Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon martha » Do, 06.08.2009 16:54


Zur schwachen "Spatz"-Frequenz gibt es wohl die Erklärung, dass die Folge seit ca. drei Jahren nicht mehr im deutschen TV lief und auch noch nicht auf DVD zu bestaunen ist.

Noch ein Wort zum Kreuzworträtsel:
Sah in der Tat sehr arrangiert aus.
Ich hätte Columbo auch zugetraut, dass er im Vorbeigehen mit wachem Auge die Tautropfen erspäht.
Die Motorhaube als Unterlage für die Rätselei...na ja.
Wenn man es als Herausforderung ansieht, mit Hilfe von Requisiten Indizien aufzustöbern, ist das fraglos 'ne recht billige Lösung.
Bleibt für mich aber lediglich 'ne Bagatelle.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Spitze!

Beitragvon dille » Do, 06.08.2009 19:29


andy_vip hat geschrieben:]aber mal kurz zu ner Logikfrage: warum drehen die Autos, die weg wollen, nicht indem sie kurz auf der Wiese wenden? - Es geht hier um nen Toten und um Polizisten, die weiterarbeiten wollen - es gab keinen Bordstein und es sah auch nicht ansatzweise nach nem wertvollen Rasen aus...


Für mich ist hier kein logisches Defizit erkennbar. Wäre es ein Notfall gewesen, jemand hat einen Herzinfarkt und der Rettungswagen muss schnell durch... aber nur, damit's alle ein wenig bequemer haben, fährt man nicht durch die Rabatten.
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon martha » Do, 06.08.2009 20:13


Noch 'n Nachtrag zu der Liste mit den "Columbo"-Elementen aus früheren Folgen.
Gestern fiel mir auf, dass man noch eine hinzufügen kann:
"Mord mit der linken Hand".
Harold ist Linkshänder, und als Columbo ihn drauf anspricht, sagt er, dass er die Zigarette auch in die rechte Hand nehmen könnte.
Auch Brimmer hat den Schreibstift sofort in die rechte Hand genommen, als er vom Inspector als Linkshänder entlarvt wurde.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
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Re: Spitze!

Beitragvon andy_vip » Do, 06.08.2009 20:40


dille hat geschrieben:
andy_vip hat geschrieben:]aber mal kurz zu ner Logikfrage: warum drehen die Autos, die weg wollen, nicht indem sie kurz auf der Wiese wenden? - Es geht hier um nen Toten und um Polizisten, die weiterarbeiten wollen - es gab keinen Bordstein und es sah auch nicht ansatzweise nach nem wertvollen Rasen aus...


Für mich ist hier kein logisches Defizit erkennbar. Wäre es ein Notfall gewesen, jemand hat einen Herzinfarkt und der Rettungswagen muss schnell durch... aber nur, damit's alle ein wenig bequemer haben, fährt man nicht durch die Rabatten.


Es stimmt, für nen Notfall muss die Einfahrt frei sein - gutes Argument um das Nobelauto wegzufahren. Aber dannoch ist der Rasen nen halber Acker, zumindest hat er nichts mit Gärnerarbeit zu tun und es ist definitv kein Bordstein da. - Kein Hähn hätte nach gekräht, wäre da jemand zum wenden kurz über den rasen gefahren. In jeder anderen Folge oder im echten Leben parkt die Polizei auch da wo grad Platz ist. Jeder städtische Gärnerwagen parkt auf irgend ner Wiese. - Der Logikfehler: es fehlt ein höherer Bordstein oder nen Blumenbeet - von mir aus auch nen englischer Rasen.... - aber dies ist (trotz aller Genialität der Szene und der Folge) lächerlich.
hier der Acker-Rasen:
Bild
Habe den allerersten Beitrag in diesem Jahrzehnt hier im Forum verfasst und bin richtig stolz drauf :-) !
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Re: Spitze!

Beitragvon dille » Do, 06.08.2009 21:25


andy_vip hat geschrieben:In jeder anderen Folge oder im echten Leben parkt die Polizei auch da wo grad Platz ist.


Aber doch nicht in Vorgärten.

Was mir gerade einfällt: Die Polizisten müssen gar nicht am Wagen vorbei. Der einzige, der da'n Wind macht, ist Anwalt Bertie. Und der trägt ja auch schwerlich zu den Ermittlungen bei.
Aber du hast Recht... die Wiese ist'n halbes Kartoffelfeld. Trotzdem macht man das nicht, einfach drüber zu gondeln, vielleicht gefällt den Besitzern das ja so. Wenn du ein schmutziges Hemd anhast, heißt das für mich ja auch nicht, dass ich Kaffee drüberschütten darf. ;-)
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon columbo93 » Mi, 02.09.2009 15:06


inhalt"

