Bewertet: "Tödliche Tricks"

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12
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7
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon dille » Di, 11.08.2009 11:58


Philipp025 hat geschrieben:Zum Beispiel das mit Blake und seiner neuen Stelle beim Millitär. Stimmt, das wäre ja doch recht peinlich geworden, im Militärbasislager. Nach einer Weile wäre es den Soldaten und den Generälen wohl aufgefallen, dass seine Vorhersagen oftmals falsch sind...


Vielleicht ging es ihm auch gar nicht um den Posten beim Militär... sondern um die Realisierung jahrelang angestaunter Rache an Max Dyson. Und vom Militär hätte Blake ja eine neue Identität bekommen und die hätte er trotz absehbarer peinlicher Schmach auch behalten. Für einen Mord also genau das Richtige.
Aber das ist nur ein theoretischer Gedanke, für den zu beurteilen die Figur 'Eliot Blake' jedoch zu eindimensional umgesetzt wurde.
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon zimtspinne » Di, 11.08.2009 12:04


dille hat geschrieben:
Philipp025 hat geschrieben:Zum Beispiel das mit Blake und seiner neuen Stelle beim Millitär. Stimmt, das wäre ja doch recht peinlich geworden, im Militärbasislager. Nach einer Weile wäre es den Soldaten und den Generälen wohl aufgefallen, dass seine Vorhersagen oftmals falsch sind...


Vielleicht ging es ihm auch gar nicht um den Posten beim Militär... sondern um die Realisierung jahrelang angestaunter Rache an Max Dyson. Und vom Militär hätte Blake ja eine neue Identität bekommen und die hätte er trotz absehbarer peinlicher Schmach auch behalten. Für einen Mord also genau das Richtige.

Oder er dachte viel rationaler und die neue ID war für den Mord genau das richtige. obwohl der ja nicht so schnell verjährt.
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon Brindel » Mi, 12.08.2009 00:54


Ein Comeback, das alle Elemente einer Columbo-Episode enthält. Der Mantel, Anekdoten über seine Frau, die Zigarre, das Ei...

Ein bisschen vermisse beim Drehbuch die Sorgfalt. Ein Gummiband fixiert den Stadtplan. Keiner bemerkt die gleichen Seiten vorne und hinten, und keiner blättert später darin? Unverständlich ist das Risiko, das Columbo bei der Überführung des Täters eingeht. Unglaubwürdig! Außerdem stiehlt hier das Opfer dem Mörder die Show, was Ausstrahlung angeht.

Daher vergebe ich drei Punkte: Eine Rückkehr nach langer Pause, welche ein ausbaubares Fundament für weitere Folgen legt.
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon columbo93 » Do, 03.09.2009 17:24


zum inhalt:

