Bewertet: "Mord unter Brüdern"

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1/5 schlecht
1
3%
2/5 passabel / "na ja"
7
18%
3/5 gut
8
21%
4/5 sehr gut
14
37%
5/5 überragend
8
21%
 
Abstimmungen insgesamt : 38

Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon zimtspinne » Do, 27.08.2009 23:50


dille hat geschrieben: Aber macht ja nichts, ich mag doppelte Böden, und ich mag sie noch mehr, wenn sie unausstehlichen Kotzbrocken zum Verhängnis werden. George Wendt hingegen hätte man sein Alter Ego eben doch nicht karikieren lassen sollen. Großer Mann, kleines Fahrrad, Schweinchenstimme. Da freut man sich am Ende doch gar nicht, wenn der Täter seine verdiente Strafe erhält.


ich muss mir das im Gehirn zergehen lassen, dass der eigentlich, trotz aller spontaner Antipathie zweifache Mörder so ablost, zum Ende regelrecht als Teufel vorgeführt wird.
das widerstrebt mir intuitiv, deshalb auch mein wohl im Nirwana verhallter Protest.
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon martha » Fr, 28.08.2009 21:46


Die "doppelten Böden" gefallen mir.
Denn worin liegt der Reiz, wenn mein Gerechtigkeitssinn in jeder Folge befriedigt wird?
Ein Film muss auch mal überraschen.
Klar, die Mafia ist böse.
Aber worin liegt der Effekt, wenn das Böse letztlich immer eins auf die Schnauze bekommen soll?
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon dille » Sa, 29.08.2009 18:51


zimtspinne hat geschrieben:Der zweite Mord war einfach nur dumm und überflüssig und sein Grundproblem wurde damit nicht beseitigt sondern erweitert.


Aber auf diese Weise sollte ja der Mord der Mafia in die Schuhe geschoben werden. Ich würde den Mord daher keineswegs als überflüssig bezeichnen, dilettantisch in der Ausführung fand ich ihn auch nicht. Schließlich konnte sich McVeigh so der nicht registrierten Tatwaffe entledigen und sie so ganz galant in den Besitz des Opfers übergehen lassen. Und weise als Mafiosi mal nach, dass du ausschließlich registrierte Waffen unterm Kopfkissen hast.

martha hat geschrieben:Aber worin liegt der Effekt, wenn das Böse letztlich immer eins auf die Schnauze bekommen soll?


Na, in der Schadenfreude, da sind viele ganz Kind (ich auch). ;-) Und die entfällt bei McVeigh, dem die ganze Episode über der Stress im Gesicht steht. Sogar der Wegelagerermord (1. Mord) wirkt, als hätte McVeigh keine andere Wahl gehabt. Und am Ende hat er sogar noch die Hosen voll. Da fehlt der Reiz an der Überführung, aber völlig. Mit diesem Täter hat man fast Mitleid.
Und die Verlagerung des Bösen auf die Seite des Guten - um es mal plakativ auszudrücken - ist sicherlich das, was die Meinungen spaltet.
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon columbo93 » So, 30.08.2009 00:40


