Bewertet: "Tödliche Trennung"

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3/5 gut
13
25%
4/5 sehr gut
28
53%
5/5 überragend
11
21%
 
Abstimmungen insgesamt : 53

Bewertet: "Tödliche Trennung"

Beitragvon Martin. » Fr, 20.05.2005 19:30


Wie gefällt euch diese Episode?


Stimmt ab und schreibt bitte auch noch eine Begründung hinzu.

Gruss Martin
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Beitragvon Roger79 » Fr, 20.05.2005 22:15


Überragend. Hoffe, dass ich nun vom richtigen "tödlich" spreche. :wink:
Jack Cassidy genial, Spielbergs Kameraführung einzigartig und die Story absolut nur schwer zu übertreffen.
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Beitragvon Martin. » Sa, 21.05.2005 14:32


Ich finde die Folge nur durchschnittlich. Die Story an sich ist schon gut, auch die Kameraführung ist toll. Dazu ein toller Mörder.
Nur wenn ich auf die Aufklärung blicke...meiner Meinung nach ist das nur ein weiteres Indiz das Columbo da dem Mörder vorlegt, aber noch lange kein Beweis. Das hätte vor dem Gericht wahrscheinlich nicht gereicht. Zu dumm für den Mörder, sich zu stellen...
3/5
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Beitragvon Hollister » Sa, 21.05.2005 15:15


4 Punkte.

Ein typischer Columbo mit einem famosen Mörder, fein ausgeknobeltes Alibi und einem redseligen Inspektor. Punktabzug wegen der doch eher mageren Überführung und der übtriebenen Darstellung der La Sanka. In Sachen Regie fehlt mir im Vergleich zu anderen Folgen ehrlich gesagt überhaupt nichts Spezielles auf. Abgesehen mal von den extrem vielen Filmfehlern.
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Beitragvon Roger79 » So, 22.05.2005 16:28


Den Einfall in der Eingangsszene, wo man nur das Maschinenschreibgeräusch hört, finde ich beispielsweise ausserordentlich.
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Beitragvon Martin. » So, 22.05.2005 16:35


Roger79 hat geschrieben:Den Einfall in der Eingangsszene, wo man nur das Maschinenschreibgeräusch hört, finde ich beispielsweise ausserordentlich.


Ja, da kann ich zustimmen. Die Idee ist sehr gut. Aber es fängt auch schnell an zu nerven.
Ausserdem bleibe ich dabei das die Überführung zu mager ist. Das ist eigentlich das einzige, was mich persönlich an der Folge so stört. Schade...
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Beitragvon MrsSparrow » Mo, 20.06.2005 22:58


An sich eine geniale Folge. Geniale Story, genialer Mörder und das mit der Schreibmaschiene am Anfang find ich herlich...erinnert mich auch immer an meine olle Rattertante :wink:

Aber bei der Überführung muss ich auch sagen das ich das ganze was dürftig fand...den Zettel auf dem die Mordidee stand hät auch gut wer andres lesen/gesehen haben können in den wohl 5 Jahren als er das aufgeschrieben hatte...auch etwas weit hergehohlt find ich die Mörder und das Motiv das Cassidy Columbo anbietet...aber zum Glück wird da nich allzu nah drauf eingegangen *puhh*

Naja, die Folge erhählt trotzdem 5 Pünktchen von mir :)
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Beitragvon Wedge » Do, 30.06.2005 22:59


4/5 Punkten

Bisauf das schwammige, schon erwähnte Finale, eine toll gespielte Episode mit einem klug geplanten Mord.

Spielberg hat aber seine deutliche Note hinterlassen, ab und an (vorallem am Anfang und Ende) kommt sein Stil schön zum Vorschein.
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Beitragvon Yves » So, 07.08.2005 12:55


5 Punkte!

Die Episode ist doch genial, finde die Überführung von Ken auch gut! Ist doch logisch, dass Columbo stuzig wird, wenn so ein schlechter Schreiber einen so perfekten Mord inszeniert, sowas kann überhaupt nicht von ihm sein (stellt sich ja sogar als falsch heraus!). Deshalb sucht er alle Zettel zusammen, die er nur findet, und siehe da...

