Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Mord unter Brüdern" ?

1/5 schlecht
1
3%
2/5 passabel / "na ja"
7
18%
3/5 gut
8
21%
4/5 sehr gut
14
37%
5/5 überragend
8
21%
 
Abstimmungen insgesamt : 38

Beitragvon Venus » Sa, 29.11.2008 18:23


Martin. hat geschrieben:Für mich auch eine der besten Folgen, anders, und doch unterhaltsam und spannend.


Diese Folge gehört für mich eindeutig zu den guten 4 Punkte Folgen. Ich fand den Schluss klasse! Ein besonderes Schmankerl, das meiner Meinung nach wirklich gut gelungen ist!
Venus
 

Beitragvon Venus » Di, 02.12.2008 13:03


Martin. hat geschrieben:Für mich auch eine der besten Folgen, anders, und doch unterhaltsam und spannend.


@Martin: Diese Folge ist in der Tat "anders", ich habe sie am Sonntag wieder mal gesehen und sie gefällt mir super, weil es eine der wenigen ist, in denen ich alle Schauspieler ausnahmslos super und an der richtigen Stelle finde. Auch der Mörder ist symphatisch und als ich ein paar Stunden zuvor auf SuperRTL "Ein Denkmal für die Ewigkeit" guckte und danach diese Folge, in der unser Inspektor um Jahre gealtert ist, fiel mir auf, was Columbo für mich so wertvoll macht: seine Charaktertreue!
Venus
 

Mord unter Brüdern...

Beitragvon WalterJörgLangbein » Di, 02.12.2008 13:58


Einerseits ist der Mordplan recht gut durchdacht und dann schließlich auch in Szene gesetzt. Und Columbo zeigt einmal auf ganz besondere Weise, wie breit sein Spektrum ist... spricht mit welchen Methoden er Druck auf Mörder ausübt, denen er nichts beweisen kann. In gewisser Weise erinnert mich diese Episode an den Mord in der Botschaft, wo Columbo den eigentlich unantastbaren Täter zum Geständnis zwingt.

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Re: Mord unter Brüdern...

Beitragvon Venus » Di, 02.12.2008 14:05


WalterJörgLangbein hat geschrieben:Einerseits ist der Mordplan recht gut durchdacht und dann schließlich auch in Szene gesetzt. Und Columbo zeigt einmal auf ganz besondere Weise, wie breit sein Spektrum ist... spricht mit welchen Methoden er Druck auf Mörder ausübt, denen er nichts beweisen kann. In gewisser Weise erinnert mich diese Episode an den Mord in der Botschaft, wo Columbo den eigentlich unantastbaren Täter zum Geständnis zwingt.

Walter


@Walter: Ja, bei Mord in der Botschaft war es ähnlich. Columbo der alte Fuchs erzwang auch hier ein Geständnis mit der Variante entweder- oder!
Bei Mord unter Brüdern gefiel mir besonders, wie der Mörder ins Restaurant gelockt wurde, die Telefonzelle war präpariert und Columbo spielte das Spiel echt super mit!
Venus
 

Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon Philipp025 » Mo, 24.08.2009 00:36


Irgendwie fallen mir zu dieser Episode keine Worte ein. Das heißt nicht, dass ich sie schlecht finde!Aber in dieser Folge doch alles klar und es bleiben auch keine Fragen offen, wie man auch dem Theard hier entnehmen kann.

Ich habe 4 Punkte gegeben, weil mir fehlte das Beweismittel-Sammeln Columbos. Aber was spannend gemacht war, war das Columbo gegen die Zeit arbeiten musste. Das Ende war natürlich auch mal was anderes. Hmm, bekäme Columbo nicht die Hilfe der Mafia, hätte er noch lange an dem Fall hätte sitzen müssen.

Mir hat auch die schauspielerische Leistung des Darstellers von McVeigh gefallen. Aber der Mord an seinen Bruder Teddy ist vielleicht der Kaltblütigste neben dem Mord von Patrick an Howard in "Keine Spur ist sicher".
Columbo: "Ich glaube an den lieben Gott und der war's bestimmt nicht!"