inhalr:
nter einem Decknamen erwirbt Graham McVeigh eine unregistrierte Waffe. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Teddy gehört ihm die "Timber Ridge"-Farm, auf der Rennpferde gezüchtet werden. Teddz ist ein leidenschaftlicher Spieler, der im Laufe der Jahre viele Schulden gemacht hat. Dadurch ist er für die "Unterwelt" erpressbar geworden. So zwingt Bruno Romano Teddy, ein erfolgreiches Pferd lange Zeit vom Rennbetrieb zurückzuhalten, um die Wett-Quote nach oben zu treiben und schließlich durch geschickt verteilte Einsätze einen guten Gewinn zu machen. Graham kündigt seinem Bruder an, dieses ein letztes Mal geduldet zu haben; Taddy soll endlich mit dem Spielen aufhören. Teddy verspricht es auch, doch Graham weiß nicht, ob er ihm glauben kann und fürchtet, dass er eines Tages die Farm an die "Unterwelt" verliert. Am Renntag gibt Graham seinem Pferd unauffällig eine Tablette. Und tatsächlich verliert das Pferd das Rennen. Teddy kann es nicht fassen. Graham verspricht seinem Bruder in einem Gespräch unter vier Augen, dass er mit Bruno Romano sprechen und alles bereinigen würde. Teddy soll währenddessen zur Fram fahren und dort auf Grahams Anruf warten. Am Abend fährt nun Graham in Brunos Kneipe, verkleidet mit Bart und Brille. Unauffällig setzt er Mäuse in der Damentoilette frei und setzt sich an die Bar. Als dann eine Besucherin der Gaststätte die Mäuse entdeckt und alle in helle Aufruhr versetzt, schleicht sich Graham unbemerkt in Brunos Büro und telefoniert von dort mit Teddy. Graham gibt vor, mit Bruno gesprochen zu haben, der sich mit beiden treffen will. Graham will vorbeikommen und Teddy abholen. Beide fahren nachts in eine einsame Waldstraße. Dort erschießt Graham seinen Bruder hinterrücks und fährt mit einem Klapprad nach Hause. Die Polizei geht am nächsten Tag davon aus, dass die Mafia hinter dem Mord steckt, doch Columbo entdeckt einige Ungereimtheiten. Columbo sucht Graham auf, der am Morgen seinen Bruder bei der Polizei vermisst gemeldet hat. Graham berichtet von den Schulden Teddys und dass dieser von anderen Spielern bedroht wurde. Graham kennt jedoch keine Namen, nur am Abend vor dem Mord hätte er zufällig mitbekommen, wie Teddy mit einem gewissen "Bruno" telefoniert hätte. Außerdem berichtet er von dem verlorenen Rennen des Vortages. Graham erzählt, Teddy hätte sich am Telefon die ganze Zeit bei Bruno für den Ausgang des Rennens entschuldigt und wäre schließlich in der Nacht davon gefahren. Am Nachmittag ruft Graham von einer Telefonzelle aus Bruno an, um sich mit ihm für den Abend auf der Farm zu verabreden. Graham will für die Schulden seines Bruders aufkommen. Tatsächlich reist Bruno am Abend an. Doch statt ihm das Geld zu übergeben, erschießt Graham seinen Gast. Anschließend drückt er ihm die Mordwaffe in die Hand und nimmt ihm seine eigene, baugleiche Pistole weg. Er ruft die Polizei und berichtet, dass er in Notwehr Bruno erschossen hat. Für die Polizei sieht es nun so aus, als hätte Bruno zunächst Teddy umgebracht und wollte dann Graham erpressen und erschießen. Graham konnte noch in letzter Minute seine Waffe ergreifen und Bruno erschießen. Motiv für Brunos Tat ist das verlorene Rennen. Columbo hat dennoch eine Frage an Graham: Es befand sich in Teddys frisch gewaschenem Wagen Zigarettenasche der Sorte, die Graham raucht, obwohl angeblich nur Teddy den Wagen benutzte. Auch Graham hat dafür keine Erklärung. Columbo sucht Brunos Kneipe auf und erfährt dort zum einen, dass Bruno für den Mord an Teddy ein Alibi hat und hört auch zufällig von der Geschichte mit den Mäusen. Als Columbo Brunos Kneipe verlassen will, wird er von zwei Männern gekidnappt. Diese bringen ihn zu Vincenzo Fortelli, einem Mafia-Boss. Vincenzo ist ein Freund von Bruno und von dessen Unschuld überzeugt. Er hält Graham, der offenbar Brunos Waffe ausgetauscht hat, für den Täter. Wenn es Columbo nicht bald gelingen sollte, Graham zu überführen, würde sich Vincenzo ihn auf seine Weise "überführen". Am nächsten Tag sucht Columbo wieder Graham auf. Er berichtet von den Mäusen in Brunos Bar, die jedoch gar nicht aus dieser Gegend stammen können sondern nur in einer Gegend vorkommen, in der sich beispielsweise Grahams Farm befindet; die Mäuse müssen in der Bar ausgesetzt worden sein. In der Nacht vergräbt Graham Brunos Waffe. Am nächsten Tag sucht Vincenzo Fortelli Graham auf und verlangt, ihm 51% der Farm zu überschreiben, ansonsten will er Graham töten lassen. Sofort sucht Graham Columbo auf und berichtet von der Morddrohung. Doch der Inspektor kann ohne Beweise nichts tun. Fortelli hingegen scheint es Ernst zu meinen, denn dessen Leute verfolgen Graham mit einem Wagen und rammen ihn mehrmals. Die Polizei kann die beiden Banditen jedoch festnehmen. Schon am Nachmittag sucht Columbo ihn aber wieder auf und berichtet, dass beide wieder freigelassen wurden. Außerdem berichtet der Inspektor, dass nicht Bruno Romano mit Grahams Bruder telefoniert haben kann. Am nächsten Tag lässt Columbo Graham ausrichten, sich am Abend mit ihm in einem Restaurant treffen zu wollen. Doch der Inspektor erscheint nicht am vereinbarten Treffpunkt. Zu spät bemerkt er, dass er sich in der Falle befindet, die Vincenzo Fortelli ausgelegt hat. Über Handy ruft er Columbo, der so schnell wie möglich kommen will. Als Columbo endlich erscheint und beide das Restaurant verlassen wollen, werden sie von Fortelli festgehalten. Fortelli will Graham töten. Er lässt Columbo die Wahl, die Sache zu vergessen oder ebenfalls getötet zu werden. Als Columbo das Weite suchen will, gesteht Graham und liefert dem Inspektor die nötigen Beweise. Die Polizei findet Brunos Waffe, Fortelli ist mit dem Deal einverstanden und Graham wird verhaftet. Er bekommt nicht mehr mit, dass Columbo und Fortelli gemeinsam die Falle gestellt haben, um ihm ein Geständnis zu entlocken.
bewertung:
Eine solide Episode mit einer unorthodoxen Aufklärungsszene, dennoch keine überdurchschnittliche Folge, so meine Bewertung. Es gibt halt doch zu viele Dinge, die mich stören, zumal man auch hier immer wieder denkt: "Mann, ist Columbo alt geworden". Immerhin gibt es doch die ein oder andere Episode, die weitaus schlechter ist.
fazit:
super tollle hammer starke folge mit hochspannender auflösung, witzig anzusschen wie der etwas dickere mörder columbo panisch hinterherschreit
einer meiner lieblingsfolgen :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Zuletzt geändert von columbo93 am Mo, 26.04.2010 16:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon zimtspinne » So, 30.08.2009 19:28


