Bewertet: "Tödliche Liebe"

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3/5 gut
4
10%
4/5 sehr gut
17
43%
5/5 überragend
15
38%
 
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon martha » So, 30.09.2012 12:25


Kevin hat geschrieben:Woher wusste er außerdem, dass die beiden Champagner trinken würden und vor allem woher, welche Flasche?


Creighton hat sich ja zu Beginn von dem Privatdetektiv den Film aus der versteckten Kamera vorspielen lassen.
Da hat er dann ja sicher auch gesehen, was die beiden im Bett für gewöhnlich trinken.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon Tiktaalik » So, 30.09.2012 12:27


Und die beiden trinken JEDES Mal, wenn sie sich treffen, Champagner? ^^
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon Doc Brown » So, 30.09.2012 12:39


Naja, das siehst du aber jetzt sehr kleinkariert. Ich denke, sie werden sicherlich des öfteren Champagner getrunken haben, also auch wahrscheinlich bei diesem Mal. Das muss man einfach als künstlerische Freiheit der Autoren durchgehen lassen. :wink:

Genauso wie die Frage welche Flasche er nehmen wird. Sie lag ja schließlich oben auf, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Also ist es auch wahrscheinlich, dass er die nimmt und nicht eine von unten rausfummelt, wenn die Geliebte im Bett wartet. 8)
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon Tiktaalik » So, 30.09.2012 12:41


Doc Brown hat geschrieben:Naja, das siehst du aber jetzt sehr kleinkariert.

Da hast du wahrscheinlich Recht :)
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon crocodile » Di, 16.10.2012 13:38


Wenn ich Lust und Laune auf einen Columbo bekomme, steht "Tödliche Liebe" eigentlich immer wieder mit zur engeren Auswahl. Mir gefällt zum einen die Story die mit einer überraschenden Wendung daherkommt. Andererseits sind die Protagonisten, neben Falk vor allem Dabney Coleman, sehr gut aufgelegt. Ob man einen Gaststar wie Little Richard einbauen musste weiß ich nicht. In der Bewertung spielt es für mich aber keine Rolle.

Die Mordmethode ist wieder einmal reichlich ungewöhnlich. Auf Anhieb war mir hier auch nicht klar, was Hugh Creighton da alles mit den Champagnerflaschen und Korken anstellt. Nach dem ersten Ansehen habe ich glaube 3-4mal zurückgespult um die Mordszene genau entschlüsseln zu können. Keine Ahnung ob es noch anderen so erging. Eure Bewertungen lese ich erst später.

Das Creighton die Champagnerflaschen im Büro aufbewahrt, ist natürlich ziemlich offensichtlich. Ein kleiner Kritikpunkt was die ganze Indiziensuche angeht. Hier wird es Columbo ziemlich leicht gemacht. Sicherlich gibt es in der Hinsicht einige spannendere Episoden und größere Rätsel vor die der Inspektor gestellt wird.

Überraschend ist auf alle Fälle der Moment, wo Trish das Foto aus der Radarfalle präsentiert und ein scheinbar wasserdichtes Alibi hervorbringt. Columbo wird hier im Büro des Staatsanwalts ziemlich vorgeführt. Eine schöne Szene insgesamt, in der ich die Schadenfreude für einen Moment mal teilen kann. Natürlich im Bewusstsein das Columbo zurückschlagen wird. Was er ja anschließend auch tut.

Die Idee mit der Maske ist wirklich kreativ und witzig zugleich. Auch spannend wie Columbo bei seinen Nachforschungen die Radarfotos gewissenhaft unter die Lupe nimmt und nach einem winzigen Fehler sucht, welcher den Mörder entlarven könnte. Mit dem fehlenden Schatten unter Nase hätte ich allerdings nicht gerechnet. Ich dacht erst da kommt ein Detail zum Vorschein, welches Creighton's Komplizin Trish enttarnen würde. Wäre vielleicht zur Abrundung der Geschichte auch nicht verkehrt gewesen.