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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon martha » Mo, 24.08.2009 00:52


Philipp025 hat geschrieben:Mir hat auch die schauspielerische Leistung des Darstellers von McVeigh gefallen.


Vom Laufstil her liegt George Wendt für mich knapp hinter Donald Pleasence auf Platz 2.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon Topi » Mo, 24.08.2009 08:48


Mir hat Mord unter Brüdern nicht besonders gut gefallen und ich habe darum nur ein "passabel" gegeben.
Leider bin ich in der Mitte wieder kurz weggenickt.
Für mich ist dieser Columbo (abgegsehen vom Mord) spannungstechnisch durchgehend auf einer Höhe. - es gibt in meinen Augen, keine Steigerungen.
Das Wunderbare an den gelungenen Folgen ist ja, dass man den Täter kennt und weiß, wie er es gemacht hat - und trotzdem ist es spannend zuzuschauen.
Für mich war die Rennpferde-Gesellschaft nur oberflächlich angekratzt. Nicht gut dargestellt. Man zeigt kurz ein Rennen, Frauen mit Hüten, ein Wettbüro - und das wars´s.
Das hatte was von: "Wo war Columbo denn noch nicht? Was könnten wir denn mal Neues bringen?"

ein paar Dinge hab ich nicht verstanden-vielleicht, weil ich eingeschlafen bin:

Woran erkennt man an einem Wettschein, das nichts gewonnen wurde?
Komisch auch, dass das Opfer die wertlosen Zettel nicht wütend weggeworfen hatte. (Wie seine Freundin. Sein Temperament war doch auch eher aufbrausend).

Das Ablenkungsmanöver im Restaurant (Die Rattenszene) - hatte der Mörder da eine Komplizin? Davon ist doch später nicht mehr die Rede.
Wieso schreit die Frau denn gerade im richtigen Moment?
Kann mir nicht vorstellen, dass der Mörder da auch noch Ratten ausgesetzt hat.

Und die Mithilfe der Mafia am ende finde ich total daneben. Dass sich Columbo Hilfe holt ist o.k. -

Aber vom Teufel , wenn er nur den Belzebub austreiben will?
:-O :-O :-O

Also von mir nur eine 2.

Grüße Topi
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon Stephan1810 » Mo, 24.08.2009 09:58


Ich habe die Folge gestern das erste Mal gesehen und empfand sie gegenüber vielen anderen Episoden doch als etwas schwach. Sicher sind beide Morde sehr gut geplant und durchgeführt - ohne die Unterstützung seitens der Mafia würde Columbo hier sicher ins Schwitzen geraten. Und genau DAS hätte ich lieber gesehen, denn auch mir gefällt der Schluss nicht sonderlich gut. Das ist aber in den meisten Folgen/Szenen so, in denen Colmbo für mich etwas deplaziert wirkt. Dass er bis dahin jedoch eifrig und auch gut ermittelt (Asche, Ratten, Phantomzeichnung/Feuerzeug/Drink des Mannes in der Bar,...), wertet die Folge auch wieder etwas auf.

Zwei Fragen, die sich mir stellen:
1. Wie kann Graham McVeigh bei einem eigentlich sehr gut geplanten Mord so viele dumme Fehler begehen (Asche im Auto, sein edeles Goldfeuerzeug und sein Lieblingsdrink in der Bar)? Vielleicht war er zu aufgeregt und durcheinander? Dafür behält er dann in der Haus-Szene gegenüber dem Mafioso aber einen ziemlich kühlen Kopf.
2. Besteht für Graham nicht die Gefahr, dass die Fahrradspuren am ersten Tatort endeckt werden? Beide treffen sich im Wald, vermutlich auf weichem oder staubigem Boden. Da besteht doch zweifelsohne die Gefahr, Spuren auf dem Boden oder zumndest am Rad selbst zu hinterlassen. Dass die Sur gerade am Ende von Teddy's Auto anfängt, müsste Columbo doch stutzig machen. Naja gut, kann man nicht sicher sagen.