martha hat geschrieben:Die "doppelten Böden" gefallen mir.
Denn worin liegt der Reiz, wenn mein Gerechtigkeitssinn in jeder Folge befriedigt wird?
Ein Film muss auch mal überraschen.
Klar, die Mafia ist böse.
Aber worin liegt der Effekt, wenn das Böse letztlich immer eins auf die Schnauze bekommen soll?


Was Filme angeht, stimme ich dir auch zu!!

Aber Columbo ist nun mal kein "normaler" Film. Er hat ein bestimmtes Konzept und Grundelemente und dazu gehört nun mal eine konsequente Überführung der "Bösen".

Wird vom colobutypischen Faden abgewichen, wie in "Bluthochzeit" und "Der Alte Mann..", wird ja auch von ganz vielen gemäkelt und gemufft... weil man eben bei Columbo bestimmte Erwartungen hat und die erfüllt haben möchte.
Schau ich einen Krimi, hab ich ja auch die Erwartung, dass am Ende aufgelöst wird... das ist in einem anderen Film nicht so.

Außerdem ist Columbo ein Gerechtigkeitsfanatiker. Dazu passt, dass er den einen oder anderen Täter sympathisch findet und anders behandelt als die, die er nicht mag.
Dazu passt aber nicht, dass er mit dem Abschaum Mafia zusammenarbeitet und dann noch auf diese Weise.
Wenn er wenigstens zum Schluss was gemurmelt hätte wie: "dich krieg ich auch noch", dann wäre ich versöhnlicher.

