Bewertet: "Der erste und der letzte Mord"

Hier könnt ihr die einzelnen Folgen bewerten bzw. die Meinung der anderen Mitglieder lesen.

Wie bewertet ihr "Der erste und der letzte Mord"?

1/5 schlecht
1
2%
2/5 passabel / "na ja"
3
7%
3/5 gut
9
20%
4/5 sehr gut
26
57%
5/5 überragend / ausgezeichnet
7
15%
 
Abstimmungen insgesamt : 46

Bewertet: "Der erste und der letzte Mord"

Beitragvon Martin. » Fr, 06.05.2005 20:05


Hallo zusammen.

Ich wollte mal für die eine oder andere Episode eure Meinung hören. Ich beginne mal mit Folge 57, "Der erste und der letzte Mord".

Wie gefällt euch die?

Stimmt ab und schreibt bitte auch noch eine Begründung hin.

Gruss Martin
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Beitragvon wien columbo » Fr, 06.05.2005 21:20


Mir gefällt sie sehr gut :D .

Wie so oft weiß ich nicht warum, sie gefällt mir eben sehr gut.

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Beitragvon Roger79 » Sa, 07.05.2005 17:06


Gefällt mir auch "sehr gut". Denke, weil Columbo in altbekannter Manier am Tatort rumschnüffelt und speziell auf der Jagd nach Details ist.
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Beitragvon Murdock » So, 08.05.2005 15:41


Ich find sie auch sehr gut.

Wunderbar wie Columbo den Fall löst
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Beitragvon Hollister » Sa, 14.05.2005 16:01


4 Punkte.

Eine typische Columbo-Folge nach dem bewährten Strickmuster. Alles nötige ist vorhanden und die Schauspieler überzeugen. Über die Lücken im Drehbuch sehe ich bei einer sonst guten Folge gerne hinweg. Ein sicherer Kanditat für 4 Punkte.
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Beitragvon rpm8200 » Di, 24.05.2005 10:42


Lücken im Drehbuch? Mir ist nix aufgefallen...? Ich finde diese Folge wieder sehr gut mit deutlicher Tendenz zu überragend. Den (selbstgefälligen) Mörder finde ich besonders glaubhaft dargestellt und auch die Art wie der Mord gelöst wird (z.B. die Nikotinfleken in den Zigaretten)
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Beitragvon Scaramanga » So, 26.06.2005 14:16


Anfangs fand ich diese Folge alles andere als gut, aber bei mehrmaligem
Sehen wurde ich doch überzeugt, dass dies eine sehr gelungene, gute
Columbo-Folge ist.
Die bekannten Columbo-Klischees sind vorhanden, Mörder und Storyline
sind sehr überzeugend, Columbos Indizienspuren nachvollziehbar und
logisch und das Ende wie immer mit einer interessanten Auflösung versehen.
Habe demnach für 5/5 gewertet.

Gez.
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Beitragvon Columbo-Freak » So, 04.12.2005 18:58


5 Punkte von mir!

Bei der Folge reißt mich der geniale Mord vom Hocker, der Täter plant zweistufig und beide Male sorgfältig:
1. Den Mord (Zigaretten, Nikotinsulfat)
2. Das Alibi (das zusammengeschnittene Überwachungsvideo!
Außerdem sammelt Columbo in bewährter Manier Indiz um Indiz und klärt den Fall am Schluss mit einem halbwegs (gut, man muss schon ein Auge zudrücken :wink: ) schlagkräftigen Beweis auf! Die Regie finde ich auch gelungen, besonders die Szene, in der der Mörder mit der Pipette das Nikotinsulfat auf die Zigarette träufelt, ist meiner Meinung nach toll fotografiert! George Hamilton verkörpert den öligen, scheinbar so ehrenwerten Fernsehmoderator, der für seine Karriere zum Mörder wird, einfach nur genial. Auch der Humor kommt in dieser Folge nicht zu kurz.

Ein paar Schwächen hat aber auch diese Episode:
-Sie hat nicht wenige Längen (z.B. Hundesalon).
-Das Columbo-Mörder-Spiel lahmt anfangs ein wenig!

Trotzdem hat es für die volle Punktzahl gereicht!

Grüße
Columbo-Freak
Zuletzt geändert von Columbo-Freak am Mo, 05.12.2005 21:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Gast » So, 04.12.2005 19:20


Eine typische 4 Punkte-Folge!

