Bewertet: "Schreib oder stirb"

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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon Tiktaalik » Sa, 04.08.2012 15:04


Ich weiß, dass dein Zitat schon 2,5 Jahre her ist, aber da ich dich noch immer aktiv im Forum sehe, antworte ich dir dennoch. Ich hoffe, das ist in Ordnung.
sagittarius hat geschrieben:Nun kommt die Schlüsselszene des Films (im wahrsten Sinn des Wortes). Columbo meint, für das neue Schloss gäbe es einen weiteren Schlüssel. Wer ihn besitzt, hat Mr. Mallory getötet. Ich weiß nicht, wie Columbo darauf kommt. Warum sollte Kane noch einen Schlüssel zu Mallorys Büro besitzen? Der Zweck von Columbos Äußerung ist eine Falle für Greenleaf. Sie bewegt Greenleaf dazu, sich einen Schlüssel zu Mallorys Büro zu beschaffen. Greenleaf weiß nicht (genauso wenig wie der Zuschauer), dass Columbo das Schloss zu Mallorys Büro erneut ausgewechselt hat.

Hier holt der Inspector zu einem sehr komplexen und zugleich überragenden Bluff aus, denn, dass das Schloss ausgetauscht wurde, verändert an der Situation überhaupt nichts!!! Die Tür stand schließlich offen! Das allerdings weiß Greenleaf nicht und somit denkt er, dass er, wenn er Kane den vermeintlich zur Mordnacht passenden Schlüssel unterjubelt, aus dem Schneider ist. Dass es nun keinen Sinn mehr ergab, diesen ersten Schlüssel am Tatort zurückzulassen, übersieht Greenleaf. Das ist aber nicht verwunderlich, denn, dass die Tür offenstand, erfährt er von Kane lediglich in einem kurzen Satz. Hier hat Greenleaf kurz die Möglichkeit, den Bluff des Inspectors zu durchschauen, da ihm hier klarwerden konnte, dasss sich diese Information plus der, dass das Schloss ausgetauscht wird, ausgleichen. In der Kürze der Zeit kann er dieses hochkomplexe Puzzlespiel jedoch niemals durchblicken. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er hinter den Worten von Columbo niemals eine Falle vermuten kann, da er sich zu der Zeit (eigentlich) sicher sein kann, nicht als Täter infrage zu kommen.

Habe ich das komplexe Puzzle nun begriffen und, falls ja, auch verständlich beschrieben?


Nun zur eigentlichen Bewertung:^^

In der Folge geht es wieder einmal schnell zur Sache. Ohne lange Vorgeschichte wird der Mord geplant und ausgeführt. Sehr interessant ist, dass hier der Auftraggeber den Verdacht auf sich lenken lässt und somit binnen weniger Minuten offen und ehrlich von Columbo zum Hauptverdächtigen ernannt wird. Durch die angebliche Erinnerungslücke von Greenleaf schließt dieser seine Täterschaft sogar noch nicht einmal aus, klasse! Dadurch wird das Columbo-Mörder-Spiel sehr früh ins Rollen gebracht. Doch kurze Zeit später erfährt Columbo im Beisein von Greenleaf vom wasserdichten Alibi. Damit scheidet Greenleaf als Mörder definitiv aus. Das Spiel zwischen dem Inspector und Greenleaf läuft aber weiter, da sich die Ermittlungen nun darauf konzentrieren, wer ihm den Mord in die Schuhe schieben will. Auch das gefällt mir sehr gut.

Durch die ersten Indizien (Mordwaffe inkl. Fingerabdrücke, Schlüssel) scheint der Fall relativ schnell klar zu werden. Erst dadurch, dass das Opfer kurz zuvor das Schloss ausgetauscht hat und der Schlüssel am Tatort somit keinen Sinn ergibt, wird der Fall extrem komplex. Die Story, die sich aus diesem Indiz und später auch aus dem Manuscript entwickelt, ist auch mit dem Wort überragend nur annährend zu beschreiben. Allein diese beiden Indizien (der Schlüssel noch ein bisschen mehr^^) zu begreifen, haben mich sehr viel Zeit gekostet und ich kann kaum in Worte fassen, wie genial die Autoren dies in dieser Episode eingefädelt haben. Auch Columbos Bluff, der zur Auflösung der Morde führt, ist brillant. Außerdem ist der zweite Mord endlich mal handlungsrelevant, denn: Für den 1. Mord hat Greenleaf ein perfektes Alibi und für den 2. Mord hat er kein Motiv. Hätte er den 1. Mord selber begangen, wäre er dank des erstklassigen Motivs direkt der Hauptverdächtige gewesen. Positiv ist auch, dass der zweite Mord endlich mal aufgeklärt wird.

