Bewrtet: "Meine Tote - Deine Tote"

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4
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21
38%
5/5 überragend
24
44%
 
Abstimmungen insgesamt : 55

Beitragvon martha » Di, 26.09.2006 01:12


Hallo, Yves! :wink:
Yves hat geschrieben:Grundsätzlich verstehe ich nicht, warum man hier einen Unfall erst so richtig zur Straftat macht: So wie Caldwell das Ganze schildert wäre die Sache völlig logisch gewesen, hätte mit den Spuren übereingestimmt und hätte dazu noch richtig glaubhaft gewirkt.


...aber es wäre doch wohl mit Sicherheit als Totschlag im Affekt bewertet worden. Einige Jahre Knast hätt's dafür schon gegeben.

Dann waren da ja auch noch die Lückenfüller: Am schlimmsten die Stelle, an der Columbo die Panne hat. Das zerstört 1. den Running-Gag mit dem Bericht (so is es ja keine Ausrede mehr) und ist 2. überhaupt nicht lustig....


Ich hatte den Eindruck, dass der "running-gag" in dieser Folge eher der ist, dass Columbo's Auto ständig kaputt ist(lässt sich mit dem Dienstwagen des Commissioners abholen, dann ist die Lichtmaschine defekt usw.) :wink:

Ansonsten hast du sicher mit allem recht. :!:
Grundsätzlich aber macht natürlich jeder Mörder Fehler. Sonst wär's ja wirklich der "perfekte Mord", den selbst Columbo nicht aufklären könnte.
Ich finde aber, dass hier nicht so grobe Patzer zu erkennen sind, dass ich dem Mörder wie in "Geld, Macht und Muskeln" Dämlichkeit unterstellen würde.
Vielleicht beauftragt der Commissioner ja auch deshalb Columbo mit dem Fall, weil er weiss, dass Columbo erst recht misstrauisch wäre, wenn ihm ein Fall nicht zugeteilt oder gar entzogen wird(wie man etwa in der Folge "Mord mit der linken Hand" sieht, wo ihn dieser Brimmer sogar aus dem Polizeidienst locken will, um ihn von dem Fall abzuziehen).
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
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Beitragvon Murdock » Di, 26.09.2006 12:17


Aaaalso, ich war überrascht am Anfang. Hab die Folge vorher noch nicht gesehen und mich aus Spannungsgründen auch nicht über sie informiert. daher hat es mich doch sehr erstaunt, dass ich in den ersten Szenen gleich eine "fertige" Leiche serviert bekommen habe. Erinnerte mich an die ersten Folgen, wo man den Mord auch nicht sah, wohl aber eine Vorgeschichte vorhanden war. Minuspunkt
Der Zuschauer tritt direkt in die Handlung mit ein. Diese Folge ist ein Paradebeispiel für gute Nachbarschaft ;) allesdings war ich etwas verwirrt, denn der Mörder sollte nicht die Polizei informieren, was er dennoch tat, als er seinen Nachbarn einweihte :D ;) (jaja, ich weiß schon wie das gemeint ist)
Allerdings fällt mir mal wieder etwas unlogisches auf:
man verlässt sich ausschließlich bei der Todeszeit auf die Beobachtungen von Zeugen (dabei kennen wir doch alles aus CSI, dass man sich nciht wirklich auf Augenzeugen verlassen kann ;) )
Eine Lebertemperaturmessung zur Todeszeitbestimmung sollte doch auch damals schon bekannt und angewendet worden sein.
und beim zweiten Mord, der geht mMn viel zu schnell, so schnell ertrinkt kein Mensch (und wir bekommen ja den ganzen Zeitraum zu sehen)
aber das gehört sicherlich zu den freien künstlerischen Aspekten ;)

diese Episode trotz ja wirklich vor Indizien
- der Anruf direkt beim Morddezernat
- die falsche Adresse in der Akte
etc
Columbo spielt hier richtig mit den Verdächtigen, ganz große Sache!

Wir erfahren sehr viel über Columbo, er hat die Nummer 194 (Ruf der Zentrale durchs Funkgerät), seine Adresse wird bekannt (wobei ich zweifle, dass es wirklich seine Adresse ist, wo ist das Bett für seine Frau? oder hab ich es übersehen?)

eine Sache muss ich allerdings noch überprüfen, ob ich da einen weiteren Fehler (neben den unterschiedlichen Hubschraubertypen) gefunden hab.
Als sich Columbo mit dem Liebhaber des ersten Opfers unterhält, sagt der Lover "10 Uhr dreißig" hätte er angerufen, Columbo spricht danach von "halb zehn", was ja auch der Zeit des Treffens entspricht.
Werd mir das nochmal anhören müssen, ob ich mich da nicht verhört hab.

