Die Mörder in ihren Einzelteilen

Alles rund um die Columbo-Episoden, ihr könnt Fragen stellen oder einfach nur über die verschiedenen Folgen plaudern.

Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon zimtspinne » Mo, 16.09.2013 21:38


durch Docs letzte Bewertung kam mir die Idee zu dieser Frage.

Die Mörder bei Columbo sind ja das Salz in der Suppe und die Suppe selbst. Ohne sie läuft gar nix.
Aber sie sind nicht einfach nur konturlose Abmurskerser, sie haben ein Leben vor und nach dem Mord und das wird mehr oder weniger ausgibig beleuchtet.

Hier kommt nun meine Frage ins Spiel.
Welche Mörder bzw Mörderinnen findet ihr als Gesamtpaket am glaubwürdigsten und überzeugendsten?

Es geht nicht nur um ihre Rolle als Mörder oder ihre Rolle als Columbo-Gegenspieler.
Dazu hatten wir ja schon genug Umfragen.

Wer hat euch auch im Drumherum vollkommen überzeugt und mitgerissen?
Und weil es sicher auf dieser Liste ziemlich viele Namen gibt, interessiert mich auch das andere Ende.... wen findet ihr als Gesamtwerk am schlechtesten/unglaubwürdigsten?

Ich fang mal mit schlecht an:

Creighton ist wirklich eine Gesamtkatastrophe.
Als gehörnter alternder Mann ist er noch einigermaßen glaubhaft. Auch der Privatdetektiv passt in sein Muster.
Ab Mordplan gehts aber leider total abwärts mit ihm.
Er pfuscht rum, ist unaufmerksam, hat schlechte Menschenkenntnis (in Bezug auf seine Geschäftspartnerin) und mit diesem Arsenal an Eigenschaften kabarettiert er auch noch als Staranwalt im Gerichtssaal herum.
Definitiv für mich der unglaubwürdigste Beruf eines Mörders.
Definitiv der schludrigste Mord(plan), wenn man ihn in diesem Kontext betrachtet.
Wie kann ein Staranwalt nur so herumschludern?
Auch äußerlich hat er mich in dieser Rolle nicht überzeugt. Einen erfolgreichen Topanwalt stell ich mir sicherer, souveräner, dominanter, autoritärer.... größer und prächtiger vor! :wink:

über weitere besonders schlecht überzeugende Mördergesamtfiguren mach ich mir noch Gedanken.
Die überzeugenden sind ja eh klar, werde aber noch drüber nachdenken, wer für mich am stimmigsten gezeichnet ist.
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon Doc Brown » Di, 17.09.2013 17:41


Also auf die positiven gehe ich mal nicht ein, das sind einfach zu viele. Die meisten der Mörder verkörpern ihre Figur sehr gut, da finde ich es schwer, einige herauszuheben.

Zu Creighton habe ich meine Meinung schon geschrieben, bei Nelson Brenner ist der Fall ähnlich. Der versprüht mir auch zu wenig Autorität und Charisma für die Figur eines Agenten.

Auch Alex Benedict steht meiner Meinung nach klar im Schatten von Findlay Crawford, der meinem Bild eines Dirigenten deutlich näherkommt als Benedict. Mit einem Dirigenten verbinde ich in erster Linie Emotionalität und Leidenschaft zur Musik, beides kann Crawford deutlich besser verkörpern als Benedict, der ein Langweiler aller erster Güte ist. Okay, das ist jetzt vielleicht sehr stereotypisch gedacht, aber ich sehe Crawford wesentlich lieber als Benedict. Wenn Columbo in seiner vorletzten Folge nicht so schrecklich senil daherkommen würde, wäre das eine richtig gute Folge - u.a. dank Crawford.

Ad hoc fällt mir jetzt kein weiterer Mörder ein, der so sehr in seiner Rolle fehl am Platz ist wie die o.g. Klar gibt es noch andere langweilige, uninteressante oder nervige Mörder, aber sie verkörpern diese Rolle meist gut.
Roger Stanford fällt mir da als Namen ein. Ich sehe ihn gar nicht gerne, er benimmt sich infantil und nervt, aber es passt zu seiner Figur. Beruf: Sohn. Nie Verantwortung getragen, sich nichts erarbeiten müssen usw. Das passt. Kein sympathischer Mörder, aber seine Figur ist stimmig.
Döp döp döp de de döp döp döp
(H.P. Baxxter)
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon zimtspinne » Di, 17.09.2013 17:50


Benedict verkörpert den von Musik durchdrungenen Dirigenten auch meiner Ansicht nach nicht überzeugend genug.