Cassidy spielt seine Rolle sehr gut. Auch die Rollen von Mallory, Kane und Neal werden sehr gut dargestellt.

Lustige Szenen gibt es in dieser Episode nicht so viele: Columbo bestellt in einem Nobelrestaurant Chili und kurz vor der Auflösung meint er allen Ernstes zu Greenleaf, dass er nur einer Person vom Austausch des Schlosses erzählt habe, er aber nicht mehr wisse, welcher :D Der wenige Humor stört mich in dieser Folge aber nicht, da das Columbo-Mörder-Spiel sowie die komplexe Story sehr viel Platz einnehmen.

Zum Schluss noch eine Kleinigkeit, die mich irritiert: Columbo spielt Greenleaf ohne Vorwarnung das Tonband ab, auf dem ein Mord aufgezeichnet ist :o

Insgesamt erhält die Folge von mir 5/5 Punkte.
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon sagittarius » So, 05.08.2012 19:39


Danke für deinen lesenswerten und konstruktiven Beitrag.
Also, mir bereitet die Schlüsselgeschichte immer noch (oder schon wieder) einigen Wirrwarr.


Kevin hat geschrieben:Hier holt der Inspector zu einem sehr komplexen und zugleich überragenden Bluff aus, denn, dass das Schloss ausgetauscht wurde, verändert an der Situation überhaupt nichts!!!

Hier möchte ich anknüpfen.
Das ist schon ein wichtiger Punkt. Wäre das Schloss von Mallory nicht ausgetauscht worden, hätte ja der passende Schlüssel in Mallorys Büro gelegen. Dann hätte es keinen Verdachtsmoment gegen Greenleaf gegeben. Der passende Schlüssel hätte den Eindruck erweckt, jemand wolle einen unschuldigen Greenleaf belasten. Sein Plan wäre in diesem Punkt aufgegangen. Dann hätte man auch nicht schlüssig klären können, wie Kane in das Büro gekommen ist, es wäre dann ja egal. Der falsche Schlüssel zeigt Greenleaf an, dass er einen Fehler gemacht hat, und dass sein Plan in Gefahr ist. Auch Greenleaf müsste sich fragen, wie Kane in Mallorys Büro gekommen ist.

Da der Mörder unbemerkt eingedrungen ist, muss Columbo annehmen, dass der Mörder entweder einen zweiten und passenden Schlüssel besaß oder die Tür offen stand. Hier wird das Ganze aber undurchsichtig. Kane hat angeblich Greenleafs Auto aufgebrochen und den Schlüssel zu Mallorys Büro entwendet. Kane als Alleintäter müsste glauben, dass es der richtige Schlüssel ist. Wieso sollte er also einen zweiten (und passenden) Schlüssel besitzen? Und wieso sollte er diesen nach dem Mord bei sich zu Hause aufbewahren, nachdem er den nicht passenden Schlüssel in Mallorys Büro liegen ließ?

Columbo hat Greenleaf schon in Verdacht. Er will ihn veranlassen, sich zu verraten. Columbo muss etwas Plausibles von sich geben, was Greenleaf überzeugt, in Columbos Falle zu gehen, nämlich einen Schlüssel zum aktuellen Schloss von Mallorys Büro in Kanes Wohnung zu deponieren. Columbo gibt hier ein unbegründetes Argument, von dem er hofft, dass Greenleaf ihn nicht durchschaut.

Greenleaf weiß natürlich, dass Kane keinen zweiten Schlüssel besitzt. Er glaubt, dass Columbos Auskunft zum zweiten Schlüssel das Ergebnis polizeilicher Arbeit ist. Dabei bleibt Greenleaf auch, als er von Kane persönlich erfährt, dass die Tür offen stand. Das weiß Columbo ja nicht! Also lässt er den Schlüssel zum dritten Schloss, den er für einen Schlüssel zum zweiten Schloss hält, in Kanes Wohnung zurück und leistet sich so die eine Hälfte zur Überführung.

Am Schluss erkennt Columbo anhand der Geräusche einer Jalousie, dass die Tür zu Mallorys Büro offen gestanden haben muss. Damit ist klar, dass Kane keinen Schlüssel zum Büro bei sich haben dürfte, schon gar nicht einen zum von Columbo eingebauten dritten Schloss. Das ist ein zusätzlicher Belastungspunkt gegen Greenleaf.


Man muss noch sagen: Greenleafs sicheres Alibi in einer Zelle beweist nicht seine Unschuld. Er kann ja auch ein Auftragsmörder sein. In diesem Fall hat der Auftraggeber sinnigerweise immer ein sicheres Alibi.

