Columbos Beweise

Alles rund um die Columbo-Episoden, ihr könnt Fragen stellen oder einfach nur über die verschiedenen Folgen plaudern.

Re: Columbos Beweise

Beitragvon Mr. Brimmer » Do, 02.01.2014 18:54


Was ich auch nicht ganz verstehe ist dass Columbo den 2. Mord an
La Sanca so schlecht redet...Franklin wurde nicht mit ihr gesehen und
hinterließ auch keine Spuren...das gibt Columbo ja sogar zu..Die liebevolle
Widmung im Buch kann er ja ganz leicht damit erklären was Nettes für
einen weiblichen Fan reingeschrieben zu haben....Also ich weis nicht was
an diesem Mord schlampig gewesen sein soll.
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon Tiktaalik » Do, 02.01.2014 19:36


Ein sehr interessanter Ansatz von dir, Carsten, die Zeugenaussage von Joanna anzuzweifeln.
Joanna macht zwei wichtige Aussagen:
1. Ihr Mann hat die Bücher alleine geschrieben ---> Franklins Einnahmequelle versiegt ---> Motiv für Franklin, Ferris umzubringen, um das Geld von der Versicherung zu erhalten (um seinen teuren Lebensstandard weiterhin finanzieren zu können)
2. Ihr Mann wurde während des Telefonats mit ihr erschossen


zu 1.) Das wird man sicher beweisen können, auch wenn Franklin dies abstreitet. Jeder Schriftsteller hat zu vielen seiner Bücher Anekdoten zu erzählen, wie er genau auf seine Ideen gekommen ist. Da wird Franklin auch nicht mal eben so etwas erfinden können. Für mich ist das eine klare Sache.

zu 2.) Columbo kann nachprüfen, ob sie zur angegebenen Zeit mit ihrem Mann telefoniert hat. Ich weiß nicht, wie genau man den Todeszeitpunkt bestimmen kann. Auch weiß ich nicht, ob dies überhaupt erwähnt wurde oder ob der Todeszeitpunkt allein an Joannas Aussage festgemacht wurde. Falls man den Todeszeitpunkt exakt bestimmen kann, würde das Joannas Aussage bestätigen und sie als Täterin ausschließen.

Aber wie sieht es aus, wenn man den Todeszeitpunkt nicht exakt feststellen kann?
Nehmen wir mal an, Joanna ist die Mörderin:
Wie es der Zufall so will, wird sie von Franklin angerufen, der ihr mitteilt, zu seinem Strandhaus zu fahren. Im Vorfeld hat sie genau auf diese Gelegenheit gewartet, um Franklin den Mord á la Zettel anhängen zu können. Sie fährt nun, nachdem ihr Mann von der Arbeit nach Hause gekommen ist, in sein Büro und verwüstet es. Vorher hatte sie keine Gelegenheit dazu, da ihr Mann noch im Büro gearbeitet hat. Das Büro später zu verwüsten, ist ebenfalls unmöglich, da dann die Polizei vor Ort ist.

Nun hat sie aber ein unlösbares Problem - und zwar die 2 Anrufe, die kurz hintereinander erfolgten. Zunächst der Anruf von Jim bei seiner Frau und kurz darauf Joannas Anruf bei der Polizei. Wie hätte sie das bewerkstelligen können?

Ein kurzer Gedankengang zu Jims Anruf bei Joanna:
Ich denke, man kann ungefähr nachweisen, aus welcher Stadt der Anruf kam. Dies kann man aber anscheinend manipulieren. Hätte Jim die Herkunft des Anrufs verschleiert - wozu auch immer - wüsste Joanna gar nicht, wo sich ihr Ehemann wirklich aufhält. Dann kann sie ihn auch nicht ermordet haben^^ Hat Jim die Herkunft nicht verschleiert und tatsächlich aus seinem Büro angerufen, scheidet Joanna ebenso aus. Sie kann schlecht, wenige Minuten nachdem er sie angerufen hat, zu ihm fahren, ihn umbringen, die Polizei verständigen und dann fix die Leiche beseitigen, bevor die Polizei eintrifft. Dass sie ihn später, nachdem sie die Polizei verständigt hat, ermordet hat, können wir ebenso ausschließen.

Schlussfolgerung: Joanna kann nicht die Mörderin ihres Mannes sein.