Wayne Jennings muss auch noch genannt werden. Kaum vorstellbar, dass das ein Typ sein soll, auf den die Frauen mit Klasse abfahren.

Auf meiner Negativ-Liste steht auch noch Jarvis ganz oben, der einen feinfühligen Orchideenliebhaber mit dem Charme eines Pestizids verkörpert. Da ist null Liebe und Hingabe an die zarten Pflänzchen spürbar, diese Leidenschaft nehme ich ihm keine Sekunde ab. Bestenfalls hält er das Grünzeug als Statussymbol. Kommt ja auch durch, als er die Preise seiner Orchideen nennt.
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon Mr. Brimmer » Di, 17.09.2013 17:58


Da ich kürzlich " Todessymphonie " angesehen habe, fällt mir
Oliver Brandt als allererstes ein.
Das finde ich schon recht glaubwürdig, besonders wenn er am Ende erzählt,
dass er es immer schwer damit hatte " hochintelligent " zu sein.
Zu seinem Charakter und der Intelligenz passt auch der mehr als nötig
durchdachte und dazu viel zu verspielt gewordene Mordablauf.
Auch seine Frau passt irgendwie ins Bild das man sich von Brandt selbst macht.
Dazu kommt noch, dass er selbst nach seiner Überführung eher müde wirkt
anstatt große Emotionen zu zeigen und Columbo sogar noch nen Intelligenztest
aufs Auge drücken will.
Und natürlich kann er es nicht auf sich sitzen lassen das Columbo den Clubchef
Danzinger lobt für dessen vermeintliche Auflösung des Mordes..das geht Brandt
so gegen den Strich dass er alles korrekt auflösen muss....
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon zimtspinne » Di, 17.09.2013 18:41


uff Brimmer, da wir grad mitten im Negativ-Modus waren, dacht ich, du packst dort jetzt Oliver Brandt hin :*-(

Der gehört für mich auch zu den Besten, was das Mörder-Gesamtbild angeht.
Zusammen mit Rumford und Carsini, nicht zuletzt, weil alle drei ein etwas tragisches, melancholisches flair umgibt (ohne je tränendrüsig zu werden), das ich sehr mag. Gerade in der Columboreihe; da dort ja die hartgesottenen Mörder dominieren, ohne Reuegefühle und oft auch ohne ernsthafte Motivlage (wenn ich da nur an Danzinger denke zB.).
Die Wechselwirkung mit ihrer Umwelt ist bei den dreien auch ganz toll gelungen, finde ich.
Dadurch kann ich auch sehr gut mit den Figuren mitgehen, was mir bei etlichen anderen, auch sehr gut gezeichneten Mördern doch nicht so gelingt, weil einfach der tragische und stimmige rote Faden fehlt.

Die o.g. stehen noch vor Santini, Mayfield und Lamarr, die ich aus anderen Gründen Klasse finde.
Wie gut, dass es so viele verschiedene Mördertypen bei Columbo gibt!


noch ne kleine Anmerkung zu Devlin, mit der ich wahrscheinlich nicht eure Zustimmung finde.

Insgesamt ist Devlin wunderbar unterhaltsam, das täuscht für mich aber etwas darüber hinweg, dass er als Waffenagent und Rebell nicht so richtig überzeugt.
Klar, ihre Passion sieht man Massenmördern oft nicht an.... dennoch ist er mir insgesamt zu jungehaft und lustig gezeichnet, da fehlt die dunkle Seite. Die hätte ruhig mal hier und da durchblitzen können.
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon Devlin » Di, 17.09.2013 18:59


Oliver Brandt gefällt mir auch sehr gut was seine tragische glaubwürdigkeit betrifft.
Ebenso ein Adrian Carsini, der sein Erbe und seine Passion wie ein Löwe verteidigt und doch immer kultiviert ist.
Ruth Lytton fällt mir auch noch spontan ein. Sie strahlt für mich eine sehr grosse und glaubwürdige Melancholie aus. Sie steckte immer wieder Rückschläge und Enttäuschungen weg und kämpfte weiter. Sie hält ebenso überzeugend an dem fest was sie liebt, und sie nicht enttäuschen wird.