Ich will noch anmerken, dass ich diesen Columbo immer mehr schätze. Heute würde ich wohl volle fünf Punkte geben.
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon Tiktaalik » So, 05.08.2012 20:43


sagittarius hat geschrieben:Danke für deinen lesenswerten und konstruktiven Beitrag.

Vielen Dank für dein Lob. Ich freue mich immer über Feedback. Ansonsten habe ich immer den Eindruck, dass sich meine langen Texte niemand durchliest :D
sagittarius hat geschrieben:Also, mir bereitet die Schlüsselgeschichte immer noch (oder schon wieder) einigen Wirrwarr.


Kevin hat geschrieben:Hier holt der Inspector zu einem sehr komplexen und zugleich überragenden Bluff aus, denn, dass das Schloss ausgetauscht wurde, verändert an der Situation überhaupt nichts!!!

Hier möchte ich anknüpfen.
Das ist schon ein wichtiger Punkt. Wäre das Schloss von Mallory nicht ausgetauscht worden, hätte ja der passende Schlüssel in Mallorys Büro gelegen. Dann hätte es keinen Verdachtsmoment gegen Greenleaf gegeben. Der passende Schlüssel hätte den Eindruck erweckt, jemand wolle einen unschuldigen Greenleaf belasten. Sein Plan wäre in diesem Punkt aufgegangen.
Dann hätte man auch nicht schlüssig klären können, wie Kane in das Büro gekommen ist, es wäre dann ja egal.

Wenn das Schloss nicht ausgewechselt worden wäre, wäre Kane planmäßig mit dem Schlüssel, den er von Greenleaf erhalten hat, in das Büro gekommen, daher nochmal: Dass die Tür offen stand und dass das Schloss ausgetauscht wurde, gleicht sich quasie aus. Den Austausch des Schlosses nutzt Columbo aber für seinen Bluff, auf den der Mörder hereinfällt, indem er nachträglich an der "Schlüsselsituation" :D etwas ändert (Anfertigen eines neuen (vermeintlich) passenden Schlüssels, den er anschließend bei Kane deponiert).
sagittarius hat geschrieben:Der falsche Schlüssel zeigt Greenleaf an, dass er einen Fehler gemacht hat, und dass sein Plan in Gefahr ist. Auch Greenleaf müsste sich fragen, wie Kane in Mallorys Büro gekommen ist.

Da der Mörder unbemerkt eingedrungen ist, muss Columbo annehmen, dass der Mörder entweder einen zweiten und passenden Schlüssel besaß oder die Tür offen stand. Hier wird das Ganze aber undurchsichtig. Kane hat angeblich Greenleafs Auto aufgebrochen und den Schlüssel zu Mallorys Büro entwendet. Kane als Alleintäter müsste glauben, dass es der richtige Schlüssel ist. Wieso sollte er also einen zweiten (und passenden) Schlüssel besitzen? Und wieso sollte er diesen nach dem Mord bei sich zu Hause aufbewahren,


Greenleaf will mit dem Unterjubeln dieses Schlüssels Kanes Anwesenheit am Tatort beweisen. Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit, dass Kane den Schlüssel bereits vernichtet hat. Dies ist aber längst nicht zwingend.
sagittarius hat geschrieben:[...]nachdem er den nicht passenden Schlüssel in Mallorys Büro liegen ließ?

Kevin hat geschrieben:Dass es nun keinen Sinn mehr ergab, diesen ersten Schlüssel am Tatort zurückzulassen, übersieht Greenleaf.

sagittarius hat geschrieben:Columbo hat Greenleaf schon in Verdacht. Er will ihn veranlassen, sich zu verraten. Columbo muss etwas Plausibles von sich geben, was Greenleaf überzeugt, in Columbos Falle zu gehen, nämlich einen Schlüssel zum aktuellen Schloss von Mallorys Büro in Kanes Wohnung zu deponieren. Columbo gibt hier ein unbegründetes Argument, von dem er hofft, dass Greenleaf ihn nicht durchschaut.

Greenleaf weiß natürlich, dass Kane keinen zweiten Schlüssel besitzt. Er glaubt, dass Columbos Auskunft zum zweiten Schlüssel das Ergebnis polizeilicher Arbeit ist. Dabei bleibt Greenleaf auch, als er von Kane persönlich erfährt, dass die Tür offen stand. Das weiß Columbo ja nicht! Also lässt er den Schlüssel zum dritten Schloss, den er für einen Schlüssel zum zweiten Schloss hält, in Kanes Wohnung zurück und leistet sich so die eine Hälfte zur Überführung.

Am Schluss erkennt Columbo anhand der Geräusche einer Jalousie, dass die Tür zu Mallorys Büro offen gestanden haben muss. Damit ist klar, dass Kane keinen Schlüssel zum Büro bei sich haben dürfte, schon gar nicht einen zum von Columbo eingebauten dritten Schloss. Das ist ein zusätzlicher Belastungspunkt gegen Greenleaf.


