Bewertet: "Der Schlaf, der nie endet"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie gefällt euch "Der Schlaf, der nie endet" ?

1/5 schlecht
1
2%
2/5 passabel / "na ja"
14
29%
3/5 gut
14
29%
4/5 sehr gut
15
31%
5/5 überragend
5
10%
 
Abstimmungen insgesamt : 49

Beitragvon Klaus » Di, 16.10.2007 21:07


Just_One_More_Thing hat geschrieben:Die Sache mit der hypnotischen Befehlsübertragung, ausgelöst per Anruf und Codewort, ist übrigens zu 100% übereinstimmend mit (und möglicherweise geklaut aus) dem Spionageroman Telefon von Walter Wager, erschienen im gleichen Jahr, und verfilmt im Jahre 1977 mit Charles Bronson und Lee Remick.


Sowas gab es bereits im Jahre 1971 und zwar in der Folge "Das doppelte Lordchen" aus der Serie "Die Zwei", wo Lord Sinclair (Roger Moore) ebenfalls durch ein Codewort manipuliert wurde und danach fast einen seiner ältesten Freunde erschossen hätte.

Zur Columbo-Folge möchte ich anmerken, dass es sicher bessere aber auch schlechtere gibt. Hamilton spielt die Rolle des arroganten und selbstsicheren Psycho-Schurken Dr. Collier sehr souverän und seine stets aalglatten Gesichtszüge geraten vor seiner Überführung eigentlich nur einmal leicht aus den Fugen, als Columbo abends bei seiner Mini-Party quasi als "Überraschungsgast" auftaucht, einen Sprudel mit Geschmack ordert und ihn anschließend vor seinen Freunden durch geschickte wortakrobatische Sticheleien Stück für Stück bloßstellt, was diese jedoch (natürlich) nicht merken, da man im allgemeinen von Ärzten eher diagnostische als detektivische Fähigkeiten erwarten darf. :wink:

Bei Colliers Überführung am Schluss ist mir noch was aufgefallen: als Columbo ihm vorhält, Nadia Donner angerufen zu haben, bestreitet Collier das und Columbo gesteht schließlich ein, dass er ihm diesen Mord nicht nachweisen kann. Es wäre doch auch schon im Jahre 1975 ein leichtes gewesen, über die Telefongesellschaft den Anruf von Colliers Anschluss um 10.00 Uhr abends bei Nadia Donner nachzuweisen, zumal Columbo sogar selber Zeuge dieses Anrufs gewesen ist. :idea:

Das wäre zwar noch kein direkter Beweis, aber zumindest ein ebenso erdrückendes Indiz gewesen, wie die letztendliche Überführung durch Colliers geradezu "blindes" Hineintappen in Columbos raffiniert gestellte Falle, wodurch zwar seine Anwesenheit auf dem Grundstück zum Tat-Zeitpunkt, der Mord an Carl Donner selber aber noch lange nicht, bewiesen wäre.

Da mir aber alleine die Schlusseinstellung mit Columbos triumphierendem Brillenklopfen sowie Colliers eingefrorenen Gesichtszügen *lol* großes Vergnügen bereitet hat, gibts von mir hier immerhin noch 3/5 Punkten.

Gruß
Klaus
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Beitragvon OnkelDonald » Di, 16.10.2007 21:54


Haha, das ist jetzt wirklich ulkig!
"Die zwei" haben so viele Folgen gemacht- welch ein Zufall, dass ich ausgerechnet "Das doppelte Lordchen" in einer langen Kabel1-Nacht aufgenommen habe.
Außerdem--- kam vor kurzem "Telefon" auf Tele5- und wurde prompt von mir aufgenommen...
"Der Schlaf, der nie endet", ist die übernächste Folge in meiner "DVD-Reihenfolge" (schaue chronologisch)- da darf man ja gespannt sein, ob mir diese Idee hier auch wieder so gefällt :lol: :lol: ...