Also ich schließe mich Columbo-Freak an, bis auf eine Ausnahme:
Der Mord war zwar gut ausgedacht aber einige Dinge machen mich da stutzig, z.B. das mit dem Nikotinfleck, dass muss doch dem Anders selbst irgentwie auffallen. Sogar mir ist das gleich aufgefallen, als er die Dinger in seinem Haus abgebrannt hat, dass das ein gefundenes Fressen für den Inspektor ist. Wirkt ein bisschen konstruiert, also so, dass Columbo gleich ein paar Indizien hat, die für Mord sprechen.
Dann, die Sache mit dem Hunde-Salon ist auch ein riesen Zufall, dass seine Frau eine extra Maniküre angeordnet hat und Columbo auf die richtige Fährte führt. Hmmh
Der Endbeweis ist überzeugend!

Alles in allem muss man aber sagen, dass wir schon mal noch bessere Folgen gesehen haben!!! Also 4/5!

Yves
Gast
 

Beitragvon Columbo-Freak » Mo, 05.12.2005 21:25


@Gast: Einige Schwächen hat jeder Mord, denn den perfekten Mord gibt es ja wahrscheinlich nicht, oder?! :wink:
Die Sache mit dem Nikotinfleck allein hätte Columbo jedoch nicht im geringsten weitergebracht und so war es ja eigentlich auch. Er wusste nach dieser Entdeckung, dass Clarke die Zigarette nicht selbst geraucht hat, na und? Die entscheidenden Beweise sind die Hecke und die Kratzer vom Hund!
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Beitragvon martha » Di, 23.01.2007 02:07


Eigentlich bin ich hier ja im letzten Jahr nur Mitglied geworden, weil ich wissen wollte, was in dieser Folge der erste und was der letzte Mord sein soll, weil ohne einen zweiten Mord der erste Mord natürlich auch gleichzeitig der letzte ist, oder? :wink:
Na ja, das war damals meine erste Frage hier im Forum(Ist das tatsächlich schon 10 Monate her?), und da man hier so nett und freundlich beraten wurde, bin ich heute immer noch dabei. :D

Zur Folge:
Um mich vom Unwesentlichen zum Wesentlichen zu steigern, zunächst eine Bagatelle, die mich hocherfreut hat:
Nach zahllosen gescheiterten Versuchen ist es den Columbo-Machern endlich mal gelungen, mit dem kleinen Randy ein Kind vor die Kamera zu stellen, das weder altklug, vorlaut oder sonstwie vorpubertär gestört ist.
Randy ist tatsächlich ein normales, natürliches Kind, das nicht den Anspruch erhebt, schlauer zu sein als die restlichen Erdbewohner.
Warum nicht immer so? Es geht doch. :!:

Doch nun zum Wesentlichen:
Wenn ich eine solche Folge gesehen habe, fange ich an zu vergleichen.
Ich rufe mir andere Columbo-Folgen in Erinnerung. Im Laufe der Zeit hat man ja verschiedenste Mörder, Tatabläufe, Spannungsbögen und "Columbo-Mörder-Spiele" im Kopf, die man immer mal wieder abrufen kann.

Wenn ich die Folge "Der erste und der letzte Mord " da einordnen muss, landet sie leider nicht in der oberen Tabellenhälfte.
Für mich ist das eine Folge ohne nennenswerte Höhepunkte, manchmal hatte ich sogar den Eindruck, die Handlung kommt überhaupt nicht "in die Pötte".
Zum Beispiel die Sache mit den Zigaretten.
Bereits am Tatort erwähnt Columbo, dass einige Zigaretten nicht geraucht wurden, weil sie keine Nikotinflecken hätten.
Eine geschlagene dreiviertelstunde später(die Folge neigt sich schon dem Ende zu) verkauft er dies dem desinteressierten Wade Anders als scheinbar brandaktuelle Information. Was soll das?
Da wollte man wohl die gelungene Idee mit den fehlenden Nikotinflecken unter Umgehung zeitlicher Logik einfach noch mal erwähnen.
Davon ab ist die Info ohnehin für die Katz', denn George Hamilton reagiert sowieso nicht.
Wade Anders ist wirklich einer der begriffsstutzigsten und naivsten Mörder, die ich bei Columbo kennengelernt habe.
Seine Bemerkungen zu den Zigaretten("Keine Ahnung, ich rauche nicht."), zu den Fingerabdrücken auf dem Papierbogen("Sehr interessant."), zu dem Überwachungsvideo("Es ist doch in Ordnung."), zu dem Hund("Ich kenne den Hund nicht."), zu dem Porno("Ich war jung.")...

