Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Mord unter sechs Augen"?

1/5 schlecht
4
8%
2/5 passabel / "na ja"
13
25%
3/5 gut
27
53%
4/5 sehr gut
5
10%
5/5 überragend
2
4%
 
Abstimmungen insgesamt : 51

Beitragvon Wikinger81 » Mi, 05.03.2008 16:11


Von mir gibts 3 Punkte. Ich finde es etwas unrealistisch, dass sich Miss Stewart so schnell vom General einwickeln lässt. Auch die Überführung war nicht so überragend, obwohl sie von der Logik her gut gewählt war.

Am besten, neben der schauspielerischen Leistung vom General (mir ist gerade sein richtiger Name entfallen), hat mir die Mutter gefallen. Diese Plaudertasche, die immer nur das Schlechte in ihrer Tochter sieht. Wahrscheinlich braucht ihre Tochter deshalb all diese Therapien. :wink:

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Beitragvon Venus » Mi, 02.07.2008 19:16


Gestern kam diese Folge wieder auf Super RTL, ich habe mir daher heute noch einmal eure alten Beiträge angesehen, ich fand in dieser Folge die Liebelei zwischen dem Mörder und der jungen Frau fehl am Platz. Ich glaube, es wäre seinem Charakter angemessener gewesen, wenn er sie ignoriert hätte. So fiel der Verdacht erst recht auf ihn. Das ist eine der Folgen, wo es dem Drehbuchautoren wohl an Alternativen gefehlt hat. Ich habe mich hier gefragt, was hätte einer meiner Lieblingsmörder, der Zauberer Santini aus Wenn der Schein trügt wohl mit der Dame gemacht?
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Beitragvon Philipp025 » Mo, 28.07.2008 23:10


Ich habe die Folge "Mord unter 6 Augen" heute gesehen, ich habe sie mir extra aufgenommen. :D Als ich die Folge zum ersten Mal gesehen habe, März 2007, war das kein schöner Tag, weil ich damals schlimme Zahnschmerzen hatte. Insoweit wird mir diese Folge immer im Gedächtnis bleiben! Denn die Folge hat mich von den Zahnschmerzen abgelenkt. :wink:

Ich finde die Folge ganz in Ordnung. Sie ist an einigen Stellen etwas langweilig, aber das gibt der Folge einen ruhigen und angenehmen Flair. General Hollister ist ja auch ein sehr ruhiger und höfflicher Mensch und die Fehler, die er begonnen hat, sind nachvollziehbar, finde ich. "Lustig" finde ich die Mutter, aber Mrs. Stewart hat mir sehr leid getan. Ihre Mutter meckert so viel mit ihr, ihr erster Mann hat sie verlassen und Mr. Hollister ist ein Mörder. Das grenzte schon an ein Drama, daraus hätte man einen eignen Film drehen können. 8O Columbo war am Ende auch freundlich zum General, aber unvergessen war sein Gesicht auf der Seefahrt mit dem Boot. Das sah so echt aus, das hat Peter Falk echt gut hingekriegt.

In dieser Folge hätte Columbo ja auch den Sänger Udo Jürgens in Verdacht haben können. Die Zeugin meinte, es war jemand im Bademantel... Udo Jürgens gibt doch seine Konzert-Zugaben immer im Bademantel. :wink: :D Spaß^^

Von mir kriegt die Folge 4 Punkte, weil mir das Spiel zwischen General Hollister und Columbo gefallen hat, der General ja sich nicht einmal empört , weil die Folge einen angehemen Columbo-Flair hatte und mir die Synchronsprecher gefallen haben.
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Beitragvon Venus » Di, 29.07.2008 10:54


@Philipp: Das ist wieder mal interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Meinungen zu dieser Folge sind. Ich kann dieser Folge wie schon erwähnt wenig abgewinnen und freue mich, wenn mir hier der eine oder andere Forumsteilnehmer doch noch positive Seiten aufzeigt. Das mit Udo ist cool.... :lol: !
Venus
 

Beitragvon Philipp025 » Di, 29.07.2008 22:33


@Venus: Ja, da hast du recht! :D Ich finde es auch immer wieder interessant, wie jeder die Folgen unterschiedlich bewertet und empfindet. 8) Und das schönste ist dann, wen man dabei Gemeinsamkeiten findet.
Was ist bei der Folge "Mord unter 6 Augen" noch gut fand war, dass sich die Folge auf genau drei Charaktere konzentriert hat: Inspektor Columbo - General Hollister - Mrs. Stewart.
Aber du hast recht: Hollister hätte am besten nichts tun sollen, da dann sonst der Verdacht nicht auf ihm gefallen wäre. :wink: Aber er wollte wohl auf Nummer sicher gehen.
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon columbo93 » Di, 08.09.2009 10:14