Sachen gibt's- die Welt hat echt einige witzige Zufälle 8) !
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Beitragvon martha » Fr, 19.10.2007 00:49


Onkel Donald hat geschrieben:Sachen gibt's- die Welt hat echt einige witzige Zufälle 8) !


Vielleicht zählt zu diesen witzigen Zufällen ja auch, dass just diese Folge "Das doppelte Lordchen" am Sonntag um 20.15 Uhr auf "Das Vierte" ausgestrahlt wird. :o
Da kann man dann wieder so charmante Komplimente hören wie "Du siehst aus wie ein Fußkranker mit Rabattmarken in der Tasche." :twisted:
Klaus hat geschrieben:
Das wäre zwar noch kein direkter Beweis, aber zumindest ein ebenso erdrückendes Indiz gewesen, wie die letztendliche Überführung durch Colliers geradezu "blindes" Hineintappen in Columbos raffiniert gestellte Falle, wodurch zwar seine Anwesenheit auf dem Grundstück zum Tat-Zeitpunkt, der Mord an Carl Donner selber aber noch lange nicht, bewiesen wäre.



Das wäre eigentlich mal 'ne statistische Erhebung wert, die Folgen aufzuzählen, in denen Columbo den Mord hieb-und stichfest beweisen kann. Ich glaube, dass sind gar nicht so viele.
Auch die Folge "Der Schlaf, der nie endet" steht doch in der Tradition jener Folgen, in denen Columbo den Beweis erbringt, dass der Mörder am Tatort war.
Selbst die Episoden "Playback" oder "Der erste und der letzte Mord" lassen immer noch ein wenig Spielraum, dass der Verdächtige nicht zu 100% der Mörder hätte sein müssen.
Das ist doch gerade das reizvolle an der Aufklärung.
Das Ziel ist zu zeigen: Ja, der Mörder hat gelogen und war zur Tatzeit am Tatort.
Das wird auch in Episoden wie "Mord nach Termin", "Tödlicher Jackpot" und selbst "Des Teufels Corporal" gezeigt.
In immer unterschiedlichen Varianten, aber das ist allemal interessanter als eine Aufklärung, die nur auf Fingerabdrücken auf einer Tatwaffe basieren würde.
Der Reiz bei Columbo ist für mich immer die Trickkiste, mit der Alibis ausgehebelt werden bzw. wie die Mörder an einen Punkt geführt werden, wo ich als Zuschauer sage: Jau, gezz würde ich als Schurke auch die Waffen strecken.
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Beitragvon OnkelDonald » Fr, 19.10.2007 08:27


martha hat geschrieben:"Du siehst aus wie ein Fußkranker mit Rabattmarken in der Tasche."

:lol: ---

Heute abend schaue ich mir Den Schlaf der nie endet an (gestern Playback) und bewerte dann nachher.
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Beitragvon Wikinger81 » Sa, 15.03.2008 00:48


Ich finde diese Folge klasse. Wie Columbo schon nach kurzer Zeit dem Mörder ganz offen zuverstehen gibt, dass er ihm kein Wort glaubt, egal was dieser unternimmt um ihm das Gegenteil zu beweisen - einfach cool.

George Hamilton spielt den Mörder sehr überzeugend aber sein Patzer am Ende, als er Columbos Verwechslungsspiel auf den Leim geht, war sein Untergang. Das war richtig clever eingefädelt von unserem Meister Detektiv! :lol:


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Beitragvon Schulz » Di, 22.07.2008 18:05


Hab damals 4 Punkte gegeben, mittlerweile gebe ich aber 5.
Diese Episode hat die von mir oft erwähnte besondere geile Atmosphäre.

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Beitragvon dille » Mi, 26.11.2008 18:15


Mir haben am besten die beiden Luftbläschen gefallen, die durch den Tropferschlauch in Mrs. Donners Arm glitten.

