Meine erinnerungen, als Columboseherin der ersten Stunde:
Der Humor stand damals nicht im Vordergrund. Der Humor diente der Auflockerung und der Verdeutlichung der gesellschaftlichen Unterschiede.
Hier: der kleine Beamte (darum gerne nur Lieutnant)
Wenn Inspector, dann immer verkannt - bis zur Überführung des Täters.
Darum hat man Columbo früher gerne gesehen. ein kleiner Mann (im wahrsten Sinne des Wortes), mißt sich mit den Großen, Schönen, Reichen, einflußreichen - und gewinnt.
er scheint nicht das Bedürfnis zu haben aufzutrumpfen. Hätte Columbo adlige Vorfahren, er würde sie verschwiegen haben. (Das würden wir nicht fertig kriegen.)
Aber Columbo weiß auch, dass er am ende gewinnt.
Für mich war der Humor damals einfach ein Grundton, ein Gewürz an der Suppe.
eine eigenschaft von Columbo.
Der Humor in der Serie leuchtet auf, wenn Columbo die Bühne Betritt und verschwindet, wenn er den Täter überführt.
Dann ist Columbo immer toternst.
Heute seh ich die Folgen anders.
Viele Folgen kenne ich schon. Natürlich wirkt heute alles altmodisch. Spurensicherung...lachhaft.
Aus dem Labor kommt nicht mehr als: Tatwaffe, Todesursache, Fingerabdrücke....
Also hoffe ich auch immer auf witzige Szenen. Damals, in den 70ern, waren wir (meistens) gefesselt vor Spannung. Das Verbrechen - wow. Man konnte Zugucken. Die Spur war heiß.
Den Genuß bekommt man heute nur bei excellenten Darstellern und wenn man sich in die Drehzeit zurückversetzt.
Grüße Topi