General Hollister und Colonel Roger Dutton schmuggeln Waffen. Als dieses aufzufliegen droht, beschließt der Colonel, sich ins Ausland abzusetzen. Doch da General Martin J. Hollister befürchtet, dass der Colonel verhaftet und vor Gericht seinen Namen preisgeben könnte, erschießt er ihn. Dieser Mord wird aber von Helen Stewart beobachtet, die mit ihrer Mutter, Mrs. Walters, auf einem See segelt. Sie benachrichtigt sofort die Polizei, obwohl ihre Mutter ihr keinen Glauben schenkt. Inspektor Columbo sucht den General auf, um dem Verdacht nachzugehen. Der General erklärt, dass er einige wertvolle Stücke aus seiner aktiven Zeit beim Militär anlässlich einer Feierstunde zum 20. Jahrestag seines Rücktrittes zusammengesucht hat, die gerade von zwei Kadetten abgeholt werden. Nachdem Columbo gegangen ist, erkundigt sich Hollister beim Bootsverleih, wer ihn beobachtet haben könnte und erfährt somit Name und Adresse von Mrs. Stewart. Columbo sucht Mrs. Stewart auf und berichtet ihr, dass er keine Spuren, die auf ein Verbrechen hindeuten, gefunden hat. Mrs. Stewart beharrt jedoch darauf, eine Schießerei beobachtet zu haben. Später am Abend wird sie von Hollister aufgesucht, den sie jedoch nicht wiedererkennt. In aller Frühe am nächsten Morgen fährt der General mit seiner Yacht hinaus und wirft die Leiche ins Wasser. Als er zurückkehrt, erwartet ihn schon Columbo, dem noch die ein oder andere Kleinigkeit unklar ist. Hollister sucht erneut Mrs. Stewart auf, der diese zum Essen einlädt, um ihr seine Unschuld zu beweisen. Bei diesem Essen erklärt Hollister ihr, sich in sie verliebt zu haben. Während dieser Zeit unterhält sich Columbo mit Mrs. Walters. Als Helen nach Hause kommt, erklärt sie, dass sie den ganzen Abend mit dem General verbracht hat, was Columbo nachdenklich stimmt, da er Hollister ihren Namen nicht mitgeteilt hat. Nach und nach entwickelt sich zwischen Helen und Hollister eine Liebesbeziehung, als plötzlich die Leiche des Colonels gefunden wird. Sofort sucht Columbo Hollister auf, um ihm einige Fragen zu stellen. Bei dieser Gelegenheit erklärt ihm Columbo, dass einige Kollegen von ihm der Ansicht seien, dass er der Mörder des Colonel sei und legt ihm Motiv und Gelegenheit dar. Bei ihrer Ankunft werden sie schon von Mrs. Stewart erwartet. Diese ist inzwischen davon überzeugt, dass sie nichts gesehen hat und zieht ihre Zeugenaussage zurück. Am nächsten Tag lädt Columbo Mrs. Stewart zu der Ausstellung von General Hollister ein. Auch der General kommt dazu. Dabei sehen sie auch einen ganz besonderen Revolver, den Hollister während seiner Dienstzeit ständig getragen hat. Bei dem Ausstellungsstück handelt es sich jedoch angeblich um ein Duplikat, da das Original laut dem General bereits vor vielen Jahren gestohlen wurde. Columbo glaubt jedoch nicht, dass die Waffe gestohlen wurde, da Hollister sehr penibel ist und er jedes noch so kleine Kriegssouvenir gepflegt und aufbewahrt hat. Er sagt dem General, dass er diese Pistole nicht nur für das Original, sondern auch für die Mordwaffe hält, die ihm der General am Mordabend nicht gezeigt hat. Der General muss gestehen, dass alles so war, wie Columbo es erklärt hat.
Ein sehr guter Fall, der nicht nur viele gute Dialoge (siehe oben), sondern auch eine ansprechende und andersgeartete Story als die vorhergehenden Fälle besitzt. Für Columbo gibt es keine Leiche, seine Ermittlungen beruhen während eines Großteil des Falles nur auf einer Zeugenaussage. In Gegensatz dazu versucht der Mörder, die Zeugin davon zu überzeugen, dass sie sich getäuscht hat. Tatsächlich gelingt es ihm, Mrs. Stewart so zu beeinflussen, dass sie sich wirklich nicht mehr sicher ist, was sie gesehen hat. Trotzdem ermittelt Columbo weiter, bis er schließlich den Mörder überführen kann.