Aber nun zur Folge. Geplante Morde sind etwas Schönes, besonders, wenn man bei der Planung dabei sein kann. Dass Hamilton wunderbar planen kann, zeigt er in seinem zweiten Columbo-Auftritt Ende der 80er Jahre. Hier hingegen war es eine Affekthandlung, die zudem noch wenig motiviert war, denn lebensbedrohlich für Mrs. Donner sah das Handgemenge mit ihrem Mann beileibe nicht aus, um gleich jemanden zu erschlagen. Aber gut, wenn die Drehbuchautoren so entschieden haben, wird es respektiert. Gravierender wirkt da schon der entscheidende Logikfehler in dieser Folge: Dr. Collier vermag es mittels seiner hypnothischen Fähigkeiten, Nadia Donner dazu zu verleiten, in den Tod zu springen. Er schafft es aber nicht, sie zu einer Falschaussage zu manipulieren. Ist Collier nur auf Sprünge spezialisiert oder wie lässt sich das erklären? Gleich gravierend wie der Logikfehler ist da auch die Sache mit dem Auto als entscheidender Drehbuchfehler in dieser Folge. Er hat sich mit seinem (zugegebenermaßen sehr schicken) Mercedes eine dicke Beule in den Kotflügel (Hamilton fährt in "Der erste und der letzte Mord" übrigens wieder einen Mercedes, diesmal kein Cabrio, sondern ein Coupe) gefahren, und irgendwie scheint's keinen so richtig zu stören, obwohl angesichts der Wucht des Aufpralls zumindest Lackspuren am Pfeiler zurückbleiben mussten, die man dann sehr leicht mit denen an Colliers Wagen hätte vergleichen können - naja, mit Autos hat man's halt nicht so sehr bei Columbo; wenn ich da an den Clubbesitzer der Intelligensbestien denke, der sich auch mal eben so nebenbei die Karre zurechtbiegen lässt, mit der er gerade jemanden überfahren hat...
Aber nichtsdestoweniger - George Hamilton mag ich sehr als Mörder, noch viel mehr natürlich in seinem zweiten Auftritt. Hier zeigte er unmittelbar vor seiner Affekthandlung Schwächen in der Standhaftigkeit, wirkte fast ein bisschen rebellisch. Das störte mich. Auch, mit welchem Gesichtsausdruck er an der Seite seiner Geliebten das Haus verlassen wollte, von deren Ehemann jedoch aufgehalten wurde - so einen schmachtenden Blick hätte selbst Clark Gable nicht draufgehabt. Auch das störte mich. Die erste Einstellung von Hamilton in dieser Episode ist da schon eher mein Geschmack und fast schon unfreiwillig komisch ist sie auch: Wie er da auf seiner Couch sitzt und an seinem Glimmstengel zieht und dabei dreinschaut - köstlich überzogene Arroganz. Und ich schrieb ja bereits neulich, dass gerade dieses Überzogene im Auftreten und Reden und besonders in der Interaktion mit Columbo für die komischen Momente sorgt - sofern es sich um überzogene Selbstüberschätzung handelt (alles andere mag ich nicht so, besonders nicht Theatralik à la Schach dem Mörder und Hysterie à la Zigarren für den Chef. Aber zum Glück hatte sich Collier nach dem Mord wieder gefangen und ging dem nach, was er gut konnte: Herablassend und schmierig sein. Daher bin ich auch der Meinung, dass Hamilton die Episode auffängt, sie dennoch angenehm ist, auch, wenn das Drehbuch für die Tonne ist, der Mord (gemeint ist bei mir immer der eigentliche, also der erste Mord, Folgemorde werden immer gesondert kenntlich gemacht) eher Totschlag war, es zwei Morde gab (das mag ich auch nicht so), Spuren gelegt, hinterher aber nicht wieder aufgenommen wurden... wo ich's gerade erwähne: Die Spur mit dem Pfeiler war natürlich sehr offensichtlich, da hätte man sich als Zuschauer gleich gedacht: Den muss er kriegen, der Pfeiler hat jetzt einen Mercedes-Abdruck. Der Clou war es dann wahrscheinlich in diesem Zusammenhang, eben diese für den Zuschauer entscheidende Spur als für die Aufklärung des Falles unbedeutend erscheinen zu lassen und stattdessen die Überraschung mit dem Blinden zu liefern, von dem die meisten Zuschauer von vornherein gesagt hätten: Ok, der ist blind, sieht nichts, macht nichts. Wäre eine Rechtfertigung für die Diskrepanz im Drehbuch, aber auch gleichzeitig der Beweis für die schlamige Arbeit der Polizei. ;-)