@dille

du hast im Prinzip recht, aber ich hab hier eben im Hinterkopf immer die Mafia (mit der ich mich mal näher beschäftigt hatte und deshalb nicht als gag im Hintergrund betrachten kann).
An seiner Stelle würde ich mir mehr Sorgen wegen der Hintermänner des Restaurantbesitzers als wegen der Polizei machen. Ein Mafiamitglied wird in seinem Haus erschossen, das wurde ja nie vertuscht und keine Mafia würde sich das bieten lassen.
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon martha » Mo, 31.08.2009 00:33


zimtspinne hat geschrieben:
Aber Columbo ist nun mal kein "normaler" Film. Er hat ein bestimmtes Konzept und Grundelemente und dazu gehört nun mal eine konsequente Überführung der "Bösen".

Außerdem ist Columbo ein Gerechtigkeitsfanatiker. Dazu passt, dass er den einen oder anderen Täter sympathisch findet und anders behandelt als die, die er nicht mag.
Dazu passt aber nicht, dass er mit dem Abschaum Mafia zusammenarbeitet und dann noch auf diese Weise.
Wenn er wenigstens zum Schluss was gemurmelt hätte wie: "dich krieg ich auch noch", dann wäre ich versöhnlicher.


Das ist natürlich schon irgendwie überzeugend.
Denn das kann ich dann auch nicht abstreiten, dass Columbo durch seine offene Kumpanei mit der Mafia charakterlich wohl etwas neben den Teller geschlabbert hat.
Trotzdem hab ich so 'n Bedürfnis, das Verhalten des Inspectors zu rechtfertigen.
Denn was wäre andererseits die Konsequenz?
Wir wären bzw. sind enttäuscht vom Inspector.
Toller, cleverer Mann, der uns doch durchgehend sympathisch ist... aber durch seine Mauschelei mit Fortelli bleibt nach 69 Folgen dann doch 'n kleiner fragwürdiger Nachgeschmack.
Denn wenn ich vom Inspector enttäuscht bin, schiebe ich das nicht auf die Drehbuchautoren von "Mord unter Brüdern", die hier womöglich 'n nicht ganz schlüssiges Charakterbild des Inspectors gezeichnet haben...nee, ich mach Columbo selbst dafür verantwortlich.
Denn sobald 'n Film beginnt, lebe ich ja mit den handelnden Figuren und nehme ihnen ihr Fehlverhalten persönlich übel.
Bei 'nem Sympathieträger wie Columbo fällt das natürlich schwer, und so versuche ich Gründe zu finden, sein Verhalten bei diesem Mafia-Fall zu erklären.
Zumindest ich hab da das Verlangen, 'n positives Gesamtbild des Inspectors aufrechtzuerhalten.
Und vielleicht sind ja doch die verdorbenen Muscheln schuld, dass Columbo bei der Wahl seiner Partner hier etwas neben der Spur landet. :)
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon andy_vip » Mo, 31.08.2009 00:47


Hallo.

Kann mir mal bitte jemand sagen, welcher Hirni dieser Episode den Titel "Seltsame Bettgenossen" gegeben hat? Bild

Mir ist schon klar, dass die Folge im Original Strange Bedfellows heißt. Aber was soll der Unsinn? Es waren Brüder und kein gleichgeschlechtliches Liebespaar..... vor allem hat es überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun - es kam kein einzigstes Bett im Film vor - sowas - das ist mir echt zu pervers.... 8)

Ansonsten 4 Punkte -> die Schlussszene war superklasse!!!!!!!!!!!! vor allem wie sich Columbo aufregt - suuuuuuuper Leistung!
Habe den allerersten Beitrag in diesem Jahrzehnt hier im Forum verfasst und bin richtig stolz drauf :-) !
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon ahoy y » Do, 10.09.2009 22:05


gut, wirklich gut...
der mord ist eiskalt, der mörder ist kaltblütig aber dennoch ein schisser...
columbo arbeitet mir der mafia zusammen, was ich sehr gelungen finde, und auch das geständnis ist intelligent gemacht...
"We don't drink and drive, we smoke and fly, haaa haaa haaa."
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon columbo93 » Mo, 14.06.2010 13:52


Na, hat gestern keiner die Folge gesehen ??