Dann ist es auch nicht mehr verwunderlich, dass Columbo Joannas Aussage nicht hinterfragt :)


Mr. Brimmer hat geschrieben:Was ich auch nicht ganz verstehe ist dass Columbo den 2. Mord an La Sanca so schlecht redet...Franklin wurde nicht mit ihr gesehen und hinterließ auch keine Spuren...das gibt Columbo ja sogar zu..Die liebevolle Widmung im Buch kann er ja ganz leicht damit erklären was Nettes für einen weiblichen Fan reingeschrieben zu haben....Also ich weis nicht was an diesem Mord schlampig gewesen sein soll.

Ja, das stimmt schon. Allerdings erwähnt Columbo treffend, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass zwei Morde in so kurzer Zeit völlig unabhängig voneinander geschehen. Da diese Episode nur 70 Minuten dauert, blieb anscheinend nicht genügend Zeit, um diesen Mord vernünftig aufzuklären.
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon martha » Do, 02.01.2014 22:37


Danke für die ausführliche Mühe, Kevin. :)
Aber ich denke mal, dass du hier einen entscheidenden Denkfehler machst.
Der Großteil deiner Ausführungen beschäftigt sich ja damit, dass Jim Joanna tatsächlich angerufen hat.
Aber wenn sie die Mörderin ist, dann hat er doch gar nicht mit ihr telefoniert.
Columbo kann doch nicht beweisen, dass es ein Telefonat zwischen Jim und Joanna gab.
Das einzige, was in der Folge in Bezug auf Telefongesellschaften erwähnt wird ist die Tatsache, dass es aus dem Wochenendhaus von Ken Franklin einen Telefonanruf gab.
Aber Columbo kann ja noch nicht mal sagen, mit wem Ken telefoniert hat.
Er muss ihn fragen.
Er sagt, dass er Joanna angerufen hätte.
Aber das könnte sie doch einfach abstreiten.
Sie weiß ja schon durch das Telefonat, welches Ken aus Miss LaSanas Krämerladen geführt hat, dass er im Wochenendhaus ist.
Das ist für sie der Startschuss, um den Mord anzugehen.
Sie fährt in Jims Büro und agiert hier quasi genauso, wie es Ken gemacht hat.
Sie sagt:"Komm, wir fahren mal raus, Schatz."
Draußen angekommen erwähnt sie kurz, dass sie ihren Lippenstift vergessen hätte, geht allein zurück ins Büro ,verwüstet es, und fährt dann mit Jim weg, um ihn zu erschießen.
Dann zurück nach Hause und Anruf bei der Polizei.
Und als Meisterstück legt sie Jims Leiche später in Kens Vorgarten.
Damit lenkt sie den Verdacht sowohl auf das organisierte Verbrechen, als auch auf Ken, der für Columbo jetzt endgültig im Zentrum der Ermittlungen steht.

Wer da mit wem telefoniert hat oder angerufen wird, kann doch nicht nachgeprüft werden.
So vermittelt es die Folge zumindest.
Sonst hätte man ja auch rausgekriegt, dass aus Jims Büro überhaupt kein Telefonat geführt wurde.
Das ist zumindest mein Wissensstand über dieses fraglos leidige Telefonthema bei Columbo. :)
Also da ist für mich nix fix.
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon zimtspinne » Fr, 03.01.2014 06:23


Tiktaalik hat geschrieben:zu 1.) Das wird man sicher beweisen können, auch wenn Franklin dies abstreitet. Jeder Schriftsteller hat zu vielen seiner Bücher Anekdoten zu erzählen, wie er genau auf seine Ideen gekommen ist. Da wird Franklin auch nicht mal eben so etwas erfinden können. Für mich ist das eine klare Sache.


Wie ich Franklin kenne, hat der kein Problem damit, Anekdoten zu Mrs Melville zu erfinden :P
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon martha » Fr, 03.01.2014 18:14


Ich glaube, ich habe in meinen Ausführungen jetzt selbst einen Denkfehler gemacht.
Denn wenn Ken nicht der Mörder wäre, hätte er Joanna ja eigentlich gar nicht angerufen.
Erst recht nicht aus La Sancas Laden, von wo er ja nur telefoniert hat, damit Jim sein Gespräch nicht mitbekommt.
Und er hatte eigentlich auch keine Veranlassung, aus dem Wochenendhaus heraus ein Gespräch mit Joanna zu führen.
Warum sollte er ihr mitteilen, dass er dort ist?
Hätte sein können, aber da wäre dann zuviel Zufall im Spiel.