4 Punkte!
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Beitragvon Columbo-Freak » Di, 26.09.2006 18:35


Yves hat geschrieben:So, dann wollen wir mal beginnen mit dem "bewrten" :wink: , weiß selber noch net genau, wieviele Punkte ich am Ende vergebe...

Wie sich ein Polizist in einer solchen Stellung da reinreiten lässt ist unerklärlich. Die gesamt kriminelle Energie geht allein von Halperin aus! Caldwell hatte sicher selbst nicht mit dieser Reaktion seines Nachbarn gerechnet...


MfG
YvEs


Aber das ist ja gerade der Clou, dass Halperin seinem Nachbarn nur hilft, weil er da schon seine Frau umbringen möchte. Mit einem Komplizen, der 100%ig den Mund halten wird und mit diesem Räuber als Sündenbock im Rücken ist das für ihn natürlich genau der richtige Zeitpunkt!

Der erste Mörder ist nur ein "Würstchen", kein echter Gegenspieler für Columbo, mir war von Anfang an klar, dass da noch ein zweiter Mord folgen würde. Caldwell hat ja auch gar nicht gewusst, was er bei dem vorgetäuschten Anruf seiner Frau hätte sagen sollen; das fand ich lustig, dass Halperin ihm da alles vorgesagt hat und der gute Hugh plappert alles nur nach. :lol:

martha hat geschrieben:Grundsätzlich aber macht natürlich jeder Mörder Fehler. Sonst wär's ja wirklich der "perfekte Mord", den selbst Columbo nicht aufklären könnte.


Den perfekten Mord gibt es ja bekanntlich nicht. :wink:
Nicht nur, weil dem Mörder meistens (oder immer?) ein Fehler unterläuft, sondern auch, weil es immer ein Motiv gibt (psychisch kranke Serienkiller mal ausgenommen). Da liegt der Hund begraben.

EDIT: Jetzt ist mir eingefallen, warum der erste Mord nicht gezeigt wurde (Murdock und Yves, ihr hattet das ja bemängelt) :wink: . Man wollte absichtlich den Comissioner als den wahren Bösewicht herausstellen. Der Charakter Caldwell und sein Mord dienen nur als Basis für die eigetliche Mordgeschichte mit dem Mörder Halperin. Hätte man den ersten Mord auch gezeigt, wäre das zwar ein Lückenfüller gewesen, aber man hätte dann (für den Zuschauer) gar nicht mehr rechtfertigen können, dass sich hinterher fast alles nur noch auf den zweiten Mord konzentriert (einschließlich Columbo, der selbst am Schluss ja nicht genau weiß, wer Mrs Caldwell getötet hat). Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob der erste Mord 3 Minuten Spannung gebracht hätte, das wäre schön und gut gewesen, aber dieses Zeigen hätten weitere Konsequenzen gehabt, die dann den zeitlichen Rahmen gefährdet hätten.

Grüße
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Beitragvon martha » Di, 26.09.2006 20:53


Boah, "Columbo-Freak". :o
Dein "Edit-Text" ist ja wie 'ne hochwissenschaftliche Abhandlung zum Thema: "Wie inszeniere ich einen dichten und spannenden Krimi?"
Klasse!!!

Ich denke mal, dass bei Columbo ein Totschlagsfall, wie er hier ja offensichtlich am Anfang vorliegt, nur 'ne absolut untergeordnete Rolle spielt, weil ja hier das Element der "Mordplanung" nicht vorliegt.
Worin würde dann der Reiz liegen, diesen Totschlag zu zeigen?
Es ist doch mal eine gelungene Variante, wenn Caldwell darüber berichtet, und sich der Zuschauer vorstellt, wie es wohl zum Tod seiner Frau gekommen ist.
Ich finde das reicht vollkommen aus.
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Beitragvon Murdock » Di, 26.09.2006 21:01


ich glaub kaum dass man es als Totschlag durchgehen lassen würde
eine Anklage wegen Mordes könnte man wohl versuchen (ob man damit durchkommt, ist was anderes) schließlich kann man als Motiv die Affairen und die daraus resultierende wut einbringen, was ein gutes Mordmotiv liefert
"und dann ist es einfach so passiert" hat er meine ich gesagt (zumindest inhaltlich) also zwar affekt, aber ich würd trotzdem von Mord sprechen
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Beitragvon Columbo-Freak » Di, 26.09.2006 21:25


martha hat geschrieben:Boah, "Columbo-Freak". :o
Dein "Edit-Text" ist ja wie 'ne hochwissenschaftliche Abhandlung zum Thema: "Wie inszeniere ich einen dichten und spannenden Krimi?"
Klasse!!!