Jedenfalls: 3/5 Punkten - jedoch eher gute 3 Punkte. Im 10er-System hätte ich vermutlich 7/10 anstatt 6/10 vergeben.
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon Topi » Mo, 24.08.2009 10:55


ja das Fahrrad fand ich auch riskant. Noch dazu, wenn so ein elefant fährt. Der muss doch recht tiefe Rillen hinterlassen haben....
Aber na ja, gut. Geschenkt.

Wer erklärt mir Serienschläferin das mit den Ratten?
Wer hat die ausgesetzt?

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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon infernogott » Mo, 24.08.2009 11:04


Graham hat die Ratten ausgesetzt. Columbo hat ihm ja sogar erzählt, dass es Ratten mit langem Schwanz waren, die eher in bergigen Gebieten vorkommen (dort wo Graham wohnt) und nie in der Stadt...
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon Topi » Mo, 24.08.2009 11:07


infernogott hat geschrieben:Graham hat die Ratten ausgesetzt. Columbo hat ihm ja sogar erzählt, dass es Ratten mit langem Schwanz waren, die eher in bergigen Gebieten vorkommen (dort wo Graham wohnt) und nie in der Stadt...



Danke, danke infernogott,
das habe ich verschlafen. Jetzt verstehe ich, warum Columbo den Rattenschwanz vermessen hat.

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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon zimtspinne » Mo, 24.08.2009 13:08


Topi hat geschrieben:ja das Fahrrad fand ich auch riskant. Noch dazu, wenn so ein elefant fährt.

ich hab drauf gewartet, den Elefanten auf dem zerbrechlichen Rad zu sehen, dabei sind mir die Radspurfragen glatt im Gehirn steckengeblieben :wink:, hast aber recht.

Das Ende hat leider die ganze Bewertung (noch mehr) runtergerissen.
Warum hatte ich da nur das Gefühl, der kleine Fisch wurde vorgeführt, fertiggemacht und geschnappt, nicht mal von der Polizei, nein, vom großen Fisch höchstselbst. Es geht mir irgendwie gegen den Strich, dass die organisierte Verbrechersippe in der story noch glänzt und ihren Status zelebrieren darf.

Columbo distanziert sich zwar, aber mehr schlecht als recht. Er wird von den zwei Deppen eingesackt, lässt sich dann aber für einen Namen von ihrem Chef beköstigen.
Noch schlimmer, der Mafiaheini labert mehrmals offen von Mord, Columbo schweigt dazu. Wo bleibt da seine Polizistencourage, die hat er wohl bei seinen kleinen Fischen an den Nagel gehängt?
Vielleicht mochte ich diese storyline auch nicht, weil ich Mafiafilmkrams grundsätzlich nicht mag, auch keinerlei Faszination daran entdecken kann.

Den schwergewichtigen Zweifachmörder fand ich alles andere als sympathisch. Ich fand ihn szenenweise sogar fast abstoßend.
Ebenso die Freundin des Opfers mit ihrem vulgären Gekasper. Sympathisch fand ich in der ganzen Folge eigentlich niemanden. Mir gefallen auch Mörder nicht besonders, die zur Vertuschung oder aus Geldgier (wie hier) einen weiteren Mord begehen. fand ich bei Carsini gut, dass er seine Sekretärin NICHT beseitigen wollte.

Woran liegt dieses negative Urteil? Die columbotypischen Aspekte waren nicht viel schlechter als in anderen Folgen.
Ich mochte einfach das flair dieser Folge nicht. Pferderennen - assoziiere ich eher mit Tierdrangsaliererei und Spielsucht als mit etwas positivem, fasziniert mich genauso wenig wie Mafiagedöns.

Gefallen hat mir Columbos Mausbergung in der Mülltonne.
charmante columbische Momente und Details gabs diesmal nicht - weder seine Frau noch sein Hund noch seine Schrullen kamen vor (bis auf die Muschelsache, dabei fand ich aber auch nur Columbos Gesichtsausdruck nach der Muschelsuppe gut).