Harold McCain ist ein leidenschaftlicher Spieler, der jedoch nicht gerade vom Glück verfolgt wird. Als er mal wieder in Las Vegas ist, wird er von Mr. Hacker aufgesucht. Sofort ergreift Herold die Flucht und fährt nach Los Angeles zu seinem Onkel, von allen "Big Fred" genannt. Der ist aber über den Besuch seines Neffen gar nicht erfreut, gestattet ihm aber, ein paar Tage zu bleiben, wenn er nicht um Geld bettelt. Tante Dolores, stets angetrunken, empfängt ihn allerdings sehr freundlich. Sie unterstützt ihn, wo sie nur kann. Big Fred ist seit einiger Zeit Präsident eines erfolglosen Footballteams. Doch ausgerechnet, als Harold gegen sie wettet, gewinnen sie ihr Spiel. Zu Hause bastelt Harold eine Bombe. Es gelingt ihm, Hacker, der anruft, noch eine Woche hinzuhalten. Harold baut seine Bombe nachts in den Wagen seines Onkels ein. Die Nacht verbringt er mit einer Frau. Am nächsten Morgen bekommt er einen Anruf von Funktionären des Football-Teams, die auf Big Fred warten. Harold verspricht herauszubekommen, wo sein Onkel ist. Auf dem Weg zu Big Fred blockiert die Polizei und ein Krankenwagen die Straße. Dolores ruft Harold aufgeregt zu. Big Fred wurde beim Joggen angefahren, der Fahrer des Wagens ist geflohen. Big Fred ist tot. Als Harold Dolores nach Hause fährt, bemerkt er, dass der Wagen seines Onkels noch unverändert auf seinem Platz steht; es sitzt aber jemand drin. Es ist Inspektor Columbo, den Harold aber schnell aus dem Auto holen kann. Columbo spricht Dolores sein Beileid aus und lässt sie ins Haus begleiten. Columbo erklärt, da vermutlich später sehr viel Betrieb auf dem Grundstück sein wird, dass es das beste wäre, den Wagen wegzufahren. Sofort macht sich Herold hektisch auf die Suche nach den Schlüsseln zu dem Wagen. Columbo verhört den Gärtner, der am Morgen nur den joggenden Big Fred gesehen hat. Als der Gärtner seine Arbeitsutensilien zu seinem Wagen zurückbringen will, den er auf der Straße geparkt hat, muss er feststellen, dass der Wagen verschwunden ist. Sofort informiert er den Inspektor. Die Polizei hat den Laster schon gefunden: Es ist der Wagen, mit dem Big Fred überfahren wurde. Während die Polizisten nun allesamt beschäftigt sind, versucht Harold die Bombe zu entfernen, kommt aber nicht rechtzeitig dazu. Inzwischen trifft auch Bertie Subcovic, der General Manager des Football-Teams mit dem Übertragungswagen seines eigenen Fernsehsenders ein. Man entschließt sich, endlich Big Freds Wagen wegzufahren, um den Stau in der Einfahrt aufzulösen, jedoch findet niemand einen Schlüssel. Da sagt der Gärtner, dass er einen Schlüssel hat. Gerade als er los fahren will explodiert das Auto. Vor dem Wagen finden sich frische Kratzspuren. Harold gibt an, dass nur ein Profi die Bombe in den Wagen eingebaut haben kann, doch Columbo glaubt eher an jemandem aus dem Umfeld Big Freds. Der Inspektor hat in einer Mülltonne nach Benzin riechende Baumwollhandschuhe gefunden. Dolores gibt an, es seinen ihre, die sie immer zum Tanken benutzt. Die Trauerfeier Big Freds wird zum großen Medienereignis. Dolores will sich nun um sämtliche Geschäfte Big Freds selbst kümmern und sich nicht von Harold, sehr zu dessen Verwunderung und Verärgerung, hereinreden lassen. Columbo schaut sich das Video der Autoexplosion, welches von dem Fernsehteam gemacht wurde, an; seine Kollegen halten die Suche nach dem Fahrer, der Big Fred getötet hat, für aussichtslos. In einem Autohaus versucht der Inspektor herauszufinden, wie die Bombe in den Wagen eingebaut werden konnte. Dabei stellt er fest, wie die Kratzspuren in die Einfahrt gekommen sind. In der Zwischenzeit gibt Hacker Harold noch 48 Stunden, um seine Schulden zu begleichen. Sofort verabredet sich Harold mit Dolores. Als Harold gerade die Einfahrt herauffährt, entdeckt er am Explosionsort einen baugleichen Rolls Royce und Inspektor Columbo. Dieser berichtet, wie die Bombe eingebaut wurde und wie die Kratzspuren in den Beton kamen. Die stammen nämlich von Schuhabsätzen, die mit Metall beschlagen sind, so wie sie auch Harold trägt. Columbo gibt zu, dass er Harold verdächtigt, doch keine Beweise hat. Nachdem Dolores und Harold nun den Nachmittag im Bett verbracht haben, gehen