Bewertung bitte :) :)
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon Topi » Mo, 14.06.2010 18:29


columbo93 hat geschrieben:Na, hat gestern keiner die Folge gesehen ??

Bewertung bitte :) :)




Von mir ein "Leider nein". Ich habe gestern Fußball geguckt, und dann auch noch die Kommentare gehört.
WM ist nur alle vier Jahre! Da musste Columbo weichen - obwohl ich diese Folge gut finde.

Möchte die Szene, in der der moppelige Täter auf dem Klapprad wegfährt gerne nochmal sehen.

Grüße
Topi
Legen Sie Ihren italienischen Namen ab und beißen Sie erstmal auf nichts Hartes.
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon sagittarius » Di, 15.06.2010 13:18


Graham McVeigh ist sicher der "gewichtigste" Mörder der Columbo-Serie, auf mich wirkt er gemütlich. Lustig ist seine Verkleidung als "Holzfäller" mit Bart und Brille. Seine äußere Erscheinung müsste ihn eigentlich verraten und nicht ein teures Feuerzeug und ein spezieller Drink.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, da lässt man auch in einer Situation, in der man unerkannt sein will, von gewissen Gewohnheiten nicht ab. Aber die Gleichzeitigkeit von Ereignissen (Mäuseplage, Anwesenheit des "Holzfällers" und das mysteriöse Telefongespräch im Büro von Bruno Romano) macht Columbo natürlich misstrauisch.

Schon das Asche-Indiz zeigt, dass man sich als Mörder in einem Columbo nicht den kleinsten Fehler erlauben darf. Wie das Drehbuch es will, wurde Teddys Auto gerade vorher gereinigt, natürlich mitsamt Aschenbecher und Graham McVeigh selbst sagt, dass sein Bruder Nichtraucher war. Ja, wie kommt dann die Asche ins Auto?

Amüsant ist die Szene, in der McVeigh mit einem Fahrrad vom Tatort davonradelt. Wieso werden keine Fahrradspuren gefunden?

Columbo sagt: "Es sind die winzigen Dinge, die einen auf die große Fährte führen". Dazu zählen auch Mäuse. Um Panik zu erzeugen, setzt McVeigh im Restaurant Mäuse aus, die in L. A. nicht vorkommen, dafür aber im Gebirge, wo er seine Ranch hat. Aber im Ernst: Wer rechnet schon damit, dass jemand im Müll nach toten Mäusen sucht?

Das Motiv ist klar: McVeigh will die Ranch mit der Pferdezucht nicht verlieren, weil sein tadeliger Bruder Schulden bei der Unterwelt hat. Nach dem Mord am Bruder lockt er den "Schuldner" oder wie man ihn nennen will, auf seine Ranch, erschießt ihn und steckt ihm die Waffe zu, mit der er seinen Bruder getötet hat. Die Logik ist ähnlich wie beim Fotografen Galesko. Erst tötet man eine missliebige Person, anschließend den "Erpresser" in Notwehr und dann soll mal jemand was beweisen!

Nun sind wir beim Hauptthema des Films. Mit dem Mord an Romano sind McVeighs Probleme nicht gelöst, sondern fangen erst an. Ein Mafiaboss "bestellt" Columbo zu sich und gibt sich ganz als Mann von Welt, der Gerechtigkeit will. Ich finde es sehr bedenklich, wenn die Mafia als gesellschaftlich relevante Gruppe dargestellt wird und Columbo ein "Geschäft" mit Kriminellen macht.

Das "Geschäft" besteht darin, McVeigh zu zwingen, Romanos Waffe herauszurücken, die er behalten hat. Angeblich hat McVeigh die Wahl zum Eingeständnis seiner Schuld, oder er wird von der Mafia erledigt. Da McVeigh dem toten Romano seine Waffe zugeschoben hat, Romano aber wohl nicht mit zwei Waffen zu McVeigh gefahren ist, beweist das Auffinden von Romanos Waffe auf McVeighs Grundstück dessen Schuld.