Das ist wirklich Konversation auf "Sesamstrassenniveau", da feiert die verbale Oberflächlichkeit wahre Triumphe.
Der beste Satz ist sicherlich der nach dem Crash mit Columbo's Auto:"Das ist doch nicht alles heute passiert."
Hat mir sehr gut gefallen, ist an sich aber auch der einzige Pluspunkt im gesamten "Columbo-Mörder-Spiel".
Diese langgezogene Begriffsstutzigkeit wirkt auf die Dauer jedoch lähmend. Der Mann hat ja wirklich von nix 'ne Ahnung. Im Nachhinein hab' ich mich gewundert, dass er überhaupt wusste, dass 'ne Zigarette nicht am Filter angezündet wird.
Anders bemüht sich noch nicht mal um Erklärungen für Columbo's Indizien, er lässt alles irgendwie schleifen.
Der Mord ist ja relativ gut geplant, aber nach dem Mord kommt bei Wade Anders überhaupt nichts mehr.
Das ist einer der schwächsten und farblosesten Columbo-Mörder, die ich kenne. :!:
"Du bist glatt und ölig", sagt ja Budd Clarke zu Wade Anders.
Wenigstens ein paar Ecken und Kanten wären mir beim Mörder lieber gewesen.

Ansonsten:
Das Motiv ist nachvollziehbar, die Indizien sind gut, die Aufklärung befriedigend.
Bei der Sache mit der "geschnittenen Hecke" auf dem Video bin ich mir nicht so sicher. Wenn man die Folge schon zwei-dreimal gesehen hat, sagt man natürlich sofort:"Das hätte doch jedem Deppen sofort auffallen müssen."
Ich hab's beim ersten Ansehen glaube ich auch nicht sofort bemerkt, und somit ist das für mich eine gelungene Aushebelung des Alibis.

Fazit:
Kriminalistisch eine recht gute Folge, die jedoch auf der gleichgültigen und lustlosen Ölspur, die George Hamilton hinterlässt, böse ausrutscht.

Unter'm Strich ergiebt das dann aber doch noch geschmeichelte 3 Punkte.
:( :) :(

PS: Da dir die Folge ja so gut gefällt, "Columbo-Freak", muss ich mich diesmal entschuldigen :wink: , aber ich kann da wirklich nichts schönreden.
Für mich ist das eine der schwächeren Folgen.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Beitragvon Klaus » Di, 23.01.2007 16:03


Dann will ich auch mal meinen Senf dazugeben: meine Bewertung der Folge 4/5 :) :) :) :)

Besonders gut hat mir gefallen, dass der Mörder sowas wie ein Wolf im Schafspelz ist (jagt als amerikanischer "Ganoven-Ede" selber Mörder) und wie seine aalglatte und etwas hochnäsige Art von Hamilton glänzend dargestellt wird, wobei ich auch die hervorragende Leistung seines Synchronsprechers Eckart Dux ausdrücklich erwähnen möchte. Für mich waren seine Schlussworte nach der Überführung ein echter Brüller "Ein Hund... [dann aus dem OFF] und sowas nennt sich nun der beste Freund des Menschen."

Zur Folge selbst haben meine Vorredner eigentlich schon alles gesagt, wobei mich die Sache mit dem Überwachungsvideo nicht so richtig überzeugt hat, auch wenn dadurch natürlich Anders' Alibi zerplatzt ist. Was wäre aber gewesen, wenn er das mit der geschnittenen Hecke rechtzeitig gemerkt hätte und spät abends NACH dem Mord noch in sein Büro gegangen wäre, die Uhrzeit vielleicht etwas angepasst und dann ebenfalls das Videoband manipuliert hätte? Wäre Columbo trotzdem in der Lage gewesen, sein scheinbar sicheres Alibi zu widerlegen? Meiner Meinung nach wäre das bei den heutigen technischen Möglichkeiten im kriminaltechnischen Labor durchaus möglich gewesen und dass ein noch so perfekt manipuliertes Überwachungsvideo als Alibi letztlich nichts taugt, hat man ja bei PLAYBACK gesehen...