beide in ein vornehmes Restaurant zum Essen. Dabei bittet Harold Dolores mehr oder weniger um das ihm fehlende Geld, doch Dolores will es ihm nicht geben. Harold unterstellt ihr daraufhin, dass sie mit dem Tod Big Freds etwas zu tun haben könnte, was Dolores sichtlich nervös macht. Dann berichtet Harold von vielen Indizien, die für seine Theorie sprechen und will Dolores erpressen. Dolores lässt sich von Harold nach Hause fahren, ihr Wagen steht noch bei ihm. Erst am nächsten Morgen fährt Harold wieder nach Hause. Er macht sich gerade fertig, ins Bett zu gehen und steckt eine größere Menge Bargeld in seinen Stiefel. Dann ruft er Dolores an, um sie erneut nach dem Geld zu fragen, die vorgibt, ihm die Summe zu geben; er solle vorbeikommen und es sich abholen. Währenddessen spannt sie aber bereits ihre Pistole. Harold macht sich sofort auf den Weg. Mittags reist die Polizei mit Blaulicht zu Harolds Haus, wo dieser erschossen in seiner Wohnung liegt, die Pistole neben ihm. Der Tod ist zwischen 8:15 Uhr und 9:30 Uhr eingetreten. Es sieht so aus, als hätte sich der Mörder Zutritt durch den Keller verschafft und Harold geweckt, der seine Pistole noch zücken konnte aber dann zuerst erschossen wurde. Dolores habe den Toten dann um 10:30 Uhr entdeckt. Diese berichtet dem Inspektor nun von Harolds Spielsucht und von Hacker, der Geld von haben wollte. Sie wäre am Morgen dann zu Harold gefahren, um ihm das Geld zu geben; Harold wollte am Nachmittag wegfahren. Columbo lässt vor Dolores' Abfahrt noch Fotoaufnahmen von deren Wagen machen. Im Haus entdeckt Columbo viele Kleinigkeiten, die darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt. Der Inspektor findet heraus, dass Harold die ganze Nacht in einem Spielkasino war und sich für den Abend eine Karte für ein Pokerturnier gekauft hat. Er konnte also nicht die Stadt verlassen wollen, wie Dolores aussagte. Columbo sucht Dolores auf und zeigt ihr das Video von der Explosion des Rolls Royce. Das Video zeigt, dass Harold schon vor der Explosion wusste, was passieren würde; er hat die Bombe eingebaut. Außerdem berichtet Columbo von den Ungereimtheiten in Bezug auf Harolds Tod. Im Spielcasino erfährt der Inspektor, dass sich Harold dort nach seinem Besuch noch die Haare schneiden ließ. Columbo sucht erneut Dolores auf. Columbo zeigt anhand eines Fotos, dass der Wagen von Dolores in der Nacht vor dem Mord vor Harolds Haus gestanden haben muss. Anhand eines Hutes, den Harold getragen hat, und der darin gefundenen Haare, kann Columbo außerdem beweisen, dass Harold kurz vor seinem Tod noch in Dolores Haus war. Dolores sagt, sie hätte kein Motiv für den Mord gehabt, doch Columbo gibt an, dass Harold meinte, Dolores wäre der Mörder von Big Fred. Dolores verlangt Beweise dafür, dass sie ihren Mann überfahren habe, doch Columbo genügt es, sie wegen des Mordes an Harold verhaften zu können.
bewertung:#
ch bin aufgewühlt! Mal wieder eine Columbo-Episode, die vom "normalen" Strickmuster abweicht. Zwar gibt es einige Überraschungen, aber alles in allem eine doch unbefriedigende Lösung. Sicher, amüsant ist es schon, Harolds verzweifelten Versuch, seinen Onkel zu ermorden, zu beobachten und so seine Überraschung festzustellen, dass sein Onkel nicht durch die Bombe, sondern durch einen Verkehrsunfall getötet wurde, doch waren drei aufzuklärende Morde einfach zu viel. Selbst für den Inspektor, der es gar nicht für nötig hielt, Dolores den Mord an ihrem Mann nachzuweisen. Auch die Aufklärungsszene, in der viel zu vieles von dem wiederholt wurde, was der Zuschauer durch Erklärungen des Inspektors schon wusste, war merkwürdig. Es ist ja schön und gut, wenn man weiß, wie der Inspektor zu seinen Schlussfolgerungen kommt, doch muss er es deshalb jedem auf die Nase binden? Da fand ich es doch früher viel schöner, wenn Columbo mit seiner unnachahmlichen Art fast jeden im Unklaren ließ, ob es nun Zufall oder List war, die ihn auf die richtige Spur führte; nur der Zuschauer wusste es besser. Na ja, diese Art der Auflösung wird in späteren Episoden noch mehr übertrieben, der absolute Höhepunkt – im negativen Sinne – ist hier die Episode 66 "A Trace of Murder" / "Keine Spur ist sicher".

