Bewertet "Mord in Pastell"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Mord in Pastell"

1/5 schlecht
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Keine Stimmen
2/5 passabel / "na ja"
0
Keine Stimmen
3/5 gut
8
15%
4/5 sehr gut
23
42%
5/5 überragend
24
44%
 
Abstimmungen insgesamt : 55

Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon Ducky » So, 12.09.2010 14:50


Eine "sehr gute" Folge, die aber wegen ein paar "Kleinigkeiten" am "überragend" vorbeischrammt.

Mit zum schönsten bei den Fällen von Inspektor Columbo ist das Spiel zwischen ihm und dem Mörder, die Mehrdutigkeiten, die ausgetauscht werden. Das gegenseiteige "Auf's Glatteis führen". Das kommt hier etwas zu kurz, da es ja schon nach kurzer Zeit zum Streit zwischen ihnen kommt.

Auch dass der zweite Mord nicht aufgeklärt wird, wirkt sich leicht negativ aus. Obwohl Columbo ja zumindest einen Verdacht zu haben scheint.

Aber es gint so viele herrliche Szenen, wie Columbos verlegenheit vor dem Akt-Modell, seine genervtheit beim Durchblättern des Fotalbums, und - die Auflösung! Das ist genial. Cassidy wähnt sich am Ziel, alle verachtsmomente scheint er ausgeräumt zu haben - und dann der totale Zusammenbruch! Und Columbo hat auch gelernt: Er wusste, Cassidy würde wieder eine Erklärung/Ausrede parat habe und damit hat er auch recht. Nur, dass Columbo ihn inzwischen kannte und wusste, was er sagen würde und daher vorsorglich Handschuhe übergestreift hatte, damit hat er nicht gerechnet ...
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon Mr. Brimmer » So, 12.09.2010 18:07


Herr Duck hat geschrieben: Cassidy wähnt sich am Ziel, alle verachtsmomente scheint er ausgeräumt zu haben - und dann der totale Zusammenbruch! Und Columbo hat auch gelernt: Er wusste, Cassidy würde wieder eine Erklärung/Ausrede parat habe und damit hat er auch recht. Nur, dass Columbo ihn inzwischen kannte und wusste, was er sagen würde und daher vorsorglich Handschuhe übergestreift hatte, damit hat er nicht gerechnet ...


Kann man unterschreiben. Ein etwas anderes aber dennoch gutes
Columbo - Mörder Spiel. Nur spielt ihn hier nicht " Cassidy ", sondern
Ross Martin. :wink:
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon Ducky » So, 12.09.2010 18:19


Mr. Brimmer hat geschrieben:Nur spielt ihn hier nicht " Cassidy ", sondern
Ross Martin. :wink:

:*-( Was hab ich denn wieder für einen mist geschrieben? Ich meinte doch Kingston ... ?-/
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon columbo93 » Mo, 13.09.2010 20:36


Herr Duck hat geschrieben:
Mr. Brimmer hat geschrieben:Nur spielt ihn hier nicht " Cassidy ", sondern
Ross Martin. :wink:

:*-( Was hab ich denn wieder für einen mist geschrieben? Ich meinte doch Kingston ... ?-/


@Herr_Duck:
No Body is perfect !
Wie würde Cassidy sagen:
Take it easy ! :wink: :wink:
"Meine Frau hat einmal 80 Dollar für eine Fußbank geboten, der auf Kaffeedosen stand. Können Sie sich das vorstellen?"
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon Mr. Brimmer » So, 21.11.2010 11:21