gehört aufgrund des falls und der auflösung zu meinen lieblingsfolgen :D
Zuletzt geändert von columbo93 am Mo, 26.04.2010 17:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon sagittarius » Mo, 01.02.2010 13:28


Ich sah den Film vor einigen Tagen auf RTL-Crime und gebe ihm zwei Punkte.

Nach meiner Einschätzung ist diese Columbo-Episode spannungsarm und ohne Höhepunkte. Columbo kommt kaum zum Indizien sammeln. Das Auffälligste ist, dass der Mörder Kontakt zur Zeugin aufnimmt, was Columbo verdächtig erscheint.

Auch die Überführung am Schluss ist schwach. So dumm kann man doch nicht sein, dass man die Mordwaffe ausstellen lässt. Hollister hätte sie zumindest verstecken können, am besten im Geheimschrank. Auch wird das Verbrechen dilettantisch ausgeführt (am Fenster, Leiche taucht schnell wieder auf). Von einem hoch dekorierten General sollte man mehr Cleverness erwarten.

Positiv zu erwähnen ist, dass Hollister die Rolle souverän spielt. Ungewöhnlich ist auch, dass die Zeugin sich in den Mörder verliebt. So ist dieser Columbo wohl eher ein Film über eine labile Frau und ihrer starken Mutter.
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon dille » Fr, 05.02.2010 23:16


sagittarius hat geschrieben:Positiv zu erwähnen ist, dass Hollister die Rolle souverän spielt.


Er verleiht dem ganzen eher unfreiwillige Komik. Die Aufklärungsversuche Hollisters sind doch nun wirklich ein Witz. Wenn man sich nach solch einer Erklärungstirade nicht mindestens für 8 weitere Morde verdächtigt macht, dann weiß ich's auch nicht:

Columbo klopft ganz unbescholten an Hollisters Tür, um der Sache mit dem angeblichen Mord nachzugehen. Dass Hollister an dieser Stelle bereits so wirkte, als hätte er Columbo seit Stunden erwartet ("Aha, und wer soll denn nun auf wen geschossen haben?"), so als würde das täglich 4 mal passieren, lasse ich an dieser Stelle einmal unbeachtet. Columbo begutachtet die Wohnung, befindet sie für gemütlich, zeigt sich begeistert von den Ausstellungsstücken, und Hollister legt los.

Das Opfer soll eine Militäruniform angehabt haben, so Columbo. Anstatt sich davon konsequent unbeeindruckt zu zeigen, druckst sich Hollister zunächst auffällig unauffällig in Smalltalk-Manier herum, nur damit ihm anschließend einfällt, heute abend schon mal eine solche Uniform getragen zu haben. Er konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen. Trägt ja auch seit der Pensionierung nur noch blaue Bademäntel.

Es wurde ja beobachtet, wie der Täter eine Person in Militäruniform erschoss, die dann zu Boden fiel. Hollisters plausible Erklärung hieß: Die Sportwaffe - "naja, eigentlich ist es gar keine richtige Waffe" - hat es ihm angetan, er stand am Fenster, mit der Uniform, der er nicht widerstehen konnte, und stolperte mit der Waffe in der Hand über die Kiste. Das sah dann so aus, als wurde gerade eine Person in Militäruniform erschossen, das muss also die Zeugin beobachtet haben.

Ähm.
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon sagittarius » So, 07.02.2010 10:37


dille hat geschrieben:Wenn man sich nach solch einer Erklärungstirade nicht mindestens für 8 weitere Morde verdächtigt macht, dann weiß ich's auch nicht:


Also, ich finde nicht, dass Hollister sich verdächtig macht. Der General wird ja unverhofft mit der Zeugenaussage konfrontiert und muss unversehens nach einer Erklärung suchen.

Columbo findet ja auch nichts Verdächtiges und will den Fall schon abschließen. Erst Hollisters Kontaktaufnahme zur Zeugin macht Columbo misstrauisch.

Schließlich wird die Aussage der Zeugin beim Abschluss des Falles gar nicht benötigt.