Unter Aufsicht des CIA und des Pentagon findet ein eigenartiges Experiment statt, in dem Elliott Blake seine hellseherischen Fähigkeiten unter Beweis stellen soll. Die Leiterin des Instituts, Dr. Paula Hall, die diesen Test überwacht, steckt jedoch mit Blake unter einer Decke, da sie die Förderungen für ihr Institut nicht verlieren will. Dennoch erreichen beide statt einer vereinbarten Übereinstimmung von 86% nur 74%, da Paula einige Fehler macht. Bevor Mr. Harrow vom CIA nun von der Telepathiebegabung Blakes endgültig überzeugt ist, will er einen weiteren Test machen, der jedoch von einem anderen Experten geleitet werden soll. Dieser Experte ist Max Dyson, ein Magier, bekannt als "Max, the Magnificant", der alle Tricks auf dem Gebiet der Hellseherei kennt und für das CIA schon zahlreiche Betrüger entlarvt hat. Abends treffen sich Max und Elliott, die alte Freunde waren und früher zusammen in Uganda im Gefängnis saßen. Dort hat Elliott von Max alle Tricks gelernt. Am nächsten Tag findet der Test statt, den Max zur Überraschung aller besteht. Harrow ist begeistert und will Blake engagieren, während Dyson sich geschlagen geben muss. Am Nachmittag besucht Elliott Max in dessen Zauberwerkstatt und bedankt sich für die Hilfe, den Test zu bestehen. Elliott wirft Max jedoch vor, ihn damals im Gefängnis verraten zu haben und will ihn erschießen. Doch Max bestreitet in Todesangst alles und Elliott legt die Patronenkugeln beiseite. Als sich Dyson dann jedoch unter seine "Zauberguillotine" legt, betätigt Elliot diese und tötet so Max. Als Columbo gerufen wird, ist die gesamte Werkstatt von innen verschlossen. Erst als die Tür gewaltsam geöffnet wird, bekommt die Polizei Zutritt und sieht die Leiche. Von Bert Spindler, dem Assistenten von Max, erfährt Columbo, dass Dyson bei allen sehr beliebt war, wenn man von den "Hellsehern", die er überführte, absieht. Er hat alle entlarvt, bis auf gestern. Daraufhin sucht Columbo Blake im Institut auf. Blake gibt vor, Dyson erst beim Test kennengelernt zu haben und gibt dem Inspektor eine Kostprobe seines "Könnens". In Max' Zauberladen lernt Columbo Tommy kennen, ein Junge, der auf Kindergeburtstagen zaubert und eine Miniguillotine besitzt, die wie ihr großes Vorbild mal scharf schneidet und mal ganz harmlos ist. Von Bert lässt sich der Inspektor die große Guillotine zeigen, jedoch verrät Bert den Trick nicht, da Zauberer dies nie tun. Auf Max' Beerdigung sieht Columbo, wie Blake sich eine Träne abwischt. Der Inspektor überredet Blake, in die Werkstatt Dysons zu kommen, um dort mit Hilfe seiner telepathischen Fähigkeiten vielleicht irgendwelche Spuren zu finden. Am Tatort berichtet Columbo davon, dass Max in Uganda im Gefängnis war, doch Blake weiß davon angeblich nichts und begibt sich an die Arbeit. Dabei entdeckt er eine der Patronen, die er am Mordabend auf einen Tisch gelegt hatte und lässt sie unauffällig verschwinden. Blake versucht die Gefühle, die er empfängt, so darzustellen, als ob es sich um einen Selbstmord gehandelt hätte, doch Columbo beweist, dass es ein Mord war. Blake fragt, wie der Mörder den Raum verlassen haben kann, und auch Columbo hat dafür noch keine Erklärung. Am Nachmittag unterbreitet Harrow Blake ein geschäftliches Angebot: Blake soll für die Regierung arbeiten und, weil es sich um Geheimaufträge mit militärischem Hintergrund handelt, verliert seine bisherige Identität. Als Columbo Blake am nächsten Tag erneut aufsucht, fragt der Inspektor nach Blakes Lebenslauf, in dem steht, dass dieser in Uganda geboren wurde, doch Blake sagt, er hätte Dyson dort nicht kennengelernt. Blake trifft alle Vorkehrungen für seinen neuen Job, während Columbo mit Hilfe vom Tommy versucht herauszubekommen, wie Blake den Trick mit Dyson durchführen konnte. Als Blake am Abend in das Flugzeug steigen will, um den neuen Job anzutreten, tritt Columbo aus der Maschine und will Blake eine "magische Show" zeigen. In Anwesenheit von Harrow und Dr. Paul führt Columbo mit Tommy denselben Test durch, den Blake mit Dyson durchgeführt hat und auch der Inspektor besteht diesen Test. Als Blake und Columbo sich später in der Werkstatt Dysons treffen, erklärt der Inspektor, wie Blake mit Dysons Hilfe den Test, der eigentlich ein Zaubertrick ist, bestehen konnte und führt ebenfalls den Trick vor, mit dem die Tür von außen so verschlossen wurde, als wäre sie von innen verschlossen worden. Einige der Tricks hatte Dyson in einem seiner Bücher verraten. Columbo erwähnt, dass er weiß, dass Blake Dyson umgebracht hat. Dyson hat Blake damals in Uganda verpfiffen, um aus dem Gefängnis zu kommen, das ist das Motiv. Auch wenn Columbo noch keine Beweise hat, will er so lange suchen, bis er Blake überführt hat. Columbo will Blake den Guillotinen-Trick zeigen, legt sich auf die Bank und lässt Blake den Kragen auflegen. Nochmals provoziert Columbo Elliott, und dieser lässt die Klinge herabschnellen. Doch dem Inspektor ist nichts passiert, da er die Guillotine genau andersherum als ursprünglich manipuliert hat. Nun hat er mit Hilfe dieses missglückten Mordversuches den erhofften letzten Beweis.
meine bewertung:
Endlich! Nach über 10 Jahren Pause meldet sich Columbo am 6. Februar 1989 in alter, unvergessener Manier zurück.