Gruß
Klaus
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Beitragvon xxxl-Columbo-Fan » Di, 23.01.2007 18:57


Wundert mich jetzt aber, das sie von einigen so schlecht wegkomt. Sie zählt zu meinen persöhnlichen Top-Ten.

Werde sie mir mal wieder anschauen, und dann bewerten, aber erst wenn ich mit der "Beverlly Hills Cop" Reihe fertig bin.
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Beitragvon Columbo-Freak » Mo, 29.01.2007 19:41


So, die Australian Open sind vorbei, für die Deutschen liefen sie sogar sehr erfolgreich und es hat mal wieder einen Wahnsinnsspaß gemacht, die Matches anzuschauen. :D
Nun habe ich auch wieder Zeit, hier zu bewerten bzw. ein paar Sachen nachzuholen.

Und zuallererst muss ich natürlich hier meinen Senf dazu abgeben, denn du, Carsten, hast hier eine meiner absoluten Lieblingsfolgen kritisiert. Folglich muss ich sie verteidigen. :twisted: :wink:

Wie du schon geschrieben hast: Kriminalistisch bewegt sich diese Folge auf allerhöchstem Niveau. Wie du ja weißt, lege ich auf das kriminalistische Element allerhöchsten Wert. Das erklärt recht schnell, warum die Folge unter meinen persönlichen Top 5 rangiert!

Ich habe ja schon in meinem Post von vor gut einem Jahr geschrieben, was kriminalistisch so heraussticht.
Der Mord gefällt mir mit am besten, ich finde die Idee mit dem Nikotinsulfat genial, der Satz "Diese Dinger bringen einen um.", als Budd stirbt, das zusammengeschnittene Video als Alibi in der Hinterhand! Das ist ja sowieso das beste: Wann haben wir das schon einmal bei Columbo gesehen? Der Mörder legt sich vor dem Mord schon mal ein Ass zu, das er im Ärmel behält und dann bei Bedarf ausspielt. Das Video wird am Anfang geschnitten, taucht dann in der ganzen Folge bis zum Schluss nicht mehr auf, wo es dann als Alibi taugt - einfach perfekt. Und das ist bei weitem nicht das einzige Indiz. Durch diesen komplexen Mord gibt es auch eine Fülle an Indizien. Diese sind alle originell und das ist einfach stark! Als einziges hat mich jetzt die Aufklärung mit den Spuren vom Hund am Auto nicht so übermäßig vom Hocker gerissen, aber auch das war allemal gut, besserer Durchschnitt!
Aus all diesen Gründen sticht diese Episode kriminalistisch hervor, wird nie langweilig. Ich muss auch meinen Kritikpunkt von oben revidieren: Die Folge hat keine Längen, wie ich vor 1 Jahr geschrieben hatte. Die Szene im Hundesalon zeigt mal wieder Columbo wie er leibt und lebt und ist auch Vorlage für die Aufklärung.
Nun zu deinem Hauptkritikpunkt, martha:
Wade Anders ist sicherlich glatt und ölig, aber wieso soll er das denn nicht sein? Jeder Mörder hat seinen eigenen Charakter und dieser wird dargestellt. Diesen Charakter kann man nun mögen oder nicht, für mich ist das aber relativ irrelevant. Wichtig ist, dass die Person nicht zu übertrieben bzw. zu eindimensional dargestellt ist. George Hamilton macht seine Sache hier gut. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein Patrick McGoohan ist er sicher nicht, aber das braucht diese Episode gar nicht.
Zum Thema Begriffsstutzigkeit: Das ist Wade Anders' persönliche Taktik mit Columbos Befragungen, mit seinem ständigen Nerven umzugehen. Viele Mörder versuchen, Columbo auf die falsche Fährte zu locken und machen sich so erst recht verdächtig. Manchmal werden noch spät in der Folge falsche Spuren gelegt, hier nicht! Von Wade Anders kommt - wie du schon richtig geschrieben hast - rein gar nix! Das muss es aber auch nicht? Wieso auch? Es gibt 2 Gründe:
:arrow: Der Mord war gut genug und Anders' Kommentarlosigkeit führt dazu, dass der Inspektor sich an ihm die Zähne ausbeißt.
:arrow: Von Wade Anders muss nichts kommen, um Längen in der Folge zu überbrücken, denn der komplexe Mord liefert, wie oben schon geschrieben, genügend Indizien.