MfG
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon Topi » Do, 01.04.2010 00:46


sagittarius hat geschrieben:
Columbo findet ja auch nichts Verdächtiges und will den Fall schon abschließen. Erst Hollisters Kontaktaufnahme zur Zeugin macht Columbo misstrauisch.

MfG


Eben das verstehe ich nicht.
wo ist sein Jagdinstinkt? Keine Witterung? Ist Columbo krank?

Da Problem dieser Folge ist , dass ihr Mittelpunkt diese unsichere Zeugin ist.
der Mörder versucht sie zu manipulieren. Der Inspektor fragt sie zuerst immer wieder, ob sie sich nicht getäuscht haben könnte, dann verliert er sie an den Mörder.

Nach 10 Minuten dachte ich, warum hat er nicht die Mutter erschoßen?

Ich kann diesen Heldenkult nicht nachvollziehen. Da wird ja so getan, als wär der Mann General Custer. also mir sehr fremd, diese Anbetung.

Da fehlt die Zange. Der Mörder hat zu viel Freiraum. Vielleicht schwer einen in die Ecke zu treiben, wenn die Kulisse das offene Meer ist...

Von mir nur 1 Punkt.
Man hätte viel mehr draus machen können.

nervigste Nebendastellerin.....seit heute die Mutter

Grüße
Topi
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon zimtspinne » So, 04.04.2010 12:02


Das ungewöhnliche an der Folge ist für mich, dass bei Columbo nicht sofort der Instinkt anschlägt und er erstmal von einer verwirrten Augenzeugenaussage ausgeht.
Sonst hätte er nicht ohne Durchsuchungsbfehl durchsuchen lassen; er war sich offenbar sicher, Hollister würde keine Probleme machen, weil er nichts zu verbergen hat.

Sogar als der Ex-General vor sich hin haspelt und selbst erst einmal nach Begründungen für das unvorhergesehene Gesehene suchen muss, wird der Inspektor nicht besonders misstrauisch.
So wirklich erklärbar ist das nicht. Vielleicht hatte er einfach keinen Bock auf einen neuen Fall oder das Wasser in Hausnähe verdarb ihm die Laune. Oder es lag an der merkwürdigen Augenzeugin, die hatte ja auch eine deprimierende Ausstrahlung. Fest unter dem Kommando der herrschsüchtigen Mutter, die sie sogar noch auf See züchtigt. Dagegen machte der General geradezu einen sanften Eindruck.

Nicht mal vom Insektor wird die arme Zeugin ernst genommen, er verdächtigt sie sogar zwischenzeitlich des Suffes (als ob das normal sei für eine junge Frau mitten am Tage bei einem Segelausflug mit der Mutter zu bechern)
:drink:

Ich kann schon verstehen, warum sie sich in Hollister verguckte. Das passte zu ihrem ganzen Lebensstil, nichts in die eigene Hand zu nehmen, auch nicht die Männerwahl, sie ließ sich einfach auswählen und herumrücken wie sie es ohnehin gewohnt war. Hollister war wenigstens charmant dabei.
Aber auch ziemlich dumm.
Sich ausgerechnet auf diese höchst labile Person zu verlassen, das hatte nichts mehr mit Selbstvertrauen zu tun, sondern mit Falscheinschätzung der Lage und Ausfall seiner Menschenkenntnis. Vielleicht fehlte ihm ja auch die Erfahrung mit Frauen.

Hätte Columbo nicht die Waffe gefunden, die Zeugin wäre früher oder später der Schwachpunkt in Hollisters Rechnung geworden.

Wenn man bedenkt, dass der General jahrelang komplexe Kriegsstrategien ausplante, ist die Schlampigkeit in seinem Mordplan eine Schande für ihn.
Die Punkte wurden ja schon genannt: Auto des Opfers vergessen, an Haie nicht gedacht, Mord direkt vor der Fensterfront, unsinniger Erklärungsversuch wegen der Uniform.

Die ordentlich aufgehängte Leiche im Wandschrank fand ich dagegen nett :smoke:

Ich verstehe allerdings nicht, wo die während der Durchsuchung war?


Punkte vergebe ich sowas wie 2,7
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon Topi » So, 04.04.2010 12:24


zimtspinne hat geschrieben:Das ungewöhnliche an der Folge ist für mich, dass bei Columbo nicht sofort der Instinkt anschlägt


Für mich liegt da das Problem dieser Folge.

Es gibt bestimmte Dinge, die felsenfest zu Columbo gehören. Einige kann man im Spiel der Handlungen verändern und aufweichen.