Deshalb Umorientierung des Angriffsplans:
Joanna wusste bereits im Vorfeld, das Ken ins Ferienhaus nach San Diego fährt.
Er ist dort ja häufiger.
Joanna hat ihn nun einfach gefragt, wann er das nächste mal dort ist.
Ken sagt nun, dass er an dem und dem Tag dort hinfährt.
Um sich zu vergewissern, kann sie ihn auch beobachtet haben, ob er tatsächlich Richtung San Diego unterwegs ist.
Und jetzt hat sie eigentlich alle Zeit der Welt.
Sie fährt zu Sams Büro, bringt ihn (wie oben beschrieben) um und fährt mit der Leiche wieder nach Hause.
Jetzt ist sie aber nicht dumm.
Sie kalkuliert mit ein, dass es sehr günstig wäre, wenn die Telefongesellschaft ein Gespräch aus dem Wochenendhaus feststellen würde, kurz bevor sie die Polizei anruft.
Deshalb bittet sie Franklin, nachdem er ihr gesagt hat, wann er nach San Diego fährt:"Ruf mich doch bitte an, wenn du angekommen bist. Ich muss noch was wichtiges mit dir besprechen."
Oder irgendwas in der Art.
Ich erinnere nur an Leslie Williams, die ihre Freundin beauftragt hat, anzurufen und nur Tennis zu sagen. Das hat auch wunderbar geklappt.
Und sonst:
Sie hat genügend Zeit, den Mord zu begehen, da die Fahrt nach San Diego ja 'ne ordentliche Zeit dauert.
Dann wartet sie zu Hause auf Kens Anruf, informiert anschließend die Polizei und danach noch Ken, um ihm zu sagen, was passiert ist.
Und fertig ist die Laube.

Das wäre mein überarbeiteter Alternativvorschlag.
Ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass Joanna die Mörderin ist.
Das mit Kens Morden ist nur ein Fake. :)
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon Ducky » Fr, 03.01.2014 18:46


Du hättest echt das Talent zum Columbo-Drehbuchautor gehabt, martha :neig:

Ich habe die Diskussion um diese Folge wirklich mit großem Vergnügen verfolgt. Ich schließe mich denen an, die von Columbo's Beweisführung eher weniger überzeugt sind, denke aber, dass wie so oft der Täter am Schluss gesteht, weil er sieht,d ass sein Paln durchschaut wurde und im ersten Moment zu überwältigt ist um weietr darüber nachzudenken. Columbo war übrigens bestimmt ein grandioser Poker-Spieler, aufs Bluffen versteht er sich.
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon zimtspinne » Fr, 03.01.2014 19:04


Was hat denn Joanna eigentlich für ein Motiv für den Mord?
Arbeitet die überhaupt was oder lässt sie es sich als Hausfrau eines Romanschreibers gut gehen? Kinder haben sie auch keine... verdächtig, verdächtig.
Womöglich hat sie sich in eine Frau verliebt und muss nun ihren treudoofen Ehegatten loswerden.... oder sie ist schwanger von einem Geliebten und hat nun das Problem, es ihrem zeugungsunfähigen Mann beizubringen...
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon Doc Brown » Sa, 04.01.2014 12:46


Mittlerweile habt ihr mich überzeugt. Ich denke nun auch, dass Joanna die Mörderin ist und gebe daher der Beweiskraft ihrer Überführung eine 1. :P

Was wir in der Folge als Mord von Franklin wahrnehmen, erkläre ich mir durch einen schlechten Blickwinkel gepaart mit unglücklichen Lichtreflektionen, sodass es für den Betrachter den Anschein hat, Franklin hätte Ferris ermordet. :wink:
Döp döp döp de de döp döp döp
(H.P. Baxxter)
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon Tiktaalik » So, 05.01.2014 02:12


Ich benötige nochmal eure Hilfe:

Die Sache mit den Telefongesprächen habe ich noch nicht ganz kapiert. Jim will seine Frau über die Vermittlung anrufen. Daraufhin stoppt Franklin das Gespräch mit dem sinngemäßgen Kommentar: "Wenn Joanna denken soll, dass du aus dem Büro anrufst, dann darfst du doch nicht über die Vermittlung anrufen." Danach ruft Jim Joanna direkt an.

Wo ist der Unterschied? Die Telefone damals waren ja sicher nicht so modern, dass sie die Telefonnummer des Anrufers anzeigten^^ Aber irgendeinen Sinn muss es ja haben, ansonsten hätten die Autoren diesen Satz weggelassen. Ich bin gerade völlig verpeilt^^

martha hat geschrieben:Der Großteil deiner Ausführungen beschäftigt sich ja damit, dass Jim Joanna tatsächlich angerufen hat.
Aber wenn sie die Mörderin ist, dann hat er doch gar nicht mit ihr telefoniert.
Columbo kann doch nicht beweisen, dass es ein Telefonat zwischen Jim und Joanna gab.
Das einzige, was in der Folge in Bezug auf Telefongesellschaften erwähnt wird ist die Tatsache, dass es aus dem Wochenendhaus von Ken Franklin einen Telefonanruf gab.
Aber Columbo kann ja noch nicht mal sagen, mit wem Ken telefoniert hat.
Er muss ihn fragen.
Er sagt, dass er Joanna angerufen hätte.
Aber das könnte sie doch einfach abstreiten.