Hab " Mord in Pastell " bereits vor knapp einem Jahr bewertet.
Schon damals mit 5 Punkten. Zählte sie früher aber nicht zu meinen
absoluten Lieblingsepisoden. Da sich ja Geschmäcker im Laufe der
Zeit ändern und ich " Mord in Pastell " vor einigen Wochen nochmal
komplett sah muß ich sagen dass ich sie weit besser fand als ich sie
in Erinnerung hatte. Damals schrieb ich Ross Martin kann es als Mörder
nicht mit Shatner, Cassidy oder Culp aufnehmen. Der Ansicht bin ich nun
nicht mehr. Mir fiel auf, dass Dale Kingston einer der ganz Wenigen, wenn
nicht sogar der einzige Mörder ist der sich nicht mal die Mühe macht
Columbo zu gefallen. Er versucht gar nicht erst nett oder übertrieben
hilfsbereit Columbo gegenüber zu sein. Er verstellt sich ihm gegenüber nicht
sondern ist hart, kalt, zynisch und überheblich wie zu allen anderen auch.
Finde ihn als Mörder großartig, über die grandiose Überführung am Ende wurde
schon genug gesagt. Dazu noch der Maler der ausgetrockneten Landschaften
Sam Franklin, dessen Zusammentreffen mit Kingston auf seiner Vernissage,
wo beide so dümmlich um die Wette grinsen, für mich das 2. Highlight dieser
tollen Folge ist. Ein absolut großartig verkörperter Mörder dem es zu jeder
Zeit egal ist wie er rüberkommt, der seine Zeit nie damit verschwendet
symphatisch rüberzukommen oder nett zu sein, sondern der stur seinen
mehr als raffinierten Plan durchzieht von Anfang bis ganz zum Ende der Folge
und sich um nichts schert als sich selbst und seinen nahezu perfekten Plan.
Ein überraschendes Element war, wie Kingston direkt nach der Testamentseröffnung
Columbo den Brief seines Onkels unter die Nase hält als Beweis, dass dieser
ihm schon einige Tage vor dem Mord mitteilte dass Dale als Erbe leer ausgeht.
Da ist selbst der Inspektor mal kurz sprachlos und überrascht.
Ein sehr cleverer Mörder, ein sehr glaubwürdiger kaltblütiger Mörder, eine
Wahnsinnsleistung von Ross Martin. Mit all den Punkten hieft sich " Mord in Pastell "
damit auf den Thron meiner absoluten Lieblings Episode. :neig: :neig:
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon Topi » So, 21.11.2010 17:31


Mr. Brimmer hat geschrieben:
Mit all den Punkten hieft sich " Mord in Pastell "
damit auf den Thron meiner absoluten Lieblings Episode. :neig: :neig:


Ehrlich?
Ich finde diese Folge auch überragend.
Trotzdem haben sich die beiden unverschämten Schüler Luzifers in mein Herz gespielt-
Auch wenn ich in Luzifers Schüler nicht alles perfekt finde (Der Mord ist mir zu sehr von Glück und Technik anhängig) - wiegen doch diese überheblichen Dämlacke alles auf.
Genial finde ich auch die Zusammenarbeit der beiden.

Grüße
Topi
Legen Sie Ihren italienischen Namen ab und beißen Sie erstmal auf nichts Hartes.
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon columbolution » So, 05.12.2010 17:59


Bewertung Nummer 6:

1. Mord:
Der schnellste Mord in der Columbogeschichte, wenn ich mich nicht irre. Klassisches Moment der Habgier und zur Verdeckung einer Straftat. Klasse die Idee mit der Heizdecke. Kommt ja in den 90er Jahren noch mal. Die Geliebte ist dabei unabdinglich und macht ihren Job klasse. Sie wirkt beim Ablauf sehr ruhig, also beim wegtragen der Decke und warten bis zum Schuss, was mich wundert. Ebenso beim Weglaufen. Das Risiko aber hierbei oder später mit dem Auto aufgehalten zu werden sind schon groß. Der 2. Mord ist so naja. Ein Wunder, dass der nicht geklärt wurde. Die Idee den Mord auf Edna zu lenken ist gut, aber wäre besser wenn sie nicht so eine Flatterfigur wäre.
Ich gebe mal 4 von 5 Punkten

2. Indizien:
Mittel würde ich meinen. Sicher Columbo merkt schnell, dass der Mörder der Nachfolger ist und wundert sich über die Wahl der Bilder des Räubers, aber er weiß doch nicht, ob er schon die Bilder nahm und nicht dann erst der Tote kam. Die idee des Einstieges mit dem Fenster ist auch eher eine Vermutung, ebenso die Alarmanlage und die Tatsache, dass es zwei waren. Verräterisch ist, dass jede dem Mörder ein Alibi geben kann. Andere würden aber darauf reinfallen und den Mörder nun in Ruhe lassen. Das mit dem Manschettenknopf passt hierzu. Der Anruf von Tracy ist für mich kein indiz. Ebenso nicht, dass er bei einem miesen Maler war. Während der vermeintlichen Tatzeit. Der Tod von tracy aber war nicht gut. Er hätte wissen müssen dass Columbo die Verbindung findet und sie war ihm nicht gefährlich.
Ich gebe mal 2 von 5 Punkten