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Beitragvon Columbo-Freak » Sa, 26.11.2005 18:05


Von mir bekommt die Episode 3 von 5 Punkten!
Zuerst einmal möchte ich die Regie loben. Da gibt es gleich mehrere Szenen, die "besonders" fotografiert sind, z.B. die mit dem Mörder und Lally La Sanka (Licht- und Schattenspiele, ihre Ermordung). Einfach brillant. Dieses Abweichen vom normalen Muster x in der Regie tut der Serie in diesem Fall sehr gut. Der Mörder wird von Cassidy toll verkörpert und wirkt so richtig schön diabolisch. Das Columbo-Mörder-Spiel kommt in dieser Folge allerdings nur mäßig in Gang, was vielleicht auch an der Kürze der Episode liegt! Die übertrieben naive Darstellung der Lally La Sanka find ich einfach nur klasse! Auch der (erste) Mord ist herrlich raffiniert durchdacht und schön geplant. Einzig die Tatsache, dass Lally La Sanka das Opfer in Franklins Wagen sieht, passt nicht so ganz ins Muster. Die 2 Punkte Abzug gibt's eigentlich nur für den Schlussbeweis, der keiner war, sondern eher eines der schwächeren Indizien! Das allein macht aus einer Episode, die die beste hätte werden können, nur eine Durchschnittsfolge. Schade eigentlich!

Gruß
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Beitragvon Toddie » Mi, 17.05.2006 14:20


Das meiste wurde schon geschrieben. Von mir 3 Punkte aufgrund

Plus:
- Cassidy ist einfach ein schön fieser, arroganter Täter
- filmische Umsetzung (auch wenn auch ich da keine besondere "Handschrift" erkenne)
- ein spielfreudiger und herrlich nervender Columbo

Minus:
- das wirklich schwache Indiz, das als Beweis herhalten muss (und den ansonsten so abgebrühten Cassidy völlig unnötig zu einem Geständnis bringt)
- Sally La Sanka - stimme den Kritikern da gerne zu - zu naiv und übertrieben dargestellt.

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Beitragvon Howie Munson » Mi, 19.07.2006 18:32


Meine Liebe zu COLUMBO und anschließende Bewertung der Episode :)

Ich bin mit Lt. Columbo aufgewachsen. Verfolge seine Fälle nun bestimmt schon seit rund zwölf Jahren und wie groß war die Freude, als Universal die erste Staffel auf DVD bei uns veröffentlichte (bitte mehr!!!). Auch wenn ich mich früher für viele TV-Krimis begeistern konnte, so hat sich bis heute nur der kleine Mann mit Zigarre im Trenchcoat gehalten. Fernseh-Krimikost kommt mir schon lange nicht mehr ins Haus - bis auf eben jene Kult-Serie.

Und nun muss man schon festhalten, dass diese Serie weit über dem Niveau der meisten anderen TV-Krimis liegt. Namhafte Regisseure und Darsteller haben sich für COLUMBO-Episoden hergegeben; die Drehbücher sind teilweise brilliant, unterhaltsam und spannend sind sie immer. Dazu deutet auch die Laufzeit (70, später 90 Minuten) eher auf Kino denn auf TV.

Da dies ein Filmtagebuch ist und ich Serien lediglich dann und wann mal bespreche und mich dabei auch auf mein Gesamtbild bzw. den Piloten beschränke, muss ich von einer Ausnahme sprechen. Für mich ist jede Episode ein kleiner Film für sich. Und auch wenn COLUMBO für die "Big Screen" sicherlich zu klein ist; den Weg in mein Filmtagebuch hat sich die Serie allemal verdient.

Zunächst also die neun ersten Folgen (1. Staffel), denen hoffentlich weitere folgen werden. Und da für mich alles was nach den 70ern an COLUMBOS rauskam uninteressant ist, reichen mir auch eben diese Episoden völlig aus.

Also dann, los geht's!