Ich denke mal, dass bei Columbo ein Totschlagsfall, wie er hier ja offensichtlich am Anfang vorliegt, nur 'ne absolut untergeordnete Rolle spielt, weil ja hier das Element der "Mordplanung" nicht vorliegt.
Worin würde dann der Reiz liegen, diesen Totschlag zu zeigen?
Es ist doch mal eine gelungene Variante, wenn Caldwell darüber berichtet, und sich der Zuschauer vorstellt, wie es wohl zum Tod seiner Frau gekommen ist.
Ich finde das reicht vollkommen aus.


Hehe, danke :oops: :wink: !

Das, was du schreibst, ist ein weiterer Aspekt. Wenn es den zweiten Mord nicht gegeben hätte, dann wäre es sicher schlecht gewesen, den ersten nicht zu zeigen. Das wurde ja zum Beispiel bei "Der alte Mann und der Tod" so gemacht. Was daraus geworden ist, wissen wir ja alle :roll: . Wenn man den Mord hier gezeigt hätte, hätte das nur vom wesentlichen abgelenkt und ich wette, dass dann in jeder zweiten Bewertung hier geschrieben stünde ("Wieso hat Columbo den ersten Mord nicht genauer untersucht/aufgeklärt?"). Die Sache war so schon grenzwertig, hätte man den ersten Mord noch gezeigt, hätte das das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.

Grüße
Columbo-Freak

P.S.: Durch eure Kritik hat sich hier jetzt ne richtig klasse Diskussion entwickelt, so muss es sein. Warum nicht mal über so kleine (Regie-)Detalis diskutieren?
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Beitragvon martha » Di, 26.09.2006 22:01


Ähnlich ist es ja auch bei der Folge "Ein Spatz in der Hand", wo es sogar 3 Morde gibt.
Der erste Mord wird ebenfalls nicht gezeigt, und diesen Mord kann Columbo der Mörderin dann auch am Ende nicht nachweisen.
Das spielt aber auch keine Rolle, weil man bei nicht gezeigten Morden als Zuschauer kein unmittelbares Interesse hat, zu erfahren, wer der Mörder ist.
...und bei "Meine Tote-Deine Tote" weiss man zwar, wer der Täter ist(Caldwell), aber dadurch, dass man den Mord(oder Totschlag) nicht sieht, hat man auch kein Interesse daran, dass Columbo diese Tat gewissenhaft aufklärt.

So würde ich mal die Strategie der "Macher" zusammenfassen.

...obwohl mir gerade einfällt, dass bei "Ein Spatz in der Hand" der letzte Mord glaub ich auch nicht gezeigt wird, oder irre ich mich da. :?:

Wenn datt so is', kann ich diese Strategie natürlich wieder "inne Tonne kloppen". Mist :evil:, aber ich guck demnächst noch mal in die Episode rein.
Die Strategie ist also zunächst mal "ohne Gewähr". :wink:
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Beitragvon martha » Mi, 27.09.2006 01:04


Das hat mir doch keine Ruhe gelassen mit der Folge "Ein Spatz in der Hand". :? Ich hab noch mal kurz in die Folge reingeschaut und gesehen, dass der letzte Mord von Dolores, den Columbo aufklärt, auch nicht gezeigt wird. Man sieht aber, dass sie kurz vorher die Waffe lädt, und man somit weiss, dass sie die Mörderin ist.

Damit muss ich natürlich die Aussagen aus dem letzten post teilweise korrigieren, damit unsere Strategie wieder stimmt, "Columbo-Freak". :wink:

Ich versuch's mal(inklusive der Folge "Ein Denkmal für die Ewigkeit", wo man den Mord auch nicht sieht):

"Meine Tote-Deine Tote"(1. Mord nicht gezeigt)

Der erste Mord(oder Totschlag) dient nur als dramaturgische "Lunte" für den eigentlichen Hauptmord des Commissioners, ist also nicht entscheidend für die wesentlichen Ermittlungen Columbo's; zudem eine Tat ohne Planung und Vorsatz

"Ein Denkmal für die Ewigkeit"(Mord nicht gezeigt)

Auch dieser Mord ist vom dramaturgischen Gesamtgefüge nicht so entscheidend, dass man ihn zeigen müsste. Wichtig an der Folge ist ja nur die "Endlagerung" der Leiche. Die Vorbereitung zur Tat und die Tat selbst stehen eindeutig im Schatten der Nachbereitung.