Neben den drei Morden also – von denen Columbo den ersten gar nicht richtig untersucht, den zweiten erst auflöst, als der Mörder schon tot ist und nur den dritten endgültig aufklärt – gab es zwar einige lustige Szenen, ansonsten aber wenig Höhepunkte, da man zeitweise schon den Eindruck hatte, dass Columbos Scharfsinn so langsam nachlässt, während man sich früher immer im Klaren war, dass Columbos Schusseligkeit nur eine Maske war.
fazit:
diese folge ist ja ma der absolute oberhammer 8O 8O

eine originelle story, mit vielen überraschungen

harold will big fred töten, installiert ne bombe
dolores weiss davon nix und will auch big fred töten,
dolores überfährt fred
als harold kommt, spielt sie die geschockte
er rasst zurück, um die bombe zu entfernen, dolores die davon nichts weiss dusselt auf dem sitz
die bombe tötet vernando
dolores weiss nicht, dass harold die bombe gelegt hat, und harold weiss nicht das dolores big fred getötet hat

ein sehr witziges bild, nach dem fred ermordet worden ist

dolores spielt die trauernde, und weiss nicht das es in harolds kopf wegen der bombe, sie er entfernen muss rumort

harald weiss nicht das dolores den mord begangen hat, denkt nur an die bombe

Das ende vom lied

beide haben einen mord begangen, von dem der andere nichts weiss, wenn das keine originelle story ist :mrgreen:


dann kommts zur erpressung, weil harald alles weiss, und dolores töte harold, erfährt später voon columbo, das harold fred töten wollte, aber sie schneller war

und bei der tollen auflösung macht sie wo columbo iht die hare aus m hut zeigt, nen klasse gesichtsausdruck, und als er sagt sie hätte fred ermordet guckt sie auch perfek



fazit: eine in allen punkten überragende folge mit euner tollrn mörderin

(fand dolores sehr sympatisch)
Zuletzt geändert von columbo93 am Mo, 26.04.2010 15:57, insgesamt 1-mal geändert.
"Meine Frau hat einmal 80 Dollar für eine Fußbank geboten, der auf Kaffeedosen stand. Können Sie sich das vorstellen?"
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon sagittarius » Mi, 14.04.2010 13:14


Dieser Columbo nimmt einen anderen Verlauf, als man es sonst gewohnt ist. Er ist wendungsreich mit Überraschungen. Es herrscht Spannung durch Ungewissheit, wie es weitergeht. Wir haben mit Dolores und Harold zwei Mörder, die es auf dieselbe Person abgesehen haben und die zunächst nichts voneinander wissen.

Das ist eine starke sportliche Leistung: Die Footballmannschaft von L. A. macht aus einem 0:19 ein 20:19. Pech für Harold McCain, denn er hat auf die Verlierermannschaft gesetzt.
Ist Harold ein Verlierertyp? Er ist intelligent, aufgeweckt, reagiert schnell (vor allem, wenn ein Gläubiger naht) und beweist beim Bombenbasteln handwerkliches Geschick. So einer müsste doch einen festen Job kriegen, wenn er wollte, zumal sein Onkel vermögend ist.

Dolores finde ich in gewisser Hinsicht faszinierend. Sie ist trinkfest, unattraktiv, hat ein Verhältnis mit ihrem Neffen, kann weinen, wenn erforderlich und ist verbittert, da sie sich ausgenutzt fühlt. Dennoch übernimmt sie die Leitung des Footballteams und erteilt Harold eine Abfuhr.
Zu Beginn des Films fragte ich mich, wieso ist Dolores betrunken? Sie trinkt doch nur Orangensaft. :D
Das ist eine Wandlung: von einer Nebenrolle zur Hauptperson und Gegenspielerin Columbos. Gegen Ende des Films wird es einsam um sie: Big Fred ist tot, Harold ist tot und Columbo verweist sie des Hauses. Auch wirkt sie auf mich nüchterner.

Selten war ein Rasen so wertvoll wie hier: Weil in einer Auffahrt mehrere Autos stehen und der Rasen geschont wird, wird Fernando beauftragt, Big Freds Auto wegzufahren. Das führt zu seinem Tod. Der Mörder ist immer der Gärtner? Hier nicht.

Columbo hat mit Detective Robertson endlich mal einen Kollegen, der ihm Kontra gibt. Gegensatz: der dumme Polizist am Schluss, der vor der Tür stehen bleibt und Dolores auch noch abführt.
Columbo löst Kreuzworträtsel, während seine Kollegen auf ihn warten. Da wäre ich aber auch sauer.

Die Überführung von Harold (posthum) ist gut, die von Dolores nicht. Columbo redet zu viel von Dingen, die der Zuschauer nicht verfolgen konnte. Die Haare in Harolds Hut, gefunden in Dolores' Haus, beweisen natürlich Harolds dortige Anwesenheit zum Todeszeitpunkt, wenn er kurz zuvor beim Friseur gewesen war.

Für mich ist "Ein Spatz in der Hand" ein überragender Columbo und gebe 5 Punkte.
"So was wie den perfekten Mord gibt es nicht. Das ist nur eine Illusion."
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon T3amgeist » Mo, 02.05.2011 22:52


Gute Folge, leider gilt hier das Sprichwort "Zu viele Morde verderben den Columbo"! Mir missfällt es dass Columbo sich damit zufrieden gibt nur einen der 2 Morde aufgeklärt zu haben, das passt so garnicht zu ihm. Genial finde ich die Überführung von Harald anhand des Videos, die von Dolores ist imho allerdings nicht ganz so gelungen. Trotzdem sehr spannende Folge mit einer tollen Wendung, würde hier 8/10 vergeben.
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Re:

Beitragvon visiteur » Mo, 18.07.2011 01:57


martha hat geschrieben:
Wenn das Ganze aber auf eine so gelungene Folge wie den "Spatz" verteilt wird, und die komplette Episode so spannend erzählt wird (sogar Hitchcocks Grundsatz wird eingehalten, dass die Explosion einer Bombe nur dann effektiv ist, wenn der Zuschauer vorher weiß, dass eine Bombe da ist)
...dann ist die Folge für mich ganz klar "die Taube auf dem Dach"
...ein Geniestreich!!
...5 Punkte :) :) :) :) :)


Ich kann mich Martha auch nur anschließen. Finde die Folge einfach Hammmergeil :D
5 Punkte. Ein absolutes Muss.
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon Doc Brown » Mi, 27.06.2012 11:23


Ich gebe "Ein Spatz in der Hand" 4 Punkte. Eine Episode, die vom "normalen" Columbo-Schema abweicht und trotzdem überzeugen kann, was ja nicht immer der Fall ist. :P

Die Ausgangslage ist eigentlich wie üblich. Harold hat Spielschulden, sein reicher Onkel Bid Fred möchte ihm diese aber nicht bezahlen. Da Harold mit seiner Tante Dolores gut dran ist und auch selbst einen Teil erben würde, möchte Harold seinen Onkel aus dem Weg räumen. Er bastelt eine Bombe und baut diese in den Rolls-Royce seines Onkels ein.