Plot:

Ein Schriftstellerteam, das sich für eine erfolgreiche Krimiromanserie verantwortlich zeichnet trennt sich, was für die eine Hälfte fatale Folgen haben wird...


Der erste "reguläre" COLUMBO (nach zwei Piloten) ist storymäßig noch nicht so weit wie andere Episoden und doch möchte ich MURDER BY THE BOOK als gelungenen Auftakt bezeichnen. Denn wo der plot für COLUMBOsche Verhältnisse zu simpel daherkommt, da glänzt diese Folge durch ihre Form und Darsteller.

Steven Spielberg verleiht der Episode einen ganz besondere Note: Wide Shots domineren gegenüber Close Ups, viele verschiedene Kamerawinkel und sonstige filmtechnische Kabinettstückchen (allein der Einstieg ist eine Offenbarung) - so gut sah eine COLUMBO-Folge selten aus.

Peter Falk legt den Grundstein für die Popularität seiner Figur: sympathisch und den Täter so richtig schön nervend spielt er sich in die Herzen der Zuschauer. Sein Konterpart wird von Jack Cassidy dargestellt, der so überzeugend war, dass man ihn später noch einmal engagierte (als Zauberer in einer der besten COLUMBO-Folgen überhaupt: NOW YOU SEE HIM). Sein selbstgefälliges Spiel verbunden mit einer gehörigen Portion Charme machen ihn zu einem der besten "Bad Guys" der Serie und einem Ladykiller par excellence.

Insgesamt also ein guter COLUMBO, der für die folgenden Episoden storytechnisch aber noch Luft nach oben lässt.

Kleine Anekdote: einer der Krimi-Romane des fiktiven Autorenteams wurde nach einem der beiden COLUMBO-Piloten benannt. Netter Gag.
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Beitragvon Red Shadow » Mi, 21.03.2007 18:06


Steven Spielberg leitet „Columbo“ – wahre Wunder bewirkt er jedoch nicht. Dass „Tödliche Trennung“ letztendlich nicht überzeugt, liegt in erster Linie sicherlich nicht an der ambitionierten Regieführung, verschiedene Kameraeinstellungen und Schnitte sind zweifelsohne kreativ und übertreffen den bisherigen Standard. Vereinzelte Makel werden dadurch allerdings auch nicht kaschiert.

Im Wesentlichen leidet „Tödliche Trennung“ an einem eher schwachen Drehbuch – der halbgare Zustand des Plots fängt bei einzelnen Charakterzeichnungen an und hört bei der Auflösung auf. Erschwerend hinzu kommt die erstmalige Abkehr von der bis dato normalen Spielfilmlauflänge. Im Rahmen von 73 Minuten finden die Macher beim Debüt noch nicht das richtig Fingerspitzengefühl, um das Erzähltempo normal erscheinen zu lassen. Vieles wirkt überhastet, beispielsweise auch das ansonsten so interessante Columbo-Mörder-Spiel, das nicht so richtig in Fahrt kommt.

Dabei wären wir beim nächsten Schwachpunkt. Dem Mörder Ken Franklin (Jack Cassidy) fehlt in „Tödliche Trennung“ noch die attraktive Zwiespältigkeit, die viele Täter in der Serie haben. Jack Cassidys, der später in „Wenn der Schein trügt“ als einer der genialsten Gegenspieler Columbos in die Seriengeschichte einging, wirkt hier stets wie ein schleimiges Eckelpaket. Die mitunter vorhandene Sympathie und das anrüchige Charisma des Täters fehlen hier schlichtweg. Es muss nicht immer der sympathische Mörder sein, dessen Motiv man teilweise nachvollziehen kann, aber wenn Sympathiewerte so klar verteilt sind, sollte das Böse im Sinne der dunklen Ambivalenz schon irgendeine Ausstrahlung haben. So kann der erste Eindruck täuschen, wenn man bedenkt, welchen Stellenwert Cassidys später als Antagonist innerhalb des Columbo-Universums erlangt hat.

