Bewertet: "Tödliche Trennung"

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Re: Bewertet: "Tödliche Trennung"

Beitragvon OpenOcen » Mi, 01.02.2017 15:06


Habe die Folge gestern das erst Mal seit Jahren gesehen.

Die Überführung hat mich total gestört und es kommt daher zu einem Punktabzug. Meiner Meinung nach kommt Columbo in der Folge allgemein etwas zu kurz, daher war auch kaum Platz für witzige Szenen mit ihm.

Die Darstellung der Verkäuferin war auch übertrieben wie schon erwähnt.

Das Opfer war mir ein wenig zu ahnungslos und gutgläubig.

Beim Finale habe ich darüber nachgedacht, ob Columbo die Notiz eventuell fingiert hat und es somit ein Trick von ihm war. Aber dann wäre das bestimmt im Abspann als leerer Zettel dargestellt worden.
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Re: Bewertet: "Tödliche Trennung"

Beitragvon Patrick_B » Sa, 05.01.2019 22:38


Dies ist der dritte Columbo und er führt etwas neues ein: Den inkompetenten Mörder. Der Mord ist zwar dramaturgisch gut inszeniert, aber der in der Folge so hochgehypte Trick mit den fingierten Telefonanrufen ist bei genauerer Betrachtung nicht viel wert. Es ist hier sogar ein Plotpoint, dass Columbo sich die Telefonverbindungen anschaut - aber dass zur Zeit des Mordes, der ja eindeutig feststeht, keine Verbindung vom Büro zur Ehefrau besteht - aber vom Ferienhaus zur Ehefrau schon - das fällt ihm nicht auf? Warum findet Columbo kein Blut im Ferienhaus, das ist ja - wie wir aus vielen anderen Krimis wissen - nicht so einfach wegzukriegen ist? Aber dafür reitet er auf der idiotischen "Kleinigkeit" rum, dass der Mörder mit dem Auto zurückfährt.

Und dann fährt der Mörder auch noch offen zusammen mit dem Mordopfer im Städtchen rum und legt sogar noch einen Zwischenstopp ein. Also dass da die Chance auf einen Zeugen ins Unermessliche steigt, ist ja wohl klar. Da hat er ja direkt Glück, dass die Zeugen sich als Erpresserin entpuppt und auch noch so dumm ist, sich geradezu als zweites Mordopfer aufzudrängen. Und davon, dass der Mordplan dann auch noch daran hängt, dass das naive Mordopfer genau die richtigen Dinge tut und sagt, will ich gar nicht anfangen... Oh, und die dummdreiste Art, wie der Mörder versucht, Columbo die Mafiatheorie aufzudrängen ist auch keine Meisterleistung.

Die Auflösung ist auch nicht besser. Erst bezeichnet Columbo den zweiten Mord als "sloppy" (was stimmt, da der Mörder bei dem Opfer ohne Handschuhe zum Essen war und es dort garantiert nur so vor seinen Fingerabdrücken wimmelt; und selbst der dümmste Gerichtsmediziner wird keinen Tod durch stumpfe Gewalteinwirkung mit Ertrinken verwechseln), aber überführt wird er trotzdem nicht. Den Beweis für den ersten Mord, den Columbo aus der Tasche zieht, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Da kann sich Columbo glücklich schätzen, dass der Mörder daraufhin gesteht.

Aber ich mag die Folge trotzdem gerne. Sie ist filmerisch sehr kompetent umgesetzt. Die Chemie zwischen Cassidy und Falk stimmt, was ja später in der Santini-Folge noch viel besser rüberkommt, was hier zu einigen (wenn auch wenigen) richtig guten Szenen mit den beiden führt. Wenn nur nicht alle handelnden Personen so inkompetent wären... Ich gebe 3/5 Punkten mit Tendenz zur 4.
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Re: Bewertet: "Tödliche Trennung"

Beitragvon Columbologe » So, 06.01.2019 01:41


Völlig überbewerteter Blender. Obwohl filmtechnisch versiert inszeniert, wimmelt es von inhaltlichen Schwachstellen. Ken geht ein unnötiges Risiko ein, als er Jim von vorne erschießt. Was wäre z.B. gewesen, wenn Jim am Telefon "Ken, was zum Teufel...?" gerufen hätte? Joanna hätte es gehört und der Fall wäre erledigt gewesen, bevor Columbo überhaupt zu ermitteln anfängt. Welcher professionelle Killer hätte sein Opfer erschossen, während es telefoniert? Die Person am anderen Ende der Leitung hätte umgehend die Polizei gerufen. In Nullkommanichts wären die Beamten im Büro gewesen. Keine Zeit für den Mörder, die Leiche ungesehen zu beseitigen und das Büro zu durchwühlen. Wieso stellt Columbo Ken dazu keine Fragen? Und all das nennt er einen cleveren Mord. Wieso gibt der überhebliche selbstgefällige Ken plötzlich auf, obwohl Columbo doch immer noch gar nichts gegen ihn in der Hand hat? Die Übereinstimmung von Columbos Theorie mit einer aufgeschriebenen Romanidee ist wohl kaum ein belastendes Indiz.

Ich frage mich, ob diese schwächere Folge uns einen Hinweis darauf geben will, dass von dem Autorenteam Levinson & Link nur einer der beiden die vielen guten Ideen und der andere kein Talent hatte. Wenn man sich nämlich William Links 2010 veröffentlichte Columbo-Kurzgeschichten durchliest, muss man sich fragen: Ist das wirklich derselbe Autor, der damals mit Richard Levinson zusammen diese ganzen ausgetüftelten Plots kreieren konnte?
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