Alles in allem hoffe ich, dass verständlich geworden ist, was ich meine und warum ich diese Folge so toll finde.

5 Punkte mit Sternchen, aber das habe ich ja bereits oben geschrieben. :wink:

Grüße
Columbo-Freak

P.S.: Einen winzigen Kritikpunkt habe ich beim letzten Ansehen doch noch gefunden: Die Filmmusik ist nicht ganz stimmig, manchmal fand ich sie merkwürdig. Das ist jetzt aber wirklich ein klitzekleiner Makel und ändert nichts an der Bewertung.
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Beitragvon martha » Di, 30.01.2007 01:43


Schön, dass du wieder da bist, "Freak". :!:

Ich hatte natürlich schon gespannt auf deinen "return" zu dieser Folge gewartet, und wo ich das jetzt so gelesen hab', was du geschrieben hast, wird mir die Folge fast schon wieder sympathisch. :wink:

Mir gefällt ja auch die Mordplanung der Folge gut, aber auf zwei Punkte muss ich dann doch noch mal kurz eingehen.

Du sagst, dass es "relativ irrelevant ist, ob man den Charakter des Mörders mag oder nicht".
Das seh' ich dann doch anders.
Der Hauptanteil einer jeden Folge ist ja die Ermittlung, insbesondere die Konfrontation Columbo's mit dem Mörder. Columbo bettelt ja oftmals darum, vom Gegenspieler eine halbwegs vernünftige Erklärung für seine Indizien zu bekommen. Darin liegt für mich ein unglaublicher Reiz, wie die Täter sich oftmals krampfhaft bemühen, etwas Gescheites zur Lösung des Falls beizutragen. Manchmal bleiben die Mörder auch sprachlos.
Wade Anders hingegen bleibt durchgehend einfallslos. Für mich ist das beispiellos. Natürlich kann man sagen, das ist Taktik.
Aber was ist das für eine Taktik, sich hoffnungslos dem Schicksal hinzugeben?
Gut, er weiss, dass er noch ein "Ass im Ärmel" hat(das Überwachungsvideo), das weiss auch der Zuschauer.
Wade Anders fühlt sich bis zuletzt auf der sicheren Seite, aber damit fügt er dem "Columbo-Mörder-Spiel" schweren Schaden zu, weil er durch seine "Coolness" einfach alles abblockt oder sich grösstenteils dummstellt.
Was nützt mir als Zuschauer der beste Mord, wenn er von einem Mörder begangen wurde, der mich absolut nicht erwärmt?(Von Sympathie oder Antipathie will ich hier mal gar nicht sprechen)
Tut mir leid, aber die Darstellung des Mörders und das "Columbo-Mörder-Spiel" sind für mich immer ganz entscheidende Faktoren für eine gelungene Folge.

Die Erinnerung an bestimmte Folgen ist für mich in erster Linie immer mit dem Mörder und weniger mit dem Tathergang verknüpft.
Da stört es mich dann auch mal nicht so wesentlich, wenn in einer Folge wie "Wein ist dicker als Blut" die Indizien zweifellos zu wünschen übrig lassen.

Du hattest ausserdem gesagt, dass es für einen Columbo-Fall recht einzigartig wäre, dass sich der Mörder vor dem Mord "ein Ass zulegt, das er im Ärmel behält".

Ich kann mich an Folgen erinnern, wo diese "zweigleisige Planung" auch angewendet wird, etwa in "Tödliche Kriegsspiele", "Tödliche Liebe" oder "Tod am Strand".
Auch hier werden die Alibis von Columbo erst kurz vor Schluss "zerpflückt".
Übrigens sind das alles Folgen, die mir ausgesprochen gut gefallen, weil ich sie auch mit einer gewissen Atmosphäre in Verbindung bringe.

Na ja, wir werden bei "Der erste und der letzte Mord" sicher nicht zusammenkommen, aber da ich bislang der einzige bin, der die Folge als durchschnittlich bewertet hat, wollte ich für meine Meinung auch noch mal ein wenig um Verständnis bitten. :wink:
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"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
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