Ja, Devlin hätte ruhig etwas dunkler sein dürfen, wenn man bedenkt dass er im Herzen ein Rebell und in Wahrheit ein Waffenschieber war. Seine dunkle Seite kommt nur manchmal in seinen Blicken zum Vorschein. Aber es ist auch eine perfekte Maske. Der fröhliche und trinkfeste Ire, dessen Charme und Wortwitz so verzaubern, was kann denn da schon Böses dahinter stecken...
Zuletzt geändert von Devlin am Di, 17.09.2013 20:08, insgesamt 1-mal geändert.
So weit ____ und nicht weiter!
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon Mr. Brimmer » Di, 17.09.2013 20:06


Stimmt. Carsini passt auch voll. Obwohl ich nicht weis
wie sonst fanatische Weinliebhaber so drauf sind, passt Carsini
für den Zuschauer schon voll auf die Rolle...fanatisch, lebt nur für das Eine...
----
Dr. Fleming fiel mir grad noch ein. Der kommt eigentlich die ganze Folge
über von Anfang bis Ende als Psychiater ( oder Psychologe ? ) :wink: rüber.
Beeinflußt damit auch seine Geliebte und durchschaut unseren Inspektor gleich.
Außerdem macht er überhaubt einen intelektuellen und überlegten Eindruck.
Fühlt sich deswegen auch überlegen und meint er kann alle anderen so rum-
manipulieren wie er will...klappt ja auch ganz gut.
---
Creighton würd ich mal abgesehen von der blödsinnigen Pappmaskennummer
gar nicht mal so schlecht sehen. Im Gericht wird halt etwas überzogen dargestellt,
es muß ja auch schnell gehen damit der Rest der Folge ins Rollen kommt....
etwas plakativ dargestellt, aber seh ich jetzt nicht so dramatisch.
---
Blake überzeugt mich nicht. Hat für mich 1. überhaupt nicht die Aura eines
übersinnlich Begabten oder Trickser...und 2. überzeugt er auch als vortäuscher dessen
überhaupt nicht. Keine Aura, kein einnehmendes Wesen....und wie er sich da
von Columbo in der Werkstätte verarschen lässt.... :oops:
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon MrGrady » Di, 17.09.2013 23:20


Also ich finde den kettenrauchenden Psychiater Collier sehr unglaubwürdig. Der ist mir als eher absurde Figur in Erinnerung geblieben, dessen Morde und Motive ich nicht nachvollziehen konnte. Das liegt aber auch am Drehbuch, das auf mich nicht rund, sondern zusammengestückelt wirkt.

Meistens empfinde ich die Mörder in schwächeren Folgen ebenfalls als eher schwach. Das färbt schon ab. Ganz grausam ist zum Beispiel auch der Psychotyp in Bluthochzeit.

Selten mag ich Folgen trotz einer eher schwachen und nicht stimmigen Mörderfigur. Als Beispiel fällt mir hier Galesko ein. Der ist mir für einen Fotografen viel zu bieder und langweilig. Ich kenne mehrere Fotografen persönlich, das sind alles kreative und eher ausgeflippte Typen. Galesko ist für mich vom Typ ein Verwaltungsbeamter.
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon Ducky » Mi, 18.09.2013 10:51


Da die "Gut"-Liste wohl zu lang werden würde, beschränke ich mich erst mal auf die "Schlecht"-Liste.
Da steht bei ir eigentlich nr ein Name: Nelson Brenner. Das war total unglaubwürdig dargestellt, der Ausflug ins 007-Milieu ist imho total daneben gegangen.
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon zimtspinne » Mi, 18.09.2013 14:08


Collier kam mir auch schon in den Sinn, wollte mir den aber nochmal durch den Kopf gehen lassen, da ich diese Folge noch nicht sehr oft gesehen habe.

Ein geschniegeltes Wiesel, das eher mit Bauernschläue und Frechheit Erfolg zu haben scheint als mit fachlicher Qualifikation. Zumindest, wenn ich diesen Flatterich mit Dr. Flemming vergleiche. Das ist doch eine ganz andere Aura, Autorität und Ausstrahlung.
Bei Colliers Anblick würde ich auf dem Absatz sofort wieder kehrtmachen, weil ich das Gefühl hätte, mich einem Scharlatan anzuvertrauen. Zum Ganovenimage passt ja auch seine Spielerei.
Ich kann mir aber vorstellen, solche Blender, die Hamilton so hervorragend verkörpert, haben tatsächlich bei vielen (Frauen speziell) Erfolg mit ihrer Masche. Gerade auch labile Charaktere fallen sicher gerne drauf rein.
Also im Prinzip finde ich ihn schon recht glaubwürdig, nicht zuletzt, weil er eben auch von Hamilton gespielt wird. Er hatte jedoch sein gegeltes Pfauengehabe später viel besser drauf, als er reifer war. Das Pfauenpotential erkennt man aber bei Collier schon ganz gut :wink:

Zu Blake kann ich nur Mr. Grady voll und ganz zustimmen.
Bei dem stimmten die Glaubwürdigkeit und Ausstrahlung ja überhaupt nicht.
Der Schauspieler konnte diese Rolle leider nicht überzeugend rüberbringen. Das ist für mich sogar fast schon eine echte Fehlbesetzung. Besonders, wenn man an das teuflische Wesen Santinis denkt....