3. Humor:
Eine sehr witzige Folge.
Zwar nicht die Szene auf der Party das ist nicht meine Art von Humor. Eher der trottelige Mr. Evans oder wie Columbo heimlich raucht oder wie er den Mörder nur mit Nachnamen anredet. Oder das Stören des malers und der Vergleich mit Rembrandt. Ich fand witzig wie Columbo sich schämt wegen einer nackigen. Auch das neven wegen dem kaffeeautomaten ist klasse. Oder der freundliche Mordverdacht hammer. Oder das Tränenbekommen des Mörders. Das Einschlafen von Columbo in einer fremden Wohnung und der Anruf dort. Reifen zerschneidend sieht man den Mörder zum Glück nicht. Auch die Vermieterin und die Witwe sind ulkig.
Ich gebe 4 von 5 Punkten

4. Zusammenspiel Columbo-Mörder:
Einige gute Szenen. Der aalglatte Mörder zunächst sehr hilfsbereit. Es gibt einige lustige Rededuelle. Mit der Zeit immer genervter und sauerlicher. Die Ironie ist klasse. Das Rededuell mit dem Schlüsseö war das beste.
Ich gebe 4 von 5 Punkten

5. Auflösung
Überragend find eich. Sie war spannend und nicht vorhersehbar beim ersten mal. Columbo siegt dank seiner Neugier.
Ich gebe 5 von 5 Punkten

6. Sonstiges
Klasse fand ich die Kamera hier in dieser Folge. Das Zeigen der Augen der Bilder beim Mord. Erschrocken war ich von dem gaskammervergleich des Mörders sowas verdränge ich immer. Das D auf dem PKW des Mörders wurde ja schon genannt. Lustig fand ich wie sich das Ehepaar Evans über 2000 $ im Jahr freuen kann. Heute würde man geizhals sagen. Im Buch der Mann der vielen Fragen wird diese Folge als eine der schlechtesten bewertet. Das sehe ich nicht so

Ich bewerte die Folge mit sehr gut
columbolution
 

Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon Ken Franklin » Do, 23.06.2011 14:10


Mr. Brimmer hat geschrieben:
Herr Duck hat geschrieben: Cassidy wähnt sich am Ziel, alle verachtsmomente scheint er ausgeräumt zu haben - und dann der totale Zusammenbruch! Und Columbo hat auch gelernt: Er wusste, Cassidy würde wieder eine Erklärung/Ausrede parat habe und damit hat er auch recht. Nur, dass Columbo ihn inzwischen kannte und wusste, was er sagen würde und daher vorsorglich Handschuhe übergestreift hatte, damit hat er nicht gerechnet ...


Kann man unterschreiben. Ein etwas anderes aber dennoch gutes
Columbo - Mörder Spiel. Nur spielt ihn hier nicht " Cassidy ", sondern
Ross Martin. :wink:


Naja, ich kanns verstehen, Cassidy ist ja quasi der Godfather unter den Mördern, dass man als erstes immer an ihn denkt, ist ja nicht weit hergeholt :neig:

Dennoch muss ich Ross Martin zu seiner überzeugenden Darstellung ebenso Respekt zollen, er spielte seine Rolle wirklich wie in einem Guss herunter!

Ich sah die Folge heute Nacht seit langem mal wieder, kann es sein, dass hier der schnellste Mord geschieht? Ich glaube, es vergeht keine Minute, da ist Multimillonär Matthews bereits tot. :such:
"Jack Cassidy represented the textbook profile of what an actor should be and how an actor reaches his goal. Hard work, determination, humor, wit, introspection crossed with the necessary outer layer of extraversion."
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon JustOneThing » Mo, 22.08.2011 23:03