Natürlich darf Columbo flirten - obwohl er seiner Frau treu ist

Natürlich darf er auch mal in einem neuen Mantel am Tatort erscheinen

Natürlich darf er die große Küche entdecken, obwohl sein Leibgericht Chili ist

usw. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Aber Columbo ist ein verkappter Jagdhund. Warum sein Instinkt ihn verlassen hat, wird nicht erklärt.

Drogenschmuggler verstreuen übrigens Chilipulver um die Spürhunde zu verwirren.
Ich wär ja zufrieden gewesen, wenn Columbo mit einer Schnupfnase am Tatort erschienen wäre und gejamert hätte, er riecht nichts...

Nein, an dieser Folge passt zuviel einfach nicht.

Und ein alter Haudegen als Charmeur?

Ach, geh!!! Nie und nimmer.

Grüße
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon zimtspinne » So, 04.04.2010 12:44


Vielleicht wollten sie einfach eine Abwechslung ins Muster bringen und ließen bei Columbo kein Misstrauen erwachen.
Es gab ja schon die eine oder andere Folge, wo es auch nicht gleich aufwachte.

Hier passt es aber einfach nicht. Jeder wäre bei dieser Uniformerklärung aufmerksam geworden. Bei dieser Folge hätte Columbo einfach sofort anspringen müssen, da gibts andere, wo man ihn hätte noch etwas länger unsicher bleiben lassen können, ohne dass es seinem Spürhundimage geschadet hätte.

Als Charmeur würd ich den Haudegen auch nicht gerade ansehen... er wirkt auf mich schon etwas tollpatschig und nicht gerade sicher in Anbaggerangelegenheiten 8-o

In der Folge fehlten auch so ziemlich alle coluboartigen Dinge... Zigarre, Hund, Frau, chili, alles war ausquartiert.
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon sagittarius » So, 04.04.2010 12:52


Columbo hätte sich bei der Armee erkundigen sollen, ob jemand vermisst wird. Ansonsten möchte ich ihn verteidigen. Es gibt (zunächst) keine Leiche, die Frau ist labil und sich ihrer Sache nicht sicher. Den Verschollenen hat offenbar niemand gesehen. Im Haus des Generals findet Columbo keine Spuren. Bleibt nur das Gerede des Generals. Was soll Columbo da groß tun? Auch eine Spürnase braucht Fakten. Es gibt zunächst keine verdächtigen Umstände, die auf ein Verbrechen hinweisen.

Das Vorgehen des Generals ist doch ein kluger Schachzug: Indem er mit der Zeugin anbandelt, wird sie noch unsicherer und widerruft ihre Aussage schließlich und entwertet sie damit. Sollte sie zur ursprünglichen Aussage zurückkehren, würde ihr niemand mehr glauben.

Aufgefallen ist mir, dass zwei Polizisten zu Beginn sich nicht trauen, den General zu befragen und die Sache nach oben weiterreichen. Offenbar muss man mindestens Inspektorenrang haben, um mit dem General sprechen zu dürfen. :)
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Re: Bewertet: "Mord unter sechs Augen"

Beitragvon zimtspinne » So, 04.04.2010 13:01


Naja, sagittarius, ob man einer Zeugin pauschal nicht mehr glauben würde, weil die sich wegen Befangenheit vorübergehend von ihrer Aussage distanziert... ich weiß nicht.

Hier wird so getan, als sei ein Augenzeuge überflüssiges Beiwerk, das keiner braucht.
Da sie aber sofort und ganz schnell reagierte, ist erstmal davon auszugehen, dass sie nicht einfach nur Langeweile oder Hallus hatte.
Je näher man dran ist an der Tatzeit, umso zuverlässiger sind Zeugenbeobachtungen.

Columbo hätte vielleicht auch mal überprüfen sollen, was genau man von einem Boot in dieser Entfernung sehen könnte.
Das wäre seine und nicht des Mörders Aufgabe gewesen :such:

Bei der Armee erkundigen, hätte zu diesem Zeitpunkt nicht viel gebracht, da das Mordopfer ja einige Wochen Urlaub genommen hatte... die kann er ja sonstwo verbringen und muss keine Angaben machen (obwohl ich weiß, dass es im US-Militär so nicht läuft, die dürfen erstens nicht überall hin und müssen zweitens auch erreichbar sein und Angaben über den Aufenthalt machen. Kommt aber sicher auch auf die Position usw an)
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