Bewertet: "Mord im Bistro"

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Wie bewertet ihr "Mord im Bistro" ?

1/5 schlecht
3
6%
2/5 passabel / "na ja"
18
37%
3/5 gut
14
29%
4/5 sehr gut
9
18%
5/5 überragend
5
10%
 
Abstimmungen insgesamt : 49

Re: Bewertet: "Mord im Bistro"

Beitragvon Magnum86 » Do, 17.11.2016 13:22


Mich hat die Folge recht gut unterhalten. 3 gute Punkte!
William gefällt mir hier viel besser als bei Todesschüsse...mit Adam West Batman Synchronstimme :o Überhaupt ist mir hier seine Rolle recht sympathisch und das Opfer hingegen alles andere als das.
Gibt auch einige schöne witzige Columbo Momente welche diese Episode doch amüsant machen. Türe die sich nicht öffnen lässt, Columbo als Lucerne und Columbo einmal mehr an einem Filmset :o
Auch wenn William einen grossen Teil der Screentime beansprucht, so finde ich doch das Falk sehr spielfreudig agiert in dieser Episode. Es herrschte eine schöne Chemie zwischen William und Peter.
Nicht die beste Folge natürlich aber trotzdem eine welche ich gewissen anderen Folgen vorziehe.
Frage mich nur noch ob Lucerne seinen Namen von der Schweizer Stadt Luzern wegen erhalten hat ?-/ :-))
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Re: Bewertet: "Mord im Bistro"

Beitragvon MrGrady » Di, 21.08.2018 00:35


Nachdem ich diese Folge heute zum ersten Mal auf Englisch gesehen habe, muss ich meine alte Bewertung revidieren. Der Plot ist gar nicht so unsinnig, wie er im Deutschen wirkt. Im Englischen wird relativ deutlich, dass Fowler Columbo immer nur die Ermittlungsergebnisse präsentiert, die der Inspektor ohnehin selbst schon im Kopf hat. Das alles folgt dem Ziel, ihn am Ende auf eine falsche Fährte zu locken und den Ehemann als Verdächtigen zu inszenieren. Doch Columbo durchschaut diesen Plan und überführt Fowler mit den Fingerabdrücken auf den Patronen. Leider kommt es in der deutschen Übersetzung so rüber, als ob Fowler einfach nur planlos sich selbst belastet und sich ohne Not ans Messer liefert. Ich kann jedem nur empfehlen, die Folge mal im Original anzusehen. Das wertet sie deutlich auf.
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Re: Bewertet: "Mord im Bistro"

Beitragvon smeagol » Mo, 11.02.2019 16:04


Das ist mal so eine Folge, die irgendwie nicht so zünden will. Soll man nun mit dem Ward Fowler mitleid haben, da er von der Produzentin so drunter kommt? Irgendwie ja, aber irgendwie auch nicht. Ein preisegewinnender Schauspieler könnte auch zu was neuem aufbrechen. Er aber ist fast die personifizierte Figur des Inspektor Lucerne und kommt wohl selbst nicht aus diesem Engagement raus (können wir hier übrigens gewisse Parallelen zu Peter Falk mit der Figur Columbo entdecken? - meiner Meinung das Interessanteste an dieser Folge).
Die Tat Fowlers ist dann auch nicht nur ein Beenden dieser Situation, sondern ein lang aufgestauter Racheakt.

Die Tat ist an sich gut geplant. Fowlers Kollege wird mit einem Drink betäubt, nach der Tat spielt Fowler die Aufnahme des Spiels im Fernseher ab, so dass der nun kurz aufgewachte Kollege das Gefühl hat, nur ein paar Minuten weggedöst zu sein. Dabei stellt Fowler dessen Uhr auch jeweils richtig um. Hier sind dann aber auch die Fehler zu finden. Dass man nach einem Glas Whiskey ausser gefecht gesetzt ist, das glaubt nun wirklich niemand. Und es zeigt sich, dass heimlich fremde Uhren umstellen etwas ist, was sofort gemerkt wird, wenn es nicht wirklich exakt gemacht wird. Auch mir würde sofort auffallen, wenn die Uhr auch nur irgendwelche zwei Minute unterschiedlich läuft.

Ward Fowler bekommt nun nach und nach immer mehr Lust, als Inspektor Lucern am Fall mitzuarbeiten. Das gipfelt dazu, dass er sich selbst durch Inspektor Lucerne direkt verdächtigt. Natürlich macht er das alles in der Vorstellung, dass er ja ein Wasserdichtes Alibi hat. Diese Konstellation, sich selbst bewusst als Täter vorzugaukeln, in der Gewisshet eines stichfesten Alibis, das haben wir in einer anderen Episode auch schon gehabt, dort allerdings wesentlich besser umgesetzt. Das wechseln der Rolle Fowler / Inspektor Lucerne wirkt auf mich mit der Zeit etwas kindisch und hebt das Ganze nicht auf ein höheres Level.

Columbos Indizien sind hier mal so mal so. Das mit dem bewusstlos machenden Drink, das scheint ihn nicht zu stören. Das Einschussloch am Opfer, wo die Stelle in den Kleidern nicht übereinstimmt, ist für mich etwas weit hergeholt, da bei einem hektischen Fluchtversuch das Kleid durchaus verrutschen kann. Hingegen gut z.B. die Feststellung, dass an der Maske diverse Arten Schauspielerschminke dran ist. Und natürlich auch toll der Schlussbeweis mit den Fingerabdrücken auf den Platzpatronen.

Ich kann mich nicht so wirklich begeistern für die Folge, sie fällt aber auch nicht wirklich ab. So gibt es 3 Punkte.
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Re: Bewertet: "Mord im Bistro"

Beitragvon Patrick_B » Mo, 22.04.2019 20:56


Ich glaube die Bewertung dieser Folge steht und fällt damit, wie viel Toleranz man für Shatners Overacting aufbringt. Ich würde sogar die These in den Raum stellen, dass die ganze Folge genau darauf hingeschrieben wurde.

Die Folge konzentriert sich sehr stark auf das Verhältnis zwischen Fowler und Columbo - ich zähle genau eine längere Szene nach dem Mord (Alibi des Ehemanns), die keine Unterhaltung zwischen den beiden darstellt. Dabei wechselt Fowler öfters in seine Fernsehpersönlichkeit Lucerne, die mit Columbo die Beweislage analysiert. Beim "normalen" Ansehen der Folge sieht es so aus, als ob Fowler ins Schizophrene abfällt und Columbo wichtige Hinweise auf die eigene Schuld gibt. Bei genauerer Analyse zeigt sich aber, dass das nur ein Gimmick ist: Fowler/Lucerne bestätigt nur Ermittlungsergebnisse, die Columbo sowieso schon getätigt hat.

Ich hätte bevorzugt, wenn der Film ein paar dieser Ermittlungen gezeigt hätte. Entweder durch Schneiden von ein, zwei Shatner-Szenen oder einer Erweiterung auf 90 Minuten. Inhaltlich wäre das definitiv drin gewesen, wir haben jede Menge Indizien, einen interessanten Hintergrund des Täters und ein gutes Gotcha. Eventuell war das sogar mal geplant, mir sind ein paar seltsame Schnitte bei Szenenwechseln aufgefallen.

Aber so sehen wir hauptsächlich Shatner nonstop beim Overacten zu. Das hat durchaus seinen Reiz und macht auch Spaß, aber bei so einer geballten Konzentration wird das zur Reizüberflutung. Die Folge hätte das Potential für vier oder fünf Punkte gehabt, aber so kann ich nur drei geben.
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