Wenn man vom Mafiagedöns absieht, ist der Film recht solide. Ich gebe 3 Punkte.
"So was wie den perfekten Mord gibt es nicht. Das ist nur eine Illusion."
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon Doc Brown » Di, 07.06.2011 18:00


Hier fällt mir eine Bewertung wirklich schwer, aber ich gebe 4 Punkte.
In dieser Folge gibt es einige Dinge die richtig gut gemacht wurden und andere, die mir Bauchschmerzen bereiten.

Das Motiv ist interessant und plausibel. Graham McVeigh ist der seriösere der beiden Brüder, der sich mit Herzblut um die Farm kümmert. Teddy hingegen kümmert sich nicht um die Farm, sondern gibt das Geld für Glücksspiel aus. Schon mehrfach hat er versprochen damit aufzuhören, ist aber immer wieder rückfällig geworden. Graham hat Angst um die Farm und räumt somit seinen Glücksspiel-labilen Bruder und den dazugehörigen Gläubiger aus dem Weg. :twisted:

Die Morde sind gut ausgetüftelt. McVeigh unterlaufen zwar kleinere Fehler (vergessene Asche im Auto, „falsche“ Mäuse im Restaurant) aber unterm Strich begeht er keinen plumpen Mord. Ohne Columbos Kooperation mit der Mafia wäre er nicht zu überführen.

Die Figur McVeigh fand ich nur durchschnittlich. Irgendwie wirkte er auf mich die ganze Episode über recht blass, ohne echte Ecken und Kanten. Ich fand ihn nicht unbedingt langweilig, aber doch ohne Charisma und Tiefgang.
Sein Verhalten gegenüber Columbo ist im Verlauf der Handlung unterschiedlich, je nach aktueller Situation. Wenn Columbo ihm unangenehme Fragen stellt ist er schroff und abweisend. Als er Columbos Hilfe bei der Mafia-Geschichte benötigt ist er fast schon devot bittend. Als die Mafia-Geschichte für’s erste erledigt scheint ist er wieder schroff und abweisend. Dann ruft er Columbo völlig verzweifelt aus dem Lokal an und bittet ihn um Hilfe. Andere Mörder sind da deutlich netter zu unserem Inspektor.
Er scheint zu dem Typ Mensch zu gehören, der nur nett zu anderen ist, wenn er etwas von ihnen will oder sich durch seine Freundlichkeit einen persönlichen Vorteil verspricht. Das macht ihn nicht gerade sympathisch. :?

Wegen des blassen McVeigh war ich auch froh, dass die Mafia hier aufkreuzte. Ein Columbo-Mörder-Spiel nur mit McVeigh hätte diese Folge nicht getragen.
Überragend fand ich die Figur des Fortelli, toll gespielt von Rod Steiger. :neig: Er ist eiskalt und knochentrocken. Dadurch kam ein frischer Wind in die Episode, gerade als es zwischen Columbo und McVeigh lethargisch wurde.

Das Ende ist natürlich diskutabel. Mir schmeckt es auch nicht, dass Columbo so eng mit der Mafia zusammenarbeitet. Aber was wäre denn die Alternative zu dieser Zusammenarbeit gewesen? Entweder McVeigh kommt ungeschoren davon oder er wird vom selbsternannten Rächer Fortelli umgelegt. Dann ist mir die Lösung, dass McVeigh durch die Kooperation überführt wird noch die liebste, auch wenn natürlich ein fader Beigeschmack bleibt. Die Kooperation sehe ich hier als notwendiges Übel.