Wie eingangs bereits erwähnt, stellt Dabney Coleman für mich einen großen Pluspunkt dar. Ich mag die Mimik die er in seine Rollen einbringt. Hugh Creighton ist ein passender Gegenspieler für Columbo und gehört zum Kreis meiner Lieblingsmörder. Vielleicht hätte er eine etwas "härtere" Deutsche Synchronstimme abbekommen können.

Nicht verschweigen will ich die einen oder anderen Längen in der Story. Im Strandhaus mit der Putzfrau als Beispiel. Hier und da wird doch auf die Bremse gedrückt. Daher vergebe ich am Ende auch keine 5, sondern "nur" 4 Punkte.

Übrigens hätte man Columbo ruhig öfters eine weibliche Assistentin zur Seite stellen können. :wink:
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon zimtspinne » Di, 16.10.2012 17:28


ich bin auch ein Fan dieser "Assistentin" - sonst dominieren ja leider die trotteligen Typen. Weiß auch nicht, weshalb viele Mr Wilson so toll finden.... der ist doch einfach nur devot und wirkt zwischen Santini und Columbo regelrecht unterbelichtet und wird von Columbo auch entsprechend herablassend behandelt.
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon Captain David » Do, 18.10.2012 22:29


Ich liebe diese Folge. Hugh Creighton ist einer der besten Gegenspieler, die Columbo je hatte. Außerdem erfreue ich mich sehr an Creightons Mercedes, den man in dieser Folge ja wirklich sehr oft sieht. Übrigens ist der Mercedes, welchen Jack Cassidy in "Tödliche Trennung" fährt, hier auf einem der Überwachungskamera-Fotos zu sehen.

Der Lifestyle-Faktor kommt hier auch ganz gut zu tragen; Autos, Häuser, Champagner, Zigarren, Bilder und Creightons Rolex, die er auch oft in die Kamera hält.

Die beste Szene im Film ist m.E. die Restaurant-Szene, in welcher der sonst so höfliche und bescheidene Columbo die Speisekarte rauf und runter bestellt, nur um Creigthon, als Revange für den Anruf beim Chief, zu schröpfen. Einfach herrlich!

Sonst bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt. Übrigens finde ich, dass Marcy eines der wenigen Opfer ist, die auch wirklich hinterlistig, arrogant und überheblich sind. Sie lebt, als abgehalfterter Star auf Creightons Kosten, hurt in dessen Strandhaus rum und erpresst ihn. Schade fand ich´s nicht um sie.

Volle 5 Punkte!
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon MrGrady » So, 13.01.2013 03:24


Die Bewertung dieser Folge war sehr schwierig. Normalerweise ist Logik für mich das oberste Gebot. Ich mag es zum Beispiel gar nicht, wenn der Mörder bestimmte Spuren nur hinterlässt, damit Columbo etwas zu ermitteln hat. Auch übertrieben konstruierte Alibis führen bei mir eher zu Abwertungen, und in diesem Punkt ist "Tödliche Liebe" wirklich ziemlich lächerlich. Auf eine derart absurde Idee (Radarfoto mit Pappmaske) würde in der Realität vermutlich kein Mensch kommen.

Nichtsdestotrotz hat mich die Episode über 90 Minuten begeistert. Der ausgeklügelte Mord, das Indiz mit den Sektkorken, die pampige Putzfrau oder auch der Druck von Columbos Vorgesetzten - das alles fand ich sehr gelungen. Der Mörder Hugh Creighton ist ein würdiger Gegenspieler für Columbo, der es dem Inspektor nicht leicht macht. Er legt Spuren zu einem falschen Verdächtigen, beeinflusst Columbos Vorgesetzte und zieht mit seinem komplizierten Alibi-Versuch eine Komplizin mit rein. Der Inspektor hat alle Hände voll zu tun, um diese ganzen Verflechtungen aufzulösen. Das Tempo bleibt über die gesamte Laufzeit hoch und damit dem Mord an einer Rocksängerin angemessen.