Beruhigend zu sehen, dass das Erfolgsrezept der 70er-Jahre auch in den 90ern noch immer gute Unterhaltung liefert und gerade in der heutigen zum Teil doch sehr gewaltreichen Fernsehwelt Bestand hat. In der Tat gab es kaum Veränderungen zu den "alten" Folgen, unverkennbar nach wie vor die Marotten des Inspektors.

Insgesamt eine sehr gute Episode, in der alle Handlungsfäden aufgelöst werden und ein gelungenes Schlussbild präsentieren.

Während Columbo in der Episode 36 "Now You See Him..." / "Wenn der Schein trügt" einen echten Magier überführt, hat es der Inspektor diesmal mit einem Zauberer zu tun, der vorgibt, seine Tricks wären ein echtes Talent. Damit muss Columbo nicht nur den Mord nachweisen, sondern auch den Scharlatan überführen, was ihm natürlich mit Bravour und auch einem Stück Unverfrorenheit gelingt.
mein fazit:
gut, weil ich die story originell und die auflösung spannend fand
Zuletzt geändert von columbo93 am Fr, 23.04.2010 19:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon Lordfort » Fr, 01.01.2010 19:15


Die Geschichte vom Hellseher, der vom Pentagon engagiert werden soll, ist wirklich total originell. Das raffiniert manipulierte telepathische Experiment finde ich genial. Columbos Gegenspieler schlägt sich mit seiner coolen, kaltblütigen Art hervorragend.
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon columbo93 » Fr, 01.01.2010 22:24


Lordfort hat geschrieben:Die Geschichte vom Hellseher, der vom Pentagon engagiert werden soll, ist wirklich total originell. Das raffiniert manipulierte telepathische Experiment finde ich genial. Columbos Gegenspieler schlägt sich mit seiner coolen, kaltblütigen Art hervorragend.



hinzu kommt ja noch der mord-anschlag zu ende,
das gabs bei columbo selten
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon columbo93 » Fr, 08.01.2010 17:36


columbo93 hat geschrieben:
Lordfort hat geschrieben:Die Geschichte vom Hellseher, der vom Pentagon engagiert werden soll, ist wirklich total originell. Das raffiniert manipulierte telepathische Experiment finde ich genial. Columbos Gegenspieler schlägt sich mit seiner coolen, kaltblütigen Art hervorragend.



hinzu kommt ja noch der mord-anschlag zu ende,
das gabs bei columbo selten



nochmal was zu dem mordanschlag:

viele sind der ansicht columbo sei lebensmüde !
nach dem motto: was wäre passiert, wenn er "gefährlich" genommen hätte,

aber ich glaub columbo hat die guiotine (oder so ähnlich...) so prepariert, dass sie so oder so ungefährlich ist
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon Mr. Brimmer » Sa, 16.01.2010 10:58


Nach neuerlichem Ansehen hab ich von ursprünglichen gegebenen
4 Punkten auf 3 reduziert. Gibt doch viele Folgen die mehr bieten.
Gut und unterhaltsam ist sie dennoch. Mit vielen sehr guten Folgen kann
sie es aber nicht aufnehmen.
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon dille » Mo, 24.05.2010 23:34