Der Mord bzw. die Planung kann dagegen schon eher überzeugen. Die Trennung des erfolgreichen Autorenduos, weil sein Partner künftig ernste Literatur verfassen möchte, ruft bei Franklin Unmut hervor. Er kann nicht wirklich schreiben und war vielmehr der PR-Mensch des Duos, während Jim (Martin Milner) die Krimis der Erfolgsserie verfasste. So zieht es Franklin den Boden unter den Füßen weg, weil er abhängig war – aus Verzweiflung wird Hass. Das Motiv steht und nun folgt der Mord, dessen zugrunde liegende Idee, dem Täter später zum Verhängnis wird.

Der teuflische Plan ist auf einem Zettel als Mordidee für ein neues Buch in Jims Büro festgehalten. Die Handschrift soll den Täter letztendlich überführen. Ein Indiz wird zum Beweis. Das ist für einen „Columbo“ eher schwach und entspricht nicht dem gewöhnlichen Knalleffekt, bei dem gewöhnlich die Schuppen von den Augen fallen und man mit offenem Mund staunt. Zurück zum Tathergang.

Die komplexe Mordidee, eine inszenierte Tötung im Büro, während die Tat eigentlich in Franklins Wochenendhaus stattfindet, scheint zunächst zu funktionieren, weil niemand die beiden Autoren auf dem Weg nach San Diego gesehen hat. Der Täter hat ein wasserdichtes Alibi, da er während des Mordes augenscheinlich alleine in seinem Wochenendhaus war. Wenn da nicht Lilly La Sanka (Barbara Colby) wäre. Die Besitzerin eines kleinen Ladens in der Nähe des Ferienhauses ist nicht nur die einzige Zeugin, sondern auch das zweite charakterliche Ärgernis der Story. Sie ist die nervige Überzeichnung einer dumm naiven Frau, die hinter dem Mond lebt. So kommt es letztendlich zum zweiten Mord, weil sie Franklin erpresst. Überzeugend ist das alles nicht. Es fehlen die Ecken und Kanten – Feinheiten, die das Columbo-Universum so interessant machen.

Peter Falk, dessen deutsche Stimme nun endlich Klaus Schwarzkopf ist, spielt dabei an sich gar nicht schlecht. Er heftet sich in gewohnter Manier an die Fersen des Täters und überzeugt mit der in den früheren Folgen gewohnt souverän stoischen Ruhe. Leider transportiert die Episode im Privatbereich wenig neues, mal abgesehen von seiner ominösen, unsichtbaren Frau, die wie immer ein fester Bestandteil der Ermittlungsarbeit ist. Gerade diese liebenswürdigen Kleinigkeiten, die für die ein oder andere Lachsalve sorgen, würden der Folge nicht schaden.

So strandet auch Steven Spielberg in jungen Jahren am schwachen Drehbuch, das „Tödliche Trennung“ serienintern allenfalls in durchschnittliche Bereiche zieht. Dabei kommt es bei „Columbo“ gerade auf inhaltliche Aspekte an, Peter Falk ist Columbo, an ihm liegt das Scheitern nicht. Wenn allerdings ein Indiz zum Beweis befördert wird, weiß man, dass „Columbo“ nicht beim Höhepunkt angelangt ist. Trotzdem, bei dieser Serie jammert man immer auf hohem Niveau.

2,5 Punkte. Wenn ich mich nicht verklickt hätte, dann würde die erste 2 Punkte Bewertung im Board stehen :wink:.
Zuletzt geändert von Red Shadow am Mo, 02.04.2007 22:15, insgesamt 4-mal geändert.
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Beitragvon martha » Do, 22.03.2007 00:53


red shadow hat geschrieben:
Dabei wären wir beim nächsten Schwachpunkt. Dem Mörder Ken Franklin (Jack Cassidy) fehlt in „Tödliche Trennung“ noch die attraktive Zwiespältigkeit, die viele Täter in der Serie haben. Jack Cassidys, der später in „Wenn der Schein trügt“ als einer der genialsten Gegenspieler Columbos in die Seriengeschichte einging, wirkt hier stets wie ein schleimiges Eckelpaket. Die mitunter vorhandene Sympathie und das anrüchige Charisma des Täters fehlen hier schlichtweg. Es muss nicht immer der sympathische Mörder sein, dessen Motiv man teilweise nachvollziehen kann, aber wenn Sympathiewerte so klar verteilt sind, sollte das Böse im Sinne der dunklen Ambivalenz schon irgendeine Ausstrahlung haben. So kann der erste Eindruck täuschen, wenn man bedenkt, welchen Stellenwert Cassidys später als Antagonist innerhalb des Columbo-Universums erlangt hat.