Mit drei Punkten wäre die Folge zu gut bedient, obwohl ich geschwankt hab. Es gibt aber Folgen, die bekamen von mir vier und waren um Welten besser als diese... von daher :smoke:
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon martha » Mo, 24.08.2009 17:36


Ich muss zugeben, dass mich Columbos Haltung zunächst auch etwas irritiert hat, dann aber auch wieder nicht.
Wenn ich vor dieser Folge alle Ansichten und Charakterstärken von Columbo gebündelt hätte, wäre auch folgende Einschätzung dabeigewesen:
Der Mann würde nie mit der Mafia zusammenarbeiten!!!
Klar, das passt auf den ersten Blick nie und nimmer.
Da geht's dann auch nicht nur um die Diskrepanz zwischen "harten Sachen und weichen Sachen", sondern um die generelle Abneigung eines Inspectors, der bisweilen zwar mal kleine Tricks anwendet, ansonsten aber tadellos auf der Seite des Rechts steht.

Doch jetzt müssen wir Columbo doch auch eine Eigenschaft zugute halten, die in dieser Folge wohl die zentrale Rolle spielt: Realitätssinn.
Es ist nun mal so:Wo die Mafia zugange ist, sind die Gesetze außer Kraft gesetzt.
Columbo ist doch kein Phantast, der sich einbildet, diesem Machtmonopol in irgend einer Form Paroli bieten zu können.
Was bringt es denn, wenn er zu Fortelli geht, und ihm sagen würde:"Lassen Sie McVeigh in Ruhe. Wir sind doch zivilisierte Menschen."
Das brächte nix und nochmal nix!!!
Und da Columbo nun mal keine Beweise hat, kriminalistisch also mit seinem Latein am Ende ist, wird kooperiert.
Da die Idee der Story darauf beruht, dass der Inspector nicht aus eigener Kraft eine Überführung des Schurken hinbekommt, wäre die logische Konsequenz, dass dieser Doppelmörder ungeschoren davonkäme.
Stattdessen: Eine kurzzeitige Inanspruchnahme der Mafia, um dafür zu sorgen, dass dem Mörder der Arsch auf Grundeis geht.
Diese Gedankengänge sind für mich Columbo pur.
Das ist für mich 'ne clevere Finesse in fraglos ungewöhnlichem Rahmen, aber da seh ich keinerlei Veranlassung, mit der moralischen Keule draufzuhauen!
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon zimtspinne » Do, 27.08.2009 13:53


Mir gehts aber hier gar nicht um Moral sondern um Relationen.

Dass Columbos Realitätssinn mal durchschimmert, kann ich zwar nachvollziehen, aber dann auch wieder nicht.
Er hat sonst auch schon alle möglichen Größen zu Fall gebracht, die zwar nicht die Mafia waren aber gewiss diese oder jene Lobby hinter sich hatten. Hat sich Columbo (oder das Konzept) nie dran gestört, den "unbedeutenden" Inspektor diese Typen ihrer Strafe zuzuführen. Realistisch war das auch nicht gerade... aber konsequent.
Hier ist man einfach sehr inkonsequent.
Außerdem gab es schon harmlosere Mörder, denen er deutlicher seine Antipathie wegen ihrer niederen Motive hat spüren lassen. Hier kams mir so vor, als ob er kurz davor war, sich zum Schluss noch einen Drink zum gelungenen deal mit dem Verbündeten zu gönnen.

Desweiteren stört mich, dass er keine wirkliche Kontrolle über diese Mafiosi hatte und das Leben seines Verdächtigen in Gefahr brachte.
Der Verdächtige hätte in U-Haft gehört, aber die gibts da ja grundsätzlich nicht.
Was wenn der Plan schiefgelaufen wäre?
Hätte der unbewaffnete Columbo dann für die Sicherheit McVeighs garantieren können? Das war einfach Selbstüberschätzung.
Sonst hat Columbo Gegner, mit denen man ihm zutraut umgehen zu können. In diversen Situationen trifft er auch Sicherheitsvorkehrungen, hat seine Leute im Hintergrund.
Sich mit der Mafia im Alleingang anlegen, das war für mich auch nicht glaubwürdiger als wenn man Columbo hätte den Oberboss schnappen lassen. Mit "Realitätssinn" hast du mich hier nicht wirklich überzeugt, sorry.