Mir lässt diese Episode einfach keine Ruhe. Daher habe ich mir die betreffende Stelle angehört und dort heißt es bei ca. 47:24 Minuten wörtlich: "An dem Mordtag verzeichnet die Telefongesellschaft ein Gespräch mit dem Anschluss Ferris in Los Angeles aus Ihrem Wochenendhaus."
Franklin gibt als Grund für diesen Anruf an, Joanna mitgeteilt zu haben, dass er und Jim die Meinungsverschiedenheiten wegen der Trennung beigelegt hätten. Das stimmt sogar zur Hälfte. Der Inhalt ist korrekt, nur tätigte Franklin diesen Telefonanruf (über die Vermittlung - was auch immer das für eine Bedeutung hat) nicht von seinem Strandhaus, sondern aus dem Laden von La Sanca. Das ist sehr clever von Franklin gemacht, da er Joanna hier mitteilt, dass er bereits von seinem Strandhaus aus anruft. Ich vermute mal stark, dass man damals zwar nachvollziehen konnte, wer wen angerufen hatte, jedoch noch nicht die genaue Uhrzeit feststellen konnte.

Am unklarsten ist mir, was es mit der Vermittlung auf sich hat. Als Franklin Joanna aus dem Laden von La Sanca anruft, telefoniert er über die Vermittlung. Als Jim Joanna von seinem Strandhaus aus anruf, sorgt Franklin dafür, dass das Gespräch nicht über die Vermittlung läuft.
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon Mr. Brimmer » So, 05.01.2014 10:16


Die Vermittlung hat man damals benutzt um sich mit dem jeweiligen
Anschluß einer anderen Gegend verbinden zu lassen. Da ersparten die
Amis sich wohl das merken der Vorwahl oder so...Innerhalb der Stadt, also des
eigenen Anschlußbereichs war das nicht notwendig. Das kann man wohl schon
in etwa mit unseren Vorwahlen vergleichen. Dann ist es bequemer das über die
Vermittlung machen zu lassen...die kennen die entsprechenden Nummern und man
muß nur den jeweiligen Anschluß wissen..und wird verbunden. Wie die Auskunft, die
uns hier ja auch direkt mit irendeinem Anschluß verbinden kann, wenn man das will.
--- Hätte Ferris über die Vermittlung aus Kens Hütte angerufen, hätte Joanna das ja
gemerkt( die Vermittlung meldet den Anruf ja kurz an beim Empfänger ) und wäre stutzig geworden, weil er das vom Büro aus nicht machen würde
bzw. mit Sicherheit nie so gemacht hat.
--- Columbo weiß dass es am Mordtag einen Anruf Franklin / Ferris gab, das war eben
dieser von Ferris. Das kann Franklin natürlich nicht zugeben, also sagt er dass er den
zuvor bei LaSanka gemachten Anruf da getätigt hat, um Joanna zu erzählen dass er
sich wieder vertragen hätte...blablabla
Dass Franklin bei LaSanka telefoniert hat weis ja keiner...alle tot. Dann ruft Joanna
nochmal bei Franklin an um ihn von dem Schuß zu erzählen...blablabla..
Sie denkt Ferris hat vom Büro angerufen und Ken ist im Strandhaus..alles paletti
Das war eigentlich alles um das ganze Anrufgedöns. :wink:
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon zimtspinne » So, 05.01.2014 10:30


Bei den Amis gabs die Rufnummerübermittlung schon sehr viel früher als bei uns.
Würd emich nicht wundern, wenn es das dort Ende der 70er bereits gab, Faxgeräte existierten ja auch schon und dabei wurde die Rufnummer in jedem Fall übertragen.