Unterm Strich durch Rod Steiger, dem überzeugenden Motiv und den gut ausgetüftelten Morden so gerade eben 4 Punkte.
Döp döp döp de de döp döp döp
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon Tiktaalik » Do, 11.10.2012 17:25


Graham McVeigh bringt seinen Bruder Teddy um, weil dieser durch seine Spielsucht die gemeinsame Existenz gefährdet. Den Mord schiebt er Bruno Romano unter, dem Teddy McVeigh viel Geld schuldet. Dummerweise hat er für die Tatzeit ein wasserdichtes Alibi und scheidet somit als Täter aus. Als Indizien findet der Inspektor im Auto Aschenreste von Graham McVeighs Zigarettenmarke. Zudem wurde das Pferderennen, bei dem das Opfer erneut Geld verloren hatte, manipuliert. Später findet Columbo durch eine Maus im Mülleimer heraus, dass der Anruf aus Romanos Restaurant nicht von ihm selber getätigt
wurde. Für den Schlussbeweis arbeitet Columbo mit der Mafia zusammen und erpresst von Graham McVeigh so ein Geständnis und die Herausgabe von Romanos Waffe. Die Beweisführung ist zwar solide, mehr aber auch nicht, und erhält daher von mir 3 Punkte.

Für die schauspielerische Leistung vergebe ich insgesamt 4 Punkte: George Wendt spielt seine Rolle sehr gut und Rod Steiger überragend, doch die anderen Darsteller bleiben insgesamt blass. Ein dickes Minus ist für mich die unglaubwürdige Story. Dass McVeigh seinen Bruder ermordet, ist verständlich, aber wie ist er auf die hanebüchene Idee gekommen, den ersten Mord der Mafia anzuhängen und mit Bruno Romano sogar noch jm. von ihnen zu erschießen? Es bringt dieser Episode zwar einige gute Szenen, u. a. ein sehr spannendes Finale, aber dass sich ein Einzelner mit der Mafia anlegt, ist sehr unglaubwürdig. Das zweite Problem ist, wie positiv hier die Mafia dargestellt wird. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, was die Mafia ist (weiß ja sicher jeder selber), aber dass Columbo hier so intensiv mit dieser zusammenarbeitet, gefällt mir überhaupt nicht, auch wenn das Finale auf den ersten Blick spannend und sehenswert ist. Es ist eines Columbos unwürdig! Dazu passt es mir nicht, dass Columbo in diesem Finale nicht die Kontrolle hat. Diese hat mit Vincenzo Fortelli ganz klar die Mafia. Die Mafia hat die Kontrolle über die Polizei. So etwas kann ich mit meinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn
nicht gutheißen. Dazu hat Zimtspinne übrigens viel Passendes geschrieben, dem ich mich voll und ganz anschließe.

An alle Leute, die hier schreiben, dass Columbo keine andere Wahl hatte als mit der Mafia zusammenzuarbeiten: Columbo ist ein Film und Grundlage für einen Film ist ein Drehbuch, was die Autoren sicher anders hätten schreiben können, sodass Graham McVeigh auch auf "normalem" Weg hätte überführt werden können. Sie haben sich aber bewusst dagegen entschieden, um die Mafia mit ins Spiel zu bringen. Dass mir das nicht gefällt, habe ich jetzt ausführlich genug geschrieben.

Insgesamt ist "Mord unter Brüdern" eine gute Folge, also 3/5 Punkte. Sie hat zwar in der Story einige Schwächen, aber mit George Wendt und v. a. Rod Steiger klasse Schauspieler.
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon Oceanic » Do, 15.11.2012 22:05


Für mich die schlechteste Folge! Hier ist nichts wie sonst bei Colombo.
Ich würde mich auch selber als Mafia Kenner bezeichnen und selbst in der Hochzeit der Mafia sind solche Größen wie Lucky Luciano und Co. die Polizei keineswegs dirket angegangen, der größte Mafiosi musste sich von einem Strassencop filzen lassen.. mann hat versucht die Cops zu bestechen.. und jegliche Gewlat gegen Polizisten war absolut untersagt weil geschäftsschädigend den am nächsten Tag rollte das FBI an und dann ging es ab, es ist also vollkommener Unsinn das die Mafia ein Cop! Entführt.. Eine Stunde später wären das FBI usw dort angerollt und dankbar über die Gelegenheit gewesen die Bude zu Kleinholz zu machen :maul: das ist absoluter Bullshit..Gut aber das nur am Rand ansonsten finde ich es einfach total blöde das der Colombo mit der Mafia zusammen arbeitet das ist vollkommen unglaubwürdig und halt auch super schlecht umgesetzt ich mag aber auch den Paten nicht.. also ich meine nicht den Film sondern unseren aus dieser Folge :*-(
Auch der Mörder... ??! Der spielt es nicht nur Scheisse... Äh!! WAS Bitte war sein Motiv??? Seinen Bruder umzubringen ?? Das ist mir viel zu schwammig...und dann bringt er noch einen von der Mafia um??
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon MrGrady » So, 31.03.2013 13:39