Sehr gute Folge!
Für mich besticht "Suitable For Framing", oder zu deutsch "Mord in Pastell" durch eine hervorragende Krimi-Spannung, ein typisches Late Sixties Flair (was vor allem in den Frisuren und der Kleidung der Protagonisten zum Ausdruck kommt) und eine sehr gute Story Line. Die Geschichte wird an keiner Stelle langweilig oder langamtig, weil sich dem Zuschauer immer wieder neue Erkenntnisse offenbaren, wie z. B. die Überraschung, dass der Mörder Dale Kinston vom Ermordeten bereits zu Lebzeiten enterbt wurde... und dann die nach und nach durchsickernde Erkenntnis, dass der Mörder genau das von vorn herein in seinen diabolischen Plan einkalkuliert hat.
Ross Nartin kommt als Gegenpart zum Inspektor ganz gut an, ist dabei zwar fast gänzlich unsympathisch,aber trotzdem ein markanter und an bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen festzumachender Charakter.
Auch die Nebenrollen sind sind in dieser Folge ziemlich gut besetzt, allen voran Don Ameche als Anwalt und Kim Hunter als sensible Tante Edna. Auch immer wieder gern gesehen Mary Wickes als altjungferliche Landlady hinter ihrem Vogelkäfig und mit ihrem Memory-Album.

Als Fazit kann man sagen, hier bekommt man ein äußerst solides Stück Krimi-Unterhaltung geboten, mit sehr vielen Wendungen und Überraschungen... und natürlich mit einem aufmerksamen Inspektor Columbo, der den Mörder mit einer origenellen Taktik überführt.
Stolze 4 Punkte für eine der besten Folgen der ersten Staffel.
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon Doc Brown » Sa, 24.03.2012 13:54


Erst mal möchte ich martha ein Kompliment für seine vor über 5 Jahren hier abgesonderte Kritik aussprechen. Die ist wirklich hervorragend geschrieben. Das war der ideale Spagat zwischen Witz und gehaltvoller Aussagen. Die wichtigsten Aspekte schön zusammengefasst und immer wieder witzige Pointen eingestreut. Toll! :klatsch:
Ist dieses Schreibtalent angeboren oder kann man das erlernen? :wink:


Jetzt versuche ich mich mal an einer kurzen Kritik, wobei ja eigentlich schon alles gesagt ist. Ich gebe dieser Folge 5 Punkte, ich hatte sie gar nicht so stark in Erinnerung. Ich hatte die Folge schon länger nicht mehr gesehen, da hat mir meine Erinnerung wohl einen Streich gespielt. :o

Ross Martin spielt den Kunstkritiker in der Tat hervorragend. Er ist arrogant, durchtrieben, schlagfertig und selbstverliebt, kurz: Er besitzt schurkisches Charisma. :twisted:

Alle Aufeinandertreffen von Columbo und Kingston ließen sich hervorragend ansehen. :smoke: Das fängt schon beim ersten Aufeinandertreffen der Beiden an („Ich frage mich immer, warum die Künstler ihre Unterschriften so unleserlich kritzeln“ „Halten Sie diese Fragen im Moment für essentiell?“) und geht weiter mit der tollen Szene, als Columbo sich bei Kingston vielmals für seine aufdringlichen Fragen entschuldigt und mehrfach von Missverständnissen spricht, um dann aber doch wie Selbstverständlich den Haustürschlüssel entgegenzunehmen. Das ist genau der typische Columbo-Humor. :P

Den Höhepunkt findet das Zusammenspiel dann in der Schlussszene: Kingston hat alle Hebel für eine Hausdurchsuchung in Bewegung gesetzt und die Bilder werden auch gefunden. Kingston sieht sich endlich am Ziel, wird aber doch von Columbo überrumpelt. Da kommt selbst der eloquente Kingston ins Stottern. :-))
Diese Schlussszene, ist sicherlich eine der besten der gesamten Reihe.

Der „Drei-Stufen-Plan“ des Mörders wurde hier ja schon mehrfach gelobt. Dem kann ich mich nur anschließen. Der Mörder „arbeitet“ in der Tat über die ganzen 70 Minuten an seinem Plan, daher wird es auch nie langweilig.

Da Kingston enterbt wurde, bleibt ihm nichts anderes als dieser komplizierte Weg übrig, um an wieder an die Bilder zu gelangen. Reagiert er nicht, dann wandern die Bilder nach und nach an öffentliche Einrichtung. Er schiebt also Edna den Mord in die Schuhe.
Wobei eigentlich nicht viel Intelligenz notwendig ist, um zu erkennen, dass Edna kaum die Mörderin sein kann. Sie ist labil, hysterisch und einfach viel zu nervös um einen solchen Mord zu begehen. Außerdem würde sie wohl kaum wichtige Beweisstücke in und um ihr Haus herum aufbewahren. Das passt alles nicht zusammen. Die Kunst für Columbo besteht also nicht darin, den wahren Mörder ausfindig zu machen, sondern viel mehr darin, ihm den Mord nachzuweisen.
Ich weiß natürlich, dass das in fast jeder Columbo-Folge so ist, aber hier ist es besonders deutlich, warum Columbo nicht auf die Einbrecher- und Edna-Variante anspringt, sondern seinen eigenen Weg geht. Das fängt ja schon damit an, dass Kingston mehrere Personen auf der Kunstausstellung überdeutlich nach der Uhrzeit gefragt hat. Ab da ist Columbo spätestens klar, dass bei Kingston etwas faul ist.