"Der alte Mann und der Tod"(2 Morde nicht gezeigt)

Hier ist die Sache am leichtesten zu beurteilen, warum die Morde nicht gezeigt werden: Es handelt sich um eine klassische "Wer-ist-der-Mörder-Folge". Wäre dumm, da die Morde mitsamt ihren Mördern zu zeigen. :wink:

"Ein Spatz in der Hand"(1. und 3. Mord nicht gezeigt)

Der erste Mord, der nicht gezeigt wird, soll den Zuschauer täuschen. Es wird ein Autounfall vorgegaukelt, der sich erst später als Mord entpuppt.
Auch dieser Mord ist nur eine dramaturgische Finte für den zweiten Mord, weil dadurch der Plan des Mörders durchkreuzt wird, indem ein Unschuldiger(der Gärtner)umkommt.
Der dritte Mord ist dann derjenige, der aufgeklärt wird. Natürlich hätte man diesen Mord zeigen können, aber auch hier finde ich es ausreichend, dass man sieht, wie die Mörderin die Waffe lädt. Zudem ist man ja bereits im letzten Drittel des Films angekommen, und die Umstände der Tat hätten erheblich Zeit in Anspruch genommen. Sowas ist zum Ende einer Folge hin nicht mehr sehr effektiv, weil ja auch für die Ermittlungsarbeit nur noch wenig Zeit verbleibt.

Alles in allem finde ich, dass alle nicht gezeigten Morde auch wirklich nicht gezeigt werden mussten. :wink:
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Beitragvon Hatto » Mi, 27.09.2006 10:22


[quote]Anfangen tut das Ganze ja beim ersten "Mord": Da sieht man als Zuschauer ja quasi gar nix. Man sieht nur die Leiche rumliegen. Die Idee finde ich nicht besonders gut, den Mord nicht zu zeigen, da man einige Szenen dafür hätte weglassen können, die mMn nur als Lückenfüller dienen und da nicht hingehören, aber dazu komme ich später.
Grundsätzlich verstehe ich nicht, warum man hier einen Unfall erst so richtig zur Straftat macht: So wie Caldwell das Ganze schildert wäre die Sache völlig logisch gewesen, hätte mit den Spuren übereingestimmt und hätte dazu noch richtig glaubhaft gewirkt.
Wie sich ein Polizist in einer solchen Stellung da reinreiten lässt ist unerklärlich. Die gesamt kriminelle Energie geht allein von Halperin aus! Caldwell hatte sicher selbst nicht mit dieser Reaktion seines Nachbarn gerechnet...[/quote]

bei columbo gehts ja weniger um den mord selber als um die aufklärung, darum finde ich, dass es mal auch ganz interessant ist, nicht den mord zu zeigen. natürlich ist der mord in der badewanne, unglaubwürdig (in so kurzer zeit stirbt niemand) aber für mich ist das typisch columbo.
morde sind ja teiweise sehr 'billig' dargestellt - gewollt oder ungewollt...
warum er sich reinreiten lässt?? vielleicht hat er ja schon vor, seine frau zu töten und kann sich natürlich auf gegenleistung von caldwell verlassen...

grüße
Hatto

ps irgendwie funktioniert, dass mit dem zitieren bei mir nicht... :?
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Beitragvon Murdock » Mi, 27.09.2006 12:30


[quote="Murdock"]eine Sache muss ich allerdings noch überprüfen, ob ich da einen weiteren Fehler (neben den unterschiedlichen Hubschraubertypen) gefunden hab.
Als sich Columbo mit dem Liebhaber des ersten Opfers unterhält, sagt der Lover "10 Uhr dreißig" hätte er angerufen, Columbo spricht danach von "halb zehn", was ja auch der Zeit des Treffens entspricht.
Werd mir das nochmal anhören müssen, ob ich mich da nicht verhört hab.[quote]

ich hab mich da wohl tatsächlich verhört...
seltsam :roll:
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Beitragvon Columbo-Freak » Mi, 27.09.2006 14:49


martha hat geschrieben:Das hat mir doch keine Ruhe gelassen mit der Folge "Ein Spatz in der Hand". :? Ich hab noch mal kurz in die Folge reingeschaut und gesehen, dass der letzte Mord von Dolores, den Columbo aufklärt, auch nicht gezeigt wird. Man sieht aber, dass sie kurz vorher die Waffe lädt, und man somit weiss, dass sie die Mörderin ist.