Man muss noch sagen: Greenleafs sicheres Alibi in einer Zelle beweist nicht seine Unschuld. Er kann ja auch ein Auftragsmörder sein. In diesem Fall hat der Auftraggeber sinnigerweise immer ein sicheres Alibi.

Ich will noch anmerken, dass ich diesen Columbo immer mehr schätze. Heute würde ich wohl volle fünf Punkte geben.

Das freut mich sehr :)

Sehr schön beschrieben, sagittarius. Ich denke, so langsam durchschauen wir diese komplexe Story :-)
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon sagittarius » Mo, 06.08.2012 18:15


Kevin hat geschrieben:Ich freue mich immer über Feedback. Ansonsten habe ich immer den Eindruck, dass sich meine langen Texte niemand durchliest :D

Also ich lese sie mir durch und bin häufig anderer Meinung. :wink:


Kevin hat geschrieben:Wenn das Schloss nicht ausgewechselt worden wäre, wäre Kane planmäßig mit dem Schlüssel, den er von Greenleaf erhalten hat, in das Büro gekommen, daher nochmal: Dass die Tür offen stand und dass das Schloss ausgetauscht wurde, gleicht sich quasie aus. Den Austausch des Schlosses nutzt Columbo aber für seinen Bluff, auf den der Mörder hereinfällt, indem er nachträglich an der "Schlüsselsituation" :D etwas ändert (Anfertigen eines neuen (vermeintlich) passenden Schlüssels, den er anschließend bei Kane deponiert).


Es ist aber schon ein Unterschied, ob der Schlüssel zum Büro passt oder nicht. Im zweiten Fall macht man sich ja mehr Gedanken bei der Rekonstruktion des Mordes. Der falsche Schlüssel dient also dazu, Columbos Gehirn arbeiten zu lassen.

Es ist zweimal etwas Dummes passiert:
1. Greenleaf gibt dem Killer Kane einen Schlüssel, der nicht zum Büro passt, oder nach Greenleafs Plan stiehlt Kane aus Greenleafs Auto einen Schlüssel, der aber nicht passt.
2. Eigentlich kommt Kane gar nicht in Mallorys Büro, der Mord findet nicht statt. Nur steht die Tür offen. Dumm für Mallory!

Nehmen wir an, Columbo hätte zu Beginn herausgefunden, dass die Tür zum Büro offen war. Dann hätte es für Columbo keinen Verdachtsmoment mehr geben können, was den Schlüssel angeht. Diesen Punkt hast du offenbar herausgearbeitet. Dann hätte ich gerne gewusst, wie Columbo weiter vorgegangen wäre. Vielleicht genau so, aber er hätte dann andere Indizien haben müssen, die einen Verdacht gegen Greenleaf ergeben.
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon Tiktaalik » Mo, 06.08.2012 19:03


sagittarius hat geschrieben:
Kevin hat geschrieben:Ich freue mich immer über Feedback. Ansonsten habe ich immer den Eindruck, dass sich meine langen Texte niemand durchliest :D

Also ich lese sie mir durch und bin häufig anderer Meinung. :wink:

Kein Problem :)

sagittarius hat geschrieben:
Kevin hat geschrieben:Wenn das Schloss nicht ausgewechselt worden wäre, wäre Kane planmäßig mit dem Schlüssel, den er von Greenleaf erhalten hat, in das Büro gekommen, daher nochmal: Dass die Tür offen stand und dass das Schloss ausgetauscht wurde, gleicht sich quasie aus. Den Austausch des Schlosses nutzt Columbo aber für seinen Bluff, auf den der Mörder hereinfällt, indem er nachträglich an der "Schlüsselsituation" :D etwas ändert (Anfertigen eines neuen (vermeintlich) passenden Schlüssels, den er anschließend bei Kane deponiert).


Es ist aber schon ein Unterschied, ob der Schlüssel zum Büro passt oder nicht. Im zweiten Fall macht man sich ja mehr Gedanken bei der Rekonstruktion des Mordes. Der falsche Schlüssel dient also dazu, Columbos Gehirn arbeiten zu lassen.

Richtig.
sagittarius hat geschrieben:Es ist zweimal etwas Dummes passiert:
1. Greenleaf gibt dem Killer Kane einen Schlüssel, der nicht zum Büro passt, oder nach Greenleafs Plan stiehlt Kane aus Greenleafs Auto einen Schlüssel, der aber nicht passt.
2. Eigentlich kommt Kane gar nicht in Mallorys Büro, der Mord findet nicht statt. Nur steht die Tür offen. Dumm für Mallory!