Columbo musste nicht nur 10 Jahre auf seinen nächsten Einsatz warten, er musste in dieser Folge auch noch mal ordentlich was dranhängen, bis er endlich wieder auf den Bildschirm zurückdurfte. Das Comeback wurde dann aber auch angemessen inszeniert, im Halbschatten, die Silhouette seines Autos und den ersten Blick auf sein Gesicht im Schein des Streichholzfeuers. Dazu die entsprechende musikalische Untermalung und die ersten gesprochenen Worte gewohnt sympathisch, um gleich zu signalisieren: Hey, an mir hat sich in der Dekade Abstinenz rein gar nix geändert. Überhaupt, wie lange mussten die Drehbuchautoren knobeln, bis sie Columbo endlich die passenden ersten Worte nach 10 Jahren in den Mund legen konnten? Er hätte viel sagen können, von "Ich hatte noch keinen Kaffee" bis hin zu "Ich hab' die ganze Nacht kein Auge zugetan", aber es musste etwas sein, das sie Stimmung zunächst noch entspannt hält, und da machen sich Babys immer gut. Dass die Kamera Bruchteile von Sekunden später auf einen tropfenden Blutfleck galaktischen Ausmaßes schwenkt, sich im Kopf des Zuschauers das Bild vom geköpften Magier abzeichnet, ist schlichtweg eine geschickt gesetzte Paradoxie zu 'Harry', die man behält. Ein genialer Einstieg.
Ein Wehrmutstropfen bleibt für mich aber die Figur "Elliot Blake"; als Charakter nicht nur blass gezeichnet und im Wechselspiel mit Columbo nicht der Rede wert, sind ihre Beweegründe für den ganzen Hellseherei-Quark auch nicht logisch durchdacht worden. Er weiß doch selber nur zu gut, dass Gott ihm garantiert keine hellseherischen Fähigkeiten gab; er lässt es aber darauf ankommen, sich vom Pentagon zu engagieren und geht damit das ultrahohe Risiko ein, aufzufliegen. Daher nun die Frage: Kommt es ihm nur auf die neue Identität an, damit er ruhigen Blutes den Mord an Max Dyson begehen kann? Denn die bekommt er vom CIA auf jeden Fall, selbst als Stümper schickt man ihn nicht in sein altes Leben zurück. Doch wie dem auch sei; dieser Umstand tut der Episode als Showroom für Columbos Comeback wohl keinen Abbruch.
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon sagittarius » Di, 25.05.2010 12:33


Der CIA-Mann Mr. Harrow ist zu bedauern, er ist nur von Betrügern umgeben: Elliott Blake, das Testobjekt, Max Dyson, der Tester und auch Paula Hall, die Leiterin des Instituts. Zwar sagt Letztere zu Columbo, Blakes Fähigkeiten seien ein "Meilenstein in der Erforschung übernatürlicher Erscheinungen", aber auch sie betrügt, um Forschungsgelder zu bekommen. Aber was passiert, wenn sie einem Betrüger ein Zeugnis ausstellt? Und was will Blake eigentlich erreichen? Mangels Fähigkeit fliegt er doch schnell auf. Von Weitsicht ist da keine Spur.

Das Motto dieses Columbos lautet: Spiritismus schlägt Krimi. Der Mordfall ist nur die halbe Sache. Aber die Handlungsstränge werden geschickt verbunden. Gute Atmosphäre und Musik machen den Film sehenswert.

Die beste Szene ist die "spiritistische" Sitzung in Dysons Werkstatt, in der Blake sich lächerlich macht. Blake möchte gerne einen Selbstmord erspüren, aber Columbo weist dies zurück, da Dyson zuvor Kohl und Hackfleisch gekauft hat. Aber kann man so einen Selbstmord ausschließen?
In Folge 10 "Etüde in Schwarz" wurde schon diskutiert, dass ein potenzieller Selbstmörder sich nicht "logisch" oder "normal" verhalten muss.

Ein falscher Schraubenzieher in Dysons Hand belegt einen Mord, irgendjemand muss ihm das Werkzeug in die Hand gedrückt haben. Da der Mörder die Werkstatt durch einen Verriegelungstrick verlassen hat, ist Blake schon verdächtig, denn er kennt viele Tricks.

Nachdem Columbo und der Junge den Schwindel offen gelegt haben, bekommt Columbo weitere Indizien in die Hand. Der Trick konnte nur durch Zusammenarbeit von Dyson und Blake funktionieren. Daraus folgt: Sie müssen sich gekannt haben. Ein Bericht vom State Department liefert das Motiv: Rache. Schließlich gesteht Blake sogar noch und versucht, Columbo zu töten.