Damit muss ich natürlich die Aussagen aus dem letzten post teilweise korrigieren, damit unsere Strategie wieder stimmt, "Columbo-Freak". :wink:

Ich versuch's mal(inklusive der Folge "Ein Denkmal für die Ewigkeit", wo man den Mord auch nicht sieht):

"Meine Tote-Deine Tote"(1. Mord nicht gezeigt)

Der erste Mord(oder Totschlag) dient nur als dramaturgische "Lunte" für den eigentlichen Hauptmord des Commissioners, ist also nicht entscheidend für die wesentlichen Ermittlungen Columbo's; zudem eine Tat ohne Planung und Vorsatz

"Ein Denkmal für die Ewigkeit"(Mord nicht gezeigt)

Auch dieser Mord ist vom dramaturgischen Gesamtgefüge nicht so entscheidend, dass man ihn zeigen müsste. Wichtig an der Folge ist ja nur die "Endlagerung" der Leiche. Die Vorbereitung zur Tat und die Tat selbst stehen eindeutig im Schatten der Nachbereitung.

"Der alte Mann und der Tod"(2 Morde nicht gezeigt)

Hier ist die Sache am leichtesten zu beurteilen, warum die Morde nicht gezeigt werden: Es handelt sich um eine klassische "Wer-ist-der-Mörder-Folge". Wäre dumm, da die Morde mitsamt ihren Mördern zu zeigen. :wink:

"Ein Spatz in der Hand"(1. und 3. Mord nicht gezeigt)

Der erste Mord, der nicht gezeigt wird, soll den Zuschauer täuschen. Es wird ein Autounfall vorgegaukelt, der sich erst später als Mord entpuppt.
Auch dieser Mord ist nur eine dramaturgische Finte für den zweiten Mord, weil dadurch der Plan des Mörders durchkreuzt wird, indem ein Unschuldiger(der Gärtner)umkommt.
Der dritte Mord ist dann derjenige, der aufgeklärt wird. Natürlich hätte man diesen Mord zeigen können, aber auch hier finde ich es ausreichend, dass man sieht, wie die Mörderin die Waffe lädt. Zudem ist man ja bereits im letzten Drittel des Films angekommen, und die Umstände der Tat hätten erheblich Zeit in Anspruch genommen. Sowas ist zum Ende einer Folge hin nicht mehr sehr effektiv, weil ja auch für die Ermittlungsarbeit nur noch wenig Zeit verbleibt.

Alles in allem finde ich, dass alle nicht gezeigten Morde auch wirklich nicht gezeigt werden mussten. :wink:


Sehe ich genauso! Schöne Zusammenstellung, danke für die Mühe. :wink:
Wir haben den Kopf des Drehbuchautors/Regisseurs ganz gut durchleuchtet, finde ich :wink: .
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Beitragvon Columbo-Freak » Mi, 27.09.2006 14:53


Hatto hat geschrieben:bei columbo gehts ja weniger um den mord selber als um die aufklärung, darum finde ich, dass es mal auch ganz interessant ist, nicht den mord zu zeigen. natürlich ist der mord in der badewanne, unglaubwürdig (in so kurzer zeit stirbt niemand) aber für mich ist das typisch columbo.
morde sind ja teiweise sehr 'billig' dargestellt - gewollt oder ungewollt...
warum er sich reinreiten lässt?? vielleicht hat er ja schon vor, seine frau zu töten und kann sich natürlich auf gegenleistung von caldwell verlassen...

grüße
Hatto



Da muss ich aber heftig wiedersprechen.

Der Mord steht bei Columbo sehr häufig im Mittelpunkt. Es geht darum, wie raffiniert der Mörder mordet, wie er falsche Spuren legt, sich ein falsches Alibi verschafft usw. Eine gute Aufklärung kann es nur bei einem guten Mord geben, das zieht sich wie ein roter Faden durch fast alle Folgen.

Welche Morde sind denn "billig" dargestellt zum Beispiel? Und was genau meinst du mit "billig"?