Nehmen wir an, Columbo hätte zu Beginn herausgefunden, dass die Tür zum Büro offen war. Dann hätte es für Columbo keinen Verdachtsmoment mehr geben können, was den Schlüssel angeht. Diesen Punkt hast du offenbar herausgearbeitet.

Ich bin mir sogar sicher, dass Columbo sehr schnell klar wurde, dass die Tür offen war, denn: Sein Satz zu Greenleaf, mit dem er ihm die Falle stellt (Derjenige, der den richtigen Schlüssel hat, ist der Mörder), ergibt keinen Sinn. Wieso sollte der Mörder das Schloss mit dem richtigen Schlüssel aufschließen und dann einen falschen Schlüssel zurücklassen? Folglich musste der Inspektor, als er diesen Satz zu Greenleaf sagte, bereits gewusst haben, dass die Tür offen stand. Auch musste er bereits gewusst oder zumindest geahnt haben, dass Greenleaf etwas mit der Sache zu tun hatte. Ansonsten hätte es keinen Sinn ergeben, ihm eine Falle zu stellen.
sagittarius hat geschrieben:Dann hätte ich gerne gewusst, wie Columbo weiter vorgegangen wäre. Vielleicht genau so, aber er hätte dann andere Indizien haben müssen, die einen Verdacht gegen Greenleaf ergeben.

Deine letzten drei Zeilen sind damit bereits geklärt :)


Klasse, wie man mit dir so intensiv über eine Folge diskutieren kann! Das macht richtig Spaß :)
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon MrGrady » Mi, 02.01.2013 21:22


"Schreib oder stirb" zählt ebenfalls zu den Folgen, die ich vor 20 Jahren schon einmal auf RTL gesehen habe. Wirklich erinnern konnte ich mich aber nur an die Sprengstoffszenen zu Beginn und an den charismatischen Mörder Jack Cassidy. Beim erneuten Ansehen der Episode wurde mir leider auch klar, warum ich das Ende vergessen hatte: Die Handlung wird nach zwei Dritteln des Films immer schwächer, weshalb ich zum Schluss auch nicht mehr die Höchstwertung vergeben kann.

Planung und Inszenierung des ersten Mords gefallen mir hingegen sehr gut. Einen Auftragskiller zu engagieren, fand ich eine nette Abwechslung. Auch die Art und Weise, wie sich Cassidy selbst verdächtig macht, weil er ja ein Alibi hat, war unterhaltsam. Sein Schauspiel als überheblicher Verleger und als betrunkener Rüpel ist wirklich fabelhaft und hat bei mir buchstäblich bleibenden Eindruck hinterlassen. Nicht zuletzt möchte ich die Idee mit den falschen Schlüsseln lobend erwähnen - von Columbo einfach genial gemacht.

Gestört haben mich der zweite Mord und die Aufklärung am Ende der Folge. Bei der Tötung von Eddie Kane beschafft sich Greenleaf kein Alibi, verwendet leicht nachweisbare K.o.-Tropfen zur Betäubung und hinterlässt sogar Zigarettenasche am Tatort. Die gesammelte Schlampigkeit interessiert allerdings niemanden, weil der zweite Mord bei Columbo ja meistens nur eine kurze dramaturgische Rolle einnimmt. Die für meine Begriffe eher schwache Überführung hätten sich die Drehbuchautoren schenken können, wenn sie den zweiten Mord einfach etwas besser in die Handlung integriert hätten.

Eher unglücklich ist zudem auch wieder der deutsche Titel der Folge: "Schreib oder stirb" erzeugt bei mir den Eindruck, Greenleaf habe sein Opfer zum Schreiben zwingen wollen. Das trifft allerdings nicht so ganz den Kern der Sache. Die englische Redewendung "Publish or perish" lässt hingegen Raum für mehrere Deutungen. "Veröffentliche oder krepiere" meint zum einen den Veröffentlichungsdruck, dem Autoren und Verleger unterliegen. Daneben lässt es sich natürlich auch auf das Verhältnis Mörder-Opfer beziehen. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass bei der Übersetzung die wohlklingende Alliteration unbedingt erhalten bleiben sollte und dafür der Sinn geopfert wurde.

Ergebnis: 4 Punkte für eine in den Ansätzen sehr gute Folge.
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon zimtspinne » Di, 08.01.2013 18:50


Warum um Himmels Willen musste Greenleaf so übertreiben und eine Tatwaffe mit seinen Fingerabdrücken hinterlassen?
Das macht das Alibi doch sinnlos, da sofort der Verdacht eines Auftragsmordes aufkommt oder ein anderer ihn belasten möchte, was in beiden Fällen Greenleaf in den Mittelpunkt der Ermittlungen rückt. Nicht genug damit, er beschuldigt sich auch noch selbst. Der muss größenwahnsinnig sein. Cassidy verkörpert diesen Mörder hervorragend. Sein teuflisches Grinsen beim Bombenzünden ist doch immer wieder zauberhaft :wink:

Der Mörder-Leichtsinn kennt hier einfach keine Grenzen. Das wird nochmal beim Mord an Kane deutlich. Greenleaf hat von Bomben keinen Schimmer, traut es sich aber zu, die Bude samt Kane in die Luft zu jagen und dabei das Manuskript überleben zu lassen.