Hier lässt sich Columbo von folgender Überlegung leiten: Er vertauscht auf dem Brett "Sicher" und "Vorsicht". Handelt Blake ohne böse Absicht, legt er das Brett auf "Sicher" ein. Das ist dann gefährlich für Columbo, aber es passiert ja nichts, das Beil bleibt oben und Blake meint ja, es sei sicher.
Handelt Blake aber in böser Absicht, dann legt er das Brett auf "Vorsicht" ein und lässt das Beil herunter. Wegen des Vertauschens der Bezeichnungen passiert Columbo auch nichts, aber der Mörder hat sich entlarvt.
Gefährlich ist es für Columbo aber dennoch, was wäre, hätte der Mörder das Vertauschen bemerkt und entsprechend gehandelt? Dann wäre Columbo jetzt kopflos. Aber aufgrund des Originaltitels sollte man erwarten, dass Columbo sich unter die Guillotine legt. Der Zuschauer hätte sonst was verpasst.

Elliott Blake wird ordentlich abgestraft: Erst beweist er gegenüber Columbo seine mangelnden Fähigkeiten, dann vermasselt ihm Columbo seine (wahrscheinlich ohnehin kurze) Karriere beim CIA, schließlich lässt Blake sich als Mörder überführen.

Schön: die Zaubertricks beim Begräbnis. Warum vergießt Blake eine Träne?

Kernstück ist der große Schwindel im Institut. Kann er funktionieren?
Ich gehe davon aus, dass die Mitarbeiter äußerst zuverlässig und diszipliniert sind und sich streng am vorgesehenen Ablauf halten, um den Test nicht zu gefährden. Das Problem ist aber die Markierung auf dem Stadtplan. Jeder der Fahrer müsste fühlen, wo er die (angebliche) Markierung gemacht hat und wie groß sie etwa ist. Da sollte es auffallen, wenn eine Markierung größer oder kleiner erscheint, als man sie selbst gemacht zu haben glaubt, oder wenn die Markierung am linken Rand ist, obwohl man sie am rechten Rand gemacht hat. Schließlich nehmen die Fahrer ihre Masken ab, um zu fotografieren. Da sollte zumindest einem Fahrer auffallen, dass auch auf der Rückseite des Atlasses ein Punkt ist.

Ich gebe dieser Columbo-Episode 4 Punkte.
"So was wie den perfekten Mord gibt es nicht. Das ist nur eine Illusion."
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon Ducky » So, 03.07.2011 15:02


Es war sehr schön, wie Columbo dn so von sich übezeugten Blake reinlegte.

Columbo, wie er das Telepathie-Experiment nachmachte, war göttlich!!!

Auch herrlich, dass er den großen hellseher mit Hilfe eines kleinen Jungen übertrumpfte.

Wie er Blake dazu brachte, die Patrone verschwinden zu lassen.

Columbp selbst war nach jahren der Bildschirm-Abstinenz sofort wieder der Alte ... nur sein gegenspieler war kein bisschen sympathisch und hatte einfach nicht das Format eines "richtigen" Columbo-mörders.

Zum Telepathie-Trick: Es wurde ja sehr schön erklärt, wie dieser funktionierte, aber ich denke, da ist dn Drehbuchautoren ein fehler unterlaufen: Die Richtung, in der die Soldaten und später die Polizisten sich wenden sollten, wurde ja von UNEINGEWEIHTEN bestimmt, daher kann das eigentlich nicht so funktioneiern, wie es gezeigt wurde ... oder?
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon martha » So, 03.07.2011 15:45


Herr Duck hat geschrieben:Zum Telepathie-Trick: Es wurde ja sehr schön erklärt, wie dieser funktionierte, aber ich denke, da ist dn Drehbuchautoren ein fehler unterlaufen: Die Richtung, in der die Soldaten und später die Polizisten sich wenden sollten, wurde ja von UNEINGEWEIHTEN bestimmt, daher kann das eigentlich nicht so funktioneiern, wie es gezeigt wurde ... oder?


Na ja, Blake musste sich von den drei Standorten natürlich jeweils vier Gebäude in den unterschiedlichen Himmelsrichtungen merken.
Das wären also insgesamt zwölf Objekte, die er in seiner Erinnerung haben musste.
Das ist eigentlich auch ohne große Gedächtniskunst sicher machbar. :)
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War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon Ducky » So, 03.07.2011 18:47


Mh, ja klar ... da hätte ich drauf kommen können ... manchmal steh ich auf dem Schlauch ...
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon Doc Brown » Di, 13.09.2011 20:32


Von mir gibt es 3,5 Punkte.