Insgesamt bekommt die Folge 3/5 Punkte.
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Beitragvon martha » Mi, 26.11.2008 22:32


Ich bin am Sonntag bei der Folge leider eingeschlafen, aber bei meiner Lieblings-Szene war ich natürlich noch hellwach:
Columbo und der "Haufen langweiliger Ärzte".
Selbst der Inspector scheint überrascht zu sein, wieviel hohle Phrasen sich in kurzer Zeit dreschen lassen.
Besonders eine der Damen in dieser schlauen Medizinerrunde liefert die wohl dürftigsten Sätze ab, die je für eine "Columbo"-Folge geschrieben wurden.
Am Ende gibt sie aber selbst die Erklärung:"Mein Mann sagt immer, ich bin dumm."
Da gab's doch im näheren Umkreis wenig Widerspruch.

Liebe Macher, am Frauenbild in dieser Episode hättet ihr aber doch noch etwas feilen müssen!

Deshalb bin ich mal so dreist und verleihe dieser Folge die "saure Gurke" für den frauenfeindlichsten "Columbo"-Fall, zumal ja auch das weibliche Opfer Wachs in den Händen des Mörders ist.
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Re:

Beitragvon black_trenchcoat » Mo, 22.06.2009 14:03


Just_One_More_Thing hat geschrieben:
martha hat geschrieben:Warum hypnotisiert er sie nicht dahingehend, dass sie den Verhören der Polizei standhält?

Na ja, vermutlich weil das am Anfang der Folge auch schon nicht geklappt hat. Das Problem ist, dass er ihr nur vorgefertigte Antworten eintrichtern kann. Wenn Columbo die Zeugin jedoch mit Indizien konfrontiert, die ihren Aussagen widersprechen und weitergehende Antworten (=Improvisation) erfordern, ist die Methode relativ nutzlos.


Er muss ihr keine vorgefertigten Antworten eintrichtern, sondern ein glaubhaftes Verlaufsszenario, das Problem ist vielmehr, dass solche Vorgehensweise sorgfältiger Planung bedarf, Kenntnisse der Örtlichkeit voraussetzt, keine Rhinozeros-Abdrücke hinterlassen werden dürfen, um eine etwaige Konfrontation mit Indizien zu verhindern; abgesehen davon, dass er auf diese Situation nicht vorbereitet war, fehlte einfach die Zeit.

Just_One_More_Thing hat geschrieben:
martha hat geschrieben:Und was bitteschön soll der Vorschlag mit dem Lügendetektor? Diese Idee verpufft auf einmal

Ich denke, das war auch nur ein Vorwand, und gar nicht mal so dumm eingefädelt vom Mörder: Er erzählt Columbo, dass er die Zeugin dazu bewegen will, den Test zu machen. Diese begeht danach (so scheint es) Selbstmord. Zusammen wirkt das fast wie ein Schuldeingeständnis. Außerdem hat er mit der Lügendetektorgeschichte einen Vorwand, damit Nadia die Droge nimmt.


Die Überlegung hat was, ich versteh nur nicht, warum Columbo ihm, solche, für die Beweiskraft unerhebliche Maßnahme nicht in Abrede stellt.


Just_One_More_Thing hat geschrieben:Aber das größte Problem ist, dass Collier nicht merkt, dass man ihm hier eine vollkommen offensichtliche Falle stellt: Columbo präsentiert in provozierender Weise einen Belastungszeugen als Sehenden, von dem Collier weiß, dass er blind ist. Natürlich weiß er auch, dass er dies niemals zugeben darf, weil er den Zeugen, wie er selbst sagt, ja nie gesehen haben will. Der Blinde nennt Details, die ihm nur Columbo zugesteckt haben kann. Dass das eine Falle ist - also offensichtlicher geht's ja wohl nicht. :!:

Es gefällt mir nicht, dass Columbo mit so einem kindisch-naiven Bauerntrick aufwartet, und noch weniger, dass ein halbwegs intelligenter Mörder darauf hereinfallen soll. Das ist schlichtweg zu unrealistisch.