Ich habe bei den 90er-Episoden zwar grundsätzlich das Problem, dass alles ein bisschen zu sehr nach "Baywatch" und "Reich und schön" aussieht. Wenn ich diese Atmosphäre jedoch akzeptiere, komme ich bei dieser Folge zu 4 Punkten. Sie ist gute Unterhaltung.

Den deutschen Titel "Tödliche Liebe" finde ich allerdings nur passabel. Das passt in ähnlicher Weise auf viele Folgen. "Columbo and The Murder of a Rockstar" ist ebenfalls kein Brüller. Die Tatsache, dass das Opfer Rocksängerin war, ist nur ein relativ belangloser Nebenaspekt. Sie hätte auch einfach eine junge Geliebte mit einem Musiker als Lover sein können. Die geistreichen Wortspiele vieler anderer Episodentitel gefallen mir deutlich besser. Überhaupt muss ich leider auch in diesem Punkt anmerken, dass die Qualität der 70er-Jahre-Folgen in der Regel höher war. Die Namensgeber verlassen sich bei den 90er-Titeln relativ oft auf die Bekanntheit des Namens "Columbo" und hängen daran irgendeinen Halbsatz an. Doppeldeutigkeiten konnte ich in der 2. Ära bislang nur wenige ausmachen.
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon black_trenchcoat » So, 13.01.2013 14:28


MrGrady hat geschrieben:Ich habe bei den 90er-Episoden zwar grundsätzlich das Problem, dass alles ein bisschen zu sehr nach "Baywatch" und "Reich und schön" aussieht. Wenn ich diese Atmosphäre jedoch akzeptiere, komme ich bei dieser Folge zu 4 Punkten. Sie ist gute Unterhaltung.


Mit dem Punkt hast du ein unausgeprochenes Problem von mir mit diesen Folgen sehr schön formuliert. Ich kann mich mit der Optik dieser Zeit einfach nicht anfreunden, da denke ich sofort an graurosa gefleckte Sofas (die man ja glaube ich teilweise sieht). Aber nachdem die Serie den Alltag der Zeitgeschichte sehr gut dokumentiert, gehören leider auch die 80-er dazu.

Das Altgebackene der ersten Ära ist mir da viel lieber. Und auch in der zweiten bevorzuge ich Folgen, die stilistisch eher an diese Zeit anknüpfen, bzw. nicht so aufdringlich in der Hinsicht sind.

Aber was hälst du von dem Titelsong? :)
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon MrGrady » So, 13.01.2013 15:19


black_trenchcoat hat geschrieben:Aber was hälst du von dem Titelsong? :)


Der Titelsong ist 80er-Jahre-Feeling pur. Ich habe in den ersten Minuten auf Marty McFly und Doc Brown gewartet :) Die Kamerafahrt durch das Strandhaus ist ein sehr gelungener Einstieg in die Folge und die Musik transportiert die Stimmung ziemlich gut. Merkwürdig fand ich allerdings die Chinatown-Optik des Privatdetektivs. Der hätte eher in die 50er- oder 60er-Jahre gehört. Im Vergleich dazu kommt Mr. Brimmer 20 Jahre vorher bereits recht modern daher. Aber noch mal kurz zurück zum Song: Rockmusik ist das meiner Meinung nach nicht, sondern allenfalls flotter Pop. Da waren die Maßstäbe in den 80ern offenbar andere als heute.
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon black_trenchcoat » Mo, 14.01.2013 19:39


MrGrady hat geschrieben:Im Vergleich dazu kommt Mr. Brimmer 20 Jahre vorher bereits recht modern daher. Aber noch mal kurz zurück zum Song: Rockmusik ist das meiner Meinung nach nicht, sondern allenfalls flotter Pop. Da waren die Maßstäbe in den 80ern offenbar andere als heute.