Brimmer, heutzutage merkt man das als Empfänger aber nicht, wenn jemand über die Auskunft ging. Hab allerdings keine Ahnung, wie das zu Franklins Zeiten war ?-/
Meinst du wirklich, da wurde von der Vermittlung erst angekündigt statt einfach verbunden? Kann ich mir kaum vorstellen, das ist doch ein viel zu großer Aufwand... und die Handvermittlung ist ja nun seit mindestens 1950 Geschichte.
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon Devlin » So, 05.01.2014 10:45


So wie es Brimmer geschildert hat, wäre auch meine Erklärung zu dem Ganzen.
Ich glaube auch schon gehört zu haben, dass die Vermittlung sich früher erst kurz beim Empfänger meldet und den Anfuf ankündigt. Also Joanna wurde angerufen von der Vermittlung, diese meldet sich kurz bei ihr. "Anruf aus San Diego" oder so, und klinkt sich dann aus. So macht das Ganze auch einen Sinn.
Heute ist das natürlich anders.
Zuletzt geändert von Devlin am So, 05.01.2014 10:47, insgesamt 1-mal geändert.
So weit ____ und nicht weiter!
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon Mr. Brimmer » So, 05.01.2014 10:46


Doch, bis 1984 wurden die da noch angekündigt.
Ob heute noch das weis ich nicht.
Heute ist es da von Telefonzellen auch noch so dass man bei Ferngesprächen
nicht direkt draufloswählen kann, sondern über den Operator verbunden wird.
Ist nicht so wie bei uns.
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon Doc Brown » So, 05.01.2014 11:59


Tiktaalik hat geschrieben:Franklin gibt als Grund für diesen Anruf an, Joanna mitgeteilt zu haben, dass er und Jim die Meinungsverschiedenheiten wegen der Trennung beigelegt hätten. Das stimmt sogar zur Hälfte. Der Inhalt ist korrekt, nur tätigte Franklin diesen Telefonanruf (über die Vermittlung - was auch immer das für eine Bedeutung hat) nicht von seinem Strandhaus, sondern aus dem Laden von La Sanca. Das ist sehr clever von Franklin gemacht, da er Joanna hier mitteilt, dass er bereits von seinem Strandhaus aus anruft. Ich vermute mal stark, dass man damals zwar nachvollziehen konnte, wer wen angerufen hatte, jedoch noch nicht die genaue Uhrzeit feststellen konnte.


Im Endeffekt kann man auch nicht alles hinterfragen, da die Autoren sich zurecht biegen, was eine Telefongesellschaft kann und was nicht.

In "Tödliche Trennung" können sie offensichtlich feststellen, dass ein Anruf aus dem Strandhaus Franklins an den Anschluss Ferris erfolgte. Die Uhrzeit können sie aber offensichtlich nicht feststellen, denn wenn sie das könnten, hätte Franklin ein echtes Problem. Der Anruf erfolgte ja schließlich nur etwa eine Minute vor dem Rückruf Joannas, was Franklin fast schon überführen würde.

In "Stirb für mich" ruft Hayward von seiner Wohnung aus bei der Polizei an und meldet den Mord an seinem Manager. Hier kann die Telefongesellschaft lediglich feststellen, dass der Anruf aus der Stadt erfolgte, aber nicht von welchem Apparat. Zudem ist Columbo die Uhrzeit des Anrufs bekannt, da er ja genau austestet, von wo der Mörder anrufen haben müsste.

Kurz gesagt: Mit den technischen Möglichkeiten aus "Stirb für mich", wäre Franklin durch die Uhrzeit des Anrufs überführt worden. Umgekehrt gilt aber auch, dass Hayward mit den Möglichkeiten aus "Tödliche Trennung" überführt worden wäre, da man so festgestellt hätte, dass der Anruf aus seinem Haus kam.
Daher sollte man dieses ganze Telefongedöns meiner Meinung nach auch nicht auf die Goldwaage legen. :wink:
Döp döp döp de de döp döp döp
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Re: Columbos Beweise

Beitragvon martha » So, 05.01.2014 12:31


Ich denke auch, dass das in der 1.Ära alles etwas willkürlich ist in Bezug auf Telefonate.
Das hätte man sich so bei den Spätfolgen dann nicht mehr erlauben können, weil das der technische Fortschritt verboten hätte.
In der "Heizdecke" hat Columbo dann ja auch eine umfassende Telefonliste in der Hand, wo er genau feststellen kann, wann und wie oft Nick mit Lisa telefoniert hat.
Columbo vermisst in Nicks Wohnung ja auch eine Telefonrechnung.
Das heißt, er ist hier ganz gezielt auf der Suche nach exakt nachzuweisenden Telefonverbindungen.
In der 1.Ära wird das ja alles eher beiläufig abgehandelt.
Auch Graham McVeigh inszeniert in "Mord unter Brüdern" dieses ganze Tam-Tam mit den Ratten ja nur, um von Bruno Romanos Anschluß ein Gespräch in seine eigene Wohnung führen zu können, weil hier alles haargenau von der Telefongesellschaft nachgeprüft werden kann.
"Könnten Sie mir wenigstens sagen, welcher Name es war?
War es Kensington oder Arlington?"
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