Am nächsten Morgen erhält Harold dann einen Anruf, dass Big Fred vermisst wird. Für den Zuschauer und auch für Harold ist klar, dass der Onkel wohl der Bombe zum Opfer gefallen sein muss.
An dieser Stelle dreht sich dann am die Handlung ins Ungewöhnliche. Big Fred ist beim Joggen von einem Auto angefahren worden und bereits verstorben, bevor er mit dem Wagen aufbrechen konnte. Harold muss nun schnellstmöglich die Bombe beseitigen, damit kein Dritter stirbt.

Die danach folgende Szene gehört zu meinen Lieblingssequenzen bei Columbo. Das Gefühls-Auf-und-Ab von Harold in der Auffahrt ist einfach toll mitzuverfolgen. Man fiebert richtig mit ihm mit und hofft, dass er irgendwie die Bombe beseitigen kann. Mal sieht es gut für ihn aus, doch dann wendet sich das Blatt wieder.
Als es so aussieht, dass Harold endlich alleine mit dem Wagen sein kann, da Columbo und Sgt. Robinson aufbrechen wollen, kommen der General Manager des Footballteams und sein Fernsehteam Harold in die Quere. Die Auffahrt ist nun endgültig verstopft und der Royce muss weg. Blöd für Harold und den Gärtner, dass dieser einen weiteren Schlüssel besitzt, obwohl Harold schon dachte, alle beseitigt zu haben. Es kommt zum Unglück.

Anschließend geht der Film auch ungewöhnliche Wege. Es konzentriert sich nicht alles auf die Ermittlungsarbeit von Columbo. Es gibt noch einen zweiten Handlungsstrang: Harold bearbeitet Dolores, damit diese ihm die Spielschulden bezahlt. Dolores will aber nicht, also konfrontiert Harold sie mit seinem Verdacht: Er denkt, dass sie Big Fred totgefahren hat. Damit liegt er zwar richtig, spricht aber gleichzeitig damit sein Todesurteil aus.

Der Mord von Dolores an Harold ist aus meiner Sicht sehr plump. Sie vergisst den Hut von Harold in ihrem Haus und erzählt zu viele Lügen. Wenn sie nicht erzählt hätte, dass Harold angeblich den 2:30 Uhr Zug nach Chicago nehmen wollte, wäre Columbo zumindest nicht so schnell darauf gekommen, dass sie lügt. Da hätte sie sich in ihren Erzählungen auf das nötigste beschränken sollen.

Was mir aber sehr gut gefallen hat: Eine vermeintlich belanglose Information wird im Verlauf der Handlung zu einem wichtigen Indiz. Die Tatsache, dass Dolores und Harold am Vortag des Mordes in getrennten Wagen zu Harold fahren, nimmt man als Zuschauer nur beiläufig zur Kenntnis.
Später wird dann genau diese Tatsache Dolores zum Verhängnis. Dadurch, dass sie sich von Harold nach Hause fahren lässt, steht ihr Wagen über Nacht vor Harolds Haus. Nur so konnte sich der Tau bilden und Columbo auf die richtige Spur bringen. Eine schöne Arbeit der Drehbuchautoren, die sich hier ein tolles Indiz ausgedacht haben. :D

Die Überführung von Dolores ist dann nur folgerichtig, so dilettantisch wie sie gemordet hat. Die Haare im Hut von Harold überführen sie. Aber selbst wenn er nicht beim Friseur gewesen wäre, wäre sie vermutlich trotzdem überführt worden. Schließlich sagen die Zeugen im Spielcasino übereinstimmend aus, dass Harold in der Nacht seinen Hut getragen hat, also muss er am Morgen noch mal bei Dolores gewesen sein.

Für beide Beteiligten wäre es besser gewesen, wenn sie gemeinsam gemordet hätten. Harold deutet bei Dolores zu Beginn ja an, dass er mit dem Gedanken spielt, seinen Onkel zu ermorden. Da hätten sie sich zusammen schließen sollen. Verstehe nicht so wirklich, warum Dolores dann am nächsten Tag alleine mordet. ?-/ Auf die Andeutung hätte sie besser eingehen sollen.

Unterm Strich also eine gute Episode, die durch einen unkonventionellen Handlungstrag, Kreativität, eine logische Struktur und Tempo überzeugt. Langweile kommt jedenfalls nicht auf. Daher gibt es 4 Punkte.
Döp döp döp de de döp döp döp
(H.P. Baxxter)
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon Tiktaalik » Mi, 03.10.2012 07:42


Für diese Folge haben sich die Autoren etwas ganz Besonders einfallen lassen: Nicht nur Harold McCain möchte Big Fred umbringen, sondern auch Dolores McCain. Sie überfährt ihn ganz simpel, er hingegen will ihn mithilfe einer Autobombe töten. Der Zuschauer weiß jedoch nur von Harolds Plan. Da ihm Dolores zuvorkommt, hat Harold ein Problem: Er muss schnellstmöglich die Autobombe entfernen, damit kein Unschuldiger ums Leben kommt. Es ist schön zu sehen, wie er versucht, die Autobombe unauffällig zu beseitigen. Auch versucht er, alle Schlüssel für den Wagen an sich zu nehmen. Leider schlägt beides
fehl, da der Gärtner überraschenderweise ebenfalls einen Schlüssel für den Wagen besitzt und deswegen kommt er ums Leben.