Der Brimmer ist halt ein Mann von zeitloser Eleganz. :)

Stimmt, da müsste man doch glatt am englischen Titel meckern. :wink:
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon MrGrady » Mo, 14.01.2013 19:57


black_trenchcoat hat geschrieben:Stimmt, da müsste man doch glatt am englischen Titel meckern. :wink:


In dem Fall habe ich über beide Titel gemeckert. Im direkten Vergleich muss ich aber zugeben, dass mir der deutsche Name ausnahmsweise sogar besser gefällt :wink:
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon Doc Brown » Mo, 16.09.2013 19:42


Von mir erhält die Folge 4 Punkte.

crocodile hat geschrieben:Wenn ich Lust und Laune auf einen Columbo bekomme, steht "Tödliche Liebe" eigentlich immer wieder mit zur engeren Auswahl.

So geht es mir auch. "Tödliche Liebe" ist für mich eine Gernsehfolge, mit einer flotten Story und der Möglichkeit, bei den Fehlern des Mörders mitzudenken und mitzurätseln.

Die Böcke von Hugh Creighton bei der Ausführung des Mordes sind schon gravierend. Ich kann schon verstehen, wenn das jemand als Makel der Folge auslegt.
Die unterschiedlichen Sterne auf den Champagnerflachen hätten ihm als Liebhaber eigentlich auffallen sollen, genauso wie er sehen muss, dass durch sein Rechenmuster, das Verwischen von Fußspuren offensichtlich wird. Hinzu kommt dann noch das Foto aus der Radarfalle, wo man sich dann doch fragen muss, wie er seine Partnerin dazu überreden konnte.
Dass Creighton seine Geliebte mit Handschuhen erwürgt und dann vergisst, Fingerabdrücke auf ihr zu platzieren, ist da eher noch ein kleiner Fehler, der durchaus passieren kann, wobei Creighton als Anwalt eigentlich auch daran denken sollte.

Trotzdem oder gerade deswegen macht die Folge aber auch Spaß, da es genügend Möglichkeiten für Columbo zur Indiziensuche gibt, so dass die Folge niemals langweilig wird. Creightons Fehler sind also Fluch und Segen zugleich.

Creighton bleibt meiner Meinung nach als Mörder etwas blass. Er versprüht zu wenig Chrisma und Autorität um den ausgebufften Anwalt realitätsnah zu verkörpern. Mit seinen billigen Tricks und seiner polemischen und emotionalen Rhetorik, die sich aber fernab aller Fakten bewegt, wundert es mich ohnehin, dass er noch nie einen Prozess verloren hat. So naiv sind die Geschworenen nun auch wieder nicht. Vermutlich ist seine makellose Bilanz also eher auf seine Schmiergeldzahlungen zurückzuführen. :twisted:

Unterm Strich aber dank des Indizienreichtums eine temporeiche und kurzweilige Episode. Ich sehe sie immer wieder gerne, daher gibt es von mir 4 Punkte.
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon Devlin » Sa, 19.07.2014 15:24


Eines vorweg. "Tödliche Liebe" ist für mich eine Gernsehfolge.
Ich mag den Film wegen seines unterhaltsamen und flotten Tempo, dazu einer ausgewogenen Mischung, von guten Schauspielern, Krimitechnik und Humor.

Schon das Intro beginnt beschwingt mit dem Titelstück, auch wenn ich sonst nicht unbedingt solche Musik höre, aber zum Film passt es wunderbar.
Dabney Coleman als Hugh Creighton finde ich absolut überzeugend. Toll die Show, die er im Gericht abzieht, als schmieriger Anwalt, der mit allen Wassern gewaschen ist.
Auf der anderen Seite kann er einem Leid tun, wie er von Marcy hintergangen, und später von Trish erpresst wird.

Der Film bietet auch viele tolle Bilder ohne kitschig zu werden, so etwa das Herumtollen der beiden Verliebten am Strand. Columbo in der LA Rock Box, als er zu Little Richards Musik mitwippt, oder der Besuch im Aquarium.