Mir gefällt die Thematik der Folge. Das ganze Drumherum mit den Zaubertricks und der Frage, wie Blake das Militär hineinlegen konnte, ist schon interessant. Der Effekt verliert sich natürlich spätestens beim dritten oder vierten Ansehen, aber das will ich der Folge nicht negativ ankreiden. Ich mag’s. :)

Die Szene in der Columbo und Blake zusammen den Tatort begehen ist die mit Abstand beste Szene der ganzen Episode. Blake zieht eine riesen Show ab um die „Schwingungen zu spüren“ und wird dann in seinen Theorien gnadenlos von Columbo widerlegt. Das ist schon große klasse. :D Auch die Indizien mit dem frisch eingekauften Essen und dem falschen Schraubenzieher sind gelungen. Dummerweise sind das aber auch die einzigen Indizien in dieser Folge. Mehr ist da leider nicht. Ich hätte mir da schon gewünscht, dass Columbo noch ein bisschen mehr zusammenträgt. :?

Was mir auch nicht gefiel, war die Tatsache, dass hochrangige amerikanische Regierungsmitglieder sich überhaupt auf diesen ganzen Hellseher-Hokuspokus einlassen und sich dann auch noch so leicht und naiv beeindrucken lassen. Das war schon unrealistisch. Ich bin mir sicher, dass in Wirklichkeit da seriösere Tests durchgeführt werden.

Die Opferfigur fand ich interessant, aber schon naiv, wie er sich da unter die Guillotine legt, obwohl Blake ihm kurz vorher gedroht hat.
Den Mörder Blake fand ich bestenfalls durchschnittlich. Irgendwie wurde ich mit dem nicht warm. Das liegt wohl daran, dass Blake Distanz zu seinen Mitmenschen hält und wie eine Maschine arbeitet. Er lässt ja auch seine Affäre für den Beruf eiskalt sitzen. Von der Seite aus betrachtet, ist seine Figur dann einfach nur konsequent. Würde er Wärme und Nähe ausstrahlen, würde das irgendwie nicht passen. Trotzdem gibt es etliche bessere Mörder.

Unterm Strich sind das dann 3,5 Punkte.
Zuletzt geändert von Doc Brown am Mi, 14.09.2011 18:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewertet: "Tödliche Tricks"

Beitragvon Doc Brown » Di, 13.09.2011 20:44


sagittarius hat geschrieben:Kernstück ist der große Schwindel im Institut. Kann er funktionieren?
Ich gehe davon aus, dass die Mitarbeiter äußerst zuverlässig und diszipliniert sind und sich streng am vorgesehenen Ablauf halten, um den Test nicht zu gefährden. Das Problem ist aber die Markierung auf dem Stadtplan. Jeder der Fahrer müsste fühlen, wo er die (angebliche) Markierung gemacht hat und wie groß sie etwa ist. Da sollte es auffallen, wenn eine Markierung größer oder kleiner erscheint, als man sie selbst gemacht zu haben glaubt, oder wenn die Markierung am linken Rand ist, obwohl man sie am rechten Rand gemacht hat. Schließlich nehmen die Fahrer ihre Masken ab, um zu fotografieren. Da sollte zumindest einem Fahrer auffallen, dass auch auf der Rückseite des Atlasses ein Punkt ist.


Ja, die gleiche Frage habe ich mir nämlich auch gestellt. Der Trick ist mindestens gewagt, wenn nicht sogar unrealistisch. Es gibt hier etliche Unwägbarkeiten. Ein pfiffiger Fahrer müsste zumindest über eine der Schwachstellen stolpern. Entweder die Größe des Punktes oder der Ort des Punktes.

Außerdem ist es doch wahrscheinlich, dass spätestens nach Übermittlung des Fotos zumindest einer der Fahrer den Stadtplan wieder schließt, die Rückseite mal betrachtet oder mit der Rückseite nach oben zurück in den Koffer legt. Auch hier besteht die Gefahr, dass ihm auffällt, dass der Stadtplan aus einer einzigen Seite besteht. ?-/
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