Als Indizien findet Columbo heraus, dass der Täter Absätze getragen haben muss und zudem ein Linkshänder ist. Als Schlussbeweis für diesen Mord sieht man, dass Harold kurz vor der Explosion die Augen schließt und sich abwendet, das bedeutet, dass er genau wusste, was passieren würde. Sehr enttäuschend ist, dass Columbo für den Mord an Big Fred zwar die Täterin Doloris findet, aber sogar offen und ehrlich zugibt, dass er ihr diesen nicht nur nicht nachweisen kann, sondern dass es ihm sogar egal ist. Wenigstens kann er ihr nachweisen, dass sie Harold umgebracht hat, weil dieser herausgefunden hatte, dass sie Big Fred überfahren hatte. Ungünstig ist natürlich, dass es dadurch, dass dieser Mord erst so spät begangen wird, es dazu keine lange Beweisführung geschweige denn ein Columbo-Mörder-Spiel gibt. Es werden nach der Tatortbesichtigung und der Befragung der Verdächtigen "einfach" alle Beweise auf den Tisch geknallt und Doloris somit überführt. Die Indizien für den letzten Mord (Wecker für 20 Uhr, nasse Socken, Pokerspiel) und der Schlussbeweis mit den geschnittenen Haaren und dem Hut gefallen mir aber gut. Dadurch, dass es für die anderen beiden Morde kaum Indizien gibt, - sie werden ja z. T. nicht einmal aufgeklärt - kann ich für die gesamte Beweisführung dennoch nur 2 Punkte vergeben.

Obwohl diese Folge mit satten 3 Morden eigentlich viel Potenzial für die Ermittlungen birgt, gibt es doch noch relativ große andere Handlungsstränge. Zum einen sieht man sehr oft, dass sich Harold an Doloris heranmacht und zum anderen bekommt er ständig Anrufe von einem Mr. Hacker, dem er viel Geld schuldet. Diese beiden Handlungsstränge werden damit verbunden, dass sich Harold genau dieses Geld von Doloris erhofft bzw. sie später sogar mit dem Mord an Big Fred erpresst.

Durch die wenigen Indizien ist auch das Columbo-Mörder-Spiel eingeschränkt. Ich kann mich nur an einen guten Dialog erinnern. Dort will Harold Columbo davon überzeugen, dass nur ein Profi die Bombe hätte legen können. Dem entgegnet der Inspektor, dass es auch jemand von innen gewesen sein konnte. Nachdem Harold dann ebenfalls ermordet wird, gibt es gar kein Columbo-Mörder-Spiel mehr. Das reicht insgesamt nicht einmal für 2 Punkte.

Humor gibt es nur in einer herrlichen Szene mit Columbo im Autohaus, wo er unter den Wagen kriecht.

Die Schauspieler liefern für mich ebenfalls nur eine durchschnittliche Leistung ab. Daher fällt mir die Bewertung dieser Folge leicht: 2/5 Punkte.
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon Mr. Brimmer » Fr, 12.07.2013 20:44


Habe das bis heute noch nicht bewertet.
Was das Schauspielerische anbelangt, gibt es bei den Columbos
selten etwas anszusetzten. Was hier geboten wird ist eher durch -
schnittlich. Greg Evigan mag ich in dieser Rolle irgendwie überhaupt
nicht. Der Humor ist gut dosiert, die Indizien so mittelprächtig...
Es gibt viele davon. Die Auflösung von Columbo am Ende vor Dolores
und dem Anwalt fand ich gelungen.
Die Szene im Autohaus etwas überzogen, aber schon witzig. Der Verkäufer
passt schon.
Alles in allem wurde ziemlich viel in die Folge gepresst. Meiner Ansicht nach
etwas zu viel. Ein paar mehr scharfsinnige und gefällige Dialoge mit
einem charismatischen Gegenpart ( das ist Evigan einfach nicht ) wären
wichtig gewesen. Keine Gernsehfolge von mir, dennoch ist der Unterhaltungs -
wert hier sehr hoch. Ich gebe 3 Punkte
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon Doc Brown » So, 22.12.2013 14:30


Meine damalige Bewertung hatte ich mit der heißen Nadel im Zug gestrickt, daher ist sie nicht sonderlich gut geworden. Also schreibe ich heute nochmal kurz meine Meinung auf und gehe dabei auch auf andere Aspekte ein.

Die 4 Punkte von damals gebe ich auch noch heute. Es sind allerdings sehr knappe 4 Punkte.

Die Folge ist grundsätzlich kurzweilig und unterhaltsam. Es passiert sehr viel, wodurch nie Langeweile aufkommt.

