurrenz ist sehr stark!

Die Stärke dieser "Toten" ist die Story, vor allem die überraschenden Wendungen mit dem Knaller am Schluss, wo der Commissioner in Columbos Wohnung einbricht! Es ist ja auch ungewöhnlich, dass Columbo seinen eigenen Vorgesetzten überführen muss. Dazu kommen überzeugende Indizien.

Die Stärke dieses Films liegt aber nicht beim Mörderdarsteller, der recht durchschnittlich ist. Hier liegt die einzige Schwäche, wenn man überhaupt eine finden will.
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon tina_82 » So, 29.04.2012 14:34


Ja ok. Da habt ihr recht. Es gibt sicherlich viele bessere Mördercharaktere bzw. -darsteller.

Mr. Brimmer hat geschrieben:.... dann ist seine Alte ja auch nicht so der
Bringer, (...).

Sehr salopp aber treffend beschrieben. :wink: Hab mich auch sehr darüber gewundert, dass diese Frau seine Frau darstellen soll. Aber das Vermögen hat sie wohl dazu gemacht. Geld macht eben nicht automatisch schön.
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Re: Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

Beitragvon Devlin » Mo, 09.07.2012 15:03


Ich habe diese Episode erst später gesehen, erst gefiel sie mir nicht so gut. Vorallem deshalb weil ich den Mörder nicht wirklich überzeugend fand.

Es ist auch sehr sonderbar, dass Columbo ausgerechnet gegen seinen Vorgesetzten ermitteln muss, dass dieser der Mörder ist.
Auch das er das Verbrechen, oder den Unfall der zum Tode seiner Ehefrau führte, seines Freundes deckt und als Gegenleistung beihilfe zur Ermordung seiner eigenen Ehefrau verlangt.

Es wirkt alles nicht ganz glaubwürdig. Aber es ist sehr spannend, und Columbo wird von seinem Chef so heruntergeputzt das es eine wahre Freude ist, dass er am Ende überführt wird.

Val Avery glänzt hier wieder mit einer guten Rolle auf.
Das Finale ist herausragend!

4 Punkte
So weit ____ und nicht weiter!
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