Was mir noch auffiel: Die Tatsache, dass Kingston seinen Onkel aus kurzer Distanz erschießt, während dieser seelenruhig Klavier spielt, ist meiner Meinung nach ein klares Indiz dafür, dass das Opfer seinen Mörder kannte. Bei einem echten Einbrecher wäre der Onkel sicherlich zumindest aufgestanden. Hat mich ein bisschen gewundert, dass Columbo darauf so gar nicht eingeht. ?-/ Ist aber nicht weiter schlimm.

Einziger (kleiner) Kritikpunkt ist sicherlich, dass der 2.Mord mehr oder weniger unter den Tisch fällt.
Ansonsten bietet „Mord in Pastell“ wirklich alles: Einen ausgeklügelten Mordplan, einen charismatischen Mörder, ein tolles Zusammenspiel, Humor und eine grandiose Überführung. Daher: 5 Punkte! :neig:
Döp döp döp de de döp döp döp
(H.P. Baxxter)
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon Devlin » Mi, 20.06.2012 12:45


Mord in Pastell gehört mittlerweilen auch zu einer Episode dich ich sehr gerne mag und hoch bewerten würde.
Früher mochte ich sie weniger, oder sie blieb mir weniger gut hängen.

Es geschieht hier ja auch der schnellste Mord der Columbo Geschichte. Es fehlt mir hier der Aufbau. Die naive Tracy als Mordgehilfin und späteres Opfer Nr 2 von Kingston hat es mir auch nicht gerade angetan.

Früher mochte ich auch Ross Martin als Dale Kingston weniger gut.
Heute sehe ich dies etwas anders; mit seiner herablassenden und sarkastischen Art und seinen Sprüchen sehe ich Kingston als eine Bereicherung an.
Das Columbo- Mörder Spiel ist, wie bereits erwähnt anders als üblich. Kingston ist gegenüber Columbo nie entgegenkommend und freundlich. Und das passt hier gut, wie auch die Synchronstimmme von Ross Martin. Daher finde ich das Zusammenspiel sehr gut!

Ebenfalls eine Bereicherung des Films finde ich Sam Franklin mit seinen Kommentaren.
Und auch Edna Matthews finde ich toll, bringt ein spezielles Flair rein, dieses süsse verspielte und nervöse das sie hat, auch wenn es zuweilen anstrengend sein mag :)

Die Idee mit der Heizdecke ist hier noch frisch und originell was ich auch positiv bewerte.
Raffiniert auch das Kingston die Bilder bei Edna versteckt undden Verdacht auf sie lenkt.

Sehr gut gelungen finde ich das Finale- kurz und bündig- und überraschend wie schlüssig.
Die Fingerabdrücke auf den Bildern, wie Kingston sich rauswinden will und wie Columbo seine Hände aus der Tasche nimmt und diese mit Handschuhen bekleidet sind.

Ich mag an der Episode vorallem die Zusammentreffen von Kingston und Columbo :)
Ich habe zu Beginn meiner Forenzeit mit 3 Punkten bewertet.
Heute würde ich der Episode gute 4 Punkte geben aus obengenannten Gründen nur ganz knapp an überragend vorbei.
So weit ____ und nicht weiter!
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon Tiktaalik » Do, 26.07.2012 01:30


Die Folge "Mord im Pastell" gefällt mir sehr gut und ich begründe auch, wieso:

Es ist ungewohnt, dass der Mord so früh passiert. Der Mord ist sehr durchdacht, dafür gibt es auf jeden Fall einen Pluspunkt: Die Heizdecke, um den Todeszeitpunkt zu verfälschen, die Erweckung des Eindrucks, dass eine Frau die Täterin sein muss, etc. Dass Kingston obendrein der armen Edna alles in die Schuhe schieben will, ist sehr perfide und passt zum Charakter des Fieslings, den ich insgesamt sehr glaubwürdig finde. Mir gefällt auch sehr gut, dass die Ausführung des vollständigen Plans von Kingston 70 Minuten dauert. Die Dialoge zwischen Kingston und Columbo sind klasse, besonders, dass der Inspector den Mörder schon sehr früh zur Verzweiflung treibt. Dass dieser sich gar nicht die Mühe macht, diese zu verstecken, macht ihn noch fieser als er ohnehin schon ist, klasse. Zur Auflösung ist schon ziemlich viel geschrieben worden, daher schreibe ich hierzu nur ein Wort, welches zumindest halbwegs nah dran liegt: B R I L L A N T.

Nach so vielen Pluspunkten habe ich leider einen Kritikpunkt, der aber sehr entscheidend ist: Ross Martin. Ich finde, er übertreibt manchmal ein wenig, v. a. sein wild Herumgestikuliere geht mir nach einiger Zeit auf die Nerven.

Daher bewerte ich diese Folge "nur" mit 4/5 Punkten. Es ist aber wahrscheinlich die beste 4-Punkte-Folge von allen.
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon MrGrady » Mo, 24.12.2012 13:13


Über die Auflösung dieser Folge ist hier schon viel geschrieben worden. Es ist wahrlich ein Genuss, wie sich das Duell zwischen Columbo und dem Mörder in letzten Minuten zuspitzt. Kingston legt Köder um Köder aus, um die Polizei endlich auf seine Fährte zu locken. Der Inspektor stellt ihm die entscheidende Falle derart beiläufig unter den Augen der Zuschauer, dass ich niemals auf diese Lösung gekommen wäre. Das Columbo-Konzept, den Großteil der Folge aus Tätersicht zu zeigen, wurde hier perfekt umgesetzt.

Die oft diskutierte Kameraführung in den ersten Minuten hat mich nicht gestört. Ich fand sie sogar künstlerisch wertvoll. Aber das ist Geschmackssache. Kritisieren kann ich nur ein paar Kleinigkeiten. Ich mag es nicht so gerne, wenn man das Mordopfer gar nicht kennenlernt. Der Onkel spricht ja nicht eine Silbe. Den zweiten Mord fand ich außerdem ziemlich überflüssig. Das Columbo-Mörder-Spiel ist okay, aber nicht überragend, weil Kingston dem Inspektor von Anfang an zu unfreundlich begegnet. Trotzdem gebe ich insgesamt noch 5 Punkte. Wegen solcher Auflösungen bin ich Columbo-Fan geworden :)

Zum Abschluss noch mein "Lieblingsthema": der Titel. "Mord in Pastell" finde ich okay. Es deutet auf eine Tat im Maler- bzw. Künstler-Milieu hin. Wobei der Mord natürlich nicht gemalt wurde. Es ist somit allenfalls ein netter Titel. "Suitable for Framing" ist hingegen wieder einmal doppeldeutig, wie ich es mag. Die korrekte Übersetzung würde wohl "Geeignet zum Rahmen" lauten und weist ebenfalls auf das Künstlermilieu hin. Framing kann aber auch "abgekartetes Spiel" bedeuten (englische Umgangssprache), was sehr gut zum Tatplan der Mörders mit seiner falschen Fährte zu Edna passt.
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon zimtspinne » Mo, 24.12.2012 15:20


Das find ich inzwischen eine Bereicherung, Mr Grady, wie du bei den Bewertungen die deutschen Titel sezierst und die Originale dagegen setzt. Ich muss zugeben, ich sollte meine Englischkenntnisse mal wieder auffrischen, besonders die Umgangssprache. Diese Feinheiten, die du herausarbeitest, erkenne ich in manch einem Fall gar nicht. ohje... :*-(
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Re: Bewertet "Mord in Pastell"

Beitragvon MrGrady » Mo, 24.12.2012 16:01


Danke schön! Die Doppeldeutigkeit der englischen Titel ist mir auch nicht immer sofort klar, aber es lohnt sich, ein bisschen im Internet recherchieren, denn in der Regel gibt es bei den Originaltiteln einen zweiten Dreh. Bei den deutschen Namen muss hingegen lediglich Mord oder Tod vorkommen, der Rest ist offenbar ziemlich egal :wink:
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