Harold McCain als Mörder fällt aber deutlich gegenüber anderen Mördern ab. Seine Figur ist sehr eindimensional und oberflächlich gezeichnet. Das mag zwar konsequent sein, weil Harold auch ein eher oberflächlicher Mensch ist, aber es wirkt sich negativ auf das CMS aus. Die Dialoge der beiden sind schwach und kommen meist über ein einfaches Frage-Antwort-Spiel nicht hinaus. Der Aspekt wird durch die vielen Ereignisse in der Folge kaschiert, sodass es sich nicht gravierend auswirkt, aber im Endeffekt stört mich die schwache Mörderfigur. Eine ganze Episode könnte Harold jedenfalls nicht alleine tragen.

Dolores gefällt mir da schon etwas besser. Am Anfang scheint sie nichts weiter als die naive Schnappsdrossel zu sein, die sich in den Alkohol flüchtet, weil sie von ihrem Mann komplett ignoriert wird. Später wandelt sich ihr Charakter dann ähnlich wie bei Beth Chadwick. Beide werden einen ungeliebten Menschen los, der sie in ihren Lebensqualitäten einschränkte. Während sich Beth meiner Meinung nach zu stark wandelt, ist die Veränderung von Dolores wesentlich subtiler.
Ich kann es jedenfalls nachvollziehen, dass sie Harold das Geld nicht geben möchte, obwohl es für sie nur Peanuts sind. Sie wurde lange genug ausgenutzt, jetzt möchte sie endlich als Persönlichkeit wahrgenommen werden. Als Harold dann wieder nur auf das Geld scharf ist, brennen bei ihr die Sicherungen durch.

Den 1. Mord von Dolores kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Harold deutet ihr gegenüber den Mord an Big Fred bereits an, daher kann ich nicht verstehen, warum sie gleich am nächsten Tag ihren Mann tötet, anstatt abzuwarten, was Harold unternehmen wird.
Ihr 2. Mord ist sehr dilettantisch ausgeführt. Sie lügt unnötigerweise über Harolds geplante Abreise, die Geschichte über den 2:30 Uhr-Zug nach Chicago ist komplett unnötig. Zudem vergisst sie den Hut bei sich in der Wohnung. Ihre Überführung ist daher nur logisch und wenig spannend oder geistreich.

Der Tau auf ihrer Motorhaube und wie es dazu kam (beide fuhren mit getrennten Wagen zu Harold, weil Columbo bei Dolores vor Ort war) ist allerdings genial. Eine zunächst scheinbar belanglose Nebensächlichkeit wird auf einmal wichtig.
Die Szene im Autohaus, wo Columbo herausfindet, wie die Kratzspuren zustande kamen, ist auch gelungen, wenn auch in letzter Konsequenz etwas übertrieben.

Ähnlich gelungen ist die Szene ist der Auffahrt, vom Mord an Big Fred bis zum Tod des Gärtners. Dem Auf und Ab in den Gefühlen von Harold kann man richtig folgen, die Szene ist sehr dicht und immer wieder spannend anzuschauen.

Positiv hervorzuheben ist noch Sgt. Brown. Endlich mal eine starke und coole Persönlichkeit an Columbos Seite!

Schlussendlich handelt es sich hierbei also um eine kurzweilige und unterhaltsame Episoden, die aber Schwächen in der Charakterzeichnung und teilweise mangelnde Logik aufweist. Insgesamt reicht es daher so gerade eben noch zu 4 Punkten.
Döp döp döp de de döp döp döp
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon Devlin » So, 22.01.2017 14:56


Ich mag die Spatzfolge eigentlich gerne. Die Idee mit der Planung des Mordes, der dann schon von jemandem anderen übernommen wurde und so die versuchte Rückgängigmachung erst auslöste, erzeugt doch viel Spannung.
Auch das auf und ab der Gefühle von Harold sind intensiv und ansehlich. Leider überzeugt mich die schauspielerische Leistung und das Charisma des Harold McCain nicht besonders.
Dies wird aber durch Dolores ausgeglichen. Sehr gute Darstellung von Tyne Daly!

Also die Story ist interessant und gut umgesetzt wie ich finde. Das CMS ist aber, auch bedingt durch die Abweichung des Musters eher mittelmass. Columbo muss sich ja erst intensiv mit Harold auseinandersetzen. Mit Dolores wird die Zeit dann recht knapp.
Einige Dinge die man schon aus anderen Folgen kannte kommen in dieser Episode wieder zum Vorschein. Das kann ich einerseits als nette Details ansehen oder aber auch als Ideenarmut. Ich sehe es eher als Erstes an.