Collier merkt es ja, und ich denke das ist von Columbo ja auch so gewollt. Er will ihm das Gefühl vermitteln, dass er reingelegt werden soll, um ihm auf die falsche Spur zu locken, indem er ihm glauben lässt, dass der (falsche) Blinde gar nicht blind sei, um ihn mit den echten Blinden übertölpeln zu können, wer würde den auch in der Situation Zwillinge vermuten. So leitet er ihn quasi auf die falsche bzw. wirft ihn sogar kurzzeitig aus der Spur, um ihn dann am Pannenstreifen zu überholen. Genial! Ich sehe das nicht als Bauerntrick, eher möchte ich es als höchst riskantes Wagnis benennen, unrealistisch sind ja ohnehin einige Fälle, so auch hier.

Die Folge besitzt nahezu null Humor, ist äußerst unspektakulär, man muss sich phasenweise richtig aufraffen um aufmerksam zu bleiben. Das unstete Verhalten des Mörders passt diesmal selbst mir nicht, bei Roger Stanford in "Zigarren für den Chef" fand ich’s, in Anbetracht seines Alters angemessen, bei Collier wirkt es aufgrund fortgeschrittener Reife, total verfehlt.
Was die Atmosphäre anbelangt, kann ich mich Martha vollauf anschließen, frostiger geht’s kaum mehr! Und dennoch, trotz Mängel, wie der nicht berücksichtigte Wums gegen die Einfahrt (den der Blinde wohl hören hätte müssen), konnte man hier sehr gut, mal abgesehen vom Schluss, in die Gedankengänge des Inspektors Einsicht nehmen, und darin besteht für mich die eigentliche Faszination dieses Falls. Aufgrund dessen kann ich gerade noch mit einer schmeichelhaften 3 bewerten.
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Re: Re:

Beitragvon martha » Mo, 22.06.2009 18:35


black_trenchcoat hat geschrieben: Das unstete Verhalten des Mörders passt diesmal selbst mir nicht, bei Roger Stanford in "Zigarren für den Chef" fand ich’s, in Anbetracht seines Alters angemessen, bei Collier wirkt es aufgrund fortgeschrittener Reife, total verfehlt.


Das erinnert mich mal wieder daran, dass ich lange Zeit dachte, Roddy McDowall wäre in "Zigarren für den Chef" einer der jüngsten Schurken-Darsteller der Serie.
Doch dann sah ich McDowall in 'nem uralten Lassie-Streifen aus den 1940er Jahren.
Da hab ich mal in seine Vita geklickt und war doch überrascht: Jahrgang 1928.
In der Zigarren-Folge war er also schon 43 :o .
Zum Vergleich: George Hamilton war in "Der Schlaf, der nie endet" gerade mal 35!

So kann man sich täuschen.
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Re: Re:

Beitragvon Venus » Mo, 22.06.2009 18:48


martha hat geschrieben:Das erinnert mich mal wieder daran, dass ich lange Zeit dachte, Roddy McDowall wäre in "Zigarren für den Chef" einer der jüngsten Schurken-Darsteller der Serie.
Doch dann sah ich McDowall in 'nem uralten Lassie-Streifen aus den 1940er Jahren.
Da hab ich mal in seine Vita geklickt und war doch überrascht: Jahrgang 1928.
In der Zigarren-Folge war er also schon 43 :o .
Zum Vergleich: George Hamilton war in "Der Schlaf, der nie endet" gerade mal 35!
So kann man sich täuschen.