Ich greif mir mal diese Passage raus, weil das der einzige Punkt in deiner Bewertung ist, wo ich dann doch anderer Meinung bin.
Ich kann nämlich wirklich keine Sympathie-Entwicklung bei Jack Cassidy in der Folge "Wenn der Schein trügt" erkennen. Dieser Mann ist die diabolische Perfektion, und das ist er in allen drei Folgen, in denen er mitspielt gleichermaßen. Und auch in der Folge "Tödliche Trennung" hat das Böse in ihm eine unglaubliche Ausstrahlung. Dieser teuflische Augenaufschlag ist in der Konsequenz nicht mehr zu überbieten. Ich hab da überhaupt kein Verlangen, diese Figuren, die er verkörpert, vielschichtiger zu sehen, geschweige denn möchte ich ihn sympathischer finden.
Cassidy hat eine unnachahmlich satanische Aura. Columbo könnte sich die Sache vielleicht einfacher machen, wenn er Cassidy einfach eine Knoblauchzehe oder ein Kreuz entgegenhalten würde. Vielleicht hätte das Santini und die beiden anderen von Cassidy gespielten Mörder vor Schreck zu einem sofortigen Geständnis gezwungen. :wink:
Cassidy ist somit für mich der fieseste Mörder schlechthin.
Als "schleimiges Ekelpaket" würde ich ihn aber nicht bezeichnen, dafür besitzt er zuviel Format. Eher zeichnet ihn eine Arroganz aus, die keinen Spielraum für irgendwelche Sympathiewerte zulässt. Und ist er als Santini nur sympathischer, weil er eine Tochter hat? Die benutzt er doch nur als sein Eigentum, die Vaterliebe beschränkt sich auf das Vergraulen des Liebhabers seiner Tochter. Und er mordet, damit nicht rauskommt, dass er für ein teuflisches Regime gedient hat. Das Diabolische ist in jeder Hinsicht in ihm verankert.
In "Tödliche Trennung" ist er schon genauso perfekt wie in "Wenn der Schein trügt". Als Santini wirkt er aber besser, weil die Geschichte einfach wesentlich besser ist. In "Tödliche Trennung" hat er mit einer nicht durchgängig unterhaltsamen Story fertig zu werden, umso mehr schätze ich seine Leistung gerade in dieser Folge.


Große Zustimmung bekommst du von mir aber in der Beurteilung von Mrs. La Sanka. Gott sei Dank gibt es ja in dieser Episode einen zweiten Mord, den du ja schon bei "Lösegeld für einen Toten" eingefordert hattest. :wink:
Aber bis die La Sanka zum Tauchen geschickt wird, vergeht doch eine quälend lange Zeit.
Durch die naive Erpresserin kam man aber zumindest in den Genuss, Cassidy mal flirten zu sehen. Der Teufel kann auch liebevoll heucheln.
Ich fühlte mich fast an Goethe's "Faust" erinnert. :twisted:
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Beitragvon Red Shadow » Do, 22.03.2007 02:18


martha hat geschrieben:
red shadow hat geschrieben:



Ich greif mir mal diese Passage raus, weil das der einzige Punkt in deiner Bewertung ist, wo ich dann doch anderer Meinung bin.
Ich kann nämlich wirklich keine Sympathie-Entwicklung bei Jack Cassidy in der Folge "Wenn der Schein trügt" erkennen. Dieser Mann ist die diabolische Perfektion, und das ist er in allen drei Folgen, in denen er mitspielt gleichermaßen. Und auch in der Folge "Tödliche Trennung" hat das Böse in ihm eine unglaubliche Ausstrahlung. Dieser teuflische Augenaufschlag ist in der Konsequenz nicht mehr zu überbieten. Ich hab da überhaupt kein Verlangen, diese Figuren, die er verkörpert, vielschichtiger zu sehen, geschweige denn möchte ich ihn sympathischer finden.
Cassidy hat eine unnachahmlich satanische Aura. Columbo könnte sich die Sache vielleicht einfacher machen, wenn er Cassidy einfach eine Knoblauchzehe oder ein Kreuz entgegenhalten würde. Vielleicht hätte das Santini und die beiden anderen von Cassidy gespielten Mörder vor Schreck zu einem sofortigen Geständnis gezwungen. :wink:
Cassidy ist somit für mich der fieseste Mörder schlechthin.
Als "schleimiges Ekelpaket" würde ich ihn aber nicht bezeichnen, dafür besitzt er zuviel Format. Eher zeichnet ihn eine Arroganz aus, die keinen Spielraum für irgendwelche Sympathiewerte zulässt. Und ist er als Santini nur sympathischer, weil er eine Tochter hat? Die benutzt er doch nur als sein Eigentum, die Vaterliebe beschränkt sich auf das Vergraulen des Liebhabers seiner Tochter. Und er mordet, damit nicht rauskommt, dass er für ein teuflisches Regime gedient hat. Das Diabolische ist in jeder Hinsicht in ihm verankert.
In "Tödliche Trennung" ist er schon genauso perfekt wie in "Wenn der Schein trügt". Als Santini wirkt er aber besser, weil die Geschichte einfach wesentlich besser ist. In "Tödliche Trennung" hat er mit einer nicht durchgängig unterhaltsamen Story fertig zu werden, umso mehr schätze ich seine Leistung gerade in dieser Folge.


Große Zustimmung bekommst du von mir aber in der Beurteilung von Mrs. La Sanka. Gott sei Dank gibt es ja in dieser Episode einen zweiten Mord, den du ja schon bei "Lösegeld für einen Toten" eingefordert hattest. :wink:
Aber bis die La Sanka zum Tauchen geschickt wird, vergeht doch eine quälend lange Zeit.
Durch die naive Erpresserin kam man aber zumindest in den Genuss, Cassidy mal flirten zu sehen. Der Teufel kann auch liebevoll heucheln.
Ich fühlte mich fast an Goethe's "Faust" erinnert. :twisted:


Da muss man den Kontext sehen. Mich hat Cassidy in "Tödliche Trennung" einfach nicht überzeugt. Das ist natürlich in erster Linie Geschmackssache, meiner Meinung nach fehlt aber schlichtweg eine Art von anrüchiger Ambivalenz, die selbst der Teufel hat, wenn du schon die diabolische Aura ansprichst. Es mag sein, dass er sich in "Wenn der Schein trügt" nicht entscheidend geändert hat bzw. sympathischer geworden ist, aber die Charakterzeichnung ist in dieser Folge deutlich besser und es kommt letztendlich immer darauf an, welche Figur der Schauspieler verkörpert – als Santini kommt die von dir beschriebene teuflische Aura mit all ihrer finsteren Anziehungskraft deutlich besser zu Ausdruck. Dieser Buchautor, der an sich keiner ist und mit seiner schleimigen Art Eckel erweckt, ist für mich einfach nur widerlich. Der Charakter Santini ist später deutlich angenehmer, auch wenn er sicherlich nicht weniger unsympathisch ist. Der Eindruck ist stark subjektiv, das gebe ich gerne zu. Ich hätte Cassidy wohl nicht mehr engagiert und das wäre ein Fehler gewesen, wie sich später herausstellen sollte. Im Allgemeinen bevorzuge ich eher die zwiespältigen Mörder, deren Handeln man halbwegs nachvollziehen kann oder die eine gewisse Ausdrucksstärke haben. Das fehlt bei Franklin bzw. Cassidy in dieser Folge meiner Meinung nach noch. "Tödliche Trennung" ist ein typischer Beweis dafür, wie wichtig das Drehbuch sein kann. Peter Falk spielt gut und an der Regie liegt es auch nicht.
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