Zu Brenner kann ich auch nur zustimmen. Ich finde allerdings, der Darsteller hat im Gegensatz zum Blake-Darsteller schon eine gewisse Ausstrahlung. Seine Wandlungsfähigkeit find ich super, leider ging es aber mit dieser Figur daneben. Woran evtl auch das ganze Drehbuch einen Anteil hatte.

Ich persönlich wurde nie mit Hayward warm. Klar, der spielt das Plappermaul von Politiker ganz hervorragend, aber er hat auch eine fahrige, nervöse Art, die mir an einem Mann so überhaupt nicht gefällt. Schwer vorstellbar, dass er so eine große Wirkung auf Frauen haben soll, wie ja mit seiner Geliebten angedeutet wurde.
Auch seine Reden als Politiker überzeugten mich nicht, ich meine sein Auftreten dabei. Mein Interesse würde dieser Typ Mensch nicht wecken, weil seine Art irgendwie sehr unfertig und ungefestigt wirkt. Ein Plapperfrosch mit wenig Überzeugungskraft und wenig Charisma.
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon martha » Do, 19.09.2013 18:42


Als Gesamtpaket am überzeugendsten bleibt für mich immer noch Colonel Rumford.
Das ist so 'ne durchgehende Besessenheit, die auch jegliche Form von Emotionalität außen vor lässt.
Die anderen Mörder variieren ja ihr Verhalten im Laufe der Folge.
Da kann man Glaubwürdigkeit schlecht einschätzen.
Da wird Columbo mal angeschrien, man biedert sich ihm an oder stellt sich wie Anders einfach dumm.
Selbst Fanatiker Carsini bietet uns ja Wutausbrüche und Abwehrmechanismen gegen weibliche Aufdringlichkeit.
Das ist alles unterhaltsam und legitim, aber möglicherweise nicht immer überzeugend.
Ganz extrem ist es für meinen Geschmack bei Leon Lamarr. Der Mann kriegt ja über die gesamte Distanz der Episode nicht einen glaubwürdigen Satz über die Lippen.
Das ist ja der Inbegriff von Heuchelei und Verlogenheit.
Colonel Rumford liefert dagegen eine durchgehende Gemütslage.
Das ist Sturheit und auch Gehorsam vor sich selbst, nämlich emotional niemals aus der Rolle zu fallen.
Selbst als er Columbo nach seinem Vornamen fragt ist das für mich eher interaktive Hilflosigkeit, aber keine durchdachte Form von Anbiederung.
Da sind keine taktischen Finessen im Spiel.
Das ist für mich echt überzeugend durchgespielt.

Eine andere Form von Glaubwürdigkeit verkörpert für mich auch Barsini.
Das ist 'ne wunderbare Charakterzeichnung eines Künstlers, der die Norm nicht zur Regel erklärt.
Das hat mir immer sehr gut gefallen.
Die Frauen laufen ihm zwar weg, aber ich trau ihm zu, dass er beim Gang durchs Dorf sofort wieder drei neue Gespielinnen an der Angel hätte.
Auch hier ist das Gesamtpaket überzeugend.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon martha » Di, 24.09.2013 17:17


Wie sieht es eigentlich mit einem glaubwürdigen Gesamtpaket aus, wenn der Alkohol mit reinspielt?
Ich denke da an Dolores.
Nüchtern betrachtet hat sie ja ihren reichen Gatten auf Asphalt gelegt und scheint ja nun einer glücklichen Zukunft mit Harold entgegenzustreben.
Das ist ja wohl eindeutig schon seit längerer Zeit derjenige, dem sie mit heißem Herzen zuprostete.
Sie weiß auch, dass Harold Geldprobleme hat und trotzdem dreht sie den Geldhahn radikal zu, obwohl es fraglos nicht um allzu hohe Summen geht.
Was folgt: Konfrontationskurs...Erpressung...Mord.
Wenn man sich mit einem Spieler einlässt sollte der Überraschungseffekt bei der reichen Geliebten eigentlich nicht allzu groß sein, wenn der sie dann anpumpen will.
Ich denke mal, dass diese Verleugnung der Realität auch mit Promille zu tun hat.
Von daher ist das Verhalten von Dolores im Rahmen ihrer Möglichkeiten für mich noch nachvollziehbar.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
"Genau gesagt:Keiner von beiden. Es war Washington."
"Hatten Sie bei dem auch einen Vornamen?"
"Martha."
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon TheArrow1987 » Mi, 10.06.2015 21:43