Grüße
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Beitragvon Hatto » Mi, 27.09.2006 15:20


[quote="Columbo-Freak"][quote="Hatto"]bei columbo gehts ja weniger um den mord selber als um die aufklärung, darum finde ich, dass es mal auch ganz interessant ist, nicht den mord zu zeigen. natürlich ist der mord in der badewanne, unglaubwürdig (in so kurzer zeit stirbt niemand) aber für mich ist das typisch columbo.
morde sind ja teiweise sehr 'billig' dargestellt - gewollt oder ungewollt...
warum er sich reinreiten lässt?? vielleicht hat er ja schon vor, seine frau zu töten und kann sich natürlich auf gegenleistung von caldwell verlassen...

grüße
Hatto

[/quote]

Da muss ich aber heftig wiedersprechen.

Der Mord steht bei Columbo sehr häufig im Mittelpunkt. Es geht darum, wie raffiniert der Mörder mordet, wie er falsche Spuren legt, sich ein falsches Alibi verschafft usw. Eine gute Aufklärung kann es nur bei einem guten Mord geben, das zieht sich wie ein roter Faden durch fast alle Folgen.

Welche Morde sind denn "billig" dargestellt zum Beispiel? Und was genau meinst du mit "billig"?

Grüße
Columbo-Freak[/quote]

ich meine jetzt nicht den mord, sondern eher wie der mord fernsehtechnisch dargestellt wird wie eben z.B. bei 'Meine Tote, deine Tote'
Die Szene in der Badewanne ist ja nicht gerade höchste Fernsehkunst sondern man sieht einfach den Mörder wie er zupackt und einige Sekunden später ist es getan.
Meist bei den älteren Episoden, sieht man ja selten das Opfer beim Mord. Die Kamera hält meistens auf den Täter. Vl wollte man kein Blut zeigen oder einfach solche Szenen nicht im Film haben (vl um in den Staaten nicht gerated zu werden - stichwort jugendschutz)

weiss nicht ob ich es schlecht erklärt habe, was ich meine oder wir wirklich unterschiedlicher meinung sind...

grüße Hatto
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Beitragvon martha » Mi, 27.09.2006 19:12


Hatto hat geschrieben:
Die Szene in der Badewanne ist ja nicht gerade höchste Fernsehkunst sondern man sieht einfach den Mörder wie er zupackt und einige Sekunden später ist es getan.


Na ja, aber was soll man da sonst noch zeigen, Hatto?

"Erwürgen" ist nun mal 'ne profane und publikumsunwirksame Angelegenheit.
Soll der Mörder während der Tat noch 'n Salto schlagen, damit es unterhaltsamer wirkt? :wink:

Entscheidend ist doch immer nur, dass das Opfer am Ende tot ist, egal ob es erschossen, erstochen oder erwürgt wird.
Da ist der Spielraum für dramaturgische Höhepunkte doch arg begrenzt, es sei denn man zielt darauf ab, den Todeskampf mit ins Spiel zu bringen.

Eine Variante gibt es ja etwa in der Folge "Tödlicher Jackpott", wo das Opfer in der Badewanne auf einmal wieder das Bewusstsein erlangt, und der Mörder seine liebe Mühe hat, den Kopf des Opfers unter Wasser zu drücken.
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Beitragvon Columbo-Freak » Mi, 27.09.2006 19:43


Hatto hat geschrieben:ich meine jetzt nicht den mord, sondern eher wie der mord fernsehtechnisch dargestellt wird wie eben z.B. bei 'Meine Tote, deine Tote'
Die Szene in der Badewanne ist ja nicht gerade höchste Fernsehkunst sondern man sieht einfach den Mörder wie er zupackt und einige Sekunden später ist es getan.
Meist bei den älteren Episoden, sieht man ja selten das Opfer beim Mord. Die Kamera hält meistens auf den Täter. Vl wollte man kein Blut zeigen oder einfach solche Szenen nicht im Film haben (vl um in den Staaten nicht gerated zu werden - stichwort jugendschutz)

weiss nicht ob ich es schlecht erklärt habe, was ich meine oder wir wirklich unterschiedlicher meinung sind...

grüße Hatto


Kann mich martha da nur anschließen. Wie hättest du denn den Mord dargestellt bzw. was könnte der Regisseur besser machen? Nehmen wir mal den Mord in der Badewanne. Wir können ja gemeinsam überlegen, wie man das hätte besser machen können oder ob es so doch nicht gut ist.

Grüße
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