Mit Moral hat das nichts zu tun, sondern damit, dass es mir generell stinkt, wie quer durch den Alltag die gut organisierten statusschweren Leute mit ihrem Mist durchkommen, was ich ihnen ja sogar gönne (wenns um Steuerhinterziehung, Geldwäsche u.ä. geht), ich würds mir und dem "niederem" Volk aber dann eben auch gönnen, hier und da mal zum eigenen Vorteil tricksen zu können.
Wenn die Mafia mit Verbrechen durchkommt, warum sollen dann nicht auch Columbos Mörder mal damit durchkommen? So aber wird die Mafia als unantastbar dargestellt, und das wäre auch anders gegangen!

Wenn ich Ungerechtigkeiten wie diese anprangere, hat das nichts mit Moralkeule zu tun... sondern dass ich als Wasserfrau einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hab.
Die Relationen stimmten hier aber nicht mehr.
Es ist für mich auch ein Unterschied, ob ich für den einen oder anderen Mörder oder Totschläger gewisses Verständnis hab, von dem nicht auszugehen ist, dass er zum Serienkiller wird.. oder ob ich diese dauerverbrecherischen Mafiastrukturen harmlos finde, die letztendlich allen direkt oder indirekt schaden mit ihren Einflussnahmen, Drogenhandel und so weiter. Sowas ist für mich einfach Abschaum und ich finds schade, dass sie nicht mal in Columbos Reich dort landen, wo sie hingehören. Dass jeder Mörder geschnappt und überführt wird, ist ja auch unrealistisch und trotzdem ist es dort der Fall.

Nachtrag: nicht so gelungen fand ich außerdem die Einfältigkeit oder Dummheit
McVeighs. Der zweite Mord war einfach nur dumm und überflüssig und sein Grundproblem wurde damit nicht beseitigt sondern erweitert.
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Re: Bewertet: "Mord unter Brüdern"

Beitragvon dille » Do, 27.08.2009 19:01


Ich hab' Columbo nie zuvor 'ne Zigarette rauchen sehen. War ein komisches Bild. Obgleich auf der anderen Seite auch verständlich, denn nach verdorbenen Muscheln gönnt man sich besser mal was 'Leichtes'. Und schwergewichtig war in der Folge ja auch ein ganz anderer. Zunächst nicht ganz klar, aber das dreimalige "Wirst's sehen" als 'stichhaltiges' Gegenargument zu einer Graham McVeighschen These, die freigebige Erlaubnis, dass Teddy einen mitzwitschern darf und die passgenau zugeschnittenen Synchronstimmen lassen einen Vergleich zu berühmten Urgesteinen Hollywoods nicht gänzlich aus. Dabei bleibt nur einer übrig. Und der darf sein Soloprogramm dann auch bis zum Schluss durchziehen. Glück nur, dass sich Columbo alsbald von seiner Muschelvergiftung erholt hat und einmal mehr seinen Mut beweisen konnte, trotz erfolgter Entführung souverän zu bleiben, gar leisen Protest zu äußern - wie auch schon im 'Aschenpuzzle'. Denn hätte er nun die Rolle des Verblichenen besetzt - angesichts gewohnter Manier wäre es ihm gewiss zuzutrauen gewesen - wäre der Folge wohl komplett die Realität abhanden gekommen, war sie doch durch den Mafia-Mischmach im Plot eh schon stark angegriffen. Die Polizei trickst mit der Mafia - ich denke nicht, dass die Polizei die Mafia auf diese Weise legitimiert hätte. Aber macht ja nichts, ich mag doppelte Böden, und ich mag sie noch mehr, wenn sie unausstehlichen Kotzbrocken zum Verhängnis werden. George Wendt hingegen hätte man sein Alter Ego eben doch nicht karikieren lassen sollen. Großer Mann, kleines Fahrrad, Schweinchenstimme. Da freut man sich am Ende doch gar nicht, wenn der Täter seine verdiente Strafe erhält.
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