Ich finde Elliott Blake nicht so schlecht wie andere. Schaue grade die Folge (auf englisch). Natürlich kommt er im Vergleich mit Santini nicht gut weg. Santini hat seine Zaubertricks gut rübergebracht, Blake ist dagegen nur ein Hochstapler. Und nur wenige kommen in Columbo an Santini (oder den Schauspieler Cassidy) in Sachen Ausstrahlung und Charisma ran. Aber wenn ich Blake ansehe, spüre ich schon eine Aura. Eine böse Aura. Mit dem würde ich nichts zu tun haben wollen. Der ist ein reiner Verbrecher, und bei ihm sehe ich keine wirkliche gute charakterliche Eigenschaft. Und die Sache in Uganda wo er und Dyson im Gefängnis waren kommt auch noch hinzu.

Bei vielen Columbo-Mördern sehe ich irgendwo und irgendwann dann doch noch was wo ich sage: GANZ schlecht und böse ist er / sie doch nicht. Und wenns nur eine ganz kleine Sache ist. Blake strahlt für mich nur böses und kriminelles aus.
Ich finde nicht, dass der der Blake darstellt seine Sache schlecht macht. Zumindest in der englischen Fassung nicht. Ich müsste da mal wieder die deutsche Version ansehen, obwohl ich das meiste noch im Kopf habe, aber nur mal um nochmal genau hinzuhören und -sehen.
Und mich freut auch, dass die Episode auf der hauptseite 8 von 9 Punkten hat. So bin ich nicht der einzige der die Folge gut findet.
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon rehamann » Fr, 30.10.2015 14:09


Also positiv fallen mir da spontan recht viele ein, die von Cassidy gespielten, die von
McGoohan und auch andere weitere.
Aber am überzeugensten sind für mich so Typen wie Vivica, Janus, Freestone und Halperin und dergleichen.
Herrschsüchtig, egoistisch verfolgen sie ihre Ziele und gehen dabei sehr skrupellos vor. Ich könnte mir hier gut vorstellen das dies schon vorher so war, sie haben bestimmt schon in der Schule eiskalt alle ausgespielt um ans Ziel zu kommen und ich kann mir auch vorstellen das diese Charaktere im Knast ne tragende Rolle spielen werden.

Wer es nicht so drauf hat muss ich nochmal überlegen da fällt mir spontan nichts ein ...
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Re: Die Mörder in ihren Einzelteilen

Beitragvon Klaus » Fr, 30.10.2015 21:00


Schön, wenn hier ab und zu mal alte Wasserleichen nach oben getrieben werden, apropos, gibt's überhaupt eine Columbo-Folge mit Wasserleiche???

Ich hätte gerne mal einige Mörder-/innen in ihre Einzelteile zerlegt, um festzustellen, was in denen so unangenehm getickt hat. Schachgenie Emmet Clayton beispielsweise, der es (zugegebenermaßen offenbar nur wegen Tomlin Dudeks Erkrankung) vermutlich nur mit eiserner Disziplin bis zum Weltmeister gebracht hatte, um dann aber vor lauter Angst und Panik vor einer Niederlage gegen den wiederauferstandenen Dudek psychisch in sich zusammenzufallen und den nicht nur in seinem Albtraum bedrohlichen Rivalen aus dem Weg zu räumen.

Oder Harold van Wyck, der die Firma seiner Schwiegermutter erfolgreich gegen die Wand gefahren hatte, jedoch lange Zeit in seiner Big-Brother-Festung den Obercoolen mimte, junge Frauen mit seiner wohl doch nicht ganz so erfolgreichen 1-Euro-Uhr bzw. anderen Fähigkeiten in diversen Auswärtsspielen schwer beeindruckte, Columbos absolut logische Schlussfolgerungen bei der "Clown-im-Stuhl-Nummer" mit zumindest äußerer Coolness vom Tisch wischte, um dann aber bei seiner ebenfalls absolut wasserdichten Überführung vor seiner geschockten Ehefrau zum reinsten Nervenbündel zu mutieren.

Bestimmt gibt's noch mehr solcher Beispiele, auch bei Mörderinnen wie vielleicht bei der so erfolgreichen und fantasievollen Dr. Joan Allenby, die als Zeugin eines Schäferstündchens zwischen ihrem Geliebten und ihrer Sekretärin ebenfalls völlig die Fassung verlor, dann jedoch die coole Black Lady mimte, dabei die Männer reihenweise um den Finger wickelte, um am Ende saft- und kraftlos über ein fantasieloses Preisschild zu stolpern.

Gruß
Klaus
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