@martha: Interessant. Dann war der Neffe aus der besagten :smoke: -Folge gut zurecht gemacht, ich dachte, der sei Mitte 30. Auf jeden Fall ist Hamilton wohl der einzige Columbo-Schurke, der derzeit in Deutschland lebt, oder? :wink:
http://www.express.de/nachrichten/regio ... 40502.html
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Re: Bewertet: "Der Schlaf, der nie endet"

Beitragvon black_trenchcoat » Mo, 22.06.2009 18:57


Da sieht man mal, wie negativ sich die Folgen des Rauchens auf das Äußere auswirken. :mrgreen:
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Re: Bewertet: "Der Schlaf, der nie endet"

Beitragvon H-Scorpio » Sa, 25.07.2009 14:14


Zu den Merkwürdigkeiten und Ungenauigkeiten dieser Folge wurde ja schon ales gesagt, dem schließe ich mich an.
Die Überführung ist nicht schlecht, auch wenn ich Probleme damit hab. Geht das nur mir so oder hätte man den Mann aufgrund seiner gespielten Augen- und Körperhaltung und der dunklen Brille nicht tatsächlich für blind hätte halten können. ?-/
Gemessen an anderen Fällen ist das Überführungsdetail hier auch nicht von geringerer Aussagekraft (von Beweiskraft will ich nicht reden) als üblich. Es beweist ja, dass Collier sich an dem Tag in der Nähe des Tatortes aufgehalten hat. Viel mehr wird bei Columbo meist sowieso nicht erwiesen.

George Hamilton macht seine Sache ordentlich, Columbo befremdet mich aber in dieser Episode. Erst wirkt er auffallend lethargisch und apathisch, später für seine Verhältnisse offensiv und aggressiv. Gut, Collier ist natürlich vom Typ her nicht einer der Mörder, mit denen der Inspektor bis zum Schluss ein lockeres Verhältnis haben kann (wie mit Carsini oder Devlin oder Abigail Mitchell). Da kann die unterschwellige Antipathie in offene Konfrontation übergehen.
Erstaunlich und unrealistisch für mich auch, dass Columbo so schnell die Vorgehensweise beim Mord an Nadia Donner entlarven konnte. Ob sie ausgezogen war oder nicht, dass er ihr am Telefon eintrichtert, sie würde schwimmen gehen und sie damit zum Sprung vom Balkon animiert, hätte ihn eigentlich realistisch gesehen länger beschäftigen müssen.

Ich gebe schwache drei Punkte.
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Re: Bewertet: "Der Schlaf, der nie endet"

Beitragvon martha » So, 26.07.2009 11:04


H-Scorpio hat geschrieben:Erstaunlich und unrealistisch für mich auch, dass Columbo so schnell die Vorgehensweise beim Mord an Nadia Donner entlarven konnte. Ob sie ausgezogen war oder nicht, dass er ihr am Telefon eintrichtert, sie würde schwimmen gehen und sie damit zum Sprung vom Balkon animiert, hätte ihn eigentlich realistisch gesehen länger beschäftigen müssen.


Ich war eigentlich noch nie 'n Fan von Zweitmorden bei "Columbo", schon gar nicht in den Kurzfolgen.
Das verwässert nur die hauptsächliche Ermittlungsarbeit, wird oft im Ruck-Zuck-Stil abgearbeitet...
...oder der zweite Schurkenstreich fällt wie beim "Hauch von Mord" quasi komplett unter den Tisch.
Der interessanteste Zweitmord war für mich der in "Mord in der Botschaft", weil mir da die Kontaktlinsen-Geschichte gut gefallen hat.
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Re: Bewertet: "Der Schlaf, der nie endet"

Beitragvon Jerry » Fr, 31.07.2009 20:04


Also, eine gute Folge. Spannend, wie Columbo dem Pärchen auf die Schliche kommt, immer mehr Indizien sammelt und schliesslich festellt, dass es kein Raubüberfall gewesen sein kann. Die Aufklärung mit dem Blinden Mann ist gut, die Überführung ebenfalls.
Die Ermittlungsphase und die Ausführung des Mordes sind gut gemacht, der " unfreiwillige Selbstmord kommt mir einwenig ungewöhnlich vor ; insgesamt eine gute Folge.

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