Da die Geschichte im 2. Teil eine überraschende Wendung nimmt und auch Harold stirbt und Columbo einige Indizien findet, ist das Ganze doch recht gut und kurzweilig. Die Auflösung kurz aber gut getroffen.
Für mich sind es 3 bis 4 Punkte für diese Episode.
So weit ____ und nicht weiter!
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Re: Bewertet: "Ein Spatz in der Hand"

Beitragvon smeagol » Mo, 03.09.2018 15:13


Ja, das ist mal eine Folge. An sich fängt das Ganze ja standardmässig an. Wir sehen den Täter mit dem Motiv, der schlussendlich den Mord vorbereitet. Nun wird man als Zuschauer aber auf die Achterbahn gesetzt. Wir begleiten den geglaubten Mörder zum Tatort und merken, genau gleich wie dieser, irgendwann, dass da was nicht so gelaufen ist, wie man meint. Man fühlt sich nun die ganzen Passagen wie der vermeintliche Täter. Das präparierte Auto steht noch an seinem Platz und ist noch scharf! Der Wagen soll weggestellt werden. Schnell alle Schlüssel an sich bringen. Es gibt ein ganzes Gewusel an Polizisten etc. später gar ein Fernsehteam, die für Unruhe sorgen, ganz im Gegensatz zu anderen Folgen, wo Columbo in aller Ruhe zu ermitteln beginnt. Und als Zuschauer steht man immer noch mitten drin. Fakten werden bekannt, der Gärtner sucht seinen Wagen, dieser ist von der Polizei gerade im Strassengraben gefunden worden.. und sieht nach dem Unfallwagen aus, der Big Fred überfahren hat. Es bildet sich ein Fahrzeugstau und das geparkte Auto soll endlich weggefahren werden.. der Gärtner hat einen Schlüssel dafür! und will ihn wegfahren. Als Zuschauer ist man noch immer mittendrin und weiss um die Bombe.. genau wie der vermeintliche Täter. Sekunden, die Ewigkeiten dauern und dann startet der Gärtner den Wagen und gleichzeitig gibt es einen Wums, der sich nun wirklich gewaschen hat. Diese Szenen sind nun einfach vom Feinsten, ganz grosses Kino und für den Zuschauer ist eine riesige Spannung aufgebaut worden. Ein Mord, den man nicht so erwartet hat und einer, der nicht so geplant war. Eine, wenn nicht die Beste Filmarbeit in der Columbo Geschichte.
Es gibt nun eine weitere Verschiebung zum normalen Columbo Muster. Nicht primär Columbo agiert mit dem Täter (zu dem Zeitpunkt ist die Täterin Dolores noch gar nicht so richtig in seinem Visier, sondern dies passiert zwischen Dolores und Harold McCain. Denn dieser kombiniert zusammen, dass hinter dem wahren Mord Dolores stecken muss, will sie damit erpressen. Dolores hingegen, erst als Trinkerin und nicht wertgeschätzte Ehefrau gezeichnet, wird einem nun auch genauer präsentiert. Die hat nämlich genug von den Spielchen und macht Ihr ganz persönliches Abrechnungsspiel. Das gipfelt mit dem Mord an Harold. Wir haben nun also einen geplanten, nicht vollstreckten Mord, einen ungewollten Mord und einen bewusst begangenen Mord.
Columbo ist mittlerweile am Ermitteln. Die Kratzer am Boden mit den Schuhen etc. Geschickt erkennt er auf dem Video, dass Harold vor der Explosion die Augen schliesst und sich abwendet. Harold muss also von der Bombe gewusst haben. Auch der Mord an Harold muss bewiesen werden. Da hilft Columbo die Tatsache, dass dieser bei seiner Pokerrunde mal Glück und viel Geld gewonnen hat. Darauf folgen die Indizien Haare nach Coiffeure im Hut etc. Dieser Herführung ist ok aber für mich nun auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Columbo nimmt Dolores fest und meint zum nicht aufgeklärten Mord: Besser ein Spatz in der Hand..
Noch ein paar Überlegungen: Der Titel der Folgen ist ja meist eher etwas aus der Fantasie gegriffen und sind oft Zitate, Wortwendungen etc. die da etwas angepasst einspringen müssen. Hier sagt der Titel eine zentrale Entscheidung aus und man kriegt den Sinn davon erst ganz am Schluss vorgelegt. Das gefällt mir.
Es wird wieder die Moralschiene bedient, und diesmal ganz ordentlich: Harold ist ein Spieler, ein Süchtiger. Er muss Geld zurückzahlen, das er nicht hat. Ev. wäre er ohne das ein ganz netter Zeitgenosse. So aber geht er zum Äussersten.. und bekommt tatsächlich noch eine letzte Chance: Es bleiben ihm einige Minuten am Tatort, um selbst auf die Gefahr der Autobombe hinzuweisen. Das wäre dann nicht Mord sondern "nur" versuchter Mord und er käme mit dem Leben davon. Diese Möglichkeit vergibt er und lässt den Gärtner bewusst ins Verderben gehen. Dolores ist die Unterdrückte, die aber auf ihre Befreiung wartet. Dafür mordet sie gleich zwei mal und das lässt auch sie von der Verliererin zur Täterin werden.
Columbo kann einen Mord nicht aufklären. Die Täterin ist aber bereits mit dem anderen Mord überführt. Für Columbo ist das ok. Die Strafe wird sie so oder so kriegen und vielleicht ist es dann noch belastender, wenn ein weiterer Mord nicht bewiesen über einem Hängt. Für Columbo ist hier also Arbeit genug getan.
Meine Beurteilung fällt mir hier etwas schwer. Vom Material her sind das fraglos 5 Punkte. Was es für mich etwas runterzieht ist Columbos Ermitteln und wieder mal die Zufälle. Ausgerechnet dann kommt das Fernsehteam und nimmt auf. Kratzspuren auf dem harten Boden etc.. naja. So zusammengezählt an sich 4 Punkte. Für die tolle Story und filmische Umsetzung kann ich aber einfach nicht auf die 5 verzichten.
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