Bei dieser ganzen Aktion ging es ja noch nicht mal um etwas, außer um Rache und Vergeltung. Da wäre es sinnvoller gewesen, sich das Manuskript des neuen Buches zu klauen und beim Friseur auszuhängen. Diese Rachsucht passt natürlich zum Charakter des Mörders.
Ein bisschen kann ich ihn sogar verstehen - ich finde die Verleger allesamt nicht wirklich sympathisch. Selbstgerechte, von sich eingenomme Snobs!

Ich gebe zu, ich schaue diese Folge hauptsächlich Cassidys wegen ganz gerne. Seine Ralf und Ralfine-Attacken sind ohne Zweifel der Höhepunkt. Mal ein Mann bei Columbo, der alkohol-ausfällig wird; sonst sind es ja immer die Damen.
Ansonsten ist das doch eine recht dünne story, dünnes Motiv und überhaupt passiert da nicht sonderlich viel.
Im echten Leben hätte der Auftragsmörder den Schlüssel natürlich sofort verschwinden lassen und sich nicht an seinen Schlüsselbund gehängt. :?
Noch eine nicht ganz wasserdichte Sache: Als langjähriger Verleger sollte Greenleaf wissen, dass die Enden von Romanen gerne nochmal geändert werden. Da Greenleaf ständig mit Kopien des Buches versorgt wurde, hätte er außerdem doch merken müssen, dass es plötzlich ein neues Ende gab. Das vorherige Ende wurde ja auf Anraten des Filmproduzenten geändert, da gehe ich davon aus, dass es nicht nur im Kopf des Autors war sondern bereits auch schon geschrieben wurde.
Außerdem ist das ein Widerspruch zur Aussage, der Autor würde niemals seine Bücher mit irgendwem besprechen.

Was mir gefiel: Columbo ist in einem edlen Restaurant, und was bestellt er? Ketchup, Cracker und Salzstangen. Und sein Chili natürlich. Dazu der köstliche Blick des Kellners. Da merke ich doch, dass ich in Essensdingen anders ticke als der konservative Inspektor. Ich hätte die Mandelforelle genommen, mjam.
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon ChryZ » Mo, 08.12.2014 10:59


Als ich gestern diese DVD einlegte, wunderte ich mich doch sehr: Ich konnte mich nicht erinnern, diese Folge jemals gesehen zu haben. ?-/ Aber im Jahr 2014 mal eine "neue" Columbofolge zu sehen, ist ja auch was Tolles. :wink:

Nun zur Bewertung:
Ich finde, dass dies einer der komplexesten Columbo's ist. Wird eigentlich nur noch von "Der alte Mann und der Tod" übertroffen.

Im Grundsatz ist der Mord natürlich perfekt konstruiert. Würde der Schlüssel tatsächlich ins Schloss passen, dann wäre es wohl tatsächlich wasserdicht. Aber auch so hätte es durchaus dafür sprechen können, dass der Mörder versucht hat, Greenleaf den Mord in die Schuhe zu schieben. Schließlich hat der Mörder ja auch die Tatwaffe am Tatort liegen lassen.

Es ist jedoch nicht wirklich nachvollziehbar, warum Greenleaf - spätestens als er weiß, dass die Tür offen stand - versucht, Kane den Schlüssel unterzujubeln. Eigentlich kann ihm das ja egal sein, der Bluff hat ja schon funktioniert! Aber Greenleaf begeht ja nicht nur diesen Fehler, er muss ja unbedingt noch das Manuskript mit dem neuen Ende anfertigen. Klar, in diesen Momenten sind ihm die Fehler natürlich nicht bewusst. Dennoch sollte ihm klar sein, dass er an gewissen Punkten über das Ziel hinausschießt.

Unabhängig davon von ich die Folge sehr interessant und vergebe 4 von 5 Punkten.
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon smeagol » Di, 05.06.2018 14:57


Eine sehr interessante Folge, die keine Langweile aufkommen lässt. Es gibt hier einige interessante Punkte und Wendungen. So belastet sich der Täter selbst stark, schützt sich aber wiederum mit einem wasserfesten Alibi. Columbo und Riley Greenleaf bieten sich darauf ein wahres Feuerwerk an Clevernes und Fallen. Zu der Story ist schon viel gesagt. Für mich herauszuheben ist sicher Columbos Trick mit dem Schloss. Da bleibt dem Täter tatsächlich nur noch das Maul offen, als er erfährt, dass Columbo nach der Tat das Schloss nochmals hat wechseln lassen..