Meine Reise durch 69-Columbo-Episoden nähert sich ihrem Ende. Gestern war Folge 65 "Mord unter Brüdern" dran. Die Geschichte um den Dicken und die Mafia hatte ich noch nie zuvor gesehen und ich war zunächst begeistert über den ausgetüfelten Mordplan, welcher auf mich ein bisschen wie eine Kombination aus "Bruder gefährdet Existenz" (Wein ist dicker als Blut) und "Man schiebe die Tat einfach einem anderen in die Schuhe, der in Notwehr ebenfalls abgeknallt wird" (Momentaufnahme für die Ewigkeit) erschien. Im Ergebnis also nicht wirklich neu, aber nichsdestotrotz durchaus unterhaltsam. Columbo ermittelt die Indizien nachvollziehbar und gründlich. Im Gegensatz zu manch anderer neuer Folge wird der Inspektor auch nicht als Witzfigur dargestellt, was mir ebenfalls gut gefallen hat.

Ansonsten habe ich allerdings so meine Schwierigkeiten mit dem Drehbuch. Das fängt schon mit der Dämlichkeit des Mörders an, der offenbar glaubt, ungeschoren jemanden von der Mafia umlegen zu können, was natürlich ziemlich bescheuert ist. Auch die ganze Aktion mit den Ratten in Brunos Lokal ist irgendwie überflüssig. Wenn ich es richtig verstanden habe, will McVeigh damit lediglich den Anruf bei seinem Bruder als Indiz für den Mafia-Mord arrangieren. Gleichzeitig verschafft er Bruno aber selbst ein Alibi und hinterlässt auch noch massenweise Spuren, die zu ihm als Täter führen. Hätte McVeigh seinen Bruder einfach im Wald abgeknallt und ansonsten nichts weiter unternommen, wäre die Sache für Columbo deutlich schwieriger geworden, denn mehrere Leute im Umfeld des Opfers wussten von dessen Schulden bei der Mafia.

Natürlich kann man entgegen: Würden die Täter keine Fehler begehen, gäbe es keinen Columbo-Fall. Bei "Mord unter Brüdern" ist die Menge an Dummheiten aber fast schon so groß, dass man sich fragt, wofür die Polizei überhaupt noch gebraucht wird. Und die Antwort liefern uns die Drehbuchautoren ja auch gleich mit: Die Polizei wird gar nicht gebraucht, die Mafia erledigt den Fall.

Die moralische Flexibilität des Inspektors wurde hier ja schon viel kritisiert. Ich stimme in diesem Punkt allerdings Martha zu: Columbo ist eben Realist und versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Ob ihm dies letztlich gelungen ist, kann man aber sicherlich diskutieren. Geständnisse, die nur durch Erpressung zustande kommen, sind in meinen Augen genauso wertlos wie Hexerei-Geständnisse unter mittelalterlicher Folter.

Noch unglaubwürdiger als das Verhalten Columbos finde ich allerdings die Strategie des Mafia-Paten. In der Realität dürfte Fortelli relativ wenig Interesse daran haben, der Polizei bei der Verhaftung McVeighs zu helfen und durch die Kooperation womöglich selbst noch ins Fadenkreuz der Ermittlungen zu geraten. Die echte Mafia hätte den Dicken erledigt und verschwinden lassen - Feierabend!

Insgesamt gebe ich unter Abwägung der Vor- und Nachteile wieder einmal 3 Punkte.
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