Das Motiv wirkt schlüssig, auch wie es dazu kam. Die Mordvorbereitungen und die Tat sind gut und ohne Längen umgesetzt. Die ersten Ermittlungen am Tatort finde ich auch immer wieder gut. Da wird bereits sachlich und konkret untersucht. Humor kommt rein im Zusammenspiel mit dem Arzt. Und die Polizistin, die leider nur in dieser Episode anwesend ist, wirkt sehr glaubwürdig und erfrischend.

Das CMS finde ich erste Sahne, da Creighton sehr forsch in die Ermittlungen eingreifft und somit zwangsläufig nahe an Columbos Ermittlungen dran ist. Einer der absolut besten Szenen finde ich diese im Restaurant. Als Columbo, scheinbar eingeschüchtert von der vorherigen Einflussnahme des Anwalts, so scheinbar auf Unterwürfig macht. :)
Creighton gibt Columbo immer wieder das Gefühl über ihm zu stehen und spart auch mit Spott nicht, so wie bei der Anhörung vor dem Staatsanwalt. Doch langsam aber sicher bröckelt es immer mehr und Creighton wird zusehends genervter. Gerade in dieser Episode zeichnet sich dieses Schema perfekt ab.

Die Sache mit den Sektkorken finde ich originell. Auch wenn es sonst nicht von Indizien und Logik sprüht, der Unterhaltungswert ist sehr gut.
Auch der japanische Gärtner mit seinem Truck macht die Episode stimmig und die Beeren liefern ein weiteres Indiz zu einer Verwicklung von Creighton in den Fall.

Shera Danese als Trish Fairbanks auch stark. Für mich die beste Rolle der Danese neben der Geraldine Ferguson in Undercover.

Die Überführung mit dem Seitenhieb von Columbo "Wir wollen ja nicht das der Mörder wegen eines dummen Fehler davon kommt" einfach köstlich!
Auch wenn die Sache mit der Pappmaske weit her geholt und nicht gerade allzu glaubwürdig ist, so entwickelte diese Idee doch ein spannendes Finale mit Columbo, der aus seiner alten Karre alles herausholt und in typischer Manier so lange nachschaut, bis er etwas findet. So wie hier, der fehlende Schatten unter das Nase.

Neben ein bisschen Action, erkennbaren Ermittlungen, einem guten CMS, einer tollen Überführung, guten Nebendarstellern, ist auch der Humor gelungen.
Columbo mit der Polizistin und dem Sekt
Columbo im Restaurant mit Creigthon
Columbo und die Putzfrau

Für mich ist "Tödliche Liebe" einer der besten Episoden der 2. Ära.
4 bis 5 Punkte.
So weit ____ und nicht weiter!
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Re: Bewertet: "Tödliche Liebe"

Beitragvon Knatterton » Mo, 16.02.2015 20:50


Eigentlich ist ja alles gesagt. Das Ende war mal wieder grandios!

Zum Anwalt Creighton ( Mörder): "Sie haben das Recht auf einen Anwalt".etc... :D

Das war alles in gewohnter Manier, nur werden mir die neuen Folgen zu "modern"!! :?
COLUMBO ist leider nicht mehr so chaotisch wie früher. Schade, aber zu lachen gibt es trotzdem immer was. z. Bsp. Columbo mit der Panzer- Putzfrau :lol: , die Bestellung im Restaurant etc.
Little Richard (heute 82) ist wohl inzwischen in verschiedene Messer gelaufen.
Au backe. :?
Ich vergebe trotzdem eine gute Note 4,5. Vielleicht sollte man nicht jeden Tag gucken, aufnehmen wäre eine Idee. Ach und die Stimme wechselt immer mal wieder. auch doof. :*-(

Gruß Knatterton :such:
"Sämtliche Fragen die ich eben noch hatte, sind mir vor Freude glatt entfallen."
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