Schauspielerisch ist dies auf herrvorragendem Niveau. Jack Cassidy ist sensationell. Und auch der fanatische Bombenbauer ist vom Besten, ihm nimmt man seine Rolle und den Typ sofort ab. Ein besonderes Lob gilt auch dem Drehbuch sowie der Regie. So eine durchdachte, intelligente Story muss auch erst mal ausgedacht und umgesetzt sein. Zudem gefallen mir die eingesetzten Mittel (Splitscreen, Standbild) sehr gut.

Alles in Allem ist diese Folge für mich allemal eine Topwertung, 5 Punkte, wert. Allein Columbos Agieren macht schon wahnsinnig Spass, sicher einer der besten kreierten Folgen. Ein paar Sachen habe ich aber dann doch noch anzumerken:
Die Schloss Falle ist einfach nur genial, allerdings scheint mir Greenleaf hier klar ein Fehler zu machen. Zwar konnte der ursprüngliche Schlüssel nicht passen, die Tat wurde aber trotzdem korrekt ausgeführt. Ob der Täter nun mit dem Schlüssel eindringt, durchs Fenster steigt oder wie hier, die Türe bereits offen stand, kann ihm ja schlussendlich egal sein. Im Gegenteil würde es so ja zu seiner Geschichte (Täter belastet Greenleaf diletantisch) bestens passen. Dass Riley Greenleaf dann einen Schlüssel anfertigen lässt und diesen beim "Täter" hinterlegt ist für mich gänzlich unsinnig. Was sollte dies überhaupt bezwecken? Schlussendlich könnte ich mir das so Vorstellen: Das Drehbuch wurde von der Idee bis zur Umsetzung sicher an vielem Punkten verändert. Eventuell war erst eine funktionierende Story, welche durch umbauten dann eben nicht mehr so kongruent war. Die geniale Türschloss Falle von Columbo wollte man aber auf jeden Fall beibehalten, weswegen man da zu einem nicht ganz zufriedenstellenden Kompromiss gegriffen hat.
Der Fall löst sich mehr durch Zufälle. Nämlich, dass das Opfer bereits vorgängig das Schloss ausgewechselt hat und dass das Ende des übermittelten Romans nicht mit der aktuellen Fassung übereinstimmt. Ich hätte mir gewünscht, dass Columbos Fallen mehr zur Lösung führen als Inspektor Zufall.
Andererseits gibt sich für mich die Frage: Wären diese Zufälle nicht gewesen, wäre dies eventuell der einzige Fall gewesen, wo es dem Täter gelungen wäre, Columbo zu überlisten? Es sieht fast danach aus..
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon Tiktaalik » Do, 30.08.2018 05:57


smeagol hat geschrieben:Dass Riley Greenleaf dann einen Schlüssel anfertigen lässt und diesen beim "Täter" hinterlegt ist für mich gänzlich unsinnig. Was sollte dies überhaupt bezwecken?

Erstmal vorab: Du schreibst sehr gute Bewertungen, die ich mich sehr gerne durchlese :-)

Nun aber zum obigen Zitat:
Vielleicht kann ich dir eine Erklärung liefern. Columbo sagt zu Greenleaf, dass er, wenn er den Schlüssel findet, er auch den Mörder hat. In diese Falle tappt Greenleaf sorglos rein, da er vermutlich gar nicht damit rechnet, dass Columbo ihn verdächtigt und daher über diese Aussage gar nicht so genau nachdenkt.
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon smeagol » Fr, 31.08.2018 13:50


Tiktaalik hat geschrieben:Vielleicht kann ich dir eine Erklärung liefern. Columbo sagt zu Greenleaf, dass er, wenn er den Schlüssel findet, er auch den Mörder hat. In diese Falle tappt Greenleaf sorglos rein, da er vermutlich gar nicht damit rechnet, dass Columbo ihn verdächtigt und daher über diese Aussage gar nicht so genau nachdenkt.


Ja, da hast du wohl recht. Wenn ich so nachdenke, funktioniert dieser Trick bei Columbo erstaunlich oft und gut. Etwa auch in "Traumschiff". Columbo braucht nur aufgesetzt zu erwähnen, dass er bloss noch das oder jenes finden müsse und dann sei der Fall für ihn erledigt. Dies kann noch so unlogisch, nicht nötig etc. sein, die Täter stürzen sich danach regelrecht darauf, diesen "Wunsch" noch zu erfüllen und rasseln so auf direktestem Weg in Columbos Falle. Wahrscheinlich sind die Täter zu dem Zeitpunkt schon so von Columbos ständiger Präsenz und Fragerei weichgeklopft, dass sie einfach alles machen, damit dieser nur endlich weg gehe :D
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon Patrick_B » Do, 14.02.2019 21:52


Dies ist ein sehr interessanter Fall, der mal wieder eine Neuigkeit in das Columbo-Universum einführt: Der Auftragsmord. Ich mochte den Setup sehr gerne: Greenleaf lässt seinen abtrünnigen Schreiberling ermorden, legt falsche Spuren auf sich selbst und inszeniert ein wasserdichtes Alibi. Später ermordet er den Mörder eigenhändig, um die losen Fäden zu verbinden - und um sein sehr spezielles und vermutlich höchst illegales Buch nicht veröffentlichen zu müssen.

Der zweite Mord ist es dann auch, der mir Sorgen bereitet. Der ganze Teil mit dem Manuskript und dem Schlüssel erscheint mir unnötig. Wenn Kane einfach nur so stirbt, macht das keinen Unterschied für den Mörder - es gibt nur die eigens gelegten Spuren zu Greenleaf und das Wissen um seine Mordbeteiligung stirbt mit Kane. Zuerst dachte ich ja, dass er das braucht um Mallory des Plagiats zu beschuldigen und die Rechte am Buch einzusacken - aber er hatte ja auch keine Rechte an Kanes angeblichem Buch erworben.

Was mir gefallen hat, sind die schauspielerischen Leistungen der beiden Mörder. Cassidy ist sowieso über jeden Zweifel erhaben (und den Trunkenbold hat er aufgrund seiner leider vorhandenen eigenen Problemen sehr gut drauf) und auch John Chandler mochte ich gerne. Mir gefällt diesen ernsten Army-Veteran, der geradezu kindliche Freude empfindet, wenn es um Sprengstoff und sein Buch geht. Die Interaktionen zwischen Columbo und Greenleaf sind gut.

Die Auflösung war eher mittel. Sie hat zwar keinen Knalleffekt und birgt keinen eindeutigen Beweis, aber trotzdem bringt sie Greenleaf in starke Erklärungsnöte. Irgendwas stört mich aber an der Manuskript-Sache, kann aber nicht den Finger drauflegen. Was ich wohl verpasst habe, ist wo Greenleaf den Schlüssel für das neue Schloss her hat.

Alles in allem eine unterhaltsame Folge, der aber der gewisse Funken Genialität fehlt, um in die höchsten Ränge aufzusteigen. Ich gebe knappe vier Punkte.
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon Columbologe » Fr, 15.02.2019 09:56


@Patrick_B Den Schlüssel für das neue Schloss hat Greenleaf durch seine guten Verbindungen bekommen. Wir hören, wie er mit jemandem telefoniert und ihn darum bittet, Greenleaf noch am selben Tag den Schlüssel zu einer bestimmten Tür des Bürogebäudes zu besorgen, direkt nachdem Columbo ihm sagte, dass er die Person finden müsse, die den Schlüssel zur neuen Tür besitzt.
Greenleaf musste doch dafür sorgen, dass es plausibel erscheint, dass Kane Greenleaf belasten wollte, und dazu brauchte er durchaus das Manuskript und das Märchen vom Plagiat, das Greenleaf Columbo als Motiv für das abgekartete Spiel präsentiert. Das ist ein quasi zu perfekter Mord: Der Mörder belastet sich absichtlich selbst, wissend, dass er später seine Unschuld beweisen können wird. Danach würde ihn niemand mehr wagen zu beschuldigen. Und der Clou mit dem nicht passenden Schlüssel gehört (auch wenn er ein bisschen bei Hitchcock's "Dial M for Murder" abgeschaut ist) zu den genialsten Einfällen eines Columbo-Drehbuchautoren. Mit diesem Schlüssel und dem unmöglichen Plagiat fällt Greenleafs Kartenhaus aus Lügen in sich zusammen. Dass er danach aufgibt, ist nur allzu vernünftig.
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Re: Bewertet: "Schreib oder stirb"

Beitragvon Patrick_B » Mi, 20.02.2019 22:32


Die Szene mit dem Schlüssel hab ich echt komplett verpasst. Trotzdem, ich finde Greenleaf überplant diesen Mord komplett, hier hätten es zwei Layer weniger auch getan. Das will ich dem Film gar nicht vorwerfen, das ergibt sich aus dem Charakter des Mörders. Mordende Kontrollfreaks sind wir ja gewohnt, aber Greenleaf sticht heraus. Dass das am Ende direkt zur Überführung beiträgt ist nur konsequent.
Patrick_B
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